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Berlin: Termine, Berlin: Aufmacher - 19.11.13

Lesung: Ronen Steinke stellt sein Buch "Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht" vor

Von: Humanistische Union Berlin-Brandenburg

Dienstag, 19.11.2013, 19:00,

Humboldt-Universität zu Berlin, Juristische Fakultät,

Unter den Linden 9, 10117 Berlin, Raum 213

Buchtitel Ronen Steinke - Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht

Die Humanistische Union (Landesverband Berlin-Brandenburg) lädt ein zur Lesung und Diskussion mit

Dr. Ronen Steinke, Autor „Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht“
Prof. Dr. Micha Brumlik, ehem. Direktor des Fritz-Bauer-Instituts

am Dienstag, den 19. November, um 19.00 Uhr.

In der Humboldt-Universität zu Berlin, Juristische Fakultät

(Unter den Linden 9, 10117 Berlin), Raum 213

 

Ronen Steinke: Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht
Mit einem Vorwort von Andreas Voßkuhle.
Piper Verlag, 2013, 352 Seiten, 13 Abbildungen. € 22,99

 

Über das Buch

Vor bald genau 50 Jahren drang das Wort »Auschwitz« in deutsche Wohnzimmer. Gegen 22 ehemalige NS-Verbrecher wurde Anklage erhoben, in Frankfurt begann ein Mammutprozess. Ein Mann hatte diesen Prozess auf den Weg gebracht: Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt in Hessen. Ein Sozialdemokrat jüdischer Herkunft, der 1936 gerade noch hatte fliehen können, und der 1949 nach Deutschland zurückkehrte, um beim Aufbau eines demokratischen Justizwesens mit zu wirken. Bauer brachte die deutsche Nachkriegsgesellschaft zum Sprechen. Im restaurativen Klima der Adenauer Zeit wurde er zu einer Reizfigur. Seine Zunft erzürnte er: »Wenn ich mein Büro verlasse, betrete ich feindliches Ausland«, so beschrieb Fritz Bauer einmal seine Lage.

Vier Jahre nach der ersten Fritz-Bauer-Biographie der Historikerin Irmtrud Wojak legt nun der Rechtswissenschaftler und SZ-Journalist Ronen Steinke eine neue biographische Annäherung an diese so lange unterschätzte Figur der Nachkriegsgeschichte vor. Mit zahlreichen neuen Entdeckungen vor allem zu Bauers bislang rätselhaft gebliebenen jungen Jahren, zu seiner jüdischen Identität und der juristischen Gedankenwelt, die ihn prägte, gelingt Steinke eine dichte, zugleich zugängliche neue Biographie. Der Autor hat am Fritz Bauer Institut geforscht und zahlreiche Zeitzeugen interviewt. »Was Steinkes Bauer-Biografie (...) auszeichnet, ist die gelungene Erzählung, ihre atmosphärische Dichte«, schreibt die Berliner Zeitung.

»So nachempfunden kommt die Erzählung dem ›historischen, rechtlichen und moralischen Unterricht‹ nahe, als den Bauer die Auschwitzprozesse verstanden wissen wollte.«

 

Über Ronen Steinke

Dr. iur., arbeitet als Journalist in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Er studierte Jura und Kriminologie, arbeitete in Anwaltskanzleien, einem Jugendgefängnis und zuletzt beim UN-Jugoslawientribunal in Den Haag. Seine Promotion über die Entwicklung der Kriegsverbrecher­tribunale von Nürnberg bis Den Haag wurde von der FAZ als »Meisterstück« gelobt.

 

Über Micha Brumlik

Nach Studium der Pädagogik und Philosophie in Jerusalem und Frankfurt/Main war er wiss. Assistent in Göttingen und Mainz, danach Assistenzprofessor in Hamburg. Von 1981 bis 2000 lehrte er Erziehungswissenschaft an der Universität Heidelberg. Von 2000 bis zu seiner Emeritierung war er Professor am Institut für Erziehungswissenschaft der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Von 2000 bis 2005 war er Direktor des Fritz-Bauer-Institut, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust.

 

Über die Veranstalterin

Die Humanistische Union ist Deutschlands älteste Bürgerrechtsvereinigung. Seit ihrer Gründung 1961 setzt sie sich für den Schutz und die Durchsetzung der Menschen- und Bürgerrechte ein.

Sie verleiht den Fritz-Bauer-Preis, der 1968 in Erinnerung an ihren Mitbegründer Fritz Bauer gestiftet wurde. Mit dem Preis will die Humanistische Union Verdienste um die Humanisierung, Liberalisierung und Demokratisierung des Rechtswesen würdigen und Frauen und Männer auszeichnen, die unbequem und unerschrocken der Gerechtigkeit und Menschlichkeit Geltung verschaffen. Der nächste Fritz-Bauer-Preis geht im Juni 2014 an Edward Snowden.