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	<title>Ines Geipel Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Staatliches Zwangsdoping mit System</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Aug 2018 20:50:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Dopingsystem im DDR-Leistungssport und die Schwierigkeiten seiner Aufarbeitung. In: vorg&#228;nge Nr. 223 (3/2018), S. 55-59 Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde sie fortan von der Staatssicherheit mit Zersetzungsma&#223;nahmen belegt. Bei einer Blinddarmoperation wurde ihr im Auftrag der Stasi die Bauchmuskulatur durchschnitten, so dass sie im Jahr 1985 ihre Sportler-Karriere abbrechen musste. Nach der Wende engagierte [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/223/publikation/staatliches-zwangsdoping-mit-system-1/">Staatliches Zwangsdoping mit System</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Dopingsystem im DDR-Leistungssport und die Schwierigkeiten seiner Aufarbeitung. In: vorg&auml;nge Nr. 223 (3/2018), S. 55-59</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/geipel1.jpeg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3908 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/geipel1-600x398.jpeg" alt="Staatliches Zwangsdoping mit System" width="600" height="398" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/geipel1-600x398.jpeg 600w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/geipel1-1000x664.jpeg 1000w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/geipel1-768x510.jpeg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/geipel1-800x531.jpeg 800w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/geipel1-450x299.jpeg 450w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/geipel1.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></span></p>
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</div>
<p><i>Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde sie fortan von der Staatssicherheit mit Zersetzungsma&szlig;nahmen belegt. Bei einer Blinddarmoperation wurde ihr im Auftrag der Stasi die Bauchmuskulatur durchschnitten, so dass sie im Jahr 1985 ihre Sportler-Karriere abbrechen musste. Nach der Wende engagierte sich Geipel f&uuml;r die rechtsstaatliche Aufarbeitung des DDR-Zwangsdopings, dem sie als Jugendliche selbst unterworfen war. Geipel trat im Berliner Hauptprozess um das DDR-Zwangsdoping als Nebenkl&auml;gerin auf, wurde als DDR-Dopingopfer anerkannt und engagiert sich heute im Verein Doping-Opfer-Hilfe e.V., den sie seit f&uuml;nf Jahren leitet. Der Verein vertritt die Interessen der Doping-Gesch&auml;digten und listet derzeit rund 1.500 Betroffene. </i></p>
<p>755 Olympiamedaillen, 768 Weltmeister- und 747 Europameistertitel &#8211; die Erfolgsbilanz der DDR aus vierzig Jahren Sportgeschichte kann sich sehen lassen. Sie brachte dem kleinen Land viel Ruhm, Anerkennung und Jubel ein, pr&auml;gte seine Identit&auml;t. Doch so viel Sportwunderwerk verlangt auch nach Erkl&auml;rung. Der Welt wie der ostdeutschen Bev&ouml;lkerung wurde Glauben gemacht, dass es das herausragende F&ouml;rdersystem des Landes, seine einzigartigen Trainingskonzepte, die un&uuml;bertroffene Betreuung der Athleten, aber auch die besondere Aufmerksamkeit des Staates, mithin die &Uuml;berzeugung des Sozialismus seien, die das Sportwunder m&ouml;glich machten. M&auml;rchen sind das eine, die Sportrealit&auml;t der DDR sah anders aus.</p>
<p>Wie Dokumente der Staatssicherheit belegen, beschloss die DDR-Regierung 1974 den geheimen Staatsplan 14.25, der faktisch nichts anderes als ein fl&auml;chendeckendes Zwangsdoping von ann&auml;hernd 15.000 Kaderathleten bedeutete. Verantwortlich f&uuml;r den &#8222;Staatsplan Sieg&#8220; war die Hauptabteilung XX/3 der Staatssicherheit. Zu ihren Aufgaben geh&ouml;rten die strenge Geheimhaltung sowie in weiten Teilen auch die Organisation des staatlichen Dopingprogramms, die Observation und &#8222;Zersetzung&#8220; systemkritischer Athleten, die &Uuml;berwachung illegaler Dopingforschung, die Verhinderung der Flucht prominenter Athleten bzw. sogenannter Geheimnistr&auml;ger, die absolute Kontrolle bei internationalen Sportmeetings sowie auch internationale Sport-Spionage. In der DDR-Gesellschaft hatte der Sportbereich seine Eigenheiten: Medaillen trugen zum besseren Image des Systems bei, viele Medaillen versprachen entsprechend viel Systemimage. Insofern entwickelte der Geheimdienst ab 1974 zahlreiche Aktivit&auml;ten um den illegalen Plan 14.25 herum. Nichts wurde dem Zufall &uuml;berlassen. So wie das Dopingsystem mit den Jahren immer weiter entglitt, explodierte auf der anderen Seiten die Zahl der Stasi-Spitzel im Sport. Arbeiteten 1972 etwa zehn Prozent der DDR-Olympioniken dem Geheimdienst zu, waren es 1976 in Montreal 14 Prozent, 1980 in Lake Placid 20 Prozent und 1984 in Sarajevo bereits 25 Prozent. Das Spitzelsystem im DDR-Hochleistungssport z&auml;hlte in den 1980er Jahren ann&auml;hernd 3.000 Stasi-Zutr&auml;ger.</p>
<p>Auch in Sachen Doping ging es ab 1974 allein um Maximierung. F&uuml;r diesen rabiaten Kurs setzte Stasi-Chef Erich Mielke keinen geringeren als den Leiter des Finanzimperiums &#8222;Kommerzielle Koordinierung&#8220; (KoKo), Alexander Schalck-Golodkowski, ein und betraute ihn mit der Restrukturierung des ostdeutschen Spitzensports. Dieser legte Mielke Mitte der 1980er Jahre ein Konzept zur Umstrukturierung der Sportmedizinischen Dienstes &ndash; zun&auml;chst des SC Dynamo Berlin &ndash; vor, das binnen kurzem zur Generallinie f&uuml;r den Hochleistungssport im ganzen Land wurde. Schalck-Golodkowski entwarf das Modell des Athleten als einer &#8222;<i>echten sozialistischen Gemeinschaftsarbeit</i>&#8222;, der in der &#8222;<i>Einheit zwischen Sportfunktion&auml;r, Wissenschaft und Produktion</i>&#8220; fabriziert werden sollte. &#8222;<i>Die Zersplitterung der wissenschaftlich-praktischen Kapazit&auml;ten ohne einheitliche und koordinierende Leitung</i>&#8222;, schrieb er, &#8222;<i>f&uuml;hrt zu erheblichen Effektivit&auml;tsverlusten. Das wirkt sich in der Industrie &ndash; nur so will ich das vergleichen &ndash; im gleichen Sinn negativ aus.&#8220;</i></p>
<p>Der effiziente DDR-Maschinenathlet als Ideal f&uuml;r den zuk&uuml;nftigen Drogensport. In diesem Sinne wurde f&uuml;r das Olympiajahr 1984, in dem die DDR mit dem ersten Platz der L&auml;nderwertung in Los Angeles lieb&auml;ugelte, eine neue &#8222;&Uuml;berbr&uuml;ckungsma&szlig;nahme&#8220; f&uuml;r Sporth&ouml;hepunkte durchgesetzt. Das geheime Forschungsinstitut f&uuml;r K&ouml;rperkultur und Sport (FKS) in Leipzig hatte mittels Computer exakte Zeitpl&auml;ne f&uuml;r Athleten erstellt, um die mittlerweile international eingef&uuml;hrten Steroid-Kontrollen durch &#8222;<i>genau errechnete und erprobte Dosen von Testosteron und Epitestosteron, intramuskul&auml;r gespritzt, zu &uuml;berbr&uuml;cken.</i>&#8220; Das hei&szlig;t: zu umgehen. Schalck schlug vor, die notwendigen Ger&auml;te sofort im Westen anzukaufen, um auf diesem Weg die &#8222;<i>wissenschaftlich-feindliche Haltung, speziell der Leistungsmediziner</i>&#8220; auszubremsen. Auch aus diesem Grund erh&ouml;hte sich der Valutabedarf f&uuml;r den DDR-Sport in den 1980er Jahren rapide: zwischen 1985 und 1987 von 6,8 auf 12,2 Millionen. Viel Geld f&uuml;r ein marodes Land.</p>
<p>Doch im inneren Zirkel der Sportmacht ging es l&auml;ngst um Explosiveres: Der &#8222;<i>Ruf nach der Wunderwaffe</i>&#8220; war laut geworden. Das meinte nicht mehr Steroide allein, sondern Wachstumshormone, Gendoping, EPO, Blutdoping, Psychopharmaka und speziell f&uuml;r den einzelnen Athleten entwickelte und genau abgestimmte Substanzkombinationen. Bereits am 1.12.1983 hatte IM &#8222;Technik&#8220; alias Dr. Manfred H&ouml;ppner, Chefinitiator des DDR-Staatsdopings, seinem F&uuml;hrungsoffizier &uuml;ber eine v&ouml;llig neue Substanz berichtet: Somatropin. &#8222;<i>Ausgehend von Ver&ouml;ffentlichungen in der Westpresse erkl&auml;rte der IM, dass es sich bei diesem Pr&auml;parat um ein sogenanntes Wachstumshormon handelt. Das Pr&auml;parat findet schon mehrere Jahrzehnte Anwendung in der Medizin bei kleinw&uuml;chsigen Menschen, um deren Wachstumsprozess zu beeinflussen. Bei nicht richtiger Anwendung bzw. &uuml;berh&ouml;hten Dosierungen kann es dabei zu Missbildungen bestimmter K&ouml;rperteile kommen.</i>&#8220; Knapp vier Wochen sp&auml;ter war das Pr&auml;parat im Land, und H&ouml;ppner erkl&auml;rte lapidar: &#8222;<i>Das Pr&auml;parat Somatropin wird gegenw&auml;rtig gepr&uuml;ft</i>.&#8220; Die Pr&uuml;fung fand in Kreischa, am Zentralinstitut des Sportmedizinischen Dienstes statt, das gleichzeitig zentrales DDR-Doping-Kontrolllabor war. Aus Somatropin wurde das DDR-Pr&auml;parat Sotropin H. entwickelt, das Wintersportlern ins l&auml;dierte Knie oder minderj&auml;hrigen Turnerinnen und Schwimmerinnen ins R&uuml;ckenmark gespritzt wurde. Diese Substanzen waren kreuzgef&auml;hrlich, sie wurden aus den Hirnanhangsdr&uuml;sen von Leichen gewonnen. Die &Auml;rzte in Kreischa aber zeigten sich erfreut &uuml;ber den Behandlungserfolg.</p>
<p>Doch auch Somatropin oder Sotropin H reichten nicht aus. Am 2.5.1985 schrieb F&uuml;hrungsoffizier &#8222;Erich&#8220; nach einem Bericht von H&ouml;ppner: <i>&#8222;Der IM informierte &uuml;ber das Forschungsprogramm und den dazu einbezogenen Personenkreis. Dar&uuml;ber hinaus sind noch ca. 100 Aktive im Rahmen der angewandten Untersuchung einbezogen, jedoch sind diese nicht dar&uuml;ber informiert, dass es sich um Forschungsprobleme handelt bzw. davon, was sie tats&auml;chlich bekommen. Ihnen wurde lediglich gesagt, dass die Untersuchungen dem Zwecke der Erarbeitung einer wissenschaftlichen Arbeit dienen und deshalb w&ouml;chentlich dar&uuml;ber berichtet werden muss, welche Erscheinungen und Empfindungen bei ihnen aufgetreten sind.&#8220;</i></p>
<p>Unklar bleibt, welche Mittel bei der hochkar&auml;tigen Studie an den Athleten zum Einsatz kamen. Seit Mitte der 1980er Jahre existieren in H&ouml;ppners IM-Akten immer wieder Berichte zu Forschungen au&szlig;erhalb des &#8222;Staatsplans 14.25&#8220;, so etwa eine Mitteilung aus dem Jahr 1986: <i>&#8222;Am 25.6.1986 fand im Sporthotel eine interne Beratung &uuml;ber Probleme der Verbesserung der Sauerstoffversorgung bei Leistungssportlern statt. Es muss davon ausgegangen werden, dass zumindest ab dem Zeitpunkt dieser Beratung der angef&uuml;hrte Personenkreis Kenntnis dar&uuml;ber erhielt, dass man sich im Leistungssport der DDR mit dem Gedanken des Blutdopings besch&auml;ftigt. In diesem Zusammenhang muss beachtet werden, dass seit April 1986 das Blutdoping auf der Verbotsliste der Medizinischen Kommission des IOC steht, in Auswertung der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles. Die gegenw&auml;rtigen Untersuchungen auf diesem Gebiet laufen au&szlig;erhalb des Staatsplanthemas 14.25.&#8220;</i></p>
<p>Tatsache ist, dass das perfektionierte Dopingsystem der DDR in den 1980er Jahren erodierte: Bis zu 20 Prozent der Sport&auml;rzte, insbesondere Frauen, gaben ihr Berufsfeld auf. Auch der Widerstand unter den Athleten gegen die zwangsverordneten Substanzeinnahmen wuchs. Andererseits verweisen die Unterlagen des Geheimdienstes f&uuml;r den genannten Zeitraum auf einen Sprung in eine neue Doping-&Auml;ra: illegale Versuche am Menschen, ungepr&uuml;fte Kombinationen verschiedenster Substanzen, Blutdoping, Amphetamine; weiterhin Oral-Turinabol und das nie auf den Medikamentenlisten der DDR verzeichnete, nur f&uuml;r den DDR-Sport produzierte STS 646; ferner reines Testosteron, Weckamine, Diuretika, Betablocker, psychotrope Substanzen, Nasensprays mit Androstendion, Opiate, Wachstumshormone. Die Liste war endlos. Die Folgen des chemische Cocktails, der den Athleten ohne jede Information verabreicht wurde, waren immer weniger absehbar. Von der urspr&uuml;nglichen Konzeption eines zentralistisch gesteuerten Dopingsystems im DDR-Leistungssport war nur wenig &uuml;brig geblieben. &Uuml;ber das Land hatten sich l&auml;ngst Drogenringe gebildet, finanziert von der Staatssicherheit und besonders agilen SED-Bezirksleitungen, betrieben von notorisch siegeshungrigen Sportclubs, von pr&auml;mienabh&auml;ngigen Trainern, mitunter auch von erfolgreichen Athleten, die vermeintlich weicheres Doping aus dem Westen mitbrachten, um es in Valuta umzurubeln.</p>
<p>Um aufzukl&auml;ren, mit welchen sowjetischen Pr&auml;paraten das DDR-Sportsystem in den 1980er Jahren hantierte, bed&uuml;rfte es Forschungen in russischen Archiven. Dasselbe gilt f&uuml;r rum&auml;nische oder bulgarische Archive, die ebenso wenig erforscht sind. Schon wegen H&ouml;ppners eigener IM-Akte &ndash; 1986 der letzte Bericht; der vierte, bis heute verschwundene Band im Mai 1987 angelegt; die gesamte Akte erst 1989 verplombt &ndash; muss seine Aussage aus dem Jahr 1990 ernst genommen werden: <i>&#8222;Nach dem Fall der Mauer wurde die Parole ausgegeben, s&auml;mtliche belastenden Papiere zu vernichten. Der nur m&uuml;ndlich weitergegebene Befehl kam von ganz oben. Zwischen November 1989 und April 1990 wanderten fast alle Dokumente in den Rei&szlig;wolf.&#8220;</i> (Stern Nr. 49 v. 29.11.1990, S.&nbsp;203b)</p>
<p>Bislang sind erst etwa 50 Prozent der Stasiunterlagen zum DDR-Sport ausgewertet worden. Mit dem &Ouml;ffnen der Archive nach 1989 fiel das vermeintliche Sportwunder DDR wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Und es wurde sichtbar, wie viele Opfer das System produziert hatte. Nach DDR-internen Sch&auml;tzungen ging man im Hinblick auf den Staatsplan 14.25 davon aus, dass bei 20 Prozent der Sportlerinnen und Sportler irreversible Sch&auml;den aufgetreten waren. Trotz dieses Wissens wurde die kriminelle Praxis jedoch nicht eingeschr&auml;nkt, sondern im Gegenteil sogar noch radikalisiert. Vors&auml;tzliche K&ouml;rperverletzungen sowie geheime Forschungen am Menschen waren zum staatlichen Auftrag erkl&auml;rt worden. So berichten Gesch&auml;digte heute u. a., dass sie in speziellen Forschungsklassen, in den Sportclubs, aber auch am illegalen Forschungsinstitut FKS Leipzig vor allem in den 1980er Jahren f&uuml;r zahllose Menschenversuche herhalten mussten. Und sie berichten auch, was sich unterhalb des vermeintlich legitimen Staatsplans 14.25 im DDR-Sport ereignete: k&ouml;rperliche Gewalt, Sadismus, sexueller Missbrauch und alle erdenklichen Formen von psychischer Vereinnahmung. Die physischen, psychischen und sozialen Sch&auml;den werden aufgrund des nach wie vor verbreiteten Schweigens im organisierten Sport erst heute in ihrem ganzen Umfang sichtbar.</p>
<h2 class="auto-created">Bekannte Doping-Sch&auml;&shy;di&shy;gungen bei Einnahme von anabolen Steroiden</h2>
<p><b>F&uuml;r beide Geschlechter:</b></p>
<ul>
<li>Organst&ouml;rungen (v.a. Herz, Leber, Lunge, Bauchspeicheldr&uuml;se, Niere, Magen, Darm)</li>
<li>pathologische Herzvergr&ouml;&szlig;erungen (Hypertrophie) sowie dadurch augel&ouml;ste St&ouml;rungen (&#8222;pl&ouml;tzlicher&#8220; Herztod, Herzinfarkte, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusst&ouml;rungen)</li>
<li>Leberfunktionsst&ouml;rungen</li>
<li>Tumore (v.a. an Leber, Brust, Geb&auml;rmutter, Hoden, Blut)</li>
<li>Stoffwechsel- und Blutkreislaufsch&auml;den, Kardiomyopathien, Thromben, Venenverschl&uuml;sse, gest&ouml;rte Lymphsysteme, Bluthochdruck</li>
<li>Haut-Steroidakne, Talgdr&uuml;sen-Zysten, Follikel-Entz&uuml;ndungen</li>
<li>Asthma und Autoimmunerkrankungen</li>
<li>schwere Gelenksch&auml;den (v.a. H&uuml;fte, Knie, Arm und Hand), Sch&auml;den an Wirbels&auml;ule und Halswirbeln</li>
<li>Muskelspannung (&#8222;Hartspann&#8220;), Kr&auml;mpfe, Zerrungen und Muskelrisse</li>
<li>gesch&auml;digtes Blutbildungssystem (benigner Tumor)</li>
<li>Polyneuropathien</li>
<li>chronisches Ersch&ouml;pfungssyndrom, Rebound-Ph&auml;nomene</li>
<li>psychische Sch&auml;digungen: erh&ouml;hte Aggressivit&auml;t, aggressiver Zerst&ouml;rungswahn, Angstst&ouml;rungen, dissoziative St&ouml;rungen, Panikattacken, Suchterkrankungen (h&auml;ufig Bulimie, Alkoholismus, Drogen, Tablettenabh&auml;ngigkeit), Depressionen, Borderline-St&ouml;rungen, Bipolarit&auml;t, Psychosen, chronifizierte Suizidalit&auml;t</li>
</ul>
<h2 class="auto-created">M&auml;dchen und Frauen</h2>
<ul>
<li>ver&auml;nderte Geschlechtsorgane (u.a. Uterusatrophie, Klitoris-Hypertrophie, Reduktion der Br&uuml;ste)</li>
<li>Menstruationsst&ouml;rungen</li>
<li>Mammakarzinom</li>
<li>exzessive Libidosteigerung</li>
<li>m&auml;nnliche K&ouml;rperbehaarung, Stimmvertiefung</li>
<li>Fehlgeburten und Kinderlosigkeit</li>
<li>Sch&auml;den in der 2. Generation (v.a. Deformationen von Organen, H&auml;nden und F&uuml;&szlig;en), Skelettsch&auml;den (Klumpf&uuml;&szlig;e)</li>
</ul>
<h2 class="auto-created">Jungen und M&auml;nner</h2>
<ul>
<li>ver&auml;nderte Geschlechtsorgane (z.B. R&uuml;ckbildung des Hoden)</li>
<li>Prostata-Karzinome</li>
<li>gest&ouml;rte Spermienproduktion</li>
<li>Gyn&auml;komastie (vergr&ouml;&szlig;erte, weiblich erscheinende Brust)</li>
</ul>
<p><b>INES GEIPEL</b><i>&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1960, wuchs in Sachsen bzw. Th&uuml;ringen auf und betrieb als Jugendliche Leistungssport in der DDR. Anfang der 1980er Jahre geh&ouml;rte sie der DDR-Leichtathletik-Nationalmannschaft an und stellte 1984 gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen vom SC Motor Jena mit 42,20&nbsp;s einen Vereins-Weltrekord &uuml;ber 4 &times; 100 Meter auf.</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/223/publikation/staatliches-zwangsdoping-mit-system-1/">Staatliches Zwangsdoping mit System</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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