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	<title>Tim Hering Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Solange man noch im Gedächtnis seiner Freunde existiert, ist der Tod nicht wirklich da. Zum Tod von Diethard Seemann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Aug 2006 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Nachrufe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 194, S. 24 Wir sind hier, um uns von Diethard Seemann zu verabschieden. Ich spreche zu Ihnen im Namen der HU, der er lange angeh&#246;rt hat und in der er viele Freunde hinterl&#228;sst. Diethard Seemann war seit 1968 aktives Mitglied der HU und seit vielen Jahren auch Vorstandsmitglied des M&#252;nchener Regionalverbands. Wir Vorstandskollegen [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/194/publikation/solange-man-noch-im-gedaechtnis-seiner-freunde-existiert-ist-der-tod-nicht-wirklich-da-zum-tod-von/">Solange man noch im Gedächtnis seiner Freunde existiert, ist der Tod nicht wirklich da. Zum Tod von Diethard Seemann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 194, S. 24</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seemann.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4297 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seemann-600x331.jpg" alt="Solange man noch im Ged&auml;chtnis seiner Freunde existiert, ist der Tod nicht wirklich da. Zum Tod von Diethard Seemann" width="600" height="331" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seemann-600x331.jpg 600w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seemann-768x424.jpg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seemann-1000x552.jpg 1000w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seemann-800x442.jpg 800w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seemann-450x249.jpg 450w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seemann.jpg 1233w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></span></p>
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<p>Wir sind hier, um uns von Diethard Seemann zu verabschieden. Ich spreche zu Ihnen im Namen der HU, der er lange angeh&ouml;rt hat und in der er viele Freunde hinterl&auml;sst.</p>
<p>Diethard Seemann war seit 1968 aktives Mitglied der HU und seit vielen Jahren auch Vorstandsmitglied des M&uuml;nchener Regionalverbands. Wir Vorstandskollegen haben seinen langen Abschied mit Schmerzen verfolgt und bis zuletzt mit ihm gehofft, da&szlig; vielleicht doch noch ein gn&auml;diges Schicksal ihm diesen fr&uuml;hen Tod ersparen w&uuml;rde. Es war vergebens.</p>
<p>Lassen Sie mich kurz die Stationen seiner T&auml;tigkeit in der HU in Erinnerung rufen: Als Mitglied des Ortsverbandes Mannheim wurde er in den Jahren 1973-1975 in den Bundesvorstand der HU gew&auml;hlt. Bereits in dieser Zeit hat er sich schon f&uuml;r ein Thema interessiert, das uns mehr als 30 Jahre sp&auml;ter noch immer besch&auml;ftigt: &#8222;Unterwegs zur Datendiktatur&#8220;, so lautet der Titel seines Aufsatzes, der 1975 in den <i>vorg&auml;ngen</i> erschien. Er ist noch heute aktuell, weil die technische Entwicklung inzwischen ja noch viele weitere, damals nicht zu erahnende &Uuml;berwachungsm&ouml;glichkeiten er&ouml;ffnet hat.</p>
<p>Dann wurde Diethard Seemann 1991 zum Leiter der Volkshochschule in Neubiberg am Stadtrand von M&uuml;nchen berufen. Damit war der Wechsel zur M&uuml;nchner HU verbunden, wo er sogleich im Arbeitskreis &#8222;Gl&auml;serner Mensch&#8220; seine Energie einbrachte. Kurz darauf wurde er im M&uuml;nchner Ortsvorstand unser Kollege und wir seine Freunde. Es folgten viele Jahre der fruchtbaren Zusammenarbeit, bis ihn seine Krankheit einholte. Es war bewundernswert, wie er mit eisernem Willen die letzten Sitzungen gemeistert hat, obwohl ihm klar war, dass sein Lebensende nicht mehr weit sein konnte.</p>
<p>Sein gro&szlig;es Kommunikationstalent fand im letzten Jahr nochmals ein passendes Forum, als er mit unserem Vorstandssprecher Wolfgang Killinger gemeinsam eine regelm&auml;&szlig;ige Stunde der HU im Lokalradio LORA der Stadt M&uuml;nchen ins Leben rief. Darin hat er in zweimonatigem Abstand den Zuh&ouml;rern mit beachtlichem Echo viele HU-Themen vorgestellt. Die letzte Sendung besch&auml;ftigte sich mit dem &#8222;Evolution&auml;ren Humanismus&#8220;, einem Thema von besonderem Interesse f&uuml;r ihn, das ihn zeitlebends begleitet hat.</p>
<p>Dabei erinnere ich mich an eine unserer letzten gemeinsamen Autofahrten, die h&auml;ufig von tiefsch&uuml;rfenden Diskussionen begleitet waren und am Ziel oft noch lange weitergingen, bevor wir endlich ausstiegen. Bei dieser ging es um ein m&ouml;gliches Leben nach dem Tod. Wir waren uns schlie&szlig;lich einig: Solange man noch im Ged&auml;chtnis und den erinnernden Gespr&auml;chen seiner Hinterbliebenen und Freunde existiert, ist der Tod nicht wirklich da.</p>
<p>Wenn das so ist, wird Diethard Seemann noch lange Zeit unter uns sein.</p>
<p><i>Diese Rede f&uuml;r Diethard Seemann hielt <br />Tim Hering auf der Trauerfeier am 8. August 2006</i></p>
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		<title>Friedrich Rische: &#8222;Ein Zeitzeuge klagt an! Bürgerrechtsverletzung und Justizopfer im kalten Krieg: Ein Stück verdrängter deutscher Geschichte</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/179/publikation/friedrich-rische-ein-zeitzeuge-klagt-an-buergerrechtsverletzung-und-justizopfer-im-kalten-krieg-e/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2002 13:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pluralismus]]></category>
		<category><![CDATA[Strafen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bericht über Vortrag und Diskussion der HU (gemeinsam mit VVN/Bund der Antifaschisten) am 19. Juni 2002 in der Seidlvilla, München Mitteilungen Nr. 179, S.66 Fr. Rische (Jahrg.1914) gehörte dem 1. Deutschen Bundestag als Abgeordneter der KPD an. Damals war es selbstverständlich, dass die KPD als die am radikalsten von der NS-Justiz bekämpfte Partei dem neuen [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bericht über Vortrag und Diskussion der HU</p>
<p>(gemeinsam mit VVN/Bund der Antifaschisten) am</p>
<p>19. Juni 2002 in der Seidlvilla, München</p>
<p>Mitteilungen Nr. 179, S.66</p>
<p>Fr. Rische (Jahrg.1914) gehörte dem 1. Deutschen Bundestag als Abgeordneter der KPD an. Damals war es selbstverständlich, dass die KPD als die am radikalsten von der NS-Justiz bekämpfte Partei dem neuen Parlament angehörte. Sie konnte jedoch von Anfang an nicht mehr an ihr großes politisches Mandat aus der Weimarer Republik anknüpfen, sondern blieb stets marginal und stellte &#150; vor allem als Nachwirkung des gewaltigen Trommelfeuers der NS-Propaganda während des 2.Weltkriegs &#150; keine reale politische Macht mehr dar. Das war aber im Zuge des unmittelbar nach 1948 offenbar<br />werdenden kalten Krieges nicht ausreichend, um sie zu tolerieren: sie wurde von Anfang an als 5. Kolonne der SU ohne eigene politische Vorstellungen betrachtet und dementsprechend traktiert. Dieser politisch und juristisch durchexerzierte Antikommunismus führte zu gravierendenVerletzungen genau derjenigen Bürger- und Menschenrechte, die man kurz zuvor in der neuen Verfassung verankert hatte. Fr. Rische berichtete als Zeitzeuge aus seiner Sicht von den Vorgängen um das &#132;Blitzgesetz&#147; von 1951, mit dem die KPD und ihre Unterorganisationen als verfassungsfeindlich verboten wurden und sich zugleich der politische Schwenk der BRD zum Bundesgenossen der USA in ihrem inzwischen offenen kalten Krieg gegen den Ostblock vollzog. An der juristischen Vorbereitung der erforderlichen Gesetzesänderungen waren dann ganz entscheidend ehemalige führende NS-Juristen beteiligt, was die betroffenen KPD-Politiker ganz besonders schockieren musste: Sie waren allesamt Überlebende der NS-Gefängnisse und KZ, in die sie die gleichen<br />Juristen zuvor hinein gebracht hatten. In der Folgezeit wurden-<br />in Eintracht mit den fast zeitgleich ablaufenden Hetzjagden der McCarthy Zeit in den USA- mehrere hunderttausend Ermittlungsver-fahren eingeleitet und 7000 Verurteilungen erwirkt, so etwa eine 3 jährige Gefängnisstrafe für die Organisation einer Volksbefragung gegen die Wiederbewaffnung der BRD. (Einen Eindruck von dem ganzen Spektrum dieser Prozesse vermittelt das Buch von HU-Beiratsmitglied Heinrich Hannover &#132;Die Republik vor Gericht: 1954 bis<br />1974&#147;). Erst 1968 wurde die unmittelbare Verfolgung von<br />Kommunisten und Oppositionellen beendet, rehabilitiert wurden die Opfer nie, die zustehenden Entschädigungen für erlittene Verfolgungen in der NS- Zeit blieben ihnen vorenthalten.<br />1972 folgte dann als Reaktion auf die Revolte der 68er der Radikalenerlaß mit seinen Berufsverboten. Die wurden 1995 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als Rechtsverstoß gebrandmarkt, als Folge der Klage einer Betroffenen, die viele Jahre zuvor wegen ihrer DKP-Zugehörigkeit aus dem Staatsdienst entfernt worden war.<br />Es war beeindruckend und auch ergreifend, dem beinahe              90-jährigen Referenten zuzuhören, der selbst von einem NS-Gericht<br />wegen &#132;Vorbereitung zum Hochverrat &#132; ins Zuchthaus und KZ geschickt wurde, von 1949 bis 1953 MdB war und später wegen seiner Aktivitäten für die KPD vom BGH zu 3 Jahren Haft verurteilt wurde. Dabei wurde noch einmal deutlich, wie der sofort nach 1945 einsetzende kalte Krieg in Deutschland die unbedingt erforderliche Verarbeitung der traumatischen Geschichte des 3. Reiches zunächst<br />behindert und schließlich über weite Strecken ganz verhindert hat. Die Schnelligkeit, mit der damals die gesetzlichen Voraussetzungen für die Ausschaltung der tatsächlich oder auch nur vermutlich kommunistisch beherrschten Organisationen geschaffen wurden, ohne die realistischen Erfolgsaussichten dieser Maßnahmen gegen die Schäden an Verfassung und öffentlichem Rechtsbewusstsein abzuwägen, hat seitdem Schule gemacht. Zuletzt in der Art und Weise, wie der Gesetzgeber auf die Furcht vor Terroristen nach dem 11.September reagiert hat. Jede Begegnung mit den inzwischen<br />immer seltener gewordenen Zeitzeugen, die diese ganze Entwicklung von Anfang an aktiv miterlebt haben, fasziniert und<br />deprimiert daher gleichermaßen.</p>
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		<title>Die Preisverleihung „Aufrechter Gang“ am 28.1.99 in München</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/165/publikation/die-preisverleihung-aufrechter-gang-am-28199-in-muenchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jan 1999 14:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[München: AufrechterGang]]></category>
		<category><![CDATA[Religion: Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 165, S. 21 Am 28. Januar wurde in München der Preis &#132;Aufrechter Gang&#147; an das Ehepaar Sepp Obermeier und Chung Yee Tang-Obermeier aus Bruckmühl überreicht. Damit drückte die HU-München ihre Anerkennung aus für den Mut, der Preisträger gegen die Intoleranz der Stammtische und das staatlich-bayerische Vorurteil, wonach allein die öffentlich zur Schau gestellten [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/165/publikation/die-preisverleihung-aufrechter-gang-am-28199-in-muenchen/">Die Preisverleihung „Aufrechter Gang“ am 28.1.99 in München</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 165, S. 21</p>
<p>Am 28. Januar wurde in München der Preis &#132;Aufrechter Gang&#147; an das Ehepaar Sepp Obermeier und Chung Yee Tang-Obermeier aus Bruckmühl überreicht. Damit drückte die HU-München ihre Anerkennung aus für den Mut, der Preisträger gegen die Intoleranz der Stammtische und das staatlich-bayerische Vorurteil, wonach allein die öffentlich zur Schau gestellten christlichen Symbole den Werteverfall aufhalten können.<br />Der symbolische Preis (eine Figur, die entweder als stacheliger Kaktus oder als aufrecht gehender Mensch gesehen werden kann) wird Bürgern aus Bayern verliehen, die unter persönlichen Opfern nicht jedes Handeln staatlicher oder gesellschaftlicher Organe kritiklos hinnehmen und sich auch vom Druck der &#132;Volksmeinung&#147; nicht beirren lassen. Im Falle der Preisträger entstand die Auseinandersetzung, weil sie auf dem Grundrecht bestehen, daß ihre Kinder in einem Schulraum ohne religiöse Symbole unterrichtet werden. <br />Es ist für Bayern wohl am treffendsten von Gerhard Polt formuliert worden: Wir brauchen keine Opposition, denn wir sind schon demokratisch!<br />Darin drückt sich ein tiefes Mißverständnis einer demokratischen Gesellschaft aus, denn deren Prüfstein ist nicht die große Mehrheit, sondern ihr Umgang mit den Minderheiten.</p>
<p>Tim Hering</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/165/publikation/die-preisverleihung-aufrechter-gang-am-28199-in-muenchen/">Die Preisverleihung „Aufrechter Gang“ am 28.1.99 in München</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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