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	<title>Michael Ruck Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Planung als Utopie</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/181-vorgaenge/publikation/planung-als-utopie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2008 21:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gesellschaftsutopien der 68er und gesellschaftliche Planungseuphorie in den sechziger Jahren, aus: vorg&#228;nge Nr.181, Heft 1/2008, S. 13-22 I. Einleitung[1] &#8222;Die wahre Trag&#246;die der 68er ist der Sieg des Sozialdemokratismus &#252;ber ihren rebellischen Geist. Organization Man schl&#228;gt Soul Man. Planung vernichtet Spontaneit&#228;t.&#8220;[2] Dererlei apodiktische Deutungen werden gerade auch von Veteranen der Protestbewegung gerne kolportiert, die sich [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/181-vorgaenge/publikation/planung-als-utopie/">Planung als Utopie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gesellschaftsutopien der 68er und gesellschaftliche Planungseuphorie in den sechziger Jahren,</p>
<p>aus: vorg&auml;nge Nr.181, Heft 1/2008, S. 13-22</p>
<p><b>I. Einleitung</b>[1]</p>
<p>&#8222;Die wahre Trag&ouml;die der 68er ist der Sieg des Sozialdemokratismus &uuml;ber ihren rebellischen Geist. Organization Man schl&auml;gt Soul Man. Planung vernichtet Spontaneit&auml;t.&#8220;[2]</p>
<p>Dererlei apodiktische Deutungen werden gerade auch von Veteranen der Protestbewegung gerne kolportiert, die sich l&auml;ngst b&uuml;rgerlich eingerichtet haben. Doch sind &#8222;die 68er&#8220; tats&auml;chlich Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre der regierungsoffiziellen Planungskonjunktur zum Opfer gefallen? Oder versiegte die links-liberale Hauptstr&ouml;mung der fr&uuml;hen Protestbewegung bereits im Zuge jener Wendung &#8222;von der antiautorit&auml;ren Bewegung zur sozialistischen Opposition&#8220;,[3] die sich seit 1967/68 beschleunigt vollzog? Immerhin wurde deren &#8222;antikapitalistische(r), antib&uuml;rokratische(r) und antihierarchische(r)&#8220; Impetus[4] zusehends von einer Hinwendung zur sozialistischen Orthodoxie &uuml;berformt. Die neomarxistischen Gegenwartsanalysen und Zukunftsprojektionen schienen teils durchaus anschlussf&auml;hig f&uuml;r jene drei Leitbegriffe der Planungsdekade von 1963 bis 1973 zu sein, welche das gleitende Ende der Nachkriegszeit in Westdeutschland umschlie&szlig;en: Prosperit&auml;t &#8211; Planung &#8211; Partizipation.</p>
<p>Die planvolle Sicherung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prosperit&auml;t wurde von den bundesrepublikanischen Macht- und Funktionseliten zumal der mittleren und j&uuml;ngeren Generationen w&auml;hrend der 1960er Jahre zusehends als unverzichtbare Voraussetzung sozialer wie politischer Stabilit&auml;t im beschleunigten Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft begriffen und zugleich vision&auml;r auratisiert: &#8222;Nicht nur die Prognose,&#8220; proklamierte Georg Picht 1967, &#8222;auch die Planung, die wir brauchen, ist heute eine Utopie&#8220;.[5]</p>
<p>Deren &#8222;etatistische Ma&szlig;nahmen&#8220; interpretierten die Vordenker der Studentenbewegung als ein &#8211; wiewohl letzten Endes vergebliches &#8211; Unterfangen, in der &#8222;Bundesrepublik am Ende des so genannten Wirtschaftswunders&#8220;[6] den immer h&auml;ufiger ins Stocken geratenden Prozess sp&auml;tkapitalistischer Akkumulation in den jeweils &#8222;bedrohten Produktionszweigen&#8220; zu perpetuieren.[7] Freilich schien diese Krisenstrategie der antiautorit&auml;ren Avantgarde in den Universit&auml;ten auch die gro&szlig;e Chance zu bieten, w&auml;hrend der im Fr&uuml;hjahr 1967 angebrochenen &#8222;kulturrevolution&auml;ren &Uuml;bergangsperiode&#8220; im B&uuml;ndnis mit der &#8222;revolution&auml;re(n) Wissenschaft [&#8230;] als Produktivkraft&#8220;[8] und den &#8222;gelernten Arbeiter(n)&#8220;[9] in der Wirtschaft die &#8222;Befreiung des Menschen von den unbegriffenen und unkontrollierten M&auml;chten der Gesellschaft und der Natur&#8220;[10] entscheidend voran zu bringen: &#8222;Es w&auml;chst [&#8230;] die steigende Unentbehrlichkeit dieser relativ kleinen Schicht der Produktionsintelligenz, das hei&szlig;t die Bedeutung der technischen und &ouml;konomischen Intelligenz f&uuml;r den gesellschaftlichen Reproduktionsprozess&#8220;, brachte Rudi Dutschke die &#8222;revolution&auml;re Dialektik der richtigen &Uuml;berg&auml;nge&#8220;[11] im Fr&uuml;hjahr 1968 auf den Punkt: &#8222;Eine revolution&auml;re Strategie f&uuml;r die hochentwickelten kapitalistischen L&auml;nder kann von dieser Schicht nicht abstrahieren, m&uuml;ssen sich doch gerade aus ihr jene revolution&auml;ren Spezialisten herausbilden, die die zentrale Leitung der &Ouml;konomie und die Entfaltung der Masseninitiative nicht als sich ausschlie&szlig;enden Gegensatz, sondern als dialektische Einheit des sozialistischen Transformationsprozesses praktisch begreifen.&#8220;[12]</p>
<p>Den charismatischen Studentenf&uuml;hrer trieb die Vision, &#8222;die Totalit&auml;t der die Menschen von langer Arbeitszeit, Manipulation und Elend befreienden Produktivkr&auml;fte endlich von den Fesseln des Kapitals und der B&uuml;rokratie zu befreien&#8220;[13]. Gegenw&auml;rtig werde &#8222;der technische Fortschritt immer mehr zum entscheidenden Akkumulationsmotor&#8220;. Zugleich b&uuml;&szlig;ten &#8222;im &Uuml;bergang vom Konkurrenz- zum Monopolkapitalismus breite b&uuml;rgerliche Schichten den harmonischen Zusammenhang zwischen dem individuellen Leben und einer sinngebenden &uuml;bergreifenden Ordnung&#8220; ein.[14] Daraus ergebe sich die Chance, im B&uuml;ndnis mit revolutionierten Angeh&ouml;rigen der technisch-&ouml;konomischen Intelligenz die geschichtliche Mission der Bourgeoisie unter sozialistischen Auspizien zu vollenden: &#8222;Der b&uuml;rgerliche Charakter (schuf) ungeheuren Reichtum, der die historisch einzigartige Chance begr&uuml;ndete, ein Leben jenseits materieller Notdurft zu f&uuml;hren, ein Leben einzurichten, in der die Losung sein kann: &sbquo;Alle Menschen sollen essen und wenig arbeiten&#8216; (Horkheimer).&#8220;[15]</p>
<p>Das war mitnichten ein Bekenntnis zur real existierenden Konsumgesellschaft. Mit solchen eschatologischen Wendungen stellte sich Dutschke nahtlos in die Tradition einer &#8222;sozialistische(n) Utopie, als deren Eckpfeiler seit gut einhundertf&uuml;nfzig Jahren soziale Demokratie, das hei&szlig;t ein m&ouml;glichst ausgeglichener und auf Gerechtigkeit gegr&uuml;ndeter innergesellschaftlicher Friedenszustand&#8220; galt. Diese Utopie hatte &#8222;seit ihren Urspr&uuml;ngen, die reiche Gesellschaft zu ihrer Grundlage, nicht die Notwendigkeit einer gerechten Verteilung der Armut&#8220;.[16]</p>
<p>In dieser Hinsicht ber&uuml;hrten sich die Visionen der Protagonisten einer modernisierten &#8222;affluent society&#8220; kapitalistischer Provenienz und der neomarxistischen Fortschrittspropheten ebenso wie in dem Glauben an die M&ouml;glichkeit einer planm&auml;&szlig;igen Steuerung sozio&ouml;konomischer Entwicklungsprozesse. Ansonsten standen ihre politischen Aspirationen diametral gegeneinander. W&auml;hrend Dutschke und andere Wortf&uuml;hrer der studentischen Linken die Protestbewegung in eine systematische Transformation der privatkapitalistisch gepr&auml;gten Wirtschafts- und Gesellschaftsverh&auml;ltnisse Westdeutschlands &uuml;berleiten wollten, betrieben sozialdemokratische Planer wie der Sozialphilosoph und zeitweilige Staatssekret&auml;r in D&uuml;sseldorf Hermann L&uuml;bbe die anpassende Modernisierung der marktwirtschaftlichen und liberal-demokratischen Strukturen ausdr&uuml;cklich in antitotalit&auml;rer Absicht.[17]</p>
<p>Unter Verweis auf den fundamentalen Gegensatz von &#8222;liberaler Marktrationalit&auml;t&#8220; und &#8222;totalit&auml;rer Planrationalit&auml;t&#8220; verwarf der Soziologe Ralf Dahrendorf beide Positionen als Ausfluss einer illiberalen &#8222;Gesinnung der Planrationalit&auml;t&#8220;, welche geradewegs in einen b&uuml;rokratischen &#8222;Zirkel der Pl&auml;ne&#8220; f&uuml;hren m&uuml;sse. Dabei leiste der unverr&uuml;ckbare &#8222;Glaube an die M&ouml;glichkeit der Gewissheit&#8220; in unheilvoller Verbindung mit dem generellen &#8222;Misstrauen in die Kraft der dezentralisierten, autonomen Instanzen&#8220; einer Ideologie gesellschaftspolitischer Allzust&auml;ndigkeit Vorschub, deren Planfixiertheit unvereinbar sei mit der &#8222;Verfassung der Freiheit&#8220;.[18]</p>
<p>Eine gewisse N&auml;he dieser radikalliberalen Planungsskepsis zu anti-autorit&auml;ren Planungskritikern ist unverkennbar. Den Zeitgeist der sp&auml;ten 1960er trafen beide nicht. So n&auml;herte sich Dahrendorfs Mitstreiter auf dem Feld der Bildungsreform, Georg Picht, dem prek&auml;ren Verh&auml;ltnis von Planung und Demokratie aus liberalkonservativer Perspektive deutlich aufgeschlossener. Einerseits hielt der Heidelberger Religionsphilosoph ausdr&uuml;ckliche Distanz zu der &#8222;heute modisch gewordene(n) Diskussion &uuml;ber Planung&#8220;, erinnerte auch daran, dass erfahrungsgem&auml;&szlig; &#8222;die gr&ouml;&szlig;ten Planungserfolge der wissenschaftlich-technischen Welt aus irrationalen Impulsen und aus weitgehend irrationalen Prozessen&#8220; hervorzugehen pflegten: &#8222;Krieg und Terror neben dem Gewinnstreben&#8220;. Andererseits bezweifelte Picht keineswegs die existentielle Notwendigkeit steuernder Eingriffe in die Entwicklung der &#8222;technischen Welt&#8220;: &#8222;nicht was geplant werden soll, ist das gr&ouml;&szlig;te Problem, das gr&ouml;&szlig;te Problem ist, wie geplant werden soll&#8220;. Das eigentliche Dilemma der Gegenwart erblickte Picht darin, dass &#8222;zwischen den heutigen M&ouml;glichkeiten der Planung und den unaufschiebbaren Aufgaben der Planung ein riesiger Abstand&#8220; klaffe. In dessen Angesicht formulierte Picht den emphatischen Appell, &#8222;heute noch&#8220; damit zu beginnen, aus dem Dreischritt: &#8222;wissenschaftliche Prognose&#8220; &#8211; &#8222;wissenschaftliche Utopie&#8220; &#8211; &#8222;wissenschaftliche Planung&#8220; heraus konkrete &#8222;Direktiven des Handelns&#8220; zu entwerfen.[19] Allerdings m&uuml;sse dieses Handlungsgebot &#8222;streng pragmatisch interpretiert&#8220; werden, um nicht einem &#8222;Herrschaftsmonopol von partikul&auml;ren Interessengruppen&#8220; oder gar einem &#8222;Monopol der Wissenschaftler und der technischen Spezialisten&#8220; Vorschub zu leisten. Inspiriert durch die &#8222;Utopie der Erhaltung von Vernunft und Freiheit&#8220; habe &#8222;rationale&#8220; Planung im &#8222;Kontext sozialer Praxis&#8220; jederzeit die gesellschaftlichen &#8222;Voraussetzungen f&uuml;r ihre Realisierung&#8220; mitzudenken.</p>
<p>W&auml;hrend Dahrendorf seinen Freiheitsbegriff in klassisch liberaler Manier vom Individuum her definierte und der wirtschaftsliberale Bundeskanzler Ludwig Erhard den Planungsbef&uuml;rwortern sein kryptisches Integrationskonzept einer &#8222;Formierten Gesellschaft&#8220; entgegenhielt, stellte sich Picht konsequent auf den Boden der gruppenpluralistischen Wirklichkeit. Aus dieser Perspektive stand das unabweisbare Erfordernis &#8222;rasche(r) und effektive(r) Planung&#8220; keineswegs im grunds&auml;tzlichen Widerspruch zu jenen Forderungen nach Teilhabe und Ver&auml;nderung, die sich seit dem Abtritt Adenauers immer h&ouml;rbarer artikulierten. F&uuml;r Picht geh&ouml;rte &#8222;die Integration der Gruppeninteressen (deshalb) notwendig zum Prozess der Planung selbst&#8220;.[20] Sein Planungsbegriff nahm die Partizipationsbed&uuml;rfnisse im demokratisch-pluralistischen Parteien- und Verb&auml;ndestaat nicht blo&szlig; als (retardierende) Randbedingung widerwillig zur Kenntnis, er ma&szlig; ihnen den Stellenwert funktionaler Unverzichtbarkeit zu.</p>
<p>Der sozialdemokratische Planer Klaus von Dohnanyi hatte diese Erkenntnis bereits 1964 in einen Appell gekleidet: &#8222;Vorausschauende politische Arbeit ist in einer parlamentarischen Demokratie davon abh&auml;ngig, dass W&auml;hler und Interessengruppen f&uuml;r die Notwendigkeit langfristiger &Uuml;berlegungen und Investitionen Verst&auml;ndnis haben. [&#8230;] Aus diesem Grunde darf das Gespr&auml;ch &uuml;ber Notwendigkeit und Grenzen planender politischer Arbeit nicht auf die Planungsexperten der Parteien, Parlamente und der B&uuml;rokratie beschr&auml;nkt bleiben. [&#8230;] Nur wenn die Notwendigkeit der Planung politisch verst&auml;ndlich und &uuml;berzeugend begr&uuml;ndet werden kann, werden wir ausreichende Kr&auml;fte f&uuml;r langfristige Ziele einsetzen k&ouml;nnen. Der W&auml;hler bleibt der unerl&auml;ssliche Verb&uuml;ndete.&#8220;[21]</p>
<h2 class="auto-created">II. Diskursive Entta&shy;bui&shy;sie&shy;rungen der Planung in den 1960er Jahren </h2>
<p>Diese Debatten brachen ziemlich unvermittelt &uuml;ber die bundesdeutsche Szenerie herein. Um 1960 waren gesamtwirtschaftliche und gesellschaftspolitische Planungen in der Bundesrepublik Deutschland ein Tabuthema. Noch Mitte des Jahrzehnts erblickte der Marburger Politikwissenschaftler Kurt Lenk im &#8222;Weiterwirken der traditionellen Planungsphobie einen cultural lag&#8220; &#8211; mit Blick sowohl auf die &#8222;sozialstrukturelle Basis&#8220; in der Bundesrepublik als auch auf den internationalen Diskussionsstand.[22] Ganz in diesem Sinne hatte Robert Jungk kurz zuvor das offenkundige Modernit&auml;tsdefizit des heimischen Planungsdiskurses gegen&uuml;ber anderen westlichen Industriel&auml;ndern beklagt: &#8222;Im deutschen Sprachgebiet &#8211; und das kennzeichnet seinen historischen R&uuml;ckstand &#8211; ist diese Etappe der Auseinandersetzung mit der Planung noch keineswegs erreicht. Erst jetzt beginnt sich auch bei uns die Erkenntnis durchzusetzen, dass der prinzipielle Streit um die Planung, wie er zwischen Marxisten und Liberalen ausgefochten wurde &#8211; und unter zum Teil neuen Etiketten noch immer ausgefochten wird -, in Wahrheit von zweitrangiger Bedeutung ist. Denn auch die offiziell noch liberalen Systeme planen l&auml;ngst, weil sie den Schritt von irrationaler Schicksalsgl&auml;ubigkeit zu rationaler F&uuml;hrung ihrer Gesch&auml;fte tun mussten, um in der Industriegesellschaft existieren zu k&ouml;nnen. Umso dringender sollte auch bei uns die Frage nach der Planungspraxis erhoben werden, die nun nicht l&auml;nger dem Zufall einer mehr oder weniger begabten Improvisation &uuml;berlassen werden darf.&#8220;[23]</p>
<p>Zu dieser Zeit bahnte sich in Westdeutschland eine durchgreifende Enttabuisierung jener Ordnungskategorie an, welche nirgendwo anders konsequenter dem repressiven Instrumentarium totalit&auml;rer Einparteiendiktaturen zugerechnet worden war. Zwar nicht hinreichende, aber doch notwendige Bedingung dieses Prozesses zun&auml;chst diskursiver, dann zunehmend auch praktischer Durchsetzung des Planungsgedankens war die rasche Deeskalation des Kalten Krieges nach der Doppelkrise von 1961/62.</p>
<p>&Uuml;berdies baute die neue US-Administration seit 1961 mancherlei Planungselemente in ihre Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik ein, w&auml;hrend in der Sowjetunion und in den anderen Zentralverwaltungswirtschaften die starren Planvorgaben gelockert zu werden schienen.[24] Als sozialtechnische Handlungskategorie ihrer denunziatorischen Konnotationen entkleidet, avancierte die &#8222;Planung&#8220; auch im westlichen Frontstaat des Kalten Krieges zum Gegenstand systeminterner Diskurse &uuml;ber Chancen und Risiken ihres praktischen Einsatzes. An die Stelle der milit&auml;rischen Blockkonfrontation setzten optimistische Vordenker von &#8222;Modelle(n) f&uuml;r eine neue Welt&#8220; nun die Vision eines friedlichen &#8222;Wettkampf(s) der Planungen in Ost und West&#8220;.[25]</p>
<p>Die sozialdemokratische Opposition wagte zun&auml;chst nicht, dem Publikum eine planungsstaatliche Reformpolitik als Alternative anzubieten. Stattdessen gab sich die SPD im Zeichen des 1961 eingeschlagenen &#8222;Gemeinsamkeitskurses&#8220; bevorzugt als &#8222;westlich&#8220; orientierte, pluralistisch aufgelockerte &#8222;Volkspartei der linken Mitte&#8220;. Vor dem Hintergrund von Vollbesch&auml;ftigung und kr&auml;ftig steigenden Arbeitnehmereinkommen schrieb die Partei 1963 &#8211; im Einklang mit den Gewerkschaften &#8211; eine marktwirtschaftliche &#8222;Wohlstandspolitik, die sich gerechten Wohlstand zum Ziel setzt&#8220; auf ihre Fahnen.[26] Solche semantischen Anleihen bei Ludwig Erhard verboten einstweilen jeden R&uuml;ckgriff auf die eigene Planungsrhetorik fr&uuml;herer Jahre.[27] Trotzdem bahnte sich eine &#8222;Entideologisierung des Planungsbegriffs&#8220; an.[28] Gleichzeitig drohte er zur Projektionsfl&auml;che widerstreitender Bekenntnisse zu den Chancen und Risiken der Moderne zu werden. An Intensit&auml;t gewannen diese Auseinandersetzungen, als diejenigen, welche den &#8222;systematische(n) Entwurf einer rationalen Ordnung auf der Grundlage alles verf&uuml;gbaren Wissens&#8220; als das zeitgem&auml;&szlig;e &#8222;Instrument zum Bau einer besseren und gerechteren Ordnung&#8220; schlechthin propagierten, die diskursive Offensive ergriffen.[29]</p>
<p>Dagegen wandten sich zun&auml;chst konservative Gesellschaftstheoretiker wie Helmut Schelsky. Schon mit dem Titel seines Traktats &uuml;ber &#8222;Planung der Zukunft. Die rationale Utopie und die Ideologie der Rationalit&auml;t&#8220;[30] setzte der weit &uuml;ber sein Fach hinauswirkende Soziologe 1966 einen Kontrapunkt zu Joseph Kaisers Loblied auf die &#8222;Systematik als die planvoll geordnete Totalit&auml;t unseres jeweiligen Wissens, Rationalit&auml;t und vor allem Wissenschaft&#8220;.[31] Seit Jahren hatte Schelsky vor technokratischen Eingrenzungen individueller wie politischer Entscheidungsfreiheit gewarnt. Umso vehementer wandte er sich nun dagegen, diese ohnehin &uuml;berm&auml;chtige Tendenz auch noch ideologisch zu &uuml;berh&ouml;hen. Ihre Bekenntnisse zur umfassend-planm&auml;&szlig;igen Gestaltung der Zukunft offenbarten einen bedenklichen Mangel an kritischer Reflexion drohender Fehlentwicklungen, hielt Schelsky den Planungsbef&uuml;rwortern entgegen. Und ihr umfassender Gestaltungsanspruch setze eine spezifische Utopie absolut: den funktionalistischen Konstruktivismus. Damit einher gehe ein Verlust anderer Utopien, aus deren Konkurrenz der gesellschaftliche und kulturelle Fortschritt bislang seine Dynamik gewonnen habe.[32]</p>
<p>Doch die mittlerweile geschrumpfte Schar totalitarismustheoretisch inspirierter Modernisierungsskeptiker kam schon Mitte der 1960er Jahre nicht mehr aus der Defensive des westdeutschen Planungsdiskurses heraus. Die Mehrheit der moderaten Bef&uuml;rworter &ouml;ffentlicher Interventionen auf wirtschaftlichem Gebiet wie im Bildungsbereich oder auf dem weiten Feld der &#8222;Daseinsvorsorge&#8220; (Ernst Forsthoff) sahen in staatlichen Planungsaktivit&auml;ten je l&auml;nger desto weniger eine Gefahr f&uuml;r die freiheitliche Verfassungs- und Gesellschaftsordnung, sondern im Gegenteil unverzichtbare Garanten der Prosperit&auml;t. In der Tat berge eschatologisch inspirierte Gesamtplanung den Keim totalit&auml;rer Herrschaft, r&auml;umte Hermann L&uuml;bbe warnend ein. Doch von einer &#8222;utopiefrei sich haltende(n) Planung&#8220; drohten solche Anfechtungen keineswegs. Denn jene &#8222;Zukunftserfahrung, die der pragmatischen Planung&#8220; zugrunde liege, speise sich aus &#8222;der Erfahrung eines beschleunigt ablaufenden technischen, &ouml;konomischen, wissenschaftlichen, sozialen Fortschritts&#8220;. Der aber sei &#8222;subjektlos&#8220; und &#8222;nur im planungstechnischen Ausgang vom technologisch durchrationalisierten Detail ausgreifend beherrscht&#8220;. Von dieser &#8222;evolutionistischen&#8220; Disposition f&uuml;hre kein Weg zu einer &#8222;geschichtsphilosophisch inspirierte(n) Totalplanung&#8220;, deren holistischer Gestaltungsanspruch &#8222;sich unter den Wirkungen der Sachzw&auml;nge, denen die pragmatische Planung gehorcht&#8220;, alsbald zersetzen m&uuml;sse.[33]</p>
<h2 class="auto-created">III. Der westdeut&shy;sche Planungs&shy;boom seit Ende der 1960er Jahre </h2>
<p>Die abrupte Vehemenz dieser Planungsdebatten in liberalkonservativen und sozialliberalen Kreisen l&auml;sst vermuten, dass gegen Mitte der 1960er Jahre ein lange aufgestauter Bedarf an diskursiver &Uuml;berbr&uuml;ckung jener Kluft zwischen wettbewerbswirtschaftlicher Theorie und gemischtwirtschaftlicher Praxis freigesetzt wurde, welche sich seit 1950 immer weiter ge&ouml;ffnet hatte. Denn praktisch lag Westdeutschland zwar im internationalen Vergleich weit zur&uuml;ck &#8211; planerisches Niemandsland freilich stellte die Bundesrepublik l&auml;ngst nicht mehr dar. Diese fr&uuml;hen Aktivit&auml;ten konzentrierten sich auf den Komplex Forschung, Wissenschaft und Bildung. Anfang der 1960er Jahre drohte ein wachsender Mangel an geeignetem &#8222;Humankapital&#8220; den Modernisierungsprozess nachhaltig zu verz&ouml;gern und die internationale Konkurrenzf&auml;higkeit wie die Wachstumschancen der westdeutschen Volkswirtschaft zu verringern.[34] Anstelle des Wiederaufbaukonsenses der 1950er Jahre einte nunmehr die Wohlstands- und Wachstumsorientierung weite Teile der Arbeitnehmerschaft, die drei ma&szlig;geblichen Parteien und die j&uuml;ngeren Kohorten der Funktionseliten.</p>
<p>Im Windschatten der Konflikte &uuml;ber die Reform des Bildungswesens und der Hochschulen wurden seit den fr&uuml;hen 1960er Jahren planerische Fakten vor allem auf einem Feld der Wissenschafts- und Forschungspolitik geschaffen, das erst ein Jahrzehnt sp&auml;ter im Zentrum erbitterter Konflikte dar&uuml;ber stand, auf welche Weise und um welchen Preis die westdeutsche Prosperit&auml;t langfristig gew&auml;hrleistet werden sollte. Schon im Laufe der 1950er Jahre hatte sich dazu ein internationaler Elitenkonsens herausgebildet, in dessen Zentrum die Gew&auml;hrleistung einer ubiquit&auml;ren Versorgung mit elektrischer Energie stand. Binnen weniger Jahre sollten gro&szlig; angelegte Programme zur zivilen Nutzung der Kernkraft die westlichen Industriegesellschaften in diesem Sinne zukunftsf&auml;hig machen. Im Rahmen von EURATOM, aber auch auf nationaler Ebene investierte auch die Bundesrepublik schon fr&uuml;hzeitig in diese atomgest&uuml;tzte Vision immerw&auml;hrenden Wachstums.[35] Nennenswerter Widerstand gegen den Einstieg in die kerntechnische Entwicklungsplanung regte sich auch in der Studentenbewegung nicht. Zu verlockend erschien der kapitalismuskritischen Linken das Zukunftsszenario einer schier unbegrenzten Entfaltung der Produktivkr&auml;fte.[36] Erst als in den fr&uuml;hen 1970er Jahren deutlich wurde, dass die gro&szlig;technologische Planungslogik jegliche Korrektur des atomaren Wachstums- und Modernisierungsparadigmas aus der Gesellschaft heraus rundweg zu negieren drohte, schlug die Stimmung in Teilen der &Ouml;ffentlichkeit um.[37]</p>
<p>Ohne die diskursive Anbahnung des Planungsgedankens und seine sektorale Durchsetzung von Anfang bis Mitte der 1960er Jahre h&auml;tte sich der westdeutsche Planungsboom anschlie&szlig;end nicht entfalten k&ouml;nnen. Der eigentliche Durchbruch erfolgte jedoch auf dem strategischen Feld der Wirtschaftspolitik. Bald schon sollte die neu entdeckte Planung als unentbehrliches Instrument der technokratischen Verstetigung einer Nachkriegsprosperit&auml;t gelten,[38] die weithin als unverzichtbare, doch nicht mehr selbstverst&auml;ndliche Voraussetzung sozialer wie politischer Stabilit&auml;t im beschleunigten Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft angesehen wurde: &#8222;Der Nomos des Wachstums ist die Planung.&#8220;[39] Die &Uuml;berwindung der Rezession von 1966/67 wurde von den meisten Zeitgenossen der Globalsteuerung des sozialdemokratischen Wirtschaftsministers Karl Schiller zugeschrieben.[40] Und so umgab dieses Unwort der Nachkriegszeit fortan ein &#8222;Flair des Fortschrittlichen&#8220;.[41]</p>
<p>Doch der qualitative Sprung von Erhards &#8222;&Uuml;berredungsdirigismus&#8220; zu Schillers &#8222;Globalsteuerung&#8220; war gar nicht so gro&szlig;. Umso dr&auml;ngender stellte sich gegen Ende der 1960er Jahre das doppelte Problem, die Verpflichtungsf&auml;higkeit &ouml;ffentlicher Planung zu erh&ouml;hen und den grassierenden Planungseifer zu kanalisieren. Was blieb, war in erster Linie der ambitionierte Versuch, durch eine mehrj&auml;hrige Ressourcenplanung zumindest mittelbaren Einfluss auf die Aktivit&auml;ten der einzelnen Ressorts und der verschiedenen Gebietsk&ouml;rperschaften zu erlangen. Deren offenkundige Defizite der &uuml;bergreifenden Budgetsteuerung machten sich besonders schmerzlich bemerkbar, weil an den sozial(demokratisch)en Interventions- und Zukunftssicherungsstaat laufend h&ouml;here Anspr&uuml;che gestellt wurden. Doch schon im Laufe des Jahres 1970 scheiterte das organisatorische Kernst&uuml;ck des sozialliberalen Reformprojekts, die ressort- und l&auml;nder&uuml;bergreifende Aufgabenplanung mit einem reorganisierten Kanzleramt als faktischer Bundesplanungszentrale, an unrealistischen Annahmen &uuml;ber die technisch-administrativen Voraussetzungen und Kapazit&auml;ten, an mangelnder Einsicht in die Beharrungskraft der hergebrachten Verwaltungsstrukturen und -routinen wie an der Geringsch&auml;tzung sowohl regierungskollegialer als auch f&ouml;deraler Reservate.[42]</p>
<h2 class="auto-created">IV. &bdquo;1968&ldquo; als Impulsgeber sozial&shy;tech&shy;no&shy;kra&shy;ti&shy;scher Reform&shy;pla&shy;nun&shy;gen? </h2>
<p>K&ouml;nnte zumindest die Vehemenz der sozialliberalen Planungsanstrengungen auch eine Antwort auf die Protestbewegung von 1967/68 gewesen sein? Wom&ouml;glich haben sich die technokratischen &#8222;Diskurskoalitionen&#8220; in Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft durch das gesellschaftlich-politische &#8222;Unruhe&#8220; &#8211; Szenario zu Zeiten der Gro&szlig;en Koalition in ihrem Streben nach pr&auml;ventiver Prosperit&auml;tssicherung zus&auml;tzlich angetrieben gef&uuml;hlt.[43] Das Beispiel des Fr&uuml;hkoordinationssystems der Bundesregierung deutet in eine ganz andere Richtung. Stand es doch, wie nahezu s&auml;mtliche anderen Planungsvorhaben der Jahre 1969/70, ersichtlich in der Kontinuit&auml;t dessen, was seit 1963/66 an Vorarbeiten geleistet worden war &#8211; sowohl inhaltlich, als auch personell. Nicht nur die sozialistische Linke, auch manche ihr nahe stehende Sozialwissenschaftler erblickten gerade darin ein Hauptproblem des sozialliberalen Planungsbooms. Denn einerseits kamen sie nicht umhin, den j&uuml;ngeren Kohorten der Verwaltungsleute sowohl eine nachhaltig demokratisch-pluralistische Sozialisation als auch gro&szlig;e Aufgeschlossenheit gegen&uuml;ber systemoptimierenden Staatsinterventionen zu bescheinigen. Andererseits w&auml;ren solche Strategien durch die Handlungsdispositionen gerade auch dieses Personals von vornherein auf &#8222;affirmative&#8220; Eingriffe begrenzt. Aus &#8222;linker&#8220; Perspektive musste sich daraus eine neue Konfliktlinie zwischen modernisierungswilligen Administratoren auf der einen und den Protagonisten planm&auml;&szlig;iger Ver&auml;nderungen der bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung auf der anderen Seite entwickeln. Die werde entweder in eine neue Welle grunds&auml;tzlicher Systemkritik m&uuml;nden oder in &#8222;resignativer Anpassung&#8220; versinken.[44] Beide Voraussagen traten so nicht ein. Es folgte eine Dekade heftiger Auseinandersetzungen &uuml;ber den planerischen Nachlauf der 1960er Jahre. Doch die Zeit holistischer Entw&uuml;rfe war vorbei &#8211; auch auf Seiten der Kritiker.</p>
<p>Im &Uuml;brigen wurde der konflikttr&auml;chtige Widerspruch von ausgreifender Planungsszenarien und b&uuml;rgerlichen Partizipationsanspr&uuml;chen seit den fr&uuml;hen 1970er Jahren immer h&auml;ufiger nicht mehr innerhalb konventioneller Institutionen demokratischer Repr&auml;sentation ausgetragen. Stattdessen erhob eine rasch wachsende Zahl informeller &#8222;B&uuml;rgerinitiativen&#8220; jeweils vor Ort vehementen Einspruch gegen Flurbereinigungen im Bereich der kommunalen Selbstverwaltung oder gro&szlig; dimensionierte Bauvorhaben, fl&auml;chenhafte Stadtsanierungen und andere Manifestationen hochfliegender Fortschrittsund Wachstumsphantasien. Diese dezentrale Protestbewegung zwang das Augenmerk der Planer in Verwaltung und Wissenschaft auf einen Aspekt zivilgesellschaftlicher Demokratisierung, den sie aus ihrer institutionell respektive spezialistisch verengten oder auf gesamtgesellschaftliche Makrostrukturen gerichteten Perspektive bisher noch kaum wahrgenommen hatten: die Widerst&auml;ndigkeiten unmittelbar Betroffener und ihrer aktivistischen Anw&auml;lte aus dem versprengten Potential der studentischen Protestbewegung. Je l&auml;nger desto deutlicher zeigte sich, dass in dem Konfliktdreieck &#8222;Planung &#8211; Prosperit&auml;t &#8211; Partizipation&#8220; einander entfremdete Tr&auml;ger kultureller Codes aufeinander trafen, deren konkrete Utopien ebenso im fundamentalen Widerspruch zueinander standen wie ihre Rationalit&auml;tsbegriffe. W&auml;hrend die einen den Planungs- und Implementationsprozess durch die Hereinnahme partizipativer Elemente vor &auml;u&szlig;eren Hemmungen bewahren wollten, stellten die anderen das Wachstumsparadigma der 1960er Jahre mit dem dazugeh&ouml;rigen Steuerungsinstrumentarium grunds&auml;tzlich in Frage.</p>
<p>Weder mit den sozialistischen Gesellschaftsutopien der studentischen Protestbewegung von 1967/68 noch mit der sozialtechnokratischen Planungseuphorie des vorausgegangenen Jahrzehnts hatten diese Initialkonflikte der Neuen Sozialen Bewegungen noch viel zu tun.</p>
<p>[1] Dieser Versuch kn&uuml;pft an &Uuml;berlegungen an, die ich in diesen Beitr&auml;gen ausf&uuml;hrlicher formuliert und belegt habe: Ein kurzer Sommer der konkreten Utopie. Zur westdeutschen Planungsgeschichte der langen 60er Jahre; in: Axel Schildt u.a. (Hg.), Dynamische Zeiten. Die 60er Jahre in den beiden deutschen Staaten, 2. Aufl., Hamburg 2003 (zuerst 2000), S. 362-401; Westdeutsche Planungsdiskurse und Planungspraxis der 1960er Jahre im internationalen Kontext, in: Heinz-Gerhard Haupt/J&ouml;rg Requate (Hg.), Aufbruch in die Zukunft. Die 1960er Jahre zwischen Planungseuphorie und kulturellem Wandel. DDR, CSSR und Bundesrepublik Deutschland im internationalen Vergleich, Weilerswist 2004, S. 289-325; Die Republik der Runden Tische: Konzertierte Aktionen, B&uuml;ndnisse und Konsensrunden, in: Andr&eacute; Kaiser/Thomas Zittel (Hg.), Demokratietheorie und Demokratieentwicklung. Festschrift f&uuml;r Peter Graf Kielmansegg, Wiesbaden 2004, S. 333-356.</p>
<p>[2] Alan Posener (Kommentarchef der Welt am Sonntag), Die 68er in der Schule, weblog (25.10.05), <a href="http://debatte.welt.de/forward/emailref/8525?go=weblogs/148/apocalypso/8525/die+68er+in+der+schule" target="_blank" rel="noopener">URL:http://debatte.welt.de/forward/emailref/8525?go=weblogs/148/apocalypso/8525/die+68er+in+der+schule</a> (21.03.2008).</p>
<p>[3] Bernd Rabehl, Von der antiautorit&auml;ren Bewegung zur sozialistischen Opposition, in: Uwe Bergmann u.a., Rebellion der Studenten oder Die neue Opposition, Reinbek 1968 (u.&ouml;.), S. 151-178.</p>
<p>[4] Hans G. Hockerts, Rahmenbedingungen: Das Profil der Reform&auml;ra, in: ders. (Bandhg.), Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland, Bd. 5: Bundesrepublik Deutschland 1966-1974. Eine Zeit vielf&auml;ltigen Aufbruchs, Baden-Baden 2006, S. 1-155, hier S. 151.</p>
<p>[5] Georg Picht, Prognose -Utopie -Planung. Die Situation des Menschen in der Zukunft der technischen Welt, 2. Aufl., Stuttgart 1968 (zuerst 1967), S. 59 f.</p>
<p>[6] Rudi Dutschke, Die geschichtlichen Bedingungen f&uuml;r den internationalen Emanzipationskampf, in: Bergmann u.a., Rebellion der Studenten, S. 85-93, hier S. 87.</p>
<p>[7] Rudi Dutschke, Die Widerspr&uuml;che des Sp&auml;tkapitalismus, die antiautorit&auml;ren Studenten und ihr Verh&auml;ltnis zur Dritten Welt, in: Bergmann u.a., Rebellion der Studenten, S. 33-57, hier S. 51 f.</p>
<p>[8] Dutschke, Die geschichtlichen Bedingungen f&uuml;r den internationalen Emanzipationskampf, S. 88, 91.</p>
<p>[9] Dutschke, Die Widerspr&uuml;che des Sp&auml;tkapitalismus, S. 53.</p>
<p>[10] Dutschke, Die geschichtlichen Bedingungen f&uuml;r den internationalen Emanzipationskampf, S. 91.</p>
<p>[11] Ebd., S. 89.</p>
<p>[12] Dutschke, Die Widerspr&uuml;che des Sp&auml;tkapitalismus, S. 53.</p>
<p>[13] Dutschke, Die geschichtlichen Bedingungen f&uuml;r den internationalen Emanzipationskampf, S. 91.</p>
<p>[14] Dutschke, Die Widerspr&uuml;che des Sp&auml;tkapitalismus, S. 51, 55.</p>
<p>[15] Rudi Dutschke, Vom Antisemitismus zum Antikommunismus, in: Bergmann u.a., Rebellion der Studenten, S. 58-85, hier S. 75.</p>
<p>[16] Oskar Negt, Achtundsechzig. Politische Intellektuelle und die Macht, G&ouml;ttingen 1995, S. 132.</p>
<p>[17] Vgl. dazu Hans-Ulrich Thamer, Sozialismus als Gegenmodell. Theoretische Radikalisierung und Ritualisierung einer Protestbewegung, in: Mathias Frese u.a. (Hgg.), Demokratisierung und gesellschaftlicher Aufbruch. Die sechziger Jahre als Wendezeit in der Bundesrepublik, 2. Aufl., Paderborn u.a. 2005 (zuerst 2003), S. 741-758, hier S. 741, 756 f.</p>
<p>[18] Ralf Dahrendorf, Gesellschaft und Demokratie in Deutschland, M&uuml;nchen 1965 (u.&ouml;.), S. 359, 459f.; vgl. ebd., S. 68f., 128, 458, 459f., 463, 479.</p>
<p>[19] Picht, Prognose -Utopie -Planung, S. 48f., 55-58, 61.</p>
<p>[20] Ebd., S. 15.</p>
<p>[21} Klaus von Dohnanyi, Grundlagen des W&auml;hlerverst&auml;ndnisses f&uuml;r Planungsaufgaben, in: Robert Jungk/Hans J. Mundt (Hgg.), Der Griff nach der Zukunft. Planen und Freiheit. Neunzehn Beitr&auml;ge internationaler Wissenschaftler, Schriftsteller und Publizisten. (Modelle f&uuml;r eine neue Welt, Bd. 1), M&uuml;nchen u.a. 1964, S. 497-504, hier S. 497.</p>
<p>[22] Kurt Lenk, Aspekte der gegenw&auml;rtigen Planungsdiskussion in der Bundesrepublik, in: Politische Vierteljahresschrift 7 (1966), S. 364-376, hier S. 374 f.</p>
<p>[23] Robert Jungk, Gesucht: ein neuer Mensch. Skizze zu einem Modell des Planers, in: Robert Jungk/Hans J. Mundt (Hgg.), Der Griff nach der Zukunft. Planen und Freiheit. Neunzehn Beitr&auml;ge internationaler Wissenschaftler, Schriftsteller und Publizisten. (Modelle f&uuml;r eine neue Welt, Bd. 1), M&uuml;nchen u.a. 1964, S. 505-516, hier S. 505.</p>
<p>[24] Vgl. f&uuml;r vieles Hermann L&uuml;bbe, Herrschaft und Planung. Die ver&auml;nderte Rolle der Zukunft in der Gegenwart, in: Heinrich Rombach (Hg.), Die Frage nach dem Menschen. Aufriss einer philosophischen Anthropologie. Festschrift f&uuml;r Max M&uuml;ller zum 60. Geburtstag, Freiburg/M&uuml;nchen 1966, S. 188-211, hier S. 205f.</p>
<p>[25] Robert Jungk/Hans J. Mundt (Hgg.), Wege ins neue Jahrtausend. Wettkampf der Planungen in Ost und West. Achtzehn Beitr&auml;ge internationaler Wissenschaftler, Schriftsteller und Publizisten. (Modelle f&uuml;r eine neue Welt, Bd. 2), M&uuml;nchen u.a. 1964.</p>
<p>[26] SPD-Bundeskongress, Dezember 1963; zit. nach: Hans-J&ouml;rg von Berlepsch, &#8222;Sozialistische Sozialpolitik&#8220;? Zur sozialpolitischen Konzeption und Strategie der SPD in den Jahren 1949 bis 1966, in: Klaus Tenfelde (Hg.), Arbeiter im 20. Jahrhundert, Stuttgart 1991, S. 461-482, hier S. 470.</p>
<p>[27] Vgl. Walter Dirks kritischen Appell an die &#8222;Sozialisten&#8220;, das traditionelle &#8222;Element der Utopie&#8220; nicht vollends preiszugeben und &#8222;keine Angst vor dem Wort &sbquo;Plan'&#8220; zu hegen; ders., Die Zukunft als Tabu, in: Robert Jungk/Hans J. Mundt (Hgg.), Deutschland ohne Konzeption? Am Beginn einer neuen Epoche. Zwanzig Beitr&auml;ge internationaler Wissenschaftler, Schriftsteller und Publizisten. (Modelle f&uuml;r eine neue Welt, Bd. 3), M&uuml;nchen u.a. 1964, S. 35-54, hier S. 52 f.</p>
<p>[28]&nbsp;Helmut Klages, Planungspolitik. Probleme und Perspektiven der umfassenden Zukunftsgestaltung, Stuttgart u.a. 1971, S. 7; vgl. Lenk, Aspekte der gegenw&auml;rtigen Planungsdiskussion, S. 364, 376.</p>
<p>[29] Joseph H. Kaiser, Vorwort, in: ders. (Hg.), Recht und Politik der Planung in Wirtschaft und Gesellschaft. (Planung, Bd. 1), Baden-Baden 1965, S. 7-9, hier S. 7 f.</p>
<p>[30] Helmut Schelsky, Planung der Zukunft. Die rationale Utopie und die Ideologie der Rationalit&auml;t, in: Soziale Welt 17 (1966), S. 155-172.</p>
<p>[31] Kaiser, Recht und Politik, Vorwort, S. 7.</p>
<p>[32] Schelsky, Planung der Zukunft.</p>
<p>[33] L&uuml;bbe, Herrschaft und Planung, S. 207, 210f.</p>
<p>[34] Vgl. dazu Ludger Lindlar, Das missverstandene Wirtschaftswunder. Westdeutschland und die westeurop&auml;ische Nachkriegsprosperit&auml;t, T&uuml;bingen 1997, S. 310f.</p>
<p>[35] Vgl. f&uuml;r Vieles Klaus Barthelt/Klaus Montanus, Begeisterter Aufbruch. Die Entwicklung der Kernenergie in der Bundesrepublik Deutschland bis Mitte der siebziger Jahre, in: Jens Hohensee/Michael Salewski (Hgg.), Energie -Politik -Geschichte. Nationale und internationale Energiepolitik seit 1945, Stuttgart 1993, S. 89-100.</p>
<p>[36] Vgl. etwa Joachim Radkau, Aufstieg und Krise der deutschen Atomwirtschaft 1945-1975. Verdr&auml;ngte Alternativen in der Kerntechnik und der Ursprung der nuklearen Kontroverse, Hamburg 1983, S. 102.</p>
<p>[37] Vgl. dazu jetzt auch Albrecht Weisker, Systemwettstreit oder Konvergenz durch Sachzw&auml;nge? Die Ausbaupl&auml;ne der Kernenergie in der Bundesrepublik und der DDR in den 1960er Jahren, in: Haupt/Requate, Aufbruch in die Zukunft, S. 185-206, hier S. 205 f.</p>
<p>[38] Vgl. dazu eingehend Gabriele Metzler, &#8222;Geborgenheit im gesicherten Fortschritt&#8220;. Das Jahrzehnt von Planbarkeit und Machbarkeit, in: Frese u.a., Demokratisierung und gesellschaftlicher Aufbruch, S. 777-797; dies., Konzeptionen politischen Handelns von Adenauer bis Brandt. Politische Planung in der pluralistischen Gesellschaft, Paderborn u.a. 2005.</p>
<p>[39] Joseph H. Kaiser, Europ&auml;isches Gro&szlig;raumdenken. Die Steigerung geschichtlicher Gr&ouml;&szlig;en als Rechtsproblem, in: Hans Barion u.a. (Hg.), Epirrhosis. Festgabe f&uuml;r Carl Schmitt, Bd. 2, Berlin 1968, S. 529-548, hier S. 548.</p>
<p>[40] Vgl. dazu jetzt auch Torben L&uuml;tjen, Karl Schiller (1911-1994). &#8222;Superminister&#8220; Willy Brandts, Bonn 2007.</p>
<p>[41] Thomas Ellwein, Politik und Planung, Stuttgart u.a. 1968, S. 7.</p>
<p>[42] Vgl. dazu nun Winfried S&uuml;&szlig;, &#8222;Rationale Politik&#8220; durch sozialwissenschaftliche Beratung? Die Projektgruppe Regierungs- und Verwaltungsreform 1966-1975, in: Stefan Fisch/Wilfried Rudloff (Hg.), Experten und Politik: Wissenschaftliche Politikberatung in geschichtlicher Perspektive, Berlin 2004, S. 329-348.</p>
<p>[43] Vgl. etwa Wagner, Sozialwissenschaften und Staat, S. 418; vgl. schon Th. Ellwein Politik und Planung, S. 7; Hermann L&uuml;bbe, Der Mythos der &#8222;kritischen Generation&#8220;. Ein R&uuml;ckblick, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 20/88, S. 17-25, hier S. 23.</p>
<p>[44] Peter Grottian, Strukturprobleme staatlicher Planung. Eine empirische Studie zum Planungsbewusstsein der Bonner Ministerialb&uuml;rokratie und zur staatlichen Planung der Unternehmenskonzentration und des Wettbewerbs (GWB), Hamburg 1974, S. 164f., 256.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/181-vorgaenge/publikation/planung-als-utopie/">Planung als Utopie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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