Arbeitsgruppe III

Alternative Lösungen, Ausbau ambulanter Behandlungsformen

aus: Wege zu einer neuen Psychiatrie, Protokolle einer Tagung. HU-Schriften 9, München 1980, Seite 43

Bitte an die HUMANISTISCHE UNION, folgende Punkte in ihr Arbeitsprogramm aufzunehmen:

  1. Aufklärung von Patienten in und außerhalb der Kliniken (und deren Familien. Zusicherung des juristischen Beistandes und Versicherung der Solidarität.
  2. Aufklärung des Pflegepersonals über die Rechte des Patienten.
  3. Unterstützung bei der Bildung von Bürgerinitiativen und Hilfsgemeinschaften mit einem Psychologen und Juristen als Beistand, die sich um Leute kümmern, die das Klinikum verlassen haben, keinen Anschluss finden an eine Wohngemeinschaft und nicht mehr zurückwollen in die Umgebung, die sie krank gemacht hat.Diese Gruppen müssen engen Kontakt haben zu Personen, die die Situation der Gemeinde (Beschaffung von Wohnungen, Vermittlung von Arbeitsplätzen) genau kennen und die eventuell über eine (finanzierte) Schaltstelle verfügen, wie z.B. einem Sekretariat.
  4. Finden von Familien, die in der Lage sein können, einen sich auf dem Wege der Gesundung befindlichen Menschen in ihre Gemeinschaft aufzunehmen und ihm dabei behilflich sind, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern.
  5. Einrichtung von regionalen Beschwerdezentren.
  6. Aufarbeitung der deutschen Kollektivschuld in Form öffentlicher Veranstaltungen (nach 45 Nichtanerkennung der psychisch Kranken als Verfolgte, systematischer Ausschluss aus dem Wiedergutmachungswesen, Alleinlassen der Hinterbliebenen.


Coverbild der Broschüre