Christa ...

Vorwort

aus: Wege zu einer neuen Psychiatrie, Protokolle einer Tagung. HU-Schriften 9, München 1980, Seite 2

Ist es notwendig, daß auf dieser Tagung ausschließlich nur über Reformen gesprochen wird, ohne deutlich zu verstehen zu geben, daß man sich mit den Patienten solidarisch erklärt, was ja bedeutet, sich zu seinen eigenen Schwächen, seinem Unvermögen, den Ängsten und Zweifeln zu bekennen? Dies wird ja durch den Patienten verkörpert und stellt sich als offene Wunde dar. Gefallen sind die Worte: "Die Patienten sind doch wie wir". Warum nicht einmal anders herum: "Wir sind wie die Patienten". Haben die Teilnehmer dieser Tagung Angst, sich in dem Patienten wiederzuerkennen? Und warum teilen die Helfenden dies den Patienten nicht mit? Dadurch empfindet sich der Patient nicht mehr so massiv als ein abnormer, sich selbst fremd gewordener Mensch.

 

Christa . . . , Patientin

am 25. 11. 1979 in Mainz


Coverbild der Broschüre