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vorgänge: Artikel - 1.08.18

Staatliches Zwangsdoping mit System

Ines Geipel

Das Dopingsystem im DDR-Leistungssport und die Schwierigkeiten seiner Aufarbeitung. In: vorgänge Nr. 223 (3/2018), S. 55-59

INES GEIPEL   Jahrgang 1960, wuchs in Sachsen bzw. Thüringen auf und betrieb als Jugendliche Leistungssport in der DDR. Anfang der 1980er Jahre gehörte sie der DDR-Leichtathletik-Nationalmannschaft an und stellte 1984 gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen vom SC Motor Jena mit 42,20 s einen Vereins-Weltrekord über 4 × 100 Meter auf.

Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde sie fortan von der Staatssicherheit mit Zersetzungsmaßnahmen belegt. Bei einer Blinddarmoperation wurde ihr im Auftrag der Stasi die Bauchmuskulatur durchschnitten, so dass sie im Jahr 1985 ihre Sportler-Karriere abbrechen musste. Nach der Wende engagierte sich Geipel für die rechtsstaatliche Aufarbeitung des DDR-Zwangsdopings, dem sie als Jugendliche selbst unterworfen war. Geipel trat im Berliner Hauptprozess um das DDR-Zwangsdoping als Nebenklägerin auf, wurde als DDR-Dopingopfer anerkannt und engagiert sich heute im Verein Doping-Opfer-Hilfe e.V., den sie seit fünf Jahren leitet. Der Verein vertritt die Interessen der Doping-Geschädigten und listet derzeit rund 1.500 Betroffene.

 

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