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- 15.11.03

Wechsel an der Spitze der Humanistischen Union

Nils Leopold

Reinhard Mokros ist neuer Bundesvorsitzender der Humanistischen Union

Mitteilungen 183, S.2

Reinhard Mokros, Dozent an der Fachhochschule für
öffentliche Verwaltung Duisburg, ist von der 18. ordentlichen
Delegiertenkonferenz zum neuen Bundesvorsitzenden
der HUMANISTISCHEN UNION gewählt worden. Der
49-jährige Polizeidirektor ist Experte und bekannter
Publizist im Bereich des Polizei- und Eingriffsrechts.
Nach 8 Jahren Tätigkeit als Bundesvorsitzender kandidierten
der Bingener Rechtsanwalt Dr. Till Müller-Heidelberg
sowie seine langjährige Stellvertreterin, die Studienrätin
a.D. und Historikerin Ingeborg Rürup, nicht mehr für dieses
Amt.
Als stellvertretende Bundesvorsitzende wurde Dr.
Rosemarie Will, Professorin an der Humboldt-Universität in
Berlin, benannt. Neu in den Bundesvorstand gewählt wurde
Sophie Rieger, Architektin und ehemalige Abgeordnete des
bayerischen Landtags. Neues Vorstandsmitglied ist auch
Rechtsanwalt Ulrich Fuchs aus Miesbach, Regionalverband
Südbayern. Die bisherigen Vorstandsmitglieder
Irmgard Koll, Prof. Dr. Fritz Sack, Bundesverfassungsrichter
a.D. Dr. Jürgen Kühling und Rechtsanwalt Dr.
Fredrik Roggan wurden mit großer Mehrheit wieder
gewählt.
Der künftige Bundesvorstand wurde von der in diesem Jahr
in München zusammengetretenen Delegiertenkonferenz
beauftragt, sich neben traditionellen Bürgerrechtsfragen,
etwa der Gefährdung von Grundrechten durch überzogene
staatliche Sicherheitsansprüche, verstärkt auch dem
inneren Zusammenhang von sozialer Absicherung und
Bürgerrechten zuzuwenden.
Ebenfalls beschlossen wurde, die Menschen- und Bürgerrechtsarbeit
besser auf europäische und internationale
Entscheidungsprozesse auszurichten. Damit soll der
zunehmenden Verlagerung von relevanten Entscheidungskompetenzen
 auf diese Ebene Rechnung getragen werden.

Danke für das Vertrauen

Am 13. September 2003 wählten mich die Delegierten mit
großer Mehrheit zum Bundesvorsitzenden der
HUMANISTISCHEN UNION. Das Wahlergebnis hat mich
überrascht. Nach nur zweijähriger Mitarbeit im
Bundesvorstand konnten mich nicht alle Delegierten
kennen. Für den Vertrauensvorschuss bedanke ich mich
herzlich. Ich werde versuchen, die gute Arbeit meines
Vorgängers fortzusetzen.
Till Müller-Heidelberg hat wesentlich zu dem hohen
Ansehen beigetragen, das die HU in Bürgerrechtskreisen
und darüber hinaus genießt. Ihm sei an dieser Stelle noch
einmal dafür gedankt. Als neues Mitglied unseres Beirates
kann er sich noch nicht auf sein „Altenteil“ zurückziehen.
Der neu gewählte Bundesvorstand hat Till Müller-
Heidelberg gebeten, sich in Zukunft besonders um die
Pflege der Kontakte zwischen dem Bundesvorstand und
dem Beirat zu kümmern. Auf die dringenden Probleme
unserer Zeit können wir als kleine Bürgerrechtsbewegung
nur mit Hilfe und Unterstützung unserer Beiräte angemessen
 und wirksam reagieren.
In den Tagen nach der Wahl habe ich Glückwünsche von
Mitgliedern, Beiräten, Politikerinnen und Politikern und den
Vorständen befreundeter Organisationen erhalten. Das
macht mir Mut und gibt mir Zuversicht.
Die anstehenden Aufgaben kann einer allein nicht meistern.
Deshalb bin ich froh, dass mich alle Vorstandsmitglieder
unterstützen. Nach vielen Jahren Vorstandsarbeit hat sich
Ingeborg Rürup entschlossen, nicht mehr zu kandidieren. In
München äußerten viele Delegierte ihr Bedauern darüber,
aber Ingeborg Rürup blieb bei ihrem Entschluss. Für ihr
Engagement und den unermüdlichen Einsatz für die HU
danken wir ihr alle. Nachfolgerin als stellvertretende
Vorsitzende ist Rosemarie Will. Ich bin sehr froh, dass sie
dieses Amt trotz ihrer vielen Verpflichtungen als Professorin
übernommen hat. Neu im Bundesvorstand sind Sophie
Rieger und Ulrich Fuchs. Es ist schön, dass nun auch
wieder der Freistaat in Berlin vertreten ist. Die übrigen
Vorstandsmitglieder sind mit großer Mehrheit wieder
gewählt worden. Der scheidende Vorsitzende hat in
München erwähnt, wie gern er mit diesem Vorstand
zusammen war. Ich kann mich dem nur anschließen. Auf
den Punkt gebracht: Wir sind ein starkes Team.
Gemeinsam mit unserem Geschäftsführer Nils Leopold
wollen wir das Schiff HU auch durch unruhige Gewässer
bringen. Sie werden wissen, dass unsere Finanzlage nicht
günstig ist und die Mitgliederzahl stagniert. Aber als
Rheinländer sage ich: „Et hätt noch immer joot jejange.“
(Für die Berliner in hochdeutsch): „Es ist noch immer gut
gegangen"!