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	<title>Bernd Herzog-Schlagk Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Wie kommt die Q aufs Bahnhofsdach?</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 1999 16:20:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine nur geringfügig satirische Anmerkung Mitteilungen Nr. 165, S. 13 Wenn irgendwo eine Vertreterin oder ein Vertreter der Bahn auftaucht, wird es schon bei der ersten Anrede oft furchtbar lustig: Mit einem schalkhaften und leicht eingefrorenen Lächeln wird richtiggestellt, daß es nicht mehr &#132;Deutsche Bundesbahn&#147; heißt, sondern &#132;Deutsche Bahn AG&#147; und daß es diese ja [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine nur geringfügig satirische Anmerkung</p>
<p>Mitteilungen Nr. 165, S. 13</p>
<p>Wenn irgendwo eine Vertreterin oder ein Vertreter der Bahn auftaucht, wird es schon bei der ersten Anrede oft furchtbar lustig: Mit einem schalkhaften und leicht eingefrorenen Lächeln wird richtiggestellt, daß es nicht mehr &#132;Deutsche Bundesbahn&#147; heißt, sondern &#132;Deutsche Bahn AG&#147; und daß es diese ja auch eigentlich so richtig nicht mehr gibt. Dabei bemüht sich das DB-Management nachhaltig darum, moderne Begriffe einzuführen. Unterstützt wird dies durch die Fachwelt. Schluß mit der Insider-Sprachregelung von &#132;Pufferküssern&#147;; heute wird in diesem Bereich eine Sprache gesprochen, die alle verstehen. <br />Zum Beispiel befindet sich dort, wo noch im letzten Jahr ein kleiner Bahnhof vor sich hindödelte, heutzutage eine wunderschöne &#132;Schnittstelle zwischen dem SPNV und dem übrigen ÖV&#147;. Das eingängige an dem Wort &#132;Schnittstelle&#147; ist, daß dort die verschiedenen Verkehrsträger verknüpft werden sollen. Da kommt zum Beispiel eine Fußgängerin die Bahnhofsstraße entlang und &#150; Schnitt &#150; geht als Benutzerin des öffentlichen Personennah- oder Fernverkehrs die Bahnhofstreppe empor. Sie befindet sich im Bereich der &#132;Station&#038;Service AG&#147; und kann nun vom &#132;WC-Center&#147; bis hin zur &#132;Gastronomiespange&#147; diverse &#132;Serviceleistungen&#147; in Anspruch nehmen. Sie muß nicht wissen, welche Welten zwischen dem &#132;E-Imm&#147; (Eisenbahn Immobilien Management GmbH) und dem &#132;DB-Imm&#147; (Deutsche Bahn Immobilien GmbH) liegen. Da sie eigentlich nur mal eben wegfahren wollte, erwartet sie möglicherweise eine &#132;Mobilitätsberatung&#147;. Bevor sich dann für sie an der Bahnsteigkante entscheidet, ob sie die Leistungen der Firma &#132;Regio AG&#147; oder der Firma &#132;Reise &#038; Touristik AG&#147; beanspruchen wird oder gar ihr kostbares Reisegepäck der Firma &#132;Cargo AG&#147; anvertraut, fällt ihr unbeabsichtigerweise ein Papiertaschentüchlein auf das Gelände der Firma &#132;Netz AG&#147;.<br />Hier nun machen wir einen Schnitt direkt innerhalb der Schnittstelle, denn das Problem mit dem Papiertaschentüchlein kann die Frau natürlich nicht alleine lösen. Hier setzt das &#132;3-S&#147; Programm &#132;Service + Sicherheit + Sauberkeit&#147; der DB AG ein. Mit dem &#132;3-S&#147; Programm, von Mitarbeitern nun altmodisch auch als &#132;Wohlfühl-Programm&#147; bezeichnet, will die Bahn voll auf Touren kommen. Dann nämlich läuft das intensive Schulungsprogramm für die &#132;Bahnmanager&#147; an. Mit Hilfe des neu entwickelten BQB (&#132;Bahnhofs-Qualitäts-Barometer&#147;) und seiner Checkliste wird der Bahnhofsmanager sehr schnell auf besagtes Papiertüchlein stoßen. Die Bahn steigt damit in das &#132;Qualitäts-Management&#147; ein und das für die Überschrift mißbrauchte &#132;Q&#147; wird sicher der Zentralbegriff der auslaufenden 90er und der einlaufenden 2000er Jahre werden. Aber das ist Zukunftsmusik.</p>
<p>Bernd Herzog-Schlagk, FUSS e.V.</p>
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