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	<title>Ralph Thiele Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Vom Staatsbürger in Uniform zum demokratischen Krieger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[huadminuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 21:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>aus: vorg&#228;nge Nr. 193, Heft 1/2011, S. 27-35 &#8222;Ehre&#8221;, &#8222;Tugenden&#8221; oder &#8222;Ideale&#8221; scheinen in einer post-modernen Gesellschaft auf den ersten Blick Relikte vergangener Tage zu sein. Dennoch hat gerade der Ehrbegriff in einer Institution wie der Bundeswehr wieder Konjunktur. Verteidigungsminister Thomas de Maiziere hat mit Rekurs auf das Konzept der Ehre sein Amt &#252;bernommen. Zugleich [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/193-vorgaenge/publikation/vom-staatsbuerger-in-uniform-zum-demokratischen-krieger/">Vom Staatsbürger in Uniform zum demokratischen Krieger</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>aus: vorg&auml;nge Nr. 193, Heft 1/2011, S. 27-35</p>
<p>&bdquo;Ehre&rdquo;, &bdquo;Tugenden&rdquo; oder &bdquo;Ideale&rdquo; scheinen in einer post-modernen Gesellschaft auf den ersten Blick Relikte vergangener Tage zu sein. Dennoch hat gerade der Ehrbegriff in einer Institution wie der Bundeswehr wieder Konjunktur. Verteidigungsminister Thomas de Maiziere hat mit Rekurs auf das Konzept der Ehre sein Amt &uuml;bernommen. Zugleich zehrt die Einsatzrealit&auml;t der Bundeswehr unterschwellig am mit dem Ehrbegriff verbundenen Leitbild des Staatsb&uuml;rgers in Uniform. Das Desinteresse der Gesellschaft an der Bundeswehr und die ausbleibende Anerkennung der Soldaten im Einsatz durch die Gesellschaft f&ouml;rdert eine Entwicklung hin zur Abkapselung einer autonomen und selbstreferenziellen &bdquo;K&auml;mpfer&#8220;-Identit&auml;t, die sich mit ihren eigenen Mitteln der Verst&auml;ndigung Anerkennung schafft &ndash; eine gewaltige Herausforderung f&uuml;r den im Konzept der &bdquo;Inneren F&uuml;hrung&rdquo; entwickelten, am Grundgesetz orientierten zentralen Werte- und Bezugsrahmen der Bundeswehr. Das Konzept des &bdquo;demokratischen Kriegers&rdquo; skizziert demgegen&uuml;ber eine Sozialfigur, die als zeitgem&auml;&szlig;e Verk&ouml;rperung des Staatsb&uuml;rgers in Uniform einer Armee im Einsatz das Potenzial hat, das Spannungsfeld zwischen ziviler Gesellschaft und der Einsatzrealit&auml;t zu &uuml;berbr&uuml;cken.</p>
<h2 class="auto-created">Vernetzte Sicherheit</h2>
<p>Das klassische Kriegsbild ist weitgehend obsolet geworden. Es wird abgel&ouml;st von einem umfassenden Sicherheitsbild, in dem das Milit&auml;r eine absolut gesehen kleinere, aber zugleich qualitativ erweiterte Rolle im Rahmen der sicherheitspolitischen Akteure spielt.[1] Die Kombination der verschiedenen Perspektiven der Bereiche von Au&szlig;en-, Wirtschafts-, Entwicklungs-, Justiz-, Innen- und Verteidigungspolitik macht zunehmend eine umfassende Vorgehensweise in Planung und Durchf&uuml;hrung zur Konfliktl&ouml;sung erforderlich, um auf diese Weise den Anforderungen komplexer Konflikt- bzw. Krisenszenarien gerecht zu werden und dabei sowohl die Ursachen einer Krise bzw. eines Konflikts als auch deren Folgen zu bek&auml;mpfen. Die sicherheitsrelevanten staatlichen und nicht-staatlichen Akteure m&uuml;ssen hierzu ihre Ziele, Prozesse, Strukturen und F&auml;higkeiten bewusst aufeinander abstimmen, verkn&uuml;pfen und sie systematisch in ihr langfristiges Handeln integrieren.</p>
<p>Mit Blick auf die verf&uuml;gbaren Sicherheitsinstrumente des Staates sind Streitkr&auml;fte zwar nicht alles. Sie bleiben jedoch Teil des gesellschaftlichen F&auml;higkeitsspektrums. Die Streitkr&auml;fte sind ein Teil derjenigen Kr&auml;fte, mit denen ein Gemeinwesen auf Angriffe reagiert. Deshalb m&uuml;ssen sie darauf vorbereitet werden, gemeinsam, synchronisiert mit anderen, zivilen Instrumenten der Politik im Rahmen einer umfassenden Antwort auf sicherheitspolitische Herausforderungen eingesetzt zu werden. Die &ouml;ffentliche Akzeptanz dieses Einsatzspektrums bildet das R&uuml;ckgrat gesellschaftlicher R&uuml;ckbindung und Legitimation.</p>
<p>Eins&auml;tze von Streitkr&auml;ften basieren auf souver&auml;nen politischen Entscheidungen im Kontext umfassender Sicherheitsvorsorge, von Krisenmanagement und Krisenvorsorge unter dedizierter Ber&uuml;cksichtigung nationaler Interessen. Jeder Einsatz, jedes Einsatz-Gebiet ist anders. Selbst in ein und demselben Einsatzgebiet gibt es unterschiedliche Bedingungen f&uuml;r die Auftragserf&uuml;llung. In jedem Einsatz werden andere F&auml;higkeiten, ein anderes Auftreten und eine andere Ausr&uuml;stung verlangt. Die Facetten der Einsatzoptionen reichen von Milit&auml;rberatung, UN-Beobachtermissionen &uuml;ber Hilfeleistungen, milit&auml;rische Evakuierungsoperationen, hin zu Stabilisierungsoperationen einschlie&szlig;lich Operationen gegen irregul&auml;re Kr&auml;fte. Sie k&ouml;nnen Eins&auml;tze h&ouml;chster Intensit&auml;t im Rahmen internationaler Konfliktbew&auml;ltigung einschlie&szlig;en, ebenso den Kampf gegen den internationalen Terrorismus.</p>
<p>Das k&uuml;nftige operative Umfeld wird dementsprechend zunehmend durch eine Verwischung der Grenzen zwischen innen und au&szlig;en &mdash; Staatenkrieg und B&uuml;rgerkrieg &mdash; der Rolle von zivilen Kr&auml;ften und Milit&auml;r bestimmt. Es gestaltet sich dynamischer und komplexer als je zuvor. Die hergebrachten klassischen Massenheere haben gegen&uuml;ber vernetzten, modern ausger&uuml;steten und hervorragend ausgebildeten, jedoch im Umfang weitaus geringeren Streitkr&auml;ften keine Chance mehr. Kleine, schlagkr&auml;ftige, hochmobile und flexible Kampfgemeinschaften und -verb&auml;nde bestimmen zunehmend das Einsatzgeschehen. Grundlegend neue Einsatzkonzepte werden m&ouml;glich. Die Beweglichkeit auf strategischer, operativer und taktischer Ebene gewinnt neue Dimensionen. Die eigenen Verluste wie auch die Kolalateralsch&auml;den sinken auf ein nie da gewesenes Niveau.</p>
<p><i>Vernetzte Operationsf&uuml;hrung</i> ist deshalb Kern der Transformation der Bundeswehr und zugleich deren bedeutendste Initiative. Sie zielt auf eine konsequente Vernetzung, von den unterschiedlichen Prozessen in der Einsatzdurchf&uuml;hrung &uuml;ber hierarchische Ebenen und verschiedene Truppen hinweg &mdash; ein komplexer Ansatz, der von Prozessen ausgehend seine Wirkungen auf Strukturen und bis hin zur F&uuml;hrungskultur von Streitkr&auml;ften entfaltet. Mit <i>vernetzter Operationsf&uuml;hrung </i>wird das milit&auml;rische F&auml;higkeitsprofil signifikant verbessert und zugleich der Schulterschluss, die F&auml;higkeit zur Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern bewahrt. Auf Grund der Vielfalt der Aufgaben sowie der Binnendifferenzierung und nicht hierarchischen Vernetzung ben&ouml;tigt eine solche Armee ein einheitliches Selbstverst&auml;ndnis &mdash; das des demokratischen Kriegers.</p>
<h2 class="auto-created">Eine Frage der Ehre</h2>
<p>In kleinen Kampfgemeinschaften ist &bdquo;Ehre&rdquo; zunehmend von Bedeutung. Die Zukunft wird nicht mehr durch gro&szlig;e Kampfverb&auml;nde gekennzeichnet sein, sondern durch Einheiten von 10-40 Personen. Zunehmend bildet sich dort &mdash; als Defensivreaktion auf den empfundenen mangelhaften R&uuml;ckhalt in der Gesellschaft &mdash; die narrative Konstruktion einer &bdquo;K&auml;mpfer-Identit&auml;t heraus, die &uuml;ber einen spezifischen Ingroup -Diskurs getragen wird. Im Gespr&auml;ch mit Soldatinnen und Soldaten, die auf Grund ihrer Gefechtserfahrungen von anderen gern als &bdquo;K&auml;mpfer&rdquo; bezeichnet werden &mdash; die sich teilweise auch selbst so bezeichnen und verstehen &mdash;, &uuml;ber den Sinn ihres Einsatzes, wird dies deutlich:[2]</p>
<p><i>&bdquo;F&uuml;r mich war es eine Ehre, mit all den Kameraden dort gemeinsam zu k&auml;mpfen&#8230; Ich denke, so etwas braucht jeder Einzelne, weil sonst kannst Du ja gleich drin im Lager bleiben, sagen, ich habe keinen Bock mehr, da raus zu fahren. Es geht ja dann nicht mehr ums gro&szlig;e Ganze. Es ist ja dann eigentlich nur noch mein Kamerad zur Linken und mein Kamerad zur Rechten. &#8230; Daf&uuml;r lohnt es sich dann auch zu k&auml;mpfen.&#8220;</i></p>
<p>Ehre erh&auml;lt in der kleinen Kampfgemeinschaft ihre konkrete, personifizierte Bedeutung im Hinblick auf den Kamerad zur Linken und zur Rechten. Diese werden im Einsatz zum wesentlichen Bezugsrahmen. Zwei Erfahrungen sind in diesem Zusammenhang entscheidend:</p>
<ul>
<li>die Erfahrung der Gefahr, k&auml;mpfen zu m&uuml;ssen, m&ouml;glicherweise Verwundung und Tod zu erleben;</li>
<li>die Erfahrung des gesellschaftlichen Desinteresses.</li>
</ul>
<p>Die Re-Aktualisierung von Ehre im Einsatz l&auml;sst sich somit als eine defensive <i>Ingroup</i>-Strategie interpretieren, die auf Grund eines wahrgenommenen Mangels an gesellschaftlicher Anerkennung f&uuml;r einen h&ouml;chst riskanten und lebensbedrohlichen staatsb&uuml;rgerlichen Dienst entsteht und diesen Mangel gruppenspezifisch kompensiert, die diesem Dienst Sinn und Bedeutung gibt. Der Einzelne riskiert dann lieber sein Leben f&uuml;r seine Kameraden als Ausdruck seiner individuellen Ehre, die der Kampfgemeinschaft eine gemeinsame kollektive Identit&auml;t gibt und deren Wertvorstellungen stabil in der Gruppe verankert sind.[3]</p>
<p>Diese Konzeption von Ehre vertr&auml;gt sich jedoch weder mit dem Konzept der inneren F&uuml;hrung noch der unabdingbaren gesellschaftlichen R&uuml;ckbindung. Dieser Begriff von Ehre beruht gerade auf der Verweigerung gesellschaftlicher Anerkennung. Wenn die Gesellschaft der Politik das Mandat erteilt, im Namen eines Einsatzes, zum Beispiel in Afghanistan, deutsche Soldaten in ein Krisen- und Kriegsgebiet zu schicken, dann haben diese Menschen von derselben Gesellschaft jene Unterst&uuml;tzung zu erfahren, die ihnen geb&uuml;hrt. Dazu geh&ouml;ren nicht nur Ressourcen aller Art. Dazu geh&ouml;ren vor allem und prim&auml;r die Unterst&uuml;tzung und der Respekt der Gesellschaft, die diese Menschen losschickt. Eine Gesellschaft, aus der sie kommen, deren Teil und Vertreter sie sind, und in die sie zur&uuml;ckkehren werden: Gesund, verletzt, traumatisiert oder tot.</p>
<p>Der deutsche Soldat ist f&uuml;r viele in der deutschen Gesellschaft vor allem immer noch der Soldat des Zweiten Weltkrieges. Ein stimmiges Berufsbild eines modernen, demokratischen Soldaten gibt es nicht &mdash; und durfte es vielleicht aus der komplexen Gemengelage der deutschen Nachkriegsgeschichte heraus bisher nicht geben. Der Krieg ist den Deutschen fremd geworden. Das ist gut &mdash; solange man keine Kriege f&uuml;hren muss. Der Gedanke, dass Deutsche in einem fernen Land, an einem miserablen Ort sterben und manchmal auch t&ouml;ten, damit andere Menschen in Sicherheit und Frieden leben k&ouml;nnen, erscheint in Deutschland fast ungeh&ouml;rig. F&uuml;r die Frauen und M&auml;nner im Einsatz sind diese Fragestellungen demgegen&uuml;ber ganz real und mit konkreten Inhalten und zahllosen Emotionen gef&uuml;llt. Wie ihre Familienangeh&ouml;rigen m&uuml;ssen sie an jedem neuen Tag einen Weg finden, zwei prinzipiell unvereinbare Welten miteinander zu verbinden: die Kriegsrealit&auml;t im Einsatz und die Friedensrealit&auml;t zu Hause.</p>
<p>Auch die Bundeswehr &mdash; wie alle Streitkr&auml;fte in so genannten &bdquo;postheroischen Gesellschaften&rdquo; &mdash; hat grunds&auml;tzlich ein eher ambivalentes Verh&auml;ltnis zum Konzept der Ehre, denn &bdquo;demokratische Gesellschaften gehen auf Distanz zu soldatischen Leitbildern wie ,Ehre&#8216; oder &sbquo;Opferbereitschaft&#8216;. Sie wollen keine kriegerischen Helden.&#8220;[4] Dennoch war der Begriff der Ehre im Diskurskontext der Bundeswehr Zeit ihres Bestehens pr&auml;sent und bedeutsam. Das Fortdauern der Bedeutung von &bdquo;Ehre&rdquo; im Milit&auml;r hat mit ihrer Funktionalit&auml;t als externes Distinktionsmerkmal gegen&uuml;ber dem Zivilen auf der einen Seite und als interne Strukturierung der sozialen Hierarchie auf der anderen Seite zu tun. Es reichte jedoch nie weit &uuml;ber einen milit&auml;rbezogenen <i>Ingroup-</i>Diskurs hinaus. Mit der Vorstellung des &bdquo;Staatsb&uuml;rgers in Uniform&rdquo; kollidierte es nicht, sondern war in das Konzept der &bdquo;Inneren F&uuml;hrung&rdquo; als wertbezogener Verhaltenskodex eingeschrieben. In den letzten Jahren l&auml;sst sich indes im Zusammenhang mit den Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr eine neue Konjunktur des Themas &bdquo;Ehre&rdquo; beobachten, die &uuml;ber das milit&auml;rische Diskurssystern hinausgeht und den politischen und weiteren &ouml;ffentlichen Diskurs betrifft. Sie manifestierte sich in dem im September 2009 eingeweihten Ehrenmal der Bundeswehr, das unter der Widmung &bdquo;Den Toten unserer Bundeswehr &mdash; F&uuml;r Frieden, Recht und Freiheit&rdquo; den zentralen Ort des Gedenkens an die im Einsatz gefallenen deutschen Soldatinnen und Soldaten darstellen soll[5] oder auch der Existenz von Ehrenhainen in den Einsatzstandorten, in denen der Soldatinnen und Soldaten gedacht wird, die an den jeweiligen Standorten ums Leben gekommen sind.</p>
<p>Wie kann man nun verhindern, dass sich &bdquo;K&auml;mpfer-Identit&auml;ten entwickeln, die ihre Anerkennung aus dem direkten sozialen Umfeld &mdash; der <i>Ingroup </i>&mdash; speisen und sich so vom gesellschaftlichen Diskurs &mdash; und ihren Akteuren: der Politik, der Gesellschaft &mdash; abgrenzen? Eine M&ouml;glichkeit ist die Einf&uuml;hrung von Systemen der sozialen Anerkennung, die diese Dynamik auffangen &mdash; z. B. in Form der &bdquo;Gefechtsmedaille&rdquo;. Im Vergleich zum Ehrenmal in Berlin haben sie den Vorteil, dass sie sich (auch) an Lebende richten. Allerdings bleiben sie Ausdruck eines milit&auml;rischen <i>Ingroup</i>-Diskurses, der &uuml;ber die Bundeswehr hinaus bislang nicht in den gesellschaftlichen Raum auszustrahlen vermag. Einen wichtigen Impuls k&ouml;nnte hier das Konzept des &bdquo;demokratischen Kriegers&rdquo; geben. Diese Sozialfigur birgt angesichts der beschriebenen Herausforderungen und Abgrenzungsdynamiken als zeitgem&auml;&szlig;e Verk&ouml;rperung des &bdquo;Staatsb&uuml;rgers in Uniform&rdquo; einer Armee im Einsatz ein nicht zu untersch&auml;tzendes Potenzial.</p>
<h2 class="auto-created">Demokra&shy;ti&shy;sche Krieger</h2>
<p>Neue Einsatzrealit&auml;ten und die Erweiterung des Sicherheitsbegriffs erfordern in der Armee eines demokratischen Staates nicht nur die Gestaltung und Anpassung von Auftrag, Aufgabe und Funktion, sondern auch die Neu-Gestaltung der Identit&auml;t. Die <i>Innere F&uuml;hrung </i>und als deren sichtbarer Ausweis der <i>Staatsb&uuml;rger in Uniform </i>und zugleich <i>Staatsb&uuml;rger f&uuml;r den Frieden </i>haben der Bundeswehr seit ihrer Gr&uuml;ndung einen unverkennbaren Stempel aufgedr&uuml;ckt. Die Bundeswehr musste organischer Teil des demokratischen Rechtsstaats und lebendiger Teil der Gesellschaft werden. Sie sollte kein exklusives Eigenleben f&uuml;hren. Der Soldat sollte seine milit&auml;rische Aufgabe professionell beherrschen, zugleich aber engagierter demokratischer Staatsb&uuml;rger sein.</p>
<p>Bis in die 1990er Jahre hatte dieses Soldatenbild Bestand: der B&uuml;rger in Uniform, im Herzen Zivilist mit fester Bindung an die freiheitlich demokratische Grundordnung, die er notfalls zu verteidigen haben w&uuml;rde. Angesichts der Abschreckungsszenarien im Ost-West-Konflikt war die Erhaltung des Friedens der eigentliche Ernstfall. Man konnte die &bdquo;Zivilit&auml;t&rdquo; der Streitkr&auml;fte in den Vordergrund r&uuml;cken &ndash; der Soldat als Friedensstifter, Brunnen- und Br&uuml;ckenbauer. Heute wird gefragt, ob dieses Selbstverst&auml;ndnis vor den Anforderungen einer &bdquo;Armee im Einsatz&rdquo; sowie den abzusehenden Ver&auml;nderungen von Krieg und Gewalt in der Weltgesellschaft nicht zu eng gefasst ist. Dem Bild des Staatsb&uuml;rgers in Uniform droht die unterschwellige Aush&ouml;hlung.</p>
<p>Als demokratische Krieger h&auml;tten die Soldaten der Bundeswehr demgegen&uuml;ber eine Identit&auml;t, die den Staatsb&uuml;rger in Uniform einschlie&szlig;t, aber nicht dabei stehen bleibt. Nicht als diejenigen, die Demokratie oder Frieden gewaltsam erzwingen &ndash; dies w&uuml;rde sie &uuml;berfordern und w&auml;re kontraproduktiv. Sondern dadurch, dass durch die Begrenzung und Eind&auml;mmung von Krieg und Gewalt unterschiedliche Formen von demokratischer Selbstbestimmung in der Weltgesellschaft erm&ouml;glicht und erhalten werden k&ouml;nnen.</p>
<p>Das Konzept des demokratischen Kriegers beugt der unterschwelligen Erosion des Staatsb&uuml;rgers in Uniform vor und &uuml;berbr&uuml;ckt das Spannungsfeld zwischen ziviler Gesellschaft und Einsatzrealit&auml;t auf drei Pfeilern:</p>
<ol>
<li>Die Soldatinnen und Soldaten sind B&uuml;rger einer liberalen Demokratie</li>
<li>Sie handeln im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland unter dem Primat der Politik und verf&uuml;gen &uuml;ber republikanische Tugenden.</li>
<li>Als Instrument der Politik, deren T&auml;tigkeit essentiell mit der Androhung und Anwendung von Gewalt verbunden ist, haben sie ein Ethos von Kriegern, das Ihnen erm&ouml;glicht, Gewalt als &auml;u&szlig;erstes Mittel zur Eind&auml;mmung und Begrenzung anderer Gewalt anzuwenden.</li>
</ol>
<p>Auf den ersten Blick erscheint der Begriff des demokratischen Kriegers ein Widerspruch in sich zu sein. Schlie&szlig;lich werden hier sich scheinbar widersprechende Wertesysteme in einer Konzeption zusammen gedacht. Am Modell eines Magneten bzw. dem von Clausewitz favorisierten Modell der Einheit des polaren Gegensatzes von Angriff und Verteidigung l&auml;sst sich bereits methodisch verdeutlichen, dass solch eine wider-streitende Einheit kein logischer Gegensatz sein muss, sondern eine dynamische Wechselbeziehung in einem Kontinuum sein kann. Auf der eine Seite des Extrems steht die demokratische Gleichheit, die nicht gewaltsame L&ouml;sung von Konflikten, auf der anderen die Androhung und zum Teil gewaltsame Erzwingung der Begrenzung von Krieg und Gewalt; auf der einen Seite eine Zivilgesellschaft, auf der anderen ein Subsystem der Gesellschaft, dessen Identit&auml;t durch eine kriegerische Ehre bestimmt ist.</p>
<p>Allerdings: Auch ein &bdquo;demokratischer Krieger&rdquo; ben&ouml;tigt als realer Soldat und reale Soldatin im Kampf eine soziale Anerkennung ihrer ldentit&auml;t(en), um tragf&auml;hig und milit&auml;risch wie gesellschaftlich lebbar zu sein. Deshalb ist eine Strategie erforderlich, die auf die Etablierung eines &ouml;ffentlichen Diskurses abzielt, der die Erfahrungen der Soldatinnen und Soldaten etwa in Afghanistan ernst nimmt, ihnen Raum gibt, sie vermittelbar macht.[6] Daf&uuml;r w&auml;re jedoch ein &bdquo;Einsatz-Narrativ&rdquo; unverzichtbar, in das individuelle Erfahrungen eingeschrieben werden k&ouml;nnen. Das derzeitige weitgehende Fehlen von Fiktionalisierungen der Einsatzwirklichkeit ist daher bedenklich. Die mediale Inszenierung von Einsatz, Kampf und Krieg ist nicht so sehr als Motor einer Re-Militarisierung der Gesellschaft zu sehen, sondern als M&ouml;glichkeit, jene Abkapslung zu verhindern, indem anerkannte Identifikationen angeboten werden. Anerkennung bedeutet in diesem Zusammenhang alles andere als Kritiklosigkeit, sondern begr&uuml;ndet eine gemeinsame Aushandlung von Bedeutung: des Einsatzes f&uuml;r die Gesellschaft und der Erfahrungen des Einzelnen im Einsatz.</p>
<p>Ehre, Tugenden und Ideale geben Orientierung in schwierigem ethisch-moralischem Gel&auml;nde. Die Einsatzwirklichkeit, die Ziele und Bedingungen, unter denen sich die Frauen und M&auml;nner der Bundeswehr in Afghanistan einsetzen, einschlie&szlig;lich der ethischen und moralischen Grundlagen ihres milit&auml;rischen Dienstes in der Bundeswehr, m&uuml;ssen deshalb von einem Grundkonsens und mehr noch auch von der Anerkennung der Bev&ouml;lkerung getragen werden. Selbst wenn mit Ehre, Tugenden und Idealen auch heute und k&uuml;nftig kein Staat mehr zu machen sein sollte, l&auml;sst sich mit ihrer Hilfe vielleicht ein verantwortungsbewusster &bdquo;Staatsb&uuml;rger in Uniform&rdquo; herausbilden mit einem klaren Wertebezug und geleitet von den Tugenden und Idealen eines &bdquo;demokratischen Kriegers&rdquo;.</p>
<h2 class="auto-created">Demokratie und Krieger &mdash; ein Wider&shy;spruch?</h2>
<p>Umstritten ist, ob das unaufhebbare Spannungsfeld, in dem die Soldaten einer demokratischen Gesellschaft grunds&auml;tzlich und immer stehen,[7] auf Grund der Ver&auml;nderungen der Kriegf&uuml;hrung und Aufgabenstellung entweder angepasst oder aber neu gestaltet werden m&uuml;ssen. Eine reine Anpassung an gewandelte Aufgaben wie im Begriff des &bdquo;archaischen K&auml;mpfers&ldquo;[8] w&uuml;rde nicht nur das dynamische Band zwischen Milit&auml;rwesen und Gesellschaft zerrei&szlig;en und zu einem un&uuml;berbr&uuml;ckbaren Riss vertiefen, sondern auch einzelne und m&ouml;glicherweise begrenzte Ver&auml;nderungen absolut setzen. Umgekehrt tendieren Konzeptionen wie die des &bdquo;bewaffneten Sozialarbeiters&rdquo; dazu, das Spezifikum von soldatischem Handeln, die Anwendung und Androhung von Gewalt, zu gering zu sch&auml;tzen.[9] Zwar ist es richtig, dass in modernen Armeen nur ein geringer Teil der Soldaten tats&auml;chlich k&auml;mpft. Insofern ist die viel beschworene Rollendifferenzierung genauso wie die Multifunktionalit&auml;t[10] eine sinnvolle Perspektive, kann jedoch gerade auf Grund der Differenzierung eine relativ konsistente Sinnstiftung f&uuml;r die Soldaten der Bundeswehr nicht erm&ouml;glichen und in einer Sozialfigur verdichten. Ganz im Gegenteil scheint sich in der Multifunktionalit&auml;t die unabdingbare berufliche und soziale Identit&auml;t der Soldaten zu verfl&uuml;chtigen. Demgegen&uuml;ber soll hier mit dem Konzept des &bdquo;demokratischen Kriegers&rdquo; versucht werden, eine Br&uuml;cke zu schlagen, die sowohl dem soldatischen Selbstverst&auml;ndnis gerecht werden kann als auch dessen notwendige R&uuml;ckbindung an eine demokratische Gesellschaft und deren politischen Zielen in der Weltgesellschaft erm&ouml;glicht.[11]</p>
<p>Diese Entwicklung reflektiert den &Uuml;bergang von der Wehrpflicht zur Berufsarmee sowie ein neues Selbstverst&auml;ndnis und gewachsenes Selbstbewusstsein der Waffentr&auml;ger. Fassen wir die vielf&auml;ltigen Ans&auml;tze zusammen, so ist der Krieger oder &bdquo;warrior&rdquo; gekennzeichnet durch eine starke Wertgebundenheit, durch eine klare Distanz gegen&uuml;ber der Zivilgesellschaft sowie durch ein hohes Ma&szlig; an Professionalit&auml;t. Die von Kriegern repr&auml;sentierten Werte spiegeln nicht die Werte der jeweiligen Gesellschaft oder Gemeinschaft wider. Sie sind nicht politisch oder ideologisch gef&auml;rbt, sondern r&uuml;hren allein aus ihrer Organisation und Zugeh&ouml;rigkeit sowie ihren besonderen F&auml;higkeiten her. Am n&auml;chsten kommen ihnen die mittelalterlichen Ritter. Wie diese verstehen sich Krieger als eine gesellschaftliche Elite.[12] Im Gegensatz zu ihren historischen Vorbildern m&uuml;ssen moderne Krieger jedoch gerade in einer Demokratie in eine demokratische Gesellschaft eingebettet bleiben.</p>
<h2 class="auto-created">Gegen&shy;w&auml;r&shy;tige Entwick&shy;lungen</h2>
<p>Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts ist unter Stichw&ouml;rtern wie &bdquo;Risikogesellschaft&rdquo;, reflexive Modernisierung und Globalisierung nicht nur die wissenschaftliche, sondern auch die gesellschaftliche Diskussion &uuml;ber die Auswirkungen der zunehmenden Transformation sozialer und nationaler Identit&auml;ten intensiviert worden. Soziale, politische und &ouml;konomische Entwicklungen entwerteten &uuml;berkommenes Wissen und tradierte Deutungsmuster erforderten neue Orientierungen. Im historischen und gegenwartsbezogenen Kontext wirken kulturelle und soziale Ordnungskonzepte als Orientierung. Unter dem Eindruck der Wandlungsprozesse und Ver&auml;nderungen ihrer Lebenswelt passen Menschen solche Ordnungskonzepte an und organisieren sie neu, um die Welt fassbar und erkl&auml;rbar zu machen.[13] Eine Hilfskonstruktion besteht darin, den gegenw&auml;rtigen Zustand als &Uuml;berwindung des vorherigen zu etablieren, wie &bdquo;post-westf&auml;lisch&ldquo;[14] oder &bdquo;post-national&#8220;.[15] Die Post-Bestimmungen haben jedoch nicht nur das Problem, dass sie einen grundlegenden Trennungsstrich zwischen der vorherigen und der gegenw&auml;rtigen Entwicklung ziehen m&uuml;ssen (&auml;hnlich etwa der Gegensatz von &bdquo;neuen&rdquo; und &bdquo;alten Kriegen)&rdquo;, sondern auch, dass sie die aktuellen Ver&auml;nderungen selbst noch in der Negation durch die Brille des alten Paradigmas sehen. Genau die gleiche Problematik betrifft die verschiedenen &bdquo;Ent-Bestimmungen&rdquo;: Entstaatlichung, Entpolitisierung, Entmilitarisierung, Entzivilisierung, Entterritorialisierung, Entgrenzung. In gewisser Hinsicht wird in diesen Ans&auml;tzen eine vorherige Entwicklung idealtypisch hypostasiert, die es historisch so nicht gegeben hat. Zusammenfassend ist heute zu sagen, dass die Tendenzen zu einer Privatisierung des Krieges entweder auf das subsaharische Afrika begrenzt bleiben oder aber nur eine zeitweilige Bedeutung hatten. Demgegen&uuml;ber ist die historische Entwicklung seit dem 11. September von einer Re-Politisierung des Krieges und der Gewalt gekennzeichnet, werden vor allem die Krieg f&uuml;hrenden Akteure als Repr&auml;sentanten der sie entsendenden Gesellschaft wahrgenommen. Die Re-Politisierung von Krieg und Gewalt verlangt somit die soziale Figur des demokratischen Kriegers.</p>
<p>Das entscheidende Band, das beide Pole dieses dynamischen Verh&auml;ltnisses miteinander verbinden kann, ohne ihre Gegens&auml;tzlichkeit aufzuheben, sind die klassischen republikanischen Tugenden, die in beiden Sph&auml;ren relative Geltung beanspruchen k&ouml;nnen. Als klassische Tugenden gelten seit Platon die Klugheit (Weisheit), Gerechtigkeit, Tapferkeit und M&auml;&szlig;igung.[16] Ohne spezifisches, auf das politische Funktionieren des Gemeinwesens gerichtetes Ethos l&auml;sst sich ein Staat nur unter den Bedingungen einer Diktatur aufrechterhalten.[l7] Vertr&auml;gt sich die republikanische Tugend, da sie auf das Gemeinwesen ausgerichtet ist, nicht unmittelbar mit der liberalen Demokratie, in der das Individuum im Vordergrund steht, kann sie eine vollst&auml;ndig neue Bedeutung als verbindendes Band zwischen demokratischer Gesellschaft und demokratischen Kriegern entfalten.[18] So gew&auml;hrleistet schon f&uuml;r Machiavelli die republikanische Tugend die Freiheit nach au&szlig;en und gleicherma&szlig;en nach innen.[19] Insofern ist die notwendige, wenn auch noch nicht hinreichende Bedingung des demokratischen Kriegers, zugleich republikanischer Soldat zu sein. Hinzu kommt die Begrenzung von Krieg und Gewalt in der Weltgesellschaft, um demokratische Gesellschaften zu erm&ouml;glichen. Eine erneuerte republikanische Tugend wiederum ist das Bindeglied zwischen liberal-demokratischer Gesellschaft und einem Ethos von Kriegern.</p>
<p>[1] Zum Konzept der vernetzten Sicherheit und der Transformation der Streitkr&auml;fte siehe Thiele, Ralph, Trendforschung in der Bundeswehr. In: Zeitschrift f&uuml;r Sicherheits- und Au&szlig;enpolitik, ZFAS (2009) 2, S. 1-1.</p>
<p>[2] Langer, Phil C., Pro Patria Consumor. Die Bedeutung von &bdquo;Ehre&rdquo; f&uuml;r deutsche Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan. Unv. Manuskript. Straussberg 2011.</p>
<p>[3] K&uuml;rsat, E. (2002). Zur Verpflichtung der Ehre.<i> politik unterricht aktuell,</i> Heft 1 (&bdquo;Tod, Ha&szlig; und Ehre &ndash; Zur gesellschaftlichen Funktion m&ouml;rderischer Selbstkonzepte&#8220;), S. 3-11. Abgerufen am 28.11.2010 von <a href="http://www.dta-uni-hannover.de/publik/Ehre.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.dta-uni-hannover.de/publik/Ehre.html</a>.</p>
<p>[4] Breuer, I. (2007, 1.11.). Wie gedenken demokratische Staaten ihrer milit&auml;rischen Toten? Eine Tagung am Wissenschaftszentrum Berlin. <i>Deutschlandfunk</i>. Abgerufen am 17.12.2010 von <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungenlstudiozeit-ks/692526" target="_blank" rel="noopener">http://www.dradio.de/dlf/sendungenlstudiozeit-ks/692526</a>.</p>
<p>[5] Siehe dazu den Internetauftritt des Bundesministeriums der Verteidigung zum Ehrenmal unter <a href="http://www.bmvg/" target="_blank" rel="noopener">http://www.bmvg</a>. de/portal/a/bmvg/kcxm1/04_Sj 9 SPykssyOxPLMnMzOvMOY_Qj zKLd4k3 MjA 1 B cmB2CbuxvqREIYSXMzNHCIGVhiUkqrv65Gfm6rvrR-gX5AbG1Hu6KgIAO1N22A!/delta/ base64xm1/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLz ZfRF8zVjF0?yw_contentURL=%2FC 1256F 1200608B 1 B % 2FW283FD7T555INFODE %2Fcontent.jsp (zuletzt abgerufen am 28.11.2010).</p>
<p>[6] Dies d&uuml;rfte gerade im Hinblick auf die Besorgnis erregende Zunahme post-traumatischer Belastungsst&ouml;rungen bei Soldatinnen und Soldaten aus Afghanistan wesentlich sein, kann doch das Gef&uuml;hl der Nicht-Vermittelbarkeit des Erlebten, das eng mit der Wahrnehmung von Desinteresse oder Ablehnung durch &bdquo;die Gesellschaft&rdquo; zusammenh&auml;ngt, als zentraler Faktor f&uuml;r die psychosoziale Dynamik der Entstehung von Traumatisierungen angesehen werden; vgl. dazu Wizelman, L. (2009). <i>Wenn der Krieg nicht endet.</i> <i>Schicksale von traumatisierten Soldaten und ihren Angeh&ouml;rigen. </i>Bonn: Balance 2009.</p>
<p>[7] Die diesbez&uuml;gliche Literatur ist notwendigerweise im angloamerikanischen Raum ausgesprochen vielf&auml;ltiger, da es dort eine wesentliche l&auml;ngere Diskussion dieses Spannungsverh&auml;ltnisses gibt.</p>
<p>[8] Royl, Wolfgang, Soldat sein mit Leib und Seele. Der K&auml;mpfer als existenzielles Leitbild einer Berufsarmee. In: Sabine Collmer und Gerhard K&uuml;mmel, Ein Job wie jeder andere? Zum Selbst- und Berufsverst&auml;ndnis von Soldaten. Baden-Baden 2005, S. 9-21.</p>
<p>[9] Hinweis von Wilfried von Bredow.</p>
<p>[10] Karl Haltiner und Gerhard K&uuml;mmel, Die Hybridisierung der Soldaten. Soldatisches Subjekt und Identit&auml;tswandel. In: Gerhard K&uuml;mmel (Hrsg.), Streitkr&auml;fte im Einsatz: Zur Soziologie milit&auml;rischer Interventionen. Baden-Baden 2005, S. 47-54.</p>
<p>[11] Haltiner/K&uuml;mmel entwickeln methodisch eine &auml;hnliche Position im Begriff des Hybrid Soldier, der verschiedene und gegens&auml;tzliche Bereiche in sich ausbalancieren muss; Haltiner/K&uuml;mmel.</p>
<p>[12] Dem widersprechen zum Teil die Ergebnisse der historischen Anthropologie bez&uuml;glich des Ehrbegriffs, des Begriffs des Spiels sowie des &uuml;bergreifenden agonalen Regelwerks sozialer Interaktionen, s&auml;kularisiert in Konzepten wie Fairness, Anerkennung, Gegenseitigkeit usw.; Huizinga, Joh., Homo ludens (1939 bzw. 1945). Von den Wertbegriffen stehen Krieger in meinem Verst&auml;ndnis denjenigen von Rittern n&auml;her als denjenigen von K&auml;mpfern.</p>
<p>[13] G&ouml;tsch, Silke und K&ouml;hle-Hezinger, Christel (Hgsg.), Komplexe Welt. Kulturelle Ordnungssysteme als Orientierung, M&uuml;nster u.a 2003.</p>
<p>[14] Schneckener, Ulrich, Post-Westfalia trifft Pr&auml;-Westfalia. In: Egbert Jahn/Sabine Fischer/Astrid Sahm (Hg.): <i>Die Zukunft des Friedens</i>, Wiesbaden 2005, S. 189-211.</p>
<p>[15] Zangl, Bernhard Von der nationalen zur post-nationalen Konstellation. Die Transformation globaler Sicherheitspolitik. In: Astrid Sahm/Egbert Jahn/Sabine Fischer (Hg.): <i>Die Zukunft des Friedens weiterdenken, </i>Wiesbaden 2005, S. 159-188.</p>
<p>[16] Pieper, Josef <i>Das Viergespann &mdash;Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Ma&szlig;.</i> M&uuml;nchen 1998.</p>
<p>[17] Siehe hierzu den Sammelband von Herfried M&uuml;nkler und Harald Bluhm (Hrsg.), Forschungsberichte der interdisziplin&auml;ren Arbeitsgruppe &bdquo;Gemeinwohl und Gemeinsinn&rdquo; der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften; Arbeitsgruppe der BBAW: BD 1. Berlin 2001.</p>
<p>[18] Stichwort Republicanism. In: The Blackwell Encyclopaedia of Political thought. Edited by David Miller et. al. Oxford 2004.</p>
<p>[19] Llanque, Marcus, Politische Ideengeschichte. Ein Gewebe politischer Diskurse. S. 159. M&uuml;nchen 2008.</p>
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