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	<title>Hans-Joachim Reeb Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Die Rolle der Lüge in der Kriegsgeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Sep 2004 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Historischer L&#228;ngsschnitt und systematisierende &#220;berlegungen aus: Vorg&#228;nge Nr. 167 ( Heft 3/2004 ), S.56-64 Der am Anfang eines gr&#246;&#223;eren milit&#228;rischen Konfliktes regelm&#228;&#223;ig zitierte und dem republikanischen Senator Hiram Johnson zugewiesene Ausspruch &#8222;Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit&#8221; verweist auf die intime N&#228;he von L&#252;ge und Kriegsberichterstattung (vgl. Callie&#223; 1997).&#8216; Im Krieg stellt die [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/167-vorgaenge/publikation/die-rolle-der-luege-in-der-kriegsgeschichte/">Die Rolle der Lüge in der Kriegsgeschichte</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Historischer L&auml;ngsschnitt und systematisierende &Uuml;berlegungen</p>
<p>aus: Vorg&auml;nge Nr. 167 ( Heft 3/2004 ), S.56-64</p>
<p><i>Der am Anfang eines gr&ouml;&szlig;eren milit&auml;rischen Konfliktes regelm&auml;&szlig;ig zitierte und dem republikanischen Senator Hiram Johnson zugewiesene Ausspruch &bdquo;Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit&rdquo; verweist auf die intime N&auml;he von L&uuml;ge und Kriegsberichterstattung (vgl. Callie&szlig; 1997).&#8216; Im Krieg stellt die T&auml;uschung des Gegners eine &uuml;bliche, h&auml;ufig notwendige milit&auml;rische Handlung dar, um auf dem Gefechtsfeld erfolgreich zu sein (vgl. Kunczik 1995; Starkulla jr. 2002). Um die milit&auml;rische Informationsdominanz zu erreichen, werden auch sog. Psychologische Operationen (PsyOps) durchgef&uuml;hrt. Die Geschichte der Kriegsberichterstattung handelt folglich von zahlreichen Inszenierungen, Manipulationen, Mythen und L&uuml;gen (vgl. Albrecht/Becker 2002; L&ouml;ffelholz 2004).</i></p>
<p>Eine ganz andere politisch-moralische Qualit&auml;t besteht aber dann, wenn aus Anlass oder zur Begr&uuml;ndung eines Kriegsengagements von den politischen Akteuren nicht die Wahrheit gesagt wird. Auf diesen Aspekt konzentriert sich die folgende Analyse. Die Aussagen der Politiker m&uuml;ssen dabei im jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext gesehen werden. Die Funktion der Kriegslegitimation ist gekoppelt an das politische System und an die Relevanz von &Ouml;ffentlichkeit. W&auml;hrend totalit&auml;re Regime auf unbedingte Gefolgschaft dringen, m&uuml;ssen die politischen Akteure demokratischer Gesellschaften in einer &ouml;ffentlichen Debatte um Zustimmung und Unterst&uuml;tzung f&uuml;r ihr Anliegen werben. In beiden F&auml;llen bedienen sich die Machthaber einer breiten Palette von persuasiven Methoden, wozu letztlich auch die L&uuml;ge geh&ouml;rt.</p>
<h5>Problem&shy;au&shy;friss aus sozial&shy;wis&shy;sen&shy;schaft&shy;li&shy;cher Perspektive</h5>
<p>Die Thematik wird hier als ein Ausschnitt aus dem Problemfeld der politischen Kommunikation betrachtet. Kommunikationsprozesse finden demnach im Wechselwirkungsverh&auml;ltnis zwischen Politik, &Ouml;ffentlichkeit und den Medien statt (vgl. Jarren/Donges 2002). Die Herstellung und Steuerung von &Ouml;ffentlichkeit durch die politischen Akteure mittels publizistischer Instrumente kann als (sicherheitspolitische) Informationspolitik bezeichnet werden.</p>
<p>Die sicherheitspolitische Informationspolitik bedient sich verschiedener Strategien, Instrumente und Methoden. Die Verwendung von L&uuml;gen zur Kriegsbegr&uuml;ndung muss dabei in einen gr&ouml;&szlig;eren Zusammenhang eingeordnet werden. Wichtige Abgrenzungen ergeben sich zur Propaganda und zur PR. Die L&uuml;ge ist &bdquo;die bewusst unwahre, eine T&auml;uschung beabsichtigende Aussage, im weiteren Sinn die absichtliche Entstellung der Wahrheit, die Verdrehung der Tatsachen, die gewollte Zweideutigkeit und Unbestimmtheit und Heuchelei. Das gel&auml;ufige Verst&auml;ndnis von L. ist, mit T&auml;uschungsabsicht die Unwahrheit zu sagen&rdquo; (Regenbogen/Meyer 1998: 390). Propaganda kann als eine Form beeinflussender Kommunikation beschrieben werden, &bdquo;die die Annahme von nahe gelegten Verhaltens-weisen durch die Konstruktion eines ideologischen Weltbildes, dessen umfassender Anspruch durch Wahrheit und Glaubw&uuml;rdigkeit suggerierende Techniken aufgeladen wird, und durch das Versprechen von Sanktionen sichert&rdquo; (Arnold 2003: 79). PR im umfassen-den Sinne entspricht nach diesem abstrakten Verst&auml;ndnis der Propaganda. Es geht jeweils um einen &bdquo;Prozess zur Konstruktion w&uuml;nschenswerter Wirklichkeit&rdquo; (Merten 1999: 260). Somit stellt das Instrument der L&uuml;ge lediglich eine Methode im Spektrum von Propagandama&szlig;nahmen dar. Andererseits k&ouml;nnen Manipulation bzw. T&auml;uschung als Teilelemente jeder L&uuml;ge angesehen werden. Desinformation, ein Begriff der marxistisch-leninistischen Kommunikationstheorie, beinhaltet spezifische T&auml;uschungsmodi, entspricht aber inhaltlich der L&uuml;ge. Eine trennscharfe Abgrenzung aller dieser Begriff ist allerdings sowohl im Alltags- als auch im wissenschaftlichen Sprachgebrauch nicht erkennbar.</p>
<p>Die L&uuml;ge im Kontext der Kriegsbegr&uuml;ndung kann hier als eine Form von Propaganda verstanden werden, um die &Ouml;ffentlichkeit durch T&auml;uschung &uuml;ber den Wahrheitsgehalt einer Aussage zur Zustimmung, Unterst&uuml;tzung oder Mitwirkung f&uuml;r milit&auml;rische Handlungen zu bewegen. Diskussionen um Kriegsl&uuml;gen lassen sich insbesondere unter philosophischen, psychologischen, ethischen und politikwissenschaftlichen Gesichtspunkten f&uuml;hren. Die politische Kommunikation fragt nach den Funktionen, Strukturen und Instrumenten dieser Kommunikationsform. Koppelt sie ihr Erkenntnisinteresse an die Frage nach der Realisierbarkeit von &Ouml;ffentlichkeit als Chance jedes Individuums, sich umfassend &uuml;ber die Entscheidungen und Handlungen, die in der Sicherheitspolitik getroffen werden, zu in-formieren und seine Ziele und Interessen in den politischen Prozess einzubringen, so wird der normative Ma&szlig;stab zur Bewertung der Informationspolitik vorgegeben.</p>
<p>Im folgenden sollen zun&auml;chst die Funktionen der L&uuml;ge im Laufe der Kriegsgeschichte identifiziert werden, dann die Akteure, Prozesse und Instrumente n&auml;her betrachtet werden, um abschlie&szlig;end zu einer Bewertung &uuml;ber Wirksamkeit und Erfolg der L&uuml;ge zu kommen. Dabei wird auf folgende bekannte Beispiele Bezug genommen (B&ouml;lsche 2003):</p>
<p>&ndash;&nbsp;Emser Depesche von Wilhelm I. (1870): Bismarck verzerrte die Ver&ouml;ffentlichung derart, dass Napoleon III. sie als Kriegserkl&auml;rung bewertete.<br />&ndash;&nbsp;Vorget&auml;uschter polnischer Angriff auf den Reichssender Gleiwitz (1939): Adolf Hitler nahm die Inszenierung zum Anlass, den Zweiten Weltkrieg auszul&ouml;sen.</p>
<p>Tonkin-L&uuml;ge (1964): Berichte &uuml;ber den angeblichen &Uuml;berfall des US-Zerst&ouml;rers Maddox durch Nordvietnamesen nutzte Pr&auml;sident Johnson, um sich am Vietnam-krieg zu beteiligen.Brutkasten-L&uuml;ge (1990): eine durch die Werbeagentur Hill &amp; Knowltou inszenierte &ouml;ffentliche Anh&ouml;rung einer &bdquo;Augenzeugin&rdquo; f&uuml;r vermeintliche Gr&auml;ueltaten in Kuwait wurde von Pr&auml;sident Bush sen. als eine Begr&uuml;ndung f&uuml;r den Krieg gegen den Irak aufgegriffen.</p>
<p>Gr&auml;ueltaten und systematische Vertreibungen durch Serben im Kosovo (1999): Die Ereignisse waren mit Anlass (Raczak) und Begr&uuml;ndung (Rugova, Hufeisenplan) f&uuml;r westliche Politiker, mit NATO-Luftstreitkr&auml;ften Ex-Jugoslawien anzugreifen.Massenvernichtungswaffen im Irak (2002): Sie dienten denSpitzen der US-Administration als Hauptargument f&uuml;r einen erneuten Krieg gegen den Irak.</p>
<h5>Funktionen von L&uuml;gen</h5>
<p>Die Bedeutung von Propaganda und speziell der L&uuml;ge h&auml;ngt von der St&auml;rke des Begr&uuml;ndungszwanges f&uuml;r den Krieg ab. Im Laufe der Geschichte kann der Wandel in der Kriegslegitimierung nach historischen Phasen unterschieden werden (Reeb 1998: 4ff.). So wurde im Feudalismus auf die Lehre vom gerechten Krieg Bezug genommen, um die Durchsetzung des christlichen Weltgeltungsanspruchs mit milit&auml;rischen Mitteln zu begr&uuml;nden. Der Absolutismus verkn&uuml;pfte das staatliche Gewaltmonopol nach innen mit dem Kriegf&uuml;hrungsrecht nach au&szlig;en. Seit dem Zeitalter der Nationenbildung versuchen die Machthaber auch mittels des Milit&auml;rs, eine Identifikation des B&uuml;rgers mit der Nation herzustellen. Das f&uuml;hrte zu den Massenheeren und Vernichtungskriegen in der ersten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts. Die Kontrahenten im Kalten Krieg st&uuml;tzten die Verteidigungsbereitschaft ihrer B&uuml;rger auf die jeweiligen Wertesysteme. Nach 1990 dienen allgemeinere Ideen wie Weltfrieden, Humanit&auml;t, aber auch Sicherheit und Stabilit&auml;t zur Begr&uuml;ndung, notfalls mit milit&auml;rischer Gewalt diese Werte durchzusetzen.</p>
<p>In Zeiten absoluter Definitionsmacht brauchte die Propaganda nicht kriegsbegr&uuml;ndend eingesetzt zu werden. Sie erf&uuml;llte haupts&auml;chlich milit&auml;rische Funktionen im Krieg. Auch bestimmte die Geheimdiplomatie den Entscheidungsprozess &uuml;ber Kriegsfragen. Im weiteren Verlauf der Geschichte ist eine Zunahme an &Ouml;ffentlichkeit in sicherheit sund au&szlig;enpolitischen Angelegenheiten erkennbar. Sie h&auml;ngt mit der Ausbreitung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien zusammen. Diese Tendenzen zur Demokratisierung und Partizipation des B&uuml;rgers f&uuml;hrten auch zu vermehrten Mitsprachanspr&uuml;chen bei den Entscheidungen &uuml;ber &bdquo;Krieg und Frieden&rdquo;. Die &ouml;ffentliche Meinung gewann als au&szlig;enpolitischer Faktor an Bedeutung. Dabei wurde festgestellt, dass demokratische Gesellschaften milit&auml;rischer Gewalt grunds&auml;tzlich skeptisch bis ab-lehnend gegen&uuml;ber stehen. Diese &bdquo;Kultur der Zur&uuml;ckhaltung&rdquo; ist aufgrund der spezifischen Sozialisationserfahrungen in der deutschen Bev&ouml;lkerung seit 1945 besonders aus-gepr&auml;gt (Reeb 2003: 23). Die politischen Akteure m&uuml;ssen sich heute also um Zustimmung und Unterst&uuml;tzung in der &Ouml;ffentlichkeit und &mdash; aufgrund des Budgetrechts &mdash; bei deren parlamentarischen Vertretern bem&uuml;hen (M&uuml;ller 2002: 2).</p>
<p>Die von Raum und Zeit zunehmend unabh&auml;ngige Medienberichterstattung erh&ouml;ht den Grad an Publizit&auml;t von Informationen. Die politischen Akteure kennen die Auswirkungen beim &bdquo;Kampf um Worte&rdquo; und die &bdquo;Macht der Bilder&rdquo;. Dabei sehen sich die demokratisch gew&auml;hlten Machthaber den totalit&auml;ren Akteuren gegen&uuml;ber, die ohne R&uuml;cksichtnahme auf gesellschaftliche und moralische Bindungen die medialen Mechanismen ausnutzen und dadurch den Begr&uuml;ndungsdruck in pluralistischen Gesellschaften erh&ouml;hen.</p>
<p>Die politischen Akteure, die von der Richtigkeit und Notwendigkeit eines Krieges &uuml;berzeugt sind, ben&ouml;tigen daf&uuml;r Gr&uuml;nde. In totalit&auml;ren Gesellschaften, in denen die Kommunikations- und Informationssysteme kontrolliert und gesteuert werden, die Bev&ouml;lkerung &uuml;ber geringe politische Kenntnisse verf&uuml;gt und keine Mitsprache besitzt, richtet sich diese Begr&uuml;ndung eher nach au&szlig;en. Die Vertreter demokratischer Gesellschaften m&uuml;ssen zun&auml;chst auf die eigene &Ouml;ffentlichkeit einwirken. In beiden F&auml;llen kann es zu L&uuml;gen kommen, wenn die &bdquo;echten&rdquo; Kriegsgr&uuml;nde gegen&uuml;ber der Zielgruppe nicht akzeptabel oder zu komplex erscheinen und durch einfache Formeln bzw. Botschaften ersetzt werden k&ouml;nnen. Des weiteren werden Begr&uuml;ndungen gesucht, die der &Ouml;ffentlichkeit Orientierung und Entlastung bringen k&ouml;nnen (&bdquo;Wof&uuml;r wir k&auml;mpfen&#8220;), d.h. die &uuml;berzeugende L&uuml;ge dient als Verst&auml;rker, um die Massen zu mobilisieren und die Soldaten f&uuml;r den Kampf zu motivieren.</p>
<p>Die in der Kriegsgeschichte vor findbaren Muster f&uuml;r Kriegsl&uuml;gen lassen sich dem-nach in zwei Begr&uuml;ndungsfelder zusammenfassen:<br />Ein beabsichtigter Krieg wird als Verteidigung getarnt bzw. der Gegner wird dazu durch Intrigen provoziert (Emser Depesche 1870, Reichssender Gleiwitz 1939, Tonkin 1964, Massenvernichtungswaffen im Irak 2002).</p>
<p>&#8211; Gr&auml;uelgeschichten und moralische &Uuml;berh&ouml;hungen (D&auml;monisierung des Gegners) emotionalisieren die &Ouml;ffentlichkeit zur Kriegsbereitschaft (Brutkasten-L&uuml;ge 1990, Gr&auml;ueltaten im Kosovo 1999).</p>
<p>Diese korrespondieren mit Nutzenkalk&uuml;l und Moral als den beiden Begr&uuml;ndungspfeilern der Theorie vom demokratischen Frieden, um einen breiten Konsens f&uuml;r ein milit&auml;risches Engagement zu sichern (M&uuml;ller 2002: 4). W&auml;hrend der Nutzen in der Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilit&auml;t gesehen werden kann (&bdquo;Kampf gegen den Terror&#8220;), besteht das moralische Gebot in der Wahrung oder Durchsetzung von Menschenrechten (humanit&auml;re Intervention, z.B. Kosovo 1999).</p>
<h5>Akteure, Prozess und Instrumente</h5>
<p>Die Verbreitung einer L&uuml;ge zum Zwecke der Kriegslegitimation setzt ein prominentes, planm&auml;&szlig;iges und wirkungsvolles Handeln voraus. Die Aussendung von Botschaften mit weitreichenden Folgen f&uuml;r die Existenz eines Staates ist in der Regel den f&uuml;hrenden politischen Akteuren vorbehalten. Die Relevanz und Glaubw&uuml;rdigkeit der Aussage wird erh&ouml;ht, weil nur die obersten Repr&auml;sentanten der Exekutive den unbeschr&auml;nkten Zugriff auf alle Ressourcen des Staatsapparates (Geheimdienste, Milit&auml;r) besitzen. Au&szlig;erdem erh&auml;lt die Verlautbarung des Oberbefehlshabers zus&auml;tzliches legitimatorisches Gewicht gegen&uuml;ber den auf Hierarchien und dem Befehl und Gehorsam-Prinzip fixierten Streitkr&auml;ften.</p>
<p>L&uuml;gen mit einem solchen politischen Gewicht werden nicht unvorbereitet in die Welt gesetzt. Ihnen gehen Planungen voraus, um weitgehend sicher zu stellen, dass die Aussage plausibel und unangreifbar ist. Der Professionalisierungsgrad der sicherheitspolitischen Informationsarbeit hat sich im Laufe der Zeit immer weiter erh&ouml;ht und den technologischen Bedingungen angepasst. Strukturen sind geschaffen worden, um Botschaften auf ihre Glaubw&uuml;rdigkeit und Wirkung zu testen und in ein kommunikatives Netzwerk einzubetten. Dazu geh&ouml;ren PR-Berater (Spin-Doctors) und Planungsb&uuml;ros. Sie haben die Kompetenzen und Kapazit&auml;ten, um Analysen und Kommunikationsstrategien zu erstellen. Auf der Grundlage von Tatsachenberichten und analytischen Einsch&auml;tzungen kreieren sie Argumentationsstr&auml;nge mit hoher Stringenz und Plausibilit&auml;t. Der PR-Berater gibt in Kenntnis der Wirkungsmechanismen von Medienberichterstattung den Aussagen dann den entsprechenden Drall (sexed up). Das Planungsb&uuml;ro plant schlie&szlig;lich den richtigen Zeitpunkt und die geeignete Kommunikationsform f&uuml;r den politischen Akteur, um seine L&uuml;ge zu verbreiten. Entsprechende Vorw&uuml;rfe gingen an den PR-Berater des britischen Premierministers, Alaistar Campbell, im Zusammenhang mit dem Irak-Dossier vom 24. September 2002.</p>
<p>Mit einem Office for Strategic Influence wollte das Pentagon bereits Anfang 2002 eine Organisation schaffen, um mehr oder weniger wahrheitsgem&auml;&szlig; die Gesellschaften au&szlig;erhalb der USA zu informieren bzw. zu manipulieren. Nachdem die Pl&auml;ne &ouml;ffentlich gemacht wurden, musste aufgrund der Proteste das Projekt in der geplanten Form eingestellt werden (Christiansen 2004). Nach dem 11. September war auch im State Departement eine Staatssekret&auml;rin f&uuml;r Public Diplomacy and Public Affairs engagiert worden, um das Image der USA in der arabischen Welt verbessern zu helfen. Als weitere Koordinierungsstelle entstand per Dekret des Pr&auml;sidenten vom 21. Januar 2003 ein Office of Global Communications, das direkt im Wei&szlig;en Haus t&auml;tig sein sollte. Es hatte den Auf-trag, &bdquo;wahrheitsgem&auml;&szlig;e, genaue und effektive Mitteilungen&rdquo; herauszugeben, um so die US-Interessen im Ausland zu f&ouml;rdern bzw. Missverst&auml;ndnisse zu vermeiden. Das Office of Global Communications versuchte zun&auml;chst im Hinblick auf einen bevorstehenden Irak-Krieg mit der Studie Apparatur of Lies den Propaganda-Apparat von Saddam Hussein seinerseits zu entlarven. Weitere (geheimdienstliche) Organisationen arbeiten diesen PR-B&uuml;ros im Hintergrund zu (Bussemer 2003).</p>
<p>Ein solches Handeln ist dann wirkungsvoll, wenn die technologischen, &ouml;konomischen und publizistischen Bedingungen beachtet werden. Medien konstruieren die Wirklichkeit nach ihren eigenen Spielregeln. Eine Information wird erst dann zur Nachricht, wenn sie bestimmte Faktoren erf&uuml;llt. Das Ungew&ouml;hnliche und Interessante hat einen h&ouml;heren Publizit&auml;tswert als das Allt&auml;gliche. Aktuelle Ereignisse, die sich au&szlig;erdem personalisieren lassen, werden bevorzugt thematisiert. Eine auf Beschleunigung und Sensation fixierte Berichterstattung vernachl&auml;ssigt das Hintergr&uuml;ndige. Medien agieren dabei mit einem spezifischen Wahrheitsbegriff, der nur im Idealfall Objektivit&auml;t beinhaltet. Gerade die Kriegsberichterstattung unterwirft sich in ausgepr&auml;gter Weise den Sachzw&auml;ngen der Nachrichtenproduktion. Die politischen Akteure tragen durch ihre Informationssteuerung (Pseudo-Events, Verknappung, Zensur) dazu bei. In ihren Bem&uuml;hungen, notfalls die Wahrheit zu verschweigen, kommen ihnen die Charakteristika des Ereignisjournalismus entgegen.</p>
<p>Au&szlig;erdem greifen Journalisten in der politischen Berichterstattung regelm&auml;&szlig;ig und meist unreflektiert auf die Verlautbarungen der politischen F&uuml;hrer zur&uuml;ck. Die Ansprache an die Nation, eine Rede oder ein Fernsehinterview eines Regierungschefs finden problemlos Sendezeiten im Fernsehen und Platz in der Tagespresse. Der Verweis auf Dossiers oder Studien dient dazu, die f&uuml;r die Journalisten ben&ouml;tigten Hintergr&uuml;nde zu liefern. Aufgrund fehlender Eigenrecherche greifen sie gerne auf diese Papiere zur&uuml;ck. Nachdem zun&auml;chst die Botschaft breit publiziert wurde, hat es im nach hinein eine kritische Berichterstattung schwer, sie argumentativ zu widerlegen.</p>
<p>Ein besonders wirkungsstarkes Instrument stellen Sprachbilder und Visualisierungen dar. Sprachbilder werden im Stil von Werbeslogans kreiert und sind besonders einpr&auml;gsam und eindringlich. Der Gegner wird d&auml;monisiert (Hussein und Milosevic als Teufel oder zweiter Hitler). Bilder erscheinen authentisch und l&ouml;sen Emotionen aus, insbesondere wenn bestimmte Motive gew&auml;hlt werden (Babies in Kuwait, Frauen und Kinder im Kosovo, hilflose Tiere am Golf). Sie sind f&uuml;r F&auml;lschungen besonders anf&auml;llig.</p>
<p>Schlie&szlig;lich tragen die Verschw&ouml;rungstheorien und Manipulationen im Internet dazu bei, dass Realit&auml;t und Fiktion immer schwieriger zu unterscheiden sind. Insgesamt beg&uuml;nstigen die Entwicklungen in der Medienberichterstattung die geschickte und versteckte L&uuml;ge des politischen Akteurs.</p>
<h5>Wirksamkeit und Erfolg</h5>
<p>Wirksamkeit und Erfolg einer L&uuml;ge sind von bestimmten sich wechselseitig beeinflussenden Bedingungen in der &Ouml;ffentlichkeit, den Medien und im politischen Prozess der Akteure abh&auml;ngig.Die Bev&ouml;lkerung wird umso eher der unwahren Aussage zustimmen, je uninformierter sie &uuml;ber die Hintergr&uuml;nde des Konfliktes ist. Statt sich eine eigene Meinung bilden zu k&ouml;nnen, werden in der &Ouml;ffentlichkeit Stereotype bedient und kognitive Harmonien erzeugt. Dem geht oft ein fehlendes oder geringes Interesse an der Konfliktbew&auml;ltigung ein-her. Wenn der milit&auml;rische Einsatz nicht auf dem Boden des eigenen Landes stattfindet und das Milit&auml;r als Dienstleistungsagentur in einer arbeitsteiligen Gesellschaft angesehen wird, halten sich das Engagement und das Erregungspotenzial der B&uuml;rger in Grenzen. Schlie&szlig;lich sind die grundlegenden gesellschaftlichen Einstellungen zu &bdquo;Krieg und Frieden&rdquo; entscheidend. Eine patriotische und bellizistische Grundeinstellung f&ouml;rdert st&auml;rker eine unreflektierte Zustimmung zur unwahren Kriegsbegr&uuml;ndung.</p>
<p>Die Medien haben in demokratischen Gesellschaften u.a. die Aufgabe, die politischen Akteure zu kritisieren und zu kontrollieren (&bdquo;vierte Gewalt&#8220;). Au&szlig;erdem sollen sich Journalisten an berufsbezogene Kriterien wie Unabh&auml;ngigkeit und Objektivit&auml;t ausrichten. Ein solches journalistisches Aufkl&auml;rungspotenzial und die Durchsetzung publizistischer Qualit&auml;tsstandards kann in der Praxis nicht uneingeschr&auml;nkt vorausgesetzt werden. Aufgrund der Ber&uuml;cksichtigung von &ouml;konomischen Gesichtspunkten fehlen Ressourcen, um die &bdquo;W&auml;chterfunktion&rdquo; wahrnehmen zu k&ouml;nnen. Stattdessen macht sich in den Mainstream-Medien ebenso wie in der Bev&ouml;lkerung eine Rally round the Flag-Mentalit&auml;t breit, die zu einseitigen Sichtweisen f&uuml;hrt.</p>
<p>Schlie&szlig;lich d&uuml;rfte eine politische Debatte um vermeintliche L&uuml;gen der Exekutive dann ausbleiben, wenn ein gro&szlig;er Konsens unter den Eliten in au&szlig;enpolitischen Angelegenheiten vorhanden ist.</p>
<p>Diese Bedingungen treffen vor Beginn und in der Anfangsphase des Krieges zu. Aber auch w&auml;hrend der milit&auml;rischen Auseinandersetzung versuchen dann die politischen Akteure wenn n&ouml;tig durch weitere L&uuml;gen das positive Meinungsklima aufrecht zu erhalten. Sollten sich die suggerierten politischen und milit&auml;rischen Erfolge nicht ein-stellen, sind durchaus Legitimationsdefizite in der &Ouml;ffentlichkeit, in den Medien und im politischen Prozess feststellbar (M&uuml;ller 2003:4). Erst jetzt beginnt eine breitere Debatte &uuml;ber die Kriegsl&uuml;ge. Die Opfer und Zerst&ouml;rungen des Krieges lassen sich aber nicht mehr r&uuml;ckg&auml;ngig machen.</p>
<p>Selbstkritik der Medien an ihrer Berichterstattung, die Gr&uuml;nde und den Verlauf eines Krieges nicht intensiv hinterfragt und er&ouml;rtert zu haben, ist stets erst nach den Kampfhandlungen ge&auml;u&szlig;ert worden. Trotz eindringlicher Appelle seit dem Golfkrieg 1991 verbesserte sich die Berichterstattung weder vor bzw. w&auml;hrend des Kosovo-Krieges 1999 noch des Irak-Krieges 2003. Die kriegsbegr&uuml;ndenden Umst&auml;nde f&uuml;r die Luftangriffe gegen Ex-Jugoslawien wurden zun&auml;chst im Fr&uuml;hjahr 2000 (Diskussion um den &bdquo;Hufeisenplan&rdquo;) und dann aufgrund des Monitor-Beitrages Es begann mit einer L&uuml;ge (WDR, Februar 2001) vor einem interessierten Publikum er&ouml;rtert. Eine nachhaltige Wirkung hatte diese Debatte nicht.</p>
<p>Diese Diskussionen zeigen aber auch, dass es dem investigativen Journalismus schwer f&auml;llt, im nachhinein eine L&uuml;ge eindeutig als solche zu enttarnen. Meist bleiben die Umst&auml;nde der inkriminierten Aussage unklar und widerspr&uuml;chlich. Das &bdquo;Massaker von Raczak&rdquo; ist genauso wenig aufgekl&auml;rt worden wie die Existenz von irakischen Massenvernichtungswaffen. Die j&uuml;ngste sicherheitspolitische Informationsarbeit der USA war in der eigenen Bev&ouml;lkerung anfangs erfolgreich. Gem&auml;&szlig; einer Studie der Universit&auml;t Maryland hielten sechzig Prozent aller US-B&uuml;rger sowie sogar achtzig Prozent der regelm&auml;&szlig;igen Zuschauer des Fernsehsenders Fox News (Murdoch) die drei Aussagen f&uuml;r richtig, im Irak w&auml;ren Massenvernichtungswaffen gefunden worden, es bestehe eine nachweisliche Verbindung zwischen dem Baath-Regime und Al Qaida und die weltweite &ouml;ffentliche Meinung h&auml;tte den Krieg im Irak bef&uuml;rwortet (Pipa 2003). Dies best&auml;tigt die Wirkung von vertrauensw&uuml;rdigen Quellen. Allerdings belegen die sp&auml;tere Berichterstattung und Umfrageergebnisse, dass aufgrund der neuen Entwicklung (Anschl&auml;ge, get&ouml;tete Soldaten) ein Zugstimmungsumschwung zum Irak-Engagement eintreten konnte. Dazu haben die im Fr&uuml;hjahr 2004 ver&ouml;ffentlichten Bilder mit Aufnahmen von misshandelten Gefangenen durch amerikanische Soldaten ma&szlig;geblich beigetragen.</p>
<h5>Bewertung</h5>
<p>Die Anwendung milit&auml;rischer Gewalt muss an enge sozialethische Bedingungen gekn&uuml;pft sein. Sie setzt in pluralistischen Gesellschaften eine eingehende Er&ouml;rterung im diskursiven Verfahren voraus. &Ouml;ffentlichkeit stellt in der sicherheitspolitischen Kommunikation eine normative Bezugsgr&ouml;&szlig;e dar. Dabei handelt es sich um ein Prinzip des gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Ausma&szlig;es an Teilhabe an sicherheitspolitischen Angelegenheiten. Alle Individuen sollen die Chance haben, sich umfassend &uuml;ber die Entscheidungen und Handlungen, die in der Sicherheitspolitik getroffen werden, zu informieren und ihre Ziele und Interessen in den politischen Prozess einbringen zu k&ouml;nnen.</p>
<p>Diesen demokratischen Prinzipien widerspricht die L&uuml;ge von politischen Akteuren in eklatanter Weise. Eine solche Informationspolitik ist nicht nur undemokratisch, sondern besonders auch friedensfeindlich.</p>
<p>[1] Das Zitat datiert auf das Jahr 1917: &bdquo;The first casualty when war comes is truth&rdquo; (vgl. Artus 2003).</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<p>Albrecht, Ulrich/Becker, J&ouml;rg (Hg.) 2002: Medien zwischen Krieg und Frieden, Baden-Baden Arnold, Klaus 2003: Propaganda als ideologische Kommunikation; in: Publizistik, 48.Jg., H.1, S. 63-82<br />Artus, Helmut A. 2003: Krieg und Propaganda. Ein &Uuml;berblick &uuml;ber aktuelle sozialwissenschaftliche Forschung und Literatur, Informationszentrum Sozialwissenschaften, Bonn<br />Bussemer, Thymian 2003: Medien als Kriegswaffe. Eine Analyse der amerikanischen Milit&auml;rpropaganda im Irak-Krieg; in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 53. Jg., Nr. 49-50, S. 20-28 Callie&szlig;, J&ouml;rg 1997: &bdquo;Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit&rdquo; oder Die Medien zwischen<br />Kriegsberichterstattung und Friedensberichterstattung, Loccum<br />Christiansen, Olaf 2004: Das &bdquo;Office for Strategic Influence&rdquo; als Informationsmanager in der US-Kampagne in Afghanistan; in: Publizistik, 49. Jg., H. 1, S. 66-81<br />Jarren, Otfried/Donges, Patrick 2002: Politische Kommunikation in der Mediengesellschaft, Eine Einf&uuml;hrung. Band 1: Rahmen und Strukturen, Wiesbaden<br />Kunczik, Michael 1995: Kriegsberichterstattung und &Ouml;ffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten; in: lmhof,<br />Kurt/Schulz, Peter (Hg.): Medien und Krieg &ndash; Krieg in den Medien, Z&uuml;rich, S. 87-104 Kunczik, Michael 1999: Wie man Feindbilder aufbaut; in: message. Internationale Fachzeitschrift<br />f&uuml;r Journalismus,.l.Jg., Nr.l, S. 12-18<br />L&ouml;ffelholz, Martin (Hg.) 2004: Krieg als Medienereignis II, Wiesbaden (i.E.)<br />Merten, Klaus 1999: Einf&uuml;hrung in die Kommunikationswissenschaft. Bd. 1: Grundlagen der Kommunikationswissenschaft, M&uuml;nster<br />M&uuml;ller, Harald 2002: Zwischen Information, Inszenierung und Zensur. Zum Verh&auml;ltnis von Demokratie, Krieg und Medien. HSFK-Standpunkte, Nr.4<br />64&nbsp;vorg&auml;nge Heft 3/2004, S. 56-64<br />M&uuml;ller, Harald 2003: Demokratie, die Medien und der Irak-Krieg. Zum Kriegsdiskurs in Europa und Amerika. HSFK-Standpunkte, Nr.6<br />Reeb, Hans-Joachim 1998: Legitimation von Streitkr&auml;ften. Entwicklungslinien im historischen<br />Vergleich; in: Reader Sicherheitspolitik, Teil 1, Nr. A V 1 (Erg&auml;nzungslieferung 10/98) Reeb, Hans-Joachim 2003: Sicherheitspolitische Kultur in Deutschland seit 1990. WIFIS-Aktuell<br />31, Bremen<br />Regenbogen, Arnim/Meyer, Uwe 1998: W&ouml;rterbuch der philosophischen Begriffe, (begr. von<br />Friedrich Kirchner und Carl Michaelis, fortges. von Johannes Hoffmeister), Hamburg Starkullajr., Heinz 2002: Theorie und Typologie der getarnten (Feind-)Propaganda; in: Nawratil,<br />Ute et. al. (Hg.): Medien und Mittler sozialer Kommunikation. Beitr&auml;ge zu Theorie, Ge-<br />schichte und Kritik von Journalismus und Publizismus, Leipzig, S. 453-476<br />Internetquellen<br />B&ouml;lsche, Jochen 2003: Dirty Tricks: Wenn Kriegsgr&uuml;nde erfunden werden; in: <a href="http://www.spie/" target="_blank" rel="noopener">http://www.spie</a> gel.de/politik/ausland/0,1518,239340,OO.htm1(Abruf 10.03. 2003)<br />Pipa/Knowledge Networks Poll 2003: Misperceptions, the Media and the Iraq War; in:<br /><a href="http://www.pipa.org/OnlineReports/Iraq/Media_10_02_03_Report.pdf" target="_blank" rel="noopener">http://www.pipa.org/OnlineReports/Iraq/Media_10_02_03_Report.pdf</a> (Abruf 12.07.2004) White House. Office of Global Communications 2002: <a href="http://www.whitehouse.gov/ogc/apparatus" target="_blank" rel="noopener">http://www.whitehouse.gov/ogc/apparatus</a><br />/apparatus-of-lies.pdf (Abruf 12.07. 2004)</p>
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