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	<title>Karin Dalka Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>&#8222;Die Deutschen sind der Untertan geblieben&#8220;</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/pressemeldungen/die-deutschen-sind-der-untertan-geblieben/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2004 11:48:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Frankfurter Rundschau vom 02.02.2004 Der neue Chef der Humanistischen Union, Reinhard Mokros, will seine Organisation verjüngen / Arbeitsschwerpunkt Polizeigewalt Frankfurt a.M. 1. Februar. Lauschangriff, Telefonüberwachung, Schleierfahndung, Verzahnung von Polizei, Nachrichtendiensten und Verfassungsschutz &#8211; aus der Sicht von Bürgerrechtlern ist die allenthalben beschworene &#8220; innere Sicherheit&#8220; mittlerweile selbst zur Gefahr geworden. Denn sie ist ein &#8220; [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/pressemeldungen/die-deutschen-sind-der-untertan-geblieben/">&#8222;Die Deutschen sind der Untertan geblieben&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurter Rundschau vom 02.02.2004</p>
<p>Der neue Chef der Humanistischen Union, Reinhard Mokros, will</p>
<p>seine Organisation verjüngen / Arbeitsschwerpunkt Polizeigewalt</p>
<p>Frankfurt a.M. 1. Februar. Lauschangriff, Telefonüberwachung, Schleierfahndung, Verzahnung von Polizei, Nachrichtendiensten und Verfassungsschutz &#8211; aus der Sicht von Bürgerrechtlern ist die allenthalben beschworene &#8220; innere Sicherheit&#8220; mittlerweile selbst zur</p>
<p>Gefahr geworden. Denn sie ist ein &#8220; politischer Kampfbegriff&#8220; , wie der HU-Vorsitzende Mokros sagt, ein Argument für Aufrüstung der Sicherheitsbehörden, die den Rechtsstaat aushöhlt und die Grundrechte bedroht. Soweit die Analyse, und die ist bekannt.</p>
<p>Das Problem: Die Mahnungen und Warnungen der Bürgerrechtler finden offenkundig in der Politik kein oder nur wenig Gehör.</p>
<p>Vor allem seit dem 11. September 2001. Taube Ohren auch in der Bevölkerung. &#8220; Der Eingriffsstaat nimmt zu, der Sozialstaat nimmt ab, aber der große Aufschrei bleibt aus&#8220; , sagt Mokros. &#8220; Videoüberwachung &#8211; das finden die meisten gut.&#8220; Grund ist seiner Ansicht nach die &#8220; verkümmerte Zivilgesellschaft: Die 68er Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Wir sind im tiefsten Innern der Untertan geblieben, wir kuschen immer noch vor der Staatsgewalt.&#8220; Eine deprimierende Erkenntnis, aber den 50-jährigen Mokros deprimiert sie nicht. Denn: &#8220; Ich stehe nicht gern, wo alle anderen stehen. Ich schwimme lieber gegen den Strom. Das ist mühsam, aber stärkt die Muskeln.&#8220; Das dürfte auch das Motto der HU sein, für die der Neue von Berufs wegen &#8211; der Rheinländer ist Polizeidirektor und bildet an der Verwaltungsfachhochschule Duisburg Polizisten aus &#8211; selbst so etwas wie eine Zumutung sein dürfte. &#8220; Ich war eine Pille, die die Delegierten erst nach ausführlicher Kandidatenvorstellung geschluckt haben, aber dann gabs nur eine Gegenstimme&#8220; , berichtet Mokros. Sein Vorteil: Wenn einer wie er Polizeigewalt anprangert und eine stärkere Kontrolle der Sicherheitskräfte fordert, kann ihm der politische Gegner kaum vorhalten, er wisse nicht, wovon er rede.</p>
<p>Der Weg, den der 50-Jährige mit der HU gehen will, führt weg von der Vergangenheit, in der sich die Organisation gerne rühmte, die älteste Bürgerrechtsbewegung Deutschlands zu sein.</p>
<p>&#8220; Das werden Sie aus meinem Mund nicht hören&#8220; , sagt Mokros. &#8220; Ich frage lieber: Warum fehlen uns die jungen Leute? Was hat Attac, was wir nicht haben?&#8220; Und er sucht neue Verbündete in der Zivilgesellschaft &#8211; denn die in der Politik schwinden: Die Grünen, die sich gerne als Verteidiger der Bürgerrechte sehen, &#8220; rudern oft im Interesse der Koalition zurück&#8220; , sagt Mokros achselzuckend: &#8220;</p>
<p>Der Druck in den Fraktionen ist sehr groß.&#8220; Umso wichtiger wird da das Forum Menschenrechte, ein Zusammenschluss von 44</p>
<p>Organisationen. Dort wurde laut HU kürzlich vereinbart, Übergriffe der Polizei zu einem gemeinsamen Arbeitsschwerpunkt zu</p>
<p>machen. Auch auf kirchliche Gruppen geht die HU zu &#8211; bei aller Distanz zu den Privilegien der Kirchen. &#8220; Wir haben da keine Scheuklappen&#8220; , sagt Mokros. &#8220; Wer immer Menschenrechte vertritt, ist ein Bündnispartner.&#8220;</p>
<p>Humanistische Union</p>
<p>Die HU wurde 1961 gegründet, um der Restauration der Adenauer-Ära entgegenzutreten. Der Publizist Gerhard Szczesny propagierte im Gründungsaufruf &#8220; die Befreiung des Menschen aus den Fesseln obrigkeitlicher und klerikaler Bindungen&#8220;.</p>
<p>Die Trennung von Staat und Kirche war eine zentrale Forderung. Zu den Mitbegründern gehörten Alexander Mitscherlich, der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und der Soziologe René König. dac</p>
<p>Alle Rechte vorbehalten &#8211; © Redaktionsarchiv M. DuMont Schauberg</p>
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