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	<title>Thorben Olszewski Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Ernüchternde Bilanz des europäischen Menschenrechtsschutzes</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/200/publikation/ernuechternde-bilanz-des-europaeischen-menschenrechtsschutzes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 03:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rezension zu Alvaro/Zorn: Die Situation der Grund- und Menschenrechte innerhalb der EU (Hamburg 2007). Mitteilungen Nr. 200, Seite 30 Alexander Alvaro &#38; Steffen Zorn: Die Situation der Grund- und Menschenrechte innerhalb der EU. Eine Analyse der rechtlichen und politischen Hintergr&#252;nde. (= Schriften zur Europapolitik Bd. 5) Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2007, 290 Seiten, Preis: 48,- [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension zu Alvaro/Zorn: Die Situation der Grund- und Menschenrechte innerhalb der EU (Hamburg 2007).</p>
<p>Mitteilungen Nr. 200, Seite 30</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/alvaro.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4253 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/alvaro-450x450.jpg" alt="Ern&uuml;chternde Bilanz des europ&auml;ischen Menschenrechtsschutzes" width="450" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/alvaro-450x450.jpg 450w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/alvaro-150x150.jpg 150w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/alvaro-337x337.jpg 337w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/alvaro-250x250.jpg 250w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/alvaro.jpg 500w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></a></span></p>
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<p><i>Alexander Alvaro &amp; Steffen Zorn: <br />Die Situation der Grund- und Menschenrechte innerhalb der EU. <br />Eine Analyse der rechtlichen und politischen Hintergr&uuml;nde. <br />(= Schriften zur Europapolitik Bd. 5) <br />Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2007, 290 Seiten, Preis: 48,- &euro;<br />ISBN-13 978-3-8300-3007-2 </i></p>
<p>Sind staatliche Menschenrechtsverletzungen in den EU-L&auml;ndern nicht l&auml;ngst ein Teil unserer Vergangenheit? Ist der Schutz der Menschenrechte in Europa nicht umfassend gew&auml;hrleistet? Sind Vorkommnisse wie die Cicero-Aff&auml;re oder geheime CIA-Verschleppungen nicht bedauernswerte Einzelf&auml;lle und Ausnahmen von der Regel? Mit einem klaren &bdquo;Nein&ldquo; beantworten der deutsche Europaparlamentarier Alexander Alvaro (FDP) und sein Co-Autor und Steffen Zorn solche Fragen in ihrem Buch &bdquo;Die Situation der Grund- und Menschenrechte innerhalb der EU&#8220;. Sie beschreiben darin das Spannungsverh&auml;ltnis zwischen Programmatik und Realit&auml;t des menschenrechtlichen Schutzes in der Europ&auml;ischen Union. Die Missachtung von Grund- und Menschenrechte geschehe nicht nur in Einzelf&auml;llen, sondern werde durch institutionelle M&auml;ngel erm&ouml;glicht &ndash; Alvaro und Zorn machen daf&uuml;r einen l&uuml;ckenhaften gesetzlichen Schutz der Menschenrechte in der EU verantwortlich.<br />Zun&auml;chst zeigen die Autoren die nachholende Entwicklung der Menschenrechte in der europ&auml;ischen Gemeinschaft auf, die als Wirtschaftsgemeinschaft begann und erst sp&auml;ter auch zur Wertegemeinschaft wurde. Sie zeigen, welche Institutionen f&uuml;r den Schutz der Menschenrechte innerhalb Europas zust&auml;ndig sind, angefangen vom Europaparlament, &uuml;ber die EU-Komission bis zum Europ&auml;ischen Gerichtshof und dem Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte. An der in den letzten Jahren versuchten Harmonisierung von Gesetzen zum Schutz der Menschenrechte kritisieren die Autoren, dass die EU-Vorschriften meist nur den kleinsten gemeinsamer Nenner darstellen und die Standards einiger L&auml;nder eher untergraben, als die anderer L&auml;nder anzuheben. Insbesondere das Scheitern der EU-Verfassung, mit der die Europ&auml;ische Menschenrechtscharta erstmals f&uuml;r alle Mitgliedsstaaten verbindlich geworden w&auml;re, habe bessere Menschenrechtsstandards verhindert. <br />Den Hauptteil ihres Buches widmen die Autoren einer Darstellung der Verletzungen von Menschenrechten in den 27 EU-Staaten sowie den drei Beitrittskandidaten Kroatien, Mazedonien und T&uuml;rkei. Daf&uuml;r greifen sie auf eine breite Basis an Quellen zur&uuml;ck, etwa die Berichten verschiedener EU-Institutionen und diverser Menschenrechtsorganisationen. Diese Quellen belegen, dass in den vergangenen Jahren ein deutlicher Wechsel in der Priorit&auml;t staatlichen Handelns stattgefunden hat, vom Streben nach mehr Freiheit zum Streben nach mehr Sicherheit. Durch alle Kapitel des Hauptteils zieht sich dabei wie ein roter Faden immer wieder das Problem einer &uuml;berzogenen Polizeigewalt, die oft auch mit einem unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig hohen Gebrauch von Schusswaffen einhergeht. Zur Aufkl&auml;rung und Vermeidung solcher &Uuml;bergriffe fehle es meist an unabh&auml;ngigen Ermittlungseinrichtungen, die mit den Ermittlungen beauftragten Polizisten ermitteln oft nur z&ouml;gerlich gegen eigene Kollegen. In einigen L&auml;ndern konstatieren die Autoren fast schon eine Straflosigkeit f&uuml;r Polizeigewalt.<br />Ausf&uuml;hrlich widmen sich Alvaro und Zorn dem Umgang mit Minderheiten. Diese seien vor allem durch Polizeigewalt und Diskriminierung auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt sowie in ihrem Zugang zu Bildungsangeboten benachteiligt. In Zentraleuropa betreffe dies vor allem Muslime, denen beispielsweise in D&auml;nemark die Fahrt in der U-Bahn verweigert wurde. In Osteuropa dagegen werden besonders Roma diskriminiert. Beh&ouml;rden versuchten ihre Ansiedlung zu verhindern, ihre Kinder bekommen eigene Schulklassen oder werden gleich in Sonderschulen abgeschoben. In Tschechien, der Slowakei und Rum&auml;nien komme es teilweise noch zu unfreiwilligen Sterilisationen von jungen Roma-Frauen, die von staatlicher Seite nicht ausreichend bek&auml;mpft und geahndet werden. In Estland und Lettland lebt die russische Minderheit, die zu Sowjetzeiten ins Land kam und nach der Unabh&auml;ngigkeit nicht die neue Staatsb&uuml;rgerschaft erhielt, nun vielfach staatenlos. Die Erlangung der Staatsb&uuml;rgerschaft der jeweiligen L&auml;nder sei oft durch hohe b&uuml;rokratische und andere H&uuml;rden verbaut.<br />Dar&uuml;ber hinaus beschreibt das Buch auch systematische M&auml;ngel des Rechtsstaates: In einigen europ&auml;ischen L&auml;ndern sei die Unabh&auml;ngigkeit der Justiz durch politisch gesteuerte Personalentscheidungen gef&auml;hrdet. Die Arbeits&uuml;berlastung der Justizbeh&ouml;rden f&uuml;hre dazu, dass sich viele Verfahren in die L&auml;nge ziehen und die Untersuchungshaft f&uuml;r Verd&auml;chtige unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig lang dauere. Hinzu komme, dass die Trennung zwischen Untersuchungsh&auml;ftlingen und Verurteilten nicht immer aufrechterhalten wird. Weitere M&auml;ngel zeigten sich bei der Unterbringung von Jugendlichen und psychisch kranken Insassen, die oft nicht ihren Bed&uuml;rfnissen entsprechend behandelt w&uuml;rden. Insgesamt seien die Zust&auml;nde in Haftanstalten in vielen L&auml;ndern mangelhaft, in den Anstalten fehle es an medizinischer Versorgung, an Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r die Inhaftierten und gen&uuml;gend Einzelzellen.</p>
<p>Die ganze Liste der beschriebenen menschenrechtlichen Probleme in den europ&auml;ischen Staaten ist so lang wie erschreckend. Sie umfasst Einschr&auml;nkungen der Gewissensfreiheit, der freien Meinungs&auml;u&szlig;erung und der Pressefreiheit ebenso wie offene Korruption, offene Gewalt gegen und verdeckte Diskriminierung von Frauen und nicht zuletzt die menschenunw&uuml;rdige Behandlung von Migranten, die oftmals wie Verbrecher behandelt w&uuml;rden und nach M&ouml;glichkeit nicht in die EU einreisen sollen. Insgesamt liefert das Buch eine ern&uuml;chternde Bilanz der menschenrechtlichen Standards in Europa. Die Menschenrechte werden &#8211; so das Fazit der Autoren &#8211; in keinem europ&auml;ischen Staat umfassend geachtet. Bei ihrem L&auml;ndervergleich schneiden Luxemburg und Schweden noch am besten ab. Das Buch bietet deshalb eine wertvolle Lekt&uuml;re f&uuml;r all diejenigen, die Menschenrechtsverletzungen in der Dritten Welt vermuten, vor der eigenen Haust&uuml;r jedoch noch nicht wahrgenommen haben.</p>
<p>Thorben Olszewski<br />ist in der Humanistischen Union Berlin-Brandenburg aktiv</p>
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		<title>Menschenrechte in Zeiten des Terrors</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/198/publikation/menschenrechte-in-zeiten-des-terrors/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Sep 2007 08:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 198, S. 30-31 Eine kritische Zwischenbilanz der staatlichen Ma&#223;nahmen gegen den Terror in Deutschland und Europa seit dem 11. September 2001 legt Rolf G&#246;ssner, Pr&#228;sident der Internationalen Liga f&#252;r Menschenrechte in Deutschland, in seinem neuen Buch vor. Im Vordergrund steht dabei die Untersuchung des Schadens, der durch staatlich angeordneten Ma&#223;nahmen zur Erh&#246;hung der [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 198, S. 30-31</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/goessner.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-4265 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/goessner.jpg" alt="Menschenrechte in Zeiten des Terrors" width="199" height="298"></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p>Eine kritische Zwischenbilanz der staatlichen Ma&szlig;nahmen gegen den Terror in Deutschland und Europa seit dem 11. September 2001 legt Rolf G&ouml;ssner, Pr&auml;sident der Internationalen Liga f&uuml;r Menschenrechte in Deutschland, in seinem neuen Buch vor. Im Vordergrund steht dabei die Untersuchung des Schadens, der durch staatlich angeordneten Ma&szlig;nahmen zur Erh&ouml;hung der Sicherheit entstanden ist.</p>
<p>Inhaltlich geht das Buch von folgender Diagnose aus: Wie die polizeilichen Kriminalstatistiken belegen und die Innenminister immer wieder betonen, ist Deutschland eines der sichersten L&auml;nder der Welt. Trotzdem haben viele Menschen Angst, was einerseits auf Terrorismus und Kriminalit&auml;t, andererseits auf &ouml;konomischen Problemen wie Massenarbeitslosigkeit beruht und durch &uuml;bertriebene Mediendarstellungen noch zus&auml;tzlich angeheizt wird. Diese Angst werde von Sicherheitspolitkern genutzt, um die Zustimmung der Bev&ouml;lkerung zu Ma&szlig;nahmen zu erhalten, die teilweise untauglich oder gef&auml;hrlich sind.<br />Die symbolische Politik mit Sicherheits&auml;ngsten wird nach G&ouml;ssners Einsch&auml;tzung seit Jahrzehnten praktiziert, nur die als Begr&uuml;ndung angegebenen Bedrohungsszenarien wandeln sich. W&auml;hrend es heute der islamistische Terrorismus ist, waren es fr&uuml;her die organisierte Kriminalit&auml;t, die RAF oder kommunistische Spione, die uns in Angst und Schrecken versetzen.</p>
<p>In der Kriminalit&auml;tsbek&auml;mpfung macht G&ouml;ssner einen Wandel zu einer Kultur der Pr&auml;vention aus: Die Polizei solle m&ouml;glichst vor dem T&auml;ter am Tatort sein und ihn an seiner Tat hindern. Dazu braucht die Polizei jedoch Daten &uuml;ber T&auml;ter, Tat und Tatort, was zu einem Ende der Unschuldsvermutung und des Datenschutzes f&uuml;hrt. Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung sowie weitere Grundrechte werden zugunsten eines vermeintlichen &bdquo;Supergrundrechts&#8220; auf Sicherheit eingeschr&auml;nkt.</p>
<p>Die gegenw&auml;rtige Bek&auml;mpfung des Terrorismus bringt, so G&ouml;ssner, drei Tabubr&uuml;che mit sich, die es zuvor nicht gegeben habe. Erstens werde der B&uuml;rger generell zum Verd&auml;chtigen erkl&auml;rt und vom Staate als Sicherheitsrisiko betrachtet. Um diesem Risiko zu begegnen, werden Methoden wie die Schleierfahndung, die Rasterfahndung, Video&uuml;berwachung oder &bdquo;vorsorgliche&#8220; Telefon&uuml;berwachung eingesetzt. Zweitens werde die Trennung von Polizei und Geheimdiensten zunehmend aufgehoben, was zu der Gefahr f&uuml;hrt, dass eine &bdquo;Geheimpolizei&#8220; Zeugen oder Beweismittel vor dem Angeklagten und der Justiz geheim h&auml;lt, was faire Prozesse erschwert. Drittens wird der (bewaffnete) Einsatz der Streitkr&auml;fte im Inland forciert. Zugleich w&uuml;rde durch &bdquo;robuste&#8220; Eins&auml;tze der Bundeswehr im Ausland die Terrorgefahr in Deutschland erh&ouml;ht, welche dann wieder durch die Bundeswehr bek&auml;mpft werden soll.<br />Zu den fragw&uuml;rdigen &bdquo;Antiterrorspezialit&auml;ten&#8220; der letzten Jahre z&auml;hlt G&ouml;ssner etwa die Einf&uuml;hrung biometrischer Ausweispapiere, die der damalige Bundesinnenminister Otto Schily &uuml;ber den Umweg der EU durchsetzte. Obwohl die Technologie kaum einen Sicherheitsgewinn verspreche, nicht zuverl&auml;ssig funktioniere, viel Geld koste und aus Sicht des Datenschutzes &auml;u&szlig;erst heikel sei, wurde sie dennoch eingef&uuml;hrt. Das Versprechen, Passinhaber k&uuml;nftig biometrisch identifizieren zu k&ouml;nnen, hat unser Land nicht sicherer gemacht. Der Missbrauch deutscher Reisep&auml;sse beschr&auml;nkte sich schon vorher auf wenige F&auml;lle, bei der Terrorismusbek&auml;mpfung spielten Passf&auml;lschungen praktisch keine Rolle. Vielmehr war die Einf&uuml;hrung der biometrischen Merkmale in den P&auml;ssen von Beginn an mit einem &bdquo;Technologievorsprung&ldquo; f&uuml;r die produzierende Bundesdruckerei verbunden &ndash; dass Otto Schily seit dem Regierungswechsel u.a. als Berater f&uuml;r zwei Biometrie-Unternehmen auftritt, ist reiner Zufall.<br />Den Irrglauben einer durch staatliche &Uuml;berwachung zu steigernden Sicherheit schildert G&ouml;ssner anhand der geheimdienstlichen &Uuml;berpr&uuml;fung, denen zahlreiche Besch&auml;ftigte in &bdquo;sicherheitsrelevanten&#8220; Beh&ouml;rden und Unternehmen ausgesetzt waren. Unter den &Uuml;berpr&uuml;ften fanden sich auch f&uuml;hrende Besch&auml;ftigte der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, von denen die vermeintliche Gefahr ausging, dass sie durch ein gezieltes Verz&ouml;gern bei der Einf&uuml;hrung von Hartz IV &bdquo;Aufst&auml;nde&#8220; h&auml;tten ausl&ouml;sen k&ouml;nnen.</p>
<p>In einem d&uuml;steren Kapitel schildert G&ouml;ssner das Ende der Vertraulichkeit im &Uuml;berwachungskosmos der modernen Telekommunikation&ldquo;: Deutschland sei nach wie vor Weltspitze beim Abh&ouml;ren von Telefonen, die Bundesregierung halte unbeirrt am Gro&szlig;en Lauschangriff fest und auch die Versuche, das Fernmeldegeheimnis auf gerichtlichem Wege wenigstens ansatzweise wieder herzustellen (etwa durch die Verfassungsbeschwerde der Humanistischen Union gegen den Einsatz von IMSI-Catchern) scheiterten. F&uuml;r die Zukunft sei keine Besserung in Sicht, wenn die Telekommunikationsanbieter demn&auml;chst die Verbindungsdaten von Telefonen, E-Mails und Internetverbindungen sechs Monate lang speichern m&uuml;ssen. <br />Noch st&auml;rker ist die pr&auml;ventive &Uuml;berwachung von Migranten, welcher der Autor einen gr&ouml;&szlig;eren Abschnitt widmet. Migranten st&uuml;nden generell unter einem st&auml;rkeren Terrorverdacht als Deutsche: Ihre Visa f&uuml;r Deutschland enthalten biometrische Merkmale, im Ausl&auml;nderzentralregister werden umfangreiche Daten &uuml;ber sie gesammelt, Abschiebungen und das Verbot ausl&auml;ndischer Vereine wurden erleichtert und Migranten verhaftet bzw. ihre Wohnungen durchsucht, da Rasterfahndungen sie verd&auml;chtig erscheinen lie&szlig;en. Kritisch setzt sich G&ouml;ssner auch mit den in einigen Bundesl&auml;ndern verbreiteten Frageb&ouml;gen auseinander, mit deren Hilfe die Tauglichkeit von Migranten f&uuml;r die deutsche Staatsb&uuml;rgerschaft gepr&uuml;ft werden sollte. Neben dem zweifelhaften Wert solcher Fragen nach der staatsb&uuml;rgerlichen Allgemeinbildung verweist G&ouml;ssner darauf, dass bei einigen Fragen auch ein Gro&szlig;teil der deutschst&auml;mmigen Bev&ouml;lkerung durchfallen w&uuml;rde.</p>
<p>Das Fazit des Buches lautet: Die Terrorbek&auml;mpfung in Deutschland und Europa ist dadurch gepr&auml;gt, dass Symptome mit fragw&uuml;rdigen Methoden bek&auml;mpft werden sollen, w&auml;hrend nichts gegen die Ursachen unternommen wird bzw. diese noch verst&auml;rkt werden. Das Buch zeichnet sich durch einen fl&uuml;ssigen und verst&auml;ndlichen Sprachstil aus und hat ein umfangreiches Quellenverzeichnis als Beleg f&uuml;r die dargelegten Fakten. Die Anti-Terror-Ma&szlig;nahmen in Deutschland werden umfassend dargestellt, die in der EU eher am Rand erw&auml;hnt. Ebenfalls nur peripher kommt Russland vor, ein Land in dem man wirklich von &bdquo;Gegenterror&#8220; sprechen kann, sei es in Tschetschenien oder bei den &bdquo;Befreiungen&#8220; von Geiseln in Moskau und Beslan.</p>
<p><i>Thorben Olszewski<br />ist in der Humanistischen Union Berlin-Brandenburg aktiv</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/198/publikation/menschenrechte-in-zeiten-des-terrors/">Menschenrechte in Zeiten des Terrors</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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