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	<title>Ann-Katrin-Lebuhn Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Blockupy-Proteste 2013. Frankfurt am Main setzte Grundrechte außer Kraft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2014 20:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>aus: vorg&#228;nge Nr. 205 (Heft 1/2014), S. 100-102 Blockupy 2013 &#8211; Der Frankfurter Polizei-Kessel am 1. Juni 2013, Bericht zur Demonstrationsbeobachtung vom 30. Mai bis 1. Juni 2013, Komitee f&#252;r Grundrechte und Demokratie Unter dem Motto &#8222;Blockupy!&#8220; rief in den Jahren 2012 und 2013 ein buntes B&#252;ndnis zum Protest gegen die Austerit&#228;tspolitik der sogenannten Troika [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/205/publikation/blockupy-proteste-2013-frankfurt-am-main-setzte-grundrechte-ausser-kraft/">Blockupy-Proteste 2013. Frankfurt am Main setzte Grundrechte außer Kraft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>aus: vorg&auml;nge Nr. 205 (Heft 1/2014), S. 100-102</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Blockupy2013.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-5193 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Blockupy2013-317x450.jpg" alt="Blockupy-Proteste 2013. Frankfurt am Main setzte Grundrechte au&szlig;er Kraft" width="317" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Blockupy2013-317x450.jpg 317w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Blockupy2013-768x1090.jpg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Blockupy2013-529x750.jpg 529w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Blockupy2013-423x600.jpg 423w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Blockupy2013-237x337.jpg 237w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Blockupy2013.jpg 1000w" sizes="(max-width: 317px) 100vw, 317px" /></a></span></p>
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<p><i>Blockupy 2013 &#8211; Der Frankfurter Polizei-Kessel am 1. Juni 2013, Bericht zur Demonstrationsbeobachtung vom 30. Mai bis 1. Juni 2013, Komitee f&uuml;r Grundrechte und Demokratie</i></p>
<p>Unter dem Motto &#8222;Blockupy!&#8220; rief in den Jahren 2012 und 2013 ein buntes B&uuml;ndnis zum Protest gegen die Austerit&auml;tspolitik der sogenannten Troika aus Europ&auml;ischer Zentralbank (EZB), Internationalem W&auml;hrungsfonds und EU-Kommission auf. Teile des &#8222;Blockupy&#8220;-B&uuml;ndnisses waren regional und &uuml;berregional organisierte Gruppen der radikalen Linken wie die Interventionistische Linke, Queer-feministische Gruppen, die unter dem Slogan eines &#8222;Care-Mobs&#8220; mobilisierten, antirassistische Initiativen oder das &#8222;Ums-Ganze-B&uuml;ndnis&#8220;. Unterst&uuml;tzt wurden sie von der Gewerkschaft ver.di, der Partei DIE LINKE, sowie der globalisierungskritischen Organisation &#8222;attac&#8220; und zahlreichen anderen antikapitalistischen und kapitalismuskritischen Gruppen und Netzwerken. Im Nachhinein beteiligte sich auch die IG Metall mit einer Solidarit&auml;tsinitiative f&uuml;r die festgehaltenen Demonstrant_innen.<br />Ziel der Demonstrant_innen war es, ein &#8222;solidarisches Signal&#8220; an die von der &#8222;Kaputtspar&#8220;-Politik betroffenen Bev&ouml;lkerungsschichten einzelner EU-L&auml;nder wie Spanien und Griechenland zu senden &#8211; und zwar mitten aus dem &#8222;Herzen der Bestie&#8220;, der Bankenstadt Frankfurt am Main, wo die EZB ihren Sitz hat. Mit angek&uuml;ndigten Blockade-Aktionen auf den Stra&szlig;en Frankfurts sollte vom 30.&nbsp;Mai bis 1. Juni 2013 das Tagesgesch&auml;ft der EZB gest&ouml;rt werden.</p>
<p>Die Stadt Frankfurt versuchte demgegen&uuml;ber mit allen zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln, die Proteste einzuschr&auml;nken. So wurden Demonstrant_innen u.a. stundenlang in einem Polizeikessel festgehalten.</p>
<p>Mitglieder des Komitees f&uuml;r Grundrechte (Komitee) beobachteten 2013 die Blockupy-Proteste in Frankfurt. Die jetzt vorliegende Brosch&uuml;re des Komitees bereitet die Augenzeug_innenberichte vor dem Hintergrund der Geschichte von Demonstrationen und den b&uuml;rgerlichen Grundrechten in der BRD auf. Sehr detailgetreu werden zun&auml;chst Demonstrationen und Aktionen von Blockupy und das polizeiliche Eingreifen in den Jahren 2012 und 2013 geschildert. Wer bei den Protesten anwesend war, wird sich schnell zur&uuml;ck versetzt f&uuml;hlen, beispielsweise in die heftigen Buskontrollen oder in die Situation am Frankfurter Flughafenterminal (2013). Dort wurde die Versammlungsfreiheit auf 200 Teilnehmer_ innen beschr&auml;nkt, die durch die Polizei mittels Einrichtung einer Schleuse &#8222;abgez&auml;hlt&#8220; wurden.<br />Im Anschluss kritisieren die Autor_innen anschaulich den Umgang mit den demonstrativen Protesten, nicht nur durch die Polizei, sondern auch durch Beh&ouml;rden und Gerichte: &#8222;Im Laufe des Nachmittags verabschiedete sich die Richterin im Amtsgericht in den Feierabend, wohl wissend, dass ca. tausend Menschen &uuml;ber Stunden von der Polizei festgehalten wurden.&#8220; (S.&nbsp;63) Der Einsatz von gef&auml;hrlichem Pfefferspray, Kesselungstaktiken, Auflagen und die Verweigerung der Aufgabenerf&uuml;llung von Gerichten u.a. werden systematisch als Eigenschaften des staatlichen Umgangs mit den Protesten gegen die Finanzpolitik der Troika herausgearbeitet. Anhand historischer Gerichtsurteile (insbesondere des Brokdorf-Urteils von 1985) wird gezeigt, wie das Demonstrationsrecht 2013 (um-)gedeutet und durch dehnbare Begriffe wie Gefahrenabwehr und &#8222;pr&auml;ventive Sicherheit&#8220; ausgehebelt wird, beispielsweise durch sich h&auml;ufende Auflagen. So wird aus dem Recht zum Schutz von Versammlungen am Ende ein &#8222;Versammlungs-Verbotsgesetz&#8220; (S.&nbsp;79). Aufgrund von polizeilichen &#8222;Gefahreneinsch&auml;tzungen&#8220; (dazu reichte bereits die Absicht, zivilen Ungehorsam leisten zu wollen) wurden am Ende vielfach Versammlungsverbote ausgesprochen. Das Komitee gelangt zu der Einsch&auml;tzung: &#8222;Diese Art der Pr&auml;vention, die den Verdacht zum Ausgangspunkt macht, &ouml;ffnet der Willk&uuml;r T&uuml;r und Tor.&#8220; (S. 54) <br />Regt der erste, dokumentarische Teil der Brosch&uuml;re unter anderem durch den besagten Wiedererkennungswert f&uuml;r die Beteiligten sehr zum Lesen an, erscheint im weiteren der theoretische R&uuml;ckbezug und die Kritik staatlicher Repression aus demokratietheoretischer Sicht besonders sinnvoll. In Frankfurt wurde das Recht auf Versammlungsfreiheit ausgerechnet denjenigen verweigert, von denen laut Grundgesetz angeblich &#8222;alle Staatsgewalt ausgeht&#8220; (S.&nbsp;113). Das Komitee, das sich selbst als demokratisch, grund- und menschenrechtlich fundiert versteht, misst hier die Demokratie der Verk&uuml;ndung von Meinungs- und Versammlungsfreiheit, sowie politischer Willensbildung am Beispiel des Demonstrationsrechts an sich selbst. <br />Mit ihren beiden Teilen geht die Brosch&uuml;re weit &uuml;ber eine reine Dokumentation hinaus. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Auswertung der Proteste. Allerdings leistet sie keine politische Auswertung der Aktionen, da weder die B&uuml;ndnisarbeit noch die politische Wirksamkeit der Aktionen ber&uuml;cksichtigt werden. Zuweilen verbleibt die Argumentation auf einer legalistischen Beschreibung, in der sich viele Beteiligte der Proteste nicht wiederfinden.</p>
<p><i><b>ANN-KATRIN LEBUHN</b> ist politische Aktivistin, lebt in Berlin und arbeitet f&uuml;r die Rosa-Luxemburg-Stiftung.</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/205/publikation/blockupy-proteste-2013-frankfurt-am-main-setzte-grundrechte-ausser-kraft/">Blockupy-Proteste 2013. Frankfurt am Main setzte Grundrechte außer Kraft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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