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Verbandsnachrichten - 15.07.10

Humanistische Union oder Gesellschaft für Bürgerrechte? Start des Urabstimmungsverfahrens zum Verbandsnamen

Sven Lüders

Mitteilungen Nr. 208/209 (1+2/2010), S. 27

Wahlurne

Der Bundesvorstand hat den Startschuss gegeben: Auf seiner Sitzung am 10./11. April 2010 beschloss er, die seit langem angekündigte Urabstimmung über den Verbandsnamen einzuleiten. Die Abstimmung, die auch im Vertrag zur Verschmelzung mit der Gustav Heinemann-Initiative vereinbart war, findet Ende Oktober per Briefwahl statt. Dabei werden folgende Alternativen zur Abstimmung stehen:

  • Ich stimme der Änderung des Vereinsnamens zu. Die derzeit gültige Satzung der Humanistischen Union wird in § 1 Nr. 1 wie folgt geändert: „Der Verein führt den Namen ‘Gesellschaft für Bürgerrechte’. In englischen Beschreibungen trägt der Verein die Bezeichnung ‘German Society for Civil Liberties’.
  • Ich lehne die Änderung des Vereinsnamens ab.
    Es bleibt bei der Bezeichnung „Humanistische Union, vereinigt mit Gustav Heinemann-Initiative“.

Wie aus dem Antrag hervorgeht, handelt es sich bei der Namensänderung um einen Eingriff in die Satzung der HU. Daher ist für eine Annahme des Vorschlags ein Quorum von 75% der abstimmenden Mitglieder (§ 8 Nr. 3) nötig. Stimmberechtigt sind lt. § 1 unserer Wahlordnung alle Mitglieder, die zum Zeitpunkt der Ankündigung der Urabstimmung (Stichtag: 1. Juli 2010) bereits Mitglieder des Vereins waren.

Warum ein neuer Name?

Die Unzufriedenheit mit dem Vereinsnamen zieht sich durch die Geschichte der Humanistischen Union. In den letzten Jahren werden immer wieder folgende Gründe genannt, warum eine Namensänderung sinnvoll sei:

  • die Mehrdeutigkeit des Humanismus-Begriffs und die fehlende Darstellung dessen, was die HU eigentlich betreibt: Unter humanistischen Organisationen werden heute im deutschsprachigen Raum weltanschauliche Vereinigungen verstanden, im englischsprachigen Ausland notlindernde Hilfsorganisationen. Beides will die HU aber nicht sein. Dass es sich bei einer humanistischen Vereinigung um eine Bürgerrechtsorganisation handle, ist weder im Deutschen noch in der englischen Übersetzung zu erahnen.
  • die Verwechslungsprobleme mit dem Humanistischen Verband (HVD): Selbst von Referenten unserer eigenen Tagungen wird der Unterschied zwischen HU und HVD übersehen (wie zuletzt bei den Berliner Gesprächen), von der Presse ganz zu schweigen. Das unterminiert nicht nur die neutrale Position der HU in weltanschaulichen Streitfragen, sondern schwächt unseren Wiedererkennungswert. 
  • ein neuer Name als Integrationsmotor: Nach der Fusion mit der GHI sprechen auch identitätspolitische Gründe für eine Namensänderung. Mit einem neuen Vereinsnamen würde ein Zeichen für den gemeinsamen Aufbruch, für die aktive Integration der neuen Mitglieder aus der GHI bei uns gesetzt.

Gegen eine Umbenennung werden jedoch ins Feld geführt:

  • finanzieller Aufwand einer Namensänderung (durch neue Logos & Designs bzw. sonstige Aufwendungen, um den neuen Namen bekannt zu machen)
  • potentieller Bedeutungsverlust durch die Aufgabe der „Marke HU“
Letzte Gelegenheit zur Diskussion

Vor der Abstimmung stehen natürlich die ausführliche Begründung des Vorschlages sowie die Diskussion des Pro & Contras aus. Dazu gibt es bereits eine Informationsseite im Wiki (Wiki-Code 1001-I). Selbstverständlich wird die Diskussion aber auch „offline“ möglich sein. So besteht für Mitglieder die Möglichkeit, sich in der nächsten Ausgabe der HU-Mitteilungen (Nr. 209, erscheint im September 2010) zu der Frage zu äußern. Wir bitten daher alle Interessierten, Ihre Beiträge bis zum 15. August 2010 an die Diskussionsredaktion und/oder die Geschäftsstelle zu senden, damit sie in der Ausgabe berücksichtigt werden können.

Schließlich bietet auch der Verbandstag im Oktober die Gelegenheit, sich mit anderen HU-Mitgliedern über den Vorschlag auszutauschen. Eine Kurzinformation über die Urabstimmung steht dort am Sonntagmorgen auf dem Programm.

Sven Lüders
Geschäftsführer der Humanistischen Union

 

Der genaue Abstimmungszeitraum sowie der Termin für die Auszählung der Stimmzettel wird in der nächsten Ausgabe mitgeteilt.