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Termine: Sonstige, Demokratisierung - 1.06.98

Woche der Bürgergesellschaft vom 28. bis 29. Mai 1999

Tips und Anregungen zur Vorbereitung und Durchführung örtlicher Veranstaltungen

Mitteilungen Nr. 162, S. 53-54

50 Jahre Grundgesetz: Die Bürgergesellschaft lebt – Wir mischen uns ein! Unter diesem Motto sollten sich in den Tagen zwischen dem 8. Mai 1999 (dem Tag an dem vor 50 Jahren das Grundgesetz im Parlamentarischen Rat angenommen wurde) und dem 23. Mai (dem Tag, an dem es in Kraft trat) landauflandab möglichst viele Bürgerinnen und Bürger, Initiativen, Organisationen und Verbände etc. mit Veranstaltungen, Diskussionen und öffentlichen Darbietungen, mit Vorschlägen und Forderungen zu Wort melden, um damit zu manifestieren, daß unsere Demokratie nicht allein von politischen Parteien und deren „Spitzenpolitikern“ getragen und verantwortet wird, sondern von einer lebendigen und vielfältig engagierten Bürgergesellschaft. Diese „Botschaft“ soll in einer WOCHE DER BÜRGERGESELLSCHAFT bundesweit durch möglichst viele örtlich Aktivitäten und „Wortmeldungen“ manifest werden.
Zur Vorbereitung haben sich überparteiliche Organisationen wie die Theodor Heuss Stiftung, die Stiftung Mitarbeit und die Aktion Gemeinsinn mit anderen überregionalen und regionalen Trägern zusammengefunden, die sich für die Zivilgesellschaft in den unterschiedlichsten Bereichen engagieren. In einigen Städten wurden bereits örtliche Initiativgruppen ins Leben gerufen, und wir hoffen auf viele weitere Gründungen im Verlauf der nächsten Monate. Hierzu möchten wir im folgenden einige Tips und Anregungen geben, ohne daß wir damit der jeweils eigenen Ideen- und Organisationsfreude Zügel anlegen wollen. Örtliche Aktivitäten oder Aktionen könnten beispielsweise sein:

  • Eigenveranstaltungen von Trägern bürgerschaftlichen Engagements, besonders Jugend und Frauen;
  • Veranstaltungen zu den Themen: „Ist das Grundgesetz unsere endgültige Verfassung?“, „Was wollen wir in und an unserer Demokratie verbessern?“, „Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“;
  • Befragungen von Politikern; Dialogveranstaltungen zu Themen wie „Bürger und Verwaltung“, „Bürger und Parteien“, „Parteienstaat, Entfremdung und Zuschauerdemokratie ... Gefahren und Chancen“, „Rechte und Verantwortungen einer mündigen Bürgergesellschaft“;
  • Zeitzeugengespräche;
  • Eigene Programme von Schulen und Jugendverbänden
  • Fest der Bürgergesellschaft; freie Diskussion nach Art der Hyde-Park-Corner;
  • Ausstellung zeitgeschichtlicher Filme, Wochenschauer aus den Anfängen der BRD, Karikaturen;
  •  Künstler und Kulturbeiträge: 50 Jahre Demokratie in Deutschland.

Anläßlich des 40. Geburtstages des Grundgesetzes (23. Mai 1989) sagte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker: „Wir haben eine gute Verfassung! Sind wir aber in guter Verfassung?“ Dieses Zitat soll in möglichst vielen Städten zum Thema örtlicher Podiumsdiskussionen mit Bürgerinnen, Politikerinnen und Medien gemacht werden.
Jede örtliche Initiative sollte von Vertretern örtlicher Frauen-, Jugend-, Schul-, Kultur- (z.B. Volkshochschulen), Umwelt-, Nachbarschaftsinitiativen etc. getragen werden. Zur Gründung sollten einige Aktive zu einer ersten Zusammenkunft einladen, um das Projekt: „50 Jahre Grundgesetz: Die Bürgergesellschaft lebt, wir mischen uns ein!“ unter den örtlichen Gegebenheiten zu diskutieren. (Falls der Aufruf diesen Tips und Anregungen nicht beigefügt ist, kann er unter der unten angegebenen Kontaktanschrift angefordert werden).
Wichtig erscheint uns, daß die örtlichen Initiativen nicht von Parteien vereinnahmt oder gesteuert werden, sondern allein von glaubwürdigen Repräsentantinnen und Repräsentanten des örtlichen Bürgerengagements getragen und verantwortet werden.
Wenn eine Beteiligung mit einem eigenem Programm beschlossen wird, empfiehlt es sich einen kleinen Leitungskreis zu bestimmen, der zwischen „Plenartreffen“ Vorschläge zur Projektplanung macht und Überlegungen zur Umsetzung (z.B. Redner, Räume, Verantwortliche) anstellen soll. Junge Menschen und Frauen beteiligen!
Schon auf der ersten Sitzung sollten Vorschläge gesammelt, die dann im Leitungskreis gesichtet und auf ihre Realisierungschancen geprüft werden.
In regelmäßigen Abständen sollten alle Teilnehmer und Interessenten zusammenkommen, über den Stand der Vorbereitungen beraten, Vorschläge ergänzen, verwerfen etc.
Wenn das Programm und ein örtlicher Aufruf etwa stehen (etwa im Spätherbst), sollte das Vorhaben von den Initiatoren in einem Pressegespräch vorgestellt werden. Da die öffentliche Unterstützung durch die Medien sehr wichtig ist, empfiehlt es sich, einen Vertreter des Initiativkreises mit der Öffentlichkeitsarbeit zu betrauen.
Wichtig ist es auch, Sponsoren zu suchen unter dem Motto: „Prominente unterstützen die Woche der Bürgergesellschaft – auch finanziell“.
Wenn Sie mitmachen wollen (es müssen ja keine Mammut-Programme sein!), melden Sie dies bitte bei der unten angegebenen Kontaktadresse. Von dort erhalten Sie Informationen, Werbematerial etc.
Auf diese Weise hoffen wir auf ein weitverzweigtes Netzwerk örtlicher Beteiligung an der Woche der Bürgergesellschaft und beabsichtigen, Anfang 1999 einen Katalog mit allen Projekten zu veröffentlichen.
Neben den örtlichen Aktivitäten wird es in Berlin sowohl am 8. Mai als auch am 22. Mai 1999 zentrale Veranstaltungen geben. Der Stand ihrer Planung ist derzeit wie folgt:
Am 8. Mai ist als Auftakt-Veranstaltung ein ganztägiges öffentliches Demokratieforum unter der Thematik: „Nachdenken über die Verfassung unserer Demokratie“ geplant, mit den Unterthemen (Sessionen):

  • „Sind Parteienstaat und Bürgergesellschaft unvereinbar?“
  • „Ist das Grundgesetz unsere endgültige Verfassung?“
  • „Was wollen wir in und an unserer Demokratie verbessern?“
  • „Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“

Für das Demokratieforum hat Richard von Weizsäcker bereits seine „Schirmherrschaft“ und Teilnahme zugesagt. Nun gilt es, die besten und innovativ-kritischsten Teilnehmer/innen zu gewinnen.
Am Abend des 8. Mai findet dann in den Räumen der Berliner Philharmonie ein großes Kulturfest statt: 50 Jahre Grundgesetz mit vielfältigen heiter-besinnlichen Rück- und Ausblicken. Zum Beispiel mit Musik, Film und Kabarett aus fünf Jahrzehnten.
Für den 22. Mai (Vortag des Wahl des Bundespräsidenten) hoffen wir auf Sternfahrten möglichst vieler örtlicher Gruppen nach Berlin und eine große Demokratie-Feier der Bürgergesellschaft.
Auf einem zentralen Platz sollen von Bürgerinnen und Bürgern aus Ost und West „Bäumchen“ gepflanzt werden als Symbol der Einpflanzung der Bürgerdemokratie in Berlin (Zu dieser Aktion werden gesonderte Informationen versandt).


50 Jahre Grundgesetz: Die Bürgergesellschaft lebt
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