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	<title>Johannes Hauck Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Leserbrief zur kritischen Auseinandersetzung mit der Politik Israels</title>
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		<pubDate>Thu, 23 May 2019 07:19:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In: Mitteilungen 238 (1/2019) S. 11 &#8211; 12 In Antwort auf den Beitrag &#8222;Kritische Auseinandersetzung mit der Politik Israels als Voraussetzung glaubw&#252;rdiger Erziehung und Friedensarbeit&#8220; in den HU-Mitteilungen #237, S. 13f., erreichte uns folgender Leserbrief: In der Stellungnahme des AK ehemaliger Lehrer*innen der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim hei&#223;t es im Punkt 4, es solle jede Form des [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In: Mitteilungen 238 (1/2019) S. 11 &#8211; 12</p>
<p><i>In Antwort auf den Beitrag &#8222;Kritische Auseinandersetzung mit der Politik Israels als Voraussetzung glaubw&uuml;rdiger Erziehung und Friedensarbeit&#8220; in den </i><a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/237/"><i>HU-Mitteilungen #237</i></a><i>, S. 13f., erreichte uns folgender Leserbrief:</i></p>
<p>In der Stellungnahme des AK ehemaliger Lehrer*innen der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim hei&szlig;t es im Punkt 4, es solle jede Form des Antisemitismus entschieden benannt und angegangen werden. Dies ist l&ouml;blich, im weiteren Verlauf der Stellungnahme gibt es dann aber einige stutzig machende &Uuml;berraschungen. Israel d&uuml;rfe keinen Sonderstatus haben, hei&szlig;t es. Dies w&uuml;rde israelbezogenen Antisemitismus f&ouml;rdern. Und nat&uuml;rlich gelten die UNO-Menschenrechtsbestimmungen f&uuml;r alle. Israel ist bekannterma&szlig;en ein demokratischer Rechtsstaat, es gibt eine linke und eine rechte Opposition, ununterbrochen wird von dieser Kritik an der Regierungspolitik ge&auml;u&szlig;ert. Nat&uuml;rlich steht es allen Menschen zu, auch in Deutschland, die israelische Regierungspolitik zu kritisieren.</p>
<p>Hat Israel denn einen Sonderstatus? Aber ja, Israel hat einen Sonderstatus. Der UN-Menschenrechtsrat hat dazu sogar einen eigenen Paragraphen, einmal j&auml;hrlich wird Israel besonders gepr&uuml;ft und in der Folge mehrfach ger&uuml;gt. Dies f&uuml;hrt zu der absurden Situation, dass Israel h&auml;ufiger vom UN &#8211; Menschenrechtsrat ger&uuml;gt wird als beispielsweise das Terrorregime in Nordkorea oder der Massenm&ouml;rder Assad in Syrien. Besteht nicht also ein Sonderstatus f&uuml;r Israel? Und wie h&auml;ngt er mit Antisemitismus zusammen? Wird nicht ein doppelter Standard angelegt, n&auml;mlich dahingehend, dass an Israel deutlich h&ouml;here Anforderungen angelegt werden, als an andere Staaten? Wird damit, um ein beliebtes Bild zu zitieren, Israel zum Juden unter den Staaten?</p>
<p>Das Schicksal der Pal&auml;stinenser ist wirklich ein sehr ungl&uuml;ckliches. Sie leben entweder unter einer korrupten Autonomiebeh&ouml;rde, unter der viel Geld aus internationaler Unterst&uuml;tzung versickert ist, oder sie sind Geiseln ideologisch verblendeter Terrorbanden wie der Hamas, die Menschenrechte mit F&uuml;&szlig;en tritt und Juden ganz grunds&auml;tzlich bek&auml;mpft. Der israelische Abzug aus dem Gazastreifen 2005 hat ja nicht dazu gef&uuml;hrt, dass die Hamas auf einmal Krankenh&auml;user und Universit&auml;ten gebaut hat, auf einmal kulturelles Leben erbl&uuml;ht ist, mit Theater und Kino und &Auml;hnlichem, oder gar Homosexuelle auf einmal Rechte bekommen h&auml;tten. Nein, der Gazastreifen wurde zu einer Raketenabschussrampe. Und das Leben der Pal&auml;stinenser nicht besser. Dieses Verhalten hat leider eine lange Geschichte, der UN-Teilungsplan von 1947 sah ja bereits zwei demokratisch verfasste Staaten vor, in diesem Sinne ist seit Langem &#8222;nationale Selbstbestimmung&#8220; m&ouml;glich. Es gab, wie allseits bekannt, daraufhin aber einen arabischen Angriff auf Israel. Die &#8222;nationale Selbstbestimmung&#8220; der Pal&auml;stinenser wird aus gutem Grund nicht m&ouml;glich sein ohne eine eindeutige Anerkennung Israels. Man kann nur hoffen, dass die pal&auml;stinensische Zivilbev&ouml;lkerung sich aus den Fesseln der Hamas l&ouml;st und sich nicht l&auml;nger f&uuml;r deren eliminatorischen Antisemitismus instrumentalisieren l&auml;sst. Und nat&uuml;rlich hoffe ich, dass Israel weiterhin ein offener, liberaler Staat bleibt, in dem auch der arabische Bev&ouml;lkerungsanteil eine gleichberechtigte Zukunft leben kann.</p>
<p>Ganz unverst&auml;ndlich wird die Stellungnahme, wenn die Pal&auml;stinenser &#8222;gleichsam mittelbar Opfer der Shoah werden&#8220;. Dies ist, ehrlich gesagt, harter Tobak. In der Shoah wurden von deutschen M&ouml;rdern M&auml;nner, Frauen, V&auml;ter, M&uuml;tter, Kinder ermordet, millionenfach. Weil sie Juden waren. Sie sind die Opfer der Shoah. Die &Uuml;berlebenden mussten irgendwie damit zu Recht kommen, dass ihre Familienangeh&ouml;rigen gr&ouml;&szlig;tenteils umgebracht worden waren. Die Erinnerung daran wach zu halten und die Verantwortung daf&uuml;r zu reflektieren, bleibt unser aller lebenslange Aufgabe.</p>
<p><i>Johannes Hauck</i></p>
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