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Rezension - 4.12.19

Lesestoff aus der Ortenau/Baden

Dr. Udo Kauß

In: Mitteilungen 240 (3/2019), S. 9

Ursula Neumann, Tätiger Humanismus. Historische Beiträge zu aktuellen Debatten. Hrsg. u. Vorwort von Horst Groschopp. Alibri-Verlag Aschaffenburg. 2019. 273 Seiten.
Der Sammelband reflektiert auf sehr persönliche und pointierte Weise weiterhin aktuell gebliebene Debatten der letzten 30 Jahre über Glaubensfragen und Humanismus, Kirchen- und Religionskritik, Ethik und Umgang mit Geflüchteten sowie weibliche Selbstbestimmung. Einige Texte sind gemeinsam mit Johannes Neumann verfasst. Alles Themen, die mehr oder weniger zum Standard der gesellschaftlichen Auseinandersetzung von HU-Mitgliedern gehören. Ursula Neumann war 1996-1998 Mitglied des Bundesvorstandes der HU. Zusammen mit Sohn und 2013 verstorbenen Ehemann Johannes Neumann hat sie die wegweisenden Urteile im Zusammenhang der Einführung  des Ethik-Unterrichts an Schulen erstritten.
Die Titel der Beiträge geben deren Spannbreite wieder: Wie werde ich ein guter Außenseiter? (2000) * Vernunft und Verantwortung (1990) * Die Welt ist voller Gläubigen (2018) * Theologie als Glaubensgehorsam (1990) * Johannes Dyba, der Heilige Bonifatius und die Geister, die wie gerufen kommen (1991) * Von der Wiege bis zur Bahre (1999) * Zur Gottesfrage (2017) * Die Kunst, den Bogen ungestraft zu überspannen (1997) * Sind Christen doch die besseren Menschen? (1998) * „Ersatzfach“ Ethik (1998) * Schwangerschaftsabbruch (1993) * Christliche Gleichberechtigung (1994) * Behandelt man so seine treueste Stütze? (1998) * Eine ganz gewöhnliche Abschiebung (1992) * Gutmensch trifft Flüchtling (2017) * Frust in der Flüchtlingsarbeit (2018) * „Quäl dich, du Sau!“ (2017)
Auch dieses Jahr erschienen: Johannes Neumann, Humanismus und Kirchenkritik. Beiträge zur Aufklärung. Mit einer biographisch-bibliographischen Studie von Theodor W. Beine, einem Nachwort von Ursula Neumann und einem Vorwort von Horst Groschopp. Alibri-Verlag Aschaffenburg.2019. 296 S. € 25.-
Der Sammelband verfolgt an ausgewählten Publikationen, wie und warum der renommierte Kirchenrechtler und aktives HU-Mitglied Johannes Neumann (1929–2013) Ende der 1970er Jahre das katholische Gehäuse verlässt, sich seine Kirchen- zu einer Gesellschafts- und Staatskritik (Religionsverfassung) erweitert, er über Atheismus schreibt, Humanismusforschungen unternimmt und schließlich humanistische Organisationen ratgebend unterstützt.
Dr. Udo Kauß