vorgänge: Artikel - 20.08.70
FDP
vorgänge 7-8/1969, S. 260
(vg) Der Parteitag der FDP in Nürnberg nahm am 24. Juni ohne weitere Aussprache die Vorlage des Partei-Hauptausschusses an, die sich mit dem Verhältnis von Kirche und Staat beschäftigt und die Teil der sogenannten Wahlplattform ist.
In ihr wird festgestellt, daß die im Grundgesetz vorgesehe Trennung von Kirche und Staat nicht voll verwirklicht sei. Es sei jetzt an der Zeit, Verhandlungen mit den Kirchen über die Beseitigung alter Verbindungen zwischen Staat und Kirche zu führen. Im einzelnen wird gefordert:
Nicht speziell angefochten wird die staatliche Garantie für den Religionsunterricht der Kirchen an den öffentlichen Schulen (Art. 7 Abs. 3 GG); und mit dem Vorschlag einer „positiven” Regelung, den Kirchen für „soziale Aufgaben” staatliche Zuschüsse zu gewähren, soll offenbar auch das herrschende System, die Verwirklichung öffentlicher Aufgaben "subsidiär" den Kirchen zu überlassen (etwa in den Regelungen des Jugendwohlfahrts- und des Sozialhilfegesetzes), nicht grundlegend geändert werden.