04.12.1996

Festakt zu Preisverleihung an den Unterstützerkreis Regensburger Kirchenasyl

Die PreisträgerInnen

 

Der Preis “Aufrechter Gang” der Münchner HUMANISTISCHEN UNION wurde am 4. 12. 96 dem “Unterstützerkreis Regensburger Kirchenasyl” verliehen. An der Veranstaltung im “Leeren Beutel” zu Regensburg nahmen etwa 200 Personen teil. Sie gehörte nach dem einhelligen Urteil derjenigen, die schon in früheren Jahren die Preisverleihung besucht haben, zu den bisher eindrucksvollsten Veranstaltungen der Bayerischen HUMANISTISCHEN UNION in den letzten Jahrzehnten. Grund dafür war sicher einmal, daß die begeisterungsfähige Gemeinschaft der mit dem Kirchenasyl befaßten Regensburger einen großen und sehr aufmerksamen Teil der Zuhörerschaft bildete und zum andern, daß Prof. Tim Hering (OV-Vorstand) Beiratsmitglied Dr. Heribert Prantl (Redakteur der Süddeutschen Zeitung) und Gotthold Streitberger (Unterstützerkreis Regensburger Kirchenasyl) mutmachende und aufrüttelnde Reden gehalten haben. Das Ganze klang aus in einem Fest, das die Münchner und aus anderen Teilen Bayerns gekommenen HU-Mitglieder leider schon ziemlich früh verlassen mußten, um noch heim zu kommen.

Der Entscheidung, den Preis für 1996 dem Unterstützerkreis zu verleihen, waren ausführliche Diskussionen im Münchner Ortsvorstand vorausgegangen. Trotz der selbstverständlichen Unterstützung für das Anliegen der Preisträger war es doch nicht so selbstverständlich, daß die HU mit ihrem historischen und  auch  heute  unverändert  gültigen  Verlangen  nach  der strikten Trennung von Staat und Kirche gerade eine Gruppierung auszeichnen sollte, die sich durchaus den christlichen Kirchen zugehörig fühlt. Aber die meisten von ihnen gehören zu den unverblümten Kritikern der real existierenden Kirchenstrukturen und teilen durchaus die von der HU vertretene Ablehnung klerikaler Machtansprüche sowohl in der Gesellschaft als auch in den privaten Lebenskonzepten. Daher haben wir es auch nicht als Widerspruch zum HU-Verständnis angesehen, wenn der Preis an Menschen vergeben wird, deren Grundhaltung aus einer eindeutig religiösen Wurzel gespeist ist. Auch die HUMANISTISCHE UNION versteht sich ja keineswegs in ihrem Programm als “antireligiös” im Sinne eines Freidenkervereins. Sicher bekennen sich viele unserer Mitglieder zu keiner Religion, aber andererseits müssen wir durchaus Platz haben für diejenigen, die in der Haltung des von uns ausgezeichneten Unterstützerkreises als Christen leben und fühlen.

Ende letzten Jahres wurde bekannt, daß die bayerische SPD ihren Josef-Felder-Preis dem Ökumenischen Kirchenasylnetz Bayern zuerkannt hat. War hierbei die HU die Mutter des Gedankens? Wir gratulieren den PreistägerInnen.

Tim Hering

Weitere Informationen:

Laudatio von Dr. Heribert Prantl

Rede von Gotthold Streitberger

Ankündigung und Begründung der Preisverleihung