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	<title>Thomas Ahbe Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Die Ostdeutschen als &#8222;Handlanger&#8220;?</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/vorg-161/publikation/die-ostdeutschen-als-handlanger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[humanistischeunion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2026 11:34:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mit dem Hineinströmen der Ostdeutschen in die Bundesrepublik im Jahr 1990 wurde bei den Westdeutschen auch das Bedürfnis wachgerufen, ihre eigene Identität gegen die so anders erscheinenden Deutschen aus dem Osten zu behaupten. Um mit den Ostdeutschen umzugehen, musste man sich von ihnen abgrenzen, ihre Andersartigkeit erklären oder sie zumindest in irgendeiner Weise etikettieren oder [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/vorg-161/publikation/die-ostdeutschen-als-handlanger/">Die Ostdeutschen als &#8222;Handlanger&#8220;?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Hineinströmen der Ostdeutschen in die Bundesrepublik im Jahr 1990 wurde bei den Westdeutschen auch das Bedürfnis wachgerufen, ihre eigene Identität gegen die so anders erscheinenden Deutschen aus dem Osten zu behaupten. Um mit den Ostdeutschen umzugehen, musste man sich von ihnen abgrenzen, ihre Andersartigkeit erklären oder sie zumindest in irgendeiner Weise etikettieren oder einordnen. Das produzierte bestimmte Stereotype von den Ostdeutschen, die auch heute noch Geltung haben.</p>
<p>Neu ist die Konstruktion solcher Heterostereotype, fest gefügter Bilder vom Anderen, nicht. Wie Identitäten durch mehr oder minder unbewusst erfolgende, stigmatisierende Alteritäts-Konstruktionen stabilisiert wurden und werden, zeichnete der Historiker Wolfgang Reinhard kürzlich am Beispiel des negativen Spanier-Bildes in den neuzeitlichen europäischen Kulturen nach. Er stieß dabei auf ein weit verbreitetes und auch heute noch anzutreffendes mentales Konstrukt, das Juliän Juderfas bereits 1914 <em>La Leyanda negra,</em> die schwarze Legende, getauft hatte (vgl. Reinhard 2001: 159ff.). Die vier Eckpunkte des dort kondensierten Spanien-Bildes waren die Greuel der Inquisition und der Conquista, die Schandtaten Phillips II. und schließlich die &#8222;tyrannischen Absichten&#8220; und die &#8222;perverse Natur&#8220; der Spanier überhaupt.</p>
<p>Ähnliche Mechanismen der Identitätszuschreibung lassen sich für das westdeutsche Bild von den Ostdeutschen beobachten. Dieses Bild spannt sich zwischen vier Eckpunkten auf.</p>
<p>Der erste Punkt wird durch die Thematisierung von &#8222;Terror und Repression&#8220; markiert. Prototypisch für diese Position ist vor allem die These, dass sich &#8211; außer einer Clique von Verbrechern &#8211; niemand mit der DDR, ihren Werten und ihrer Praxis arrangiert oder gar identifiziert hätte, so dass die Gesellschaft lediglich durch Repressionen, Angst und Opportunismus zusammengehalten worden sei. Darüber hinaus kompensiert man im Westen die verfehlte Sühnung und die ebenso verspätet wie einseitig vorgenommene Aufarbeitung des Nationalsozialismus durch die Gegenüberstellung der bundesdeutschen Demokratie mit &#8222;den beiden deutschen Diktaturen&#8220;.</p>
<p>Den zweiten Eckpunkt bildet das Thema &#8222;Mangel und wirtschaftliche Insuffizienz&#8220;. Durch die damit einhergehende inflationäre Verwendung des Terminus &#8222;marode&#8220; ist die deutsche Alltagssprache zwar um ein neues Wort bereichert worden, doch der Blick auf jene politischen Konstellationen und internationalen Ausbeutungsverhältnisse, ohne die der bundesdeutsche Wohlstand nicht zu erklären ist, wurde nachhaltig verstellt.</p>
<p>Vom dritten Eckpunkt aus blickt man ästhetisierend auf den Osten. Den bundesdeutschen Perzeptionsmustern gemäß findet man im Ost-Alltag vor allem ärmliche Biederkeit &#8211; und in der Ästhetisierung von Politik, Macht und Tradition lediglich brutal-diktatorischen Pomp. Da die West-Beobachter dazu neigen, die ideologischen Inhalte der politischen Formensprache auszublenden, rufen diese Formen bei den West-Betrachtern lediglich deren innere Bilder vom Nationalsozialismus (andere ästhetische Inszenierungen scheinen nicht so präsent zu sein) wieder in Erinnerung.</p>
<p>Vom vierten Eckpunkt aus werden die sozialisatorischen und mentalen Effekte des Lebens in der DDR thematisiert. Hier bildet man die Andersartigkeit der Ostdeutschen mittels des Konstrukts der &#8222;seelischen Deformation&#8220; ab. Als manifeste Sozialisationsprodukte der DDR-Gesellschaft werden den Ostdeutschen jene Eigenschaften zugeschrieben, welche die Westdeutschen &#8211; ihrem eigenen Selbstbild nach &#8211; erfolgreich abgelegt haben, nämlich Autoritarismus und gefügige Verantwortungslosigkeit, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Indifferenz gegenüber dem Erbe des Nationalsozialismus.</p>
<p>Die Existenz der Diktatur oder wirtschaftlicher Effizienzdefizite sind ebenso gewiss, wie die Andersartigkeit ästhetischer und sozialisatorischer Muster in der DDR. Die stereotype Reduktion der Ostdeutschen auf diese Gewissheiten scheint jedoch vor allem ein Akt westlicher Selbstversicherung zu sein. Das zeigt sich besonders dann, wenn es in der Diskussion nicht mehr um die DDR, sondern um die Gegenwart geht.</p>
<h3 class="">Sind die Ostdeut&shy;schen schuld?</h3>
<p>Vor allem das unselige Deformations-Stereotyp wurde kürzlich wieder in Dienst genommen, als der Historiker und Publizist Arnulf Baring in der Welt die schlechte Lage im Osten beschrieb und nach Erklärungen suchte (vgl. Baring 2002). Die Krisensymptome, die Baring nennt, sind unbestritten und treffen in besonderer Weise den Osten und seine Bevölkerung: die Arbeitslosigkeit, die Abwanderung, die Entvölkerung und Vergreisung des Landes. In den zwölf Jahren seit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik sind über zwei Millionen Ostdeutsche in den Westen abgewandert &#8211; ebenso viele wie in den zwölf Jahren zwischen der Gründung der DDR und dem Mauerbau. Die größte Rolle im Mobilitätskalkül der einfachen Deutschen scheint damals wie heute das Wohlstandsversprechen des Westens zu spielen. Die anhaltende Krise trifft die Ostdeutschen vor allem auch deswegen so hart, weil den Familienverbänden eben jene Reserven fehlen, die die Eltern- und Großelterngenerationen andernorts in den fetten Dekaden akkumulieren konnten. Eine fünfzigjährige Ärztin ist im Westen meist aus allen Schwierigkeiten heraus, im Osten feiert sie heute das zehnjährige Jubiläum der Niederlassung und den Langmut der Bank. Wer im Osten noch ein ganzes Arbeitsleben vor sich hat, und seine Chancen vor Ort mit denen in anderen Landstrichen verrechnet, tut also das, was überall auf der Welt getan wird: abwandern.</p>
<p>Die wirtschaftliche Misere in den neuen Bundesländern trifft jedoch nicht nur die Ostdeutschen, sie ist auch eine Herausforderung für den Westen und die dort vorherrschenden Selbstbilder. Schließlich schrieb man den wirtschaftlichen Erfolg und die politische Stabilität der Bundesrepublik vor allem der Entscheidung für das richtige, scheinbar universell erfolgversprechende Prinzip der sozialen Marktwirtschaft zu &#8211; weniger der historischen Sondersituation, die den &#8222;kurzen Traum der immerwährenden Prosperität&#8220; (Burkart Lutz) möglich machte. Im ungemütlichen Erwachen aus diesem Traum zeigt sich, dass der erlebte Weststandard nicht vollständig und dauerhaft auf das Territorium der neuen Bundesländer ausgeweitet werden kann und &#8211; aufgrund der Abwesenheit eines plausiblen alternativen Gesellschaftsmodells &#8211; auch nicht muss. Nun, nach dem Ende der Beitritts-Konjunktur wird der Abbruch des marktwirtschaftlichen Aufschwungs im Osten zu einem erklärungsbedürftigen Umstand.</p>
<p>Diesen Erklärungsbedarf füllt Arnulf Baring jetzt mit seiner These von den &#8222;seelischen Verheerungen&#8220;, die der Sozialismus einst angerichtet habe. Wie bei einer Art versäumter Alphabetisierung verhindere die psychische Deformation der Ostbevölkerung einen Aufschwung im Osten. So wird aus westlicher Perspektive die anhaltende Krise in den neuen Bundesländern zur Blamage des einstigen sozialistischen Systemkonkurrenten, nicht zur Blamage der eigenen Prinzipien.</p>
<p>Folgt man Baring, fehlen der Ostbevölkerung solche Eigenschaften wie &#8222;Verantwortungsgefühl, Risikobereitschaft und selbstsichere Unternehmensfreude&#8220; &#8211; eine Diagnose, die eine schlichte Deduktion aus den vermuteten Strukturdefiziten des Sozialismus ist. Ein unvoreingenommener Blick in soziologische Statistiken zeigt etwas anderes: Die 1990er Jahre in Ostdeutschland bieten geradezu ein Lehrstück für die vitalen Fähigkeiten einfacher Menschen, ihr Leben noch einmal in ein neues Bedingungsgefüge hinein zu entwerfen. Über 22 Prozent der einst in der DDR Beschäftigten arbeiten nach der Vereinigung in einem für sie völlig neuen Sektor, dem Dienstleistungsbereich. Bei der Gruppe der Selbständigen, auf die Baring ja rekurriert, ist es ähnlich, sie hat sich im Osten in den ersten fünf Jahren nach dem Beitritt fast verdreifacht. Solche Veränderungsschübe im Erwerbsleben hat kein deutscher Bevölkerungsteil zuvor je erlebt. Dies alles ignoriert Arnulf Baring. Das gilt auch für die Tatsache, dass die ostdeutsche Bevölkerung mit einer unblutigen Revolution eine Diktatur zum Abtritt zwang und sich für einen Systemwechsel entschied &#8211; was ebenso ein Novum in der deutschen Geschichte ist. Baring will davon nichts wissen. Offensichtlich gehört solcherart politische Laientätigkeit nicht zu dem von ihm erwünschten Traditionskanon &#8211; zudem passt sie ja auch nicht zu dem Klischee, das das sozialisatorische Erbe der DDR als eine einzige Hypothek zeigt. Zu Barings Bemühungen, das Bild von den Ostdeutschen so dunkel möglich zu malen, gehören auch seine Erwägungen, ob selbst die Nationalsozialisten &#8222;unser Volk viel weniger beschädigt haben als die Kommunisten&#8220;. Man mag hier sarkastisch anfügen: Und das, obwohl doch so wenige von den Kommunisten den Nationalsozialismus überlebten.</p>
<p>Da &#8222;seelische Verheerungen&#8220; nicht ganz so augenscheinlich sind, wie die Verheerung Europas durch Nationalsozialismus und Krieg, stützt sich Arnulf Baring beim Nachweis der psychischen Deformiertheit der Ostdeutschen auf die Thesen des Hallenser Psychoanalytikers und Therapeuten Hans-Joachim Maaz, die dieser 1990 in seinem Buch Der Gefühlsstau veröffentlichte. Allerdings übersieht Baring hierbei, dass Maaz&#8216; Diagnose von den seelischen Verletzungen und Frustrationen nicht auf dem Vergleich der sozialisatorischen Verhältnisse in der DDR mit den vermeintlich weniger krankmachenden sozialisatorischen Verhältnissen der Bundesrepublik basierte &#8211; denn den Westen kannte der Autor, als er sein Manuskript verfasste, noch gar nicht -, sondern aus dem Vergleich der realen DDR-Verhältnisse mit den aus Sicht des Therapeuten wünschenswerten Verhältnissen, welche den Menschen ein gesünderes und erfüllteres Leben ermöglichen sollten. Welche &#8222;seelischen Verheerungen&#8220; durch die Sozialisation unter normalen bundesdeutschen Verhältnissen sichtbar werden, hätte man schon 1991 in Maaz&#8216; zweitem Buch<em> Das gestürzte Volk</em> <em>oder Die unglückliche Einheit</em> nachlesen können, Baring scheint das jedoch nicht getan zu haben.</p>
<h3 class="">Der alte Traum vom neuen Menschen</h3>
<p>Die vom Kommunismus angerichteten &#8222;seelischen Verheerungen&#8220; sind nach Baring auch die Erklärung dafür, warum die &#8222;Bewohner aus den Plattenbausiedlungen&#8220; nicht in die Innenstädte ziehen wollen. &#8222;Weshalb sollten sie Freude an einem Renaissance-Erker oder einem Barockportal empfinden? Man hat sie nie gelehrt, dass dergleichen schön und für das Selbstgefühl der Bewohner wichtig ist.&#8220; Neben dem Mangel am aufschwungfördernden Distinktionsbedürfnis habe der Kommunismus auch den Sinn für die richtigen Traditionen zerstört &#8211; anders übrigens als &#8222;in unserem Nachbarland Polen&#8220;, wie der Autor betont. Dort &#8222;sind auf den Briefmarken <em>Dwors</em> abgebildet, also traditionelle Gutshäuser, kleine Landschlösschen. Auch in der Gegenwartsliteratur entdeckt Polen in überraschender Breite seine alten, adligen Traditionen wieder.&#8220; Ob die ehemaligen Stahlarbeiter aus den Plattenbausiedlungen um Nowa Huta aufgrund dieser Traditionspflege jetzt alle in die Landschlösschen oder in die Krakower Stadtvillen umgezogen sind und ein besseres &#8222;Selbstgefühl&#8220; haben, teilt Baring leider nicht mit.</p>
<p>Weiter heißt es in der Baringschen Abrechnung, den Ostdeutschen würde nicht nur die richtige, also die innige und verehrende Bezugnahme auf die Aristokratie zur Selbstbild-Stabilisierung fehlen, sondern auch die bürgerlichen Tugenden, Werte und Traditionen. Und selbst der Stolz einstiger sozialdemokratischer Handwerksmeister sei ihnen vom &#8222;Regime der Handlanger, Landarbeiter&#8220; verwehrt worden. Mit diesem Volk der &#8222;Handlanger&#8220; lässt sich natürlich auch kein Aufschwung bewerkstelligen. Eine Chance sieht der Autor deswegen nur in der Zuwanderung aus dem Westen, einer &#8222;neuartigen, friedlichen Ostkolonisation&#8220; durch die Kinder und Enkel der seit 1945 in den Westen Abgewanderten, damit sie in den neuen Bundesländern wieder &#8222;breite Mittelschichten&#8220; und &#8222;ein flächendeckendes Bürgertum&#8220; bilden können. &#8222;In dieser gesellschaftlichen Mitte wachsen aber in allen Ländern, in allen Gesellschaften der Welt Kreativität und Ver-antwortungsgefühl, Risikobereitschaft und selbstsichere Unternehmungsfreude.&#8220; Das Schema dieser Überlegungen wirkt &#8211; zumindest in Ostdeutschland &#8211; bekannt: Anstatt die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Funktionsdefizite des eigenen Systems zu reflektieren und zu reformieren, hofft man auf an die Gegebenheiten besser angepasste, auf neue Menschen. Auf den &#8222;Neuen Menschen&#8220; setzte auch schon die SED-Propaganda in den 1950er und 60er Jahren.</p>
<p>Dass aus dem Westen importierte und anders sozialisierte Mittelständler in der ostdeutschen Sonderwirtschaftszone mehr Erfolg hätten, als die einheimischen Steh-AufMännchen, ist allerdings zu bezweifeln. Denn nicht die Menschen sind das Problem und sie sollten auch nicht schwarzgeredet werden. Vielmehr muss der unpopulären Einsicht Bahn gebrochen werden, dass die goldenen Zeiten der Vollbeschäftigung, des Aufschwungs und Wachstums so nicht wiederkehren werden und dass der weitere Rückbau des Sozialstaats diese Zeiten auch nicht zurückbringt. Die Legenden über die Ostdeutschen sind in einer solchen Situation gewiss tröstlich für das gekränkte West-Gemüt, produktiv sind sie nicht.</p>
<h3 class="">Literatur</h3>
<p><em>Reinhard, Wolfgang (2001)</em>: &#8218;Eine so barbarische und grausame Nation wie diese&#8216;. Die Konstruktion der Alterität Spaniens durch die Leyanda Negra und ihr Nutzen für allerhand Identitäten; in: <em>Gehrke, Hans-Joachim (Hg.)</em>: Geschichtsbilder und Gründungsmythen, Würzburg, S. 159-177</p>
<p><em>Baring, Arnulf (2002):</em> Ostwärts liegt eine demoralisierte Gesellschaft. Entvölkerte Landschaften, seelische Verheerungen. Das Erbe des Kommunismus in den neuen Ländern; in:<em> Die Welt</em> v. 16. November 2002</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/vorg-161/publikation/die-ostdeutschen-als-handlanger/">Die Ostdeutschen als &#8222;Handlanger&#8220;?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Ostdeutsche und westdeutsche Identität</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/187-vorgaenge/publikation/ostdeutsche-und-westdeutsche-identitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 16:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über Gründe und Sinn einer Differenz; aus: vorgänge Nr. 187, Heft 3/2009, S. 85-93 Knapp zwanzig Jahre nach dem euphorisch als &#8222;Wiedervereinigung&#8220; gefeierten Beitritt der DDR zur Bundesrepublik zeigt sich das vereinigte Deutschland als ein aufs Neue gespaltenes Land. Weder sind der westdeutsche und der ostdeutsche Bevölkerungsteil eins geworden, noch haben sich in der Fläche [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/187-vorgaenge/publikation/ostdeutsche-und-westdeutsche-identitaet/">Ostdeutsche und westdeutsche Identität</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Über Gründe und Sinn einer Differenz;</p>
<p>aus: vorgänge Nr. 187, Heft 3/2009, S. 85-93</p>
<p>Knapp zwanzig Jahre nach dem euphorisch als &#8222;Wiedervereinigung&#8220; gefeierten Beitritt der DDR zur Bundesrepublik zeigt sich das vereinigte Deutschland als ein aufs Neue gespaltenes Land. Weder sind der westdeutsche und der ostdeutsche Bevölkerungsteil eins geworden, noch haben sich in der Fläche Ostdeutschlands die wirtschaftlichen Strukturen und Lebensverhältnisse den westdeutschen angeglichen. Es stellt sich also die Frage, woher die Unterschiede zwischen West-Identität und Ost-Identität kommen und wie sie sich heute reproduzieren. Wie ist die Situation in Ostdeutschland zu beschreiben? Welche Ressourcen bietet die ostdeutsche Identität beim Umgang mit historisch neuen Formen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schrumpfung?</p>
<h2 class="auto-created">I. Westdeut&shy;sche und ostdeutsche Identit&auml;t </h2>
<p><b>I.1. Zwei konkurrierende Leit-Erzählungen </b></p>
<p>Die Frage, warum Deutschland nach der erfolgreichen friedlichen Revolution und seiner Vereinigung immer noch so spannungsvoll die &#8222;innere Einheit&#8220; diskutiert, verweist in ideologische und mentale Tiefenschichten und damit auf die Geschichte der beiden rivalisierenden deutschen Nachkriegsgründungen. Während im Westen die Strukturen einer bürgerlichen Gesellschaft rekonstruiert und die Westdeutschen mental und ideologisch entsprechend geprägt wurden, entwickelte man die ostdeutsche Konkurrenzgründung in eine andere Richtung. In der ostdeutschen Diktatur entstand eine arbeiterliche Gesellschaft, die auch die Mentalität nichtarbeiterlicher Schichten bestimmte. Die Leit-Erzählungen beider Länder prägten mehrere West- und Ostdeutsche Generationen, insbesondere die &#8222;Kulturträger&#8220;, also jene Menschen, die in Politik und Administration, in Kultur, Bildung, Wissenschaft und in den Medien arbeiteten. Obwohl nach dem Beitritt die materiellen und die sozialpsychologisch bestimmenden Strukturen der arbeiterlichen Gesellschaft verschwanden, obwohl das Bildungs- und Mediensystem die Deutungsmuster der ostdeutschen Leit-Erzählung nicht mehr unterstützte, wirkte diese Sozialisation noch lange, auch transgenerationell, weiter. Das zeigt sich nicht nur an den anders codierten Werten und Sinnvorstellungen, sondern auch in der von den Westdeutschen abweichenden &#8222;subjektiven Schichteinstufung&#8220; der Ostdeutschen. Westdeutsche wie Ostdeutsche ordnen sich &#8211; im Vergleich zu objektiven soziologischen Schichtkriterien überproportional oft &#8211; jener Schicht zu, die entsprechend der jeweiligen Leit-Erzählungen als <i>ehrbare Stütze der Gesellschaft </i>galt und gilt. Im Osten war das die &#8222;Arbeiterklasse&#8220;, im Westen war und ist das der bürgerliche Mittelstand.</p>
<h2 class="auto-created">I.2. Kontur und Differenz der unter&shy;schied&shy;li&shy;chen Identit&auml;ten im Alltag </h2>
<p>In den Jahren nach dem Beitritt prallten die &#8211; bis dahin zumeist unreflektierten &#8211; westdeutschen und ostdeutschen Normalitätsvorstellungen aufeinander. Das ist inzwischen in einer kaum noch übersehbaren Fülle von Erfahrungsberichten, Reportagen und wissenschaftlichen Studien aufgearbeitet worden. Sehr instruktiv ist die Analyse des Politikwissenschaftlers und Therapeuten Wolf Wagner. Er wechselte von West-Berlin an eine Fachhochschule nach Erfurt und rekonstruierte dort die Spannungen, die sich in den neunziger Jahren zwischen westdeutschen und ostdeutschen Kommunikationsstilen aufgebaut hatten. In &#8222;Kulturschock Deutschland&#8220; illustriert er an einfachen Beispielen, wie sich in den neunziger Jahren die Unterschiede zwischen ostdeutscher und westdeutscher Sozialisation ebenso prägnant wie konfliktträchtig zeigten: Während es im ostdeutschen Kulturraum üblich ist, sich beim ersten Treffen am Tage sowie bei der Verabschiedung die Hand zu geben, tut man das in der westdeutschen Kultur seltener. Dies führt in den alltäglichen interkulturellen Interaktionen zu Frustrationen. So meinten die Ostdeutschen, dass die Westdeutschen ihnen den Händedruck &#8222;verweigern&#8220;, dass jene arrogant, distanziert und unhöflich seien. Die Westdeutschen hingegen erlebten die Ostdeutschen, welche ständig &#8222;nach ihren Händen griffen&#8220; als undistanziert, altmodisch und piefig. Ähnliche Differenzen zwischen der westdeutschen und der ostdeutschen Sozialisation zeigen sich in der Art, wie in Gruppen Konflikte behandelt werden. Während bei den Ostdeutschen die Tendenz zum stillschweigenden Ausgleich, zu Kompromissen aber auch zum Überdecken von Konflikten vorherrscht, orientieren sind die Westdeutschen stärker am Modell von miteinander konkurrierenden Individuen. Die Austragung von Konflikten gilt hier nicht als Störung, sondern als Normalität. Beim Zusammentreffen der beiden Kommunikationsstile nehmen die Ostdeutschen die Westdeutschen als aggressiv, dominant und egozentrisch wahr, während sie sich selbst als solidarisch, kompromissbereit und zum Blick aufs <i>große Ganze </i>befähigt beschreiben. Den Westdeutschen hingegen erscheinen die Ostdeutschen als feige, scheinheilig, konformistisch und verdruckst &#8211; während sie sich selbst als offen, mutig und authentisch bezeichnen.</p>
<p>Es scheint also, dass westdeutsche Identität stärker vom Streben nach Individualität und Selbstverwirklichung und mehr vom Konkurrenzverhalten geprägt ist. Ostdeutsche Identität hingegen zeigt sich Wagner zufolge eher darin, dass die Gemeinschaft und der Ausgleich über Individualität (auch die eigene) gestellt wird beziehungsweise werden soll, und dass der Zusammenhalt und die &#8218;Gestimmtheit&#8216; des Kollektivs höher angesetzt wird.</p>
<p>Die oben beschriebenen Dissonanzen sind typisch für die Konflikte zwischen Angehörigen der ostdeutschen und westdeutschen Mittelschicht. Die größte Lücke zwischen Kommunikationsstilen und Selbstpräsentationsformen tat sich zwischen Angestellten, qualifiziertem Fachpersonal und Akademikern auf. In der Welt der ostdeutschen Industriearbeiter hingegen zeigten sich andere West-Ost-Konflikte. Hier ging es weniger um Formen und Stile, sondern darum, dass die ostdeutsche Industriearbeiterschaft ihre Verhandlungsmacht, ihre in der DDR noch bestehende &#8222;passive Stärke&#8220; wie auch ihren symbolischen Status als wichtigste, als &#8222;führende&#8220; Klasse, verloren hatte. So beschreibt der Industriesoziologe Werner Schmidt nicht nur die üblichen Interessenskonflikte zwischen Arbeitern und Managern, sonder auch den Zusammenprall der durch die bürgerliche und die arbeiterliche Gesellschaft sozialisierten Akteure. In seinen Studien zum Transformationsprozess in der Metall verarbeitenden Industrie entdeckte er bei den ostdeutschen Industriearbeitern eine so genannte &#8222;Ideologie der produktiven Arbeit&#8220;. Hierzu gehöre Schmidt zufolge &#8222;die schwer korrigierbare Überzeugung, dass die eigene Gruppe die einzig wirklich produktive, (&#8230;) und damit wichtigste sei, auf die niemand verzichten könne.&#8220;[1] Zugleich wurden nach dieser Ideologie die Gruppen definiert, <i>die nicht wirklich arbeiteten</i>: Nach unten grenzte man sich von den &#8222;Faulen&#8220;, den &#8222;Assis&#8220; und den Arbeitsscheuen&#8220; ab und in der anderen Richtung von dem &#8222;Wasserkopf&#8220; und den &#8222;Pfeifen da oben.&#8220;[2] Dieses arbeiterliche Selbstbewusstsein und die &#8222;Ideologie der produktiven Arbeit&#8220; kollidierten nach 1990 mit den neuen Abläufen und Hierarchien. Eine leitende ostdeutsche Angestellte in einem Wälzlagerwerk kommentiert die 19921994 asymmetrische eingeführten Privilegien und den Abbau von Zuwendung an die Arbeiter so: &#8222;Wir haben also, wir haben immer gelernt: ein Mensch ist ein Mensch! Egal, ob der nun Werkleiter ist oder ein Kumpel an der Maschine, du hast die alle gleich behandelt. So. Und das ist hier (im nun westlich gemanagten Wälzlagerwerk &#8211; T.A.) nicht so.&#8220;[3]</p>
<p>Beide Beispiele aus den neunziger Jahren zeigen schlaglichtartig, wie man sich die Resultate der Sozialisation in der arbeiterlichen Gesellschaft im Unterschied zur bürgerlichen Gesellschaft &#8211; oder eben die Differenz zwischen westdeutscher und ostdeutscher Identität &#8211; vorstellen kann. Auch heute, zwei Jahrzehnte nachdem die DDR in der Bundesrepublik aufging, finden sich noch typische West-Ost-Unterschiede &#8211; vom Fertilitätsverhalten bis zur Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf. Ein weiteres Feld, wo sich West- und Ost-Identität unterscheiden, ist das gesellschaftsbezogener Werte. Insgesamt sind die Ostdeutschen etatistischer sowie stärker auf Gerechtigkeit und Chancengleichheit hin orientiert.[4] Die Unterschiede zwischen Ostdeutschland entspringen aber nicht nur sozialstrukturellen, sondern auch ideologischen und kulturellen Differenzen. Das illustriert der Politikwissenschaftler Gunnar Hinck in seinem systematischen Vergleich zwischen westdeutschen, ostdeutschen und schwedischen Wertvorstellungen: Ähnlich wie beispielsweise in Schweden definieren in Ostdeutschland deutlich mehr Menschen als in den alten Bundesländern&#8220; <i>Freiheit </i>&#8222;als Freiheit von Not&#8220;; während im Westen umgekehrt und mit gleich großem Abstand zum Osten &#8222;Freiheit als Handlungsfreiheit&#8220; verstanden wird.[5]</p>
<h2 class="auto-created">I.3. Die diskursive Konstruk&shy;tion westdeut&shy;scher und ostdeut&shy;scher Identit&auml;t </h2>
<p><b><i>Die Ost-Diskurse </i></b></p>
<p>Die Ost-Diskurse setzten 1990 ein und dauern bis heute an. Durch die Öffnung der Grenze zwischen der DDR und Bundesrepublik wurde die westdeutsche Bevölkerung und ihre Medien gewissermaßen <i>über Nacht </i>mit einem neuen Gegenstand konfrontiert: Ostdeutschland und die Ostdeutschen. Diese überschwemmten wortwörtlich die grenznahen Städte. Neu war aber nicht nur der Besucherstrom, der ja auch bald abbebte. Nach der Grenzöffnung und dem allmählichen Zusammenbruch der Diktatur war es nun auch möglich, die Ostdeutschen in ihrer heimischen Umgebung ihr Land und dessen Institutionen ungehindert zu erforschen.</p>
<p>Die Medien der Bundesrepublik näherten sich diesem neuen Gegenstand, wie es Medien einer modernen Reflexionskultur immer tun: Das Fremde wurde vermessen, erforscht, interpretiert und dabei dem Eigenen gegenübergestellt. So entwickelte sich eine diskursive Ko- Konstruktion westdeutscher und ostdeutscher Identität. In dem über die Ostdeutschen &#8211; Fremde, Andere, vom Eigenen Abweichende &#8211; gesprochen wurde, sprach man implizite über die eigene Identität. Alterität stabilisiert Identität. Seit November 1989 entfalteten sich lang anhaltende und von besonderen Rahmenbedingungen geprägte Diskurse, die Darstellungen über die Ostdeutschen und deren Kultur liefern &#8211; die so genannten &#8222;Ost-Diskurse&#8220;.[6]</p>
<p>Zu diesen Rahmenbedingungen gehörten unter anderem der Transfer von Eliten und Fachkräften nach Ostdeutschland. Nachdem die kleinere DDR den Beitritt zur größeren (Alt-)BRD und die vollständige Übernahme bundesdeutscher Institutionen und Normen beschlossen hatte, wurden die alten ostdeutschen Eliten, das Fach- und Führungspersonal durch Sonderrecht, Abwicklungen und durch den Aufbau neuer Strukturen verdrängt. Ihre Stelle nahmen Westdeutsche oder deren neuen ostdeutsche Statthalter ein, zum Teil auch Angehörige jener ostdeutschen Subelite, deren Professionalisierung oder Aufstieg durch die Machthaber in der DDR verhindert worden war. Insgesamt blieben jedoch Ostdeutsche auf der Ebene der Eliten und der Führungskräfte deutlich unterrepräsentiert.[7] Insgesamt lag die Leitung des ,operativen Geschäfts&#8216; der Behörden, der Wirtschaft, in Wissenschaft, Medien und Kultur der Neuen Bundesländer bei den sogenannten &#8222;Wessis&#8220;. Inzwischen reproduziert sich diese personelle und ideologische Struktur von selbst. So kann für das Jahr 2004 festgestellt werden, dass die Quote westdeutscher Führungspersonen in Wirtschaft und öffentlichem Dienst noch einmal angewachsen ist.[8] Zum anderen ist nach dem Ende der neunziger Jahre die erste Generation von ostdeutschen Journalisten, Sozialwissenschaftlern und Zeitgeschichtlern durch ihre westdeutschen Mentoren professionalisiert, promoviert und habilitiert worden, so dass sie nun selbst Einfluss auf die Ost-Diskurse ausüben. Insofern verliert die Frage ostdeutscher oder westdeutscher Herkünfte etwas an Bedeutung. Statt ihrer dürfte es in den folgenden Jahren mehr um Identifikationen gehen, also um die Frage, an welchen Werten und Leit-Erzählungen sich die neuen Angehörigen der &#8222;medienpolitischen Klasse&#8220; (Siegfried Jäger) orientieren werden.</p>
<p>Durch die Verwestlichung der ostdeutschen Medienlandschaft sahen die Ostdeutschen sich, ihre DDR-Vergangenheit, ihre Kultur sowie ihre &#8222;Erfolge&#8220; oder ihr &#8222;Versagen&#8220; beim &#8222;Aufbau Ost&#8220; vor allem aus westdeutscher Perspektive beschrieben und bewertet. So vermissten viele Ostdeutsche abermals ein Forum, auf dem ihre Sichtweisen verhandelt wurden &#8211; ihre besonderen Ost-Erfahrungen im Transformationsprozess oder ihre neu gewonnenen Einsichten zur DDR und zum vereinigten Deutschland.[9] Damit war eine regelrechte Diskurs-Lücke entstanden. Als Reaktionen darauf entwickelten sich verschiedene Formen von Ostalgie.</p>
<p><b><i>Ostalgie als Reaktion</i></b></p>
<p><i>Ersten: Ostalgie in der Werbebranche.</i> Paradigmatisch für eine kommerziell motivierte Nutzung dieser besonderen Diskurs-Situation ist die Werbekampagne für eine aus der DDR stammenden Cola-Marke. Im Jahr 1992 &#8222;verbrüderte&#8220; sich die <i>Club Cola </i>regelrecht mit den Ostdeutschen. Mit ihrem Slogan: &#8222;Hurra, ich lebe noch!&#8220; erklärte sie sich als eine der ihren. Die Cola wird als &#8222;Umbruchs-Überlebende&#8220; inszeniert. Der weitergehende Text der Anzeige &#8211; &#8222;Von einigen belächelt, ist sie doch nicht totzukriegen&#8220; &#8211; nimmt die Selbstverständigungsgespräche, die zu dieser Zeit in ostdeutschen Kantinen und Wohnzimmern geführten werden, auf. Der Text souffliert gewissermaßen: Wir haben es überstanden, wir lassen uns nicht unterkriegen.</p>
<p>Ein anderes Beispiel für ostalgische Werbung ist die der ostdeutschen Elektronikmarke RFT. Sie versucht die Aufmerksamkeit und Sympathie der Kunden zu gewinnen in dem sie mit ihrem Slogan die dahin gültigen Vorstellungen in ihr Gegenteil verkehrte: &#8222;ostdeutsch, daher gut.&#8220;[10]</p>
<p><i>Zweitens: Ostalgie als Praktiken von Laien</i>. Ostalgie war auch ein Medium, mit dem bestimmte Milieus und Generationen in laienhafter Weise wichtige Brüche bearbeiteten. Mit dem Besuch oder der Organisation von Ostalgie-Partys nahm ein Teil der Ostdeutschen eine nachholende Verabschiedung der DDR und eine Selbstvergewisserung in der neuen Gegenwart vor. Eine Ostalgie-Party glich einem &#8222;historischen Karneval&#8220;: Die Kostüme waren DDR-typische Kleidungsstücke oder Uniformen, die Räume dekoriert mit Fahnen, Politiker-Porträts und Transparenten, auf denen ironische Abwandlungen einstiger Propaganda-Sprüche standen. So, wie es ein karnevaltypisches Bühnen-Repertoire gibt, gab es auch eines für Ostalgie-Partys: Honecker- und Ulbricht-Imitatoren präsentierten noch einmal das groteske Pathos und die sperrige Sprache der DDR-Selbstzuschreibungen, es gab Schlager und Popsongs aus der DDR zu hören, karikierende Fassungen der sozialistischen Hymnen und &#8222;Arbeiter- und Kampflieder&#8220; &#8211; und manchmal tanzten die Easty-Girls zu modernisierten Pionier-Liedern. Man war wehmütig und zugleich feierte man, dass die dargestellte Vergangenheit ihre Macht verloren hatte.</p>
<p><i>Drittens: Ostalgie als Geschäftsfeld.</i> Schon seit über einem Jahrzehnt verdient eine ganze Branche in Ost und West daran, mit Büchern, Tonträgern, Spielen, Kult- und Designprodukten ostdeutsche Erinnerungen zu moderieren. Mit Ostalgie-Produkten werden aber auch ganz neue Moden bedient. Denn inzwischen sind für viele Jugendliche die Symbole und Formen aus der DDR-Zeit willkommenes Material, um sich stilistisch von anderen abzuheben.</p>
<p><i>Viertens: Ostalgie als marginalisierter Gegen-Diskurs.</i> Die Partys sind vorüber &#8211; geblieben ist eine Vielzahl laienhafter DDR-Museen, von denen einige wenige inzwischen auch an professionelle Standards heranreichen. Diese DDR-Museen folgten auch dem Impuls, einen Gegenentwurf zu den offiziellen und professionellen DDR-Museen zu liefern, in denen der Schwerpunkt auf der Darstellung der Unterdrückung und Indoktrination sowie der Ärmlichkeit und Hässlichkeit des DDR-Alltags liegt. Zum Gegen-Diskurs gehören außerdem etliche auflagenschwache Zeitungen, unterfinanzierte Journale und kleine Verlage. Sie bieten vielen, oft professionell wirkenden Akteuren jenes Forum, das ihnen in den etablierten Institutionen und Medien nicht gewährt wird.</p>
<p>Die genannten Facetten von Ostalgie konturieren jedoch nicht nur &#8222;im Stillen&#8220; die ostdeutsche Identität. Über ihre mediale Bespiegelung konturieren sie immer auch die Identität der Westdeutschen, für die, die abweichende Ost-Identität eine wichtige Alteritäts- Konstruktion darstellt. Die spezifische Verfasstheit der westdeutschen Ost-Diskurse, die in den neunziger Jahren die beschriebene Diskurs-Lücke und die darauf reagierende Ostalgie hervorrief, scheint sich bis heute nicht gewandelt zu haben. Das zeigen Publikationen, die Medien-Diskurse jüngeren Datums analysieren.[11] Sie kommen zu dem Ergebnis, dass das mediale Bild von den Ostdeutschen nach wie vor &#8211; und bisweilen mit höchst selektiver Faktennutzung[12] &#8211; dazu dient, westdeutsche Identitäten zu stützen. Für Ostdeutsche bedeutet diese Konstellation, dass sie in einer (Medien-)Welt leben, in welcher der Fremdblick auf ihre Gruppe die vorherrschende mediale Darstellung ist. Entworfen wird dieser Fremdblick von westdeutschen Positionen aus, die, wie der Germanist Kersten Sven Roth überzeugend nachweist, als &#8222;Normal Null&#8220;[13] fungieren. Das alles führt dazu, dass die aus der Zeit der deutschen Spaltung stammende Identitätskonkurrenz nicht allmählich eingeebnet, sondern reproduziert wird.[14]<br /> </p>
<p><i><b>Die Konstruktion von Identität durch Geschichtsdiskurse </b></i></p>
<p>Auch die heutige Aufarbeitung der DDR-Geschichte vertieft bisweilen die Lücke zwischen westdeutscher und ostdeutscher Identität. Im Wahl-Jahr 2009 geschah das durch die Forcierung der &#8222;Unrechtsstaat-Debatte&#8220;. Es schien dabei nun nicht mehr nur um ein gemeinsames Bekenntnis zu Demokratie und sozialer Marktwirtschaft zu gehen, sondern auch darum, die DDR &#8222;ohne Ausflüchte&#8220; als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Sicherlich ist diese Art von Geschichtspolitik für die Westdeutschen identitätsstiftend und integrierend &#8211; die Ostdeutschen allerdings desintegriert sie mehrheitlich. Denn das &#8222;normale Leben ohne Widerstand und Verfolgung&#8220;, das sich die Mehrheit von ihnen zuschreibt, wird in dieser Perspektive zu einem Leben mit wissender Zustimmung zu einem Terror- und Unrechts-System. Eine jüngst erstellte repräsentative Bevölkerungsumfrage in Thüringen zeigt dagegen, dass die übergroße Mehrheit der Ostdeutschen sich rückblickend mit ihrem eigenen Verhalten in der DDR zufrieden zeigt.[15] Das heißt nicht, dass sie im vereinigten Deutschland nicht angekommen sind. Eine wachsende Mehrheit der Ostdeutschen hält &#8222;die Einführung einer politischen Ordnung nach westlichem Vorbild&#8220;[16] für richtig und nur ein Bruchteil will &#8222;am liebsten die DDR wieder haben.&#8220;[17]</p>
<p>Für diese zufriedene Sicht der Ostdeutschen auf ihr Verhalten und ihre Leistungen in der DDR und in den beiden Transformationsdekaden gibt es in den Ost-Diskursen keinen systematischen Platz. So kommt es, dass die Formen der Erinnerung an die DDR auseinanderdriften. Der Historiker Martin Sabrow beschreibt drei Formen der Erinnerung an die DDR: <i>Erstens </i>ein staatlich privilegiertes und im öffentlichem Gedenken vorherrschendes &#8222;Diktaturgedächtnis&#8220;, was die Unterdrückung in der DDR, den Widerstand und dessen Erfolg hervorhebt. Daneben besteht <i>zweitens </i>ein &#8222;Arrangementgedächtnis&#8220;, das vom richtigen Leben im falschen weiß und in Erinnerung ruft, wie man unter schwierigen Bedingungen den Alltag meisterte. <i>Drittens </i>schließlich gibt es ein &#8222;Fortschrittsgedächtnis&#8220;, das vor allem von den Protagonisten der sozialistischen Idee am Leben gehalten wird. Strukturell erinnert diese Spaltung an die Zeit der SED-Diktatur: Heute hört man in Schule, Hochschule und im Wesentlichen auch in den Medien <i>das Eine </i>über die DDR &#8211; und privaten und familiären Kreis <i>das Andere</i>.</p>
<h2 class="auto-created">II. Das wieder gespaltene Land </h2>
<p>Wenn die Landkreise der Bundesrepublik auf den aktuellen Karten farblich markiert werden &#8211; beispielsweise nach dem durchschnittlichen jährlichen Wanderungssaldo, nach der künftigen Entwicklung des Durchschnittsalters, der Beschäftigtenzahl pro Betrieb, der Quote der erwerbsfähigen Frauen oder der Dichte der de.-domains &#8211; dann ersteht das Abbild der untergegangenen DDR wieder. Das vereinte Deutschland zeigt sich als ein abermals geteiltes Deutschland.[18]</p>
<p>Die zurückliegende Kolonisierung Ostdeutschlands hat diesen Landstrich um seine Zukunft gebracht. Junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich etwas zutrauen, die Karriere machen wollen, gehen zumeist in den Westen. Bekanntermaßen reagieren junge Frauen am sensibelsten darauf, wenn Regionen an Attraktivität verlieren. Die Abwanderung der jungen Mütter verschärft wiederum langfristig den Trend der Entleerung und Überalterung Ostdeutschlands. Das führt zu einem Rückzug staatlicher Institutionen, beispielsweise durch das Zusammenlegen von Schulen und Verwaltungszentren, der Einsparung von Kulturangeboten, sowie zu einer durch wirtschaftliche Akteure zu verantwortenden Ausdünnung von Handels-, Dienstleistungs-, und Freizeitangeboten &#8211; wie sich beispielsweise in der fehlenden Anbindung der Ost-Provinz an das &#8222;schnelle Internet&#8220; zeigt.</p>
<h2 class="auto-created">III. Ost-I&shy;den&shy;tit&auml;t und die neuen Problemen Ostdeut&shy;sch&shy;lands </h2>
<p>Erfahrungen sind Ressourcen bei der Bewältigung von aktuellen Problemen. Mit der Schrumpfung des staatlichen Institutionen Netzes und dem partiellen Rückzug wirtschaftlicher Akteure &#8211; sowohl in ihrer Eigenschaft als Arbeitgeber wie auch als Anbieter &#8211; zeigen sich in Ostdeutschland Prozesse, wie sie in Deutschland seit der Nachkriegswachstumsphase nicht zu beobachten waren. Für den Umgang mit dieser Situation gibt es noch keine Rezepte und Richtlinien. Was werden die in ihren Regionen verbliebenen Ostdeutschen tun? Sie werden das tun, was ihnen ihre Ost-Identität, ihre Mentalität und Sozialisation ermöglicht &#8211; das, was schon bei der Bewältigung des problematischen DDR-Alltags dienlich war. Hierzu gehörten die Bildung von &#8211; durchaus statusheterogenen &#8211; partnerschaftlichen, familien- und betriebsorientierten Netzwerken sowie die Pflege des &#8211; von westdeutschen Beobachtern einst als &#8222;Chaosqualifikation&#8220; beschriebenen &#8211; Improvisationsvermögen. Es ist jene &#8222;Kombination von Familialismus und Deinstitutionalisierung&#8220;, die heute schon typisch ostdeutsche Muster sind, die Partner- und Elternschaft, die Berufstätigkeit und den Familienkontext zu managen.[19]</p>
<p>Das alles sind apolitische, streng genommen, nicht einmal gesellschaftliche, sondern privatistische Lösungsansätze &#8211; was den Ostdeutschen auch immer wieder angekreidet wird. Doch diese Kritik aus der westdeutschen Bürger-Gesellschaft, die im Gegensatz zur Ostdeutschen weiter ihren Wohlstand steigern konnte, geht an den Realitäten in der verarmenden, arbeiterlich und kleinbürgerlich geprägten Ost-Gesellschaft vorbei. Denn sie verkennt die besonderen Transformationserfahrungen der Ostdeutschen. Jene hatten in den letzten beiden Dekaden erlebt, dass familiäre und private Netzwerke oft mehr zur Problembewältigung beigetragen haben, als gesellschaftliche Institutionen oder west-dominierte Parteien. Insofern gehört für die Ostdeutschen die Mitarbeit in Parteien, Vereinen, der Aufbau von Stiftungen und ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement nicht zum Arsenal der erfahrungserprobten Instrumente. Während sich die bürgerliche Mitte des Westens als selbstbewusste Gestalterin ,<i>ihrer Gesellschaft&#8216; </i>versteht, ist <i>,die Gesellschaft&#8216; </i>für die eher arbeiterlich und kleinbürgerlich orientierten Ostdeutschen viel mehr eine Gegebenheit, über die man nicht selbst verfügen, über dessen Verfasstheit &#8222;die da oben bestimmen.&#8220; Deswegen konzentriert man sich kräftesparend auf die eigenen Netzwerke. So hat der ostdeutsche Kapitalismus ohne einheimisches Kapital, ohne regionale Eliten mit schwach ausgeprägter bürgerlicher Mitte die einst in der DDR geprägten Identitäten prolongiert und reproduziert. Doch damit dürften die Ostdeutschen besser &#8222;in die Zeit passen&#8220;, als manche denken, &#8211; vor allem jene, die immer noch erwarten, dass der Osten den Westen einholen könnte. Die kommende Phase der Schrumpfung, Entleerung und Überalterung, die partiell auch über einige Regionen des Westens kommt, ist etwas Neues, ein <i>historisches Zwielicht</i>, in dem sich das &#8222;Nicht Mehr&#8220; mit dem &#8222;Noch Nicht&#8220; mischt. Hierfür scheint die zusammenbruchserfahrene Ost-Identität eine geeignete Disposition zu sein.</p>
<p>[1] Werner Schmidt, Klaus Schönberger: &#8222;Jeder hat jetzt mit sich selbst zu tun&#8220;. Arbeit, Freizeit und politische Orientierungen in Ostdeutschland. Konstanz 1999, S. 62f.</p>
<p>[2] Schmidt/Schönberger 1999, S. 59.</p>
<p>[3] Werner Schmidt: Betriebliche Sozialordnung und ostdeutsches Arbeitsnehmerbewusstsein im Prozess der Transformation. München/Mehring 1996, S. 79, siehe auch 301ff.</p>
<p>[4 ]Thomas Bulmahn: Das vereinte Deutschland -Eine lebenswerte Gesellschaft? In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 52 (2000) H. 3, S. 405-427.</p>
<p>[5 ]Gunnar Hinck: Ostdeutsche Marginalisierung. In: Deutschland Archiv 40 (2007) H. 5, S. 808-814, hier S. 811.</p>
<p>[6] Vgl. Thomas Ahbe: Ost-Diskurse. Das Bild von den Ostdeutschen in den Diskursen von vier überregional erscheinenden Presseorganen 1989/1990 und 1995. In: Kersten Sven Roth und Markus Wienen (Hrsg.): Diskursmauern. Aktuelle Aspekte der sprachlichen Verhältnisse zwischen Ost und West. Bremen 2008, S. 21-53; sowie: Thomas Ahbe, Rainer Gries und Wolfgang Schmale (Hrsg.): Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von <i>den Anderen </i>nach 1990. Leipzig 2009 (i. E.).</p>
<p>[7] Jörg Machatzke: Die Potsdamer Elitestudie &#8211; Positionsauswahl und Ausschöpfung. In: Wilhelm Bürklin und Hilke Rebenstorf (Hrsg.) Eliten in Deutschland. Rekrutierung und Integration. Opladen 1997. S. 35-69.</p>
<p>[8] Gunnar Winkler (Hrsg.): Sozialreport 2004. Daten und Fakten zur sozialen Lage in den neuen Bundesländern. Berlin 2004, 72.</p>
<p>[9] Das zeigt auch eine Studie des MDR aus dem Jahr 2004. Vgl: Peer Pasternak: Wissenschaftsumbau. Der Austausch der Deutungseliten. In: Hannes Bahrmann und Christoph Links (Hrsg.): Am Ziel vorbei. Die deutsche Einheit &#8211; Eine Zwischenbilanz. Berlin 2005. S. 221-236, hier S. 224-225.</p>
<p>[10] Vgl.: Abbildung der RFT-Werbeanzeige. Veröffentlicht in: Horizont. Zeitung für Marketing und Medien. Nr. 45, 6. November 1992, S. 40.</p>
<p>[11] Vgl. hierzu Julia Belke: Das Bild der Ostdeutschen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Eine Diskursanalyse des ARD-Politmagazins KONTRASTE in der Zeit von 1987 bis 2005. In Ahbe/Gries/Schmale 2009 (Anm.6), S. 135-180 sowie Juliette Wedl: Ein Ossi ist ein Ossi ist ein Ossi &#8230; Regeln der medialen Berichterstattung über &#8222;Ossis&#8220; und &#8222;Wessis&#8220; in der Wochenzeitung <i>Die Zeit </i>seit Mitte der 1990er Jahre. In: ebenda, S. 113-134.</p>
<p>[12] Bettina Radeiski und Gerd Antos: ,Markierter Osten&#8216;. Zur medialen Inszenierung der Vogelgrippe auf Rügen und am Bodensee. In: Roth/Wienen (Anm. 6), S. 55-67.</p>
<p>[13] Kersten Sven Roth: Der Westen als ,Normal Null&#8216;. Zur Diskurssemantik von &#8222;ostdeutsch&#8220; und &#8222;westdeutsch&#8220;. In: Roth/Wienen (Anm. 6), S. 69-89.</p>
<p>[14] Thomas Ahbe : Du problème de &#8220; l&#8217;unité intérieure &#8220; dans l&#8217;Allemagne unifiée. In : Hans Stark et Michèle Weinachter (dir.): L&#8217;Allemagne unifiée 20 ans après la chute du Mur. Lille 2009, S. 71-89, siehe auch ders.: Deutschland &#8211; vereintes, geteiltes Land. Zum Wandel sozialer Strukturen und Meta-Erzählungen. In: Niels Beckenbach (Hrsg.): Fremde Brüder. Berlin 2008, S. 55-97.</p>
<p>[15] 16% &#8222;sehr zufrieden&#8220;, 47% &#8222;zufrieden&#8220;, 29% &#8222;teils-teils&#8220;, 6% &#8222;weniger zufrieden&#8220;, 1% &#8222;unzufrieden&#8220;, 1% &#8222;weiß nicht&#8220; &#8211; Jenaer Zentrum für empirische Sozial-&amp; Kulturforschung: Zur sozialen Lage der Opfer des SED-Regimes in Thüringern. Erfurt 2008 S. 52.</p>
<p>[16] 1995 waren das 77 Prozent. Vgl.: Thomas Gensicke: Die neuen Bundesbürger. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1998, S. 186. Im Jahr 2001 hielten 86 Prozent die Wiedervereinigung und 64 Prozent die Einführung der sozialen Marktwirtschaft für eine richtige Entscheidung. Klaus Schroeder: Die veränderte Republik. Deutschland nach der Wiedervereinigung. Stamsried 2006, S. 324.</p>
<p>[17] Im Jahr 2002 und im Jahr 2006 sind das 10% der Ostdeutschen, vgl.: Gunnar Winkler (Hrsg.): Sozialreport 2002. Daten und Fakten zur sozialen Lage in den neuen Bundesländern. Berlin 2002, S. 54 sowie: Klaus Schroeder: Der Preis der Einheit. Eine Bilanz. München 2000, S. 725.</p>
<p>[18] Steffen Maretzke: Die Bevölkerungsentwicklung in den Regionen Deutschlands. Ein Spiegelbild der vielfältigen ökonomischen Disparitäten. In: Insa Cassens, Marc Luy, Rembrandt Scholz (Hrsg.): Die Bevölkerung in Ost-und Westdeutschland. Demographische und gesellschaftliche Entwicklungen seit der Wende. Wiesbaden 2009 S. 223-260, hier S. 240-247.</p>
<p>[19] Jürgen Dorbritz; Kerstin Ruckdeschel: Die langsame Annäherung -Demografisch relevante Einstellungsunterschiede und der Wandel in den Lebensformen in West- und Ostdeutschland. In: Cassens/Luy/Scholz (Anm. 21), S. 261-294, hier S. 279, S. 287.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/187-vorgaenge/publikation/ostdeutsche-und-westdeutsche-identitaet/">Ostdeutsche und westdeutsche Identität</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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