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- 4.06.12

Ressortplanung: Bioethik

Rosemarie Will

Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 29

Tagung „Realität des Sterbens in Deutschland“

In Fortsetzung der bisherigen beiden Tagungen „Die Freiheit zu sterben“ gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung planen wir eine dritte Tagung. Nachdem sich die erste Tagung auf die Durchsetzung der Patientenverfügung konzentrierte, die zweite die aktive Sterbehilfe ins Zentrum rückte, soll nun die Realität des Sterbens in Deutschland in den Blick genommen werden. „Die Freiheit zu sterben III“ soll das gesamte empirisch vorhandene Material über die verdrängte und tabuisierte Wirklichkeit des Sterbens in die Öffentlichkeit bringen. Ziel dieser Unternehmung ist es, jenseits von ideologisch befrachteten Wertvorstellungen die konkreten Abläufe in Kliniken, Pflegeheimen und Hospizen bei der Sterbebegleitung in den Blick zu nehmen. Nachdem wir unsere grundsätzlichen Forderungen zur Patientenverfügung und zur Sterbehilfe mit den zwei letzten Tagungen dargestellt und diskutiert haben, soll die dritte Tagung an die in der Wirklichkeit konkret vorhandenen Probleme in der praktischen Sterbebegleitung und die sich daraus ergebenden Forderungen anknüpfen.

Verbot der Beihilfe zur Selbsttötung in der Neufassung der ärztlichen Berufsordnung

Die Humanistische Union kritisiert den im vergangenen Jahr ergangenen Beschluss des Deutschen Ärztetages über die ärztliche Sterbebegleitung. Er verbietet den Ärzten, Hilfe bei der Selbsttötung ihrer Patienten zu leisten. Dieses Verbot ist in unseren Augen ein großer Rückschritt in der gesellschaftlichen Diskussion. Sobald der Beschluss des Ärztetages in den Ländern umgesetzt werden sollte, werden wir eine verfassungsrechtliche Prüfung in Gang setzen, ob die beschlossenen Regelungen mit dem Selbstbestimmungsrecht der Patienten und der Handlungsfreiheit der Ärzte vereinbar ist.

Aktuelle Entwicklungen im Bereich Bioethik

Im Bereich der Bioethik haben wir uns vorgenommen, stärker als bisher auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren – mit Stellungnahmen, Gutachten, Pressemitteilungen und andere Publikationen. Wir wollen so die HU-Themenpalette im Bereich der Bioethik schrittweise erweitern.