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Verbandsnachrichten - 20.05.05

Öffentlichkeitsarbeit der Humanistischen Union

Christoph Bruch

Mitteilungen Nr. 189, S.14

Die Humanistische Union ist eine Lobbyorganisation. Ihre Aktivitäten umfassen zu einem weiten Bereich Interessenvertretung für die Wahrung und den Ausbau von Menschen- und Bürgerrechten. Für den Erfolg dieser Arbeit ist die Fähigkeit zum Transport ihrer Botschaften wesentlich. Öffentlichkeitsarbeit, verstanden als Technik zur Verbreitung der Positionen der Humanistischen Union, ist deshalb ein zentrales Aktivitätsfeld. Entscheidend für den Erfolg der HU ist ihre inhaltliche Arbeit. Diese Einschätzung wird durch den folgenden Bericht nicht relativiert.

Die große Bedeutung der „Verpackung“ für die Kommunikation von Inhalten erhielt in der HU lange zu wenig Aufmerksamkeit. Ungeachtet dieses Schattendaseins entwickelt sich das zarte Pflänzchen HU-Öffentlichkeitsarbeit seit ca. einem Jahr stetig:

- Anlässlich der letzten Jahrestagung in Lübeck wurde ein neu getextetes und gestaltetes HU-Faltblatt vorgestellt.

- Im Kontext des „Faltblatt-Projektes“ wurde ein Deckblatt entwickelt, mit dem die HU jetzt mehrseitige Stellungnahmen „binden“ kann.

- Als drittes Printprodukt wurde eine A4 Seite mit dem HU-Logo gestaltet, auf die mit dem Laserdrucker Einladungstexte bzw. Ankündigungen gedruckt werden können. Diese Vorlage eignet sich auch für das ‚Großkopieren‘ auf das Format A3.

- Um HU-Drucksachen stimmig gestalten zu können, wurde die Verwendung einer bestimmten Schrift festgelegt.

- Schließlich wurde das HU-Logo, das in keiner technisch gut zu verarbeitenden Form vorlag, von der Graphikerin, die das HU-Faltblatt gestaltet hat, nachgezeichnet und digitalisiert. Das digitale Logo ist jetzt in verschiedenen Versionen bei der Bundesgeschäftsstelle abrufbar.

Diese Aktivitäten haben Kosten verursacht. Gewürdigt werden sollte auch, dass in der Herstellung des Faltblattes  bzw. der weiteren genannten Produkte viel Arbeit steckt, die von einer kleinen Gruppe engagierter HU-Mitglieder erbracht wurde. Beides, der Einsatz der HU-Mitglieder und die aufgewendeten Kosten leiten zu der Frage, wie der Nutzen des Projektes zu beurteilen ist.

- Bei den neuen HU-Faltblättern wurde der Nutzen bei den HU-Ständen zur 1.-Mai-Kundgebung in Berlin und kürzlich beim „Fest der Demokratie“ am 8. Mai vor dem Brandenburger Tor sehr deutlich.

- Das neue HU-Faltblatt erhielt deutlich mehr Aufmerksamkeit als sein Vorgänger. Das orange Quadrat ist ein Hingucker! Die ungewöhnliche Faltung führt dazu, dass in vielen Fällen das Faltblatt nicht nur auf-/angenommen, sondern auch gleich geöffnet und damit zumindest ansatzweise gelesen wird.

- In Bremen wurde das neue Faltblatt für Werbeaktionen in der Fußgängerzone benutzt. Die Verteilung von 100 Faltblättern erbrachte drei Anfragen nach mehr Information. Was auf den ersten Blick als kleiner Erfolg erscheinen mag, ist in Wirklichkeit weit mehr. Eine „Response-Rate“ über einem Prozent gilt unter professionellen Spendensammlern (Fundraisern) als gutes Ergebnis.

- Beim „Fest der Demokratie“ besuchte unser Beiratsmitglied Claudia Roth den HU-Stand und wurde sofort auf das neue Faltblatt aufmerksam. Dem Sprecher der Gustav Heinemann-Initiative gefällt das Faltblatt so gut, dass sie bei „unserer“ Graphikerin das neue GHI-Faltblatt gestalten lassen möchten.

- Für die Karikaturenausstellung der HU im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte konnte durch die Verwendung der Einladungsvordrucke stilvoll eingeladen werden, ohne hohe Kosten zu verursachen.

- Bei der letzten Verleihung des Fritz-Bauer-Preises wurden für die Pressemappen die neuen Deckblätter verwendet. Für Spätanmelder zur Preisverleihung fehlten eigens gedruckte Einladungen. Diese Lücke konnte durch die Blanko-Einladungen geschlossen werden.

Die oben angesprochene große Bedeutung der Verpackung für die Kommunikation von Inhalten wurde am 8. Mai anhand der Missachtung von Flugblättern zu den Themen Biometrie- und Versammlungsfreiheit besonders anschaulich. Beide Texte waren versehen mit dem HU Logo auf DIN A5 Blätter kopiert worden. Neben den vielen gut gestalteten Auslagen der Stände, welche die Besucher des Festes passierten, blieben diese „hässlichen Entlein“ unabhängig von der Qualität ihres Inhaltes weitgehend unbeachtet.

Aus dieser Erfahrung ist die Idee für das neueste Projekt der AG-Öffentlichkeitsarbeit geboren worden: Wir werden ein Blanko-Faltblatt entwerfen und drucken lassen, das die HU in die Lage versetzt, in attraktiver Form und kleinen Auflagen allgemein verständliche Stellungnahmen zu aktuellen Themen zu produzieren, die bei Veranstaltungen ausgelegt oder verteilt werden können.