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Termine: Bremen - 9.11.18

Auf dem Weg zum "sauberen Krieg"? Zu den Gefahren autonomer Waffensysteme

Freitag, 9. November 2018 um 20.00 Uhr

Kleiner Saal (1. OG) im Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, 28195 Bremen

Die Drohnen-Technologie hat die Kriegsführung westlicher Staaten in den letzten zehn Jahren entscheidend geprägt: Durch verstärkte Drohnen-Einsätze konnten die USA und andere Staaten ihre personellen Verluste im War on Terror verringern. Damit sank auch die Hemmschwelle zur gezielten Tötung mutmaßlicher Gegner. Immer wieder werden Zivilpersonen Opfer solcher Angriffe.

Nun steht die nächste Entwicklungsstufe bevor: Rüstungsschmieden in Ost und West arbeiten derzeit an autonomen Waffensystemen, die Kampfeinsätze ohne eine langsame und fehleranfällige menschliche Steuerung erlauben. Von autonom agierenden Drohnen-Schwärmen, unbemannten Panzern oder selbstlenkenden Killer-U-Booten versprechen sich die Militärs präzisere, schnellere und effizientere
Militäreinsätze. Also alles gut?

Bisher wird jeder Drohnenangriff noch von Menschen gesteuert, die - bei allen praktischen Problemen - für die Konsequenzen solcher Einsätze von Gerichten dafür zur Verantwortung gezogen werden können. Doch wer ist für die Folgen des Einsatzes autonomer Waffen verantwortlich? Wie muss man sich die Entscheidungsabläufe solcher Waffensysteme vorstellen, die automatisiert über Leben und Tod entscheiden? Und welche Möglichkeiten der politischen, technischen sowie ethischen Begrenzung und Kontrolle bewaffneter Konflikte gibt es in derartigen Szenarien? Welche weiteren Risiken gibt es beim Einsatz autonomer Waffen? Und wie stehen die Chancen, dass deren Einsatz völkerrechtlich verboten oder reguliert wird?

Darüber wollen wir diskutieren mit Hans-Jörg Kreowski, Professor (i.R.) für Theoretische Informatik an der Universität Bremen.