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	<title>Michael Brie Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Die Gewalt, der Protest, der Antikapitalismus und die Linke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Nov 2017 09:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>in: vorg&#228;nge Nr. 219 (3/2017), S. 103 Bei aller Kritik an den Ausschreitungen w&#228;hrend des Hamburger G20-Gipfels sollte die Linke den Gewaltbegriff nicht leichtfertig aufgeben, meint Michael Brie. Welche Bedeutung ein differenzierter Gewaltbegriff f&#252;r die Praktiken Zivilen Ungehorsams hat und welche Debatten innerhalb der Linken um den Gewaltbegriff zu f&#252;hren w&#228;ren, skizziert Brie im folgenden [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/219/publikation/die-gewalt-der-protest-der-antikapitalismus-und-die-linke/">Die Gewalt, der Protest, der Antikapitalismus und die Linke</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>in: vorg&auml;nge Nr. 219 (3/2017), S. 103</p>
<p>Bei aller Kritik an den Ausschreitungen w&auml;hrend des Hamburger G20-Gipfels sollte die Linke den Gewaltbegriff nicht leichtfertig aufgeben, meint Michael Brie. Welche Bedeutung ein differenzierter Gewaltbegriff f&uuml;r die Praktiken Zivilen Ungehorsams hat und welche Debatten innerhalb der Linken um den Gewaltbegriff zu f&uuml;hren w&auml;ren, skizziert Brie im folgenden Beitrag. Er bezieht sich auf Monika Frommels vorstehenden Text.</p>
<p>Die Reaktionen auf die Entfesselung von Gewalt im Schanzenviertel am 7. Juli w&auml;hrend des G20-Gipfels hallen nach. Und dies ist gut so. Der Gegengipfel und die Gegendemonstrationen gingen in der breiteren &Ouml;ffentlichkeit unter in den Bildern brennender Barrikaden, gepl&uuml;nderter Gesch&auml;fte, zerst&ouml;rter Autos und triumphierender junger M&auml;nner mit Stangen vor Polizisten in voller Kampfmontur. Wer die Produktion der Bilder beherrscht, beherrscht die Ereignisse. Und dies haben einige Hundert Autonome der linken Szene aus Deutschland und Europa brillant geschafft. Sie haben den kreativen, bunten, friedlichen Protest vieler Tausender enteignet. Denn ohne diesen Protest der Vielen w&auml;re die Imaginierung des B&uuml;rgerkriegs durch Wenige ein sinnloses Gehabe. Aber verbunden mit einer breiten Bewegung und legitimiert durch gemeinsame Ziele erhielt die inszenierte antistaatliche Gewalt ihre gro&szlig;e Bedeutung.<br />Wer erinnert sich noch an die Demonstration auf der Binnenalster am 2. Juli mit 130 Booten, organisiert von B.U.N.D. bis hin zu Greenpeace, DGB und WWF. Ein Kohlefrachter erhielt die Parole &#8222;End Coal&#8220; verpasst. Von den &ouml;ffentlichen Stra&szlig;enparties am 4. Juli ist vor allem die R&auml;umung der Kreuzung Neuer Pferdemarkt mit Wasserwerfern bekannt. Die Protestcamps bleiben im Ged&auml;chtnis, weil die Beh&ouml;rden der Stadt sie aus dem Zentrum verbannen wollten und zu Schikanen griffen. Die wunderbare Kunstperformance &#8222;1000 Gestalten&#8220; von Hamburger und Berliner K&uuml;nstler_innen hat zumindest eindrucksvolle Bilder grauer trauriger Figuren hinterlassen, die pl&ouml;tzlich ganz farbig wurden. Es gab einen &#8222;Gipfel f&uuml;r globale Solidarit&auml;t&#8220; und vieles andere bis hin zur Abschlussdemonstration am 8. Juli mit 50 bis 80 Tsd. Teilnehmer_innen.<br />Beherrscht wird im &ouml;ffentlichen Ged&auml;chtnis aber alles von einem Ereignis, dass in Wikipedia so beschrieben wird: <br />&#8222;Nach Polizeiprotokollen bewaffneten sich [am 7. Juli] ab etwa 19:00 Uhr rund hundert Personen im Schanzenviertel mit Eisenstangen, z&uuml;ndeten vor der Roten Flora ein Feuer an und bewarfen Einsatzkr&auml;fte mit B&ouml;llern. Daraufhin verlegte die Polizei Wasserwerfer und weitere Einheiten vor die Stra&szlig;e Schulterblatt. Gegen 20:00 Uhr wuchs die Menge auf rund 500 Personen, die weitere brennende Barrikaden errichteten. Nach 21:00 Uhr r&uuml;ckten Polizeikr&auml;fte gegen sie vor, zogen sich aber nach Bewurf mit Steinen und Flaschen wieder zur&uuml;ck. Dabei feuerten sie Gasgranaten und einen Warnschuss ab. Gummigeschosse waren nach Polizeiangaben wegen Querschl&auml;gergefahr untersagt. Ab 21:31 Uhr verweigerten die Einsatzkr&auml;fte wegen bef&uuml;rchteter Lebensgefahr Duddes Befehl zum Vorr&uuml;cken. Er forderte daher Spezialkr&auml;fte (SEKs) an. In diesen Stunden brachen verschiedene T&auml;ter in einige L&auml;den ein und pl&uuml;nderten sie. Andere schossen nach Polizeiangaben mit Zwillen auf die Einsatzkr&auml;fte. Einige warfen vom Dach des Hauses Am Schulterblatt (1) Gesteinsbrocken auf Polizisten und einen angez&uuml;ndeten Gegenstand, der verlosch (laut Polizei ein Molotowcocktail). Zwei SEKs r&auml;umten am Schulterblatt neun Geb&auml;ude, schossen anfangs Gummigeschosse auf eine Dachkante und richteten Ziellaser auf Personen. Zum R&auml;umen benutzten sie Spezialmunition und laute Ablenkungsmunition. Laut Kommandof&uuml;hrer ergaben sich die gestellten Personen sofort; Angriffe auf Polizisten unterblieben.&#8220; (Wikipedia 2017)</p>
<p>Gewalt und &#8222;Gewalt&#8220;</p>
<p>Es gab aus den verschiedensten Strukturen linker Organisationen viele Stellungnahmen. Sarah Wagenknecht verurteilte das Handeln der Autonomen im Schanzenviertel mit den Worten: &#8222;Diese Gewaltt&auml;ter sind keine Linken, das sind Kriminelle&#8220; (Bild-Zeitung 2017). Dies ist der Weg der politischen Exkommunikation. Egbert Scheunemann, ein linker Anwohner aus dem Schanzenviertel, schrieb, dass, wer so handle, &#8222;ein politikanalytischer und -strategischer Vollidiot&#8220;, &#8222;ein prim&auml;r testosterongesteuerter, oft alkoholisierter jungm&auml;nnlicher Triebt&auml;ter&#8220; (Scheunemann 2017) sei. Dies ist der Weg der psychoanalytischen Entsorgung. Er trifft auch empirisch nicht, liest man die Berichte &uuml;ber das taktische Geschick, die Umkleidepraktiken, die Versuche, die eigene Gewalt unter Kontrolle zu halten, damit keine dauerhaften Personensch&auml;den auftreten. Monika Frommel geht mit Verweis auf Jan Philipp Reemtsma eine &auml;hnlichen Weg, indem sie die ausge&uuml;bte Gewalt als Selbstzweck versteht und den gewaltt&auml;tigen Akteuren &#8222;zielgerichtetes Verhalten&#8220; (S. 101) abspricht. Es g&auml;be keine &#8222;instrumentelle Rationalit&auml;t&#8220;. Wie Reemtsma schreibt, w&uuml;rde durch Gewalt &#8222;der Einzelne in den Status der Machtwillk&uuml;r&#8220; (Reemtsma 2015, 13) eingesetzt. Und die Gruppe sei es, die dies verb&uuml;rge. Der Ausstieg aus der B&uuml;rgerlichkeit und der Einstieg in die organisierte Gewalt biete eine ungeheure Steigerung von Lust am eigenen Leben. Reemtsma schreibt: &#8222;Die narzistischen Gewinne aus B&uuml;rgerlichkeit fallen bescheiden aus. Sie sind schmal, stellen sich gelegentlich [&#8230;] ein [&#8230;]. Demgegen&uuml;ber sind die narzistischen Gewinne aus der permanent die Zugeh&ouml;rigkeit als Grandiosit&auml;t wertenden Pr&auml;mierung durch die Gruppe immens, nebst der Lizenz, Identit&auml;t, sprich: Einzigartigkeit aus der existentiellen Aktion der Zerst&ouml;rung zu gewinnen.&#8220; (ebd., 14).<br />Es ist unbestreitbar, dass es diese Gewinne gibt. Die Thriller, Krimis, Computerspiele sind Formen, in denen diese Gewinne in &#8222;sublimierter&#8220; Form eingefahren werden. Dies gilt f&uuml;r andere Formen der Lust auch &#8211; in der Liebe, dem Sport, dem Sex, der Kunst, der Mu&szlig;e.1 Gewalt hat aber ein Alleinstellungsmerkmal: &#8222;Eine Tat wird zur Gewalt, wenn sie den anderen, die andere bewusst zu verletzen sucht, seine, ihre leibliche und psychische Integrit&auml;t absichtsvoll bedroht, ihn, sie deshalb zielgerichtet in (Todes-)Angst versetzt&#8220; (Brie 2008, 105) (2). Von Gewalt muss dann gesprochen werden, wenn eine &#8222;absichtsvolle physische (und psychische &#8211; M. B.) Verletzung von Menschen durch Menschen&#8220; erfolgt (Nunner-Winkler 2004, 28).<br />Monika Frommel macht es sich deshalb viel zu leicht, wenn sie gegen die &#8222;rituell beschworene Unterscheidung zwischen &#8218;Gewalt gegen Sachen&#8216; und &#8218;Gewalt gegen Personen&#8216;&#8220; polemisiert und im gleichen Satz hinzuf&uuml;gt: &#8222;wobei Polizisten &#8211; was ja bemerkenswert ist &#8211; nicht als Personen, sondern als Repr&auml;sentanten der Staatsgewalt umdefiniert werden&#8220; (S.&nbsp;99). Diese Unterscheidung ist aber politisch, ethisch wie auch strafrechtlich relevant und sollte nicht eingeebnet werden. Die Autonomen diskutieren sie intensiv. W&uuml;rde ich im Gebirge einen Stein auspeitschen, w&auml;re dies vielleicht ein Zeichen, ich m&uuml;sste mich abreagieren und der Stein w&auml;re symbolischer Stellvertreter einer oder eines anderen. Zur Gewalt gegen Sachen wird dies nur, wenn ich damit in die Verf&uuml;gungsrechte anderer &uuml;ber diese Sachen eingreife, zum Beispiel durch Zerst&ouml;rung oder Besch&auml;digung eines Gegenstandes, der anderen geh&ouml;rt oder durch andere genutzt wird. Es kann dies eine legitime Form des Protests gegen ein enormes Machtgef&auml;lle und das Fehlen alternativer Widerstandsformen sein. Ein historisch gut belegtes Beispiel sind die Ludditen, die vor dem Hintergrund des Verbots gewerkschaftlicher Organisationsm&ouml;glichkeiten und brutaler Lohnpraktiken zur Zerst&ouml;rung von Maschinen schritten (Bailey 1998). Eric Hobsbawm sprach von einem &#8222;collective bargaining by riot&#8220; (Hobsbawm 1952). Die herrschenden Kreise Gro&szlig;britanniens antworten mit einem Gesetz, das die Zerst&ouml;rung von Maschinen unter Todesstrafe stellte. Der Dichter Byron feierte ihren Kampf in seinem Song of the Luddites als Beitrag zur Freiheit. Das &#8222;Schottern&#8220; der Gleise f&uuml;r Castor-Transporte und das Anketten von Aktivist_innen, um die Z&uuml;ge zu blockieren, hatte eine &auml;hnliche Funktion. Es ist dies ziviler Ungehorsam, dessen Legitimation umstritten ist. Gesetzliche Regeln werden bewusst gebrochen mit Verweis auf eine Gewissensentscheidung, deren Normen als h&ouml;her eingestufte werden (King 1969). Die sog. Gewalt gegen Sachen im &ouml;ffentlichen Raum mit Bezug auf politische Ziele ist nichts anderes als ziviler Ungehorsam. &Uuml;berschritten wird eine Grenze, wenn billigend oder auch nur durch Nachl&auml;ssigkeit die Gef&auml;hrdung von Menschen in Kauf genommen wird. Ziviler Ungehorsam verlangt h&ouml;chste Verantwortung und Kontrolle, damit dies nicht geschieht. Denn dann w&uuml;rde sie zur Gewalt. Positionen, bei denen Menschen qua Amt zu Sachen gemacht werden, wie Monika Frommel bemerkt (Polizist_innen, Politiker_innen, Manager_innen, Ausl&auml;nder_innen), ebnen ihrerseits die genannte Differenz zwischen Gewalt gegen Personen und Besch&auml;digung von Dingen ein. Solange es aber ein &#8222;utopisches Gef&auml;lle&#8220; zwischen den immer neu definierten Menschenrechten und positivem Recht gibt (Habermas 2010) &#8211; also auf Dauer, bleibt das Problem des zivilen Ungehorsams virulent. Das Verwischen der Differenz zwischen Gewalt und Aktionen, die den verantwortungsvollen Eingriff in Eigentumsrechte des Staates oder von Unternehmen einschlie&szlig;en, w&uuml;rde von der einen Seite jeden zivilen Ungehorsam unm&ouml;glich machen, oder von der anderen Seite das Tor zum Terror &ouml;ffnen, wie es f&uuml;r die RAF charakteristisch war, auf die sich Monika Frommel bezieht.</p>
<p>Die Besonderheit politisch legitimierter Gewalt</p>
<p>Tats&auml;chlich gibt es Gemeinsamkeiten bei Gewalt und sie hat ihre Attraktivit&auml;t, nicht zuletzt als lebensweltlich genussvolle Erfahrung der T&auml;ter. Der Ruf der Autonomen, dass die Freiheit in den Pflastersteinen liegt, dr&uuml;ckt dies aus. Es gibt aber einen Unterschied zwischen unpolitischer und politischer Gewalt, auch wenn dieser Unterschied wie jeder andere flie&szlig;end ist. Politische Gewalt (durchaus im weiten Sinne verstanden) braucht einen Raum der Unterst&uuml;tzer_innen und eine noch breitere Szene von Sympathisant_innen. Ohne diese R&auml;ume und Szenen ist es blo&szlig;e kriminelle Gewalt und unterliegt breiter &Auml;chtung. Wenn sich Minderheiten also, wie die linken Autonomen, auf gemeinsame Werte und Ziele der Linken beziehen, dann hat dies Konsequenzen f&uuml;r die Autonomen selbst und die breitere Linke. <br />Erstens haben diejenigen, die zu Gewalt greifen und dies politisch rechtfertigen, ein Problem. Die Propagandaanstrengungen sind gewaltig. Jede Gewalt ist in ihrer konkreten Form und Gestalt legitimationsbed&uuml;rftig in einem &ouml;ffentlichen Umfeld, von dem ihre Wirkung abh&auml;ngt. In Hamburg waren offensichtlich Molotowcocktails verp&ouml;nt. Es ist auch kein Zufall, dass seit vielen Jahren von der linken Szene in Deutschland keine t&ouml;dlichen Terroranschl&auml;ge ver&uuml;bt wurden. In der autonomen Szene finden intensive Diskussionen zu diesen Fragen statt. Offensichtlich sind dieses Mal (oder nur: bisher?) andere strategische wie taktische Schlussfolgerungen gezogen worden als in den 1970er Jahren. Auch wenn Monika Frommel es nicht h&ouml;ren will, so sind diese Akteur_innen aus der autonomen Szene vielleicht doch &#8222;nicht doof&#8220; und man braucht auch den Dialog. Gemeinsam sind den Akteur_innen dieser Szene folgende Merkmale, auf die Sebastian Haunss verweist: &#8222;1. Der Anspruch einer subjektivistischen Politik, die individuelle Selbstver&auml;nderung als mindestens ebenso wichtig ansieht wie die Ver&auml;nderung der Gesellschaft [&#8230;]. 2. Eine Ablehnung traditioneller institutioneller Formen [&#8230;]. (3). Eine grunds&auml;tzliche GegnerInnenschaft zur herrschaftlichen (kapitalistischen) Ordnung der Gesellschaft.&#8220; (Haunss 2008, 509f.) Diese Gemeinsamkeiten werden aber durch harte Differenzen in Frage gestellt.<br />Schon seit l&auml;ngerem zeichnet sich eine Spaltung der Szene ab zwischen jenen, die in der Linie von Tiqqun auf die Inszenierung des Aufstandes und B&uuml;rgerkriegs setzen, und einer postautonomen Linken, die Militanz im Rahmen des zivilen Ungehorsams praktizieren will. Die Gruppe Tiqqun steht f&uuml;r jene kommunistischen Tendenzen, die sich vor allem durch den radikalen Bruch mit der b&uuml;rgerlich-kapitalistischen Gesellschaft in jeder ihrer Gestalten definieren. Ihr Aufruf als Unsichtbares Komitee entstand vor dem Hintergrund der Unruhen in den Pariser Banlieus im Herbst 2005. Es werden die Sprache und der Gestus der entschiedensten Rebellion und des offenen Krieges kultiviert. Der unvermittelte Gegensatz, die direkte Konfrontation, die Suche nach dem sofortigen Ausstieg stehen im Zentrum. Tiqqun reduziert alle gesellschaftlichen Interaktionsformen jenseits gemeinschaftlich geteilter Lebensformen auf B&uuml;rgerkrieg. Damit wird erstens behauptet, das Handeln stets nichts anderes als strategisch sei (siehe ebd.). Dies l&ouml;st gesellschaftliche Interaktion in blo&szlig;e Machtanwendung auf. Alles Handeln scheint nur Zweck-Mittel-Relationen zu folgen. Zweitens: W&auml;hrend es bei Foucault hei&szlig;t, der B&uuml;rgerkrieg sei die &#8222;Matrix aller Machtstrategien&#8220; (zitiert in Unsichtbares Komitee 2014, 6), wird bei Tiqqun jedes gesellschaftliche Handeln unmittelbar zum B&uuml;rgerkrieg und nicht nur nach dessen Vorbild geformt.3 Solche Konzeptionen mit ihrer Verkl&auml;rung des &#8222;Kriegers&#8220; und dem v&ouml;lligen Ausstieg aus der etablierten Gesellschaft sind geeignet, die Okkupation des Schanzenviertels als &#8222;befreite Zone&#8220; und &#8222;Oase der Freiheit&#8220; (so durch respect existence auf der mittlerweile gesperrten Plattform Indymedia am 23. Juli 2017) zu legitimieren. Aber nach den Hamburger Tagen war aus genau jenen Gruppen auch das ambivalente Res&uuml;mee zu lesen: &#8222;Es war ein Rausch, inmitten der Polizeifestung einen Raum der Freiheit zu erschaffen. Doch bald kamen auch Zweifel &#8230; Wir haben f&uuml;r ein paar Stunden ein Utopia geschaffen, und es war wieder bestimmt von Gewalt.&#8220;<br />Aus der von Monika Frommel mit den Gewaltaktivist_innen identifizierten Interventionistischen Linken (IL), die einen zwar militanten, auf zivilen Ungehorsam setzenden, aber gewaltlosen Protest bef&uuml;rwortet hatte, kamen nach Hamburg die folgenden Stimmen: <br />&#8222;Wir haften f&uuml;r Dinge, die wir nicht organisiert haben und werden zum Regenschirm f&uuml;r Aktionen, die uns mehr schaden als nutzen. [&#8230;] Vor den Protesten warb die IL &#8218;Hamburg wird in diesen Tage[n] zur Stadt f&uuml;r alle werden &#8211; Alle werden unseren rebellischen Willen zur Demokratie von unten sp&uuml;ren.&#8216; Eingetreten ist das Gegenteil. Schuld daran ist nicht nur die b&ouml;se b&uuml;rgerliche Presse. Die Wut gegen die Linke kommt von unten und ist authentisch. Das Video einer Anwohnerin, dass schwarz gekleidete Autonome beim Anlegen ihrer Zivilkleidung zeigt, wurde auf Facebook zum viralen Knaller. Der Kommentar lautete &#8218;Erst meine sch&ouml;ne Stadt &amp; mein sch&ouml;nes Viertel zerst&ouml;ren und sich dann als Zivilist wieder ins Get&uuml;mmel st&uuml;rzen &#8211; FEIGE, DUMM &amp; WIDERLICH&#8216;. Der Post wurde 12.000 Mal geteilt und 800.000 mal geliked &#8211; Zahlen, die wir mit unseren Mitteilungen und Aktionsvideos noch nie erreicht haben. [&#8230;] Es ist keine Schw&auml;che, sondern ein notwendiges Bildungsprojekt, der Welt da drau&szlig;en beizubringen, dass es unterschiedliche Linke gibt mit unterschiedlichen Strategien &#8211; und dass manche davon nicht weiterhelfen. Dieser Aufgabe k&ouml;nnen wir uns nicht durch &#8218;wir distanzieren uns nicht&#8216;-Floskeln entziehen, weil es nicht der richtige Weg ist &#8211; und, nebenbei, auch schlicht nicht funktioniert.&#8220; (Interventionistische Linke (mimi, terz, Titow) 2017) <br />Hintergrund sind Analysen, die deutlich machen, dass &#8222;produktive Allianzen zwischen Gruppen und Str&ouml;mungen des Linksradikalismus, der Neuen Sozialen Bewegungen und der Gewerkschaftsbewegung&#8220; (Hoffrogge 2015, 1204) notwendig sind. Damit diese aber zustande kommen, verbieten sich bestimmte Praktiken als Spaltungsformen, die jede Kooperation unm&ouml;glich machen. Und dabei geht es vor allem um Gewalt im genannten engeren Sinne.</p>
<p>Die Grenzen der Kooperation</p>
<p>Die breitere Linke muss sich die Frage stellen, ob sie weiterhin bereit ist, jenen Raum bereit zu stellen, den gewaltbereite Linksautonome brauchen, um ihren B&uuml;rgerkrieg zu inszenieren. Bisher wurde von relevanten Akteur_innen dieser Frage ausgewichen, seitens der Interventionistischen Linken, Teilen der sozialen Bewegungen und Initiativen, auch aus Teilen der Partei DIE LINKE. Man feiert es als Erfolg, sich nicht habe spalten zu lassen (Wilde 2017). Auch vom Falschen d&uuml;rfe es keine Distanzierung geben, denn, so Karl-Heinz Dellwo: &#8222;Das Falsche im Aufbruch geh&ouml;rt dazu, wenn wir etwas &auml;ndern wollen, wenn wir wieder einen Begriff von Kommunismus, vom anderen Leben, von kollektiver Subjektivit&auml;t und einem vom Menschen ausgehenden Lebenssinn entwickeln wollen&#8220; (Dellwo 2017). So wurde bei der Demonstration Welcome to Hell nicht nur ein schwarzer Block zugelassen, sondern er konnte sogar den Zug anf&uuml;hren, bildete seine &#8222;Speerspitze&#8220;. Es wurden keine eigenen Ordnungskr&auml;fte eingesetzt, um Gewalt seitens der Demonstrant_innen zu verhindern und auch nicht, um das Schanzenviertel vor Br&auml;nden zu sch&uuml;tzen. Dabei hatten anreisende Autonome schon beim Verlassen der Z&uuml;ge skandiert: &#8222;Macht ihr uns die Zelte platt, nehmen wir uns die ganze Stadt.&#8220; In Mobilisierungsvideos hie&szlig; es als gemeinsamer Konsens: &#8222;Hamburg meine Perle, Pflastersteine und Scherben.&#8220; Dies alles ist unverantwortlich und nimmt die Gewalt einer kleineren Minderheit billigend, teilweise auch zustimmend in Kauf. Die Distanzierung post festum oder die politische &#8222;Verurteilung&#8220; sind dann entweder hilflos oder ,schlimmer noch, Heuchelei. Nat&uuml;rlich ist die linksautonome Szene Geist vom Geiste der Linken. Die Verbindung von Freiheit und Gleichheit durch Solidarit&auml;t eint. Aber diese Verwandtschaft im Geiste schlie&szlig;t nicht die Unvereinbarkeit im Handeln aus. <br />Die Schlussfolgerung aus Hamburg wie aus allen &auml;hnlichen Ereignissen der letzten Jahre muss sein: Wer Gewalt unter den Bedingungen des Rechtsstaats und der M&ouml;glichkeiten des zivilen Ungehorsam als legitimes Mittel der Politik ansieht und praktiziert, darf in den Reihen der breiteren Linken unter keiner, wirklich unter keiner Bedingung toleriert werden. Er ist ein direkter Gegner. Er bringt die Mehrheit um die Wirkung ihres Protests, delegitimiert jede linke Alternative, stellt die gesamte Linke in das Lager der Bef&uuml;rworter eines B&uuml;rgerkriegs, st&auml;rkt direkt autorit&auml;re und rechte Tendenzen. Jede Form von Kooperation mit solchen Gruppen im Rahmen gemeinsamer Proteste ist ausgeschlossen.</p>
<p>Hat sich der Antikapitalismus erledigt?</p>
<p>Abschlie&szlig;end m&ouml;chte ich Monika Frommels Frage aufgreifen, was heute links ist. Sie schreibt, dass es &#8222;nur noch wenige Menschen&#8220; gibt, &#8222;die etwas gegen die Gleichberechtigung aller Menschen haben [&#8230;], niemand bef&uuml;rwortet die Kriege oder billigt die Armut in der Welt&#8220; (S.&nbsp;106). Sie stellt die These auf, &#8222;dass sich das Streben nach mehr Demokratie, die Garantie von Grundrechten und die Verbesserung von Chancengleichheit nicht mehr als &#8218;linke&#8216; Ziele verstehen, sondern mehrheitsf&auml;hig geworden sind&#8220; (S.&nbsp;101). Dies alles steht im schreienden Widerspruch zur Tatsache, dass die wohlhabende Mitte der Weltgesellschaft mit ihren Bollwerken in den USA, Westeuropa und jetzt auch zunehmend in Asien und aufsteigenden Schwellenl&auml;ndern ganz selbstverst&auml;ndlich eine Produktions- und Lebensweise verteidigen, die auf der Zerst&ouml;rung der Lebensgrundlagen des Unten dieser Weltgesellschaft und zuk&uuml;nftiger Generationen basiert (Brand/Wissen 2017) und erneut wachsenden Hunger hervorbringt (Ziegler 2013). Die Tendenzen zu Entdemokratisierung und Autoritarismus haben im Gefolge des neoliberalen Finanzmarkt-Kapitalismus sprunghaft zugenommen, w&auml;hrend die Konzentration von wirtschaftlicher und finanzieller Macht exponentiell stieg. Die Zahl der Ver&ouml;ffentlichungen dazu ist Legion (nur stellvertretend f&uuml;r viele andere Streeck 2013; Bischoff 2009). Die vielen zivilen Proteste sind keinesfalls &#8222;sinnentleert&#8220;, auch nicht als Blockaden. Walter Benjamin sprach vom Griff nach der Notbremse, um das Rasen in die Katastrophe zu stoppen.<br />Monika Frommel fordert: &#8222;Wer mit &#8218;links&#8216; eine fundamentale Kapitalismus-Kritik meint, muss zeigen, wie dieses Ziel umgesetzt werden soll.&#8220; (S.&nbsp;2f.) Dies ist absolut richtig. Doch liegen diese Vorschl&auml;ge auf dem Tisch. Sie beginnen bei einer simplen Finanzmarkttransaktionssteuer und enden bei einem v&ouml;llig neuen Finanzsystem (Felber 2012). Sie fangen an beim Ausstieg aus der Nutzung der fossilen Brennstoffe und m&uuml;nden in eine Solargesellschaft (Scheer 2011). Eine zusammenfassende Darstellung der M&ouml;glichkeiten findet sich zum Beispiel bei Dieter Klein (2013). Der gro&szlig;e Degrowth-Kongress in Leipzig 2014 und der j&uuml;ngste Gegengipfel in Hamburg haben sehr konkrete Ans&auml;tze diskutiert. Ihre Umsetzung w&uuml;rde verlangen, dass die hochentwickelten L&auml;nder rund zehn Prozent ihres Bruttosozialprodukts f&uuml;r eine sozial&ouml;kologische Transformation in globaler Solidarit&auml;t ausgeben. Wir h&ouml;ren aber eher von &#8222;America first&#8220;, &#8222;Deutschland den Deutschen&#8220; und &#8222;Schotten zu&#8220;, von &#8222;Milit&auml;rausgaben rauf&#8220; und &#8222;Solidarit&auml;t runter&#8220;. Kapitalismus ist eine Gesellschaft des Primats der Interessen der Kapitaleigent&uuml;mer &uuml;ber die Gesellschaft. Das ist mit Freiheit, Gleichheit, Solidarit&auml;t, mit Wahrung des nat&uuml;rlichen Reichtums und Frieden nun wirklich nicht zu vereinbaren. Man darf sich nicht blind machen lassen: Wenn Menschen hungern und verhungern, elementare Gesundheitsvorsorge fehlt, Ressourcenkriege eskalieren, die Klimaver&auml;nderung Menschen in die Flucht treibt, dann werden die strukturellen Zw&auml;nge einer kapitalistisch-imperialen Weltordnung zu direkter Gewalt, die Leib und Seele vieler Millionen Menschen zerst&ouml;rt. Die B&ouml;rsenkurse der gl&auml;nzenden Tower in New York, London, Tokio oder Hongkong haben ein h&auml;ssliches Gesicht, doch dieses Gesicht sieht man ihnen nicht an. Verreckt wird anderswo. Von Kapitalismuskritik als blo&szlig;er &#8222;Satire&#8220; (S.&nbsp;107) keine Spur.<br />Das Erschrecken vor den Exzessen in Hamburg sollte nicht blind, sondern hellsichtig machen: Ja, die Linke in Deutschland muss endlich aktiv das ihr M&ouml;gliche tun, in ihren Protesten und Demonstrationen durch offene Diskussion, eigene Ordnungskr&auml;fte und Disziplin Gewalt zu unterbinden.</p>
<p>Dies darf nicht der Polizei &uuml;berlassen werden. Widerstand ist zu Gewaltfreiheit verpflichtet, auch und gerade, um zivilen Ungehorsam m&ouml;glich zu machen und die Gewalt in der Welt zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Der Kampf f&uuml;r einen Richtungswechsel der Politik darf deshalb nicht l&auml;nger Schutzschirm f&uuml;r die Inszenierung von B&uuml;rgerkrieg bleiben. Und auch Ja und nochmals Ja: Wir brauchen entschiedeneren Protest. Wir brauchen konkrete alternative Projekte und Experimente. Wir brauchen eine linke Regierung, die sich f&uuml;r einen solchen Richtungswechsel in Deutschland und in der EU stark macht. Sonst kommt noch ein Trump made in Germany und zeigt uns, wie es ganz von rechts geht. Nach den j&uuml;ngsten Bundestagswahlen ist ein Neubeginn der Linken in Deutschland gefordert.</p>
<p>DR. MICHAEL BRIE&nbsp;&nbsp; Gr&uuml;ndungsdirektor und Senior Fellow des Instituts f&uuml;r Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung, j&uuml;ngste Buchver&ouml;ffentlichung: Lenin neu entdecken. Dialektik der Revolution und Metaphysik der Herrschaft, Hamburg 2017.<br />Literatur<br />Bailey, Brian 1998: Luddite Rebellion, Stroud<br />Bild-Zeitung 2017: Wagenknecht gegen Kipping &#8211; Linken-Zoff nach G20-Krawall, in: BILD.de, abrufbar unter: <a href="http://www.bild.de/politik/inland/g20-gipfel/gewalt-hamburg-linken-zoff-um-schwarzen-block-kipping-wagenknecht-52489390.bild.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.bild.de/politik/inland/g20-gipfel/gewalt-hamburg-linken-zoff-um-schwarzen-block-kipping-wagenknecht-52489390.bild.html</a> (letzter Zugriff: 23.9.2017)<br />Bischoff, Joachim 2009: Jahrhundertkrise des Kapitalismus. Abstieg in die Depression oder &Uuml;bergang in eine andere &Ouml;konomie?, Hamburg<br />Brand, Ulrich/Wissen, Markus 2017: Imperiale Lebensweise: Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus, M&uuml;nchen<br />Brie, Michael 2008: Gewalt und Befreiung. Solidarische Emanzipation unter den Bedingungen des neoliberalen Kapitalismus, in: Rilling, Rainer (Hrsg.): Eine Frage der Gewalt. Antworten von Links, Berlin, 101&#8211;137<br />Brie, Michael 2017: Ideologie der?&raquo;Namenlosen&laquo;, in: Neues Deutschland, abrufbar unter: <a href="https://www.neues-deutschland.de/artikel/1058972.ideologie-der-namenlosen.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.neues-deutschland.de/artikel/1058972.ideologie-der-namenlosen.html</a><br />Brie, Michael/Brangsch, Lutz (Hrsg.) 2016: Das Kommunistische. Oder: Ein Gespenst kommt nicht zur Ruhe. Mit Beitragen von Bini Adamczak, Friederike Habermann und Massimo De Angelis, Hamburg<br />Dellwo, Karl-Heinz 2017: Zum Riot im Schanzenviertel. Nicht distanzieren!, abrufbar unter: <a href="https://www.facebook.com/laikaverlag/posts/1549596275114654" target="_blank" rel="noopener">https://www.facebook.com/laikaverlag/posts/1549596275114654</a> <br />Felber, Christian 2012: Die Gemeinwohl-&Ouml;konomie. Eine demokratische Alternative w&auml;chst, Wien<br />Habermas, J&uuml;rgen 2010: Das utopische Gef&auml;lle. Das Konzept der Menschenw&uuml;rde und die realistische Utopie der Menschenrechte; in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik, (8), 43&#8211;53<br />Haunss, Sebastian 2008: Antiimperialismus und Autonomie &#8211; Linksradikalismus seit der Studentenbewegung; in: Roth, Roland/Rucht, Dieter (Hrsg.): Die sozialen Bewegungen in Deutschland seit 1945. Ein Handbuch, Frankfurt am Main: Campus, 447&#8211;473<br />Hobsbawm, Eric J. 1952: The Machine Breakers, in: Past &amp; Present, (1), 57&#8211;70<br />Hoffrogge, Ralf 2015: Linksradikalismus; in: Haug, Wolfgang Fritz/Haug, Frigga/Jehle, Peter/K&uuml;ttler, Wolfgang (Hrsg.): Historisch-kritisches W&ouml;rterbuch des Marxismus, Bd. 8/2, Hamburg, 1193&#8211;1207<br />Interventionistische Linke (mimi, terz, Titow) 2017: Es braucht mehr als ein Nein, abrufbar unter: <a href="https://blog.interventionistische-linke.org/g20-gipfel/es-braucht-mehr-als-ein-nein" target="_blank" rel="noopener">https://blog.interventionistische-linke.org/g20-gipfel/es-braucht-mehr-als-ein-nein</a> <br />King, Martin Luther 1969: Aufruf zum zivilen Ungehorsam, D&uuml;sseldorf<br />Klein, Dieter 2013: Das Morgen tanzt im Heute. Transformation im Kapitalismus und &uuml;ber ihn hinaus, Hamburg: VSA, abrufbar unter: <a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/VSA_Klein_Das_Morgen.pdf" target="_blank" rel="noopener">http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/VSA_Klein_Das_Morgen.pdf</a><br />Nunner-Winkler, Gertrud 2004: &Uuml;berlegungen zum Gewaltbegriff; in: Heitmeyer, Wilhelm/Soeffner, Hans-Georg (Hrsg.): Gewalt, Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme, Frankfurt am Main, 21&#8211;61<br />Reemtsma, Jan Philipp 2015: Gewalt als attraktive Lebensform betrachtet, in: Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts f&uuml;r Sozialforschung, (4), 4&#8211;16<br />Scheer, Hermann 2011: Der energethische Imperativ: 100 Prozent jetzt. Wie der vollst&auml;ndige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist, Frankfurt am Main<br />Scheunemann, Egbert 2017: Das G20-Treffen in Hamburg und die kollektiv wahnhaften Reaktionen, abrufbar unter: <a href="http://www.egbert-scheunemann.de/G20-Hamburg-Pseudolinke-und-kollektiver-Wahn-Scheunemann.pdf" target="_blank" rel="noopener">http://www.egbert-scheunemann.de/G20-Hamburg-Pseudolinke-und-kollektiver-Wahn-Scheunemann.pdf</a><br />Streeck, Wolfgang 2013: Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus, Berlin<br />Unsichtbares Komitee 2014: An unsere Freunde. Kapitel 5: Lass uns verschwinden, abrufbar unter: <a href="http://bloom0101.org/?parution=an-unsere-freunde" target="_blank" rel="noopener">http://bloom0101.org/?parution=an-unsere-freunde</a><br />Wikipedia 2017: G20-Gipfel in Hamburg 2017, in: Wikipedia, abrufbar unter: <a href="https://de.wikipedia.org/w/index.php?oldid=169350313&amp;title=G20-Gipfel_in_Hamburg_2017" target="_blank" rel="noopener">https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=G20-Gipfel_in_Hamburg_2017&amp;oldid=169350313</a> <br />Wilde, Florian 2017: Gro&szlig;er Erfolg, in: Junge Welt, abrufbar unter: <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/315029.gro%DFer-erfolg.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.jungewelt.de/artikel/315029.gro&szlig;er-erfolg.html</a> <br />Ziegler, Jean 2013: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt, M&uuml;nchen</p>
<p>Anmerkungen:</p>
<p>1 Es gibt viele Formen, in denen &#8222;narzistische Gewinne&#8220; durch Ausbrechen aus der B&uuml;rgerlichkeit<br />erlebt werden k&ouml;nnen. So knapp, wie Reemtsma diese M&ouml;glichkeiten darstellt, sind sie in der Gesellschaft<br />des Entertainments nicht. Sonst m&uuml;sste Gewalt in ihren verschiedenen Formen auch viel<br />verbreiteter sein, als sie es ohnehin schon ist.</p>
<p>2 Der hier zitierte Text entstand in der Auseinandersetzung um Angriffe auf Polizist_innen w&auml;hrend<br />der Demonstration gegen das G8-Treffen in Rostock am 2. Juni 2007. Der Text fasst meine eigenen<br />Position zum Verh&auml;ltnis von Linker und Gewalt unter den Bedingungen rechtsstaatlich verfasster<br />Gesellschaften zusammen.</p>
<p>3 Eine ausf&uuml;hrliche Darstellung und Auseinandersetzung mit den Positionen von Tiqqun findet sich<br />in Brangsch/Brie (2016, 184-192) und mit Bezug auf die Proteste in Hamburg dieses Jahres in Brie<br />(2017).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/219/publikation/die-gewalt-der-protest-der-antikapitalismus-und-die-linke/">Die Gewalt, der Protest, der Antikapitalismus und die Linke</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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