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	<title>(aw) Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Vom Aussterben bedrohte Wörter: Das Amtsgeheimnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Apr 2007 12:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bund Informationsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[IFG: Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Kommentarband gibt Hilfestellung zur Nutzung des Informationsfreiheitsgesetzes. Mitteilungen Nr. 196, S. 11 Ein Wort kann auf zwei Weisen sterben: Entweder es wurde gemeuchelt oder es ist altersschwach entschlafen. Das sagt zumindest der Journalist Bodo Mrozek und hat wiederbelebende Ma&#223;nahmen in Form eines &#8222;Lexikon(s) der bedrohten W&#246;rter&#8220; eingeleitet. Nimmt man die beiden Todesursachen Alterschw&#228;che und [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/196/publikation/vom-aussterben-bedrohte-woerter-das-amtsgeheimnis/">Vom Aussterben bedrohte Wörter: Das Amtsgeheimnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Kommentarband gibt Hilfestellung zur Nutzung des Informationsfreiheitsgesetzes.</p>
<p>Mitteilungen Nr. 196, S. 11</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ifgkommentar_10.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4277 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ifgkommentar_10-338x450.jpg" alt="Vom Aussterben bedrohte W&ouml;rter: Das Amtsgeheimnis" width="338" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ifgkommentar_10-338x450.jpg 338w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ifgkommentar_10-564x750.jpg 564w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ifgkommentar_10-451x600.jpg 451w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ifgkommentar_10-253x337.jpg 253w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ifgkommentar_10.jpg 708w" sizes="(max-width: 338px) 100vw, 338px" /></a></span></p>
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<p>Ein Wort kann auf zwei Weisen sterben: Entweder es wurde gemeuchelt oder es ist altersschwach entschlafen. Das sagt zumindest der Journalist Bodo Mrozek und hat wiederbelebende Ma&szlig;nahmen in Form eines &bdquo;Lexikon(s) der bedrohten W&ouml;rter&ldquo; eingeleitet. Nimmt man die beiden Todesursachen Alterschw&auml;che und Meuchelmord, so m&uuml;sste sich in seinem Lexikon fr&uuml;her, wohl aber eher sp&auml;ter unter dem Buchstaben A das Amtsgeheimnis nachschlagen lassen. Im Nachruf k&ouml;nnte man dann wie folgt lesen:<br />&bdquo;In Deutschland hielt sich das &#8218;Amtsgeheimnis&#8216; im europ&auml;ischen Vergleich ungew&ouml;hnlich lang. W&auml;hrend in Schweden-Finnland der Verschluss des Beh&ouml;rdenwissens 1766 f&uuml;r unzeitgem&auml;&szlig; erkl&auml;rt und den B&uuml;rgern gesetzlich ein freier Informationszugang erm&ouml;glicht wurde, dauerte es noch 240 Jahre, bis in Deutschland das erste Informationsfreiheitsgesetz das Amtsgeheimnis wenn nicht abschaffte, so doch zumindest einschr&auml;nkte. Zu diesem Zeitpunkt hielten innerhalb der Europ&auml;ischen Union nur noch Luxemburg, Malta und Zypern an diesem Archaismus fest.<br />Es w&auml;re aber falsch zu behaupten, das Amtsgeheimnis sei zu Beginn des 21. Jahrhunderts schlie&szlig;lich auch in Deutschland sanft an Altersschw&auml;che entschlafen. Ob es nun ein Meuchelmord war, sei dahingestellt, aber ein Vorsatz l&auml;sst sich nicht leugnen. Nachdem bis 2002 auf Regierungsebene mehrere Vorst&ouml;&szlig;e f&uuml;r ein Informationsfreiheitsgesetz scheiterten, bildete sich ein Ad-hoc-B&uuml;ndnis aus Vertretern von B&uuml;rgerrechts- und Journalistenorganisationen. Dazu geh&ouml;rten neben der Humanistischen Union die Deutsche Journalisten Union, der Deutsche Journalisten-Verband, das Netzwerk Recherche und Transparency International. Ihr gemeinsamer Plan: Wenn die Regierung das Amtsgeheimnis nicht freiwillig hergeben will, helfen wir eben nach. Das B&uuml;ndnis legte einen eigenen Gesetzentwurf vor, der einen weitest gehenden Zugang zu den beh&ouml;rdlichen Akten vorsah.<br />Danach sah sich die Bundesregierung gezwungen, ein eigenes Informationsfreiheitsgesetz zu erarbeiten, dass im Juni 2005 verabschiedet und am 1. Januar 2006 in Kraft trat. Jedoch enthielt das verabschiedete Gesetz so viele Ausnahmeregelungen, dass das B&uuml;ndnis f&uuml;r sich zu dem unbefriedigenden Schluss kam: Die deutschen Amtsverwalter haben den Besitzstand des Amtsgeheimnisses noch immer nicht aufgegeben. &#8218;Damit das Gesetz in der Rechtswirklichkeit auch angewendet werden kann, bedarf es einer Handreichung, die dem Nutzer hilft, der vielf&auml;ltigen Phantasie deutscher Beh&ouml;rden bei der Ablehnung von Informationsantr&auml;gen besser entgegen zu treten.&#8217;&ldquo;<br />An dieser Stelle endet der fiktive Nachruf, denn der Status quo ist erreicht. Das erste Jahr nach dem Inkrafttreten des Informationsfreiheitsgesetzes hat gezeigt, dass bundesdeutsche Beh&ouml;rden sich immer noch mit den Antr&auml;gen auf Akteneinsicht schwer tun. Zahlreiche Informationsantr&auml;ge von B&uuml;rgern und Journalisten wurden abgelehnt. So hatte beispielsweise ein Journalist Einsicht in den Terminkalender des ehemaligen Kanzleramtschefs Frank-Walter Steinmeier beantragt. Das Kanzleramt h&auml;tte dem Journalisten eine teilgeschw&auml;rzte Kopie des Kalenders offen legen m&uuml;ssen, aber es lehnte den Antrag ab.<br />Solche Erfahrungen veranlassten die Humanistische Union, Transparency International und die beteiligten Journalistenverb&auml;nde, in einem 224 Seiten umfassenden Handbuch den Gesetzestext zu kommentieren und anhand solcher Fallbeispiele zu erl&auml;utern, was geht &ndash; und was bislang nicht.<br />(aw)</p>
<p>Wilhelm Mecklenburg &amp; Benno H. P&ouml;ppelmann: Informationsfreiheitsgesetz. Gesetzestexte, Kommentierungen, Fallbeispiele, Erl&auml;uterungen. Hrsg. von Deutscher Journalisten-Verband e.V., Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Humanistische Union, Netzwerk Recherche, Transparency International &#8211; Deutsches Chapter. Berlin, Dezember 2006, 223 Seiten ISBN: 978-3-935819-22-0<br />Preis: 10,00 &euro;<br />Bestellungen &uuml;ber:<br />Humanistische Union e.V.<br />Greifswalder Stra&szlig;e 4<br />10405 Berlin<br />Tel.: (030) 204 502 56<br />Fax: (030) 204 502 57<br />E-Mail: <a href="mailto:service%40humanistische-union.de">service@humanistische-union.de</a></p>
<p>Das Buch ist im <a href="https://www.humanistische-union.de/shop/buecher/">Online-Shop</a> der Humanistischen Union erh&auml;ltlich.<br />Mitglieder der Humanistischen Union k&ouml;nnen den Band kostenfrei in der Bundesgesch&auml;ftsstelle der Humanistischen Union bestellen.</p>
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