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Marburg: Leuchtfeuer - 30.06.08

Marburger Leuchtfeuer 2008: Preisverleihung an Rolf Schwendter

Montag, 30. Juni 2008 um 11.00 Uhr

Historischer Saal im Marburger Rathaus, Markt 1, 35037 Marburg

Rolf Schwendter erhält 2008 das "Marburger Leuchtfeuer für Soziale Bürgerrechte". Oberbürgermeister Egon Vaupel wird ihm die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde am Montag (30. Juni) überreichen. Die Laudatio wird Prof. Dr. Christoph Nix halten.

Mit dem "Marburger Leuchtfeuer" ehren die Stadt Marburg und die Humanistische Union (HU) seit 2005 das Eintreten für die Rechte sozial benachteiligter Menschen. Ihre Würde darf nicht in Frage gestellt werden, erklären die Bürgerrechtsorganisation und der Magistrat in Übereinstimmung mit Artikel 1 des Grundgesetzes.

Gerade den Benachteiligten habe Prof. Dr. Dr. Dr. Rolf Schwendter sein gesamtes Lebenswerk gewidmet. 1939 wurde er als Rudolf Scheßwendter in Wien geboren. Der promovierte Jurist, Philosoph und Soziologe hat sich auch als Sänger und Schriftsteller im gesamten deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht. An der Universität Kassel hatte Schwendter von 1975 bis 2003 eine Professur für Subkultur-Forschung inne. Sein besonderes Interesse galt dabei der sogenannten "Devianz-Forschung", die Reaktionen der Menschen auf abweichendes Verhalten untersucht. Hierzu hat Schwendter auch immer wieder eigene Feldforschung betrieben.

Gleich mehrere Soziale Bewegungen hat Schwendter maßgeblich mit geprägt. Seine Überlegungen zu einer alternativen Ökonomie haben eine theoretische Grundlage für die "Selbstverwalteten Betriebe" der späten 70er und der 80er Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts geliefert. Schwendter hatte aber auch wesentlichen Anteil am Aufkommen der Anti-Psychiatrie-Bewegung und an der Entstehung der "Gesundheitsläden". Zudem war er Mitbegründer des Mainzer "Open-Ohr-Festivals". Seit 2006 ist Schwendter auch Präsident der renommierten Grazer Autorenversammlung.

Mit Schwendter ehrt die Jury einen weiteren herausragenden Vorkämpfer für die Gleichberechtigung aller Menschen ohne Ansehen ihrer wirtschaftlichen oder sozialen Stellung. Erste Preisträgerin des "Marburger Leuchtfeuers für Soziale Bürgerrechte" war im Jahr 2005 die Frankfurter Hörfunk-Journalistin Ulrike Holler. 2006 erhielt der Frankfurter Sozialethiker Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ die Auszeichnung. 2007 würdigte die Jury die Verdienste der langjährigen Marburger Gewerkschafts-Vorsitzenden Käte Dinnebier mit dem "Marburger Leuchtfeuer".