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	<title>Matthias Adolf Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Vertrauen ist gut, Diversifizierung ist besser</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/174-vorgaenge/publikation/vertrauen-ist-gut-diversifizierung-ist-besser/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jun 2006 14:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Europas Abh&#228;ngigkeit vom russischen Gas. Aus: vorg&#228;nge Nr.174, (Heft 2/2006), S. 52-67 In Anbetracht der j&#252;ngsten Drohgeb&#228;rde aus Moskau, zuk&#252;nftig Gaslieferungen an die Europ&#228;ische Union zu drosseln und die Ressource an andere Interessenten zu liefern sowie dem &#8222;Gaskrieg&#8220; zwischen Russland und der Ukraine Anfang diesen Jahres, warf US-Vizepr&#228;sident Dick Cheney auf einer Osteuropa-Konferenz im litauischen [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/174-vorgaenge/publikation/vertrauen-ist-gut-diversifizierung-ist-besser/">Vertrauen ist gut, Diversifizierung ist besser</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Europas Abh&auml;ngigkeit vom russischen Gas.</p>
<p>Aus: vorg&auml;nge Nr.174, (Heft 2/2006), S. 52-67</p>
<p><b>In Anbetracht der j&uuml;ngsten Drohgeb&auml;rde aus Moskau, zuk&uuml;nftig Gaslieferungen an die Europ&auml;ische Union zu drosseln und die Ressource an andere Interessenten zu liefern sowie dem &bdquo;Gaskrieg&ldquo; zwischen Russland und der Ukraine Anfang diesen Jahres, warf US-Vizepr&auml;sident Dick Cheney auf einer Osteuropa-Konferenz im litauischen Vilnius der russischen Regierung vor, &Ouml;l und Gas als Druckmittel zur Einsch&uuml;chterung und Erpressung zu nutzen. &bdquo;Es dient keinen legitimen Zwecken, wenn &Ouml;l und Gas Gegenstand von Einsch&uuml;chterungen oder Erpressung werden, weder durch Ver&auml;nderungen der Liefervertr&auml;ge noch durch Versuche, den Transport zu monopolisieren.&ldquo; Als pr&auml;ventive Ma&szlig;nahme zur Minimierung der europ&auml;ischen Abh&auml;ngigkeit von Erdgas aus Russland schlug Cheney die Erschlie&szlig;ung der gro&szlig;en Vorkommen in Zentralasien vor. Kasachisches Erdgas solle mittels einer Pipeline auf dem Grund des Kaspischen Meeres von Kasachstan nach Aserbaidschan gebracht werden. Von dort k&ouml;nnte es dann durch eine noch zu bauende Superpipeline bis zum t&uuml;rkischen Mittelmeerhafen Ceyhan transportiert werden.Auch Pr&auml;sident Bush warnte vor Russlands &bdquo;wirtschaftlichem Nationalismus&ldquo;, etwa wenn &Ouml;lfirmen zur Durchsetzung politischer Ziele eingesetzt w&uuml;rden. <br />Russische Medien sahen in dieser energiepolitischen Verballattacke von US-Politikern eine Parallele zum Kalten Krieg, als die Sowjetunion vom Westen eingekreist wurde. Die regierungsnahe russische Tageszeitung &bdquo;Komsomolskaja Prawda&ldquo; empfahl russischen Politikern die au&szlig;enpolitischen Beziehungen mit Belarus und Mittelasien zu st&auml;rken sowie dichter an China heranzur&uuml;cken, um ein Gegengewicht zur Macht des Westens zu schaffen. Sergej Lawrow, russischer Au&szlig;enminister, wies die Kritik Cheneys inzwischen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Er bezeichnet Russland als verl&auml;sslichen energiepolitischen Partner des Westens.<br />Trotz dieser beruhigenden Worte russischer Politiker, zeigen aber die seit 1. Januar existenten Versorgungsengp&auml;sse in der Ukraine, dass russische Beteuerungen Erdgas nicht als politisches Mittel zu instrumentalisieren, nicht glaubw&uuml;rdig sind. Schlie&szlig;lich hatte sich Gazprom 2004 gegen&uuml;ber der Ukraine verpflichtet, bis 2009 Erdgas zum Fixpreis von 50 Dollar pro 1000 Kubikmeter zu liefern. Nach der so genannten Orangen Revolution wollte das Unternehmen aber nichts mehr davon wissen.<br />Kontr&auml;r dazu schrieb Pr&auml;sident Putin Anfang Januar, anl&auml;sslich Russlands neuer Rolle als G8-Vorsitzender, dass es zweifelsfrei zu den strategischen Aufgaben der G8 geh&ouml;re, ein zuverl&auml;ssiges und allumfassendes System der Energiesicherheit aufzubauen. F&uuml;r reiche wie arme L&auml;nder m&uuml;sse eine zuverl&auml;ssige Energieversorgung gesichert werden. Die Energiesicherheitsfrage werde deshalb im Mittelpunkt des russischen G8-Vorsitzes stehen.5<br />Als jedoch die britische Regierung eine &Uuml;bernahme des britischen Gasversorgers Centrica durch Gazprom verhinderte, drohte Gazprom-Chef Alexej Miller, der Absichterkl&auml;rung von Pr&auml;sident Putin zum Trotz, dass das Gas nicht f&uuml;r alle reiche. &bdquo;Wenn die europ&auml;ischen L&auml;nder die T&auml;tigkeit Gazproms auf dem europ&auml;ischen Markt einschr&auml;nken, so f&uuml;hrt das nicht zu guten Resultaten.&ldquo; <br />Damit reduziert sich das Motto, eine Energieversorgung f&uuml;r &bdquo;reiche und arme L&auml;nder&ldquo; zu sichern, zu einer Floskel. Vielmehr f&auml;hrt Gazprom mit Drohungen fort, Erdgaslieferungen an die Ukraine, Georgien, Armenien und Moldawien einzustellen, falls diese Staaten nicht bereit sind Weltmarktpreise zu bezahlen. Zudem versucht das Unternehmen &uuml;ber das Druckmittel die europ&auml;ische Erdgasversorgung zu reduzieren, freien Zugang f&uuml;r Investitionen und &Uuml;bernahmen in der Europ&auml;ischen Union durchzusetzen.<br />Die Regierung in Moskau erkl&auml;rte indessen, das diese aggressive Preis- und Expansionspolitik notwendig sei, um die Modernisierung Russlands mit Hilfe der Erdgas-Milliarden voranzutreiben. Laut Gazprom-Manager Alexander Medvedev verlangten ernsthafte Investitionen im Gassektor den Unterhalt und Ausbau des Transportsystems. Dies erfordere einen &Uuml;bergang zu marktwirtschaftlichen Preisen und zwar unabh&auml;ngig von der fr&uuml;heren Zugeh&ouml;rigkeit der einzelnen Staaten zur UdSSR. Der Gasmarkt m&uuml;sse sich, genau wie der Erd&ouml;lmarkt, marktwirtschaftlich entwickeln.<br />Hinter dieser Form der Energiepolitik verbirgt sich jedoch mehr als die Durchsetzung von angeblichen Weltmarktpreisen. Transparent wird dieser Aspekt besonders im Falle der ehemaligen Sowjetrepubliken wie der Ukraine.<br />In der Hoffnung auf eine erneute Ann&auml;herung im Rahmen der &bdquo;eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft&ldquo; hatte Russland nach dem Ende der Sowjetunion 15 Jahre Erdgas zu Sonderkonditionen an die Ukraine, Georgien, Moldawien und Armenien geliefert. Nach den dortigen gesellschaftlichen Umbr&uuml;chen und der anschlie&szlig;enden Hinwendung zum Westen sollte nun diese Vorzugsbehandlung, die Russland jedes Jahr mehrere Milliarden Euro kostete, beendet werden.<br />Der exemplarische Streit um Gaslieferungen zwischen Moskau und Kiew hat jedoch ein langes Vorspiel. Er begann bereits im Februar 1993, als Gazprom mit dem Vorwurf des Diebstahls und ausbleibender Zahlungen die Gaszufuhr abzuschalten drohte. Am 1. Januar diesen Jahres setzte Gazprom die Drohung in die Tat um, da Kiew der Preiserh&ouml;hung nicht nachkam und angeblich weitere 95 Mio. m3 Erdgas aus den Transitpipelines entwendet hatte. Nach Wiederaufnahme der Lieferung gestand Kiew Ende Januar tats&auml;chlich ein, aufgrund des strengen Winters 70 Mio. m3 mehr Gas als &uuml;blich entnommen zu haben: &bdquo;Wir sind unseren Kollegen dankbar, dass die Lieferung von Gas ohne Unterbrechungen erfolgt. Das sind wahrhaft partnerschaftliche Beziehungen.&ldquo;<br />Dank dieser neuen Freundschaft verkauft Gazprom nun Gas f&uuml;r 230 US-Dollar pro 1000 m3 an UkrGasEnergo, an dem Naftogas Ukrainy und das russisch-ukrainische, im schweizerischen Zug registrierte Unternehmen RosUkrEnergo beteiligt sind. Weitere Anteilseigner sind &uuml;ber die Gazprombank die &ouml;sterreichische Raiffeisen Investment, die Dresdner Bank und Deutsche Bank. UkrGasEnergo wiederum, dessen Vorstandsvorsitzender Alexander Rjasanow zugleich Gazprom-Vizevorstand ist, vermischt das russische mit billigem zentralasiatischem Gas und leitet es f&uuml;r 95 US-Dollar pro 1000 m3 an Kiew weiter. Dieses Abkommen gilt f&uuml;r f&uuml;nf Jahre. Kiew wiederum kompensiert die Teuerung &uuml;ber h&ouml;here Transitpreise, die sich zuk&uuml;nftig auf 1,60 statt 1,09 US-Dollar f&uuml;r 1000 m3 je 100 km Strecke belaufen.<br />Damit sind, zumindest vorl&auml;ufig, auch die &ndash; w&auml;hrend des Streits in einigen L&auml;ndern zur&uuml;ckgegangenen &ndash; Lieferungen in die Europ&auml;ische Union gesichert. Tats&auml;chlich wird Erdgas im Energiemix der EU eine wachsende Rolle als zukunftstr&auml;chtige, umweltfreundlichere Alternative zu Erd&ouml;l und Kohle spielen.So ist der Anteil des Erdgases am Prim&auml;renergieverbrauch der EU-15 zwischen 1993 und 2002 von 18,8 auf 23,8 Prozent gestiegen. Hochrechnungen projizieren den Erdgasanteil am Energiemix f&uuml;r das Jahr 2020 bereits auf rund 40 Prozent.Derzeit deckt Westeuropa &uuml;ber die H&auml;lfte seines Gasverbrauchs selbst, vor allem &uuml;ber Gro&szlig;britannien (22 Prozent), Norwegen (15 Prozent) und die Niederlande (13 Prozent). Die EU-internen Reserven neigen sich jedoch dem Ende zu. <br />Dies f&uuml;hrt zu einer steigenden Importabh&auml;ngigkeit und wirft die Frage auf, aus welchen L&auml;ndern die EU in Zukunft ihren Gasverbrauch decken wird. Momentan sind dies vor allem Russland mit 27 Prozent und Algerien mit rund 12 Prozent des EU-Bedarfes. Da Algerien jedoch &uuml;ber lediglich 2,5 Prozent der weltweiten Reserven verf&uuml;gt, besitzt es &ndash; im Gegensatz zu Russland mit 26,7 Prozent Weltmarktanteil &ndash; kaum Kapazit&auml;ten, seinen Marktanteil auszubauen. Eine zu hohe Abh&auml;ngigkeit von Russland kann jedoch, wie die Beispiele Georgien und Ukraine gezeigt haben, sehr schnell zu politischer und wirtschaftlicher Erpressbarkeit f&uuml;hren. Ginge es dem Kreml n&auml;mlich tats&auml;chlich blo&szlig; um die Durchsetzung der &bdquo;Weltmarktpreise&ldquo;, w&auml;re schwer zu erkl&auml;ren, warum die Ukraine ein Jahr nach der &bdquo;Orange-Revolution&ldquo; einer Preiserh&ouml;hung unterliegt, sich in Belarus an der f&uuml;r das Land g&uuml;nstigen Praxis jedoch bis heute nichts ge&auml;ndert hat (vgl. Tab. 1). <br />Zun&auml;chst stellt sich deshalb die Frage, ob &uuml;berhaupt ein international einheitlicher Gasmarkt mit einem international einheitlichen Gaspreis existiert, an dem sich die russischen Preise gegebenenfalls orientieren.</b></p>
<p>Tabelle 1: Preise f&uuml;r von Gazprom geliefertes Gas (US-Dollar pro 1000 m3)</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="420" border="1">
<colgroup>
<col width="182">
<col width="121">
<col width="103"></colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Land</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 2005&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;2006&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Bundesrepublik&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;200</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">250</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Slowakei,</p>
<p>&nbsp;Slowenien</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;180</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">250</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Westeuropa</p>
<p>(Durchschnitt)</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;174</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">250</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Polen</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;120</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">250</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;T&uuml;rkei</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;75</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">250</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Estland,Lettland</p>
<p>&nbsp;Litauen</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;85-95</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">120-125</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Moldawien</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;80</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">160</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Georgien</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;68</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">110</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Aserbaidschan</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;60</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">110</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Armenien</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;56</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">110</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Ukraine</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;50</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">95</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Wei&szlig;russland</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;47</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">47</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="182">
<p class="bodytext">&nbsp;Russland</p>
</td>
<td width="121">
<p class="bodytext">&nbsp;38</p>
</td>
<td width="103">
<p class="bodytext">46</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Quellen: Bofit Weekly (www.bof.fi/bofit/eng/3weekly/w06/w012006.pdf) sowie Gazprom online (<a href="http://eng.gazpromquestions.ru/page9.shtml" target="_blank" rel="noopener">http://eng.Gazpromquestions.ru/page9.shtml</a>).</p>
<h5>Der dreiteilige Gasmarkt</h5>
<p>Tats&auml;chlich besteht bis heute im Gassektor weder ein einheitlicher Markt noch ein einheitlicher Weltmarktpreis. Der Markt ist vielmehr in drei Teilbereiche unterteilt: Asien, Nordamerika und Europa. Diese Besonderheit des Gasmarktes beruht zun&auml;chst auf der komplizierten Struktur des Rohstoffs, n&auml;mlich seiner Fl&uuml;chtigkeit, die einen Transport nur per Pipeline oder als &bdquo;verfl&uuml;ssigtes Gas&ldquo; per Schiff zul&auml;sst. Demzufolge werden Nordamerika und Europa haupts&auml;chlich &uuml;ber Pipelines, der asiatische Markt dagegen &uuml;berwiegend &uuml;ber Fl&uuml;ssiggas versorgt.<br />Auch die Preisbildung ist alles andere als frei. Die Preise orientieren sich einerseits am &Ouml;lpreis. Andererseits resultieren sie ma&szlig;geblich aus den Eigentumsverh&auml;ltnissen der Energiekonzerne an den Pipelines. <br />Weil der Gastransport in jeglicher Form sehr aufw&auml;ndig und teuer ist, werden Gasfelder grunds&auml;tzlich erst dann erschlossen, wenn das dort vermutete Gas vollst&auml;ndig verkauft ist. Seit Beginn der industriellen Vermarktung in den 60er Jahren verpflichtet sich der Produzent in Langzeitvertr&auml;gen, eine bestimmte Menge Gas pro Jahr zu liefern. Der K&auml;ufer verpflichtet sich wiederum, eine festgelegte Menge zu zahlen, unabh&auml;ngig davon, ob er diese Menge sp&auml;ter auch tats&auml;chlich nachfragt (&bdquo;Take-or-Pay&ldquo;). Wegen der sehr langen Laufzeiten werden in der Regel keine konkreten Festpreise vereinbart. Stattdessen werden Preisanpassungen vorgenommen oder Bedingungen f&uuml;r Nachverhandlungen spezifiziert. Die Bestimmung des Preises erfolgt dabei h&auml;ufig durch eine so genannte Netback-Rechnung. Der Netback -Marktwert f&uuml;r eine spezifische Kundengruppe errechnet sich am Ort des Imports durch den niedrigsten Preis eines konkurrierenden Energietr&auml;gers, abz&uuml;glich der Kosten f&uuml;r Transport, Speicherung, Messung, Steuern etc. In den meisten EU-Staaten ist Heiz&ouml;l die ma&szlig;gebliche &bdquo;energetische Leitw&auml;hrung&ldquo;. Durch eine um sechs Monate verz&ouml;gerte Preisbildung (&bdquo;anlegbarer Gaspreis&ldquo;) wird die Konkurrenzf&auml;higkeit und Absatzsicherheit von Erdgas zus&auml;tzlich gesichert. Dieses System der Bindung an den &Ouml;lpreis ist die Basis f&uuml;r den Markterfolg des Erdgases. <br />Auch auf M&auml;rkten, wo es keine &Ouml;lpreisbindung gibt, beispielsweise in den USA und Gro&szlig;britannien, orientieren sich die Gaspreise an den &Ouml;lpreisen, wenn auch mit h&ouml;herer Volatilit&auml;t. Parallel zum &Ouml;lpreis sind die Gaspreise auf den dortigen Spotm&auml;rkten gestiegen, was den Marktzusammenhang zwischen beiden Energien best&auml;tigt. Diese Preisbildung f&uuml;hrt dazu, dass selbst eine scheinbare Entkopplung des Gaspreises vom &Ouml;lpreis keine Preissenkung nach sich zieht, da sich die Gaspreise an den Spotm&auml;rkten weiter an den &Ouml;lpreisen auf den Spotm&auml;rkten orientieren. Eine echte Entkopplung der Gaspreise w&uuml;rde somit erst dann eintreten, wenn eine Vielzahl von Produzenten unabh&auml;ngig von Langzeitvertr&auml;gen den Markt versorgen w&uuml;rde. Zudem wird eine Liberalisierung und Entkopplung weiterhin zu steigenden Gaspreisen f&uuml;hren, wie am britischen Markt abzulesen ist.<br />Diese Prognose l&auml;sst sich angesichts der Entwicklungen im konkurrierenden &Ouml;lmarkt best&auml;tigen: Auf dem &Ouml;lmarkt liegt der Anteil der Langzeitvertr&auml;ge zwar bei rund 60 Prozent; die Preise orientieren sich hier jedoch an den Spotm&auml;rkten, wo kurzfristig Roh&ouml;l oder Mineral&ouml;lprodukte im Umfang von immerhin 40 Prozent des gesamten &Ouml;lmarktes gehandelt werden. Da es beim Erdgas zurzeit jedoch keine gro&szlig;en frei verf&uuml;gbaren Mengen gibt, bestimmt hier, anders als beim Erd&ouml;l, der Spotmarkt nicht den Preis der Langzeitvertr&auml;ge. Im Gegenteil: Weil die steigende Nachfrage stets gr&ouml;&szlig;er ist als die vier bis sechs Prozent frei verf&uuml;gbaren Gases, sind die Preise auf den Spotm&auml;rkten zumeist h&ouml;her als die der Langzeitvertr&auml;ge. Grundlage der Preisbildung bleibt also auch auf den kleinen Gas-Spotm&auml;rkten die Entwicklung der Preise bei den Langzeitliefervertr&auml;gen. Angesichts des geringen Volumens auf den Spotm&auml;rkten blockieren die auf dem Prinzip &bdquo;Take-or-Pay&ldquo; abgeschlossenen Langzeitliefervertr&auml;ge somit die Liberalisierung des gesamten europ&auml;ischen Energiemarktes. <br />Die Energiekonzerne nutzten ihrerseits bis vor kurzem den fehlenden Wettbewerb auf dem europ&auml;ischen Gasbinnenmarkt, um durch ihr Monopol auf das Pipelineeigentum die Preise einfach festzusetzen. Um diese Monopolstruktur aufzuheben und die Gasversorgung der EU weiterhin zu sichern, wurde &uuml;ber EU-Direktiven versucht, den Binnenmarkt zu liberalisieren und die Gaslieferanten zu diversifizieren. Durch die Einf&uuml;hrung des &bdquo;Third Party Access&ldquo; ist seit Kurzem der Zugang von Drittanbietern zu den Pipelines und damit zum Markt sichergestellt; die Existenz des &bdquo;Take-or-Pay&ldquo; k&ouml;nnte dadurch wenigstens mittelfristig in Frage gestellt werden.<br />Die Unabh&auml;ngigkeit von den Pipelineeigent&uuml;mern w&uuml;rde auch durch die Erh&ouml;hung des Fl&uuml;ssiggas-Anteils vergr&ouml;&szlig;ert. Durch eine Beschleunigungsdirektive wurde deshalb auch der Bau der f&uuml;r die verst&auml;rkte Nutzung von Fl&uuml;ssiggas erforderlichen Liquified-Natural-Gas (LNG) Entladeterminals bef&ouml;rdert. Die Internationale Energiebeh&ouml;rde (IEA) rechnet bis 2030 mit einer Versechsfachung der europ&auml;ischen Fl&uuml;ssiggas-Importe; deren Anteil am europ&auml;ischen Gasaufkommen insgesamt wird in Folge dieses Trends von 8,6 auf etwa 27 Prozent steigen.<br />Aufgrund der weiter existierenden Dreiteilung des Marktes in Nordamerika, Europa und Asien wird ein einheitlicher Weltmarkt jedoch bis auf weiteres ebenso wenig zustande kommen wie ein einheitlicher Weltmarktpreis. Damit die Liberalisierung des Gasmarktes samt einheitlichem Gaspreis tats&auml;chlich fortschreitet, m&uuml;ssten die Produzenten und Quellen weiter diversifiziert und zus&auml;tzliche Fl&uuml;ssiggas-Systeme aufgebaut werden. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass gerade Russland in diesem Zusammenhang &ndash; entgegen der Behauptung seiner politischen F&uuml;hrung &ndash; ein stark bremsender Akteur ist. Dies ist explizit im Vorgehen Russlands gegen&uuml;ber seinem &bdquo;Nahen Ausland&ldquo; festzustellen.</p>
<h5>Russlands dreidi&shy;men&shy;si&shy;o&shy;nale Energie&shy;ver&shy;mark&shy;tungs&shy;stra&shy;tegie</h5>
<p>W&uuml;rde Russland als wichtigster Produzent f&uuml;r den Gasmarkt der EU tats&auml;chlich einen einheitlichen Preisbildungsmechanismus anstreben, m&uuml;sste es seine Preise standardisieren und die Preisspanne minimieren. So m&uuml;sste beispielsweise Wei&szlig;russland anstatt derzeit 47 US-Dollar bei der Orientierung an &bdquo;Weltmarktpreisen&ldquo; ebenfalls 250 US-Dollar bezahlen.<br />Davon kann jedoch keine Rede sein. Das &bdquo;Privileg&ldquo; Wei&szlig;russlands ist vielmehr Folge seiner partiellen Souver&auml;nit&auml;tsaufgabe: Da Minsk einer Preiserh&ouml;hung von 30 auf 46 US-Dollar nicht nachkam, stoppte Gazprom am 26. Januar 2004 die Gaslieferungen. Sie wurden aber einen Tag sp&auml;ter wieder aufgenommen, da Minsk nicht nur den h&ouml;heren Preis akzeptierte, sondern Gazprom auch partielle Kontrolle &uuml;ber seine Pipelines &uuml;berlie&szlig;. Gazprom-Manager Medvedev begr&uuml;ndet den inzwischen auf 47 US-Dollar gestiegenen Preis damit, dass Russland und Wei&szlig;russland einen Unionsstaat aufbauen, die &bdquo;Yamal-Europa-Pipeline&ldquo; fast zur G&auml;nze von Gazprom kontrolliert wird und die Verhandlungen &uuml;ber Beltransgas, die zur vollst&auml;ndigen Kontrolle Gazproms &uuml;ber das wei&szlig;russische Gastransportsystem f&uuml;hren sollen, wieder aufgenommen wurden.Die angek&uuml;ndigten Erh&ouml;hungen des Gaspreises f&uuml;r Belarus auf Weltmarktniveau zum 1. Januar 2007 dienen in diesem Zusammenhang dazu, die Verhandlungen zu beschleunigen und die russische Position zu st&auml;rken.<br />So wird deutlich, dass im Gasstreit mit Minsk es also nicht prim&auml;r um den russischen Willen zu h&ouml;heren Preisen geht. Russland sieht vielmehr in der Kontrolle des Erdgasversorgungnetzes ein strategisches Instrument, um seinen politischen Einfluss im &bdquo;Nahen Ausland&ldquo; zu erhalten. Umgekehrt folgt aus dieser Zielsetzung, dass Moskau die Westorientierung der Ukraine und Georgiens nicht auch noch subventionieren m&ouml;chte.<br />Der Kreml verfolgt dabei eine dreidimensionale Expansionspolitik: die Kontrolle der Gasreserven der Kaspischen Region, den Aufbau von Anteilen an der europ&auml;ischen Gasversorgung sowie die Anlockung von ausl&auml;ndischen Direktinvestitionen zum Ausbau der russischen Energieinfrastruktur. Diese Strategie steckt hinter der Ende 2005 von Pr&auml;sident Wladimir Putin ausgegebenen Zielsetzung, die &bdquo;Energiesupermacht Russland&ldquo; aufzubauen. Dazu m&uuml;sse das Land, so Putin, die gesamte exportorientierte Rohstoffinfrastruktur unter staatliche Kontrolle bekommen, autarke Rohstofftransportrouten aufbauen, die Diversifizierung von Abnehmern durchsetzen, die Expansion transnationaler Gesellschaften in strategisch wichtigen Regionen bremsen sowie die Kontrolle &uuml;ber Infrastrukturnetze im GUS-Raum &uuml;bernehmen. Sobald die gr&ouml;&szlig;ten russischen Rohstoffkonzerne eine einheitliche Strategie zur Erschlie&szlig;ung der Weltm&auml;rkte konzipierten, werde die Energiesupermacht Realit&auml;t.<br />Insbesondere von der Einbindung der EU in das russische Energiewirtschaftssystem erhofft sich Moskau gro&szlig;e wirtschafts- und machtpolitische Dividenden. Seit Oktober 2000 verhandeln die EU und Russland &uuml;ber ein Abkommen f&uuml;r eine strategische Energiepartnerschaft, das die Versorgung der EU auf lange Sicht sichern und Eckpfeiler einer gemeinsamen Strategie f&uuml;r nachhaltige Entwicklung werden soll. Das Abkommen beinhaltet garantierte Lieferungen von Energietr&auml;gern und -produkten zu kalkulierbaren Preisen &uuml;ber mindestens 20 Jahre. Im Gegenzug wird die EU in die russische Energiewirtschaft und -infrastruktur investieren sowie eine Pipeline bauen, die die EU direkt mit Russland verbindet. <br />Neben diesen Vereinbarungen tragen die steigenden Energiepreise zu hohen Einnahmen und zum wachsenden Selbstbewusstsein der politischen F&uuml;hrung in Moskau bei. Die Idee, dass die angeschlagene Atommacht als Energiegro&szlig;macht ihre Schl&uuml;sselrolle in der Weltpolitik wiedergewinnen soll, wurde mit Hilfe der autorit&auml;ren russischen Pr&auml;sidialverwaltung konsequent umgesetzt: Zuerst wurde Ende 2003 Yukos-Chef Michail Chodorkowski inhaftiert und sein Konzern zerschlagen. Dabei wurden nach einen Gerichtsbeschluss von Ende 2004 die verbliebenen Yukos-Anteile am &Ouml;lkonzern Sibneft in H&ouml;he von 34,5 Prozent zur Zahlung der Steuerschulden an den russischen Staat gesperrt. Mit einer &Uuml;bernahme von Yukos h&auml;tte die Gazpromtochter Gazpromneft ihre F&ouml;rderkapazit&auml;ten auf bis zu 90 Mio. Tonnen &Ouml;l am Tag mehr als verdoppeln k&ouml;nnen. Die Yukos-Tochter Yuganskneftegas wurde jedoch am 19. Dezember 2004 f&uuml;r 9,35 Mrd. US-Dollar an die Baikalfinancegroup versteigert, die wiederum von der halbstaatlichen &Ouml;lfirma Rosneft &uuml;bernommen wurde.<br />W&auml;hrend Moskau eine Beteiligung von US-&Ouml;lfirmen am Yukos-Konzern nicht billigte, scheint man europ&auml;ischen Investitionen gegen&uuml;ber nicht abgeneigt. Ende April 2004 wollte die franz&ouml;sische Total vier Mrd. US-Dollar in Sibneft einbringen und sich ein Vetorecht sichern. Doch dieser Deal platzte; Sibnefts Hauptaktion&auml;re sind jetzt Gazprom mit 55,99 Prozent, Gazprom Finance BV mit 16,67 Prozent und &ndash; mit einer Beteiligung von 20 Prozent &ndash; die Deutsche Bank LLC.</p>
<h5>Wie Gazprom das Erdgas aus der Kaspischen Region kontrol&shy;liert</h5>
<p>Parallel dazu hat Moskau die Kontrolle des Energiesektors im &bdquo;Nahen Ausland&ldquo; ausgebaut und bis nach Saudi-Arabien erweitert. <br />Russland hat inzwischen, trotz anf&auml;nglicher Verluste nach dem Zerfall der Sowjetunion, seine energiepolitische Kontrolle im ressourcenreichen kaspischen Raum wiederhergestellt. Seit Jahren versucht Moskau, den Energiemarkt der gesamten Kaspischen Region zu beherrschen.17 In diesem Sinne ist der russische Stromgigant RAO-UES bestrebt, 40 Prozent des staatlichen Stromproduzenten in Tadschikistan zu &uuml;bernehmen. Bereits Anfang M&auml;rz 2003 kaufte Russland zudem die Stromnetze Armeniens und Georgiens.<br />Neben den Stromnetzen greift Russland &uuml;ber Gazprom auch nach den Gasreserven in der Region. So wurde Ende M&auml;rz 2006 ein Gas-Joint-Venture zwischen Tadschikistan und Gazprom gegr&uuml;ndet. Hierbei stehen Gazprom folgende Gasfelder zur Erschlie&szlig;ung zur Verf&uuml;gung: Sarikamysch, Rengan &ndash; gesch&auml;tzte 40 Mrd. m3 &ndash; sowie Sragason &ndash; gesch&auml;tzte 30 Mrd. m3 &ndash; und Olimtoj. Daneben soll der russische Konzern am Ausbau des Pipelinenetzes der zentralasiatischen Republik, an der &Ouml;lverarbeitung und der Errichtung eines Wasserkraftwerkes teilnehmen.<br />Auch um seine Rolle als Energiepartner der EU weiter auszubauen, treibt Moskau die Expansion auf dem Energiemarkt in der Kaspischen Region voran. So unterzeichnete Lukoil mit der usbekischen Usbekneftegas ein Abkommen &uuml;ber Erdgasf&ouml;rderungen in den Gebieten Buchara und Chiwa im S&uuml;dwesten Usbekistans. Investitionen in der H&ouml;he von rund einer Mrd. US-Dollar &ndash; 90 Prozent Lukoil, zehn Prozent Usbekneftegas &ndash; sollen es erm&ouml;glichen, ab 2007 j&auml;hrlich bis zu 8,8 Mrd. m3 Gas zu f&ouml;rdern und die erforderliche Infrastruktur f&uuml;r Verarbeitung und Transport aufzubauen.20 Mit der &Uuml;bernahme der drei gr&ouml;&szlig;ten Gasvorkommen Usbekistans in Urga, Kuanysch und Aktschalak f&uuml;r 25 Jahre wird Lukoil den Gasexport aus Usbekistan faktisch monopolisieren. Daf&uuml;r fordert Taschkent von Moskau im Gegenzug Hilfe gegen Umsturzversuche und Schutz vor der politischen Einwirkung durch den Westen.<br />In Kasachstan m&ouml;chte Gazprom laut UkrGasEnergo-Chef Rjasanow gro&szlig;e Anteile des Gaspipelinesystems kaufen. Dies bedeute eine &bdquo;Win-Win-Situation&ldquo;, da Gazprom so den Transit von 80 Mrd. m3 Gas aus Usbekistan und Turkmenistan pro Jahr erm&ouml;glichen k&ouml;nnte. Ferner sollten Moskau und Astana eine Zollunion gr&uuml;nden, um eine Gewinnoptimierung zu erzielen und gemeinsam neue M&auml;rkte zu erobern.<br />Bereits Ende Februar 2004 erwarb Gazprom 85,16 Prozent der kirgisischen &Ouml;lgesellschaft Kirgisneft. Am 27. Januar 2006 wurde ein Memorandum &uuml;ber die Gr&uuml;ndung eines Joint Ventures unterzeichnet, welches die Entwicklung der &Ouml;l- und Gasbranche Kirgisistans umfassen soll. F&uuml;r das Land sei es &bdquo;au&szlig;erordentlich wichtig, dass das Flaggschiff der russischen Wirtschaft nun auf den kirgisischen Markt kommt&ldquo;, betonte der kirgisische Pr&auml;sident Felix Kulow.<br />Damit die Interessen Gazproms in Produktion und Transport angemessen ber&uuml;cksichtigt werden, pl&auml;diert Rjasanow f&uuml;r eine koordinierte Gaspolitik in der GUS. Es l&auml;ge im Interesse der betreffenden Staaten, Gas zu einem m&ouml;glichst hohen Preis zu verkaufen. Wenn jedoch jeder Akteur seine Preispolitik individuell bestimme, w&auml;hle der Verbraucher den Verk&auml;ufer und k&ouml;nne jederzeit den Preis dr&uuml;cken.<br />Welche strategischen M&ouml;glichkeiten diese energiepolitische Verzahnung bietet, zeigt der am 11. April 2003 geschlossene Vertrag zwischen Gazprom und Turkmenistan, der Gazprom f&uuml;r die n&auml;chsten 25 Jahre insgesamt zwei Trillionen m3 Erdgas zusichert. Der Preis soll in den ersten drei Jahren bei 44 US-Dollar f&uuml;r 1000 m3 liegen.Doch selbst wenn Aschchabad den Preis ab 2005 auf 60 US-Dollar erh&ouml;hen sollte, bliebe der Transport in die EU, die 250 US-Dollar bezahlt, f&uuml;r Moskau ausgesprochen lukrativ.</p>
<h5>Drohge&shy;b&auml;rden f&uuml;r Preis&shy;er&shy;h&ouml;&shy;hungen</h5>
<p>&Uuml;ber die Politik der Preiserh&ouml;hung versuchte Russland nun, seine Position auszubauen. Nach harten Verhandlungen zahlt bspw. Armenien bis 1. Januar 2009 den &bdquo;Freundschaftspreis&ldquo; von 110 Dollar pro 1.000 m3. Als Gegenleistung bekommt Gazprom einige Eigentumswerte, u. a. die f&uuml;r Gazprom strategisch wichtige Gaspipeline aus Iran, die noch in diesem Fr&uuml;hjahr in Betrieb gehen soll. Bei &Uuml;bernahme dieser Pipeline, die &uuml;ber Georgien und die Ukraine nach Westeuropa verl&auml;ngert werden kann, kann Moskau den Transport iranischen Gases bis in die EU kontrollieren. Damit erh&auml;lt vor allem Gazprom im S&uuml;dkaukasus eine Machtposition mit kaum &uuml;berschaubaren Konsequenzen.<br />Doch Russlands energiepolitische Ambitionen reichen inzwischen weit &uuml;ber den Kaukasus hinaus, unter anderem bis in die T&uuml;rkei. 2004 lieferte Moskau bereits 3,2 Mrd. m3 Gas &uuml;ber die 2,7 Mrd. Euro teure &bdquo;Blue-Stream&ldquo;-Pipeline, die durch das Schwarze Meer verl&auml;uft. Bis 2010 sollen die Lieferungen an die T&uuml;rkei auf 16 Mrd. m3 aufgestockt werden. An der Pipeline sind Gazprom, die italienische ENI sowie der t&uuml;rkische Staat beteiligt. Sie erm&ouml;glicht auch Perspektiven f&uuml;r den Transit &uuml;ber die T&uuml;rkei bis nach S&uuml;deuropa und Israel.<br />All dies zeigt die Entschlossenheit Russlands, als &bdquo;Energiesupermacht&ldquo; zum Dreh- und Angelpunkt der eurasischen Zusammenarbeit im Energiesektor zu werden. Um finanz- und energiepolitische Vorteile zu akkumulieren, erweitert Moskau schrittweise den Radius seiner Energie-Interessen &ndash; bis nach Saudi-Arabien, Indien und in den Iran. So hat Gazprom bereits seine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, an der mit sieben Mrd. US-Dollar veranschlagten Pipeline &bdquo;Iran-Pakistan-India&ldquo; (IPI) mitzuwirken, und auch der russische Staat wird sich an den politischen Risiken des Projekts beteiligen.<br />Ein weiteres Beispiel f&uuml;r den russischen Einflusszuwachs ist Saudi-Arabien, das sich jahrzehntelang &ouml;konomisch und politisch an den USA orientierte. Nach den Anschl&auml;gen vom 11. September 2001 k&uuml;hlten die Beziehungen jedoch ab. Seitdem bem&uuml;ht sich das Land, seine internationalen Beziehungen auch in Richtung Russland auszubauen. Die beiden Staaten sind die gr&ouml;&szlig;ten Erd&ouml;lexporteure der Welt; von ihrer Koordination h&auml;ngt die Preisstabilit&auml;t auf dem Welterd&ouml;lmarkt ab. Saudi-Arabien setzt sich deshalb f&uuml;r einen Beobachterstatus Moskaus in der OPEC ein. Der Einstieg Russlands in den Saudi-arabischen Gasmarkt k&ouml;nnte umgekehrt k&uuml;nftig eine gr&ouml;&szlig;ere Kompromissbereitschaft Moskaus bei Verhandlungen &uuml;ber den Welt&ouml;lpreis zur Folge haben.<br />Das Engagement von Lukoil soll schlie&szlig;lich auch im Irak fortgesetzt werden. Dort wurde im M&auml;rz 2004 zwischen dem Konzern und dem irakischen &Ouml;lministerium eine Absichtserkl&auml;rung &uuml;ber gegenseitige Kooperation bei Vertr&auml;gen aus der Zeit vor der US-Intervention unterzeichnet.</p>
<h5>Gaskon&shy;trolle als Grundlage eines &bdquo;liberalen Imperiums&ldquo;</h5>
<p>Im Rahmen seiner Energieexpansionspolitik versucht Russland &uuml;ber die Integration der Staaten im GUS-Raum einen einheitlichen Wirtschaftsraum aufzubauen. Der Direktor des Stromgiganten EES Rossii, Anatoli Tschubais, sprach bereits von einem &bdquo;liberalen Imperium&ldquo;.<br />Dieser Plan alarmierte jedoch die US-Regierung. Der ehemalige CIA-Direktor George Tenet bezeichnete die energiepolitische Expansion Russlands als Gefahr f&uuml;r die strategischen Interessen der USA. Trotzdem meldeten sich die Vereinigten Staaten nach den Anschl&auml;gen im Nordkaukasus vom Januar nur sehr zur&uuml;ckhaltend zu Wort; das US-Au&szlig;enministerium forderte Russland lediglich zur Aufkl&auml;rung der Ursachen der Detonationen auf. Im Fall der Ukraine konzedierte Washington, dass Russland seine Energieexportpreise auf Weltmarktniveau anheben k&ouml;nne, pl&auml;dierte aber gleichzeitig daf&uuml;r, dass der Ukraine mehr Zeit f&uuml;r den &Uuml;bergang gew&auml;hrt werden solle.<br />Auch in Berlin wurde nur vorsichtig Druck auf Russland ausge&uuml;bt. Wirtschaftsminister Michael Glos betonte, dass die Bundesregierung sich &uuml;berlegen m&uuml;sse, ob der russische Anteil am deutschen Energiemix (derzeit 36 Prozent) wie geplant erh&ouml;ht werden solle. Der au&szlig;enpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gert Weisskirchen, verlangte Konsequenzen f&uuml;r den Fall, dass Russland seine &bdquo;Monopolmacht&ldquo; missbrauche. So k&ouml;nne man etwa im Kreise der G8 auf das Neumitglied Russland einwirken.<br />F&uuml;r diese zur&uuml;ckhaltende Kritik hat der Duma-Abgeordnete Valentin Iwanow eine &auml;u&szlig;erst plausible Erkl&auml;rung: Die EU muss n&auml;mlich k&uuml;nftig mit China, Japan und den USA um russische Erdgaslieferungen konkurrieren. Daher sei es von besonderer Bedeutung, dass mit dem Baubeginn der Ostseepipeline k&uuml;nftige Lieferungen aus Sibirien rechtzeitig abgesichert werden. Dass im Jahr 2008 Fl&uuml;ssiggas-Lieferungen aus Sachalin in die USA und Japan durchgef&uuml;hrt werden sollen und au&szlig;erdem bereits der Bau einer Gasleitung nach China (und eventuell S&uuml;dkorea) realisiert wird, best&auml;tigt den wachsenden energiepolitischen Konkurrenz- und Handlungsdruck.</p>
<h5>Europ&auml;ische Investoren und der russische Gasmarkt</h5>
<p>Seit 2001 bef&uuml;rwortet Russland auch eine internationale Kapitalpr&auml;senz auf dem russischen Markt. Man verspricht sich hiervon eine Erweiterung der Kapitalbasis und die Modernisierung der Energieinfrastruktur. Auch aus diesem Grund werden die russischen Energieexporte in die EU inzwischen auf Euro-Basis abgewickelt.<br />Einer der gr&ouml;&szlig;ten ausl&auml;ndischen Investoren im Energiesektor Russlands ist Gro&szlig;britannien. 2003 hatte BP mit der russischen Alpha-Group die Gr&uuml;ndung des milliardenschweren Gemeinschaftskonzerns TNK-BP beschlossen. Shell investierte seitdem ebenfalls 5,5 Mrd. US-Dollar in die Ausbeutung von &Ouml;lfeldern vor Sachalin, wo 185 Mio. Tonnen Erd&ouml;l und 800 Mrd. m3 Erdgas vermutet werden. Ab 2009 will Shell in Salym t&auml;glich 120 000 Barrel &Ouml;l f&ouml;rdern. Im September 2003 verhandelte Gazprom-Chef Alexej Miller auch &uuml;ber Gaslieferungen in die USA, auf die ein Viertel des weltweiten Gasverbrauchs entf&auml;llt. Er forderte die USA auf, sich an der Erschlie&szlig;ung des attraktiven Shtockman-Feldes und am Aufbau von Fl&uuml;ssiggas-Anlagen zu beteiligen.<br />Auch die deutsche Industrie soll sich an russischen Konzernen beteiligen. Die Teilhabe von Ruhrgas an Gazprom wird beispielsweise zu Investitionen in Sibirien und indirekten Beteiligungen im &bdquo;Nahen Ausland&ldquo; f&uuml;hren. Grund f&uuml;r diese strategische Zusammenarbeit ist das Bestreben der deutschen Energiewirtschaft, die im Erd&ouml;lgesch&auml;ft keine bedeutende Rolle spielt, im globalen Strom- und Gassektor zu Global Players aufzusteigen.<br />Moskau ist der Ansicht, dass die solide makro&ouml;konomische Lage im russischen Energiesektor ein positives Signal f&uuml;r deutsche Investoren ist. Durch Umstellung der Rechnungslegung auf Weltstandard werden die korporativen Regeln russischer Unternehmen transparenter, wodurch nun auch Versicherungsgesellschaften und private Pensionsfonds auf den russischen Markt gelangen. Auch deutsche Konzerne wollen sich hier zunehmend durchsetzen. So &uuml;bernahm die Deutsche Bank 2005 das f&uuml;hrende russische Finanzunternehmen &bdquo;Investmentbank United Financial Group&ldquo; (UFG). Sie erhofft sich dadurch eine St&auml;rkung ihrer Position auf den russischen Aktien-, Anleihen- und Derivatm&auml;rkten. Im Dezember 2005 kaufte die Dresdner Bank f&uuml;r rund 810 Mio. US-Dollar 33,3 Prozent der Gazprombank. Die drittgr&ouml;&szlig;te Kreditanstalt Russlands wurde bis dahin von Gazprom kontrolliert. Dank der erworbenen Anteile an der Gazprombank sind am ukrainisch-russischen Joint Venture RosUkrEnergo auch Dresdner Bank und die &ouml;sterreichische Raiffeisen Investment beteiligt. Sie teilen sich somit mit Gazprom die Dividenden aus dem ukrainischen Gassektor.</p>
<h5>Ostsee&shy;pi&shy;pe&shy;line: Der Gipfel der Zusam&shy;me&shy;n&shy;a&shy;r&shy;beit</h5>
<p>Als H&ouml;hepunkt der Zusammenarbeit im Energiesektor besiegelten im September 2005 Gazprom, Wintershall und E.ON den Bau der rund vier Mrd. Euro teuren Ostseepipeline, die bis 2010 fertig gestellt sein soll. Laut Altbundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der, neuerdings Aufsichtsratsmitglied der deutsch-russischen Gaspipeline-Gesellschaft NEGP (51 Prozent Anteil Gazprom), sichert sich die Bundesrepublik damit auf Jahrzehnte einen Gro&szlig;teil ihrer Energieversorgung. Durch die Pipeline sollen zun&auml;chst j&auml;hrlich 27,5 Mrd. m3 des gr&ouml;&szlig;tenteils aus Westsibirien stammenden Gases in Westeuropa verteilt werden. Sp&auml;ter soll die Menge auf mehr als 50 Mrd. m3 steigen.<br />Total und Gazprom haben inzwischen die gemeinsame Erschlie&szlig;ung des Shtockman-Vorkommens in Sibirien und die Fl&uuml;ssiggas-Herstellung aus diesen Vorr&auml;ten er&ouml;rtert. An der ersten Phase der Erschlie&szlig;ung sind ferner Statoil, Chevron, Hydro und ConocoPhillips beteiligt, aus deren Kreis auch die zwei bis drei Partner f&uuml;r ein Konsortium kommen sollen. Daneben wollen Total und Gazprom in Zukunft auch bei Projekten in Drittl&auml;ndern kooperieren. Dies betrifft unter anderem das iranische Vorkommen &bdquo;S&uuml;dpars&ldquo; im Persischen Golf.<br />Trotz der im Ukraine-Gasstreit wurzelnden Vorbehalte sind auch Konzerne jenseits des Atlantiks an einer strategischen Zusammenarbeit mit Russland interessiert. Mitte Januar er&ouml;rterten Manager von PetroCanada und Gazprom die Realisierung eines Gemeinschaftsprojektes zur Produktion und Ver&auml;u&szlig;erung von russischem Fl&uuml;ssiggas. Bereits im Oktober 2004 war eine Absichtserkl&auml;rung &uuml;ber Fl&uuml;ssiggas-Lieferungen auf den nordamerikanischen Markt ab 2009 unterzeichnet worden.<br />Auf diese Weise ist Russland zum &bdquo;nat&uuml;rlichen&ldquo; Energielieferanten Europas, der USA und Ostasiens herangereift; die umfangreichen Energievorr&auml;te wie die geographische N&auml;he, aber auch die genannten Kooperationen, finanziellen M&ouml;glichkeiten und die milit&auml;rische Macht, die Sicherheit der Transporte zu garantieren, begr&uuml;nden diesen einzigartigen Status. Im Unterschied zum energiereichen, aber politisch instabilen Nahen Osten ist Russland bisher ein insgesamt stabiler und verl&auml;sslicher Handelspartner. Hauptprofiteur der Zusammenarbeit ist die russische Regierung, die den Staatshaushalt &uuml;ber die Energiepolitik seit 1999 weitgehend sanieren konnte; ca. 230 Mrd. US-Dollar Zentralbankreserven sind hierf&uuml;r ein eindrucksvoller Beleg. Weitere Gewinner sind europ&auml;ische Banken und Energiekonzerne, die &uuml;ber Joint Ventures an den russischen Energieressourcen partizipieren. Aber auch die EU gewinnt bei der Zusammenarbeit, nicht zuletzt &uuml;ber den Handel der russischen Energieressourcen in Euro. Die entscheidende Frage, wie lange und in welchem Umfang Russland die Energiesicherheit Europas tats&auml;chlich garantieren kann, bleibt jedoch weiter offen.</p>
<h5>Gazprom als Garant der Energie&shy;si&shy;cher&shy;heit der EU?</h5>
<p>Nach Angaben der russischen Regierung wird der Anteil russischen Erd&ouml;ls an den europ&auml;ischen Importen zwischen 2000 bis 2020 von 30 auf 27 Prozent zur&uuml;ckgehen; beim Erdgas wird mit einem drastischen R&uuml;ckgang von etwa 70 auf 30 Prozent gerechnet. Aus diesem Grund wird Europa in Zukunft vermehrt auf Erdgas aus Afrika, dem Nahen Osten und dem Kaspischen Raum angewiesen sein.<br />Russland bem&uuml;ht sich, seine strategische Rolle auf dem europ&auml;ischen Gasmarkt dadurch aufrechtzuerhalten, dass es die postsowjetischen Nachbarstaaten dazu dr&auml;ngt, Erdgas an Russland zu verkaufen &ndash; das man anschlie&szlig;end gewinnbringend weiter ver&auml;u&szlig;ern kann. Bereits heute stammen 15 Prozent der Gasexporte Russlands aus seinem &bdquo;Nahen Ausland&ldquo;.<br />Der Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland, aber auch die Preiserh&ouml;hungen im Energiesektor haben jedoch in der EU eine grunds&auml;tzliche Debatte &uuml;ber seine zuk&uuml;nftige Energiesicherheitsstrategie angesto&szlig;en. Nicht nur die &ouml;sterreichische EU-Ratspr&auml;sidentschaft, die beim EU-Gipfel im M&auml;rz die Energieversorgung als zentrales Thema auf die Agenda setzte, bef&uuml;rwortet erneuerbare Energien und pl&auml;diert daf&uuml;r, dass Europa seine Quellen und Lieferwege f&uuml;r Gas und &Ouml;l weiter diversifiziert und Energie effizienter nutzt.<br />Der wissenschaftliche Leiter des Instituts f&uuml;r Globalisierungsprobleme in Moskau, Michail Deljagin, ist jedoch der Ansicht, dass die Suche der EU nach neuen Lieferanten illusorisch bleibt, da es keinen weiteren auch nur ann&auml;hernd gleich gro&szlig;en Energie-Produzenten gibt. Hinzu kommt, so der Leiter des Lehrstuhls &Ouml;l- und Gasgeologie der Moskauer Hochschule f&uuml;r Energiewirtschaft Nikolai Jaremtschuk, dass auf dem internationalen Gasmarkt gro&szlig;e Ver&auml;nderungen zugunsten der Produzenten anstehen, da der Gebrauch von Fl&uuml;ssiggas immer rentabler werde: Der Transport wird billiger, die Ressource dagegen teurer. Allerdings erh&ouml;he sich nicht nur die europ&auml;ische Abh&auml;ngigkeit von Lieferungen aus Russland; auch Russlands Abh&auml;ngigkeit vom Verkauf der Rohstoffe werde weiter steigen.</p>
<h5>Die Kaspische Region und Iran als Alternative zu Gazprom</h5>
<p>Die Europ&auml;ische Union unternimmt unterdessen erste Versuche, sich von der Abh&auml;ngigkeit von Russland zu befreien, nachdem es diese zwischen 1997 und 2005 kontinuierlich erh&ouml;hte. So stieg der &Ouml;limport in diesem Zeitraum von 122,6 auf 244,2 Mio. Tonnen und der Gasimport von 116,8 auf&nbsp; 139,8 Mrd. m3. Zu diesem Zweck k&ouml;nnte zuk&uuml;nftig eine in Norwegen entstehende Fl&uuml;ssiggas-Anlage genutzt werden. Der EU-Sonderbeauftragte f&uuml;r den S&uuml;dkaukasus, Heikki Talvitie, verwies ferner auf die Attraktivit&auml;t, die Aserbaidschan als Produzent- und Transitland besitzt. Vor dem Hintergrund, dass Turkmenistan aus der GUS ausgetreten ist und seine Reserven nicht in vollem Umfang nach oder durch Russland leiten m&ouml;chte, bestehen hier in der Tat alternative Optionen.<br />Die EU-L&auml;nder h&auml;tten dar&uuml;ber hinaus auch aus machtpolitischer Sicht allen Grund, mit Turkmenistan ein Abkommen &uuml;ber Erdgaslieferungen zu schlie&szlig;en. Der Transport k&ouml;nnte &uuml;ber den Iran und die T&uuml;rkei abgewickelt werden.Mit einer solchen Pipeline k&ouml;nnten Turkmenistan und Aserbaidschan die L&uuml;cke schlie&szlig;en, die Russland hinterlassen wird (vgl. Tab. 2), aber auch der Iran.<br />Denn auch der Iran besitzt als europ&auml;ischer Energielieferant die n&ouml;tigen Kapazit&auml;ten. Das Land verf&uuml;gt &uuml;ber rund 10 Prozent der globalen &Ouml;l- und etwa 15 Prozent der Erdgasreserven. Volker Perthes zufolge lie&szlig;e sich auf diesem Wege m&ouml;glicherweise sogar der Atomstreit beilegen, wenn der Iran &uuml;berzeugt werden kann, dass Europa tats&auml;chlich an stabilen Beziehungen interessiert ist und das Land als eine ernst zu nehmende regionale Mittelmacht und Europas potentiell wichtigsten energiepolitischen Partner im Nahen Osten akzeptiert.<br />Aufgrund der gewaltigen Gasvorkommen in der Persischer Golf und Kaspischen Region plant der &ouml;sterreichische Energiegigant OMV bereits die Errichtung einer Pipeline zwischen Europa und Zentralasien sowie dem Nahen Osten. In Kooperation mit der T&uuml;rkei, Bulgarien, Rum&auml;nien und Ungarn wurde am 29. Juni 2005 eine Vereinbarung &uuml;ber ein Joint Venture zur Realisierung der Nabucco-Pipeline unterzeichnet, die vom Iran ausgehend bis nach Wien f&uuml;hren soll. Zudem versucht der Konzern, sein Engagement in der iranischen &Ouml;l- und Gassuche auszuweiten. Im April 2001 unterzeichnete die OMV Iran Exploration GmbH deshalb ein Abkommen mit der National Iranian Oil Company &uuml;ber eine Explorationst&auml;tigkeit von vier Jahren in der Region Zagros. Die Arbeiten konzentrieren sich auf ein 2500 km2 gro&szlig;es Gebiet, den so genannten &bdquo;Zagros Mehr Block&ldquo;. Auch der Energie-Multi Wintershall, der im siebenb&uuml;rgischen Sighisoara Erdgas f&uuml;r den rum&auml;nischen Binnenmarkt f&ouml;rdert, begr&uuml;ndet das eigene Interesse am rum&auml;nischen Erdgasmarkt damit, dass das Land auf der Route der geplanten Nabucco-Pipeline liegt.</p>
<p>Tabelle 2: Nachgewiesene Gasreserven</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="391" border="1">
<colgroup>
<col width="99">
<col width="155">
<col width="123"></colgroup>
<tbody>
<tr>
<td width="99">
<p class="bodytext">&nbsp;Land</p>
</td>
<td width="155">
<p class="bodytext">Reserve</p>
<p>(in Billionen m3)&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
</td>
<td width="123">
<p class="bodytext">Prozent&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="99">
<p class="bodytext">&nbsp;Welt</p>
</td>
<td width="155">
<p class="bodytext">&nbsp;179,53</p>
</td>
<td width="123">
<p class="bodytext">100</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="99">
<p class="bodytext">&nbsp;Russland</p>
</td>
<td width="155">
<p class="bodytext">&nbsp;48</p>
</td>
<td width="123">
<p class="bodytext">26,7</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="99">
<p class="bodytext">&nbsp;Iran</p>
</td>
<td width="155">
<p class="bodytext">&nbsp;27,50</p>
</td>
<td width="123">
<p class="bodytext">15,3</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="99">
<p class="bodytext">&nbsp;Katar</p>
</td>
<td width="155">
<p class="bodytext">&nbsp;25,78</p>
</td>
<td width="123">
<p class="bodytext">14,4</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="99">
<p class="bodytext">&nbsp;Turkmenistan</p>
</td>
<td width="155">
<p class="bodytext">&nbsp;2,9</p>
</td>
<td width="123">
<p class="bodytext">1,6</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="99">
<p class="bodytext">&nbsp;Usbekistan</p>
</td>
<td width="155">
<p class="bodytext">&nbsp;1,86</p>
</td>
<td width="123">
<p class="bodytext">1,0</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="99">
<p class="bodytext">&nbsp;Kasachstan</p>
</td>
<td width="155">
<p class="bodytext">&nbsp;3</p>
</td>
<td width="123">
<p class="bodytext">1,7</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td width="99">
<p class="bodytext">&nbsp;Aserbaidschan</p>
</td>
<td width="155">
<p class="bodytext">&nbsp;1,37</p>
</td>
<td width="123">
<p class="bodytext">0,8</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Quelle: BP Weltenergiestatistik, Juni 2005, S.20.Obwohl die Gasreserven der Kaspischen Region und des Iran f&uuml;r die Deckung des Weltmarkts momentan nur eine marginale Rolle spielen, sind sie angesichts der vorhandenen Kapazit&auml;ten sehr attraktiv, um ab 2010 bis zu zehn Prozent des zuk&uuml;nftigen Gasbedarfs der EU zu decken.Daher sind europ&auml;ische Energiekonzerne und Banken bem&uuml;ht, diesen geographischen Raum m&ouml;glichst unabh&auml;ngig vom russischen Machtbereich zu erschlie&szlig;en.</p>
<h5>Die Absicherung der k&uuml;nftigen Energie&shy;ver&shy;sor&shy;gung</h5>
<p>Die Bedeutung dieses Vorhabens wird auch durch die im &bdquo;Gr&uuml;nbuch&ldquo; der EU-Kommission aufgezeigten potentiellen Energiekonflikte und Gefahren einseitiger Abh&auml;ngigkeiten best&auml;tigt. &bdquo;Energie verbrauchende L&auml;nder beginnen, einander als potentielle Rivalen f&uuml;r die Lieferungen zu sehen&ldquo;, hei&szlig;t es dort. &bdquo;Und das zu einer Zeit, in der Europa mehr Energie als je zuvor importiert. Dieser Trend wird sich noch bedeutend beschleunigen.&ldquo; Deshalb werden sechs Priorit&auml;ten definiert, die die effiziente Energieversorgung Europas sicherstellen sollen. Dazu geh&ouml;ren Schritte in Richtung einer gemeinsamen Energie-Au&szlig;enpolitik, die Vollendung des EU-Gas- und Elektrizit&auml;tsmarkts sowie mehr Solidarit&auml;t zwischen den Mitgliedstaaten bei Notf&auml;llen.Damit Europas Energiesicherheit in Zukunft tats&auml;chlich gew&auml;hrleistet ist, darf diese von der EU-Kommission geforderte energiepolitische Vision keine Utopie bleiben. Obwohl europ&auml;ische Banken momentan stark von der Zusammenarbeit mit Russland profitieren und sich der Euro als Leitw&auml;hrung neben dem US-Dollar zu etablieren beginnt, sollte der langfristigen Energiesicherheit der EU zentrale Bedeutung beigemessen werden. Neben sektoraler Diversifizierung im Energiemix und der Erh&ouml;hung des Anteils erneuerbarer Energietr&auml;ger muss die Erdgasversorgung der EU weiter diversifiziert werden. Der Bau der Nabucco -Pipeline und der Ausbau des Fl&uuml;ssiggas-Systems sind deshalb Schritte in die richtige Richtung. Ferner muss jedoch sowohl die T&uuml;rkei als auch Russland davon &uuml;berzeugt werden, den Energiechartavertrag zu unterzeichnen und zu ratifizieren. Dies h&auml;tte zur Folge, dass Nachteile gegen&uuml;ber Drittanbietern und die Monopolstellung Russlands abgebaut w&uuml;rden sowie eine &bdquo;Energie-Nato&ldquo;, wie von Polen vorgeschlagen, obsolet wird. Andernfalls wird die Europ&auml;ische Union dem russischen Energiegiganten schon bald wenig entgegenzusetzen haben.</p>
<p>1&nbsp;&nbsp; Vgl. n-tv; Russische Presse; <a href="http://www.n-tv.de/664385.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.n-tv.de/664385.html</a>; 05.05.2006. und Die Presse;&nbsp; Erd&ouml;l:&nbsp; Cheney legt sich mit Russland an; Wettstreit um Erd&ouml;l; <a href="http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=e&amp;id=556654&amp;ressort=eo" target="_blank" rel="noopener">http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=e&amp;ressort=eo&amp;id=556654</a>; 06.05.2006.<br />2&nbsp; Vgl. Spiegel Online; Kritik an Putin:&nbsp; Bush besorgt &uuml;ber die Entwicklung in Russland;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0%2C1518%2C414936%2C00.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,414936,00.html</a>; 08.05.2006.<br />3&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. Tagesspiegel; <a href="http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/08.05.2006/2517033.asp" target="_blank" rel="noopener">http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/08.05.2006/2517033.asp</a>.<br />4&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. K&ouml;lner Stadt-Anzeiger <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1144673386755.shtml" target="_blank" rel="noopener">http://www.ksta.de/html/artikel/1144673386755.shtml</a>.<br />5&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. Putin, Wladimir: Energie-Egoismus ist eine Sackgasse; In: Die Welt; 01. 03. 2006.<br />6&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl.Russland- Aktuell;&nbsp; <a href="http://www.russland-aktuell.ru/russland/wirtschaft/dreht_russland_europa" target="_blank" rel="noopener">http://www.russland-aktuell.ru/russland/wirtschaft/dreht_russland_europa</a>_ den_gas- hahn_ab_1373print.html.<br />7&nbsp;&nbsp; Vgl. Russland-Aktuell&nbsp;&nbsp; ,<a href="http://www.aktuell.ru/russland/wirtschaft/gazprom_haelt_an_gas_transit_" rel="nofollow noopener">http://www.aktuell.ru/russland/wirtschaft/gazprom_haelt_an_gas_transit_</a> durch _die_ukraine_fest_1222print.html.<br />8&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vgl. RIA Novosti, <a href="http://de.rian.ru/business/20060125/43181017.html" target="_blank" rel="noopener">http://de.rian.ru/business/20060125/43181017.html</a>.<br />9&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nach Einsch&auml;tzung der International Energy Agency (IEA) wird der weltweite Erdgasbedarf in den n&auml;chsten 25 Jahren um knapp 80 Prozent steigen. Die weltweiten Erdgasreserven stiegen zwischen 1994 und 2005 von 149,98 Mrd. m&sup3; auf 171,97 Mrd. m&sup3;. Vgl. BP Statistical Review of World Energy; June 2005; S. 20; IEA; World Energy Outlook 2002, Paris, S. 58 ff.<br />10&nbsp; Vgl. &bdquo;DIW-Wochenbericht&ldquo; 36-37/2003, S. 1.<br />11 Vgl. European Commission &#8211; Directorate-General Energy and Transport (Hg.); Study on Energy&nbsp; Supply Security and Geopolitics. Final Report, Januar 2004, S. 57.<br />12 Vgl. Europ&auml;ische Kommission, Gr&uuml;nbuch &bdquo;Hin zu einer europ&auml;ischen Strategie f&uuml;r Energieversor-&nbsp;&nbsp; gungssicherheit&ldquo;, Br&uuml;ssel 29.11.2000, sowie den Endbericht der Enquete-Kommission des Deut- schen Bundestags, &bdquo;Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung&ldquo;, BT-Ds. 14/2687 vom 7.7.2002.<br />13&nbsp; Vgl. IEA, World Energy Outlook 2002, a.a.O.<br />14&nbsp; Vgl. <a href="http://www.belarusnews.de/print.php?archiv&amp;id=1352" target="_blank" rel="noopener">www.belarusnews.de/print.php?id=1352&amp;archiv</a>.<br />15&nbsp; Vgl. <a href="http://www.aktuell.ru/russland/wirtschaft/gazprom_verdreifacht_gaspreis_fuer_weissrussland" target="_blank" rel="noopener">http://www.aktuell.ru/russland/wirtschaft/gazprom_verdreifacht_gaspreis_fuer_weissrussland</a>_&nbsp; 1363print.html<br />16&nbsp; Vgl. RIA Nowosti, <a href="http://de.rian.ru/business/20060117/43037672.html" target="_blank" rel="noopener">http://de.rian.ru/business/20060117/43037672.html</a>.<br />17&nbsp; Vgl. Alexander Warkotsch, Zwischen Konfrontation und Kooperation. Die russische Zentralasiepo- litik, in: &bdquo;Bl&auml;tter&ldquo; 9/2004, S. 1112-1122.<br />18&nbsp; Vgl. Mathilde Damoisel und Regis Gente, Zwischen Hammer und Amboss. Georgien, Abchasien&nbsp;&nbsp;&nbsp; und die Russische F&ouml;deration; in: &bdquo;Le Monde diplomatique&ldquo; 10/2003, S. 4.<br />19&nbsp; Vgl. Ria Novosti, Gazprom gr&uuml;ndet mit Tadschikistan Gas- Joint- Venture,&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href="http://de.rian.ru/" target="_blank" rel="noopener">http://de.rian.ru/</a> business/20060328/44912585.html<br />20&nbsp; Vgl. <a href="http://russlandonline.ru/mainmore.php?iditem=773&amp;tpl=Wirtschaft" target="_blank" rel="noopener">http://russlandonline.ru/mainmore.php?tpl=Wirtschaft&amp;iditem=773</a><br />21&nbsp; Vgl. <a href="http://wirtschaft.russlandonline.ru/Gazprom/morenews.php?iditem=489" target="_blank" rel="noopener">http://wirtschaft.russlandonline.ru/Gazprom/morenews.php?iditem=489</a><br />22&nbsp; Vgl. &bdquo;Frankfurter Allgemeine Zeitung&ldquo;, 6.5.2003, S. 6.<br />23&nbsp; Vgl. <a href="http://de.rian.ru/business/20060407/45425703.html" target="_blank" rel="noopener">http://de.rian.ru/business/20060407/45425703.html</a><br />24&nbsp; Dieser Einstieg wurde &uuml;ber die Gr&uuml;ndung von Luksar, einem Joint Venture von Lukoil und Aramco, realisiert. Lukoil h&auml;lt dabei 80 Prozent und Aramco 20 Prozent der Anteile an dem in der Ostprovinz angesiedelten Unternehmen.<br />25&nbsp; Vgl. <a href="http://wirtschaft.russlandonline.ru/raoees/morenews.php?iditem=9" target="_blank" rel="noopener">http://wirtschaft.russlandonline.ru/raoees/morenews.php?iditem=9</a><br />26&nbsp; Vgl. Bundesministerium f. Wirtschaft und Technologie, Energiebericht Nachhaltige Energiepolitik f&uuml;r eine zukunftsf&auml;hige Energieversorgung&ldquo;, Oktober 2001, sowie BDI-Positionen zur Energiepolitik, September 2001.<br />27 Vgl. Roland G&ouml;tz, Russlands Energiestrategie und die Energieversorgung Europas, SWP-Studie, M&auml;rz 2004.<br />28&nbsp; Vgl. RIA Novosti, <a href="http://de.rian.ru/business/20060201/43276011.html" target="_blank" rel="noopener">http://de.rian.ru/business/20060201/43276011.html</a><br />29&nbsp; Vgl. Friedemann M&uuml;ller, Ein Rohr ist nicht genug, in: &bdquo;Die Zeit&ldquo; 15/2004.<br />30&nbsp; Vgl. &bdquo;Handelsblatt&ldquo;, 9.1.2006.<br />31 Vgl. Andreas Seeliger, Die Europ&auml;ische Erdgasversorgung im Wandel, in: EWI Working Paper&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 04/2004.<br />32&nbsp; Vgl. Europ&auml;ische Kommission, Gr&uuml;nbuch, a.a.O.<br />&nbsp;</p>
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