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	<title>Maria Kühn-Ludewig Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Waltraut Balbarischky * 22.01.1919  25.11.2016</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2017 13:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Nachrufe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>in: HU-Mitteilungen Nr. 231 (1/2017), S. 11/12 &#8222;Sie hat sich fast ein Jahrhundert lang mit Kraft, Mut und Engagement durchgeschlagen, die Nazis und den Weltkrieg &#252;berstanden, zwei S&#246;hne allein aufgezogen, sich gegen Aufr&#252;stung und gegen politischen Opportunismus, f&#252;r Frauenrechte und f&#252;r &#220;berlebende des Holocaust engagiert und ist nun zu Hause gestorben.&#8220; So hei&#223;t es in [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/231/publikation/waltraut-balbarischky-22011919-25112016/">Waltraut Balbarischky * 22.01.1919  25.11.2016</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>in: HU-Mitteilungen Nr. 231 (1/2017), S. 11/12</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/balbarischky-s.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3987 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/balbarischky-s-474x450.jpg" alt="Waltraut Balbarischky * 22.01.1919 &#8211; 25.11.2016" width="474" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/balbarischky-s-474x450.jpg 474w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/balbarischky-s-789x750.jpg 789w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/balbarischky-s-768x730.jpg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/balbarischky-s-632x600.jpg 632w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/balbarischky-s-355x337.jpg 355w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/balbarischky-s.jpg 1200w" sizes="(max-width: 474px) 100vw, 474px" /></a></span></p>
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<p>&#8222;Sie hat sich fast ein Jahrhundert lang mit Kraft, Mut und Engagement durchgeschlagen, die Nazis und den Weltkrieg &uuml;berstanden, zwei S&ouml;hne allein aufgezogen, sich gegen Aufr&uuml;stung und gegen politischen Opportunismus, f&uuml;r Frauenrechte und f&uuml;r &Uuml;berlebende des Holocaust engagiert und ist nun zu Hause gestorben.&#8220;</p>
<p>So hei&szlig;t es in der Anzeige der Familie. Mit dem Abschied von Waltraut Balbarischky verliert&nbsp; die Humanistische Union ein seit ihren Anf&auml;ngen aktives Mitglied und eine aufmerksame, oft kritische Zeugin ihrer &uuml;ber 50j&auml;hrigen Geschichte. Dies wird besonders in dem Interview lebendig, das Sven L&uuml;ders 2011 f&uuml;r die HU mit Waltraut f&uuml;hrte.</p>
<p>Schon in der 1950er Jahren hatte die Tochter aus einem entschieden sozialdemokratischen Elternhaus gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik protestiert und der Gesamtdeutschen Volkspartei von Gustav Heinemann nahe gestanden. Einer Partei beizutreten und ihrer Disziplin sich unterzuordnen, kam f&uuml;r sie nie in Frage. Aber sie brachte&nbsp;&nbsp; die Erfahrungen aus ihren fr&uuml;heren politischen Engagements in die Arbeit der Humanistische Union, der ersten B&uuml;rgerrechtsorganisation der Bundesrepublik, ein.</p>
<p>In der noch jungen HU war Waltraut seit 1964 im Ortsverband D&uuml;sseldorf und im Landesverband NRW aktiv, ab 1973 im Ortsverband T&uuml;bingen/Stuttgart. Unter dem Vorsitz von RA Dr. Kurt Sternfeld, eines Remigranten und Anwalts in Wiedergutmachungsprozessen, beteiligte sich die D&uuml;sseldorfer HU am Kampf gegen Konfessionsschulen, an Frauen-Aktionen zum Recht auf Abtreibung, an der Obdachlosenarbeit und an Reformvorschl&auml;gen zum Strafvollzug. Die Veranstaltungen der HU zu diesen Themen, zum Teil in Kooperation mit anderen Organisationen, trafen damals auf gro&szlig;e Erwartungen nach gesellschaftlicher Ver&auml;nderung und waren in der Regel gut besucht.<br />Intern, besonders auf bundesweiten Delegiertenkonferenzen und Verbandstagen, wurde oft um die Positionen hart gerungen. Nicht immer war zum Beispiel der Generationenkonflikt leicht zu &uuml;berwinden. So wollte der Vorsitzende Hans Robinsohn (1973-1975) kein Sit-in von Mitgliedern dulden. Es gab Auseinandersetzungen, wie man mit dem Radikalenerlass (1973 und folgende) umgehen sollte. Manchmal spielten auch parteipolitische Bindungen der Mitglieder eine gewisse Rolle. Und die Humanistische Studenten-Union protestierte heftig, nachdem Vorstandsmitglied Fritz Bauer in eigener Initiative 1967 der israelischen Regierung ein Gl&uuml;ckwunschschreiben nach dem erfolgreichen 6-Tage-Krieg zugesandt hatte.</p>
<p>Waltraut beobachtete, wie mit den Jahren unter den aktiven Mitgliedern die anf&auml;ngliche Dominanz von Psychoanalytikern, Schriftstellern, Studierenden und anderen &#8222;freien Geistern&#8220; allm&auml;hlich einer vorwiegend von Juristen dominierten Verbandsarbeit wich. In T&uuml;bingen fand sie neben der HU f&uuml;r ihre Anliegen neue Gruppen wie die Geschichtswerkstatt und das Frauenarchiv. Im bundesweiten Protest gegen die Nachr&uuml;stung beteiligte sie sich unter anderem 1982 an der Sitzblockade in Mutlangen. Und nach dem Ende des Kalten Kriegs schuf sich die &uuml;ber 70j&auml;hrige Anfang der 1990er Jahre noch ein neues Wirkungsfeld im Ausland.</p>
<p>Im Juni 1995 berichteten die HU-Mitteilungen von ihrer Initiative zugunsten von &Uuml;berlebenden des Holocaust im Baltikum. Waltraut hatte &#8211; neben anderen Gruppen, die eine offizielle Wiedergutmachung forderten &#8211; pers&ouml;nliche Kontakte nach Lettland und Litauen aufgenommen, um die Lebensbedingungen und Geschichten von NS-Opfern an Ort und Stelle zu erfahren. Sie begann, Spenden zu sammeln, informierte in Rundbriefen &uuml;ber ihre regelm&auml;&szlig;igen Reisen und die Verwendung der Gelder, organisierte dazu Vortr&auml;ge und Ausstellungen in T&uuml;bingen. Dar&uuml;ber hinaus bereiste sie mit dem Verein &#8222;Fl&uuml;chtlingskinder im Libanon&#8220; mehrfach L&auml;nder des Nahen Ostens, um die Situation der Pal&auml;stinenserfamilien kennen zu lernen. Aus Israel bezog sie bis zuletzt die Kommentare des Journalisten Uri Avnery, weil die g&auml;ngigen Nachrichten ihr nicht ausreichten.</p>
<p>Noch in ihrem letzten Lebensjahr las Waltraut regelm&auml;&szlig;ig drei Zeitungen und selbstverst&auml;ndlich die HU-Mitteilungen. Authentizit&auml;t der Quellen und fundierte Kritik waren ihr lebenswichtig.</p>
<p>2009 fand Waltraut in der taz ihren Namen auf der KandidatInnenliste f&uuml;r den Panter-Preis unter dem Titel &#8222;Sie sind Helden&#8220;. Emp&ouml;rt schrieb sie der Redaktion: einen &#8222;Helden&#8220;-Preis wolle sie nicht, &uuml;ber Spenden f&uuml;r Menschen im Baltikum freue sie sich, im &Uuml;brigen halte sie es mit Brecht, der geschrieben hatte: &#8222;Ungl&uuml;cklich das Land, das Helden n&ouml;tig hat.&#8220;</p>
<p>So werden viele Waltraut in Erinnerung behalten: sprachlich pr&auml;zise, praktisch entschieden, bisweilen streng und fordernd. Sie war direkt, klar und anspruchsvoll. Wer sie aus der N&auml;he erleben durfte, hat sie auch erfahren als sehr zugewandt, offen und herzlich.</p>
<p>Als Heldin verstand sie sich nicht, was wir respektieren wollen. Wir werden sie vermissen, so wie sie war.</p>
<p><i>Maria K&uuml;hn-Ludewig / Ursula Tjaden</i></p>
<p>Falls Sie in ihren Sinn noch eine Geste machen wollen: <br />Spendenkonto des Freundeskreises f&uuml;r die Holocaust-&Uuml;berlebenden im Baltikum (Hanna und Wolf Middelmann, G&ouml;ttingen)<br />IBAN: DE28 2605 0001 0100 4994 33<br />BIC:&nbsp;&nbsp;&nbsp; NOLADE21GOE</p>
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		<title>Beispielhaft: Schüler helfen Zwangsarbeitern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Mar 2002 15:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 177, S.16 Schüler haben gestern 16 Zwangsarbeitern aus der Ukraine eine Entschädigung übergeben. Die 27 Jugendlichen hatten sich in Gersthofen die Namen der Zwangsarbeiter besorgt, die die Nazis dorthin verschleppt hatten, berichtete Geschichtslehrer Bernhard Lehmann. Dann sammelten sie rund 17.000 Euro, die sie an 90 Polen, Russen und Ukrainer verteilen wollten. Die Gersthofener [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 177, S.16</p>
<p>Schüler haben gestern 16 Zwangsarbeitern aus der Ukraine eine Entschädigung übergeben. Die 27 Jugendlichen hatten sich in Gersthofen die Namen der Zwangsarbeiter besorgt, die die Nazis dorthin verschleppt hatten, berichtete Geschichtslehrer Bernhard Lehmann. Dann sammelten sie rund 17.000 Euro, die sie an 90 Polen, Russen und Ukrainer verteilen wollten. Die Gersthofener Behörden verweigerten den Schülern zunächst den Zugang zu den<br />Unterlagen; nur per Gerichtsbeschluss konnte das Projekt fortgesetzt werden, so Lehmann. Von den kontaktierten Verbänden reagierte nur der ukrainische. So erhielten die 16 noch lebenden Zwangsarbeiter je 1.000 Euro. &#132;Wir möchten Sie um Vergebung für alles bitten, das sie ertragen mussten&#147;, schrieben die Schüler dazu.<br />Aus: taz vom 13. Februar 2002, zugesendet von Maria Kühn-Ludewig</p>
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		<title>System Leuna?</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/system-leuna/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Dec 2001 11:01:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 176 S. 113 Am 19. April dieses Jahres schrieb Wilhelm Hennis in der Zeit über Deutschlands &#132;untätige Justiz.&#147; Wen solch ein Appell noch nicht wachgerüttelt hat, dem könnte spätestens jetzt ein Licht aufgehen über die atemberaubende Nähe von Politik und Wirtschaft einerseits und zwischen Politik und Justiz, der sogenannten dritten Gewalt, andererseits. Denn [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/system-leuna/">System Leuna?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 176 S. 113</p>
<p>Am 19. April dieses Jahres schrieb Wilhelm Hennis in der Zeit über Deutschlands &#132;untätige Justiz.&#147; Wen solch ein Appell noch nicht wachgerüttelt hat, dem könnte spätestens jetzt ein Licht aufgehen über die atemberaubende Nähe von Politik und Wirtschaft einerseits und zwischen Politik und Justiz, der sogenannten dritten Gewalt, andererseits. Denn es ist ein Buch erschienen, das am Beispiel des Verkaufs der Leuna-Werke an das Konsortium Thyssen-Elf in den Treuhand-Jahren 1991-94 und an den Folgen bis heute demonstriert, wie zutreffend Wilhelm Hennis´ Anklage war. Zurecht sind in kurzer Zeit mehr als 10.000 BürgerInnen der Aufforderung gefolgt, die Bonner Generalstaatsanwaltschaft mit massenhaften Beschwerden zu konfrontieren, weil diese das Verfahren wegen Aktenvernichtung und Datenlöschung 1998 im Bundeskanzleramt einstellen wollte, bevor es begonnen hatte. Diese beachtliche BürgerInnenaktivität war allein durch Hennis´ Artikel provoziert worden.<br />Welche Reaktionen könnte, sollte erst der Bericht der beiden Zeit-Journalisten Thomas Kleine-Brockhoff und Bruno Schirra auslösen, der sich wie ein Kriminalroman ließt. Während der Sonderermittler Burkhard Hirsch seit Juni 2000 im Rahmen eines eng kalkulierten Regierungsauftrags duldsam und gewissenhaft die der Aktenvernichtung in Kohls Kanzleramt entgangenen Dokumente studierte, recherchierten die beiden Autoren Akteure und Zusammenhänge. Warum interessiert sich in Deutschland niemand für die Leuna-Ermittlungen der Genfer Staatsanwaltschaft?<br />Wer solche Fragen heute in Deutschland stellt, wie die beiden Spurensucher es tun, steht erst mal im dichten Nebel und lernt dann &#132;eine Welt aus Druck, Angst und Macht&#147; überdeutlich zu erkennen. Es geht um &#132;Käuflichkeit der deutschen Politik&#147; und um eine Justiz, von der die Nutznießer dieses &#132;Systems&#147; nichts zu fürchten haben. Gut, dass wenigstens die vierte Gewalt noch bisweilen funktioniert. Möchte man meinen. Doch in Hamburg erwartet die Autoren schon ein erster Prozess. Prinzip Öffentlichkeit ?<br />Thomas Kleine-Brockhoff / Bruno Schirra: Das System Leuna. Wie Politiker gekauft werden. Warum die Justiz wegschaut. Reinbek bei Hamburg, Rowolt Taschenbuch, 2001, 303 S., Preis 17,41 DM</p>
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