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	<title>Thomas Philipp Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Es bleibt alles anders</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Dec 2007 16:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zur normativen Grundlage einer demokratischen und pluralistischen Linken*, Aus: vorg&#228;nge Nr.180, Heft 4/2007, S.112-123 Einf&#252;hrung &#8222;Die Linke&#8220;[1] ist links, die SPD ist seit ihrem Hamburger Parteitag wieder etwas weiter nach links ger&#252;ckt, und die Gr&#252;nen sehen sich ohnehin seit jeher als linke Alternative. Erstaunlicherweise bewegen sich aber nicht nur die linken Kr&#228;fte im Parteienspektrum in [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/180-vorgaenge/publikation/es-bleibt-alles-anders/">Es bleibt alles anders</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zur normativen Grundlage einer demokratischen und pluralistischen Linken*,</p>
<p>Aus: vorg&auml;nge Nr.180, Heft 4/2007, S.112-123</p>
<h2 class="auto-created">Einf&uuml;hrung </h2>
<p>&#8222;Die Linke&#8220;[1] ist links, die SPD ist seit ihrem Hamburger Parteitag wieder etwas weiter nach links ger&uuml;ckt, und die Gr&uuml;nen sehen sich ohnehin seit jeher als linke Alternative. Erstaunlicherweise bewegen sich aber nicht nur die linken Kr&auml;fte im Parteienspektrum in die linke Richtung. Auch die CDU rutscht nach links. Jedenfalls haben die Christdemokraten in einigen Politikfeldern, wie beispielsweise in der Familien-, Justiz- und Sozialpolitik, Kurskorrekturen vorgenommen, so deutlich, dass die bayerischen Gralsh&uuml;ter des Wertkonservatismus lautstark protestieren, unterst&uuml;tzt, wenn auch moderater im Ton, vom christdemokratischen Nachwuchs. Bleiben noch die Freien Demokraten: sie sind, jedenfalls aus Sicht ihres Parteivorsitzenden, die einzige bundesdeutsche Partei, die noch nicht vom Linksdrall erfasst wurde. Und in der Tat: Die zur Eint&ouml;nigkeit erstarrte FDP &#8211; ausgenommen einige sozialliberale Urgesteine &#8211; propagiert seit Jahren, ja eigentlich schon seit Jahrzehnten immer nur einen Slogan: &#8222;Mehr Markt, weniger Staat&#8220;, so dass weder von einem Links- noch von einem Rechtsruck gesprochen werden kann. Die FDP bewegt sich schon lange nicht mehr und hat damit ein Problem ganz anderer Art.</p>
<p>Die j&uuml;ngsten Entwicklungen im deutschen Parteienspektrum geben Anlass, dar&uuml;ber nachzudenken, was eigentlich links hei&szlig;t. Denn nur so l&auml;sst sich verhindern, dass dieser Begriff zu einer Allerweltsfloskel wird, die von den einen nach Belieben zur Selbstverortung gebraucht wird, w&auml;hrend die anderen meinen sie munter nach Gusto verunglimpfen zu k&ouml;nnen, indem sie linkes Denken beispielsweise mit staatssozialistischen Ideen sowjetischer Spielart gleichsetzen.</p>
<p>Freilich ist es leichter gesagt als getan, zu bestimmen, was links ist.[2] Denn <i>die </i>Linke existiert ebenso wenig in Reinform wie <i>das </i>Linke. Michael Walzer unterscheidet deshalb zwischen sechs verschiedenen Linksvarianten, um die Heterogenit&auml;t[3] innerhalb des linken Spektrums zu verdeutlichen und einen Ansatzpunkt zu finden, &#8222;wohin der Weg [gehen soll].&#8220; (Walzer 1993: 141.)</p>
<p>Walzer pl&auml;diert am Ende seiner Reflexionen f&uuml;r eine demokratische und pluralistische Linke, er l&auml;sst aber weitgehend offen, was diese linke Identit&auml;tsvariante kennzeichnet.</p>
<p>Im Folgenden ist es selbstverst&auml;ndlich nicht m&ouml;glich, die von Walzer in die Diskussion gebrachte Linksvariante substantiell zu konturieren. Meine &Uuml;berlegungen beschr&auml;nken sich darauf herauszufinden, was die klassische Trias von Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit zur Konturierung beitragen kann.</p>
<p>Im Unterschied zu Sartre, der Br&uuml;derlichkeit als identit&auml;ren Schl&uuml;sselbegriff der Linken ansieht, sowie in Abgrenzung zu F&uuml;lberth, der die Bedeutung der Gleichheit in der linken Selbstverortung hervorhebt, vertrete ich die Position, dass nur die Trias aus Freiheit, Gleichheit und Br&uuml;derlichkeit dem Anspruch gerecht wird, Demokratie und Pluralit&auml;t als Basiselemente einer linken Identit&auml;t zu begreifen. Denn es l&auml;sst sich zeigen, dass eine demokratische und pluralistische Linke auf der einen Seite fest im Liberalismus verankert ist, ihr auf der anderen Seite aber emanzipative Momente innewohnen, die &uuml;ber libert&auml;re Selbstzufriedenheit hinausreichen. Die Ambivalenz zwischen liberaler Verwurzelung und notwendiger Emanzipation f&uuml;hrt dazu, dass der Linken bis auf weiteres nur der Pragmatismus bleibt, die Demokratisierung der Demokratie voranzutreiben, also die plurale Demokratie zu st&auml;rken und zu erweitern.</p>
<p>Die Verkn&uuml;pfung von Freiheit, Gleichheit und Br&uuml;derlichkeit, so meine These, kann dabei helfen, die normative Grundlage eines solchen Projektes kenntlich zu machen.</p>
<h2 class="auto-created">Br&uuml;der&shy;lich&shy;keit als Grund&shy;prinzip linker Identit&auml;t </h2>
<p>Jean-Paul Sartre hat in <i>Br&uuml;derlichkeit und Gewalt</i> (Sartre 1993) den Versuch gemacht, die Br&uuml;derlichkeit[4] als urspr&uuml;ngliche <i>und </i>gemeinsame Basis der Linken plausibel zu machen. Seine &Uuml;berlegungen sollen nachfolgend kurz betrachtet werden, weil sie erstens einen Bezug zur historischen Trias aus Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit herstellen und zweitens sind sie interessant, weil Sartre die Br&uuml;derlichkeit als eigentlichen Kern linker Identit&auml;t ausmacht und damit, wie sich zeigen wird, den Weg f&uuml;r eine spezifische Lesart des revolution&auml;ren Dreiklangs ebnet.</p>
<p>Bezugspunkt von Sartres &Uuml;berlegungen ist die Zeit w&auml;hrend und nach der Franz&ouml;sischen Revolution. Durch den Leitsatz der Br&uuml;derlichkeit &#8222;Jeder Mensch ist jedes Menschen Bruder&#8220; unterh&ouml;hlten die Revolution&auml;re das Ansinnen elit&auml;rer Absonderungen vom gemeinen Volk und stellten mittels des Prinzips der Universalisierung <i>alle </i>Menschen auf die gleiche Stufe existenziellen Daseins (Sartre 1993: 31ff.). Wie aber l&auml;sst sich zeigen, dass nicht nur alle Menschen als Menschen gleich, sondern zudem auch noch miteinander solidarisch verbunden sind?</p>
<p>Dies ist ein schwieriges Unterfangen. Bei Sartre gew&auml;hrleistet die gemeinsame Abstammung die affektive Verbindung zwischen den Menschen, zwischen Alter und Ego. Das bedeutet, Personen sind solidarisch, &#8222;weil sie sich vom gleichen Ursprung <i>f&uuml;hlen</i>.&#8220; (Sartre 1993: 49, Hervorhebung vom Verfasser) Dass Sartre damit in mythologische Sph&auml;ren ger&auml;t, sucht er dadurch zu verhindern, dass Br&uuml;derlichkeit nicht nur auf einen gemeinsamen Ursprung verweist, sondern auch ein vorw&auml;rtsgerichtetes Moment des Gemeinsamen enth&auml;lt: die Verwirklichung des Menschen. Seine Erkl&auml;rung f&uuml;r die &#8222;Beziehung von dir zu mir und von mir zu dir&#8220; lautet somit: &#8222;Gemeinsamer Ursprung und gemeinsamer Zweck, das konstituiert [&#8230;] Br&uuml;derlichkeit.&#8220; (Sartre 1993: 49)</p>
<p>Die universelle Br&uuml;derlichkeit als eine Art Grundfigur aller Linken verbindet Sartre mit dem Prinzip der Radikalit&auml;t. Zur Zeit der revolution&auml;ren Umbr&uuml;che in Frankreich vor mehr als zweihundert Jahren bedeutete radikales Denken:&#8220;die Gem&auml;&szlig;igten an die Guillotine.&#8220; (Sartre 1993: 38) Wer sich also den revolution&auml;ren Ideen in den Weg stellte oder die Zielstellung der Revolution&auml;re kritisierte, wurde kurzerhand beseitigt. Radikalit&auml;t geriet damit in den Sog eines ideologischen Terrors.</p>
<p>Dass Sartre trotz der Ideologisierung der revolution&auml;ren Ziele an der Radikalit&auml;t festh&auml;lt, begr&uuml;ndet er mit der urspr&uuml;nglichen Zielstrebigkeit der Revolution&auml;re. Ihr Bestreben, die Gesellschaft grundlegend zu ver&auml;ndern, ist f&uuml;r Sartre eine linke Tugend. Allerdings kann auch er nicht an den Ausw&uuml;chsen bei der Realisierung der &#8222;Terror-Br&uuml;derlichkeit&#8220; (Sartre 1993: 38) einfach vorbeischauen. Radikalit&auml;t, so relativiert Sartre, ist daher heute &#8222;weniger der verfolgte Zweck als vielmehr die Intention, diesen Zweck zu verfolgen.&#8220; (Sartre 1993: 37) Will sagen: Die Intention kann zwar radikal sein, aber sie darf sich nicht gegen&uuml;ber neuen Erkenntnissen und kritischen Einw&uuml;rfen verschlie&szlig;en. (Sartre 1993: 28ff.) Sartre schl&auml;gt so den Bogen zur pluralen Demokratie, denn nur wenn das Prinzip der Teilhabe verst&auml;rkt und Verschiedenheit akzeptiert werde, lie&szlig;en sich Ver&auml;nderungen hinreichend legitimieren.</p>
<p>F&uuml;r Sartre darf Demokratie indes nicht nur als ein politisches Konstrukt im engeren Sinne angesehen werden, um &#8222;Macht zu vergeben&#8220; (Sartre 1993: 41), sondern die demokratische Ordnung ist f&uuml;r ihn eine Lebensform, eine allgemeine Art und Weise des Miteinanders in einer Gesellschaft, nicht nur im Bereich der Politik. Damit bekommt die Forderung nach Radikalit&auml;t noch einen anderen Sinn: Es geht nicht allein, ja nicht einmal vorrangig, um einen Ausbau der politischen Partizipation, vielmehr sieht Sartre die Notwendigkeit, den Horizont zu erweitern. Und das meint: Mehr F&uuml;reinander durch mehr aktives Miteinander der B&uuml;rger innerhalb eines Gemeinwesens[5]</p>
<p>Dar&uuml;ber hinaus wohnt der Br&uuml;derlichkeit, wie eingangs schon gesagt, auch das Moment der Entgrenzung inne, eindringlich vertont in Schillers Hymne an die Freude im Schlusssatz der 9. Sinfonie Beethovens. Der universelle Fanfarensto&szlig; &#8222;Alle Menschen werden Br&uuml;der&#8220; ist Hoffnung, beinhaltet aber auch den Anspruch, dass sich Menschen als Menschen sehen und einander achten. Und in dem Sinne ist Br&uuml;derlichkeit auch Friedensperspektive, weil sie Verbr&uuml;derung beinhaltet.</p>
<h2 class="auto-created">Freiheit und Gleichheit als liberale und linke Prinzipien </h2>
<p>F&uuml;r die moderne politische Philosophie sind Freiheit und Gleichheit &#8222;die beiden Grundnormen&#8220; (Nida-R&uuml;melin 2006: 119) &uuml;berhaupt. Dies wird wahrscheinlich niemand ernsthaft anzweifeln. Uneinigkeit herrscht aber dar&uuml;ber, was unter Freiheit bzw. Gleichheit zu verstehen ist, und auf welche Weise sie miteinander in Beziehung stehen.</p>
<p>Alle politischen Denker haben sich mit Frage &#8222;Was ist Freiheit?&#8220; auseinander gesetzt und den Versuch unternommen, sie zu definieren. Die besondere Schwierigkeit liegt hier darin, dass der abendl&auml;ndische Freiheitsbegriff &#8222;durch eine lange und schwer zu &uuml;berblickende Geschichte religi&ouml;sen und philosophischen Denkens vorgeformt ist.&#8220; (Arendt 2006: 111) Mit der Unterscheidung zwischen individueller und politischer Freiheit besteht die M&ouml;glichkeit, die verschiedenen, h&auml;ufig miteinander verwobenen, Begr&uuml;ndungslinien zumindest ansatzweise zu entwirren.</p>
<p>Individuelle Freiheit ist, wie Sartre herausgestellt, vor allem die Willensfreiheit des Einzelnen.[6] Nicht vorprogrammiert zu sein wie Tiere, die ihrem Instinkt folgen m&uuml;ssen, ist der Grundakt des Freiseins. Sartre spricht deshalb von dem Willen als einem &#8222;Nichtungsverm&ouml;gen&#8220; (Sartre 1998: 757), weil die Autonomie des Einzelnen die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet, das Gewollte selbst festzulegen und individuell zu ver&auml;ndern. Die Willensfreiheit selbst ist freilich nicht das, was Sartres Denken ausmacht, sondern die Ausweitung der Kombination aus Freiheit und Verantwortlichkeit auf ein Maximum.[7] Das bedeutet: Sartre macht den Einzelnen in jeder Situation f&uuml;r sich und sein Leben verantwortlich. Jeder tr&auml;gt gewisserma&szlig;en beim Handeln &#8222;das Gewicht der gesamten Welt auf seinen Schultern.&#8220; (Sartre 1998: 950)</p>
<p>Von dieser individuellen Lesart der Freiheit ist die politische zu unterscheiden. Dies wird deutlich, wenn man das Freiheitsverst&auml;ndnis der griechischen Polis in den Blick nimmt.</p>
<p>Den Rechtssystemen der Griechen und R&ouml;mer ist eine auf den Einzelnen zugeschnittene Freiheitssph&auml;re v&ouml;llig fremd. Dies r&uuml;hrt daher, dass in Athen und Rom nicht der Mensch, sondern der B&uuml;rger die zentrale Bezugsgr&ouml;&szlig;e im politischen Diskurs ist. B&uuml;rger zu sein, bedeutet &#8222;weder als Sklave dem Zwang eines Anderen noch als Arbeiter der Notwendigkeit des Broterwerbs unterstellt [zu] sein.&#8220; (Arendt 1993: 38) Wer mit den profanen Lebensnotwendigkeiten belastet ist, der kann nicht frei sein, so dass die griechische Polis ebenso wie die r&ouml;mische Res Publica Orte bezeichnen, wo Gleiche mit Gleichen &#8222;jenseits von Gewalt, Zwang und Herrschaft miteinander verkehren.&#8220; (Arendt 1993: 39)</p>
<p>Freiheit existiert demzufolge nur im politischen Raum, mithin dort, wo alle B&uuml;rger <i>als B&uuml;rger</i>, nicht als Privatpersonen, zusammen kommen. Frei sind die B&uuml;rger in der Polis deshalb, weil man nach griechischem Verst&auml;ndnis &#8222;nur unter seinesgleichen frei sein kann.&#8220; (Arendt 2006: 113) Freiheit setzt also voraus, dass es einen Raum gibt, in dem nicht Herrscher und Beherrschte aufeinander treffen, sondern Gleiche. Kurzum: Freiheit und Gleichheit sind in der griechischen Antike eine Eigenschaft des Politischen, weder der Sklave noch der Sklavenhalter ist au&szlig;erhalb der Polis frei und gleich.</p>
<p>Unter der Ma&szlig;gabe, dass die einen, sprich die (Voll-)B&uuml;rger, in die Gunst der Freiheit kommen, den anderen hingegen die Freiheit verwehrt bleibt, entsteht notwendig eine Kluft zwischen den Menschen in einem Gemeinwesen, weil lediglich eine privilegierte Minderheit an Politik teilhat.</p>
<p>Die Aufteilung der Menschen in Freie und Unfreie bleibt auch nach dem Zerfall der griechischen Demokratie und des r&ouml;mischen Imperiums bestehen &#8211; im Mittelalter sind es vor allem die Kirchenoberen, die zu den Privilegierten geh&ouml;ren, in der fr&uuml;hen Neuzeit profitiert insbesondere der Hochadel von der Unterdr&uuml;ckung des Volkes.</p>
<p>Erst im Zuge der Aufkl&auml;rung gewinnt dann die Idee der allgemeinen Freiheit an Gewicht. Jeder Einzelne soll, so die Vorstellung der liberalen Denker, in der Privatsph&auml;re vor willk&uuml;rlichen Eingriffen seitens staatlicher oder kirchlicher Obrigkeit gesch&uuml;tzt sein. Freiheit im Sinne der Nichteinmischung in den privaten Bereich des Einzelnen ist daher, so Isaiah Berlin, &#8222;immer Freiheit <i>von </i>etwas.&#8220; (Berlin 1995: 207, Hervorhebungim Original) Er definiert sie als negative Freiheit, weil sie das &#8222;Fehlen von &Uuml;bergriffen jenseits einer unfesten, aber stets erkennbaren Grenze&#8220; (Berlin 1995: 207) beinhaltet. Inwiefern geh&ouml;rt diese Freiheit zum Identit&auml;tsprofil der Linken?</p>
<p>Streng genommen geh&ouml;rt die negative Freiheit in den Kernbereich des Liberalismus. Allerdings darf nicht au&szlig;er Acht gelassen werden, dass die individuelle Freiheit nicht irgendwann, gleichsam wie von Zauberhand hervorgebracht, Realit&auml;t geworden ist. Sie musste gegen den Widerstand der weltlichen und geistlichen Obrigkeit erk&auml;mpft werden. Diese Befreiung, also &#8222;die Umwandlung der Freiheit als eines Privilegs weniger in ein Recht aller&#8220; (F&uuml;lberth 1998: 2) durch das Volk selbst, ist ein Teil linker Identit&auml;t. Grundlage hierf&uuml;r ist die Idee von der &#8222;Ver&auml;nderbarkeit der gesellschaftlichen Wirklichkeit.&#8220; (Brie et al. 2006: 8)</p>
<p>Linke stimmen demnach darin &uuml;berein, dass gesellschaftliche Privilegien und Hierarchisierungen durch gemeinsames Handeln &uuml;berwunden werden k&ouml;nnen. Statt irgendwelche Ungerechtigkeiten einfach blo&szlig; hinzunehmen und damit irgendwie auf eine andere Gesellschaft zu hoffen, sind sich linke Positionen &uuml;ber die Bedeutung einig, <i>bewusst </i>einzugreifen und durch das aktive und gemeinsame Handeln gesellschaftlichen Wandel zu initiieren. In einem Satz: Linke lehnen es strikt ab, &#8222;Hierarchien, Privilegien und Elend als <i>konstante </i>Sozialfaktoren&#8220; (Kr&uuml;ger 1963: 20, Hervorhebung vom Verfasser) anzusehen. Im gemeinsamen Handeln kommt mithin die Freiheit <i>f&uuml;r </i>etwas zum Tragen; dies ist die positive Dimension der Freiheit. Ist links also eine Kombination aus negativer und positiver Freiheit? Die Antwort lautet: Ja und Nein.</p>
<p>Links kombiniert in der Tat den Schutz des Einzelnen (Grundrechte als Basis der Freiheit) mit der Partizipation der B&uuml;rger (verstanden als demokratische Ausformung der Freiheit), um so zu gew&auml;hrleisten, dass Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ineinander greifen. Insofern ist links eine Kombination aus beiden Dimensionen liberaler Freiheit.</p>
<p>Linkes Denken und Handeln hat aber ferner die reale Lebenspraxis im Blick, um zu pr&uuml;fen, wo der Schutz rechtlicher Freiheiten und das Engagement aktiver B&uuml;rger durch die Krafteinwirkung struktureller Macht-bzw. Herrschaftsfaktoren entweder beschr&auml;nkt oder sogar ganz verhindert wird. Daher reicht die Kombination der beiden Dimensionen nicht aus. F&uuml;lberth spricht deshalb zur Konturierung des Begriffs links nicht nur von Freiheit, sondern von &#8222;Befreiung oder auch Emanzipation.&#8220; (F&uuml;lberth 1998: 2)</p>
<p>Dies kann man auf den ersten Blick f&uuml;r spitzfindige Rhetorik halten. Tats&auml;chlich ist das Moment der Befreiung aber mehr als das, stellt es doch den erreichten Status quo der Freiheit fortw&auml;hrend in Frage. Dies l&auml;sst sich exemplarisch an Marx&#8216; Ausf&uuml;hrungen zu den Menschen- und B&uuml;rgerrechten ablesen. So sehr er auf der einen Seite die politische Emanzipation guthei&szlig;t und als wichtigen Schritt zur Befreiung ansieht, so sehr pocht er doch darauf, sich nicht mit der b&uuml;rgerlichen Freiheit zufrieden zu geben. F&uuml;r ihn ist das eigentliche Ziel die menschliche Emanzipation. (MEW 1970: 366ff.)</p>
<p>Die Diskrepanz zwischen tats&auml;chlicher und m&ouml;glicher Freiheit zu verdeutlichen, geh&ouml;rt zur Identit&auml;t der Linken, und deshalb steht die Linke einerseits in der Tradition liberalen Denkens, andererseits reicht sie deutlich &uuml;ber dieses hinaus, indem sie Freiheit nicht nur als eine Kombination aus negativer und positiver Freiheit versteht, sondern auch als Befreiung.[8]</p>
<p>Dem Begriff der Gleichheit sind genauso wie dem der Freiheit zwei Bedeutungen zu eigen. Zum einen beinhaltet Gleichheit das Moment der Rechtsgleichheit. Diese besagt, dass Gesetze allgemein gelten, mithin Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand, Religionszugeh&ouml;rigkeit usw. nicht den Kreis der Rechtsadressaten oder -autoren beschr&auml;nken. Diese Rechtsgleichheit schlie&szlig;t selbstverst&auml;ndlich nicht aus, dass Ungleiches ungleich behandelt wird.</p>
<p>&Uuml;ber die liberale Rechtsgleichheit hinaus kommt eine zweite Dimension zum Tragen: F&uuml;lberth bezeichnet sie als die &#8222;Gleichheit des Ergebnisses&#8220;. (F&uuml;lberth 1998: 2) Das bedeutet: Alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger haben neben der gesetzlich verbrieften M&ouml;glichkeit, alles zu tun, was nicht verboten ist, zudem einen Anspruch darauf, &#8222;einen gleichen Anteil an den vorhandenen gesellschaftlichen Positionen und Ressourcen&#8220; (F&uuml;lberth 1998: 2) zu bekommen.</p>
<p>Zur Charakterisierung des linken Identit&auml;tsprofils macht diese Erweiterung deshalb Sinn, weil damit der Aspekt der Gerechtigkeit in ihrer konkreten Realisierung in die Betrachtungen einflie&szlig;t. So kann, um ein Beispiel zu nennen, die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter gesetzlich fixiert sein; die Schwierigkeit liegt aber darin, sie in der gesellschaftlichen Realit&auml;t umzusetzen. Deshalb ist es notwendig, die Praxis in die Reflexion immer mit einzubeziehen, um festzustellen, ob Rechtsgleichheit sozusagen nur auf dem Papier Bestandskraft hat oder tats&auml;chlich erreicht ist.</p>
<p>Rechts- und Ergebnisgleichheit in einem Atemzug zu nennen, birgt aber die Gefahr in sich, dass sich &#8222;rechtliche Gleichheit&#8220; und &#8222;Gleichheit in der gesellschaftlichen Wirklichkeit&#8220; zu einer dogmatischen Resultatgleichheit addieren. Walzer spricht in diesem Zusammenhang von der &#8222;einfachen Gleichheit&#8220;. Einfach deshalb, weil sie Differenz einebnet oder zumindest f&uuml;r eine Einebnung leicht instrumentalisiert werden kann. Ungleichheiten k&ouml;nnen n&auml;mlich in der Praxis reduziert, nie aber wirklich v&ouml;llig eliminiert werden. Was bedeutet dies f&uuml;r die Kennzeichnung des Begriffs Gleichheit?</p>
<p>Gleichheit, die &uuml;ber die liberale Rechtsgleichheit im engeren Sinne hinausreicht, ist als Option und Prozess, nicht als Option und Ergebnis zu spezifizieren. Denn eine solidarische Gesellschaft zeichnet sich eben gerade <i>nicht </i>dadurch aus, dass im Ergebnis alle dasselbe machen, bekommen oder haben. Die Gleichheit im Prozess realisiert vielmehr Chancen; sie l&auml;sst gewisserma&szlig;en gesetzliche Optionen lebendig werden. Dass dann am Ende tats&auml;chlich eine Gleichheit im Ergebnis zu verzeichnen ist, mag in dem ein oder anderen Fall w&uuml;nschenswert sein und auch tats&auml;chlich ab und an in der realen Lebenspraxis Wirklichkeit werden, aber die pure Egalit&auml;t bleibt eine Illusion. Mehr noch: Sie ist mit Freiheit unvereinbar.</p>
<p>F&uuml;lberth verzerrt daher das Bild linker Identit&auml;t, wenn er behauptet, Gleichheit &#8222;sei ein ausschlie&szlig;lich der Linken geh&ouml;render Begriff.&#8220; (F&uuml;lberth 1998: 3) Denn &#8211; auch historisch gesehen &#8211; ist zun&auml;chst die Realisierung rechtlicher Gleichheit das politische Ziel emanzipatorischer Bewegungen (gewesen). Insofern ist auch seine Behauptung, der Begriff der Gleichheit werde &#8222;erst durch Universalit&auml;t zu einem Basisbegriff der Linken&#8220; (F&uuml;lberth 1998: 3) missverst&auml;ndlich, denn die Vorstellung, dass &#8222;alle Menschen gleich sind&#8220; (F&uuml;lberth 1998: 2) bezieht sich, wie die verschiedenen Menschen- und B&uuml;rgerrechtserkl&auml;rungen belegen, zu allererst darauf, dass alle Menschen die &#8222;gleiche[n] Rechte haben sollen.&#8220; (F&uuml;lberth 1998: 2) Diese Forderung geh&ouml;rt also prim&auml;r zu den origin&auml;ren Errungenschaften des Liberalismus, ist aber zugleich <i>auch </i>ein wichtiger Bestandteil des linken Identit&auml;tsprofils.</p>
<p>Der Gleichheitsgrundsatz bekommt seine linke F&auml;rbung, wenn neben der Geltung der liberalen Rechtsgleichheit der Anspruch besteht, gesellschaftliche Ungleichheiten und individuelle Benachteiligungen zu reduzieren.</p>
<p>Walzer spricht in diesem Zusammenhang von einer komplexen Gleichheit. Dieser Begriff ist deshalb besonders gut geeignet, weil er deutlich macht, dass man mit einfachen Formeln und griffigen Leitbildern der Komplexit&auml;t der Sache nicht gerecht wird. Statt von einem &#8222;Recht auf Gleichheit des Ergebnisses&#8220; (F&uuml;lberth 1998: 2) zu sprechen, empfiehlt Walzer, einzelne Ungleichheiten nicht isoliert zu betrachten, sondern in ihrer Gesamtheit. Denn erst dadurch werde deutlich, ob es einer Gesellschaft gelingt, verschiedene Ungleichheiten auszutarieren, also gewisserma&szlig;en eine Balance in der Verteilung sozialer G&uuml;ter herzustellen und zu sichern. Dann w&auml;ren &#8222;zwar Einzelne bez&uuml;glich dieses oder jenes Guts &sbquo;oben&#8216; oder &sbquo;unten&#8216;, aber niemand w&uuml;rde sich bez&uuml;glich aller G&uuml;ter &sbquo;oben&#8216; oder &sbquo;unten&#8216; vorfinden.&#8220; (Walzer 1997: 30)</p>
<p>Ob Walzers &Uuml;berlegungen einer kritischen Pr&uuml;fung standhalten, muss hier offen bleiben. Sie machen jedenfalls deutlich, dass Gleichheit aus linker Perspektive mehr ist als formale Rechtsgleichheit, aber auch deutlich weniger als absolute Resultatgleichheit.</p>
<p>Es ist festzuhalten: Die Begriffe Freiheit und Gleichheit haben &#8211; schon rein historisch bedingt &#8211; einen liberalen Kern. Freiheit ist danach zun&auml;chst eine Kombination aus negativer und positiver Freiheit. Das linke Verst&auml;ndnis geht aber insofern &uuml;ber diese liberale Vorstellung hinaus, als Freiheit &uuml;ber das Moment der Emanzipation bzw. Befreiung deutlich st&auml;rker normativ eingef&auml;rbt wird. &Auml;hnlich verh&auml;lt es sich bei der Gleichheit. Die liberale Rechtsgleichheit ist ein tragendes Element des modernen Gleichheitsverst&auml;ndnisses. Will man sich nicht mit dieser formalen Gleichheit der Rechte begn&uuml;gen, ist der soziale Ausgleich ein wichtiger normativer Bezugspunkt, da sich Ungleichheiten zwar reduzieren, aber eben nicht vollst&auml;ndig einebnen lassen.</p>
<p>Freiheit und Gleichheit sind f&uuml;r Linke zweifelsohne zentrale Begriffe, wobei genau genommen ihre Kombination das linke Identit&auml;tsprofil pr&auml;gt. Allerdings wird die gegenseitige Verschr&auml;nkung von Freiheit und Gleichheit erst durch die Br&uuml;derlichkeit komplettiert und ma&szlig;geblich getragen. Dies gilt es im Folgenden zu explizieren.</p>
<h2 class="auto-created">Br&uuml;der&shy;lich&shy;keit als Verknotung von Freiheit und Gleichheit </h2>
<p>In der politischen Ideengeschichte werden Freiheit und Gleichheit oftmals in eine Rangfolge gebracht. Im Extremfall z&auml;hlt dann f&uuml;r die einen <i>nur </i>die Freiheit, w&auml;hrend die anderen f&uuml;r eine <i>absolute </i>Priorit&auml;t der Gleichheit pl&auml;dieren. Warum eine solche scharfe Gegen&uuml;berstellung nicht tr&auml;gt, ist zun&auml;chst kurz zu er&ouml;rtern.</p>
<p>Von einem emphatischen Verst&auml;ndnis nat&uuml;rlicher Freiheit ausgehend, ist Freiheit &#8222;nicht das Ergebnis wechselseitiger Anerkennungsverh&auml;ltnisse und politischer Institutionalisierungen, sondern die Menschen sind urspr&uuml;nglich, also vor aller politischer Ordnung, frei.&#8220; (Nida-R&uuml;melin 2006: 114) Freiheit als etwas Vorpositives anzusehen, hat zur Konsequenz, dass sich jede staatliche Ordnung danach bemessen lassen muss, ob es ihr gelingt, die Freiheit jedes Einzelnen soweit als eben m&ouml;glich zu garantieren. Dies kann aus Sicht derer, die diese libert&auml;re Position vertreten, nur gelingen, wenn sich Staatlichkeit auf ein Mindestma&szlig; reduziert. Denn je weniger der Staat in das Leben der Menschen eingreift, desto mehr kann jeder B&uuml;rger die eigene urspr&uuml;ngliche Freiheit gestalten. Der Staat ist hier somit nur eine Art Schutzgemeinschaft, die ein geordnetes Miteinander erm&ouml;glicht.</p>
<p>Rawls&#8216; &Uuml;berlegungen (Rawls 1997: 45ff.; Rawls 2006) zeigen, dass Ultraliberale ein verk&uuml;rztes Verst&auml;ndnis von Freiheit haben, da sie der gerechten Verteilung von wichtigen Grundg&uuml;tern zu wenig Beachtung schenken. In einer wohlgeordneten Gesellschaft, in der viele Grundg&uuml;ter, nicht nur das der Freiheit, zu verteilen sind, muss die politische Ordnung f&uuml;r Rawls so konstituiert sein, dass die Wohlfahrt im Ganzen zunimmt. Ein Minimalstaat, der allein der individuellen Freiheit verpflichtet ist, kann dieser erweiterten Aufgabenzuteilung nicht gerecht werden. Soll also ein faires Miteinander auf der Grundlage einer Kooperation der B&uuml;rger erzielt werden, ist die unbeschr&auml;nkte Freiheit des Individuums mit Bedacht zu begrenzen. Ob die urspr&uuml;ngliche oder die gem&auml;&szlig;igte Form des Liberalismus letztlich die besseren Argumente auf ihrer Seite hat, muss hier offen bleiben.</p>
<p>Wichtig ist an dieser Stelle festzuhalten, dass Freiheit nicht nur reinindividualistisch verstanden werden darf. Dahrendorf spricht deshalb zu Recht in diesem Zusammenhang von der Wirkungseinheit von Aktionen, Optionen <i>und </i>Ligaturen.[9] Will sagen: Freiheit ist Handeln nach eigenen Vorstellungen; aber es passiert nicht im luftleeren Raum und kann daher nicht allein den Einzelnen zum Ma&szlig;stab machen. Normativ gesehen, kommt damit die Idee der Br&uuml;derlichkeit ins Spiel, denn sie bezieht sich per se auf die Relation zwischen Personen und erweitert so, wie gesehen, den Horizont auf das Miteinander. Freiheit und Br&uuml;derlichkeit sind demnach keine Gegens&auml;tze. Im Gegenteil: Eine staatliche Ordnung, die soziale Belange nicht entpolitisieren will, kann Solidarit&auml;t und damit auch das Prinzip der Br&uuml;derlichkeit nicht vollst&auml;ndig privatisieren.</p>
<p>Ganz &auml;hnlich verh&auml;lt es sich in dem anderen Fall: der Orientierung allein an der Gleichheit. Carl Schmitt bezeichnet sie als eine substanzielle Gleichheit. Diese verdichtet er in Anlehnung an Rousseau so stark, dass f&uuml;r ihn in letzter Konsequenz &#8222;alle das gleiche wollen&#8220; (Schmitt 2003: 229), mithin Homogenit&auml;t zur eigentlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e politischen Denkens wird. Eine Gleichheit, die auf Gleichartigkeit reduziert wird, f&uuml;hrt jedoch zwangsl&auml;ufig zu einer scharfen Trennung zwischen denjenigen, die &#8222;an der Substanz teilhaben&#8220; (Schmitt 2003: 228) und allen &uuml;brigen, die substanziell anders sind und deshalb als potentielle Feinde gelten k&ouml;nnen. Die Tragweite dieser &Uuml;berlegungen wird freilich erst dann richtig deutlich, wenn ein weiterer Gedanke Schmitts zum Begriff der Gleichheit mit einbezogen wird: Die klare Zuordnung, wer zu den Gleichartigen geh&ouml;rt und wer dieser Gemeinschaft nicht zuzurechnen ist, hat zur Konsequenz, dass die allgemeine Menschengleichheit zu einer belanglosen Kategorie degradiert wird. In seiner <i>Verfassungslehre </i>stellt Schmitt fest: &#8222;Daraus, dass alle Menschen Menschen sind, l&auml;sst sich weder religi&ouml;s noch moralisch, noch politisch, noch wirtschaftlich etwas Spezifisches entnehmen.&#8220; (Schmitt 2003: 226) Ist dem wirklich so? Macht das Postulat der Gleichheit aller Menschen tats&auml;chlich &#8222;nicht mehr m&ouml;glich, irgendeine spezifische Unterscheidung durchzuf&uuml;hren&#8220; (Schmitt 2003: 226)?</p>
<p>Ohne Zweifel, die Idee der allgemeinen Menschengleichheit schlie&szlig;t per definitionem alles ein, &#8222;was Menschenantlitz tr&auml;gt&#8220; (Schmitt 2003: 226), und zwar ohne Ausnahme. Im Bereich des Politischen hingegen spielen die Kategorien &sbquo;Inklusion&#8216; und &sbquo;Exklusion&#8216; eine wichtige Rolle. Allein die Erfordernis, festzulegen, wer wann an welchen Entscheidungen in einem Gemeinwesen beteiligt ist, l&auml;sst sich nicht auf der Basis der allgemeinen Menschengleichheit festschreiben. Dennoch beh&auml;lt die Idee der Gleichheit aller Menschen ihre Geltungskraft, weil sie, anders als Schmitt annimmt, sehr wohl eine wichtige Funktion &uuml;bernimmt: Das Postulat der Gleichheit aller Menschen dient in einer s&auml;kularen Ordnung dazu, Regeln und Normen einer universellen Geltungspr&uuml;fung zu unterziehen. Dass sich diese &Uuml;berpr&uuml;fung der Universalisierbarkeit in der politischen Praxis nicht eins zu eins wiederfindet, schw&auml;cht aber keineswegs die zentrale Relevanz der universellen Vernunftidee. Geht es doch vornehmlich darum, sie als ein methodologisches Prinzip zu verstehen, mittels dessen eine Art Perspektivenverschr&auml;nkung unterschiedlicher Wertordnungen &uuml;berhaupt m&ouml;glich wird (Habermas 2001: 15ff.). Damit ist allerdings noch nicht gekl&auml;rt, wie sich die Erweiterung der Perspektive (&uuml;ber die substanzielle Gleichheit hinaus) begr&uuml;nden l&auml;sst.</p>
<p>F&uuml;r Habermas wohnt der Praxis verst&auml;ndigungsorientierten Handelns per se eine Dezentrierung der eigenen Position inne, weil in einer gewissenhaft gef&uuml;hrten Argumentation davon auszugehen ist, dass mit jeder Erweiterung des Kreises der Diskutanten auch wieder neue Gr&uuml;nde bzw. &Uuml;berlegungen in die Debatte eingebracht werden (Habermas 2001: 42ff.). Die Argumentation kann man sich also sozusagen als eine Art asymptotische Ann&auml;herung an eine vollst&auml;ndige Inklusion aller potentiellen Diskursteilnehmer vorstellen. Diese &#8222;kontrafaktische Ausdehnung der sozialen Welt&#8220; hin zu einer &#8222;vollst&auml;ndig inklusiven Welt wohlgeordneter interpersonaler Beziehungen&#8220; in Diskursen bedeutet aber nichts anders als: &#8222;<i>Alle </i>Menschen werden zu Br&uuml;dern (und Schwestern)&#8220; (Habermas 2001: 42). Soll die demokratische Gleichheit <i>nicht </i>im Sinne von Schmitt allein auf Immanenzvorstellungen beschr&auml;nkt bleiben, sondern sowohl eine Offenheit gegen&uuml;ber dem Fremden beinhalten als auch von der Idee der allgemeinen Menschengleichheit getragen sein, dann ist dies nur m&ouml;glich, wenn das Prinzip der Gleichheit mit der Idee der Br&uuml;derlichkeit verbunden wird. Anders gesagt: Gleichheit ger&auml;t ohne die Geltung universeller Br&uuml;derlichkeit in das Fahrwasser einer entgrenzenden Exklusion.</p>
<p>Kurzum: In den F&auml;llen, in denen entweder allein die Freiheit z&auml;hlt <i>oder </i>ausschlie&szlig;lich die Gleichheit von Belang ist, entfaltet die Fraternit&eacute; ihre Wirkungskraft &#8211; hier mildert sie die libert&auml;re &Uuml;berh&ouml;hung der individuellen Freiheit, dort verhindert sie eine Beschr&auml;nkung der Sicht auf rigide Gemeinschaftsideale. Oder anders gesagt: Einmal z&uuml;gelt sie den Liberalismus, das andere Mal unterst&uuml;tzt sie seine universelle Geltung. Man kann daher durchaus (im Sinne Sartres) sagen, dass Br&uuml;derlichkeit eine wichtige Kennung linker Identit&auml;t ist, da sie Freiheit und Gleichheit miteinander verknotet.</p>
<h2 class="auto-created">Wohin des Weges? </h2>
<p>Als Walzer aufgefordert war, nach den Umbr&uuml;chen in den Revolutionsjahren 1989/1990 eine Prognose zur Linken abzugeben, blieb er dem ersten Anschein nach eine Antwort schuldig. Walzer zeigte lediglich M&ouml;glichkeiten der Linken auf, indem er relativ schematisch verschiedene Linksvarianten kurz skizzierte. Am Ende seiner Ausf&uuml;hrungen lautet sein Votum: Die demokratische und pluralistische ist &#8222;vermutlich die beste aller denkbaren Spielarten der Linken.&#8220; (Walzer 1993: 149f.) Und er f&uuml;gt hinzu: &#8222;Wir m&uuml;ssen allerdings mehr dar&uuml;ber sagen, was damit eigentlich gemeint ist und wie sie sich verwirklichen l&auml;sst.&#8220; (Walzer 1993: 149)</p>
<p>Walzers Zur&uuml;ckhaltung ist Programm und Mahnung zugleich. Programm ist sie insofern, als er von der <i>demokratischen </i>Linken spricht. Diese darf, ja sie muss das Bild einer besseren Welt vor Augen haben, aber sie ist auch an den Pragmatismus verwiesen. Erhard Eppler (Eppler 2006: 1130ff.) hat diesen j&uuml;ngst mit Leben gef&uuml;llt und gezeigt, dass Politik, auch linke Politik, ein m&uuml;hsames und langsames Fortbewegen ist, wenn sie demokratische Praxis ist bzw. weil sie demokratische Praxis sein soll.</p>
<p>Mahnung ist Walzers Zur&uuml;ckhaltung, weil die Linke als pluralistische Linke sich davor h&uuml;ten muss, mit einfachen Formeln und Rezepturen zu operieren. Linke sind seit jeher stark gef&auml;hrdet, in einen marxistischen Objektivismus abzudriften und damit, langfristig gesehen, offene und lebendige Pluralit&auml;t zu unterdr&uuml;cken. Offenheit ist aber ein Signum pluraler Demokratie. Und Walzers Unbestimmtheit bringt eben genau dies zum Ausdruck. Um &#8222;Terror-Br&uuml;derlichkeit&#8220; zu verhindern, ist, darin sind sich Sartre und Walzer einig, die St&auml;rkung der Demokratie notwendig. Sartre spricht von der Demokratie als Lebensform, Walzer sieht die Notwendigkeit, die Wirtschaft zu demokratisieren und &#8222;die zivile Gesellschaft zu st&auml;rken.&#8220; (Walzer 1993: 149) Fragt man allerdings danach, wie diese Forderung zu begr&uuml;nden sind, ist man auf die Verkn&uuml;pfung von Freiheit, Gleichheit und Br&uuml;derlichkeit verwiesen (Derrida 2006: 84ff.). Denn erst diese Kombination liefert die normative Basis, die Linke als eine demokratische und pluralistische Linke anzusehen. Dass Linken eingezw&auml;ngt zwischen liberaler Verwurzelung und notwendiger Emanzipation bis auf Weiteres nur der Pragmatismus bleibt, die Demokratisierung der Demokratie voranzutreiben, also die plurale Demokratie zu st&auml;rken und zu erweitern, ist zwar vielleicht ern&uuml;chternd, aber dennoch eine ebenso anspruchsvolle wie reizvolle Aufgabe. Kurz gesagt: Es bleibt alles anders.</p>
<p>* F&uuml;r Beate, die gegen alle Widerst&auml;nde und Kritik den Weg des Lernens gegangen ist.</p>
<p>[1] Zur Gr&uuml;ndung der Partei &#8222;Die Linke&#8220; aus dem Zusammenschluss von PDS und WASG vgl. Greffrath 2005: 1-4, Seils 2007: 1-2. Zum Programm und Profil der neuen Partei vgl. Fickinger 2007.</p>
<p>[2] Anthony Giddens und das Gros der sogenannten Postmodernisten pl&auml;dieren trotz aller Divergenzen im Detail f&uuml;r eine Abkehr von dem Begriffsschema &#8222;Rechts-Links&#8220; (Giddens 1995) Sie verweisen darauf, dass die politischen Lager in vielen Belangen nicht mehr so eindeutig und trennscharf voneinander zu unterscheiden seien, wie dies vor einhundert Jahren oder noch fr&uuml;her der Fall war. Aber weil sich rechts und links angleichen oder sich die Vorzeichen sogar ab und an verkehren, also zum Beispiel Linke rechts-konservative, ja nationalistische Ideen adaptieren, wie der Blick nach Frankreich zeigt, bedeutet dies keineswegs, dass politische Farblehren und Lagerbildungen v&ouml;llig obsolet geworden sind. Es besteht vielmehr die Notwendigkeit, genauer hinzuschauen, da sich manche Divergenzen erst in der Detailsicht zeigen. (Bobbio 2006).</p>
<p>[3] Er spricht erstens von der &#8222;sektiererischen Linken&#8220;, als zweitens nennt er die &#8222;Altlinke&#8220;, als drittes Lager sieht er die &#8222;Linke neuer sozialer Bewegungen&#8220;, als viertes spricht er von der &#8222;kommunitaristischen Linke&#8220; und die &#8222;postmoderne Linke&#8220; ist f&uuml;r ihn die f&uuml;nfte Spielart linken Denkens. Zur Spezifizierung der einzelnen Varianten vgl. Walzer 1993: 141ff. Die sechste Variante, die &#8222;demokratische und pluralistische Linke&#8220;, umrei&szlig;t Walzer hingegen nur sehr kurz.</p>
<p>[4] Zum Begriff &#8222;Br&uuml;derlichkeit&#8220; vgl. Zoll 2000: 38-53, Derrida 2000: 304ff. Im Hinblick auf die Abgrenzung gegen&uuml;ber verwandten Termini vgl. Hondrich et al. 1992, Nell-Breuning 1990. Zur Kritik vgl. Adorno 1998: 217-236.</p>
<p>[5] Sartre wendet sich somit gegen eine abstrakte Verfahrensrationalit&auml;t, wie sie der Diskursethik zu eigen ist, aber ebenso widerspricht er auch all jenen Linken, die allein die Ver&auml;nderungen der &ouml;konomischen Strukturen zur Bedingung f&uuml;r eine gerechtere Welt machen.</p>
<p>[6] Neben dem Willen als einem Akt der Reflexion unterscheidet Sartre in diesem Zusammenhang die Leidenschaft, beide zusammen manifestieren die Freiheit des Subjekts (Sartre 1998: 771f.).</p>
<p>[7] Dies wird insbesondere deutlich, wenn man seine Ausf&uuml;hrungen zum Kriegseinsatz des Einzelnen liest (Sartre 1998: 951).</p>
<p>[8] Dies beinhaltet, die Methoden zur Bestimmung von Freiheitshemmnissen zu verfeinern. Foucaults Machtanalysen sind hierf&uuml;r ein gutes Beispiel, weil sie zeigen, dass Macht und Herrschaft bis in das Subjekt hineinwirken und damit weitaus subtiler sind, als dies etwa in hierarchischen Souver&auml;nit&auml;tsvorstellungen zum Ausdruck gebracht wird. Foucault schreibt: &#8222;[&#8230;] es geht nicht darum, die regulierten, legitimen Formen der Macht in ihrem Kern, in ihren m&ouml;glichen allgemeinen Mechanismen und ihren konstanten Wirkungen zu analysieren, sondern darum, die Macht an ihren &auml;u&szlig;ersten Punkten, an ihren letzten Ver&auml;stelungen, dort, wo die Kan&auml;le haarfein sind, zu erfassen [&#8230;].&#8220; (Foucault 1978: 81.)</p>
<p>[9] Aktionen sind individuelle Wahlentscheidungen. Eingebettet bzw. getragen werden Aktionen von Optionen, also von &#8222;in sozialen Strukturen gegebenen Wahlm&ouml;glichkeiten.&#8220; (Dahrendorf 1979: 50) Hinzu kommen Zugeh&ouml;rigkeiten und Bindungen; sie bezeichnet Dahrendorf als Ligaturen. Sie sind gleichsam die &#8222;Fundamente des Handelns&#8220;, w&auml;hrend die Optionen &#8222;das Ziel und den Horizont des Handelns betonen.&#8220; (Dahrendorf 1979: 50).</p>
<h2 class="auto-created">Literatur </h2>
<p><i>Adorno, Theodor W.: </i>Negative Dialektik. Jargon der Eigentlichkeit (Gesammelte Schriften: Band 6), Darmstadt 1998.</p>
<p><i>Arendt, Hannah</i>: Was ist Politik. Fragmente aus dem Nachlass, hg. von Ursula Ludz, M&uuml;nchen 1993.</p>
<p><i>Arendt, Hannah</i>: Denken ohne Gel&auml;nder. Texte und Briefe, hg. von Heide Bohnet et al., M&uuml;nchen 2006.</p>
<p><i>Berlin, Isaiah</i>: Freiheit. Vier Versuche, Frankfurt/Main 1995.</p>
<p><i>Bobbio, Norberto</i>: Rechts und links. Gr&uuml;nde und Bedeutung einer politischen Unterscheidung, Berlin 2006.</p>
<p><i>Brie, Michael </i>et al.: Was ist heute links?, in: <i>kontrovers. Beitr&auml;ge zur politischen Bildung</i>, H. 1 2006, S.1-21.</p>
<p><i>Dahrendorf, Ralf:</i> Lebenschancen. Anl&auml;ufe zur sozialen und politischen Theorie, Frankfurt/Main 1979.</p>
<p><i>Derrida, Jacques </i>et al.: &Uuml;ber die Freundschaft, Frankfurt/Main 1998.</p>
<p><i>Derrida, Jacques</i>: Politik der Freundschaft, Frankfurt/Main 2000.</p>
<p><i>Derrida, Jacques</i>: Schurken. Zwei Essays &uuml;ber die Vernunft, Frankfurt/Main 2006.</p>
<p><i>Eppler, Erhard</i>: Was heute links ist, in: <i>Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik,</i> H. 11 2006, S. 1335-1342.</p>
<p><i>Fickinger, Nico</i>: Globalisierung f&uuml;hrt zu Leid und Elend (Interview mit Oskar Lafontaine), <a href="http://www.faz.net/s/RubF0E4F4ECFDD24816BC0C6759093E04F7/Doc~E008479FC29F54D6A84BA0B98F8B592A3~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.faz.net/s/RubF0E4F4ECFDD24816BC0C6759093E04F7/Doc~E008479FC29F54D6A84BA0B98F8B592A3~ATpl~Ecommon~Scontent.html</a>, Zugriff: 21.06.2007.</p>
<p><i>Foucault, Michel:</i> Dispositive der Macht. &Uuml;ber Sexualit&auml;t, Wissen und Wahrheit, Berlin 1978.</p>
<p><i>F&uuml;lberth, Georg </i>1998: Basisbegriff der Linken [<a href="http://www.joerg-gessner.de/prv/fag/texte_2.html," rel="nofollow noopener">http://www.joerg-gessner.de/prv/fag/texte_2.html,</a> Zugriff: 02.01.2007.</p>
<p><i>F&uuml;lberth, Georg </i>2005: Lechtsrinks 2010, [<a href="http://www.sopos.org/aufsaetze/41f7d6f5a637a/1.phtml," rel="nofollow noopener">http://www.sopos.org/aufsaetze/41f7d6f5a637a/1.phtml,</a> Zugriff: 02.01.2007.</p>
<p><i>Giddens, Anthony</i>: Jenseits von Links und Rechts, hg. von Ulrich Beck, Frankfurt/Main 1997.</p>
<p><i>Glotz, Peter: </i>Die Linke nach dem Sieg des Westens, Stuttgart 1992.</p>
<p><i>Greffrath, Matthias</i>: Was hei&szlig;t links? Alle schimpfen &uuml;ber PDS und WASG. Zeit f&uuml;r einen Grundkurs in linker Politik, in: <i>DIE ZEIT </i>14.07.2005, [<a href="http://www.zeit.de/2005/29/Linkssein," rel="nofollow noopener">http://www.zeit.de/2005/29/Linkssein,</a> Zugriff am 04.01.2007.</p>
<p><i>Habermas, J&uuml;rgen</i>: Kommunikatives Handeln und detranszendentalisierte Vernunft, Stuttgart 2001.</p>
<p><i>Hondrich, Karl Otto </i>et al.: Solidarit&auml;t in modernen Gesellschaften, Frankfurt/Main 1992.</p>
<p><i>Kr&uuml;ger, Horst</i> (Hg.): Was ist links?, M&uuml;nchen 1963.</p>
<p><i>Kr&uuml;ger, Horst</i>: Einleitung, in: Kr&uuml;ger (Hg.): Was ist links? 1963, S. 11-28.</p>
<p><i>MEW</i> Band 1: Zur Judenfrage, Berlin 1970, S. 347-377.</p>
<p><i>Nell-Breuning, Oswald von</i>: Baugesetze der Gesellschaft. Solidarit&auml;t und Subsidiarit&auml;t, Freiburg im Breisgau 1990.</p>
<p><i>Nida-R&uuml;melin, Julian</i> et al. (Hg.): Philosophie und Politik, Essen 1997.</p>
<p><i>Nida-R&uuml;melin, Julian</i>: Demokratie und Wahrheit, M&uuml;nchen 2006.</p>
<p><i>Rawls, John</i>: Die Idee des politischen Liberalismus. Aufs&auml;tze 1978-1989, hg. von Wilfried Hinsch, Frankfurt/Main 1997.</p>
<p><i>Rawls, John:</i> Gerechtigkeit als Fairne&szlig;. Ein Neuentwurf, Frankfurt/Main.</p>
<p>Rotbuch-Verlag: WHAT&#8217;S LEFT? Prognosen zur Linken, Berlin 1993.</p>
<p>Sartre, Jean-Paul: Br&uuml;derlichkeit und Gewalt. Ein Gespr&auml;ch mit Benny L&eacute;vy, Berlin 1993.</p>
<p><i>Sartre, Jean-Paul</i>: Das Sein und das Nichts. Versuch einer ph&auml;nomenologischen Ontologie, hg. von Traugott K&ouml;nig, Reinbek bei Hamburg 1998.</p>
<p><i>Schmitt, Carl</i>: Verfassungslehre, 9. Aufl., Berlin 1993.</p>
<p><i>Seils, Christoph</i>: Quicklebendige Leiche, in [<a href="http://www.zeit.de/online/2007/25/linke-pds-wasgkommentar?page=all," rel="nofollow noopener">http://www.zeit.de/online/2007/25/linke-pds-wasgkommentar?page=all,</a> Zugriff: 21.06.2007.</p>
<p><i>Walzer, Michael</i>: M&ouml;glichkeiten der Linken. Wohin soll der Weg gehen?, in: WHAT&#8217;S LEFT? 1993, S. 141-151.</p>
<p><i>Walzer, Michael:</i> Pluralismus und Demokratie, in: Nida-R&uuml;melin et al. (Hg): Philosophie und Politik 1997, S. 24-40.</p>
<p><i>Zoll, Rainer</i>: Was ist Solidarit&auml;t heute?, Frankfurt/Main 2000.</p>
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