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	<title>Micha Brumlik Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Bildung nach Auschwitz im Zeitalter der Globalisierung</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jun 2012 21:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>aus Vorgänge Heft 2/2012, S.41-50 1. Historische Bildung im Zeitalter der Globa&#173;li&#173;sie&#173;rung Vor bald fünfzig Jahren, in den 1960er Jahren, hat Theodor W. Adorno mit seiner Forderung nach einer &#8222;Erziehung zur Mündigkeit&#8220; als einer &#8222;Erziehung nach Auschwitz&#8220; (1) die Stichworte für eine Bildung der jüngeren Generation in historischer und moralischer Verantwortung geliefert. Erstes und einziges [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/2-2012-vorgaenge/publikation/bildung-nach-auschwitz-im-zeitalter-der-globalisierung/">Bildung nach Auschwitz im Zeitalter der Globalisierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>aus Vorgänge Heft 2/2012, S.41-50</p>
<h2 class="auto-created">1. Historische Bildung im Zeitalter der Globa&shy;li&shy;sie&shy;rung</h2>
<p>Vor bald fünfzig Jahren, in den 1960er Jahren, hat Theodor W. Adorno mit seiner Forderung nach einer &#8222;Erziehung zur Mündigkeit&#8220; als einer &#8222;Erziehung nach Auschwitz&#8220; (1) die Stichworte für eine Bildung der jüngeren Generation in historischer und moralischer Verantwortung geliefert. Erstes und einziges Ziel einer solchen Erziehung sei, dass Auschwitz sich nicht wiederhole. Derzeit -fünfzig Jahre nach dieser Forderung und siebzig Jahre nach den mit dem polnischen Ortsnamen verknüpften deutschen Verbrechen &#8211; ist diese Forderung revisions &#8211; und erweiterungsbedürftig &#8211; gerade um ihres ursprünglichen Kerns willen.(2)</p>
<p>Der ökonomisch und technisch unabweisbare, politisch allenfalls in Ansätzen gestaltete Prozess der Globalisierung hat &#8211; nicht zuletzt kraft der Medien &#8211; ein auch den Subjekten zugängliches Wissen von der Einheit des Menschengeschlechts geschaffen, das welthistorisch seinesgleichen sucht. Im Folgenden soll gezeigt werden, dass eine angemessene Bildung heute nur noch als weltbürgerliche Bildung, die sich zumal in Form einer Menschenrechtspädagogik äußert, sinnvoll ist; eine weltbürgerliche Bildung, deren motivationale und kognitive Wurzel die Einsicht in die Würde und somit in das Leiden der Fernsten ist; eine Einsicht, die besonderer Kraft bedarf, da sie ihren Blick auf die Fernsten und Fremdesten werfen muss &#8211; also auf jene, die kaum in den Blick des natürlichen, verwandtschaftsbezogenen Altruismus kommen.</p>
<p>Derlei Haltungen im Sinne des Respekts vor dem Fremden und der Fernstenliebe können als Voraussetzungen für die allmähliche Institutionalisierung einer &#8222;Demokratie im Zeitalter der Globalisierung&#8220; (3) gelten. Menschenrechtliche Bildung angesichts der Verletzung menschlichen Lebens und menschlicher Würde wäre demnach eine &#8211; freilich wesentliche &#8211; Voraussetzung zur Herstellung internationaler Rechtsverhältnisse. Freilich brechen sich derlei Vorsätze immer wieder an dem Umstand, dass die kollektive Erinnerung einer Gesellschaft &#8211; ebenso wie ihre Ökonomie und ihr politisches System &#8211; noch immer und wohl noch auf lange Zeit mindestens auch nationalstaatlich verfasst sind.</p>
<p>Deutschland mit der Hypothek der Geschichte des Nationalsozialismus und seinen singulären Verbrechen steht so vor einer doppelten Herausforderung: seine eigene neuere Geschichte im Zeitalter des widersprüchlichen, konflikthaften Zusammenwachsen Europas sowie &#8211; im Zeitalter der Globalisierung &#8211; weltgeschichtlich neu zu schreiben und an künftige Staatsbürger*innen weiterzugeben.</p>
<p>Auf europäischer Ebene ist genau dazu vor mehr als zehn Jahren ein entsprechender Versuch unternommen worden. Zur Jahreswende 2000/2001 versammelten sich in Stockholm auf Einladung des schwedischen Staates Vertreter von vierzig Staaten, um über humane Werte im globalen Zeitalter vor dem Hintergrund eines wieder erstarkten Rassismus zu diskutieren und dabei die allfälligen Lehren aus dem &#8222;Holocaust&#8220;, d. h aus der industriellen Massenvernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Regime zu ziehen. Die maßgeblich von dem israelischen Historiker Jehuda Bauer verfasste Abschlusserklärung des &#8222;Stockholm International Forum on the Holocaust&#8220; vom Jahresende 2000 stellt fest: &#8222;Da die Menschheit immer noch an den Wunden des Völkermordes, der ethnischen Säuberung, des Rassismus und des Fremdenhasses leidet, teilt die internationale Gemeinschaft die schwerwiegende Verantwortung, das Böse zu bekämpfen &#8230;. Wir sind &#8211; so schließt dieses Dokument &#8211; verpflichtet, uns der Opfer, die umgekommen sind, zu erinnern, die Überlebenden, die noch unter uns weilen, zu respektieren und das der Menschheit gemeinsame Streben nach gegenseitigem Verständnis und Gerechtigkeit zu betonen.&#8220;(4)</p>
<p>Mit dieser Erklärung hat sich seinerzeit eine Reihe von Staatschefs nicht nur der EU dazu verpflichtet, in ihren Ländern pädagogische Bemühungen mit dem Ziel in Gang zu bringen, Fremdenhass, Rassismus und Antisemitismus einzudämmen. Die massenhafte Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland soll so einem zukunftsgerichteten Zweck dienen. Damit wird die kollektive und individuelle Erinnerung an ein ebenso herausragendes wie grauenhaftes zeitgeschichtliches Ereignis zum Mittel, einer friedlicheren, gerechteren und demokratischen Welt den Weg zu bereiten.</p>
<p>Freilich ist nicht davon auszugehen, dass die Kenntnis dieses Verbrechens unter den jeweiligen Bevölkerungen über undeutliche, ungenaue Fragmente hinausgeht &#8211; wie überhaupt historisches Wissen weder bei Erwachsenen noch gar bei Kindern und Jugendlichen vorausgesetzt werden kann. Damit kommt der Pädagogik eine besondere Rolle für die Vergegenwärtigung von Geschichte zu. Dass die hehren Ziele der &#8222;Erklärung von Stockholm&#8220; sich gleichwohl nicht erfolgreich haben umsetzen lassen, belegen zwei Ereignisse, die derzeit, zehn Jahre nach der Erklärung von Stockholm die deutsche Öffentlichkeit umtreiben: Zwei Ereignisse, ein eher unauffällig akademisches und ein unübersehbar politisch feuilletonistisches haben in den letzten Wochen und Monaten die Frage nach der Zukunft der Erinnerung in Deutschland wieder zum Thema werden lassen: hier die Forschungen von Klaus Schröder aus dem Forschungsverbund über die zeithistorischen Kenntnisse deutscher Schüler (&#8222;Bildungsinländer&#8220; mit und ohne &#8222;Migrationshintergrund&#8220;(5) dort die Debatte über Günter Grass&#8216; Gedicht &#8222;Was gesagt werden muss&#8220;. In diesem Gedicht hat Grass insbesondere mit der Annahme, dass ein israelischer Präventivschlag gegen iranische Nuklearanlagen &#8222;das &#8230; iranische Volk auslöschen könnte&#8220; gezeigt, welche Irrwege eine projektive historische Erinnerung gehen kann.</p>
<p>Beides, sowohl Klaus Schröders Forschungsergebnisse als auch die Debatte um das Gedicht von Günter Grass beleuchten dasselbe Problem, allerdings von entgegengesetzten Seiten. Während die Forschungsergebnisse Schröders belegen, dass Schülerinnen und Schüler ganz unterschiedlicher Herkunft, Schülerinnen und Schüler, die um 1998 geboren wurden, extrem lückenhafte, ja grotesk falsche Vorstellungen von der Geschichte Deutschlands im Zwanzigsten Jahrhundert aufweisen, (6) zeugt das &#8222;Gedicht&#8220; des siebzig Jahre zuvor geborenen Günter Grass davon, dass ein Teil jener, die, die alte Bundesrepublik Deutschland intellektuell geprägt haben, diese Geschichte verkannt haben und heute auf höchst eigenwillige Weise aktualisieren.</p>
<p>Wissen und Kenntnisse der künftigen Staatsbürger zumal im Bereich von Politik und Geschichte aber werden wesentlichen Einfluss auf die Zukunft Deutschlands, Europas und &#8211; ja &#8211; der globalisierten Welt nehmen. Infrage steht also, mit welchem historischen Wissen und mit welchen sozio-moralischen Einstellungen die künftigen Bürger*innen Deutschlands Teil einer im Entstehen begriffenen europäischen Bürger*innenschaft bzw. einer sich allmählich herausbildenden kosmopolitischen Bewusstseinslage werden, einer Bewusstseinslage, die jedenfalls grundsätzlich an den politisch durch den Haager Gerichtshof, die Menschenrechtskonventionen der UN sowie die mindestens als Formel bekannte &#8222;Responsibility to protect&#8220; mindestens in Ansätzen anschließen können. Damit ist die Frage einer politischen Bildung in Deutschland, in Europa, aber eben auch im Zeitalter der Globalisierung mit Bezug auf die ganze Welt angesprochen.</p>
<h2 class="auto-created">II. Drei Diskurse</h2>
<p>Politische Bildung wird sich dabei immer auch an den politischen Diskursen, wie sie national und international geführt werden, zu orientieren haben. Es waren vor allem drei Diskurse, die eine Debatte über die angemessene Erinnerung in Deutschland, Europa und für die globalisierte Welt bestimmt haben:</p>
<ul>
<li>Erstens die Debatte über die Deutschen als Opfer, wie sie vor allem &#8211; aber keineswegs ausschließlich &#8211; an der Frage einer Gedenkstätte für die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus den Ostgebieten Vertriebenen geführt wurde. </li>
<li>Zweitens die damit eng verbundene Frage nach den &#8222;zwei deutschen Diktaturen&#8220;, hinter der sich letztlich die Frage nach der Angemessenheit der Totalitarismustheorie zur Analyse und zum Verstehen des Schicksals der Völker und Staaten Europas &#8211; von Spanien bis an den Ural, zwischen 1917 und 1989 verbirgt. </li>
<li>Drittens die nun in der Tat neue und globalisierungstheoretische sowie postkolonial inspirierte Auseinandersetzung über den deutschen Imperialismus als Brutstätte des Nationalsozialismus und seiner weltgeschichtlich singulären Mordtaten, zumal der Ermordung von sechs Millionen europäischer Juden. </li>
</ul>
<p>Diese drei Diskurse seien zunächst kurz skizziert und kritisch beleuchtet; im Anschluss sollen Grundlinien einer zeitgemäßen politischen Bildung mindestens angedeutet werden.</p>
<h2 class="auto-created">II.1. Deutsche Opfer</h2>
<p>Das von Erika Steinbach, der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und ihren Mitstreitern betriebene Projekt eines &#8222;Zentrums gegen Vertreibungen&#8220; scheint auf der Stelle zu treten und wird jenseits des Bundes der Vertriebenen auch von niemandem mehr gewollt: weder von den Kirchen noch von den außenpolitischen Eliten des Landes. Das liegt keineswegs am Thema selbst, sondern an der weltanschaulichen Unbelehrbarkeit, mit der dieses Projekt vorangetrieben wird. Leicht könnte man sich darauf verständigen, dass nach dem &#8222;Jahrhundert der Extreme&#8220; (E. Hobsbawm) die traurige, umfassende Bilanz dieses Zeitalters gezogen wird. Dass dabei die Vertreibungsverbrechen, die seit dem Genozid der Jungtürken an den Armeniern über die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten 1944/45 bis hin zu den &#8222;ethnischen Säuberungen&#8220; im zerfallenden Jugoslawien dokumentiert werden sollten, ist ebenso unstrittig wie die Tatsache, dass auch die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges einen Anspruch auf respektvolles Gedenken haben. Dem dient die seinerzeit von Ignatz Bubis mit eingeweihte, zentrale Gedenkstätte &#8222;Neue Wache&#8220; unter den Linden in Berlin.</p>
<p>Was das Projekt dieses Zentrums in seiner gegenwärtigen Konzeption so prekär macht, ist seine Kontinuität zur Politik des Bundes der Vertriebenen seit den fünfziger Jahren, mit der, der BdV trotz einer oberflächlichen menschenrechtlichen Modernisierung nie grundsätzlich gebrochen hat. Die von den Funktionären der Heimatvertriebenen und mit ihnen sympathisierenden Politikern immer wieder ob ihrer Versöhnlichkeit gepriesene Charta stellt in Wahrheit eine Ungeheuerlichkeit dar, den Inbegriff all dessen, was jemals als &#8222;Unfähigkeit zu trauern&#8220; gelten konnte. Schon das zentrale Bekenntnis &#8222;Wir verzichten auf Rache und Vergeltung&#8220; entpuppt sich bei genauer Lektüre als ein Satz, der dem Geist der beschworenen christlichen Kultur widerspricht: Kann es ein natürliches Recht auf Rache geben? Wird nicht im vermeintlich großzügigen Verzicht ein grundsätzlicher Anspruch auf Rache und Vergeltung geradezu beglaubigt? Zudem zeugte es sogar 1950 von Geschichtsblindheit, die Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges nicht einmal erwähnt zu haben &#8211; eine Blindheit, die freilich Methode hat: waren es doch weder die in der &#8222;Charta&#8220; so beliebten &#8222;Völker&#8220; noch deren Regimes oder Regierungen, die letztlich für das Schicksal der deutschen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen verantwortlich waren. Kein Deutscher wäre aus dem Böhmerwald verjagt, keine Familie hätte Ostpreußen verlassen müssen, hätte das nationalsozialistische Deutschland nicht die Tschechoslowakei, Polen oder die Sowjetunion überfallen. Freilich stellen die Verzichtsfloskeln am Ende der Charta allenfalls Petitessen gegen ihre abschließenden Sätze dar: &#8222;Die Völker der Welt sollen&#8220; so heißt es dort &#8222;ihre Mitverantwortung am Schicksal der Heimatvertriebenen als der vom Leid dieser Zeit am schwersten Betroffenen empfinden.&#8220; Man muss diesen Satz zweimal lesen, um seine Ungeheuerlichkeit ganz zu erfassen. Wird doch damit allen Ernstes behauptet, dass unter allen Opfern der Zeit des Zweiten Weltkrieges die Heimatvertriebenen am schwersten betroffen waren: also noch nicht einmal die Gestorbenen und Überlebenden des Bombenkrieges der deutschen Städte, nicht die Hunderttausenden deutscher Kriegswaisen und -witwen, nicht die drangsalierten und millionenfach umgebrachten Polen oder Russen, schon gar nicht die sechs Millionen ermordeter Juden, deren Schicksal 1950 &#8211; nach den Nürnberger Prozessen &#8211; durchaus bekannt war. Das im Rahmen der aktuellen Gedenkpolitik wieder heftig debattierte Thema einer Konkurrenz der Opfer hat hier und nirgendwo anders seinen Ausgangspunkt. Hatte die Charta der Heimatvertriebenen ursprünglich die Unterscheidung von Opfern des Holocaust, der Ermordung von Sinti und Roma sowie von Millionen von polnischen und Sowjetbürgern gelöscht, so unterscheiden sich die Pläne des &#8222;Zentrums&#8220; nur darin, dass jetzt die Einzigartigkeit des Holocaust zwar verbal beglaubigt wird, das &#8222;Zentrum&#8220; jedoch mit der Wahl seines historischen Beispielfalles, des mit Vertreibungen einsetzenden jungtürkischen Genozids an den Armeniern, suggeriert, auch die Deutschen seien Opfer eines Genozids geworden. Indem das &#8222;Zentrum&#8220; über seinen &#8222;Franz Werfel Menschenrechtspreis&#8220; bewusst eine Parallele zwischen dem jungtürkischen Genozid und der Vertreibung der Deutschen nahe legt, wiederholt es auf eine sehr viel moderatere, der allgemeinen menschenrechtlichen Sensibilisierung oberflächlich entsprechenden Weise die Politik des Bundes der Vertriebenen aus den Fünfziger Jahren. Die etwa zwei Millionen Deutsche, mehrheitlich Alte, Frauen und Kinder, die als unmittelbare Folge von Flucht und Vertreibung ihr Leben lassen mussten, haben einen Anspruch auf Gedenken und damit auf eine zeitgeschichtliche Bildung, die auf die verheerende Wirkung des Nationalsozialismus auch für die deutsche Bevölkerung hinweist. Diesen Anspruch durchkreuzt, wer &#8211; wie die Initiatoren des Zentrums &#8211; am Ziel einer nationalen, das Gedenken an die ermordeten Juden imitierenden Gedenkeinrichtung festhält.</p>
<h2 class="auto-created">II.2. Totali&shy;ta&shy;rismus &ndash; &bdquo;Zwei deutsche Diktaturen&ldquo;</h2>
<p>Bundespräsident Joachim Gauck, seinerzeit Mitglied der Demokratiebewegung der DDR, stützt sich in vielen seiner Einlassungen auf die so genannte Totalitarismustheorie, hat daher immer wieder einen &#8222;antitotalitären Konsens&#8220; gefordert und deshalb im Jahre 2008 die neunzehn Punkte umfassende, von vielen vor allem mitteleuropäischen Politikern und Intellektuellen getragene &#8222;Prager Erklärung&#8220; unterschrieben. Die &#8222;Prague Declaration on European Conscience and Communism&#8220;, unterschrieben von unbestreitbaren Demokraten wie Vaclav Havel, aber leider auch von z. T. rechtsradikalen Politikern aus dem Baltikum, zielte in ihrem ersten Artikel auf die Einsicht, dass beide, der Nationalsozialismus und verschiedene kommunistische Regime mit ihren mörderischen Kriegen und Ausrottungsmaßnahmen sowie ihrer Verletzung von Bürger- und Menschenrechten das Hauptunglück des Zwanzigsten Jahrhunderts gewesen seien. In Punkt 19 fordert die Erklärung ein gemeinsames öffentliches Gedenken an den Fall der Berliner Mauer, das Massaker auf dem Tianmen Platz sowie an nicht näher bezeichnete Mordtaten in Rumänien.</p>
<p>Die Problematik dieser gut gemeinten Erklärung liegt keinesfalls in der unbezweifelbar mörderischen Verfasstheit von Nationalsozialismus und Stalinismus, die nach Timothy Snyders sorgfältig recherchierter Studie &#8222;Bloodlands&#8220;(7) sowie Jörg Baberowskis gar nicht totalitarismustheoretisch angelegten Studie über Stalin und den Stalinismus(8) gar nicht mehr zu bestreiten ist, sondern in der ungenauen Fassung des Begriffs &#8222;Kommunismus&#8220;, der sämtliche Regine des Ostblocks vor 1989 umfasst und sie damit alle zu Fällen von Totalitarismus erklärt. So im Falle der DDR zehn Jahre zuvor Joachim Gauck in einem Essay im &#8222;Schwarzbuch des Kommunismus&#8220;, in dem er schrieb: &#8222;Zwar erlebten wir in den letzten Jahren vor 1989 einen Kommunismus in der DDR, der nicht mehr mordete und folterte. Dankbare Zeitgenossen haben deshalb allerlei euphemistische Bezeichnungen für die Ära ersonnen. Eine nüchterne Betrachtung der politischen Verhältnisse wird dennoch zu einem Urteil gelangen, das diesen Kommunismus als ebenso totalitär einstuft wie den Nationalsozialismus.&#8220;(9)</p>
<p>Hannah Arendt, die &#8211; wenn überhaupt jemand &#8211; als wesentliche Denkerin &#8222;Totaler Herrschaft&#8220; gelten kann, lag alles an theoretisch belehrter Urteilskraft; eben diese Urteilskraft aber wird durch persönliche Betroffenheit verständlicherweise beeinträchtigt, so auch in Gaucks Einschätzung der letzten Jahre der DDR. Denn was die Beurteilung der Sowjetunion und ihrer Satelliten, damit auch der DDR, nach Stalins Tod betraf, war Arendt deutlich anderer Meinung als die Autoren der &#8222;Prager Erklärung&#8220;. Dazu ist ein längeres Zitat unerlässlich. In ihrem 1986 erschienen Vorwort zur dritten Abteilung ihres Buches, es erschien auf Deutsch erstmals schon 1966, heißt es unmissverständlich: &#8222;Ich erwähnte bereits den Abbau totaler Herrschaft, der nach Stalins Tod einsetzte &#8230;. Dass man die Sowjetunion im strengen Sinn des Wortes nicht mehr totalitär nennen kann, zeigt natürlich am deutlichsten das erstaunliche und üppige Wiederaufblühen der Künste in den letzten zehn Jahren.&#8220; Freilich wird Arendt in ihrer unbestechlichen Genauigkeit noch deutlicher und ihr damaliges Urteil sollte ein Warnzeichen gegen jede undifferenzierte Verwendung des Begriffs der &#8222;Totalen Herrschaft&#8220; sein, vor allem aber gegen die ungenaue Gleichsetzung des despotischen Polizei- und Sozialstaats DDR mit dem Stalinismus. Müsse man doch &#8211; so Arendt im Blick auf die UdSSR &#8211; feststellen, &#8222;dass die totale Herrschaft, die furchtbarste aller modernen Regierungsformen &#8230; mit dem Tode Stalins in Russland nicht weniger ihr Ende gefunden hat als in Deutschland mit dem Tode Hitlers.&#8220;(lo)</p>
<p>Dass aber dieser Stalinismus ausgerechnet in der DDR auch noch nach Stalins Tod überdauert haben soll, wird kaum jemand behaupten wollen. Nun muss man Hannah Arendt, die nur zu gut wusste, warum sie an anderer Stelle intensiv über das Versagen von Intellektuellen nachdachte, keineswegs in allem recht geben, gleichwohl: So unerlässlich es ist, dass Europa zu einer gemeinsamen Gedenkkultur an die Schrecken und Verbrechen des 20. Jahrhunderts, jenes &#8222;Zeitalters der Extreme&#8220; (E. Hobsbawm), findet, so notwendig sind differenzierte Betrachtungen. Das gilt sowohl für die Verlogenheit der autoritären, nachnationalsozialistischen Bundesrepublik Deutschland als auch für den hilflosen Antifaschismus der ostdeutschen Parteidiktatur. Sowenig die Bundesrepublik ein faschistischer, so wenig war die DDR nach 1953, auf jeden Fall nach 1961, ein stalinistischer Staat. Dem hat eine angemessene zeithistorische Bildung so Rechnung zu tragen, dass sie nicht unter der geläufigen Sprechweise von den &#8222;zwei deutschen Diktaturen&#8220; doch suggeriert, beide seien nicht nur vergleichbar, sondern auch noch gleichzusetzen.</p>
<h2 class="auto-created">II.3. Imperi&shy;a&shy;lismus und Koloni&shy;a&shy;li&shy;sie&shy;rung</h2>
<p>Hannah Arendt war es auch, die in ihrem eben erwähnten Buch über &#8222;Ursprünge und Elemente totaler Herrschaft&#8220; als eine der ersten den Gedanken erwog, dass der europäische Rassismus seine Wurzeln im Kolonialismus des imperialistischen Zeitalters hatte. Damit hat sie, keineswegs immer konsequent und radikal genug, einen Grundstein für das gelegt, was heute in globalisierungshistorischer Perspektive als &#8222;postkoloniale Theorie&#8220; immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.(11)</p>
<p>Gleichwohl wurde die &#8222;Rassenfrage&#8220;, wie sie seit Längerem im angelsächsischen Raum diskutiert wird, in Deutschland deshalb weniger diskutiert, weil das Deutsche Reich mit dem Ende des Ersten Weltkrieges seiner überseeischen Kolonien verlustig ging und mithin die historische Erinnerung an den deutschen Kolonialrassismus &#8211; wie er sich etwa bei der genozidalen Niederschlagung des Hereroaufstandes im Jahre 1908 tatsächlich vollzog &#8211; weitgehend getilgt wurde. Vor allem aber ließ der Blick auf den totalen, globalen Ausrottungswillen der Nationalsozialisten gegen die Juden völlig zu Recht wissenschaftliche Thesen, wonach es die in den europäischen, zumal afrikanischen Kolonien geübten Praxen der Unterdrückung und Ausrottung gewesen seien, die schließlich die Handlungsanweisung für die Massenvernichtung der europäischen Juden abgegeben hätten, als Meinungen von Einzelgängern erscheinen.(12) Demnach führt die Genealogie der Massenvernichtung schließlich nach Afrika. So führte General von Trotha 1904 in Deutsch &#8211; Südwestafrika einen erklärten Vernichtungs- und Rassekrieg und trieb etwa 30.000 Herero ebenso auf Todesmärschen in die Wüste, wie das später die Jungtürken mit den Armeniern tun sollten. Ab 1905 richtete das deutsche Kolonialregime Konzentrationslager für gefangene Herero ein, die von deutschen Firmen zum Eisenbahnbau eingesetzt wurden und &#8211; einzigartig in der kolonialen Welt &#8211; gezielt der Vernichtung durch Arbeit dienten. Zudem nahmen Rassehygieniker und Lehrer nationalsozialistischer KZ-Ärzte wie Josef Mengele, nämlich die bekannten Eugeniker Theodor Mollisson und Eugen Fischer ihre ersten Forschungen an Eingeborenen während des Kolonialkrieges in Deutsch- Südwest vor. Damit steht die Frage nach dem Verhältnis von Kolonialismus, Sklaverei und Rassismus auf der Tagesordnung, also die übrigens erstmals von Hannah Arendt erörterte Frage nach der Bedeutung des kolonialen Ausgreifens Europas nach Afrika für rassistische und totalitäre Politik in Europa.</p>
<p>Zudem: Wenn in der seriösen Forschung überhaupt ein Vorbild für die Massenvernichtung der Juden in Rechnung gezogen wurde, dann ging es um den von der jungtürkischen Regierung an den Armeniern begangenen Genozid in den Jahren 1915/16, an dem die deutsche Militärmission in der Türkei mindestens mitwisserschaftlich beteiligt war. So ist in diesem Kontext erwiesen, dass Hitler den Genozid an den Armeniern im Zusammenhang mit Maßnahmen gegen die europäischen Juden gekannt und erwähnt hat.(13) Darüber hinaus scheint erwiesen, dass die militärische und politische Führung des im Ersten Weltkrieg mit dem Osmanischen Reich verbündeten Deutschen Reiches von diesem Genozid nicht nur Kenntnis hatte, sondern ihn auch mitwisserschaftlich geschehen ließ.(14)</p>
<h2 class="auto-created">III. P&auml;dagogik der Anerken&shy;nung.</h2>
<p>In der Erziehungswissenschaft bahnt sich derzeit ein Paradigmenwechsel innerhalb jener Formen schulischer und außerschulischer Bildung an, die mit einem wenig glücklichen Begriff als &#8222;holocaust education&#8220; bezeichnet werden. Jetzt wird deutlich, dass die beiden Perspektiven dieser Pädagogik: Unterweisung ins Eingedenken und &#8222;Erziehung &#8211; nicht nach, sondern &#8211; &#8222;über Auschwitz&#8220; ein zeitgemäßes Verständnis in einer allgemeinen &#8222;Pädagogik der Menschenrechte&#8220;(15) finden können, die in der globalisierten Weltgesellschaft als &#8222;human rights education&#8220; bezeichnet wird und die sich in Deutschland auf das Grundgesetz und seinen ersten Artikel stützen kann. Es war die Philosophie der Aufklärung, zumal Immanuel Kants, die die nach dem Nationalsozialismus geschaffene deutsche Verfassung, das Grundgesetz wesentlich prägt. Als oberstes Prinzip der Tugendlehre weist Kant in der Metaphysik der Sitten Folgendes aus: &#8222;Nach diesem Prinzip ist der Mensch sowohl sich selbst als andern Zweck und es ist nicht genug, dass er weder sich selbst noch andere bloß als Mittel zu brauchen befugt ist, sondern den Menschen überhaupt sich zum Zwecke zu machen, ist des Menschen Pflicht.&#8220;(16)</p>
<p>Daraus resultiert &#8211; so eine weitere Entwicklung in der Erziehungswissenschaft &#8211; eine Pädagogik der Anerkennung.(17)&#8220; Einen Menschen als Zweck seiner selbst zu betrachten, bedeutet, so etwa Axel Honneth (18), ihn in mindestens drei wesentlichen Dimensionen nicht nur zur Kenntnis zu nehmen oder ihn lediglich zu tolerieren, sondern auch anzuerkennen, d. h. nicht nur hinzunehmen, sondern zu bejahen: in der Dimension körperlicher Integrität, personaler ldentität und soziokultureller Zugehörigkeit. Diese Selbstachtung wird verletzt, wenn Menschen die Kontrolle über ihren Körper genommen wird, sie also gefoltert werden, wenn sie als die Person, die sie sprechend und handelnd sind, nicht beachtet oder ernst genommen also missachtet werden oder wenn die Gruppen oder sozialen Kontexte, denen sie entstammen, herabgesetzt oder verächtlich gemacht werden. Freilich wird mit dem Begriff der &#8222;Würde des Menschen&#8220; lediglich ein Minimum angesprochen, der kleinste gemeinsame Nenner nicht von Gesellschaften, sondern von jenen politischen Gemeinwesen, von Staaten, die wir als &#8222;zivilisiert&#8220; bezeichnen.</p>
<p>Indem die Menschenrechtspädagogik zwischen &#8222;education <i>about </i>human rights&#8220; and &#8222;education <i>for </i>human rights&#8220; unterscheidet, macht sie deutlich, dass ein kognitives Verständnis für den universalistischen Kern der Menschenrechte und die Motivation, ihnen in Alltag und Politik handelnd zu genügen, keineswegs miteinander identisch sind.</p>
<p>Bei alledem ist die Einsicht in die Würde des Menschen als grundlegendem Prinzip jeder Menschenrechtspädagogik nicht auf kognitive, intellektuelle Operationen beschränkt, sie ist mehr oder gar anderes: Das Verständnis für die Würde des Menschen wurzelt in einem moralischen Gefühl. Dieses Gefühl ist <i>moralisch</i>, weil es Beurteilungsmaßstäbe für Handlungen und Unterlassungen bereitstellt, es ist indes ein <i>Gefühl</i>, weil es sich bei ihm nicht um einen kalkulatorischen Maßstab, sondern um eine umfassende, spontan wirkende, Welt erschließende Einstellung handelt. Wer erst lange darüber nachdenken muss, ob einem oder mehreren Menschen die proklamierte Würde auch tatsächlich zukommt, hat noch nicht verstanden, was &#8222;Menschenwürde&#8220; ist. Es handelt sich beim Verständnis der Menschenwürde also um ein moralisches Gefühl mit universalistischem Anspruch, das unter folgenden höchst voraussetzungsreichen Bedingungen steht.</p>
<ul>
<li>Die Anerkennung der Integrität anderer ist an die Erfahrung eigener Integrität und Anerkennung, die sich in Selbstgefühl, Selbstrespekt und Selbstachtung artikuliert, gebunden. </li>
<li>Niemand kann Selbstgefühl, Selbstrespekt und Selbstachtung entfalten, der nicht seinerseits in allen wesentlichen Bezügen toleriert, akzeptiert und respektiert worden ist. </li>
<li>Selbstgefühl, Selbstrespekt und Selbstachtung sind die logischen und entwicklungsbezogenen Voraussetzungen dafür, Einfühlung, Empathie in andere entfalten zu können. </li>
</ul>
<h2 class="auto-created">IV. Drei Schwellen: Generation, Immigration, Globa&shy;li&shy;sie&shy;rung</h2>
<p>In der politischen Bildung in Deutschland hat die industrielle Massenvernichtung der europäischen Juden bisher als gleichsam negative Folie, als unüberbietbares Extrembeispiel für die Verletzung der Würde des Menschen gedient, als ein Extrembeispiel, an dem drastisch sichtbar und fühlbar wird, wohin blindes Ressentiment, Rassismus, politischer Partikularismus und eine entfesselte, von aller ethischen Bindung gelöste Sozialtechnik führen kann. So, wie das Grundgesetz aus der Erfahrung des Nationalsozialismus die Prinzipien einer moralisch verantworteten Demokratie entfaltet, wird es in Zukunft darauf ankommen, auf und aus der Erziehung über Auschwitz eine Bildung zu den Menschenrechten zu entwickeln. Freilich muss sich eine zeitgeschichtlich sensible, an den Menschenrechten orientierte politische Bildung der Schwellen und Hürden bewusst sein, vor denen sie gegenwärtig steht und die, die anfangs erwähnten, von Klaus Schröder festgestellten, bestürzenden Ergebnisse erklären können: die generationelle Schwelle, die Schwelle der Immigration sowie die Schwelle der Globalisierung:</p>
<p>Die generationelle Schwelle, erstens, besteht darin, dass Erfahrungen, die eine Generation unmittelbar gemacht hat, niemals eins zu eins transgenerational weiter gegegeben wird, sondern sich &#8211; beim allmählichen Übergang vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis &#8211; von Generation zu Generation in der Sache abschwächt, von anderen Erfahrungen überlagert, durchdrungen und neu gedeutet wird &#8211; so dass Betroffenheit und Engagement, Verpflichtungsgefühle ebenso wie Aversionen in den generationalen Gruppen im Ganzen abnehmen &#8211; womit nichts über Einzelfälle gesagt ist. Für Deutschland speziell bedeutet dies nichts anderes, als dass es politische Bildung heute mit der Generation der Urenkel von Tätern und Opfern zu tun hat.</p>
<p>Wird diese generationelle Schwelle zweitens durch die kulturelle und geographische Differenz weiter erhöht, &#8211; wie bei einem wachsenden Teil der in Deutschland lebenden Jugendlichen, deren Eltern oder Großeltern gar nicht aus Deutschland, sondern zu einem großen Teil aus Ländern der von Deutschland aus gesehen europäischen Peripherie kommen; die also zu Hause, mit völlig anderen historischen Narrativen konfrontiert wurden &#8211; dann ist mit einer weiteren sachlichen und normativen Auszehrung des &#8222;nationalen deutschen Geschichtsbewusstseins&#8220; zu rechnen.</p>
<p>Endlich gerät &#8211; die dritte Schwelle &#8218; auch der lange Jahre als unbestreitbar geltende Vorrang einer &#8222;Erziehung zur Mündigkeit&#8220; als einer &#8222;Erziehung nach Auschwitz&#8220; (Theodor W. Adorno) durch konkurrierende Narrative und Erinnerungen an anders erlittenes Unrecht im globalen Maßstab in die Situation, in seiner Maßgeblichkeit geschwächt zu werden.</p>
<p>Damit kann als Aufgabe einer dem Globalisierungszeitalter angemessen, auf Erinnerung und Gedenken bestehenden, politischen Bildung nur gelten, sich diesen drei Schwellen zu stellen und die künftigen, hier geborenen oder hierher eingewanderten Staatsbürger*innen angesichts &#8222;Auschwitz&#8220; zu deutschen Verfassungspatrioten zu erziehen, sie angesichts der langen Teilung des Kontinents und der Erfahrung mit kommunistischen Parteidikaturen und Stalinismus (beides ist nicht identisch) zu demokratischen Europäer*innen sowie angesichts der Globalisierung zu Weltbürger*innen zu bilden, die sensibel und engagiert auf Verletzungen von Demokratie und Menschen-rechte reagieren, dabei gleichwohl keinem westlichen Chauvinismus, keinem selbstbewussten Überlegenheitsgefühl der &#8222;eigenen&#8220; Kultur anhängen.</p>
<p>(1) Th.W. Adorno, Erziehung nach Auschwitz in: Erziehung zur Mündigkeit. Ffm.1971.</p>
<p>(2) M.Brumlik, Aus Katastrophen lernen. Grundlagen zeitgeschichtlicher Bildung in menschenrechtlicher Absicht, Berlin 2004.</p>
<p>(3) O. Höffe, Demokratie im Zeitalter der Globalisierung, München 1999.</p>
<p>(4) Zitiert nach D.Levy, N.Sznajder, Erinnerung im globalen Zeitalter, Ffm.2001, S. 213.</p>
<p>(5) Vgl. V. Georgi, Entliehene Erinnerung. Geschichtsbilder junger Migranten in Deutschland, Hamburg 2003.</p>
<p>(6) K.Schröder u. a. &#8222;Später Sieg der Diktaturen&#8220;, Ffm. 2012.</p>
<p>(7) München 2011.</p>
<p>(8) Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt, München 2012.</p>
<p>(9) J. Gauck, Vom schwierigen Umgang mit der Wahrnehmung, in: S. Courtois u. a. Das Schwarzbuch des Kommunismus, München 1998, S. 891.</p>
<p>(10) H. Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, München 2008, S. 650.</p>
<p>(11) M.do Castro-Varela/N. Dhawan, Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung, Bielefeld 2005.</p>
<p>(12) J. Zimmerer, Von Windhoek nach Auschwitz? Beiträge zum Verhältnis von Holocaust und Kolonialismus, Münster 2011.</p>
<p>(13) V. N. Dadrian, The History oft he Armenian Genocide, N.Y./Oxford 2003, S. 402-403.</p>
<p>(14) V. N. Dadrian, German Responsibility in the Armenian Genocide, Cambridge 1996;h R. Hosfeld, Operation Nemesis. Die Türkei, Deutschland und der Völkermord an den Armeniern, Köln 2005.</p>
<p>(15) V. Lenhart, Pädagogik der Menschenrechte, Leverkusen 2003.</p>
<p>(16) I. Kant, Metaphysik der Sitten, Darmstadt 1968, S. 526 (A 30).</p>
<p>(17) B.Hafeneger u..(Hrsg.) Pädagogik der Anerkennung, Schwalbach 2007.</p>
<p>(18) A. Honneth, Kampf um Anerkennung, Ffm. 2003.</p>
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		<title>Wie antisemitisch waren die 68er?</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/181-vorgaenge/publikation/wie-antisemitisch-waren-die-68er/</link>
		
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		<pubDate>Sat, 01 Mar 2008 20:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Aus: vorgänge Nr.181, Heft 1/2008, S.30-36 1. Neue Forschungen und Meinungen Die schon seit längerem vor allem durch die Forschungen von Wolfgang Kraushaar aus den Quellen belegten Vorwürfe der judenfeindlichen Haltungen und Handlungen von Protagonisten der ´68er Bewegung weiten sich &#8211; nach Erscheinen von Götz Alys Buch &#8222;Unser Kampf&#8220; &#8211; zu einer Generaldebatte über die [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus: vorgänge Nr.181, Heft 1/2008, S.30-36</p>
<h2 class="auto-created">1. Neue Forschungen und Meinungen </h2>
<p>Die schon seit längerem vor allem durch die Forschungen von Wolfgang Kraushaar aus den Quellen belegten Vorwürfe der judenfeindlichen Haltungen und Handlungen von Protagonisten der ´68er Bewegung weiten sich &#8211; nach Erscheinen von Götz Alys Buch &#8222;Unser Kampf&#8220; &#8211; zu einer Generaldebatte über die Stellung von &#8222;1968&#8220; in der (west)deutschen Geschichte sowie über die &#8211; anders kann man es nicht mehr ausdrücken &#8211; Ehre all jener aus, die damals mehr oder minder aktiv waren, heute vor oder kurz nach dem Eintritt ins Rentenalter stehen und stets wähnten, mindestens ihren Absichten nach und allen jugendlichen Torheiten zum Trotz, Wesentliches zur demokratischen Entwicklung der Bundesrepublik beigetragen zu haben.</p>
<p>Eigentlich könnte angesichts des großen Zeitabstands Gelassenheit herrschen. Wenn heute ob der Arbeiten von Kraushaar, Aly oder auch Koenen, in denen ja die Geschichte der Protestbewegung in allen Verästelungen erforscht wurde, eine erbitterte Diskussion über den Antisemitismus in der westdeutschen Linken geführt wird, wenn trotz des nur vermeintlichen Schlussstrichs von Peter Eisenmans Denkmal dererlei Fragen nach wie vor heftig erörtert werden, liegt das daran, dass vor dem Hintergrund eines nicht nur gefühlten, sondern tatsächlichen Linksrucks der Bevölkerung die Legitimität von &#8222;1968&#8220; und damit des Weges einer Generation erneut auf dem Prüfstand steht.</p>
<p>Da mit dem Vorwurf des &#8222;Antisemitismus&#8220; hierzulande notwendig die Gaskammern von Birkenau assoziiert werden, da er mithin für jede Person moralisch vernichtend sein muss, kann die Reaktion auf Kraushaar und Aly gar nicht anders als von Empörung und Wut getragen sein. Eine nüchterne Betrachtung des Antisemitismusvorwurf gegen Teile der damaligen Protestbewegung muss drei Fragen beantworten: was ist, erstens, überhaupt &#8222;Antisemitismus&#8220;; ist es, zweitens, denkbar, dass die europäische &#8222;Linke&#8220;, seit ihrem Entstehen im neunzehnten Jahrhundert in weiten Teilen antisemitisch war; sollte daher, drittens, die westdeutsche neue Linke, in diesen Traditionen stehend, wesentlich antisemitisch gesonnen sein?</p>
<h2 class="auto-created">2. Juden&shy;feind&shy;schaft und ihre Formen </h2>
<p>Sofern an Staatsverbrechen neben ökonomischen, territorialen und demographischen Interessen auch politische Ideologien mitbeteiligt sind, war Antisemitismus die wesentliche Ursache eines weltgeschichtlich einmaligen Verbrechens: der vom nationalsozialistischen Deutschland arbeitsteilig betriebenen Ermordung von sechs Millionen europäischer Juden. Darin kulminierten unterschiedlich bemäntelte Formen von Judenfeindschaft und Judenhass, die der abendländischen Kultur von Anfang an eingeschrieben waren.</p>
<h2 class="auto-created">2.1. Was ist also Antise&shy;mi&shy;tis&shy;mus? </h2>
<p>1. Antike, pagane Schriftsteller, z.B. der römische Historiker Tacitus, hielten die Juden für illoyal und abergläubisch, weil sie als Monotheisten den Kaiserkult ablehnten sowie Speise- und sexuellen Reinheitsgeboten folgten, die Angehörigen anderer Religionen nicht zugänglich waren.</p>
<p>2. Das Christentum, im Schoß unterschiedlicher jüdischer Glaubensrichtungen in der Zeit des Zweiten Tempels entstanden, konkurrierte unter dem Verfolgungsdruck der römischen Kaiser zunächst mit dem Judentum, um es dann zu beerben und ihm die historische Berechtigung abzusprechen. Unter Bezug auf die Evangelien und andere Schriften des Neuen Testaments wurden die Juden als die für die Kreuzigung Jesu verantwortlichen Gottesmörder, als Kinder des Satans und als ob ihres Unglaubens die Erlösung der Welt verhindernde Gruppe angesehen.</p>
<p>3. Im frühen christlichen Mittelalter spielte Judenfeindschaft ausweislich der überlieferten Quellen zunächst keine wesentliche Rolle. Erst mit der Krise der feudalen Welt im elften Jahrhundert, die sich in den ersten Kreuzzügen entlud, wuchs den Juden die Rolle des idealen Feindbildes noch vor den Muslimen zu. Allerdings: Die religiös gerichtete Ideologie des &#8222;Antijudaismus&#8220; ließ verfolgten und bedrohten Juden noch immer die Möglichkeit offen, zum Christentum überzutreten und sich so vor Verfolgung zu schützen.</p>
<p>4. Die Zeit der Renaissance und der Reformation wies in Beziehung auf die Juden gegensätzliche Tendenzen auf: Während ein Teil der Christen begann, einen Begriff von der Würde des Menschen, jedes Menschen zu entfalten, verschärfte das reformatorische Denken Martin Luthers die theologische Judenfeindschaft ein weiteres Mal. Indem Luther dem Gott der Hebräischen Bibel und damit dem Glauben des Judentums Gerechtigkeit und Gesetz, dem Christentum und dem als Christus bekannten Jesus von Nazareth jedoch Liebe und Gnade zuordnete, rückte das Judentum an die Stelle all jener Kräfte, die eine menschliche Emanzipation verhinderten und wurde geradezu zu deren Inbegriff.</p>
<p>5. Die Zeit der Aufklärung zeichnete sich nicht nur durch eine scharfe Religionskritik, sondern auch durch eine von den entstehenden Naturwissenschaften inspirierte Entzauberung des Menschen aus, der nun nicht mehr als die von Gott gewollte Krone der Schöpfung galt, sondern auch als eine zoologische Gattung neben anderen. Indem die frühen Antisemiten des neunzehnten Jahrhunderts ihre Weltanschauung vor dem Hintergrund dieses quasi pseudowissenschaftlichen Weltbildes sowie der vorgefundenen antijudaistischen Tradition artikulierten, gaben sie schon im 19. Jahrhundert Metaphern Raum, die die Juden als auszurottendes Ungeziefer darstellten. Indem Juden nicht mehr als einem falschen Glauben anhängende Sünder, sondern als Angehörige einer sprachlich charakterisierbaren Rasse bestimmt wurden, sollte deutlich werden, dass es jetzt nicht mehr um Gesinnungen, sondern um objektive, schädliche biologische Einflüsse ging, die nur durch Entfernung von Juden aus den jeweiligen Volkskörpern behoben werden konnten.</p>
<p>Als Weltanschauung reagiert dieser moderne Antisemitismus auf die krisenhafte Entwicklung der kapitalistischen Moderne: auf Industrialisierung, Modernisierung, auf den Verlust verbindlicher Weltbilder und die Versachlichung menschlicher Beziehungen. Ihm erscheinen die Juden in einer paranoid verschwörungstheoretischen Sicht der Dinge, wie sie etwa in den vom zaristischen Geheimdienst erstellten &#8222;Protokollen der Weisen von Zion&#8220; zum Ausdruck kommen, vor allem als geborene &#8222;Zersetzer&#8220;: Zersetzer der traditionalen Handwerks- und bäuerlichen Wirtschaft durch das Geld, Zersetzer von Religion und Sitte durch Wissenschaft und Aufklärung, Zersetzer des Staates durch Verrat und Illoyalität, Zersetzer gesellschaftlicher Autorität durch unbotmäßigen Journalismus sowie Zersetzer von Volk und Rasse durch Einbringen kranken Blutes. Nur eine solche Ideologie konnte das menschheitsgeschichtlich einzigartige Staatsverbrechen der Ermordung von sechs Millionen europäischer Juden in den Jahren 1939 &#8211; 1945 für wenige motivieren und bemänteln.</p>
<p>6. Damit ist das Thema &#8222;Antisemitismus&#8220; jedoch keineswegs vom Tisch &#8211; im Gegenteil. Heute hat der Antisemitismus vielfach die Form des &#8222;Antizionismus&#8220; angenommen. Der Staat Israel erscheint als der &#8222;Jude der Völkerwelt&#8220;, von dessen Elimination man sich eine heilsame Entwicklung auf dem ganzen Globus erwartet. In Verbindung mit einer so erst im frühen 20. Jahrhundert ausgebildeten radikalislamistischen Judenfeindschaft sind so neue, antisemitische Massenbewegungen entstanden. Es zeigt sich, dass im Raum der globalisierten Welt antisemitische Massenbewegungen und Politiker wie zuletzt im Europa der Zwischenkriegszeit existieren. Sie finden sich freilich &#8211; mit Ausnahme Frankreichs und einiger Immigrantenmilieus in den Niederlanden, Belgien und Schweden &#8211; weniger in Europa als in der islamischen Welt. In Syrien und Ägypten laufen im staatlich kontrollierten Fernsehen unbeanstandet politische Soaps über die &#8222;Protokolle der Weisen von Zion&#8220; sowie über jüdische Ritualmorde, während terroristische Ideologen wie der von der israelischen Armee umgebrachte Hamas Führer Rantisi zustimmend den französischen Holocaustleugner Roger Garaudy und die Hamas Charta ihrerseits zustimmend aus den &#8222;Protokollen&#8220; zitieren. Was in der beschränkten Welt der Banlieus von Paris der Brandsatz gegen eine Synagoge ist, ist in den Krisenzonen der globalisierten Welt die &#8222;islamische&#8220; Bombe. Der radikale Islamismus gefährdet nicht nur &#8211; wie in Frankreich &#8211; die innenpolitische Stabilität, sondern auch &#8211; wie in Pakistan und im Iran mit seinen nuklearen Ambitionen &#8211; den Weltfrieden.</p>
<h2 class="auto-created">2.2. Die Linke und der Antise&shy;mi&shy;tismus </h2>
<p>War die europäische Linke in Teilen antisemitisch? Diese Frage ist schnell beantwortet, die Geistes- und Ideologiegeschichte lässt keinen Zweifel: Schon der französische Frühsozialismus war &#8211; mit geringen Ausnahmen &#8211; antisemitisch und wähnte in den Rothschilds sowie einem angeblichen &#8222;jüdischen Finanzfeudalismus&#8220; die Wurzel allen Übels. Viele russische Anarchisten &#8211; etwa Bakunin &#8211; waren glühende Judenhasser und auch deutsche Frühsozialisten wie der Komponist Richard Wagner, der junge Karl Marx und etwa später Eugen Dühring schrieben Sätze, deren antijüdisches Ressentiment und Hass mit noch so vielen Interpretationskünsten und Kontextuierungen nicht ausgelöscht werden kann. Dass der späte Karl Marx, der Verfasser des &#8222;Kapitals&#8220; später die Kritik der &#8222;jüdischen&#8220; Geldwirtschaft durch eine Kritik des abstrakten Kapitalverhältnisses ersetzte und einer der Begründer der deutschen Sozialdemokratie, August Bebel, sinnvoll, aber nicht unbedingt richtig, den Antisemitismus als den &#8222;Sozialismus des dummen Kerls&#8220; bezeichnete, beweist nur, dass die real existierende Linke nicht in jedem Fall die Höhe ihres möglichen Gedankens erreicht hat. Was für die Geschichte der Linken im Allgemeinen gilt, gilt umso stärker für die westdeutsche Nachkriegslinke.</p>
<h2 class="auto-created">2.3. Antise&shy;mi&shy;tismus in der westdeut&shy;schen Linken </h2>
<p>Nicht erst seit Wolfgang Kraushaars Rekonstruktion des von dem Kommunarden Dieter Kunzelmann geplanten und angeregten sowie von dem Politdesperado Albert Fichter, der noch ein Jahr zuvor in einem israelischen Kibbuz arbeitete, geplanten Bombenanschlags auf ein jüdisches Gemeindezentrum 1969 in Berlin, sondern schon seit Martin Klokes profunder Arbeit über &#8222;Israel und die deutsche Linke&#8220; aus dem Jahr 1990 ist der Befund klar: der vermeintlich politisch korrekte Antizionismus und Antiisraelismus, der keineswegs nur von radikalen Splittern der Linken vertreten wurde, war in den meisten Fällen ein Fall von Judenhass, wenngleich das Feindbild der jüdischen Wucherer nun gegen den kollektiven Juden, den so genannten &#8222;Vorposten des US Imperialismus&#8220; ausgetauscht wurde. Dieter Kunzelmann fand in seinen (angeblichen) Briefen aus Amman nach dem missglückten Anschlag die passenden Sätze: &#8222;Palästina ist für die BRD und Europa das, was für die Amis Vietnam ist. Die Linken haben das&#8220;, so Kunzelmann im November 1969 in der Szene Postille, &#8222;noch nicht begriffen. Warum? Der Judenknax&#8230;.Dass die Politmasken vom Palästinakomitee die Bombenchance nicht genutzt haben, um eine Kampagne zu starten, zeigt nur ihr rein theoretisches Verhältnis zu politischer Arbeit und die Vorherrschaft des Judenkomplexes bei allen Fragestellungen.&#8220;</p>
<p>Überwunden hatte diesen &#8222;Judenknax&#8220; der wie Kunzelmann aus dem fränkischen Bamberg stammende Wilfried Böse, der im Sommer 1976 bei einer Flugzeugentführung jüdische und nichtjüdische Passagiere selektierte. Und Ulrike Meinhof, die zunächst flüchtige, dann eingekerkerte Ikone eines linksradikalen Terrorismus hatte noch aus der Haft, 1972, gemeinsam mit Horst Mahler den mörderischen Anschlag auf die israelische Olympiamannschaft als &#8222;mutiges Kommando gegen zionistische Soldaten, die in München als Sportler auftraten&#8220;, gefeiert. An anderer Stelle meinte Ulrike Meinhof gar, dass der Antisemitismus in Wirklichkeit nichts anderes als Antikapitalismus sei, Ausdruck der unbewussten Sehnsucht der Menschen nach dem Kommunismus. &#8222;Auschwitz&#8220;, das hieß in Meinhofs Augen, dass &#8222;sechs Millionen Juden ermordet und auf die Müllkippen Europas gekarrt wurden als das, als was man sie ausgab &#8211; als Geldjuden.&#8220; Eine verdrehte Reprise von August Bebels Einsicht oder die Apologie eines industriellen Massenmordes?</p>
<p>Diese Fakten sind nicht zu bezweifeln, streitig können alleine die Verbreitung derartiger Einstellungen sowie ihre systematische Deutung sein. Repräsentieren Kraushaars Funde lediglich die bizarre Geschichte einiger randständiger Desperados, die mit ihrem Irrsinn der ganzen Linken nachhaltig schadeten? Oder hat eine Variante der Totalitarismustheorie Recht, die allen revolutionären Welterlösungsideologien ein letztlich hasserfülltes, immer wieder in Mord ausbrechendes Ressentiment unterstellt?</p>
<p>Man kann Kraushaars Recherche entsprechend klinisch lesen: als Anfangssequenz eines Textes, als Vorspiel zu einem Drama gleichsam, in dem sämtliche späteren Motive &#8211; wenn auch unbewusst und noch verhüllt &#8211; schon vorliegen, als Grundierung, die die Strahlkraft des Bildes noch lange bestimmen sollte: Vom Termin der geplanten Bombenexplosion, dem 9. November, die ja nur wiederholt hätte, was einunddreißig Jahre zuvor massenhaft geschehen ist, über die offene Verbindung von Gewaltphantasie, geplantem bewaffneten Kampf und Judenhass zur Wahnidee, das eigene Bewusstsein sei von Juden besetzt (&#8222;Judenknax&#8220;); von der Herkunft einiger Täter aus dem notorisch antisemitischen Franken bis zu Vorstufen der Planung des Anschlags auf die israelischen Olympioniken; vom Zusammenspiel des westdeutschen Verfassungsschutzes mit einer terroristischen Linken, die wiederum von der DDR unterstützt wurde. Von einem Plan des Verfassungsschutzes also, der noch 1969 den Tod von Juden in Kauf zu nehmen bereit war.</p>
<h2 class="auto-created">3. Aus der Distanz von vierzig Jahren </h2>
<p>Aus der Entfernung von mehr als vierzig Jahren zeichnet sich so ein den einzelnen Akteuren vermutlich unbewusster Gesamtzusammenhang ab, der das linksradikale Aufbegehren gegen die Generation nationalsozialistischer Eltern als widersprüchlichen Identifikationsprozess mit ihnen und ihrem Judenhass offenbart. Zumal Götz Aly hat diesem Umstand, sieht man einmal von der streckenweise geifernd überzogenen Polemik seines Textes ab, Rechnung getragen: am Ende seines Pamphlets entfaltet er einen komplexen, sozialpsychologischen Zusammenhang, gemäß dessen die Eltern der &#8222;68er&#8220;, Aly bezeichnet sie als die &#8222;33er&#8220; ihrerseits in einer Situation der Kälte und &#8222;Vaterlosigkeit&#8220; aufgewachsen seien, die es ihnen nach der Begeisterung für den Nationalsozialismus, nach der Verstörung einer vom Krieg geprägten Adoleszenz sowie einer durch die deutsche Niederlage bewirkten Zerstörung aller Orientierungen unmöglich gemacht habe, den eigenen Kindern Vertrauen und Orientierung zu vermitteln. Somit wurden deren Kinder &#8211; die künftigen &#8222;68er&#8220;, so Aly &#8211; zu einer &#8222;emotional frierenden Generation.&#8220;, die ihr Heil &#8222;in der Simplizität&#8220; suchte: &#8222;im Ausstieg, im gewaltsamen Absprung, in der widerspruchsarmen ideologischen oder prinzipiell &#8222;alternativen&#8220; Selbstausrichtung&#8230;&#8220;</p>
<p>Das, was damals und in den Jahren danach als &#8222;Antisemitismus&#8220; bezeichnet wurde, wies demnach zwei Komponenten auf: eine außerordentlich schlichte Theorie des Imperialismus sowie eine vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte nur als projektiv zu bezeichnende Wahrnehmung der in vielen Fällen tatsächlich diskriminierenden israelischen Politik gegenüber den Palästinensern sowie &#8211; auch dieser Nachweis gelingt Aly &#8211; ein in der Tat erstaunliches Desinteresse an der seit Beginn der 1960er Jahre mindestens juristisch höchst intensiv geführten Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Wenn überhaupt, so ließe sich sagen, wurde dieser Teil der Geschichte vor allem dazu verwendet, einen bitter ausgetragenen Generationenkonflikt gegen Eltern, die meist Täter oder Mitläufer waren, auszufechten. Deren Opfer interessierten dabei kaum.</p>
<p>Indes: ist das ein wirklich erstaunliches Ergebnis? Was anders wäre realistischerweise zu erwarten gewesen? Hätte eine Generation, die ja wie jede andere von ihren Eltern geprägt wurde, überhaupt die Chance gehabt, anders zu agieren? Die Revolte war, lässt man sich auf eine psychoanalytische Betrachtung ein, von einer tiefen Ambivalenz getragen. Der ödipale Aufstand gegen den Vater (und in diesem Fall auch gegen die Mütter) erfolgte mit deren eigenen Mitteln: mit einem zwar oberflächlich linken, aber dennoch in vielen Fällen unerbittlichen, dichotomen Weltbild, begleitet von einem hasserfüllten Ressentiment gegen &#8222;die USA&#8220; und &#8222;den Zionismus&#8220; sowie einer vielfach unbedachten Identifikation mit jenen politischen Kräften, die entweder von den USA oder dem Staat Israel bekämpft und unterdrückt wurden oder gar als Hoffnungsträger für eine befreite Gesellschaft galten. Spätestens bei der identifikatorischen Stellungnahme mit solchen Staaten und Bewegungen gingen denn auch Ressentiment und erfahrungsresistente Ideologie ein unauflösliches Amalgam ein. Das war jedoch in den Zeiten des Kalten Krieges keineswegs nur eine Angelegenheit der `68er.</p>
<h2 class="auto-created">4. &hellip; und der Kalte Krieg </h2>
<p>In den ersten Junitagen des Jahres 1967 kam es zu einem Zerwürfnis zwischen damals etwa 60 Jahre alten sozialistischen Intellektuellen über die Haltung zu Israel und dem Nahen Osten. Im Juni 1967 wechselten der jüdische Linkssozialist und Professor für Pädagogik in Frankfurt/Main, Berthold Simonsohn und der Marburger Politologe Wolfgang Abendroth Briefe, in denen Simonsohn Wolfgang Abendroth um eine Solidaritätsbekundung zu Gunsten des Staates Israel bat. Abendroth lehnte dies in einem Brief, der in einer neuen, aus der Feder von Wilma Grossmann stammenden Biographie von Simonsohn enthalten ist, mit folgenden Worten ab:</p>
<p>&#8222;Auch bei dem gegenwärtigen Präventivkrieg muss daher Israel keineswegs nur den Feudalherren der monarchischen arabischen Staaten, sondern vor allem der Bevölkerung der im Wesentlichen progressiven republikanischen Militärdiktaturen als Vortrupp amerikanischer imperialistischer Interessen erscheinen. Deshalb ist eine Identifikation des sozialistischen Internationalismus in den kapitalistischen Staaten Europas mit der gegenwärtigen Politik Israels bei aller Sympathie für die israelische Bevölkerung völlig unmöglich.&#8220;</p>
<p>Simonsohn antwortete enttäuscht: &#8222;Niemand verlangt eine einseitige Identifikation des Internationalen Sozialismus mit der israelischen Politik, aber ich dachte, dass eine eindeutige Stellungnahme gegen Chauvinismus und Kriegshetzerei der Araber, gegen deren bedingungslose Aufrüstung durch die Sowjetunion und für ein Programm der Verständigung mit dessen Grundsätzen durchaus vereinbar sei. Ich bin der Meinung, dass es für Sozialisten auch in der Politik einen Grundtatbestand an moralischen Prinzipien gibt, die man nicht ungestraft verletzen darf.&#8220;</p>
<p>Dieser Briefwechsel zeigt, dass es bei dem, was man als (in vielen, nicht allen Fällen judenfeindlichen) &#8222;Antizionismus&#8220; bezeichnen kann, nicht nur um ein Generationenphänomen, sondern um eine weltanschauliche Differenz ging. Eine Differenz, die von einer unterschiedlichen Betrachtung der deutschen Geschichte getragen war, einer Geschichte, in der damals der Holocaust noch nicht jene Bedeutung hatte, die ihm heute auf Grund intensiver Lern- und Diskussionsprozesse zu Recht zukommt.</p>
<p>Viele Angehörige der Protestbewegung, es stimmt ja, haben anders, nicht so &#8222;antizionistisch&#8220; gehandelt oder lebten doch wenigstens in Umständen, die ihnen das Ausleben destruktiver Energien und die Übernahme elterlicher Delegation unmöglich machte. Darauf stolz zu sein, wäre ebenso töricht, wie sich im Rückblick von über vierzig Jahren als in jeder Hinsicht politisch zurechnungsfähige Individuen zu betrachten. Ebenso töricht wäre es freilich, die genannten judenfeindlichen Haltungen mit leichter Hand als vernachlässigbare Jugendsünde abzutun. Weise wäre es stattdessen, die eigene Bedingtheit anzuerkennen und zu realisieren, dass die unmittelbare, noch von den nationalsozialistischen Eltern geprägten Jahre ebenso vergangen sind wie die Zeiten des Kalten Krieges, der dieser Form der Judenfeindschaft erst politischen und moralischen Sukkurs verliehen hat.</p>
<p>Nicht vergangen, Gegenwart ist hingegen, dass derzeit mehr als 50 Prozent aller Deutschen glauben, dass Israel mit den Palästinensern im Prinzip dasselbe tut wie Nationalsozialisten mit den Juden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Würde des Menschen</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/pressemeldungen/die-wuerde-des-menschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Apr 2006 11:39:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienresonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt: Medienresonanz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frankfurter Rundschau vom 22.04.2006 &#8222;Mensch ist&#8220; so notiert der in Auschwitz inhaftierte Primo Levi für den 26. Januar 1944, einen Tag vor der Befreiung des Lagers &#8222;wer tötet, wer Unrecht zufügt oder erleidet, kein Mensch ist, wer jede Zurückhaltung verloren hat und sein Bett mit einem Leichnam teilt. Und wer darauf gewartet hat, bis sein [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurter Rundschau vom 22.04.2006</p>
<p>&#8222;Mensch ist&#8220; so notiert der in Auschwitz inhaftierte Primo Levi für den 26. Januar 1944, einen Tag vor der Befreiung des Lagers &#8222;wer tötet, wer Unrecht zufügt oder erleidet, kein Mensch ist, wer jede Zurückhaltung verloren hat und sein Bett mit einem Leichnam</p>
<p>teilt. Und wer darauf gewartet hat, bis sein Nachbar mit Sterben zu Ende ist, damit er ihm ein Viertel Brot abnehmen kann, der ist, wenngleich ohne Schuld, vom Vorbild des denkenden Menschen weiter entfernt als der roheste Pygmäe und, der grausamste Sadist&#8220; .</p>
<p>Unter diesen Bedingungen schwindet dann auch die natürliche Neigung zur Nächstenliebe. Levi fährt fort: &#8220; Ein Teil unseres Seins wohnt in den Seelen der uns Nahestehenden: darum ist das Erleben dessen ein nicht-menschliches, der Tage gekannt hat, da der Mensch in den Augen des Menschen ein Ding gewesen ist.&#8220; In der Erziehungswissenschaft bahnt sich ein Paradigmenwechsel innerhalb jener Form schulischer und außerschulischer Bildung an, die mit einem wenig glücklichen Begriff als &#8220; Holocaust Education&#8220; bezeichnet wird. Jetzt wird deutlich, dass die beiden Perspektiven dieser Pädagogik: Unterweisung ins Eingedenken und &#8220;</p>
<p>Erziehung &#8211; nicht nach, sondern &#8211; &#8220; über Auschwitz&#8220; ein zeitgemäßes Verständnis in einer allgemeinen &#8220; Pädagogik der Menschenrechte&#8220; finden können, die in der globalisierten Weltgesellschaft als &#8220; human rights education&#8220; bezeichnet wird und sich in Deutschland auf das Grundgesetz stützen kann. Indem die Menschenrechtspädagogik zwischen &#8220; education about human rights&#8220; und &#8222;education for human rights&#8220; unterscheidet, macht sie deutlich, dass ein kognitives Verständnis für den universalistischen Kern der Menschenrechte und die Motivation, ihnen in Alltag und Politik handelnd zu genügen, keineswegs miteinander identisch sind. Es war die Philosophie der Aufklärung, zumal Immanuel Kants, die die nach dem Nationalsozialismus geschaffene deutsche Verfassung, das Grundgesetz wesentlich prägt. Als oberstes Prinzip der Tugendlehre weist Kant in der Metaphysik der Sitten folgendes aus: &#8220; Nach diesem Prinzip ist der Mensch sowohl sich selbst als andern Zweck und es ist nicht genug, dass er weder sich selbst noch andere bloß als Mittel zu brauchen befugt ist, sondern den Menschen überhaupt sich zum Zwecke zu machen, ist des Menschen Pflicht.</p>
<p>&#8220; Einen Menschen als Zweck seiner selbst zu betrachten, bedeutet, so Axel Honneth, ihn in mindestens drei wesentlichen Dimensionen nicht nur zur Kenntnis zu nehmen oder ihn lediglich zu tolerieren, sondern auch anzuerkennen, das heißt nicht nur hinzunehmen, sondern zu bejahen: in der Dimension körperlicher Integrität, personaler Identität und soziokultureller Zugehörigkeit. Dieser Anerkennung entspricht ein Demütigungsverbot.</p>
<p>Die &#8220; Würde&#8220; eines Menschen ist &#8211; wie der israelische Philosoph Avishai Margalith gezeigt hat &#8211; &#8220; der äußere Ausdruck seiner Selbstachtung&#8220; , also jener Haltung, &#8220; die Menschen ihrem eigenen Menschsein gegenüber einnehmen, und die Würde ist die Summe aller Verhaltensweisen, die bezeugen, dass ein Mensch sich selbst tatsächlich achtet&#8220;.</p>
<p>Diese Selbstachtung wird verletzt, wenn Menschen die Kontrolle über ihren Körper genommen wird, sie gefoltert werden, wenn sie als die Person, die sie sprechend und handelnd sind, nicht beachtet oder ernst genommen also missachtet werden oder wenn die Gruppen oder sozialen Kontexte, denen sie entstammen, herabgesetzt oder verächtlich gemacht werden. Freilich wird mit dem Begriff der &#8220; Würde des Menschen&#8220; lediglich ein Minimum angesprochen, der kleinste gemeinsame Nenner nicht von Gesellschaften, sondern von jenen politischen Gemeinwesen, von Staaten, die wir als &#8220; zivilisiert&#8220; bezeichnen.</p>
<p>Das moralische Gefühl</p>
<p>Bei alledem ist die Einsicht in die Würde des Menschen nicht auf kognitive, intellektuelle Operationen beschränkt, sie ist mehr oder gar anderes: Das Verständnis für die Würde des Menschen wurzelt in einem moralischen Gefühl. Dieses Gefühl ist moralisch, weil es</p>
<p>Beurteilungsmaßstäbe für Handlungen und Unterlassungen bereitstellt, es ist indes ein Gefühl, weil es sich bei ihm nicht um einen kalkulatorischen Maßstab, sondern um eine umfassende, spontan wirkende, welterschließende Einstellung handelt. Wer erst lange darüber nachdenken muss, ob einem oder mehreren Menschen die proklamierte Würde auch tatsächlich zukommt, hat noch nicht verstanden, was &#8220; Menschenwürde&#8220; ist. Es handelt sich beim Verständnis der Menschenwürde also um ein moralisches Gefühl mit universalistischem Anspruch, das unter folgenden höchst voraussetzungsreichen Bedingungen steht. 1. Die Anerkennung der Integrität anderer ist an die Erfahrung eigener Integrität und Anerkennung, die sich in Selbstgefühl, Selbstrespekt und Selbstachtung artikuliert, gebunden. 2. Niemand kann Selbstgefühl, Selbstrespekt und Selbstachtung entfalten, der nicht seinerseits in allen wesentlichen Bezügen toleriert, akzeptiert und respektiert worden ist. 3. Selbstgefühl, Selbstrespekt und Selbstachtung sind die logischen und entwicklungsbezogenen Voraussetzungen dafür, Einfühlung, Empathie in andere entfalten zu können. Daraus folgt, dass das Empfinden für Menschenwürde unter den Voraussetzungen des Akzeptiertseins des Kindes &#8211; etwa im Sinne des von dem Kulturtheoretiker und Psychoanalytiker Erik H. Erikson ausgesprochenen Urvertrauens bzw. des von der Psychoanalyse in den Blick genommenen &#8220; Glanzes im Auge der Mutter&#8220; (H.Kohut) steht, also unter Bedingungen einer nicht als fragmentarisch erfahrenen vorsprachlichen Sozialisation ebenso wie unter der Voraussetzung von in Gleichaltrigengruppen vorfindlichen Sozialisationsformen, die Individuierung und Anerkennung ermöglichen: gehaltvolle Freundschaften und individualisierte, romantische Liebe.</p>
<p>Aber auch wenn diese Bedingungen vorliegen, ist noch nicht gesichert, dass auch ein kognitives Verständnis für Menschenwürde im Allgemeinen gegeben ist, auch unter den genannten Bedingungen ist nicht auszuschließen, dass zwar ein Gefühl für die Würde und Integrität partikularer, einzelner Gruppen entwickelt wird, die Menschheit als Ganze, alle Menschen jedoch noch kein Gegenstand des Respekts geworden sind. In der politischen Bildung in Deutschland hat die industrielle Massenvernichtung der europäischen Juden bisher als gleichsam negative Folie, als unüberbietbares Extrembeispiel für die Verletzung der Würde des Menschen gedient, als ein Extrembeispiel, an dem drastisch sichtbar und fühlbar wird, wohin blindes Ressentiment, Rassismus, politischer Partikularismus und eine entfesselte, von aller ethischen Bindung gelöste Sozialtechnik führen kann. So, wie das Grundgesetz aus der Erfahrung des Nationalsozialismus die Prinzipien einer moralisch verantworteten Demokratie entfaltet, wird es in Zukunft darauf ankommen, auf und aus der Erziehung über Auschwitz eine Bildung zu den Menschenrechten zu entwickeln.</p>
<p>Alle Rechte vorbehalten &#8211; © Redaktionsarchiv M. DuMont Schauberg</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/pressemeldungen/die-wuerde-des-menschen/">Die Würde des Menschen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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