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	<title>Stefan Hügel und Dietrich Meyer-Ebrecht Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Cyberspace, der neue Wilde Westen</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2015 11:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Cybercrime, Cyberterrorism, Cyberwar &#8211; Panikmache oder untersch&#228;tzte Gefahren? Aus: vorg&#228;nge Nr. 209 (Heft 1/2015), S. 4-17 (Red.) L&#228;ngst hat der Cyberspace seinen Charme als faszinierende neue Kommunikationswelt hinter sich gelassen. Die Risiken, die mit der kompletten Vernetzung fast aller Lebensbereiche einher gehen, sind erheblich. &#220;berwachung, Kriegsf&#252;hrung und anderer Missbrauch sind nur einige Schattenseiten der Netzwelt, [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/209/publikation/cyberspace-der-neue-wilde-westen/">Cyberspace, der neue Wilde Westen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Cybercrime, Cyberterrorism, Cyberwar &#8211; Panikmache oder untersch&auml;tzte Gefahren? Aus: vorg&auml;nge Nr. 209 (Heft 1/2015), S. 4-17</p>
<p><i>(Red.) L&auml;ngst hat der Cyberspace seinen Charme als faszinierende neue Kommunikationswelt hinter sich gelassen. Die Risiken, die mit der kompletten Vernetzung fast aller Lebensbereiche einher gehen, sind erheblich. &Uuml;berwachung, Kriegsf&uuml;hrung und anderer Missbrauch sind nur einige Schattenseiten der Netzwelt, die B&uuml;rger- und Menschenrechtsgruppen deutlicher fokussieren sollten, so Stefan H&uuml;gel und Dietrich Meyer-Ebrecht.</i></p>
<p>Cyberspace ist das Synonym f&uuml;r den globalen Datenraum. &#8218;Cyber&#8216; ist die englische Kurzform f&uuml;r Kybernetik, die von Norbert Wiener begr&uuml;ndete Wissenschaft von der Steuerung und Regelung von Maschinen, lebenden Organismen und sozialen Organisationen. Wenn dieser Bezug bei der Sch&ouml;pfung des Begriffs noch nicht Pate gestanden haben mag, beschreibt er heute treffend das synergetische Zusammenwachsen unserer Gesellschaft mit der Informationstechnik. Das Substrat des Cyberspace war zun&auml;chst ein feinmaschiges weltumspannendes Netzwerk aus Kabelnetzen, terrestrischen Funknetzen, Kommunikationssatelliten, &uuml;ber das Kommunikationsdienste und verteilte Datenverarbeitung abgewickelt werden. Mittlerweile ist der Cyberspace jedoch weit hinausgewachsen &uuml;ber seine Rolle als Medium f&uuml;r den Informationsaustausch, denn Datenbanken von unermesslicher Speicherkapazit&auml;t und Computerressourcen mit gigantischer Leistung sind zu unverzichtbaren Elementen des Cyberspace geworden. Und gierig greift unsere Zivilgesellschaft nach den vielf&auml;ltigen, sich st&auml;ndig erweiternden Optionen des Cyberspace. Kaum ein Lebensbereich bleibt ausgenommen und unangetastet. Sie begibt sich dabei aber auch in eine immer engere Abh&auml;ngigkeit &#8211; und geht, im Verlass auf ein immer w&auml;hrendes und ungest&ouml;rtes Funktionieren des Cyberspace und seiner Ressourcen, fundamentale Risiken ein.</p>
<h5>Risiken</h5>
<p>Ein prominentes Beispiel f&uuml;r die riskante Abh&auml;ngigkeit von vernetzten IT-Systemen ist die Versorgung mit elektrischer Energie. Sie ist unverzichtbar f&uuml;r fast alle Lebensbereiche. Die Optimierung von Erzeugung, Transport und Verteilung wiederum bedarf einer komplexen vernetzten Steuerung, die mit den &#8218;smart meters&#8216; &uuml;ber das Internet schon bis in die Haushalte hineinreicht. Bereits 2010 hat sich das B&uuml;ro f&uuml;r Technikfolgenabsch&auml;tzung beim Deutschen Bundestag (TAB) in einer Studie das Szenario eines gro&szlig;r&auml;umigen Ausfalls der Stromversorgung vorgenommen, um die Gef&auml;hrdung und Verletzbarkeit unserer Zivilgesellschaft deutlich zu machen: Ein Ausfall von wenigen Stunden Dauer zieht mindestens immense volkswirtschaftliche Kosten nach sich. Dauert ein gro&szlig;r&auml;umiger Ausfall Tage, geraten Menschenleben in akute Gefahr. Unruhen und Pl&uuml;nderungen sind bereits nach wenigen Wochen zu erwarten. Bei weiter anhaltendem Ausfall ist mit irreparablen Sch&auml;den wie nach konventionellen kriegerischen Angriffen zu rechnen.(1)</p>
<p>Die Energieversorgung ist ein Extremfall, denn von ihr h&auml;ngen ausnahmslos alle lebenswichtigen Infrastruktureinrichtungen wie Trinkwasserversorgung, Mobilfunknetze oder Verkehrsleitsysteme f&uuml;r Stra&szlig;e, Schiene oder Luftraum ab. Deren Ausf&auml;lle werden weniger dramatisch, aber dennoch folgenreich sein. Allein ein l&auml;nger anhaltender Verkehrskollaps kann das gesellschaftliche Leben empfindlich lahmlegen und nachhaltige Folgen haben, denn unsere Gesellschaft hat sich existentiell abh&auml;ngig gemacht von einer auf Effizienz getrimmten just-in-time-Produktion und -Logistik, die von komplex vernetzten Rechenprozessen optimiert und gesteuert werden. Verharmlost werden d&uuml;rfen selbst Eingriffe in Systeme von Beh&ouml;rden, Institutionen, Dienstleistungsunternehmen oder Medienanstalten nicht. Auch wenn sie keine direkten physischen Auswirkungen haben m&uuml;ssen, kann mittels Desinformation oder St&ouml;rung von Verwaltungsprozessen eine Destabilisierung der Gesellschaft provoziert werden. Cybersicherheit wird zu einem brisanten Thema.</p>
<h5>Ursachen</h5>
<p>Die Ursachen f&uuml;r Systemausfall oder Fehlfunktion fallen in zwei Kategorien: Technikversagen oder Missbrauch. Der Gefahr eines Technikversagens kann technisch vorgebeugt werden, durch hohe Zuverl&auml;ssigkeitsanforderungen und funktionale Redundanzen. Ungleich problematischer ist die Gefahr des Missbrauchs. Hinter einem Missbrauch stehen Menschen, die in Systeme einbrechen, um diese vors&auml;tzlich zu manipulieren, zu st&ouml;ren oder zu zerst&ouml;ren.</p>
<p>Ein Systemeinbruch kann von au&szlig;en erfolgen. Passw&ouml;rter k&ouml;nnen mit brute-force-Methoden geknackt werden, speziell wenn sie nicht zu kompliziert aufgebaut sind. Effizienter ist es, nach Angriffspunkten in den Sicherungsmechanismen zu suchen, an denen man diese mit ma&szlig;geschneiderten Softwarewerkzeugen, so genannten<i> Exploits</i>, aushebeln kann. Mit einem hohen Ma&szlig; an Kreativit&auml;t und Fachkenntnis gepaart mit krimineller Energie sp&uuml;ren Angreifer_innen bisher unerkannte Angriffspunkte (&#8218;Schwachstellen&#8216;) der Software auf, die erst durch den Exploit zur &#8218;Sicherheitsl&uuml;cke&#8217; werden &#8211; solange, bis der Exploit bekannt wird und die Software durch einen Work-around an dieser Schwachstelle ert&uuml;chtigt werden kann. Wie oft geargw&ouml;hnt wird, handelt es sich bei solchen Schwachstellen gar nicht einmal immer um Nachl&auml;ssigkeiten in der Programmierung, auch wenn Software niemals v&ouml;llig fehlerfrei sein wird. Vielmehr sehen sich Softwareentwickler_innen hier in der Rolle von Schach&shy;spieler_ innen, die die Gegenz&uuml;ge des Gegners &uuml;ber m&ouml;glichst viele Spielz&uuml;ge vorausdenken m&uuml;ssen. Nur hat dieses &#8218;Spiel&#8216; kein definitives Ende und keine festgelegten Regeln. Die hohe Komplexit&auml;t der Systeme macht die Optionen der Angreifer un&uuml;berschaubar. Dies gilt auch f&uuml;r das Aufsp&uuml;ren eines anderen Einbruchsweges, den so genannten backdoors. Hierbei handelt es sich um versteckte Zutrittswege, die von Entwickler_innen in Betriebssysteme oder sogar in Firmware, aus eigener Neugier oder sogar im Auftrag staatlicher Stellen, heimlich eingebaut werden.</p>
<p>Eine weitere Kategorie von Einbruchswerkzeugen umgeht die Sicherungsmechanismen von innen heraus. Dazu geh&ouml;ren Computerviren, W&uuml;rmer und Trojaner. Das Prinzip ist, &uuml;ber den regul&auml;ren Datenverkehr unerkannt Schadsoftware einzuschleusen, beispielsweise eingebettet im Anhang einer E-Mail oder geladen bei Aufruf einer speziell manipulierten Webseite, eingefangen von pr&auml;parierten USB-Sticks oder SD-Karten. Mitunter werden auch Systemkomponenten wie Router, Firewalls oder Festplatten vor ihrer Auslieferung an die Kund_innen abgefangen und mit Schadsoftware pr&auml;pariert. Die eingeschleuste Schadsoftware kann dazu dienen, einen verdeckten Kommunikationskanal zu Angreifern herzustellen, &uuml;ber den das infizierte System manipuliert werden kann, vom heimlichen Auslesen von Daten bis zur vollst&auml;ndigen &Uuml;bernahme der Kontrolle. Sie kann auch die zur Ausf&uuml;hrung der beabsichtigten Schadfunktion notwendigen Programme eingebettet als so genannte Payload mit sich f&uuml;hren. Oder beides kombinieren. Ein Beispiel f&uuml;r eine besonders raffinierte Schadsoftware dieser Kategorie ist der Computerwurm Stuxnet, der sich &uuml;ber mobile Feldprogrammierger&auml;te in die von jedweden Netzen isolierten Prozesssteuerungen iranischer Urananreicherungsanlagen einschleusen konnte, um diese in Betriebszust&auml;nde zu fahren, die sie einer zerst&ouml;rerischen mechanischen Belastung aussetzen sollten.</p>
<p>Zur Erlangung vertraulicher Zugangsdaten spielt auch <i>social engineering</i> eine gewichtige Rolle. Einher geht dies meist mit der Ausschn&uuml;ffelung des Privatlebens der Zielperson zur Erschleichung ihres Vertrauens oder zur Erpressung. Nicht zu untersch&auml;tzen sind die sogenannten Innent&auml;ter: Mitarbeiter_innen, die aus Entt&auml;uschung &uuml;ber eine verpasste Bef&ouml;rderung, Ver&auml;rgerung &uuml;ber den Vorgesetzten oder aus eigenen finanziellen Interessen ihre Zugangsprivilegien nutzen, um in den Systemen ihres eigenen Arbeitgebers Sch&auml;den zu verursachen.</p>
<h5>Schutz</h5>
<p>Technisch k&ouml;nnen wir Systeme gegen gewollte Angriffe und Eingriffe nur bedingt sch&uuml;tzen. Zwei systemimmanente Ph&auml;nomene spielen hier eine Rolle. Der Cyberspace ist ein Abstraktum, zumindest f&uuml;r Nutzer_innen ohne tiefe technische Kenntnisse. Was au&szlig;erhalb des Smartphones oder hinter der Datensteckdose des Arbeitsplatzcomputers mit unseren Daten abl&auml;uft, bleibt uns verschlossen. Undurchsichtig bleibt, wo unsere Daten gespeichert, wo sie verarbeitet werden und was &uuml;ber die von uns gewollten Prozesse hinaus mit ihnen passiert (die <i>Cloud</i> hei&szlig;t wohl nicht zuf&auml;llig &#8222;Cloud&#8220; &#8211; unsere Vorstellungen bleiben wolkig wie der Begriff). Das gilt ebenso f&uuml;r Menschen in entscheidenden Positionen in Politik und Wirtschaft, wenn sie nicht gerade &uuml;ber eine profunde IT-Fachbildung verf&uuml;gen. Und selbst IT-Fachleute sind nur noch bedingt in der Lage, die Komplexit&auml;t des Cyberspace zu durchschauen. Wenn die Vorstellungskraft f&uuml;r die Gefahren fehlt, wenn die Gefahren ebenso abstrakt bleiben wie das Medium, fallen tragf&auml;hige Entscheidungen &uuml;ber Sicherheitskonzepte, &uuml;ber konkrete Ma&szlig;nahmen und Nachdruck f&uuml;r ihre Durchsetzung schwer. Kontraproduktiv kommt hinzu, dass sich das Verst&auml;ndnisdefizit auch auf die &ouml;ffentliche Diskussion auswirkt. Sie schwankt zwischen den Extremen Panikmache und Untersch&auml;tzung oder gar Ausblenden der Gefahren.</p>
<p>Der zweite Punkt ist ein Antagonismus: Wenn ich mich in meinem Haus nicht einmauern will, wenn ich mich auch in der Au&szlig;enwelt bewegen m&ouml;chte, wenn ich auch mir genehme Besucher_innen einlassen m&ouml;chte, muss ich T&uuml;ren vorsehen, die ich zwar kontrolliere, doch sobald eine T&uuml;r im Haus ist, wird es Mittel geben, sie missbr&auml;uchlich zu &ouml;ffnen. Der Aufwand steigt, je perfektionierter die Sicherungsma&szlig;nahmen werden, und damit wachsen auch die Einschr&auml;nkungen, die ich mir selber auferlegen muss. Der chilenische Systembiologe und Philosoph Humberto Maturana hat diesen Antagonismus zu einem grundlegenden Merkmal lebender Systeme erkl&auml;rt: Die biologische Zelle braucht eine H&uuml;lle, die sie gegen&uuml;ber ihrer Umgebung sch&uuml;tzt. Die H&uuml;lle muss jedoch von innen nach au&szlig;en und von au&szlig;en nach innen durchl&auml;ssig sein k&ouml;nnen &#8211; kontrolliert. Denn die Zelle hat einen Stoffwechsel, und sie muss sich &uuml;ber Signale (hier Botenstoffe) mit ihrer Umgebung arrangieren. Wie im biologischen Mikrokosmos gelte dies, so Maturana, ebenso f&uuml;r soziologische, &ouml;konomische, politische Systeme &#8211; &#8218;lebende Systeme&#8217; im Sinne Maturanas. Wir k&ouml;nnen dieses Paradigma auf den Cyberspace &uuml;bertragen. Er ist ein System aus Systemen, die jedes f&uuml;r sich erst durch den Informationsaustausch untereinander ihre funktionale M&auml;chtigkeit gewinnen. Synergie f&uuml;hrt zu einer Gesamtfunktionalit&auml;t, die &uuml;ber die Summe der Einzelfunktionalit&auml;ten hinausgeht. Sie f&uuml;hrt jedoch auch zu einem qualitativen Sprung in der Komplexit&auml;t. In seinen un&uuml;berschaubaren Wechselwirkungen mit der Lebendwelt wird der Cyberspace gleichsam zu einem maturana&#8217;schen Lebendsystem. Zwischen seinen Teilsystemen m&uuml;ssen wir den Informationsaustausch zulassen, und damit gehen wir unvermeidbar das Risiko ein, dass die notwendigen &Ouml;ffnungen missbraucht werden k&ouml;nnen.</p>
<p>Nat&uuml;rlich sind diese T&uuml;ren gegen unerw&uuml;nschte Eindringlinge mittlerweile verriegelt. Sorgf&auml;ltig kontrolliert werden die eingehenden und ausgehenden Datenstr&ouml;me. Dass sich dennoch immer wieder neue M&ouml;glichkeiten zur Umgehung der Kontrollen ergeben, hat auch mit der Entwicklungsgeschichte des Internet zu tun. Es gab eine Zeit, als Computernetze noch ein Experimentierfeld waren und in der Gemeinde der an der Entwicklung Beteiligten ein professionelles Vertrauen herrschte, wie in einer abgelegenen Dorfgemeinschaft, in der man das Fahrrad nichtangeschlossen an der Hauswand stehen lassen darf, die Haust&uuml;r unverschlossen bleiben darf. In dieser Zeit wurden die grundlegenden Mechanismen f&uuml;r den Datenaustausch zwischen vernetzten Computern konzipiert, ohne Vorstellung &uuml;ber wachsende Anforderungen an ihre Schutzbed&uuml;rftigkeit, wenn das Netz einmal wachsen und die abgeschlossene Dom&auml;ne der Wissenschaft verlassen w&uuml;rde. In seiner Komplexit&auml;t kann das Internet als ein kontinuierliches Experiment betrachtet werden, das sich evolution&auml;r auf der Basis seiner Urkonzepte entwickelt hat und st&auml;ndig weiterentwickelt. Alle nachtr&auml;glich konzipierten Sicherungsmechanismen m&uuml;ssen auf diese fr&uuml;hen Konzepte aufgesetzt werden. Sie werden dadurch komplizierter als notwendig und bieten in der Folge mehr Ansatzpunkte, um sie missbr&auml;uchlich zu umgehen.</p>
<p>Ein radikaler Vorschlag ist die Entnetzung, also die physische Trennung vom &ouml;ffentlichen Netz, gerade bei kritischen Systemen.(2) In der Tat stellt sich die Frage, ob solche Systeme, wie beispielsweise (Kern-) Kraftwerke mit dem weltweiten Internet vernetzt und damit f&uuml;r Angreifer technisch weltweit zug&auml;nglich sein m&uuml;ssen. Mindestens f&uuml;r besonders kritische (Teil-) Systeme kann dies ein Ansatz sein. Doch in vielen F&auml;llen ist es heute schlicht nicht mehr realistisch, diese Trennung vorzunehmen, wenn die zugrundeliegenden Dienste immer st&auml;rker miteinander vernetzt sein m&uuml;ssen. Und gegen physisch eingeschleuste Datentr&auml;ger, wie beim erw&auml;hnten Stuxnet, sind auch solche Ma&szlig;nahmen machtlos.</p>
<p>Letztlich ist vollst&auml;ndige Sicherheit &#8211; wie &uuml;berall &#8211; nicht zu erreichen. Das Ziel der IT-Sicherheit ist, zu minimalen eigenen Kosten die Kosten f&uuml;r Angreifer zu maximieren &#8211; bis ein Angriff nicht mehr wirtschaftlich ist. Doch m&uuml;ssen wir angesichts eines Gegners wie der NSA, die &uuml;ber praktisch unbegrenzte Ressourcen verf&uuml;gt, diese Zielsetzung nicht &uuml;berdenken?</p>
<h5>Akteure</h5>
<p>Wer sind die Angreifer? Und was sind ihre Ziele? <i>Cybercrime</i> ist die erste Kategorie &#8211; Kriminelle, die in Computernetze eindringen, um Daten zu stehlen, illegale Geldtransfers zu veranlassen oder Systeme mit Schadsoftware in erpresserischer Absicht zu infiltrieren. Bedrohlicher ist eine zweite Kategorie: terroristische Angriffe auf Systeme im Internet, <i>Cyberterrorism</i>. Einen kleinen Vorgeschmack haben wir mit der Lahmlegung des Computernetzwerks des franz&ouml;sischen Fernsehsenders TV5 erlebt. Lediglich die zeitweilige St&ouml;rung einer Fernsehsendung? Aber: Wer heute einen TV-Sender hackt, k&ouml;nne morgen die Stromversorgung lahmlegen, so Falk Garbsch, Sprecher des Chaos Computer Club.(3) Die Barriere ist zwar h&ouml;her, aber nicht un&uuml;berwindbar. Dass Terrorist_innen nicht &uuml;ber die f&uuml;r aufw&auml;ndigere Cyberangriffe notwendigen technischen Ressourcen verf&uuml;gen w&uuml;rden, kann kaum als Argument taugen, um die potentielle Bedrohung herunterzuspielen. Unauff&auml;llig ist die Beschaffung der Ausr&uuml;stung, ebenso die Vorbereitung, wenn die digitalen Spuren gut verwischt werden. Ein florierender Schwarzmarkt stellt &#8211; f&uuml;r entsprechendes Geld &#8211; geeignete Werkzeuge zur Verf&uuml;gung, auch spezielle Exploits. Die Akteure k&ouml;nnen ortsungebunden agieren. Eine R&uuml;ckverfolgung bis zur Quelle eines Angriffs &#8211; die so genannte Attributierung (4) &#8211; ist &auml;u&szlig;erst schwierig.</p>
<p>Nicht zu vergessen sind an dieser Stelle <i>Hacker</i> oder <i>Script-Kiddies</i>, die versuchen, in fremde Systeme einzudringen, um ihrerseits Schwachstellen zu finden, um die Betreiber darauf hinzuweisen oder um einfach nur auszuprobieren, was m&ouml;glich ist. Sie verfolgen in der Regel zun&auml;chst keine finanziellen Interessen, und sie haben auch nicht das Ziel, Systeme zu st&ouml;ren oder gar zu zerst&ouml;ren. Doch auch ihre Angriffe setzen Rechnersysteme einem Risiko aus &#8211; und der Verlockung, die dabei gewonnenen Erkenntnisse und ert&uuml;ftelten Exploits zu Geld zu machen, k&ouml;nnen am Ende vielleicht doch nicht alle widerstehen.</p>
<h5>Cyberspace heute, eine Kolonie der Milit&auml;rs</h5>
<p>Zwei weitere Kategorien, <i>Cyberspionage </i>und C<i>yberwarfare</i>, geh&ouml;ren eng zusammen wie auch deren Akteure, staatliche Sicherheitsdienste, Geheimdienste und Milit&auml;rs. Das Wirken dieser Akteure ist uns lange weitgehend verborgen geblieben, bis uns Edward Snowden 2013 mit seinen Enth&uuml;llungen der NSA-Aktivit&auml;ten das massive Ausma&szlig; der Aussp&auml;hung und den zielstrebigen Aufbau eines Angriffspotentials vor Augen gef&uuml;hrt hat. Eine f&uuml;hrende Rolle spielen hier die Milit&auml;rs.</p>
<p>Wie die Sch&ouml;pfung des Computer und die Entwicklung vieler f&uuml;r die Informationstechnik wichtiger Methoden und Technologien geht auch die Entwicklung des Internets auf Initiativen und Ambitionen der Milit&auml;rs zur&uuml;ck, hier der US-Streitkr&auml;fte. Bereits 1969 realisierte die ARPA (heute DARPA, <i>Defense Advanced Research Projects Agency</i> des US-Verteidigungsministeriums) eine erste Datenfernverbindung zwischen Rechnerknoten in den USA. Hinter dem Projekt stand das strategische Ziel, die milit&auml;rischen Rechenzentren angesichts ihrer zunehmenden Bedeutung geografisch zu verteilen und Redundanzen zu schaffen, um die Verletzlichkeit der USA durch physische Angriffe auf die Anlagen zu mindern &#8211; es war die Zeit des Kalten Krieges mit ihrer Angst vor Atomschl&auml;gen.</p>
<p>Die traditionell enge Verkn&uuml;pfung zwischen R&uuml;stungsforschung und ziviler Forschung in den USA sorgte daf&uuml;r, dass sich sehr schnell die Wissenschaftsszene f&uuml;r die Idee einer Vernetzung ihrer Rechenzentren interessierte, die sich bald nicht nur auf die USA beschr&auml;nkte. 1978 wurde das <i>Internet Protocol </i>(TCP/IP) spezifiziert und 1984 das Domain Name System (DNS) eingef&uuml;hrt, das Netzwerk aus dezentralisierten Leitstellen f&uuml;r die Datenfl&uuml;sse. Beides waren Voraussetzungen f&uuml;r eine allgemeine &Ouml;ffnung des Internets. Die anf&auml;ngliche Vernetzung der Rechenzentren von Universit&auml;ten und Forschungseinrichtungen wuchs zu dem heutigen weltweiten Datennetz, das mittlerweile vorwiegend kommerziellen Interessen dient. Jedoch die Milit&auml;rs haben nie ihr Interesse daran verloren, und insbesondere haben die USA bis heute versucht, die Hoheit &uuml;ber den Cyberspace zu behalten &#8211; wenn auch nicht administrativ, so doch technologisch und kommerziell.</p>
<p>Mit der <i>Joint Vision </i>2010 legte der US-Generalstab der US-Regierung 1996 ein Positionspapier f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Entwicklung der US-Streitkr&auml;fte vor, vier Jahre sp&auml;ter aktualisiert in der <i>Joint Vision 2020</i>. Als Kernbotschaft wird eine gr&uuml;ndliche Restrukturierung der Streitkr&auml;fte mit dem Ziel einer umfassenden Nutzung moderner Kommunikations- und Informationstechnologie in Waffen, in Waffensystemen und in den zu ihrem Einsatz notwendigen Infrastrukturen gefordert.(5) Die darauf basierende aktuelle Kriegsf&uuml;hrungsdoktrin umfasst auch den Cyberspace als Operationsraum.</p>
<p>Die Szenarien beschreiben den Einsatz von Cyberoperationen in drei Phasen. Phase&nbsp;0, &#8218;Konditionierung&#8217; genannt, dient dem Erkennen der Absichten des Gegners. Ziele sind unter anderem das Ausspionieren der politischen Haltung, der milit&auml;rischen Pl&auml;ne und der r&uuml;stungsindustriellen Entwicklungen. Geheime Zug&auml;nge zu dessen Netzwerken werden angelegt, um sie unbemerkt ausbeuten zu k&ouml;nnen. F&uuml;r die Aufgabe, Schwachstellen auch in besonders gesch&uuml;tzten Computersystemen zu finden, steht der NSA unter besonderer Geheimhaltung die Spezialeinheit <i>Tailored Access Operations</i> (TAO) zur Verf&uuml;gung. <br />Dass unsere Systeme von der NSA und anderen Geheimdiensten ausspioniert werden, ist seit Jahren die Regel. Es ist auch offenkundig, dass das Anlegen geheimer Zug&auml;nge bereits eine Vorbereitung auf die nachfolgenden Phasen milit&auml;rischer Cyberoperationen ist: In Phase&nbsp;1, &#8218;Abschreckung&#8217;, sollen dem Gegner mit harmloseren, aber sp&uuml;rbaren Eingriffen in seine Systeme &#8218;die digitalen Muskeln gezeigt&#8217; werden. In Phase&nbsp;2, &#8218;Dominieren&#8217;, werden schlie&szlig;lich Operationen zur Schw&auml;chung des Gegners eingeleitet, wie Sabotageakte oder die &Uuml;bernahme der Kontrolle &uuml;ber kritische Systeme. Sp&auml;testens in dieser Phase werden Cyber-Operationen zu kriegerischen Aktionen.</p>
<p>Es stellt sich allerdings die Frage, wie denn die vorbereitenden Operationen zum Anlegen der geheimen Zug&auml;nge f&uuml;r die sp&auml;teren kompromittierenden oder schadenstiftenden Operationen zu bewerten sind. Eingegriffen wird in Einrichtungen eines souver&auml;nen Staates, mit dem sich der Angreifer nicht in einem erkl&auml;rten Krieg befindet.</p>
<p>Dass alle technologisch hochentwickelten Staaten ein Arsenal von Werkzeugen f&uuml;r milit&auml;rische Operationen im Cyberspace aufbauen, kann als sicher angenommen werden &#8211; auch Deutschland, wie aus einem geheimen Strategiepapier des Bundesverteidigungsministeriums hervorgeht.(6) Dass die Aufr&uuml;stung im Cyberspace unter strenger Geheimhaltung geschieht, ist selbstverst&auml;ndlich. Nur durch Zuf&auml;lle werden heute bereits durchgef&uuml;hrte &Uuml;bergriffe wie beispielsweise durch die bereits genannte Schadsoftware Stuxnet bekannt. Die besondere Heimt&uuml;cke an der Einbeziehung des Cyberspace in die milit&auml;rischen Szenarien ist, dass die milit&auml;rischen Operationen in den zivilen Datenstr&ouml;men unerkannt mitschwimmen, auch deren Vorbereitung und Erprobung. Kollateralsch&auml;den d&uuml;rfen nicht ausgeschlossen werden.</p>
<p>Geheimhaltung erschwert die &ouml;ffentliche Diskussion und behindert die politische Handlungsf&auml;higkeit. Die physische Nichtfassbarkeit milit&auml;rischer Cyberoperationen hebt alle Grenzen auf: geografische Grenzen, politische Grenzen, die Grenze zwischen Krieg und Nicht-Krieg, die Grenze zwischen Milit&auml;r und Zivilgesellschaft. Cyberangriffe von Milit&auml;rs und Geheimdiensten sind nach internationalem Recht Kriegshandlungen.</p>
<p>Wie aber sollen angesichts der Entgrenzung zum Beispiel die Genfer Konvention Anwendung finden? Kriegerische Cyberoperationen beschw&ouml;ren erhebliche Eskalationsgefahren herauf, denn sie k&ouml;nnen konventionelle milit&auml;rische Reaktionen provozieren. Die aber k&ouml;nnen aufgrund des Attributierungsproblems &#8211; der Verursacher ist erst durch langwierige Untersuchungen und dann oft nicht einmal sicher zu identifizieren, siehe oben &#8211; den Falschen treffen. Wer Cyberwar vorbereitet und f&uuml;hrt, gef&auml;hrdet die internationale Sicherheit in einem bisher meist weit untersch&auml;tzten Ma&szlig;.</p>
<h5>Cyber&shy;si&shy;cher&shy;heit und B&uuml;rger&shy;rechte</h5>
<p>Wie l&auml;sst sich die Sicherheit wiederherstellen? Derzeit erleben wir, wie Sicherheitspolitiker_innen und Sicherheitsbeh&ouml;rden darauf abzielen, den Bedrohungen mit umfangreichen &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen zu begegnen. Die Aussp&auml;hung der Internet-Kommunikation durch Geheimdienste wie die US-amerikanische National Security Agency (NSA) und den Bundesnachrichtendienst (BND) sind aus deren Sicht Ma&szlig;nahmen, die Sicherheit im Internet wiederherzustellen. Im Bereich der inneren Sicherheit fallen polizeiliche Ma&szlig;nahmen wie die Vorratsdatenspeicherung &#8211; abgelehnt vom Europ&auml;ischen Gerichtshof und den Verfassungsgerichten mehrerer Mitgliedsstaaten, dennoch immer noch auf der politischen Agenda &#8211; in diese Kategorie. Was aus Sicht der Sicherheitspolitiker_innen und -beh&ouml;rden der Sicherheit dient, bedroht auf der anderen Seite unsere Grundrechte.</p>
<p>Gleichzeitig k&ouml;nnen selbst &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen, die gegen andere Staaten gerichtet sind, bereits als Cyberangriffe gewertet werden, wenn sie erfordern, in fremde Rechnersysteme einzudringen und dabei bestehende Schwachstellen dieser Systeme auszunutzen oder neue zu schaffen. Dies ist, folgt man dem <i>Tallinn-Manual</i>,(7) in dem NATO-Expert_innen den Versuch unternommen haben, v&ouml;lkerrechtliche Regelungen in den Cyberspace zu &uuml;bersetzen, ein kriegerischer Akt, der nach ihrer Ansicht sogar mit konventionellen milit&auml;rischen Gegenschl&auml;gen beantwortet werden kann.</p>
<p>Dem Staat kommt dabei eine verfassungsrechtliche Schutzpflicht zu, wie die Verfassungsrechtler Hans-J&uuml;rgen Papier, Wolfgang Hoffmann-Riem und Matthias B&auml;cker gegen&uuml;ber dem NSA-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages festgestellt haben.(8) Der Staat muss seine B&uuml;rger_innen vor Cyberangriffen, wie sie die NSA unternimmt, sch&uuml;tzen. Folgt man den Berichten in den Medien, ist er angesichts der exorbitanten &Uuml;berwachungskapazit&auml;t der NSA dazu nicht nur nicht in der Lage. Vielmehr hat er offenbar, aus Gr&uuml;nden der Staatsraison, &uuml;berhaupt kein Interesse daran.</p>
<p>Hier zeigt sich die Ambivalenz der Cybersicherheit. Wie k&ouml;nnen wir einerseits ein angemessenes Sicherheitsniveau gegen&uuml;ber Angreifern herstellen, ohne dass dies die Grundrechte beeintr&auml;chtigt? Wie k&ouml;nnen wir uns andererseits vor der Aussp&auml;hung durch unsere eigenen Verb&uuml;ndeten (und unseren eigenen Staat) sch&uuml;tzen?</p>
<h5>Vertrauen</h5>
<p>Unsere Gesellschaft basiert auf Vertrauen, diese Bedeutung hat Niklas Luhmann in seiner soziologischen Theorie (in der er &uuml;brigens an Maturana ankn&uuml;pft) bereits lange vor dem Siegeszug des Internet herausgearbeitet.(9) Nach Luhmann ist Vertrauen notwendig, um die soziale Komplexit&auml;t unseres Umfeldes zu reduzieren. Nur so k&ouml;nnen wir die gro&szlig;e Zahl an Entscheidungen treffen, die uns die Realit&auml;t t&auml;glich abverlangt &#8211; ohne Vertrauen w&uuml;rde diese Zahl ins unermessliche wachsen, bis wir nicht mehr in der Lage w&auml;ren, damit umzugehen. Wie sich zeigt, war im Internet dieses Vertrauen noch nie berechtigt.(10) Jetzt ist es zerst&ouml;rt &#8211; diese Gewissheit haben wir sp&auml;testens seit den Enth&uuml;llungen von Edward Snowden.</p>
<p>Zun&auml;chst muss dieses Vertrauen wieder hergestellt werden &#8211; hier sind vertrauensw&uuml;rdige, transparente staatliche Institutionen erforderlich. Das Grundgesetz spielt dabei eine wesentliche Rolle &#8211; nicht zuf&auml;llig z&auml;hlt das Bundesverfassungsgericht zu den Instanzen, denen am meisten Vertrauen entgegengebracht wird.(11)i Zu h&auml;ufig musste es in der Vergangenheit verfassungswidrige Entscheidungen der Exekutive und Legislative korrigieren. Verfassungsgem&auml;&szlig;e politische Entscheidungen, die auch nicht versuchen, das Grundgesetz bis an die Grenze des Erlaubten auszureizen, w&auml;ren ein erster Schritt in diese Richtung.</p>
<h5>Technische Absicherung</h5>
<p>Ein wesentliches Element der Abwehr von Cyberangriffen ist die technische Absicherung von Rechnersystemen dagegen. Diese beginnt mit der Erstellung sicherer Systeme &#8211; zu h&auml;ufig sind die heute betriebenen Systeme nicht hinreichend sicher, dies zeigen allein schon die zahlreichen Medienberichte der vergangenen Monate und Jahre. Hier haben die Enth&uuml;llungen von Snowden zu einer Sensibilisierung gef&uuml;hrt &#8211; zur technischen, aber auch zur organisatorischen Absicherung der Systeme, beispielsweise durch Einf&uuml;hrung und Weiterentwicklung von Informationssicherheits-Management-Systemen, die die betriebsinternen Prozesse f&uuml;r IT-Sicherheit festlegen.</p>
<p>Manche empfehlen, zum Selbstschutz zu greifen. Cryptoparties werden organisiert, um Anwender_innen zu bef&auml;higen, ihre im Internet kommunizierten Daten zu verschl&uuml;sseln. Die f&uuml;r &Uuml;berwachung besonders anf&auml;lligen Metadaten sollen verschleiert werden, beispielsweise durch Nutzung des TOR-Netzwerks. Solche Initiativen sind zu begr&uuml;&szlig;en und zu unterst&uuml;tzen &#8211; d&uuml;rfen aber in ihrer Wirkung angesichts eines &uuml;berm&auml;chtigen Gegners wie der NSA, der nahezu unbegrenzte Ressourcen zur Verf&uuml;gung stehen, nicht &uuml;bersch&auml;tzt werden.</p>
<p>Quelloffene Programme (so genannte Open-source-Software) und Rechnersysteme k&ouml;nnen f&uuml;r technische Transparenz sorgen. Doch auch deren Nutzung ist keine Allheilmittel &#8211; Schwachstellen k&ouml;nnen zwar prinzipiell von der Community erkannt werden, dies setzt aber voraus, dass sich kompetente Menschen intensiv damit auseinandersetzen. Auch in quelloffenen Systemen dauert es mitunter lange, bis Sicherheitsl&uuml;cken gefunden werden &#8211; als Beispiel sei der Heartbleed-Bug genannt, der den sicheren Aufruf von Web-Seiten &uuml;ber <i>OpenSSL</i> gef&auml;hrdet hat. Immerhin ist man hier nicht, wie bei propriet&auml;ren, geschlossenen Systemen, auf das Herstellerunternehmen allein angewiesen &#8211; zumal es auch bei einigen (prominenten) Unternehmen Hinweise auf eine Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten gibt.(12) Letztlich ist staatliches Handeln gefordert &#8211; durch einen Staat, der transparent und vertrauensw&uuml;rdig agiert und auf funktionierenden demokratischen Institutionen basiert.(13) Eine sichere Infrastruktur muss geschaffen werden, die die B&uuml;rgerrechte wahrt und gleichzeitig Sicherheit gegen &auml;u&szlig;ere Angriffe bietet.</p>
<h5>Folgerungen</h5>
<p>Doch was muss nun geschehen? Die Enth&uuml;llungen von Snowden haben gezeigt, wie anf&auml;llig unsere Gesellschaft heute gegen Cyberangriffe von staatlicher Seite ist. Cyberkriminalit&auml;t und Cyberkriegf&uuml;hrung m&uuml;ssen bek&auml;mpft werden &#8211; oberstes Gebot ist es, die Menschen- und B&uuml;rgerrechte dabei zu bewahren.</p>
<p>Dabei gilt der Satz des IT-Sicherheitsexperten Bruce Schneier: &#8222;If you think technology can solve your security problems, then you don&#8217;t understand the problems and you don&#8217;t understand the technology&#8220;(14) &#8211; ausschlie&szlig;lich technisch k&ouml;nnen die Probleme nicht gel&ouml;st werden; Ma&szlig;nahmen auf der politischen und rechtlichen Ebene sind notwendig.</p>
<h5>Innen&shy;po&shy;li&shy;ti&shy;sche Folgerungen</h5>
<p>Innenpolitisch ist zun&auml;chst der aktuelle Sp&auml;hskandal aufzukl&auml;ren und die &Ouml;ffentlichkeit umfassend zu informieren. Der Skandal muss eingehend untersucht werden, und die daran Beteiligten m&uuml;ssen zur Verantwortung gezogen werden. Gleichzeitig m&uuml;ssen die &ouml;ffentlichen Kontrollrechte verbessert werden, nachdem sich die bisherige Kontrolle der Geheimdienste als ineffektiv erwiesen hat. Das parlamentarische Kontrollgremium (PKG) gew&auml;hrleistet in seiner heutigen Form keine effektive Kontrolle &#8211; das hat uns der Geheimdienstskandal deutlich vor Augen gef&uuml;hrt.</p>
<p>Auch wenn das von der Bundesregierung ins Gespr&auml;ch gebrachte <i>No-Spy</i>-Abkommen sich offenbar gerade als Wahlkampft&auml;uschung herausstellt: am Abschluss von Abkommen mit den USA f&uuml;hrt kein Weg vorbei. Das ineffektive <i>Safe-Harbor</i>-Abkommen zum Datenschutz muss durch ein effektives Datenschutzabkommen ersetzt werden. Auch die Zusammenarbeit von Sicherheitsbeh&ouml;rden muss so geregelt werden, dass der Schutz der Pers&ouml;nlichkeitsrechte, Privatheit und der Datenschutz wirksamer als bisher gew&auml;hrleistet werden. Ma&szlig;nahmen zur illegitimen Totalu&#776;berwachung der Bev&ouml;lkerung mu&#776;ssen sofort beendet werden. Dies gilt umso mehr innerhalb der Europ&auml;ischen Union &#8211; es ist unglaublich, dass sich deren Mitglieder gegenseitig ausspionieren.</p>
<p>Auch nachdem die EU-Richtlinie zu Vorratsdatenspeicherung 2006/24/EG vom Europ&auml;ischen Gerichtshof (EuGH) und &#8211; in der einzelstaatlichen Umsetzung &#8211; von mehreren nationalen Verfassungsgerichten eine klare Absage erteilt wurde, wurde die Debatte u&#776;ber ihre Einfu&#776;hrung fortgesetzt. Forderungen nach einer neuen, &#8222;gerichtsfesten&#8220; EU-Richtlinie, oder nach einer &#8222;verfassungsgem&auml;&szlig;en&#8220; Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung werden erhoben; mittlerweile ist die Vorratsdatenspeicherung &#8211; in Orwell&#8217;scher Sprachmanipulation nun als &#8222;H&ouml;chstspeicherfrist&#8220; bezeichnet &#8211; in Deutschland verabschiedet, Verfassungsbeschwerden sind angek&uuml;ndigt.</p>
<p>Stattdessen m&uuml;ssen k&uuml;nftige &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen die Grundrechte in den Vordergrund stellen und sich am Schutz der Privatsph&auml;re orientieren, nicht am gerade noch verfassungsrechtlich Erlaubten. Internationale Verhandlungen u&#776;ber Datenschutzabkommen, aktuell die Verhandlung der Datenschutz-Grundverordnung in der Europ&auml;ischen Union, sind einem starken Lobby-Druck ausgesetzt. Die Bundesregierung muss sich&nbsp;f&uuml;r ein starkes Datenschutzrecht in Europa und dar&uuml;ber hinaus einsetzen.</p>
<p>Sowohl das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung als auch das Telekommunikationsgeheimnis statuieren nicht nur Abwehrrechte gegen&uuml;ber der deutschen Staatsgewalt, sondern auch Schutzpflichten des Staates gegen&uuml;ber Eingriffen durch andere. Die nachrichtendienstliche Aussp&auml;hung der deutschen Bev&ouml;lkerung ist unzul&auml;ssig und strafbar. Der Generalbundesanwalt muss gegen die Verantwortlichen effektiv ermitteln. Der Schutz der Grundrechte darf nicht hinter die au&szlig;enpolitischen Belange der Bundesrepublik Deutschland zur&uuml;cktreten. Rechtsstaatliche Verfahren m&uuml;ssen die Rechte der Betroffenen wahren, beispielsweise bei der Umsetzung des G10-Gesetzes, das die Einschr&auml;nkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses regelt.</p>
<p>Aus technischer Sicht wird ein Gro&szlig;teil der Kommunikation im Internet heute immer noch ungesichert abgewickelt &#8211; so haben Nachrichtendienste und andere Angreifer leichtes Spiel, die Daten abzugreifen und auszusp&auml;hen. Bestehende Sicherheitsmechanismen werden h&auml;ufig nicht genutzt. Bisherige Ans&auml;tze von Beh&ouml;rden zur Bereitstellung solcher Infrastrukturen sind unzureichend. Die Bundesregierung und die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden m&uuml;ssen die sichere M&ouml;glichkeit der Kommunikation im Internet durch eigene Ma&szlig;nahmen und durch die Gesetzgebung f&ouml;rdern, die die Privatsph&auml;re der Menschen wahrt und sie vor Angriffen von jeder Seite nach dem Stand der Technik sch&uuml;tzt.</p>
<p>Vertrauen und Vertraulichkeit ist zwischen Staaten und im innerstaatlichen Regierungshandeln essentiell. Doch gleichzeitig ist gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Transparenz erforderlich, um das Vertrauen der &Ouml;ffentlichkeit wiederherzustellen. Illegales, unlauteres oder skandal&ouml;ses Verhalten verdient keinen Schutz. Whistleblower_innen leisten der &Ouml;ffentlichkeit einen gro&szlig;en Dienst &#8211; nur durch sie kann h&auml;ufig f&uuml;r eine wirksame Durchsetzung des Rechts gesorgt werden. Sie d&uuml;rfen nicht kriminalisiert werden.</p>
<h5>Au&szlig;en&shy;po&shy;li&shy;ti&shy;sche Folgerungen</h5>
<p>Doch auch au&szlig;enpolitisch muss gehandelt werden. Leitbild ist die Entmilitarisierung des Internet und dessen ausschlie&szlig;lich friedliche Nutzung.(15) Milit&auml;r und Geheimdienste m&uuml;ssen international kontrolliert, und diese Kontrolle muss durch v&ouml;lkerrechtliche Abkommen abgesichert werden. Cyberwarfare muss international ge&auml;chtet, die Integrit&auml;t des Internets, das Primat seiner friedlichen Nutzung und der Schutz vor milit&auml;rischem und politischem Missbrauch sichergestellt werden. Daraus ergeben sich grundlegende Forderungen. Sie betreffen:</p>
<ul>
<li>R&uuml;stungskontrollbestimmungen f&uuml;r offensive Cyberwaffen und &Uuml;berwachungstechnologie,</li>
<li>eine der Genfer Konvention entsprechende internationale &Uuml;bereinkunft, die vor allem verbietet, dass sich Cyberangriffe gegen Zivilpersonen richten,</li>
<li>den Verzicht auf Entwicklung und Einsatz offensiver Cyberwaffen,</li>
<li>die Ver&ouml;ffentlichungspflicht f&uuml;r IT-Schwachstellen, insbesondere f&uuml;r staatliche Beh&ouml;rden und Unternehmen,</li>
<li>eine gesetzliche Verankerung aussp&auml;hsicherer und menschenrechtswahrender Kommunikationsinfrastrukturen.</li>
</ul>
<p>Das Internet sei, so zitiert Martin Kutscha in diesem Heft die Verfassungsrichterin Susanne Baer, &#8222;ein gro&szlig;artiger Raum des Wissens, der Debatte, der Filme, der Musik, der Chats, der Blogs, der Aufs&auml;tze, der Lexika, der Chatter und Twitter. So viele M&ouml;glichkeiten!&#8220; Staaten, Milit&auml;rs, Politiker_innen, Gesellschaften und Wirtschaftsunternehmen tragen die Verantwortung daf&uuml;r, dass dieser gro&szlig;artige Raum zum Nutzen der Menschen bestehen bleibt, und nicht durch technische Bedrohungen, Cyberwarfare und Cybercrime zerst&ouml;rt wird &#8211; und dass der Cyberspace nicht wirklich zum &#8222;Wilden Westen&#8220; wird. Der oft erhobene Vorwurf einer Panikmache ist angesichts der Faktenlage nicht mehr haltbar.</p>
<p><i><b>STEFAN&nbsp;H&Uuml;GEL </b>ist Vorsitzender des Forums InformatikerInnen f&uuml;r Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) und Mitglied der Humanistischen Union in Frankfurt am Main. </i></p>
<p><i><b>DIETRICH&nbsp;MEYER-EBRECHT</b> hatte von 1984 bis zu seiner Emeritierung 2004 einen Lehrstuhl f&uuml;r Bildverarbeitung an der RWTH Aachen inne. Er engagiert sich seit 1987 im Forum InformatikerInnen f&uuml;r Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF), dessen stellvertretender Vorsitzender er heute ist.</i></p>
<p><b>Begriffe</b></p>
<p><i><b>Cyberangriff: </b>Aktionen mit der Absicht, Informationen in einem Computer und/oder einem Computernetz abzugreifen oder zu zerst&ouml;ren, oder den Computer und/oder das Computernetz selbst zu schw&auml;chen, zu st&ouml;ren oder zu zerst&ouml;ren, oder durch einen solchen Eingriff St&ouml;rungen oder Zerst&ouml;rung dar&uuml;ber hinaus zu bewirken.</i></p>
<p><i><b>Cybercrime:</b> Kriminelle oder illegale, strafbare Aktivit&auml;ten, die Dienste des Cyberspace nutzen.</i></p>
<p><i><b>Cyberspionage:</b> Die Nutzung des Cyberspace, Staaten, ihre Repr&auml;sentanten, Gesellschaften und Wirtschaftsunternehmen auszusp&auml;hen, um sich einen Informationsvorteil zu verschaffen.</i></p>
<p><i><b>Cyberspace:</b> Die Gesamtheit der Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen, Hardware wie Software, &ouml;ffentlich wie privat, offen wie eingeschr&auml;nkt zug&auml;nglich. Sie schlie&szlig;t Einrichtungen oder Werkzeuge ein, die nicht mit einem Netz verbunden sind, jedoch &uuml;ber Datenzwischentr&auml;ger mit dem Netz kommunizieren k&ouml;nnen.</i></p>
<p><i><b>Cyberterrorism:</b> Gewaltsame kriminelle Aktivit&auml;ten durch Nicht-Regierungs-Akteure, die darauf abzielen, politische Systeme durch die Erzeugung von Angst und Unsicherheit zu destabilisieren und zu ver&auml;ndern.</i></p>
<p><i><b>Cyberwaffe:</b> Jede Software oder Hardware, die durch Ausnutzen von Schwachstellen f&uuml;r die Ausf&uuml;hrung eines Cyberangriffs angewendet werden kann. Cyberwaffen nutzen &uuml;blicherweise Schwachstellen aus, die geheim gehalten werden, und deren destruktiver Charakter aus der Unm&ouml;glichkeit erw&auml;chst, Effekte seiner Ausnutzung abzuschw&auml;chen. Durch die Ver&ouml;ffentlichung der Schwachstelle k&ouml;nnen Gegenma&szlig;nahmen eingeleitet werden.</i></p>
<p><i><b>Cyberwar:</b> Ein Krieg, der ausschlie&szlig;lich oder flankierend zu einem konventionellen Krieg im Cyberspace gef&uuml;hrt wird, sehr wohl aber Auswirkungen au&szlig;erhalb des Cyberspace haben kann, von psychologischen Effekten &uuml;ber Destabilisierung der Zivilgesellschaft bis zu physischer Zerst&ouml;rung.</i></p>
<p><i><b>Cyberwarfare, Cyberkriegf&uuml;hrung:</b> Die Nutzung von Computertechnologie um die Aktivit&auml;ten eines Staates oder einer Organisation zu st&ouml;ren, speziell der gezielte Angriff auf Kommunikationssysteme und kritische Infrastrukturen durch einen anderen Staat oder eine andere Organisation mittels Cyberangriff.</i></p>
<h5>Anmerkungen:</h5>
<p>(1) Thomas Petermann et al. (2010): Gef&auml;hrdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften &#8211; am Beispiel eines gro&szlig;r&auml;umigen Ausfalls der Stromversorgung. B&uuml;ro f&uuml;r Technikfolgenabsch&auml;tzung beim Deutschen Bundestag, Arbeitsbericht Nr. 141, November 2010, <a href="http://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab141.pdf" target="_blank" rel="noopener">http://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab141.pdf</a>. Wer es spannender mag, lese dazu Marc Elsbergs Techno-Thriller &#8222;Blackout&#8220;, der auf der Grundlage der TAB-Studie ein dramatisches Szenario aufbaut.</p>
<p>(2) Z.B. Sandro Gaycken (2011): Cyberwar. Das Internet als Kriegsschauplatz. M&uuml;nchen: Open Source Press.</p>
<p>(3) Anne Fromm (2015): Das ist erst der Anfang. TAZ, 09.04.2015, <a href="http://www.taz.de/CCC-Sprecher-ueber-den-TV5-Hack/%21157880/" target="_blank" rel="noopener">http://www.taz.de/CCC-Sprecher-ueber-den-TV5-Hack/%21157880/.</a></p>
<p>4) Sylvia Johnigk und Kai Nothdurft (2015): Attributierung von Cyberangriffen &#8211; Das Problem und seine Folgen. Wissenschaft &amp; Frieden 2015-3, Dossier 79.</p>
<p>(5) Joint Vision 2010 &#8211; America&#8217;s Military: Preparing for Tomorrow (1999), <a href="http://www.dtic.mil/" target="_blank" rel="noopener">http://www.dtic.mil/</a> jv2010/jv2010.pdf.</p>
<p>(6) Matthias Gebauer (2015): Geheime Bundeswehr-Strategie: Von der Leyen r&uuml;stet an der Cyberfront auf. SPIEGEL online, 10.07.2015, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-ursula" target="_blank" rel="noopener">http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-ursula</a>&#8211; von-der-leyen-ruestet-an-der-cyber-front-auf-a-1042985.html.</p>
<p>(7) Michael N. Schmitt (2013): Tallinn-Manual on the International Law applicable to Cyber Warfare, Cambridge University Press.</p>
<p>(8) Matthias B&auml;cker (2014): Erhebung, Bevorratung und &Uuml;bermittlung von Telekommunikationsdaten durch die Nachrichtendienste des Bundes. Stellungnahme zu Anh&ouml;rung des NSA-Untersuchungsausschusses am 22. Mai 2014. Deutscher Bundestag, 1. Untersuchungsausschuss der 18. Wahlperiode, MAT A SV 2-3 zur A-Drs. 54, Wolfgang Hoffmann-Riem (2014): Stellungnahme zu Anh&ouml;rung des NSA-Untersuchungsausschusses am 22. Mai 2014. Deutscher Bundestag, 1.&nbsp;Untersuchungsausschuss der 18. Wahlperiode, MAT A SV 2/1 neu zur A-Drs. 54 und Hans-Ju&#776;rgen Papier (2014): Gutachterliche Stellungnahme, Beweisbeschluss SV-2 des ersten Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages der 18. Wahlperiode. Deutscher Bundestag, 1. Untersuchungsausschuss der 18. Wahlperiode, MAT A SV 2/2 zur A-Drs. 54</p>
<p>(9) Niklas Luhmann (1968): Vertrauen. 4. Auflage 2000. Stuttgart: Lucius &amp; Lucius</p>
<p>(10) Dazu Josef Foschepoth (2012): &Uuml;berwachtes Deutschland. Post- und Telefonu&#776;berwachung in der alten Bundesrepublik. G&ouml;ttingen, Bristol: Vandenhoek &amp; Ruprecht</p>
<p>(11) Z.B. in Die Zeit online (2012): Gro&szlig;es Vertrauen in Karlsruhe, wenig in die Regierung. <a href="https://www.humanistische-union.de/http%3A/www" target="_blank" rel="noopener">http://www</a>. zeit.de/politik/deutschland/2012-07/umfrage-institutionen-karlsruhe</p>
<p>(12) Kritisch zur Wirkung von Open Source auch Evgeny Morozov, Big Data f&uuml;r alle. Lettre International Nr. 108, Fr&uuml;hjahr 2015</p>
<p>(13) Im Gegensatz zur rein formalen oder &#8222;simulativen&#8220; Demokratie, vgl. dazu Colin Crouch (2008): Postdemokratie, Frankfurt am Main: Suhrkamp und Ingolfur Bl&uuml;hdorn (2013): Simulative Demokratie. Neue Politik nach der postdemokratischen Wende. Berlin: Suhrkamp.</p>
<p>(14) Bruce Schneier (2000): Secrets &amp; Lies. Digital Security in a Networked World. Indianapolis: John Wiley &amp; Sons.</p>
<p>(15) Dies fordert die Kampagne Cyberpeace des Forum InformatikerInnen f&uuml;r Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF), <a href="https://cyberpeace.fiff.de/" target="_blank" rel="noopener">https://cyberpeace.fiff.de</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/209/publikation/cyberspace-der-neue-wilde-westen/">Cyberspace, der neue Wilde Westen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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