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Rezension - 23.05.19

Fritz Bauers "Kleine Schriften"

Norbert Reichling

In Mitteilungen 238 (1/2019), S. 9

Im Frankfurter Campus-Verlag sind Ende 2018 zwei Bände mit "Kleinen Schriften" des HU-Mitbegründers Fritz Bauer erschienen. Seine Person und Bedeutung müssen hier nicht vorgestellt werden. In einer mehrjährigen Recherche hat das Fritz-Bauer-Institut nach den weit verstreuten Artikeln, Kommentaren, Interviews und Broschürentexten gesucht und diese jetzt in einer Edition von mehr als 1850 Seiten zusammengestellt. Darunter sind auch mehrere im HU-Kontext entstandene und in den vorgängen veröffentlichte Texte, etwa zu Justizreform und Strafvollzug, zur Erinnerungskultur, aber auch zu literarischen, ökonomischen, soziologischen und psychologischen Themen. Damit wird noch einmal die große Bandbreite von  Bauers Denken sichtbar. Die Lektüre ist äußerst kurzweilig.

Die Leistungen seines letzten Lebensjahrzehnts sind inzwischen etwas bekannter geworden, u.a. durch mehrere Filme, doch die Arbeiten des 1. Bandes - wenige aus der Weimarer Zeit, einige aus dem Exil und viele aus den 1950er Jahren - erlauben einen Blick auf die vielfältigen Wurzeln seines zähen Engagements für Rechtsstaat und Humanität. Und man kann mit den Herausgebern festhalten: Diese bislang meist übersehenen Arbeiten eines (von Fach-Journalen über Tageszeitungen und Rundfunk bis zur Illustrierten "Quick") unablässig intervenierenden Intellektuellen sind das eigentliche Hauptwerk Fritz Bauers.

Fritz Bauer: Kleine Schriften , Bd. 1 (1921-1961) und Band 2 (1962-1969), Hrsg. Lena Foljanty und David Johst, Fankfurt/M. (Campus-Vlg.) 2018, zus. 78,00 EUR