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- 22.01.18

Die Zukunft der Zeitschrift vorgänge

Sven Lüders

aus: HU-Mitteilungen Nr. 235 (Heft 1/2018), S. 2-3

Bild des vorgänge-Lagers

 

Vor fünf Jahren wechselten die vorgänge in den Eigenverlag der Humanistischen Union – Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.

 

Was wurde erreicht – was nicht?

Inhaltlich ist es gelungen, die Zeitschrift mit ihren Schwerpunktthemen wieder näher an die Arbeit der HU heranzuführen. Themen wie Religionsfreiheit, Sterbehilfe, Verfassungsschutz, Polizeikontrolle oder Versammlungsrecht sind traditionelle Arbeitsfelder der HU. Insofern spiegelt die Zeitschrift heute die Stärken (und Schwächen) der HU stärker als vor fünf Jahren. Mit einzelnen Ausgaben (insbesondere: Heft 210/211 Suizidbeihilfe und Heft 215 Geheimdienstkontrolle) ist es gelungen, die Zeitschrift unmittelbar zu laufenden Gesetzgebungsvorhaben bzw. Arbeitsschwerpunkten des Vereins zu platzieren.

Gleichwohl: die erhofften Synergieeffekte könnten stärker sein. Zwar werden die vorgänge im politischen Umfeld der HU wahrgenommen, doch dies spiegelt sich leider nicht in den rückläufigen Abonnementzahlen wider. Für die meisten externen Leser/innen sind nur einzelne Ausgaben der Zeitschrift interessant – immerhin konnten wir in den fünf Jahren über 400 Einzelhefte zusätzlich zu den Abo-Exemplaren absetzen. Zudem machen sich hier unsere beschränkten Werbemittel bemerkbar – da jede Ausgabe der vorgänge eine andere Zielgruppe hat, ist eine zielgerichtete Bewerbung recht aufwändig.

Die Idee, in den vorgängen auch aktuelle politische Themen und Aktivitäten der Bürgerrechtsszene abzubilden, ist nur zum Teil geglückt. Der Versuchung, aus der Zeitung ein bloßes Vereinsorgan zu machen, haben Vorstand und Redaktion bisher widerstanden. Die Beiträge geben durchaus verschiedene Sichtweisen wieder, manchmal bieten die vorgänge auch Kontroversen (etwa zu den G20-Protesten oder den Wirkungen des Sozialstaates).

 

Wie geht es weiter?

Der Bundesvorstand hat sich auf seiner letzten Sitzung ausführlich mit der weiteren Entwicklung der vorgänge befasst.

Inhaltlich soll darauf geachtet werden, dass jenseits der Schwerpunkt-Beiträge wieder mehr aktuelle Themen behandelt werden. Dazu sollen verstärkt auch kürzere Beiträge eingeworben werden. Das können Kommentare zu aktuellen Streitfragen, kurze Berichte (etwa zu Gerichtsentscheiden oder Sachverständigenanhörungen), mehr Rezensionen oder Kulturbeiträge (etwa zu Filmen oder Fotoausstellungen) sein. Dafür sind wir auch auf einen erweiterten AutorInnen-Kreis angewiesen. Mitglieder, die sich angesprochen fühlen, melden sich gern in der Geschäftsstelle.

Um den Kostenaufwand für Druck und Versand der Zeitschrift kurzfristig zu senken, soll ab der nächsten Ausgabe der Zeitschrift folgende Änderung umgesetzt werden: Alle Mitglieder, die die Druckausgabe weiterhin beziehen wollen, müssen sich dafür einmal in der Geschäftsstelle melden. Wer sich nicht meldet, erhält die Zeitschrift ab Heft #221 (1/2018) automatisch per E-Mail als PDF-Version. Damit soll erreicht werden, dass künftig wirklich nur jene Mitglieder die Papierausgabe erhalten, die diese auch nutzen (wollen). Die dadurch eingesparten Kosten (wir rechnen mit ca. 10.000 € jährlich) sollen auch in den Ausbau der Online-Präsenz der Zeitschrift (und der HU) investiert werden. Grundsätzlich bleibt es aber dabei: Mitglieder der HU können die vorgänge kostenlos in gedruckter Form und/oder als PDF-Datei erhalten.

 

Sven Lüders
Geschäftsführer und verantwortlicher
Redakteur der Zeitschrift