vorgänge Nr. 220: Europa in der Krise

 

Finanz- und Eurokrise, Griechenland-Schuldenkrise, Flüchtlingskrise, Brexit … immer wieder wurde in den letzten Jahren diagnostiziert, die Europäische Union (EU) befinde sich in der Krise. Ob die jeweiligen Krisen wirklich so überraschend, dramatisch und existenziell waren, wie manche Beobachter/innen meinten, mag bezweifelt werden. Fest steht jedoch, dass die europäische Integration bei vielen Bürger/innen in eine Legitimationskrise geraten ist: für sie sind die Entscheidungen von Kommission und Europaparlament kaum nachvollziehbar, ist die EU gleichbedeutend mit Bürokratie und Lobbyismus. Derweil erhalten anti-europäische Bewegungen und Parteien erheblichen Zulauf, rechtspopulistische und nationalistische Gruppierungen steigern ihren Einfluss im Europaparlament. Die vielbeschworene Wertegemeinschaft zeigt erkennbare Brüche, zahlreiche Mitglieder fremdeln untereinander.

Aber welche Zusammenhänge gibt es zwischen den aktuellen Krisenphänomenen und der seit vielen Jahren artikulierten Kritik an der EU, die unter Stichworten wie Demokratiedefizit, Festung Europa oder neo-liberale Integration zusammengefasst werden kann? Mit dieser Frage befasst sich der Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe der vorgänge.

Aufmacher-Beiträge

"Solange das Grundgesetz in Kraft ist, könnte sich Deutschland an einer Verstaatlichung der EU nicht beteiligen."

Portrait Dieter Grimm beim Interview

Dieter Grimm zu Überkonstitutionalisierung, Demokratiedefiziten und Reformperspektiven der EU. Auszug aus: vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 5-20   mehr...

 

Inhaltsverzeichnis

Europa in der Krise
vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik
56. Jahrgang, Nummer 220 (Heft 4/2017), Dezember 2017

Hartmut Aden & Sven Lüders: Editorial, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 1-4 mehr...

 
Schwerpunkt

Dieter Grimm: "Solange das Grundgesetz in Kraft ist, könnte sich Deutschland an einer Verstaatlichung der EU nicht beteiligen.", Dieter Grimm zu Überkonstitutionalisierung, Demokratiedefiziten und Reformperspektiven der EU. In: vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 5-20 mehr...

 

Wilfried Loth: Nach der Krise: Die Zukunft der EU in historischer Perspektive, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 21-30 mehr...

 

Hartmut Aden: Am Ende ist niemand verantwortlich? - Krisen und Verantwortungsdiffusion im EU-Mehrebenensystem, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 31-40 mehr...

 

Uwe Kranenpohl: Die ‚Grundrechtsunion‘ als Ausweg aus der Krise? - Grundrechtsschutz zwischen EGMR, EuGH und nationalen Verfassungsgerichten*, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 41 - 49 mehr...

 

Rainer Land: Überschüsse und Defizite in den Handelsbilanzen zerstören die Eurozone und gefährden die Europäische Union, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 51 - 68 mehr...

 

Jörg Ukrow: Wer ist gegen Europa? - Analyse der Wahlen in der EU nach dem Brexit-Referendum, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 69 - 79 mehr...

 

Tobias Peter: In der EU gegen die EU? - Rechtsradikale und anti-europäische Parteien im Europäischen Parlament, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 81 - 92 mehr...

 

Antonio López-Pina: Deutschland in, mit und für Europa* - Ein europäischer Blick aus Spanien, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 93 - 103 mehr...

 

Dokumentation: Vorschläge zur Reform der Europäischen Union, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 105-113 mehr...

 
Kommentar

Heinz Bierbaum: Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz – Durchbruch bei der Leiharbeit?, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 114-116 mehr...

 
Hintergrund

Johannes Feest: Israelkritik und Antisemitismusvorwurf - Veranstaltungsverbote als Problem der Meinungsfreiheit, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 117 - 126 mehr...

 
Rezensionen

Martin Kutscha: Meinungsfreiheit für Soldaten?, vorgänge Nr. 220 (Heft 4/2017), S. 127/128 mehr...