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	<title>Tobias Baur Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Nachrufe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[huadminuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 12:28:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In: vorgänge Nr. 234 (2/2021), S. 107 &#8211; 112 Helga Killinger *10.12.1937 – †13.09.2021 Am 13. September 2021 ist Helga Killinger im Alter von 84 Jahren verstorben. Sie hat die Humanistische Union fast von Anfang an begleitet und war viele Jahre ihre Ansprechperson und gute Seele. Als Bundesgeschäftsführerin arbeitete sie von 1975 bis 1997 fünf [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In: vorgänge Nr. 234 (2/2021), S. 107 &#8211; 112</p>
<h4></h4>
<h4>Helga Killinger</h4>
<p>*10.12.1937 – †13.09.2021</p>
<p>Am 13. September 2021 ist Helga Killinger im Alter von 84 Jahren verstorben. Sie hat die Humanistische Union fast von Anfang an begleitet und war viele Jahre ihre Ansprechperson und gute Seele. Als Bundesgeschäftsführerin arbeitete sie von 1975 bis 1997 fünf Bundesvorsitzenden und zahlreichen Vorstandsleuten zu: alles eigenständige Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Fachgebieten, Temperamenten und Einstellungen zu oft strittigen Themen; des Weiteren ungezählte Aktive aus Landes-, Orts- und Regionalverbänden, Arbeitsgemeinschaften und nicht zuletzt die von ihr immer sehr geschätzten „einfachen“ Mitglieder oder Interessierte mit ihren manchmal gar nicht so einfachen Anliegen.(1) Helga Killinger kannte die meisten und hatte ein Ohr für alle.</p>
<p>An dieser Stelle soll Helga Killinger und ihr lebenslanges Wirken für die Humanistische Union erinnert und gewürdigt werden.<br />
1962 trat Helga der jungen HU als Mitglied bei, noch drei Jahre vor ihrem Mann Wolfgang. Frauen waren klar in der Minderzahl; eine Stichprobe zur Struktur der HU von 1963 nennt einen Frauenanteil von rund 20 Prozent. Ihre Ausbildung als Ingenieursassistentin war damals für Mädchen bestimmt, zur Zuarbeit für technische Entwicklungsprozesse. Dass Frauen keine Menschen zweiter Klasse sein dürfen, hat Helga immer stark bewegt, vielleicht auch aus dieser Perspektive heraus.</p>
<p><strong>Helgas Themen</strong></p>
<p>Als Geschäftsführerin der ältesten deutschen Bürgerrechtsorganisation hat Helga Killinger den spannenden bürgerrechtlichen Diskurs in der jungen Bundesrepublik der 1970er und 1980er Jahre hinweg bis zur Verfassungsdebatte nach dem Beitritt der DDR und dem Beginn der Berliner Republik verfolgt und die Themenpalette der HU mit gestaltet. Als Mittlerin zwischen Vorstand, sonstigen Gremien der HU und der Öffentlichkeit hat sie sich tagtäglich ein fundiertes Wissen zum Themenkanon der HU erarbeitet. Zum juristischen Fachwissen, das für die verbindliche Durchsetzung der Bürgerrechte unverzichtbar ist, gehörten hierzu auch die gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen einer zunehmend emanzipierten und selbstbestimmten Gesellschaft.</p>
<p>Gerade hier engagierte sich Helga besonders. Viele Themen wurden dann von der 1968er Bewegung übernommen und nach und nach verwirklicht: antiautoritäre Kinderläden, Wohngemeinschaften und Frauenhäuser, Gleichstellung von Frauen und Männern, Trennung von Staat und Kirchen sowie erste und letzte Fragen, wie das Recht auf Abtreibung und zum selbstbestimmten Sterben. Dies waren von Anfang an Helgas bevorzugte Themen, für die sie sich mehr oder weniger sichtbar, jedoch immer tatkräftig einsetzte.<br />
Dokumentiert ist eine Rede von Helga Killinger auf einer Frauenkundgebung in München am 25. Februar 1975, mit der sie vielleicht die Aufmerksamkeit der neu gewählten Bundesvorsitzenden Charlotte Maack erreichte, die sie im Herbst desselben Jahres als Geschäftsführerin einstellte.(2)</p>
<p>Es folgten zahlreiche frauenpolitische Forderungen, viele davon wegweisend, wie der Entwurf eines Antidiskriminierungsgesetzes im „Jahr der Frau“ 1976.(3 ) Dieser Entwurf enthielt bereits Vorschläge für eine Quotierung auf allen Funktionsebenen sowie Frauenförderpläne mit einem Klagerecht. Der Entwurf kann als Grundlage für die spätere Einführung von Frauenbeauftragten gesehen werden sowie für den erst Ende 1994 in die Staatszielbestimmung des Art. 3 Abs. 2 GG übernommen Vorschlag der HU zur Gleichstellung von Frauen (HU-Kampagne: „Frauen in bester Verfassung“).</p>
<p>Kaum zu überschätzen ist der jahrzehntelange Einsatz von Helga Killinger im Kampf um die ersatzlose Streichung des § 218 StGB. Gerne erzählte sie von der legendären Demonstration Mitte der 1970er Jahre auf dem Karlsplatz in München: viele Frauen mit künstlichen Bäuchen als Schwangere verkleidet und unter dem Motto: „Wir sind gerne Mütter, aber freiwillig!“. 1974 gründete der Ortsverband Lübeck der HU mit Unterstützung einiger Lübecker Ärzte eine Beratungsstelle für ratsuchende Frauen, um Hilfe für diese zu organisieren.<br />
Ein Tiefpunkt im Kampf um § 218 war der „Memminger Prozess“ vor dem dortigen Landgericht gegen einen Frauenarzt wegen des Vorwurfs von ambulanten Abtreibungen ohne ausreichende Indikation. Die Prozesse erfolgten vor dem Hintergrund einer äußerst restriktiven Praxis in Bayern, die faktisch kaum eine selbstbestimmte Beendigung einer Schwangerschaft zuließ. Viele Frauen in Notlagen gingen in andere Bundesländer oder nach Holland. 1986 wurde die Patientenkartei des Frauenarztes im Zuge einer Steuerermittlung beschlagnahmt und dann an die Ermittlungsbehörden weitergegeben. Es folgten Ermittlungen gegen 279 Frauen und 78 Männer wegen Verstoßes gegen § 218 oder Beihilfe dazu. 1988 erhielten über 130 Frauen Strafbefehle und bezahlten diese fast ausnahmslos, um nicht aufzufallen. Die HU und ihre Geschäftsführerin Helga Killinger haben sich während der gesamten Prozessdauer bis zum Urteil, das letztlich auf Bewährung erging, für den Arzt und für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen eingesetzt.(4) Da die HU hierbei immer wieder zitiert wurde, konnte nicht ausbleiben, dass viele ratsuchende Frauen bei Helga Killinger anriefen und ihren guten Rat erhielten.</p>
<p>Weitere von Helga Killinger jahrzehntelang begleitete Themen waren die Trennung von Staat und Kirchen, z.B. die Kruzifixe in öffentlichen Gebäuden sowie der Diskurs um die (aktive) Suizidbeihilfe. (5)</p>
<p><strong>Helgas Geschäftsführung</strong></p>
<p>Die Arbeitsweise von Helga Killinger und ihre immense Energie konnte ich während unserer gemeinsamen Geschäftsführungszeit ab August 1997 erfahren. In diese Zeit fiel auch der zuvor so umstrittene Umzug der Geschäftsstelle von München nach Berlin. Sitz der HU war der dritte Stock der Bräuhausstraße 2, neben dem Hofbräuhaus. Einen Aufzug gab es nicht …</p>
<p>Die Arbeit der Geschäftsführerin erfolgte unter heute kaum noch vorstellbaren Bedingungen und großem körperlichen Einsatz. Das Telefon läutete ständig. Um die Anrufliste abzuarbeiten, mussten die Verbindungen jeweils Zahl für Zahl gewählt werden. Der Versand von Informationen erfolgte zumeist per Briefpost und mit vorgefertigten Klebeetiketten. Auch die Verbreitung unserer Pressemitteilungen per Fax erforderte einige Fingerfertigkeit zur Eingabe der Nummern. Bei Besetztzeichen musste erneut gewählt werden, wieder und wieder.<br />
Aktuelle Themen wurden durch hastige Zeitungslektüre verfolgt oder telefonisch bzw. durch Zusendung von fotokopierten Artikeln mitgeteilt von treuen Mitgliedern. Anschreiben, Presseartikel oder Berichte wurden einzeln kopiert und an die Verteiler-Listen gesendet. Die Mitgliederzeitschrift Mitteilungen wurde mit Schere, Klebstift und TippEx gestaltet und die Druckvorlage wurde fotomechanisch erstellt. Alle Versendungen wurden kurz vor Schalterschluss mit einem stabilen Wäschekorb und Rollwagen zur Post expediert. Danach ging die Arbeit oft noch weiter. Dank der Unterstützung ihres Mannes Wolfgang Killinger gab es immerhin frühe Innovationen zur Digitalisierung der HU-Arbeit. Die Erstellung von Texten und die Buchhaltung erfolgte über einen PC, daneben existierte aber auch noch eine Schreibmaschine für Kurzschreiben. Prunkstück der Geschäftsstelle war eine frühe Modemverbindung in das CL-Netz sozialer Organisationen.<br />
Ihre Arbeit für die HU leistete Helga im täglichen Trubel flink und hoch konzentriert. Pausen gab es kaum. Die Arbeit erfolgte selten sitzend und die Kommunikation lief über kollegiale Zurufe zwischen den Räumen der Geschäftsstelle mit ihren hohen Aktenregalen und Papierstapeln. Unvergessen ist für mich das fast immer fröhliche Lächeln von Helga, das für viele ansteckend wirkte. Ihr Lächeln verschwand jedoch schnell, wenn sie von Verletzungen der Bürger- und Menschenrechte hörte, vor allem wenn es um mangelnde Rechte zur Selbstbestimmung ging. In solchen Momenten konnte sie im Nu einen zornigen Leserbrief verfassen oder zum Telefonhörer greifen und flugs die Durchwahl einer Redaktion oder eines HU-Mitglieds in einer entscheidenden Funktion anrufen.</p>
<p>Mit dem Umzug der Bundesgeschäftsstelle in das Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte ging auch der Eintritt in ihren Unruhe-Stand einher. Sehr genau hat sie die Entwicklungen seither verfolgt und sich immer wieder mit einem direkten Anruf oder per Mail gemeldet. Nur wenigen ist bekannt, dass Helga Killinger, wie immer Seite an Seite mit Wolfgang, den Weg der HU auch nach dem Umzug in das neue Hauptquartier noch viele Jahre weiter begleitet und mit gestaltet hat. Mehrmals jährlich reisten die beiden nach Berlin, um bei Fragen der Mitgliederverwaltung, den Datenarbeiten zum Jahresabschluss sowie mit jedweden Auskünften zu helfen. Helga Killinger war ein Archiv der HU auf zwei Beinen und nicht nur für ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger in der Geschäftsführung jederzeit ansprechbar und immer auskunftsfähig.</p>
<p>Wir haben Helga Killinger sehr viel zu verdanken und sie wird uns fehlen.</p>
<p><em>Tobias Baur</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>&bdquo;Mit der HU und ihren Themen haben wir unser Leben aufgebaut.&ldquo; Zum Tod von Helga und Wolfgang Killinger (6)</h4>
<p>Helga Killinger ist am 13. September 2021 verstorben. Nur zwei Monaten später, am 15. November 2021, ist ihr Wolfgang Killinger gefolgt. Es scheint, als seien sie als Paar wie Philemon und Baucis fast gleichzeitig von uns gegangen. Diese hatten die Götter gebeten, zusammen sterben zu dürfen, damit der eine nicht in das Grab des anderen schauen müsse. Viele, die Helga und Wolfgang Killinger während ihres sechs Jahrzehnte währenden bürgerrechtlichen Engagements in der Humanistischen Union (HU) kennen lernten, dürften sie auch als neuzeitliches Paar mit Eigenschaften von Philemon und Baucis wahrgenommen haben. Mit ihren Ideen und Handlungen haben sie sich oft gegen die Mehrheit und das Herrschende gestellt.</p>
<p>Helga, Jahrgang 1937, ausgebildete Ingenieurassistentin, war seit 1962 Mitglied der Humanistischen Union und von 1975 bis 1997 deren Bundesgeschäftsführerin. Bis zu ihrem Tod blieb sie das historische als Gedächtnis der HU. Sie hinterlässt ein unvergleichliches Archiv mit Dokumenten, dass es durch die HU zu sichern gilt.</p>
<p>Wolfgang, Jahrgang 1936, war bis zu seiner Rente als Diplomingenieur bei Siemens in München tätig. Er wurde 1965 Mitglied der HU und hat sich seit 1975 im Vorstand des Orts-und Regionalverbandes München-Südbayern engagiert, langjährig als dessen Vorsitzender.<br />
Als beide zur HU kamen, unmittelbar nach ihrer Gründung und vor der 68er Bewegung, waren sie 25 und 29 Jahre jung. Sie gehörten nicht zur Minderheit der linksliberalen Honoratioren um Gerhard Szczesny, den Professoren der geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer, den Juristen, Gewerkschaftlern und Theologen, die die HU gegründet hatten. Diese waren angetreten, mit der HU eine „Gegenöffentlichkeit“ zu schaffen, um dem weitreichenden Einfluss der Kirchen und dem aggressiven und unreflektierten Antikommunismus der fünfziger und frühen sechziger Jahren die Stirn zu bieten. Die HU sollte nach ihrem Gründungsaufruf „für die Wahrung oder Wiederherstellung unserer Grundrechte … sorgen, die gemeinschaftlichen Werte unseres Staates verteidigen, für eine freie und weltoffene Erziehung, Bildung und Forschung“ eintreten und alles tun, was geeignet ist, „d<em>ie wahre Struktur und Stärke der religiösen, philosophischen, weltanschaulichen, künstlerischen und existentiellen Strömungen in unsrer Gesellschaft zum Vorschein und zur Geltung zu bringe</em>n.“</p>
<p>Helga und Wolfgang kam damals noch nicht in den Sinn, eine Gegenöffentlichkeit herstellen; sie wollten in ihrem Leben aus der Enge der damaligen Welt ausbrechen. Sie suchten bei der HU Alternativen zu ihren vorgezeichneten Lebenspfaden – und fanden sie. Die von der HU veranstalteten Vorträgen mit prominenten Rednern, die einen Gegenkurs zum Herrschenden propagierten, auch zur Gegenwehr ermunterten und öffentliche Unterstützung dabei versprachen, waren für die beiden genau das Richtige. Für seine Entscheidung, aus der Kirche auszutreten, hörte sich Wolfgang an, was die Gründer der HU zur Trennung von Staat und Kirche und deren Verankerung im Grundgesetz vortrugen.</p>
<p>Helga als junge Mutter fand und suchte moderne Erziehungsgrundsätze, die ihrer Rolle als berufstätiger Frau gerecht wurden. Nach einem HU-Kongress über Kindererziehung organisierte sie mit anderen Gleichgesinnten in München einen integrativen Kindergarten. Bei ihrer Mitarbeit in der Kleinkindergruppe erfuhr sie, dass bereits kleine Kinder von der Mutter weg und mit anderen Kindern zusammen sein wollten; was für sie eine nachhaltige Korrektur des konservativen Frauenbildes und dem damit einhergehenden Erziehungsstil bedeutete. Helga gab zu Protokoll, dass sie viel über Erziehung und Psychologie in der HU erfahren und diskutiert hat.</p>
<p>Beide Killingers begannen sehr schnell, nicht nur von der HU zu lernen und sich an deren Positionen im eigenen Leben zu orientieren.6 Als Mitglieder der HU machten sie ihre Lebensthemen zu Themen der HU; was bedeutete, dass sie einen wesentlichen Teil ihres Lebens in der HU verbrachten. Das lag bei Helga als Bundesgeschäftsführerin nahe. Aber auch Wolfgang hat einen großen Teil seiner Zeit mit HU-Projekten verbracht. Auf Radio Lora, einem Stadtteilradio für den Raum München, propagierte er über viele Jahre HU-Themen und Standpunkte. Es ist dieser Art von Mittun zu verdanken, dass sich die HU vom Honoratiorenclub zur Bürgerrechtsvereinigung entwickelte.<br />
Sucht man nach dem herausragenden Thema an dem beide Killingers beteiligt waren, hat man es angesichts der Fülle ihrer Aktivitäten in der HU schwer. Dennoch ragt ein Thema heraus: es ist der Datenschutz und dessen bürgerrechtliche Relevanz. Beim Datenschutz wurden die HU und mit ihr beide Killingers prominente Geburtshelfer des neuen Grundrechts auf informelle Selbstbestimmung. Nachdem Prof. Dr. Wilhelm Steinmüller im Juli 1971 sein legendäres Gutachten zu den „<em>Grundfragen des Datenschutzes</em>“ angefertigt hatte, in dem grundlegende Rechtsfragen des Datenschutzes erstmals systematisch ausgearbeitet und die Figur der „<em>informationellen Selbstbestimmung</em>“ entworfen wurde, die dann 1983 im „Volkszählungsurteil“ des Bundesverfassungsgerichts eine zentrale Rolle spielte, organisiert sich die HU schnell um dieses Thema. Das die HU dieses Thema von Anfang an begleitet, ist prominent auch Wolfgangs Verdienst. Es gab eine sichtbare Affinität von Wolfgang als Elektroingenieur zu diesem Thema. Ihm ist auch zu verdanken, dass der Datenschutz in der HU bis heute einen festen Platz hat. Zugleich engagierte er sich auch für einen modernen Umgang mit den neuen Medien in der HU. (7)</p>
<p>Was wird uns am meisten von Helga und Wolfgang im Gedächtnis bleiben? Ihre besonne und uneitele Art, die immer vermied, jemanden zu verletzen; selbst dann, wenn der Gegenüber nur schwer zu Ertragenes veranstaltete. Auch angesichts tiefgehender Auseinandersetzungen und Brüche, die es in der Geschichte der HU gab, blieben Helga und Wolfgang Killinger in all diesen Auseinandersetzungen zwar Beteiligte, aber souveräne und treue Streiter für ihre Anliegen. Beide waren sie bis zum Schluss auf der Suche danach, Neues zu erkennen und dieses in der HU zur Diskussion zu stellen.</p>
<p><em>Rosemarie Will</em></p>
<p><span dir="ltr" role="presentation">(1) S.</span> <span dir="ltr" role="presentation">ihren Beitrag in der vorgänge-Sonder</span><span dir="ltr" role="presentation">aus</span><span dir="ltr" role="presentation">gabe zum</span> <span dir="ltr" role="presentation">4</span><span dir="ltr" role="presentation">0. Jubiläum der HU: Helga Killin</span><span dir="ltr" role="presentation">ger (2001): „Es ist Freitag – Politische Arbeit</span><br role="presentation" /><span dir="ltr" role="presentation">etwas</span> <span dir="ltr" role="presentation">anders“.</span> <span dir="ltr" role="presentation">vorgänge</span> <span dir="ltr" role="presentation">Nr.</span> <span dir="ltr" role="presentation">155</span> <span dir="ltr" role="presentation">(3/2001</span><span dir="ltr" role="presentation">)</span><span dir="ltr" role="presentation">, </span><span dir="ltr" role="presentation">S.</span> <span dir="ltr" role="presentation">77ff.</span></p>
<p><span dir="ltr" role="presentation">(2) S.</span> <span dir="ltr" role="presentation">Helga</span> <span dir="ltr" role="presentation">Killinger</span> <span dir="ltr" role="presentation">(1975):</span> <span dir="ltr" role="presentation">„Solidarität</span> <span dir="ltr" role="presentation">der </span><span dir="ltr" role="presentation">Frauen“.</span> <span dir="ltr" role="presentation">Rede</span> <span dir="ltr" role="presentation">auf</span> <span dir="ltr" role="presentation">der Frauenkundgebung </span><span dir="ltr" role="presentation">am 25. Februar 1975 in München.</span> <span dir="ltr" role="presentation">vorgänge</span><br role="presentation" /><span dir="ltr" role="presentation">Nr.</span> <span dir="ltr" role="presentation">14 (2/1975), S. 7/8.</span></p>
<p><span dir="ltr" role="presentation">(3) </span> <span dir="ltr" role="presentation">V</span><span dir="ltr" role="presentation">gl. die aufschlussreiche Rede von Heide He</span><span dir="ltr" role="presentation">ring zum 50. Geburtstag der HU (2011): „Die </span><span dir="ltr" role="presentation">Humanistische Union und die Frauen&#8220;, htt</span><span dir="ltr" role="presentation">&#8211;</span><span dir="ltr" role="presentation">ps://www.humanistische-union.de/veran</span><span dir="ltr" role="presentation">staltungsberichte/2011/die-humanistische-</span><span dir="ltr" role="presentation">union-und-die-frauen/.</span></p>
<p><span dir="ltr" role="presentation">(4) Humanistische Union/Ulrich Vultejus (Hg.), </span><span dir="ltr" role="presentation">Das Urteil von Memmin</span><span dir="ltr" role="presentation">gen. Vom Elend der </span><span dir="ltr" role="presentation">Indika</span><span dir="ltr" role="presentation">tion. Kommentierung und Dokumen</span><span dir="ltr" role="presentation">ta</span><span dir="ltr" role="presentation">&#8211;</span><br role="presentation" /><span dir="ltr" role="presentation">tion des Memminger Urteils, mit Beiträgen </span><span dir="ltr" role="presentation">zum Frauenbild der Richter, der Rechts</span><span dir="ltr" role="presentation">ge</span><span dir="ltr" role="presentation">&#8211; </span><span dir="ltr" role="presentation">schichte des §</span> <span dir="ltr" role="presentation">218 u.a.m. Köln 1990.</span></p>
<p>(5)  <span dir="ltr" role="presentation">V</span><span dir="ltr" role="presentation">gl. Helga Killinger &amp; Heide Hering (2015): </span><span dir="ltr" role="presentation">Wir wollen nicht in der Schweiz oder sonst </span><span dir="ltr" role="presentation">wo sterben, sondern zu Hause. Suizidbeihilfe</span><br role="presentation" /><span dir="ltr" role="presentation">–</span> <span dir="ltr" role="presentation">bald</span> <span dir="ltr" role="presentation">nur</span> <span dir="ltr" role="presentation">noch</span> <span dir="ltr" role="presentation">beschränkt?</span> <span dir="ltr" role="presentation">vorgänge </span><span dir="ltr" role="presentation">Nr.</span> <span dir="ltr" role="presentation">210/211 (2-3/2015), S. 217-224</span></p>
<p><span dir="ltr" role="presentation">(6) Helga, Wolfgang &amp; Michael Killinger (1978): </span><span dir="ltr" role="presentation">Die</span> <span dir="ltr" role="presentation">Aufteilung</span> <span dir="ltr" role="presentation">unserer</span> <span dir="ltr" role="presentation">Hausarbeit.</span> <span dir="ltr" role="presentation">Ein </span><span dir="ltr" role="presentation">Erfahrungsbericht.</span> <span dir="ltr" role="presentation">v</span><span dir="ltr" role="presentation">orgänge</span> <span dir="ltr" role="presentation">Nr. 32 (2/1978), </span><span dir="ltr" role="presentation">S. 105-107.</span></p>
<p><span dir="ltr" role="presentation">(7) Helga</span> <span dir="ltr" role="presentation">und</span> <span dir="ltr" role="presentation">Wolfgang</span> <span dir="ltr" role="presentation">Killinger</span> <span dir="ltr" role="presentation">(2019):</span> <span dir="ltr" role="presentation">Die </span><span dir="ltr" role="presentation">Medien, die Bürger</span><span dir="ltr" role="presentation">rechte und die Humanis</span><span dir="ltr" role="presentation">ti</span><span dir="ltr" role="presentation">sche</span> <span dir="ltr" role="presentation">Union.</span> <span dir="ltr" role="presentation">vorgänge</span> <span dir="ltr" role="presentation">Nr.</span> <span dir="ltr" role="presentation">225/226</span> <span dir="ltr" role="presentation">(1-2/</span><br role="presentation" /><span dir="ltr" role="presentation">2019), S. 121-133.</span></p>
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			</item>
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		<title>„Reichtum ist ein scheues Wild.“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Nov 2017 09:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ungleiche Verh&#228;ltnisse im neuen Armuts- und Reichtumsbericht. In: vorg&#228;nge Nr. 219 (3/2017), S. 31-44 Der &#8222;F&#252;nfte Armuts- und Reichtumsbericht&#8220; der Bundesregierung wurde bereits &#246;ffentlich diskutiert, bevor er ver&#246;ffentlicht war. Es ging um die &#196;nderungen, die im Rahmen der Ressortabstimmung der Ministerin Andrea Nahles abgerungen worden waren. Unabh&#228;ngig von den erfolgten Abschw&#228;chungen belegt der Bericht die [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ungleiche Verh&auml;ltnisse im neuen Armuts- und Reichtumsbericht. In: vorg&auml;nge Nr. 219 (3/2017), S. 31-44</p>
<p><i>Der &bdquo;F&uuml;nfte Armuts- und Reichtumsbericht&ldquo; der Bundesregierung wurde bereits &ouml;ffentlich diskutiert, bevor er ver&ouml;ffentlicht war. Es ging um die &Auml;nderungen, die im Rahmen der Ressortabstimmung der Ministerin Andrea Nahles abgerungen worden waren. Unabh&auml;ngig von den erfolgten Abschw&auml;chungen belegt der Bericht die gro&szlig;e Kluft zwischen den Armen und den Reichen in unserer Gesellschaft. Dies verdeutlicht die folgende Zusammenfassung und kritische W&uuml;rdigung des Berichts. Dabei zeigt der Autor auch, welche Folgen langfristige Armut haben kann.</i></p>
<p><i>Reicher Mann und armer Mann standen da und sah&rsquo;n sich an,<br />und der Arme sagte bleich: &sbquo;W&auml;r ich nicht arm w&auml;rst du nicht reich.&rsquo;<br />(Bertolt Brecht, 1934: Alfabet, Buchstabe &bdquo;R&ldquo;)</i></p>
<p>Die Frage der Sozialen Gerechtigkeit hat Konjunktur, nicht nur zur Wahlkampfzeit. Aufsehen erregte eine Meldung von Oxfam, dass die Nettoverm&ouml;gen der 36 reichsten Deutschen den Verm&ouml;gen der &auml;rmeren H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung entspr&auml;chen. (1) Dem DIW-Pr&auml;sidenten Fratzscher zufolge sei die Bundesrepublik gar &bdquo;&#8230; zu einem der ungleichsten L&auml;nder der Welt &#8230;&ldquo; geworden. (2) Dies weckt Bef&uuml;rchtungen: Die Ungleichheit von Ressourcen und Teilhabechancen tr&auml;gt zur Exklusion der Betroffenen bei, senkt die Partizipationsbereitschaft und kann Protest bewirken, auch bei der Stimmabgabe. Eine zunehmende Ungleichheit zwischen Arm und Reich konstatieren folgende Untersuchungen:</p>
<ul>
<li>Parit&auml;tischer Gesamtverband: &bdquo;Menschenw&uuml;rde ist Menschenrecht. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2017&ldquo; (2017)</li>
<li>Friedrich-Ebert-Stiftung: &bdquo;Ungleiches Deutschland: Sozio&ouml;konomischer Disparit&auml;tenbericht 2015&ldquo; (2016)</li>
<li>Hans-B&ouml;ckler-Stiftung: &bdquo;Verteilungsbericht 2016 &#8211; Soziale Mobilit&auml;t nimmt weiter ab&ldquo; (2016)</li>
<li>Siebter Altenbericht der Bundesregierung mit dem Abschnitt: &bdquo;Ungleichheiten in der alternden Gesellschaft&ldquo; (BT-Drs. 18/10210, S. 54-105; 2017).</li>
</ul>
<p>Ein gemeinsames Problem dieser Berichte ist die schwache Datenbasis zu Verm&ouml;genden. Pr&auml;zisere Angaben hierzu sowie zur Entwicklung der Ungleichheit wurden nun vom &bdquo;F&uuml;nften Armuts- und Reichtumsbericht&ldquo; (ARB) (3) der Bundesregierung erwartet.</p>
<h5>I. Berichts&shy;auf&shy;trag und Methode</h5>
<p>Der Bundestag beschloss 2000, dass die Bundesregierung regelm&auml;&szlig;ig einen Nationalen Armuts- und Reichtumsbericht vorzulegen hat, um internationale Verpflichtungen einzul&ouml;sen und &bdquo;[&hellip;] eine wirksame Bek&auml;mpfung von Armut&ldquo; zu erreichen. (4) Hierzu sollten insbesondere Daten zur H&ouml;he und zur Entwicklung der Verm&ouml;gen gesammelt werden, denn: &bdquo;Reichtum ist ein scheues Wild&ldquo; (5). Die Berichte sollten &bdquo;[&hellip;] grundlegende gesellschaftliche Perspektiven und politische Instrumentarien zur Vermeidung und Bek&auml;mpfung von Armut entwickeln.&ldquo; Vorgesehen war eine Berichterstattung zur Mitte der Legislaturperiode, um sozialpolitische Reaktionen zu erm&ouml;glichen.</p>
<p>Wie sein Vorg&auml;nger erschien auch der neue ARB erst zum Ende der Legislaturperiode. Eine gr&uuml;ndliche Befassung mit den 706 Seiten war den Abgeordneten somit nicht m&ouml;glich. Erkl&auml;rt wurde die Versp&auml;tung mit der Dauer der Ressortabstimmung zum Entwurf. Dabei kam es zu Streichungen ganzer Textpassagen. Aufsehen erregte die K&uuml;rzung eines Abschnitts zur h&ouml;heren Responsivit&auml;t der Politik gegen&uuml;ber den Interessen von Wohlhabenden: Die Wahrscheinlichkeit, Interessen politisch durchzusetzen, steige mit dem Einkommen und Verm&ouml;gen dieser Einflussreichen. Dies war das Ergebnis einer Studie (6), die f&uuml;r die Erstellung des 5. ARB beauftragt wurde. S&auml;mtliche Streichungen im Zuge der Ressortabstimmung sind auf den Internetseiten von LobbyControl (7) dokumentiert.</p>
<h2 class="auto-created">Der Erstel&shy;lungs&shy;pro&shy;zess </h2>
<p>Die Berichterstellung wurde durch ein Gutachtergremium und einen Beraterkreis begleitet, der sich aus rund 40 Personen der Wohlfahrtspflege, Spitzenverb&auml;nden und Interessengruppen zusammensetzt, sowie Vertreter_innen der Ressorts. 2015 wurden drei Symposien zur Konzeption und zu Arbeitsfortschritten durchgef&uuml;hrt sowie zwei Workshops des Gutachtergremiums zu Zwischenergebnissen. (8) Erst im Herbst 2015 wurde ein Expertenworkshop mit von Armut betroffenen Menschen zu folgenden Leitfragen veranstaltet: Was sind die Ursachen von Armut? Was bedeutet Armut f&uuml;r die Betroffenen? Welchen Beitrag leisten staatliche und nicht-staatliche Unterst&uuml;tzungsangebote bei der Bew&auml;ltigung eines Lebens in Armut? Die sp&auml;te Terminierung dieser Fachveranstaltung wurde kritisiert, da deren Ergebnisse nicht mehr in die Konzeption des Berichts einflie&szlig;en konnten. Stimmen aus dem Beraterkreis monierten weiter, dass die Ergebnisse kaum nachvollziehbar und nur indirekt in den Bericht eingingen. (9)</p>
<h2 class="auto-created">Metho&shy;di&shy;sches Vorgehen</h2>
<p>Die Methodik des ARB wurde weitgehend in den vorangegangenen Berichten entwickelt. Grundlage sind u.a. Datenbest&auml;nde folgender statistischer Erhebungen:</p>
<ul>
<li>Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS): Haushaltsbefragung (seit 1962) durch das Statistische Bundesamt etwa alle 5 Jahre zu Einnahmen und Ausgaben, Wohnsituation, Gebrauchsg&uuml;tern, Verm&ouml;gen oder Schulden.</li>
<li>European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC): Europaweite Erhebung (seit 2005) zu international vergleichbaren Informationen &uuml;ber Einkommensverteilung, Armut und einzelnen Lebensbedingungen.</li>
<li>Mikrozensus: Amtliche Erhebung (seit 1957) zu Arbeitsmarkt und Lebenslagen, wie Wohnsituation oder Gesundheit mit einer repr&auml;sentativen Stichprobengr&ouml;&szlig;e von 1% der Bev&ouml;lkerung.</li>
<li>Sozio-oekonomisches Panel (SOEP): J&auml;hrliche L&auml;ngsschnittstudie (seit 1984) zu Personen- und Familiendaten von Haushalten, u.a. zu Erwerbsbiografien und Gesundheit. 2002, 2007 und 2012 wurden Erhebungen zur pers&ouml;nlichen Verm&ouml;gensbilanz durchgef&uuml;hrt (u.a. Geld-, Immobilien-, Betriebs- und Sachverm&ouml;gen inkl. Gold, Schmuck und Sammlungen).</li>
</ul>
<p>Daneben wurden f&uuml;r den ARB weitere statistische Berichte herangezogen wie der Deutsche Freiwilligensurvey (2016), der Siebte Altenbericht (2016) die internationale Schulvergleichsstudie PISA (2012) und andere Studien. Zus&auml;tzlich wurden Forschungsauftr&auml;ge vergeben. So wurden f&uuml;r die Studie &bdquo;Hochverm&ouml;gende in Deutschland&ldquo; der Universit&auml;t Potsdam 130 Personen mit einem frei verf&uuml;gbaren Geldverm&ouml;gen von &uuml;ber 1&nbsp;Mio. Euro befragt. Aus den Datenbest&auml;nden aller Erhebungen wurden schlie&szlig;lich &bdquo;Kernindikatoren&ldquo; f&uuml;r den ARB gebildet.</p>
<p>Zu ber&uuml;cksichtigen sind die spezifischen Schwerpunkte und Schw&auml;chen der Instrumente. So wird z.B. das Nettoeinkommen unterschiedlich erhoben: EVS und SOEP nehmen bei selbstgenutztem Wohnungseigentum fiktive Mieteinnahmen an, w&auml;hrend die eigene Wohnung in Mikrozensus und EU-SILC nicht ber&uuml;cksichtigt wird. Im Mikrozensus wird das Einkommen nur nach Klassen aggregiert erhoben. Solche Besonderheiten m&uuml;ssen bei der weiteren Aufbereitung der Daten ber&uuml;cksichtigt werden. Die unterschiedliche Systematik erfordert aufw&auml;ndige Umrechnungen und Gewichtungen, wie z.B. f&uuml;r einen Vergleich der Nettoeinkommen von Haushalten unterschiedlicher Gr&ouml;&szlig;e. Die genauen Rechenwege der durchgef&uuml;hrten Umrechnungen z.B. infolge der unterschiedlichen Erhebungstermine der Befragungen sind dem Bericht nicht zu entnehmen.</p>
<p>Leitfragen des ARB richten sich neben der Verteilung und Entwicklung von Wohlstand und Armut insb. auf die Lebenslagen einzelner Bev&ouml;lkerungsgruppen: Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende, Erwerbslose, Kranke, Menschen mit Behinderung und &Auml;ltere. Weitere Schwerpunkte sind die soziale Mobilit&auml;t, auch zwischen den Generationen, lokalr&auml;umliche Entwicklungen (Segregation) sowie die Auswirkungen von atypischer Besch&auml;ftigung, auch im langfristigen Bezug auf die Alterssicherung.</p>
<h2 class="auto-created">Gliederung des ARB</h2>
<ul>
<li>Berichtsteil A beschreibt die Konzeption des Berichts und die Rahmenbedingungen f&uuml;r das Spannungsfeld zwischen Armut und Reichtum. Untersucht werden langfristige Entwicklungen auf volkswirtschaftlicher Ebene sowie des Arbeitsmarkts. Ebenfalls behandelt wird die Datenlage zu den Hochverm&ouml;genden.</li>
<li>Berichtsteil B analysiert Erfolgs- und Risikofaktoren f&uuml;r Teilhabe nach vier Lebensphasen: fr&uuml;he Jahre (bis 18 J.), j&uuml;ngeres (18-34 J.), mittleres (35-64 J.) und &auml;lteres Erwachsenenalter (ab 65 J.). Schwerpunkt des 5. ARB sind j&uuml;ngere Erwachsene (18-34 J.) und die &Uuml;berg&auml;nge von Schule in Berufsausbildung, Studium und Beruf.</li>
<li>Berichtsteil C beschreibt 38 Kernindikatoren und deren Entwicklung seit dem vorherigen ARB (2013) f&uuml;r die gesamte Gesellschaft sowie f&uuml;r die Bereiche Armut und Reichtum. Hierzu z&auml;hlen beispielsweise Angaben zu Bev&ouml;lkerungsstruktur, Gesundheitszustand, Bildung, Erwerbst&auml;tigkeit, Wohnen oder politisches Interesse. Weitere Indikatoren untersuchen Auspr&auml;gungen von Armut und Aspekte zur Entwicklung des Reichtums.</li>
</ul>
<h2 class="auto-created">Kritische Anmerkungen zur Methodik</h2>
<p>Eine systematische L&uuml;cke der Haushaltsbefragungen entsteht durch die Nicht-Einbeziehung gro&szlig;er Bev&ouml;lkerungsteile mit Bezug zur Armut. Hierzu geh&ouml;ren ca. 335.000 wohnungslose Menschen. Nicht erhoben wurden auch Angaben zu Menschen in station&auml;ren Einrichtungen; dies sind rund 764.000 Pflegebed&uuml;rftige und 200.000 Menschen mit Behinderung. Ebenfalls ausgenommen sind rund 185.000 Studierende in Wohnheimen sowie gefl&uuml;chtete Menschen in Aufnahmeeinrichtungen und Unterk&uuml;nften. (10) Faktisch ausgeschlossen ist auch der erhebliche Bereich verdeckter Armut oder die Nicht-Inanspruchnahme von Sozialleistungen, z.B. aus Scham. Das Ma&szlig; der Nicht-Inanspruchnahme von Leistungen wird vom Parit&auml;tischen Gesamtverband mit einem Anteil von ca. 40% der an sich Berechtigten eingesch&auml;tzt. (11) Weiter zu bem&auml;ngeln ist, dass Genderaspekte kaum thematisiert werden. Dies ist deshalb relevant, weil Frauen mit einer Armutsquote von 16,3% st&auml;rker von Armut betroffen sind; auch hat die Armutsbetroffenheit von Frauen seit 2011 stetig zugenommen. (12) Schlie&szlig;lich fehlt eine Untersuchung der langfristigen Entwicklungen von Armut bzw. Armutsgef&auml;hrdung f&uuml;r die Betroffenen, denn die Haushaltsbefragungen zeigen nur Momentaufnahmen.</p>
<h5>II. Die Armut</h5>
<p>Armut ist Armut an Gesundheitschancen, an Bildungschancen und fehlende Teilhabe am &ouml;ffentlichen Leben. Sie behindert die M&ouml;glichkeit der Information, Partizipation und der demokratischen Mitbestimmung. Die statistische Festlegung von Armut erfolgt &uuml;ber Definitionen der absoluten sowie der relativen Armut: Die absolute Armut liegt z.B. nach den Kriterien der Weltbank bei einer Kaufkraftparit&auml;t von unter 1,90 US-$ t&auml;glich. Weitere Indikatoren f&uuml;r das Vorliegen absoluter Armut w&auml;ren nach der International Development Association (IDA) ein Pro-Kopf-Einkommen unter 150 US-$ im Jahr, eine Nahrungsaufnahme von (je nach Land) t&auml;glich 2.160 &#8211; 2.670 Kalorien, eine durchschnittliche Lebenserwartung von unter 55 Jahren oder eine Kindersterblichkeit von mehr als 33 von 1000 Kindern. Der ARB definiert Armut anhand des Kriteriums materielle Deprivation (Entbehrungen). Ob diese vorliegt, wird anhand einer Liste von neun Bedarfskriterien ermittelt. (13)</p>
<p>Relative Armut wird &uuml;blicherweise angenommen unterhalb von 60 Prozent des Mittelwerts (Median) aller Netto&auml;quivalenzeinkommen einer Bev&ouml;lkerung. Dieser Wert wird als Armutsrisikoquote (auch: Armutsgef&auml;hrdungsquote) bezeichnet. Kritisch festzuhalten ist, dass rechnerische Festlegungen relativer Armut nur bedingt aussagekr&auml;ftig sind. Sie h&auml;ngt von der Entwicklung aller Einkommen ab. Steigen die Einkommen in den oberen Einkommenssegmenten, w&auml;chst auch die relative Armut der unteren Gruppen. Armut ist aber auch relativ in Bezug auf die individuellen Lebenswelten. Neben Unterschieden der Lebenshaltungskosten zwischen Stadt und Land bestehen erhebliche regionale Unterschiede zwischen S&uuml;d- und Nord-, West- und Ostdeutschland. Zudem &uuml;bersieht ein prim&auml;r am Einkommen orientierter Armutsbegriff weitere Ressourcen, etwa vorhandenes Verm&ouml;gen, Wohnungseigentum oder die Ausstattung mit langlebigen Haushaltsg&uuml;tern. Umgekehrt ist zu bem&auml;ngeln, dass eine punktuelle Messung von Armut auch kurzfristige, vor&uuml;bergehende Armutsphasen erfasst, z.B. w&auml;hrend einer Pr&uuml;fungsphase bei sonst guter Berufsaussicht. Aus diesen Gr&uuml;nden verfolgt der ARB einen breiteren Ansatz zur Definition von Armut:</p>
<blockquote>
<p class="bodytext">&bdquo;<i>Armut ist ein gesellschaftliches Ph&auml;nomen mit vielen Facetten. Sie ist im Wesentlichen ein Mangel an Mitteln und M&ouml;glichkeiten, das Leben zu gestalten. Als komplexes Ph&auml;nomen entzieht sie sich einer einfachen und eindeutigen Messung. [&hellip;] Die Bundesregierung orientiert sich daher an einem umfassenden Analyseansatz, der die Risiken f&uuml;r Armut und soziale Ausgrenzung in verschiedenen Lebenslagen beschreibt. Das Indikatorenset des ARB zur Feststellung von Armut umfasst elf Indikatoren aus verschiedenen Bereichen &#8230;</i>&ldquo; (ARB, S. 547)</p>
</blockquote>
<p>Die Darstellung der Armut nach lebenslaufbezogenen Abschnitten und Dimensionen &ndash; wie Wohnen, Partizipation, Gesundheit oder Pflege &ndash; nimmt den gr&ouml;&szlig;ten Teil des ARB ein und bietet eine (&Uuml;ber-) F&uuml;lle von armutsbezogenen Daten und Aussagen zu unterschiedlichen Dimensionen der Armut. Die gilt auch f&uuml;r den Schwerpunktbereich des aktuellen ARB zu &Uuml;berg&auml;ngen von fr&uuml;hkindlicher F&ouml;rderung, vorschulischer und schulischer Bildung bis zur berufsbezogenen Ausbildung und zum Berufseinstieg junger Erwachsener. Die vielen Ergebnisse zu den im Einzelnen behandelten Dimensionen der Armut k&ouml;nnen hier nicht wiedergebgeben werden. Die Materialf&uuml;lle bietet aber zahlreiche Argumente f&uuml;r aktuelle Streitfragen der Armutspolitik.</p>
<p>Nachfolgend werden einige allgemeine Berichtsergebnisse zum Bereich der Armut sowie zu einem ausgew&auml;hlten Beispiel (der Kinderarmut) dargestellt: Der ARB stellt f&uuml;r den Berichtszeitraum eine Stagnation der Armutsrisikoquote fest. Demnach wuchs diese Verh&auml;ltniszahl hierzulande vor allem von Ende der 1990er Jahre bis 2005 von rund 12% auf 14% und lag seither zwischen 14% bis 15% (ARB, S.&nbsp;548). Ein starker Anstieg von 14,5 auf 15,8 Prozentpunkte (also um rund 9%) im letzten Berichtsjahr 2016 wird teilweise durch methodische &Auml;nderungen, n&auml;mlich einer &Auml;nderung der Stichprobenkonzeption, erkl&auml;rt (ebd.).</p>
<p>Zu den gr&ouml;&szlig;ten Personengruppen mit Einkommen unterhalb der Grenze relativer Armut z&auml;hlen lang Arbeitslose und Alleinerziehende, Kinder und Jugendliche. Ein besonders hohes Armutsriskio besteht dabei f&uuml;r Personen mit geringeren Chancen auf Auswege aus der Armutsfalle: Hierzu geh&ouml;ren vor allem langzeitig erwerbslose Menschen. Eine weitere, besonders prek&auml;re Form von Armut ist die zunehmende und meist ausweglose Altersarmut, da im hohen Alter nur selten eine Erwerbsm&ouml;glichkeit besteht. Besonders h&auml;ufig von Armut betroffen sind auch Alleinerziehende und deren Kinder.</p>
<p>Die Kinderarmut wird oft &uuml;ber fehlende Bildungs- und Ausbildungschancen &bdquo;vererbt&ldquo;. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, die in absoluter Armut (14) leben, betr&auml;gt um 5% (2013: 5,6%, 2014: 5,0%, 2015: 4,7%) und liegt damit deutlich &uuml;ber dem Anteil der Gesamtbev&ouml;lkerung (2013: 5,4%, 2014: 5,0%, 2015: 4,4%). (15) Dies bedeutet, dass hierzulande etwa 600.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren in absoluter Armut leben! Die Armutsrisikoquote von unter 18-j&auml;hrigen wird je nach Berechnungsgrundlage zwischen 14,6% und 21,1% angegeben, (16) somit lebt etwa jedes F&uuml;nfte der knapp 13 Mio. Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren im Bereich relativer Armut! Dieser Anteil stieg sowohl nach Mikrozensus als auch nach SOEP in den letzten Jahren an. Nach aktuellen Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung auf Basis des Mikrozensus 2016 ist die Armutsrisikoquote im Jahr 2016 auf 20,3% (17) angestiegen. Nach diesen Berechnungen wirken sich hier auch die sehr hohen Armutsrisiken von unter 18-j&auml;hrigen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund aus (in Deutschland geboren: 28,2%; zugewandert: 54,2%).</p>
<p>Als h&auml;ufigste Ursache f&uuml;r Kinderarmut wird die &bdquo;eingeschr&auml;nkte Erwerbst&auml;tigkeit&ldquo; der Eltern festgestellt (ARB, S. XXI). Eine etwas zynisch anmutende Handlungsempfehlung des ARB lautet deshalb: &bdquo;Gute und ausk&ouml;mmliche Erwerbsarbeit der Eltern tr&auml;gt somit wesentlich zur Verringerung von Kinderarmut bei.&ldquo; (ARB, S. XXII). Wie bei allen anderen Armutsbereichen werden auch f&uuml;r den Bereich der Kinderarmut Gegenma&szlig;nahmen der Bundesregierung aufgef&uuml;hrt. Genannt werden z.B. Kindergeld, Bildungs- und Teilhabepaket, Wohngeld, Erh&ouml;hungen des Kinderzuschlags und des Unterhaltsvorschusses sowie des steuerlichen Entlastungsbetrags f&uuml;r Alleinerziehende, ElterngeldPlus und Partnerbonusmonate sowie der Ausbau der Kitabetreuung.</p>
<p>Allerdings w&auml;re jeweils n&auml;her zu pr&uuml;fen, ob die aufgef&uuml;hrten Ma&szlig;nahmen tats&auml;chlich eine Vermeidung von Kinderarmut bewirken. F&uuml;r dar&uuml;ber hinausgehende konzeptionelle &Uuml;berlegungen w&auml;ren schlie&szlig;lich auch die sozialen Folgekosten der Kinderarmut zu bedenken: Mit Kinderarmut konnotiert sind Schwierigkeiten im Schul- und Bildungssystem, formal niedrigere Bildungsabschl&uuml;sse, h&ouml;here Abbruchquoten und der seltenere berufliche Aufstieg. Weitere Armutsfolgen sind h&auml;ufig eine schlechtere k&ouml;rperliche und psychische Gesundheit, ein ungesundes Wohnumfeld und ein geringeres Engagement in Vereinen. Bei armen Kinder werden h&auml;ufiger psychische Auff&auml;lligkeiten festgestellt und sie erfahren &ouml;fter h&auml;usliche Gewalt. (18) Hinzu kommt die f&uuml;r alle Altersgruppen von Armutsbetroffenen h&ouml;here Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Die Verfestigung bzw. leichte Zunahme der relativen Armutsquote unter Kindern und Jugendlichen best&auml;rkt insgesamt den Eindruck, dass das lange bekannte und im ARB st&auml;ndig berichtete Problem der Kinderarmut nicht ernsthaft angegangen wird.</p>
<h5>III. Der Reichtum </h5>
<p>Der ARB verwendet ein Indikatorenset aus sieben Messgr&ouml;&szlig;en zur Beschreibung von Reichtum, die hier kurz beschrieben werden:</p>
<ul>
<li><strong>Einkommensreichtum</strong>: Zur Ermittlung dieses Indikators werden die o.a. Erhebungen (EVS, EU-SILC, SOEP) herangezogen. Als einkommensreich gelten Personen, die &uuml;ber mehr als das Doppelte des Mittelwerts aller Netto&auml;quivalenzeinkommen verf&uuml;gen. Diese Messgr&ouml;&szlig;e wird als relative (Einkommens-) Reichtumschwelle bezeichnet. Der Anteil dieser Personengruppe nahm z.B. auf Basis des SOEP in knapp 20 Jahren von 6,1% (1995) auf 8,0% (2013) um rund ein Drittel zu. Die Bezieher hoher Einkommen lassen sich weiter differenzieren, z.B. nach Alter, Geschlecht, Erwerbsstatus, Haushaltstyp oder Wohnstatus.</li>
<li><strong>Top-Verm&ouml;genseinkommensbezieher</strong>: Hierf&uuml;r werden j&auml;hrliche Eink&uuml;nfte aus Verm&ouml;gensbest&auml;nden, z.B. aus Immobilien oder Wertpapieren, von &uuml;ber 5.000&nbsp;Euro einbezogen. Dieser nach dem SOEP ermittelte Personenanteil liegt seit 1995 um 7&nbsp;%.</li>
<li><strong>Top-Nettoverm&ouml;gende</strong>: Dieser Indikator bezeichnet den Bev&ouml;lkerungsanteil von Personen mit einem eigenen Nettoverm&ouml;gen von &uuml;ber 500.000 Euro. Die Berechnung wird auch f&uuml;r Haushalte durchgef&uuml;hrt. Da diese Daten nur alle 5 Jahre erhoben werden, k&ouml;nnen Entwicklungen nur in diesem groben Zeitraster dargestellt werden. &Uuml;ber das SOEP werden als Verm&ouml;gensbestandteile ermittelt: Bruttoverm&ouml;gen aus selbstgenutzten und weiteren Immobilien, Geld- und Anlageverm&ouml;gen sowie Betriebs- und Sachverm&ouml;gen. Verbindlichkeiten werden abgezogen. Darunter fallen z.B. Schulden durch Konsumkredite oder durch Hypothekenkredite. Der Indikator wird nach Geschlecht, Gebiet (Ost/West), Alter, Haushaltstyp, Erwerbsstatus, Wohnstatus, Migrationshintergrund sowie dem Einkommen in den jeweiligen Gruppen differenziert.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br />Da keine offiziellen Registerdaten zu Verm&ouml;gen vorliegen, ist die Ungleichheitsforschung auf Stichprobenbefragungen als statistische Informationsquelle zur Verm&ouml;gensungleichheit angewiesen. Hierbei liegt vermutlich eine Untererfassung der Gruppe der Hochverm&ouml;genden vor, auf die jedoch ein betr&auml;chtlicher Teil des Gesamtverm&ouml;gens entf&auml;llt.<br />Der Anteil der festgestellten Top-Nettoverm&ouml;genden lag zwischen 2002 und 2012 durchgehend bei etwa 2,8% der Gesamtbev&ouml;lkerung. Eine Darstellung der Verm&ouml;gensverteilung nach Dezilen zeigt, dass die reichsten 10&nbsp;Prozent der Bev&ouml;lkerung &uuml;ber einen Anteil von 57,3% (2012, SOEP) des gesamten Nettoverm&ouml;gens verf&uuml;gen (ARB, S.&nbsp;506f.). F&uuml;r die obersten 20 Prozent wird ein Anteil von 76,4% (2012, SOEP) des Nettoverm&ouml;gens errechnet, f&uuml;r die obersten 30 Prozent sind es 88,3% (2012, SOEP). Die reichere H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gt fast &uuml;ber das gesamte Nettoverm&ouml;gen (2012: 99,0%; 2007: 99,8%; 2002: 99,3%; alles lt. SOEP); die Auswertung nach der EVS ergibt &auml;hnliche Anteile.</li>
<li><strong>Einkommensteuerpflichtige mit H&ouml;chstsatz von 45 Prozent</strong>: Angaben hierzu stammen aus den Gesch&auml;ftsstatistiken zur Einkommensteuer des Statistischen Bundesamtes. Der H&ouml;chstsatz von 45% wurde ab 2007 festgelegt und gilt seit 2010 ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.730&nbsp;Euro. Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen sind hierbei kaum enthalten, da sie im Wesentlichen bereits &uuml;ber die Abgeltungsteuer entrichtet wurden. Die Anzahl der Steuerpflichtigen in dieser Gruppe stieg von knapp 69.000 (2007) auf etwa 73.000 (2012). Die durchschnittliche H&ouml;he der von ihnen zu versteuernden Eink&uuml;nfte liegt seit 2007 bei knapp &uuml;ber 1 Million Euro j&auml;hrlich. Mit einem Anteil von 0,3% an allen Steuerpflichtigen leistete diese Gruppe im Jahre 2012 einen Anteil von 12,6% am gesamten Einkommensteueraufkommen.</li>
<li><strong>Einkommensmillion&auml;re</strong>: Diese Auswertung erfolgt ebenfalls &uuml;ber die Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamts. Die Personenzahl dieser Gruppe nahm zwischen 2002 und 2012 stetig von ca. 9.500 auf 16.400 Personen zu; im selben Zeitraum stiegen die Eink&uuml;nfte dieser Gruppe von rund 26 Mrd. Euro auf 46 Mrd. Euro, dies entsprach 2012 etwa einem Siebtel des Bundeshaushalts. Durchschnittlich verf&uuml;gten die einzelnen Mitglieder dieser Personengruppe &uuml;ber Jahreseink&uuml;nfte in H&ouml;he von 2,8 Mio. Euro j&auml;hrlich.</li>
<li><strong>Einkommensanteile der Spitzenverdiener</strong>: Die Erhebung zu Top-Einkommensbeziehern erfolgt &uuml;ber die Datensammlung &bdquo;World Wealth and Income Database&ldquo; (WID) von Wirtschaftswissenschaftler_innen. Die Datensammlung basiert auf Forschungsergebnissen aus &uuml;ber 25 L&auml;ndern, darunter auch Deutschland (19), und erm&ouml;glicht Auswertungen zu den Durchschnittseinkommen dieser Personengruppe und deren Anteilen am Gesamteinkommen aller Haushalte (z.B. oberste 0,1%, oberste 1% usw.).<br />Das oberste Prozent der Einkommensbezieher_innen bezog 2012 einen Anteil von 11,4% aller Einkommen. Dies waren durchschnittlich rund 400.000 Euro. Die obersten 10 Prozent beziehen etwa 37% aller Einkommen; im Durchschnitt waren dies ca.&nbsp;122.000 Euro. Im mehrj&auml;hrigen Vergleich nehmen &ndash; nach R&uuml;ckg&auml;ngen in den Finanzkrisenjahren 2009 und 2010 &ndash; sowohl die H&ouml;he dieser Einkommen als auch deren Anteile am gesamten Einkommensvolumen wieder zu.</li>
<li><strong>Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen </strong>(Erbschaften, Schenkungen): Weitere Angaben zu beg&uuml;terten Steuerpflichtigen erm&ouml;glicht die Erbschafts- und Schenkungssteuerstatistik des Statistischen Bundesamts. Allerdings werden die meisten Erbschaften und Schenkungen gar nicht erfasst, da diese je nach Erbenzahl und Verwandtschaftsverh&auml;ltnis unterhalb der Freibetragsgrenzen liegen.<br />Die veranlagten Verm&auml;chtnisse und Erbschaften umfassten 2015 eine Summe von knapp 38 Mrd. Euro. Diese Summe ist in neun Jahren seit 2007 (22 Mrd. Euro) um etwa 73% gewachsen. Die Summe der veranlagungspflichtigen Schenkungen &uuml;bertrifft inzwischen die Verm&auml;chtnisse und Erbschaften bei weitem. Sie hat sich zwischen 2007 (13 Mrd. Euro) und 2015 (64 Mrd. Euro) nahezu verf&uuml;nffacht. (20)</li>
</ul>
<p>Der ARB bietet relativ wenig Wissen &uuml;ber Hochverm&ouml;gende sowie die Bezieher_innen hoher und h&ouml;chster Einkommen in der Bundesrepublik. Einerseits ist dies durch die gezeigten erheblichen L&uuml;cken der Erhebung bedingt. So erfolgt die Einkommens- und Verbrauchstichprobe nur etwa alle 5 Jahre, ebenso die &uuml;ber das SOEP erhobene Verm&ouml;gensbilanz (2002, 2007, 2012). Andererseits ist zu vermuten, dass nicht alle Befragten alle erforderlichen verm&ouml;gensbezogenen Ausk&uuml;nfte geben.</p>
<p>Diese vermutete Untererfassung wird im ARB n&auml;her konkretisiert: Nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank und des Statistischen Bundesamtes betrug das gesamte Nettoverm&ouml;gen der privaten Haushalte (Geld-, Immobilien-, Betriebs- und Gebrauchsverm&ouml;gen, inkl. der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck) Ende 2014 rund 11,7 Billionen Euro. (21) Laut ARB k&ouml;nnen Angaben zur Verm&ouml;gensverteilung privater Haushalte nach der EVS aber lediglich f&uuml;r gut 5 Billionen Euro berechnet werden. Diese Verm&ouml;gen sind nach den Vorgaben der EVS anders abgegrenzt; sie &bdquo;[&hellip;] umfassen im engeren Sinne das verzinsliche Geldverm&ouml;gen (Spar- und Bausparguthaben, Wertpapiere, Termingeld und angesammeltes Kapital bei Lebensversicherungen) und die Verkehrswerte von Immobilien (= Bruttoverm&ouml;gen) abz&uuml;glich Bau- und Konsumschulden (= Nettoverm&ouml;gen).&ldquo; (22) Lediglich diese Verm&ouml;gensbestandteile gehen in die Berichterstattung des ARB ein. Das dar&uuml;ber hinaus berechnete (Sach-)Verm&ouml;gen in einer sagenhaften H&ouml;he von etwa 6,7&nbsp;Billionen Euro (6.700 Milliarden!) wird im Rahmen des ARB indes nicht weiter ber&uuml;cksichtigt.</p>
<p>Die aus den verf&uuml;gbaren Indikatoren berechneten Ausk&uuml;nfte zu Stand und Entwicklung des Reichtums zeigen f&uuml;r die meisten Indikatoren des Reichtums eine Zunahme:</p>
<ul>
<li>Die Verm&ouml;gen der reicheren Bev&ouml;lkerungsanteile haben deutlich zugenommen.</li>
<li>Der Anteil von Beziehern hoher Einkommen wuchs stetig von 6,1% (1995, SOEP) auf 8,0% (2013, SOEP), in diesem Zeitraum also um rund ein Drittel.</li>
<li>Die Anzahl der Steuerpflichtigen mit einem H&ouml;chstsatz von 45% wuchs in 5 Jahren bis 2012 um 5,5% (von 69.000 auf 73.000).</li>
<li>Die Zahl der Einkommensmillion&auml;re hat sich im Zeitraum von 2001 (9.500) bis 2012 (16.400) nahezu verdoppelt.</li>
<li>Die Einkommen der Spitzenverdiener verzeichnen, nach kurzem R&uuml;ckgang in der (Finanz-) Wirtschaftskrise der Jahre 2009 und 2010, wieder eine leichte Zunahme.</li>
</ul>
<h5>IV.&nbsp; Die Ungleich&shy;heit </h5>
<p>Die Entwicklungen zu Armut und Reichtum zeigen eine Zunahme der Ungleichheit: Dies lassen &ndash; trotz methodischer L&uuml;cken und Untererfassung der Verm&ouml;gen und Einkommen &ndash; bereits die beschriebenen Indikatoren zur Beschreibung des Reichtums vermuten: Die eine H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gt &uuml;ber rund 99% der Nettoverm&ouml;gen, die &auml;rmere H&auml;lfte &uuml;ber praktisch nichts. F&uuml;r die &auml;rmsten 10% werden wegen &Uuml;berschuldungen sogar Negativwerte in H&ouml;he von 1,2% (2013, SOEP) des gesamten Nettoverm&ouml;gens ausgewiesen. Der Anteil der Einkommensreichen, die mehr als das Doppelte des Durchschnittseinkommens (Median) beziehen, ist in 18 Jahren von 6,1% (1995) auf 8,0% (2013) gewachsen. Dies ist eine Zunahme um fast ein Drittel. Auch die Zahl der Einkommensmillion&auml;re hat sich in den zehn Jahren vor 2012 fast verdoppelt. Bei den Einkommensverm&ouml;gen sind leichte R&uuml;ckgange in den Jahren 2009/2010 zu beobachten, was vermutlich mit Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise zusammenh&auml;ngt.</p>
<p>Im harten Kontrast zur Zunahme des Reichtums zeigen sich die Entwicklungen der Armut: Zum manifesten Bereich der Armut geh&ouml;ren zum einen alle Menschen, die von erheblichen materiellen Einschr&auml;nkungen betroffen sind. Dieser Anteil ist von 5,4% (2013) auf 4,4% (2015) gesunken. Vor allem betroffen sind Alleinerziehende (ca. 11,4%), Arbeitslose (ca. 30%) und Alleinlebende (ca. 10%). (23) Ebenfalls im Bereich der Armut leben Menschen, die auf Leistungen aus dem Mindestsicherungssystem angewiesen sind. Hierzu geh&ouml;ren Bezieher_innen von Arbeitslosengeld II (&bdquo;Hartz IV&ldquo;) nach SGB&nbsp;II inklusive &bdquo;Aufstocker_innen&ldquo;, von Sozialhilfe (SGB XII) oder von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Der Bev&ouml;lkerungsanteil dieser Gruppe lag zwischen 2008 und 2014 bei etwa 9%; 2015 stieg dieser Anteil auf 9,7% (24) &ndash; dies sind rund 8 Millionen Menschen! Den gr&ouml;&szlig;ten Anteil stellten 2015 wiederum die rund 4,2 Mio. Bezieher von Arbeitslosengeld II/Hartz IV dar. Die Armutsrisikoquote als ein Ungleichheitsma&szlig; der Einkommensverteilung stieg von 1990 bis 2005 auf 14,7% und lag in 2015 bei 15,7% (Mikrozensus). (25)</p>
<p>Die Prim&auml;reinkommen (Bruttoeinkommen aus Arbeit sowie Verm&ouml;gen, Vermietung und Verpachtung) entwickelten sich vor allem im Zeitraum zwischen Mitte der 1990er Jahre bis Mitte der 2000er ungleich. Als Ursache darf&uuml;r werden die Ver&auml;nderungen des Arbeitsmarktes identifiziert, etwa die Zunahme des Niedriglohnbereichs und atypischer Besch&auml;ftigungsformen, sowie Lockerungen der Tarifbindung. (26) Laut ARB hat sich die Ungleichheit der Einkommen seit etwa 2005 nicht mehr wesentlich ver&auml;ndert. (27) Da sich die relative Berechnung der Ungleichheit aus beiden Gruppen &ndash; arm und reich &ndash; ergibt, kann diese Stagnation zweierlei bedeuten: dass sich die Einkommen der Gesamtbev&ouml;lkerung &auml;hnlich entwickelten, oder aber das obere und untere Einkommensanteile gleicherma&szlig;en zunehmen (bei schrumpfenden Anteilen der mittleren Einkommen). Angesichts des insgesamt steigenden Wohlstandes hei&szlig;t eine stagnierende Armut nichts Gutes: Zu beachten sind hierbei auch die Wandlungen gro&szlig;er Bereiche des Arbeitsmarktes in den letzten Jahren, wie das Entstehen eines &bdquo;Dienstleistungsprekariats&ldquo; ohne ausk&ouml;mmliches Einkommen trotz Berufs (&bdquo;Aufstocker&ldquo;), vermutlich auch nach inzwischen erfolgter Einf&uuml;hrung des Mindestlohns.</p>
<p>Insgesamt beschreibt der ARB lediglich allgemeine Arbeitsmarktentwicklungen, ohne dabei detailliert auf die problematische Zunahme von atypischer Besch&auml;ftigung, wie Leiharbeit, Teilzeit- und befristete Arbeitsverh&auml;ltnisse oder sonstigen Formen von Unterbesch&auml;ftigung im Niedriglohnbereich einzugehen. Neben der optimistisch dargestellten Entwicklung der Arbeitsmarktdaten (hier w&auml;ren z.B. die Effekte der Verrentung langfristig erwerbsloser Menschen zu beachten) und den sozialpolitischen Wirkungen arbeitsmarktpolitischer Ma&szlig;nahmen w&auml;ren hier auch die f&uuml;r den Bereich der Armut einschl&auml;gigen langfristigen Entwicklungen unter den Bedingungen von &bdquo;Hartz IV&ldquo; eingehender zu untersuchen.</p>
<h5>V. Mehr Vertei&shy;lungs&shy;ge&shy;rech&shy;tig&shy;keit und Freiheit!</h5>
<p>Ein &bdquo;sportliches&ldquo; Verst&auml;ndnis von Ungleichheit, etwa verstanden als Antriebskraft im Leistungswettbewerb, mag f&uuml;r viele legitim sein. Langfristig von Armut Betroffene werden hierf&uuml;r wenig Verst&auml;ndnis aufbringen. Ungleichheiten bestehen sowohl in den Verm&ouml;gen als auch in den Einkommen. Die Ungleichheit der Einkommen hierzulande ist im internationalen Vergleich nicht auff&auml;llig. (28) Eine Ursache der Einkommensungleichheit wird in den seit 25 Jahren sinkenden Einkommen der Geringverdienenden gesehen. (29) Bei der Ungleichheit der Verm&ouml;gen nimmt Deutschland jedoch in der Eurozone eine F&uuml;hrungsrolle ein; (30) zu beachten ist hier die nach wie vor bestehende regionale Ungleichheit zwischen West- und Ostdeutschland. Einer Umfrage zufolge empfinden ca. 82% der Befragten die soziale Ungleichheit hierzulande als zu gro&szlig;. (31) Folgende Argumente sprechen f&uuml;r eine Verringerung der Ungleichheit:</p>
<h2 class="auto-created">1. Ungleich&shy;heit ist teuer </h2>
<p>Das Schrumpfen der mittleren Einkommens- und Verm&ouml;gensgruppen und die daurch zunehmende Polarisierung behindert das Wirtschaftswachstum, so der DIW-Pr&auml;sident Fratzscher. (32) Das DIW ermittelte &uuml;ber eine Modellrechnung eine langfristige Verz&ouml;gerung des Wirtschaftswachstums infolge gro&szlig;er Ungleichheit. (33) Die Ungleichheit wirke sich u.a. negativ aus auf Investitionen, kurzfristige Anreize, Sparquote sowie Ausbildungsstand und bewirke so einen R&uuml;ckgang der Produktivit&auml;t. Die ungleichheitsbedingten Einbu&szlig;en berechnet die Studie f&uuml;r 2015 auf rund 40 Mrd. Euro. (34) Auch einem Thesenpapier des IWF zufolge bewirkt eine m&ouml;glichst gleichm&auml;&szlig;ige Verteilung der Verm&ouml;gen ein schnelleres und nachhaltigeres Wirtschaftswachstum. (35)</p>
<h2 class="auto-created">2. Ungleich&shy;heit ist unsozial, ungesund und wenig menschlich</h2>
<p>Der Vorsitzende des Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes Rolf Rosenbrock fasste zusammen: &bdquo;Gesellschaften, die eine weniger ungleiche Verteilung haben, sind ges&uuml;ndere und auch humanere und auch effektivere und effizienter funktionierende Gesellschaften.&ldquo; (36) Ein steigendes Ma&szlig; an Ungleichheit kann dagegen gesellschaftspolitisch unerw&uuml;nschte Folgen zeitigen: Hierzu geh&ouml;ren durchaus nachvollziehbare Abstiegs&auml;ngste der unteren Mittelschicht, Neid auf die Besserverdienenden oder die Resignation der bereits &bdquo;Abgeh&auml;ngten&ldquo; sowie der Bewohner abgeh&auml;ngter Regionen und Bezirke. Hierin sind auch m&ouml;gliche Ursachen f&uuml;r den Zulauf zu rechtspopulistischen Bewegungen und die seit l&auml;ngerem beobachtete Zunahme eines &bdquo;Extremismus der Mitte&ldquo; (37) zu sehen.</p>
<h2 class="auto-created">3. Ungleich&shy;heit kann die Freiheit einschr&auml;nken</h2>
<p>Auf das Verh&auml;ltnis zwischen Ungleichheit und Unfreiheit wies der Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang B&ouml;ckenf&ouml;rde bereits in seinem Sondervotum zur Aussetzung der Verm&ouml;genssteuer durch das BVerfG (38) im Jahre 1996 hin. Er formulierte: dass die Ungleichheit in der Gesellschaft &bdquo;[&hellip;] ein gewisses Ma&szlig; nicht &uuml;berschreiten darf, sonst geht sie &uuml;ber in Unfreiheit&ldquo;. Der Ausgleich gesellschaftlich begr&uuml;ndeter Ungleichheiten geh&ouml;re demnach zu den Kernaufgaben des demokratischen, sozialen Rechtsstaats und wenn die Ungleichheit sich &bdquo;ungez&uuml;gelt potenzieren&ldquo; k&ouml;nne, k&ouml;nne die verfassungsm&auml;&szlig;ige Ordnung insgesamt bedroht sein. Die Staatszielbestimmung des sozialen Rechtsstaats hie&szlig;e nicht, wachsende Ungleichheit hinzunehmen; sondern auch, die Sozialbindung des Eigentums zu sichern. Sie k&ouml;nne in Notsituationen sogar eine Befugnis zur Vergesellschaftung begr&uuml;nden. (39)</p>
<h5>VI.&nbsp; Fazit</h5>
<p>Angesichts der beschriebenen Akkumulation gro&szlig;er Verm&ouml;gen bei relativ wenigen Haushalten &ndash; dem obersten Prozent geh&ouml;ren 32%, den obersten 10% geh&ouml;ren 60% des verf&uuml;gbaren Privatverm&ouml;gens &ndash; oder einer j&auml;hrlich durch Erbschaften und Schenkungen &uuml;bertragenen Verm&ouml;genssumme von rund 200 Mrd. Euro (40) erscheinen &Uuml;berlegungen einer h&ouml;heren Besteuerung dieser Gruppen legitim. Eine Wiedereinf&uuml;hrung der 1996 durch das BVerfG ausgesetzten Verm&ouml;genssteuer ist aus rechtlichen und tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden vorerst jedoch nicht absehbar. (41) Und eine Besteuerung hoher Erbschaften verspricht wenig Ertrag: Zwar fallen j&auml;hrlich rund 1.200 Erbschaften &uuml;ber 5 Mio. Euro an; diese 0,08% aller Erbf&auml;lle erfassen immerhin ein Siebtel des gesamten vererbten Verm&ouml;gens. Dennoch werden relativ wenige Erbschaftssteuern gezahlt, da meist Freibetr&auml;ge gelten. Hohe Verm&ouml;gen werden zudem meistens als Unternehmen vererbt, was wiederum Freistellungsm&ouml;glichkeiten er&ouml;ffnet. Nach einer Untersuchung erfolgten solche Erwerbe ab 20&nbsp;Mio.&nbsp;Euro zwischen 2011 und 2014 zu 93% erbschaftssteuerfrei. (42) Nach wie vor gilt somit die Feststellung: &bdquo;Reichtum ist ein scheues Wild.&ldquo; Um dieses aufzusp&uuml;ren und belastbare Erkenntnisse zum Bereich des Reichtums und der Entwicklung der Ungleichheit hierzulande zu gewinnen, muss die bestehende Untererfassung des privaten Reichtums der Verm&ouml;genden und der hohen Einkommen beseitigt werden. Dies ist Voraussetzung f&uuml;r die Wahrnehmung der wachsenden sozialen Ungleichheit als gesellschaftspolitisches Problem und f&uuml;r die &uuml;berf&auml;llige Debatte sozialpolitischer Strategien. F&uuml;r den Bereich der Armut ist zu fordern, dass die Materialf&uuml;lle der Armut- und Reichtumsberichterstattung zu den armutsbezogenen Lebenslagen systematisch ausgewertet werden sollte. Vor allem aber sind sozialpolitische Taten erforderlich, die eine armutsfeste Sicherung f&uuml;r die Risikogruppen erm&ouml;glichen, wie Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende oder von der Alters- und Kinderarmut Betroffene.</p>
<p><i>TOBIAS BAUR&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1959, Diplom-Verwaltungswissenschaftler, t&auml;tig im Bereich der Sozial- und Gesundheitsverwaltung sowie als selbst&auml;ndiger Berater f&uuml;r die Entwicklung von Sozialorganisationen und soziales Unternehmensengagement. Mitglied im Bundesvorstand der Humanistischen Union mit den Arbeitsschwerpunkten Soziale Grundrechte (Sozial- und Gesundheitspolitik, Inklusion), Engagementpolitik und Partizipation.</i></p>
<p>Anmerkungen:</p>
<p>1 Oxfam-Factsheet zum Weltwirtschaftsforum 2017: Ein WirtschaftsSystem f&uuml;r Alle &ndash; Auswege aus<br />der Ungleichheitskrise, Januar 2017, S. 2.</p>
<p>2 Fratzscher, Marcel zit. nach Der Spiegel: &bdquo;Die geteilte Nation&ldquo; vom 12.3.2016, S. 11.</p>
<p>3 BMAS [Hg.]: Lebenslagen in Deutschland. Der F&uuml;nfte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. April 2017. Der Bericht sowie die fr&uuml;heren Berichte und weitere Materialien sind verf&uuml;gbar<br />unter: <a href="http://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Bericht/Der-fuenfte-Bericht/fuenfter-bericht.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Bericht/Der-fuenfte-Bericht/fuenfter-bericht.html</a>. Alle weiteren Seitenangaben ohne Quelle beziehen sich auf diesen Bericht.</p>
<p>4 Beschluss vom 27.1.2000 zu BT-Drs. 14/999: &bdquo;Nationale Armuts- und Reichtumsberichterstattung&ldquo;.</p>
<p>5 BT-Drs. 14/999, S. 1.</p>
<p>6 Sch&auml;fer, Armin: Systematisch verzerrte Entscheidungen? Die Responsivit&auml;t der deutschen Politik von 1998 bis 2015 Endbericht &#8211; Forschungsvorhaben im Auftrag des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit<br />und Soziales, Juni 2016 <a href="http://www.armin-schaefer.de/wp-content/uploads/2016/12/endberichtsystematisch-verzerrte-entscheidungen.pdf" target="_blank" rel="noopener">http://www.armin-schaefer.de/wp-content/uploads/2016/12/endberichtsystematisch-verzerrte-entscheidungen.pdf</a> (Zugriff 10.08.2017)</p>
<p>7 <a href="https://www.lobbycontrol.de/2017/04/armuts-und-reichtumsbericht-die-originaldokumente-zureichtum-und-einfluss/" target="_blank" rel="noopener">https://www.lobbycontrol.de/2017/04/armuts-und-reichtumsbericht-die-originaldokumente-zureichtum-und-einfluss/</a> (Zugriff: 08.08.2017)</p>
<p>8 Dokumentationen der Symposien und Workshops sind abrufbar unter: <a href="http://www.armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Service/Aktuelles/aktuelles.html" target="_blank" rel="noopener">www.armuts-und-reichtumsbericht.de/DE/Service/Aktuelles/aktuelles.html</a></p>
<p>9 Dies berichteten z.B. der Deutsche Verein f&uuml;r &ouml;ffentliche und private F&uuml;rsorge und der Parit&auml;tische Gesamtverband.</p>
<p>10 Parit&auml;tischer Gesamtverband (Hg.): &bdquo;Menschenw&uuml;rde ist Menschenrecht. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2017&#8243; (2017). Die zitierten Zahlen sind bezogen auf den Mikrozensus, das Problem der Nicht-Erreichbarkeit betrifft jedoch alle Haushaltsbefragungen.</p>
<p>11 Stellungnahme des Deutschen Parit&auml;tischen Wohlfahrtsverbandes &ndash; Gesamtverband e.V. zum Entwurf eines 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung (Stand: 04.01.2017), S. 6.</p>
<p>12 S. Endnote 11.</p>
<p>13 S. folgende Endnote 14.</p>
<p>14 Die absolute Armut wird im ARB festgestellt &uuml;ber Kriterien erheblicher materieller Entbehrungen; Voraussetzung ist das Fehlen von vier Bereichen aus folgender 9-Punkteliste (EU-SILC): 1. Miete,<br />Wasser/ Strom sowie Verbindlichkeiten bezahlen, 2. angemessene Beheizung der Wohnung, 3. unerwartete Ausgaben t&auml;tigen k&ouml;nnen, 4. eine Woche an einem anderen Ort verbringen, 5. jeden Tag eine warme, vollwertige Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder gleichwertiger Proteinzufuhr, 6. Auto, 7. Waschmaschine, 8. Farbfernseher, 9. Telefon (ARB, S. 572).</p>
<p>15 5. ARB, S. 572.</p>
<p>16 5. ARB, S. 248.</p>
<p>17 WSI-Institut: Policy Brief 8/2017: Armut und Einwanderung &#8211; Armutsrisiken nach Migrationsstatus und Alter &#8211; Eine Kurzauswertung aktueller Daten auf Basis des Mikrozensus 2016, S. 3 &#8211; WSI und<br />der Parit&auml;tische Gesamtverband bezeichnen die Armutsrisikoquote &uuml;brigens als &bdquo;Armutsquote&ldquo;.</p>
<p>18 5. ARB, S. 278</p>
<p>19 5. ARB, S. 590</p>
<p>20 5. ARB, S. 592</p>
<p>21 5. ARB, S. 614</p>
<p>22 5. ARB, S. 614</p>
<p>23 5. ARB, S. 572, basierend auf EU-SILC und weiteren Berechnungen.</p>
<p>24 5. ARB, S. 563 f.</p>
<p>25 5. ARB, S. 548.</p>
<p>26 5. ARB, S. 53, Definition Prim&auml;r- bzw. Markteinkommen vgl. 5. ARB, S. 99.</p>
<p>27 5. ARB, S. 124.</p>
<p>28 SPIEGEL online vom 23.04.2017: &bdquo;Etwas ist faul im Kapitalismus&ldquo; mit Hinweis auf Thesenpapier des IWF: Ostry, Jonathan D.; Berg, Andrew; Tsangarides, Charalambos G.: &bdquo;Redistribution, Inequality<br />and Growth&ldquo; (2014, 30 S.).</p>
<p>29 Fratzscher, Marcel: &bdquo;Republik ohne Chancengleichheit: Deutschland am Wendepunkt&ldquo; in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik, 04/2016, S.91-100, S. 94.</p>
<p>30 Fratzscher, Marcel: &bdquo;Das M&auml;rchen vom M&auml;rchen der Ungleichheit&ldquo; in ZEIT-online vom 17. Juli 2016.</p>
<p>31 Mau, Steffen, Heuer, Jan-Ocko: Wachsende Ungleichheit als Gefahr f&uuml;r nachhaltiges Wachstum (FES-Schriftenreihe: &bdquo;gute gesellschaft &ndash; soziale demokratie&ldquo; (2017), S. 4 und S. 7.</p>
<p>32 S. Endnote 29.</p>
<p>33 Albig, Hanne; Clemens, Marius et. al.: &bdquo;Zunehmende Ungleichheit verringert langfristig Wachstum &ndash; Analyse f&uuml;r Deutschland im Rahmen eines makro&ouml;konomischen Strukturmodells&ldquo; (FES-Schriftenreihe:<br />&bdquo;gute gesellschaft &ndash; soziale demokratie&ldquo;) (2016) &#8211; Eine Zusammenfassung von 29 Untersuchungen zu wirtschaftlichen Effekten von Ungleichheit vgl.: Behringer, Jan; Theobald, Thomas; van Treeck, Till: &bdquo;Ungleichheit und makro&ouml;konomische Instabilit&auml;t &ndash; Eine Bestandsaufnahme&ldquo; (FES-Schriftenreihe: &bdquo;gute gesellschaft &ndash; soziale demokratie&ldquo;) (2016), S. 29 f.</p>
<p>34 Albig, Hanne; Clemens, Marius et. al. (Endnote 33), S. 5.</p>
<p>35 Zu diesem Ergebnis kommt ein Thesenpapier des IWF: Ostry, Jonathan D.; Berg, Andrew; Tsangari &#8211; des, Charalambos G.: &bdquo;Redistribution, Inequality, and Growth&ldquo; (2014, 30 S.), zitiert nach SPIEGEL online: &bdquo;Etwas ist faul im Kapitalismus&ldquo; vom 23.04.2014.</p>
<p>36 Rosenbrock, Rolf: Gespr&auml;ch zur Er&ouml;ffnungsrede von Richard G. Wilkinson zum Kongress &bdquo;Armut und Gesundheit 2017&ldquo; in: Info-Dienst f&uuml;r Gesundheitsf&ouml;rderung Nr. 17/ 2017, S. 8.</p>
<p>37 Vgl. die etwa alle zwei Jahre erscheinenden &bdquo;Mitte&ldquo;-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung (erstmals: Oliver Decker, Elmar Br&auml;hler, Norman Gei&szlig;ler &bdquo;Vom Rand zur Mitte &#8211; Rechtsextreme Einstellungen<br />und ihre Einflussfaktoren in Deutschland&ldquo;, 2006); aktuelle Studie: Zick, Andreas: Gespaltene Mitte &#8211; Feindselige Zust&auml;nde &#8211; Rechtextreme Einstellungen in Deutschland, 2016: <a href="http://www.fesgegen-rechtsextremismus.de/inhalte/studien_Gutachten.php" target="_blank" rel="noopener">http://www.fesgegen-rechtsextremismus.de/inhalte/studien_Gutachten.php</a> (Zugriff: 28.08.2017).</p>
<p>38 BVerfGE 93, 121 (149ff.).</p>
<p>39 Wikipedia, Eintrag: &bdquo;Verm&ouml;gensteuer (Deutschland)&ldquo; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensteuer_%28Deutschland" target="_blank" rel="noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensteuer_(Deutschland</a>) (Zugriff 24.07.2017).</p>
<p>40 Beckert, Jens: &bdquo;Neid oder soziale Gerechtigkeit? Die gesellschaftliche Umk&auml;mpftheit der Erbschaftssteuer&ldquo;, in: Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung (Hg.): Aus Politik und Zeitgeschichte v. 6.6.2017 (S. 23-29), S. 23.</p>
<p>41 Vgl. hierzu: Wieland, Joachim: Rechtliche Rahmenbedingungen f&uuml;r eine Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer &#8211; Rechtsgutachten, erstattet f&uuml;r ver.di (2003).</p>
<p>42 Bach, Stefan; Mertz, Thomas (DIW, 2016) zit. nach Beckert, Jens: Endnote 40, S. 23.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/219/publikation/reichtum-ist-ein-scheues-wild/">„Reichtum ist ein scheues Wild.“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Anmerkung der „Namens-AG“</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/220/publikation/anmerkung-der-namens-ag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 May 2013 11:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vereinsname]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 220 (1/2013), S. 21 Wir als von der letzten Delegiertenkonferenz eingesetzte Gremium zur Namensdebatte bleiben bei unseren bisherigen Vorschlägen für einen neuen Verbandsnamen &#132;Humanistische Union für Bürgerrechte&#147; bzw. alternativ &#132;Humanistische Union für Menschenrechte und Frieden&#147;. Diese Entscheidung gründet auf der Namensdebatte bei der letzten DK sowie der einmütigen Zustimmung der dort Anwesenden zu [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 220 (1/2013), S. 21</p>
<p>Wir als von der letzten Delegiertenkonferenz eingesetzte Gremium zur Namensdebatte bleiben bei unseren bisherigen Vorschlägen für einen neuen Verbandsnamen &#132;Humanistische Union für Bürgerrechte&#147; bzw. alternativ &#132;Humanistische Union für Menschenrechte und Frieden&#147;. Diese Entscheidung gründet auf der Namensdebatte bei der letzten DK sowie der einmütigen Zustimmung der dort Anwesenden zu Gerd Pflaumers Vorschlag &#132;Humanistische Union für Bürgerrechte&#8220;. Die Begründung sowie unsere Empfehlung für diese Alternative wurde bereits in den Mitteilungen veröffentlicht. Die kritischen Kommentare zu unserem dort begründeten Vorschlag konnten uns nicht überzeugen. Die von der DK vereinbarte Probeabstimmung (&#132;Stimmungsbild&#147;) soll aus organisatorischen Gründen erst mit der kommenden Ausgabe der HU-Mitteilungen gestartet werden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ressortplanung: Engagementpolitik</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/215-216/publikation/ressortplanung-engagementpolitik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2012 12:58:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 32f. Identi&#173;fi&#173;ka&#173;tion des Politik&#173;felds und b&#252;rger&#173;recht&#173;liche Bez&#252;ge Ehrenamt ist heute mehr als eine caritativ-private T&#228;tigkeit. Es handelt sich um eine zivilgesellschaftliche Politik im tri-sektoralen Bereich zwischen Staat, Markt und Privaten, an der Institutionen aller drei Sektoren beteiligt sind. Im organisierten Engagementsbereich sind bundesweit&#160;ca. 600.000 Vereine t&#228;tig (davon ca. 350.000 [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 32f.</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/baur2011s_01.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4063 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/baur2011s_01-338x450.jpg" alt="Ressortplanung: Engagementpolitik" width="338" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/baur2011s_01-338x450.jpg 338w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/baur2011s_01-563x750.jpg 563w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/baur2011s_01-450x600.jpg 450w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/baur2011s_01-253x337.jpg 253w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/baur2011s_01.jpg 591w" sizes="(max-width: 338px) 100vw, 338px" /></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<h5>Identi&shy;fi&shy;ka&shy;tion des Politik&shy;felds und b&uuml;rger&shy;recht&shy;liche Bez&uuml;ge</h5>
<p>Ehrenamt ist heute mehr als eine caritativ-private T&auml;tigkeit. Es handelt sich um eine zivilgesellschaftliche Politik im tri-sektoralen Bereich zwischen Staat, Markt und Privaten, an der Institutionen aller drei Sektoren beteiligt sind. Im organisierten Engagementsbereich sind bundesweit&nbsp;ca. 600.000 Vereine t&auml;tig (davon ca. 350.000 gemeinn&uuml;tzige); in ihnen sind rund 2,5 Mio. Menschen besch&auml;ftigt &#8211; Tendenz zunehmend (Angaben lt. WZB).</p>
<p>Derzeit entwickelt sich das B&uuml;rgerengagement zwischen folgenden beiden Polen:</p>
<ul>
<li>engagierte B&uuml;rger als &#8222;L&uuml;ckenb&uuml;&szlig;er&#8220; f&uuml;r sozialstaatliche Vers&auml;umnisse (z.B. B&uuml;rgerarbeit, Freiwilligendienste etc.). Dies liegt teilweise im Interesse der Wohlfahrtsverb&auml;nde und Kirchen vs.</li>
<li>aktive Verantwortungsb&uuml;rger mit Beteiligungsrechten (z.B. Stuttgart 21, &#8222;neues Ehrenamt&#8220;, Freiwilligenkultur, Qualifizierung) und echter Freiwilligkeit.</li>
</ul>
<p>B&uuml;rgerrechtspolitik ist traditionell ausgerichtet auf den Staat bzw. die &ouml;ffentliche H&auml;nde, sie versteht sich als Kampf um Abwehr- und Beteiligungsrechte. B&uuml;rgerrechtliche Engagementpolitik nimmt dar&uuml;ber hinaus auf halbstaatliche bzw. private Institutionen Bezug, etwa:</p>
<ul>
<li>Quangos (&#8222;Quasi-NGOs&#8220;), d.h. nicht-staatliche Organisationen, die staatliche Aufgaben erf&uuml;llen. Ihre Aufgabenbereiche werden durch staatliche Institutionen beeinflusst (Kooperationsvertr&auml;ge) oder durch Normen geregelt. Typische Beispiele sind Wohlfahrtsverb&auml;nde wie DPW, Caritas, Diakonie oder DRK.</li>
<li>Hybride Organisationen mit einem Mix von wohlfahrtsstaatlichen, zivilgesellschaftlichen und unternehmerischen Ans&auml;tzen. Sie entstehen aus verschiedenen Perspektiven &#8211; soziale Einrichtungen und Wohlfahrtsverb&auml;nde orientieren sich zunehmend an marktwirtschaftlichen Elementen; klassische Unternehmen &uuml;bernehmen verst&auml;rkt gesellschaftliche Verantwortung und unterst&uuml;tzen ihrerseits gemeinn&uuml;tzige Initiativen.</li>
<li>Sozial verantwortliche Unternehmen und sonstige Institutionen: Corporate Social Responsibility (CSR) und Corporate Citizenship (CC) zu Sozial-, B&uuml;rger- und Menschenrechtsthemen.</li>
</ul>
<p>Ehrenamtspolitik st&auml;rkt die Partizipation auf allen gesellschaftlichen Ebenen und gibt den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern die Gelegenheit zu unmittelbarer Beteiligung vor Ort in eigener Sache. Aus b&uuml;rgerrechtlicher Perspektive sind deshalb weitgehende, verbindliche Regeln f&uuml;r Partizipation bzw. Teilhabe sowie eine Anerkennungskultur f&uuml;r b&uuml;rgerschaftliches Engagement zu fordern.</p>
<h5>Handlungs&shy;op&shy;ti&shy;onen der HU</h5>
<p>Die HU k&ouml;nnte einerseits Angebote f&uuml;r B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger sowie Unternehmen vor Ort entwickeln (z.B. Angebote f&uuml;r CSR-Aktivit&auml;ten von Landes-, Regional- und Ortsverb&auml;nden). Von verbesserten Rahmenbedingungen f&uuml;r ehrenamtliches Engagement und einer st&auml;rkeren Beteiligungskultur und -praxis k&ouml;nnte auch die HU profitieren: durch eine Verbesserung ihrer Anerkennungskultur f&uuml;r engagierte (HU-)Mitglieder; als Beitrag zu ihrer Organisationsentwicklung (s. Bericht auf S. 24); durch finanzielle Hilfen f&uuml;r ihre ehrenamtliche Arbeit; durch Ehrenamtsstunden als Kofinanzierung f&uuml;r &ouml;ffentlichen Projektf&ouml;rderung (wie in NRW).</p>
<p>In den n&auml;chsten zwei Jahren sind im Rahmen des Ressorts geplant:</p>
<ul>
<li>Begleitung der Diskussionsprozesse des Bundesnetzwerks b&uuml;rgerschaftliches Engagement (BBE) </li>
<li>Mitarbeit im Nationalen Forum f&uuml;r Engagement und Partizipation</li>
<li>Beteiligung am neu gegr&uuml;ndeten Netzwerk B&uuml;rgerbeteiligung</li>
<li>Bearbeitung relevanter Infrastrukturthemen wie Extremismusklausel (&#8222;Demokratieklausel&#8220;) und Transparenzinitiative (mit Transparency International)</li>
<li>Entwicklung eines Konzepts zur Sozialen Verantwortung f&uuml;r HU (Zielformulierung u.a. zu Transparenz, Leitbilderstellung etc.), angelehnt an DIN/ISO 26000</li>
<li>Zusammenstellung von Verbesserungsvorschl&auml;gen f&uuml;r (rechtliche) Rahmenbedingungen des b&uuml;rgerschaftlichen Engagements</li>
<li>Kritische Begleitung von Engagement-Strategie und CSR-Strategie der Bundesregierung.</li>
</ul>
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		<media:content url="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/baur2011s_01.jpg" medium="image"></media:content>
            	</item>
		<item>
		<title>Vorschläge zur Neubenennung der HU. Aufruf zur Mitarbeit</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/215-216/publikation/vorschlaege-zur-neubenennung-der-hu-aufruf-zur-mitarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2012 12:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verbandsnachrichten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/vorschlaege-zur-neubenennung-der-hu-aufruf-zur-mitarbeit/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 34f. Zeitplan zur Namens&#173;de&#173;batte 07/2012&#160; Mitteilungen II/2012: Ver&#246;ffentlichung von kommentierten Namensvorschl&#228;gen der Mitglieder 09/2012&#160;Mitteilungen III/2012: Diskussion der Vorschl&#228;ge 11/2012&#160;Mitteilungen IV/2012: zwei Auswahlvorschl&#228;ge und Stimmungsbild Die Delegiertenkonferenz (DK) 2011 hatte drei Personen&#160; damit beauftragt [1], zwei Namensvorschl&#228;ge f&#252;r unseren Verband zu erarbeiten. Die Neubenennung ist erforderlich, um die aktuelle Bezeichnung [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 34f.</p>
<h5>Zeitplan zur Namens&shy;de&shy;batte</h5>
<p>07/2012&nbsp; Mitteilungen II/2012: Ver&ouml;ffentlichung von kommentierten Namensvorschl&auml;gen der Mitglieder</p>
<p>09/2012&nbsp;Mitteilungen III/2012: Diskussion der Vorschl&auml;ge</p>
<p>11/2012&nbsp;Mitteilungen IV/2012: zwei Auswahlvorschl&auml;ge und Stimmungsbild</p>
<p>Die Delegiertenkonferenz (DK) 2011 hatte drei Personen&nbsp; damit beauftragt [1], zwei Namensvorschl&auml;ge f&uuml;r unseren Verband zu erarbeiten. Die Neubenennung ist erforderlich, um die aktuelle Bezeichnung &#8222;Humanistische Union, vereinigt mit der Gustav Heinemann-Initiative&#8220; zu ersetzen. Dieser Name war im Verschmelzungsvertrag zwischen der Humanistischen Union und der Gustav Heinemann-Initiative als vorl&auml;ufige Bezeichnung festgelegt worden.</p>
<p>Ein fr&uuml;herer Namensvorschlag (&#8222;Gesellschaft f&uuml;r B&uuml;rgerrechte&#8220;) scheiterte 2010 in einer Urabstimmung knapp. F&uuml;r eine Satzungs&auml;nderung w&auml;re die Zustimmung von 75 % aller Teilnehmenden n&ouml;tig gewesen. Hieran fehlten 14 Stimmen (vgl. Mitteilungen Nr. 211, S. 4). Um nun eine L&ouml;sung der immer noch offenen Namensfrage herbeizuf&uuml;hren, hatte Gerhard Saborowski (Hannover) einen Antrag an die DK eingebracht, der das Verfahren zur Entscheidung abschlie&szlig;end regelt. Dieser Antrag (Wortlaut vgl. Mitteilungen Nr. 214, S. 25-28) wurde von der DK mit gro&szlig;er Mehrheit angenommen. Beschlossen wurde ein Gremium aus drei Personen &#8211; davon zwei nominiert durch die DK sowie eine Person benannt durch den neuen Bundesvorstand &#8211;, das zwei Namensvorschl&auml;ge erarbeiten soll. Das weitere Verfahren hierzu wird weiter unten vorgestellt.</p>
<p>In einem ersten Schritt hat die Dreiergruppe nun die vorliegenden rund vierzig Vorschl&auml;ge sowie die schriftlichen Kommentare von Mitgliedern hierzu gesichtet und gewichtet. Die Vorschl&auml;ge sind dokumentiert im &#8222;HU-Wiki&#8220; (s.u.). Dar&uuml;ber hinaus wurden weitere Vorschl&auml;ge diskutiert. (s. Infokasten)</p>
<p>Nach Diskussion aller bisher vorliegenden Vorschl&auml;ge verst&auml;ndigte sich das Gremium auf die Empfehlung, den als Marke erkennbaren Begriff &#8222;Humanistische Union&#8220; beizubehalten. Dieser Vorschlag war von Gerd Pflaumer bereits in die Debatte der DK angeregt und von den Delegierten allgemein begr&uuml;&szlig;t worden. Der von der Findungsgruppe pr&auml;ferierte Vorschlag lautet:</p>
<blockquote>
<p class="bodytext">&#8222;Humanistische Union f&uuml;r B&uuml;rgerrechte&#8220;. </p>
</blockquote>
<p>Als weitere Alternative wird vorgeschlagen:</p>
<blockquote>
<p class="bodytext">&#8222;Humanistische Union f&uuml;r Menschenrechte und Frieden&#8220;.</p>
</blockquote>
<h5>Begr&uuml;ndung der Empfehlung </h5>
<p>F&uuml;r die Beibehaltung des Markenbegriffs &#8222;Humanistische Union&#8220; spricht zun&auml;chst die Betrachtung des bisherigen Diskussionsverlaufs. Bisher war keine der vorgeschlagenen Alternativen mehrheitsf&auml;hig, was sicherlich an den unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen der Namensvorschl&auml;ge aus allen b&uuml;rgerrechtlichen Arbeitsbereichen liegt (allerdings ist zu beachten, dass der Vorschlag &#8222;Gesellschaft f&uuml;r B&uuml;rgerrechte&#8220; 2010 nur knapp scheiterte).</p>
<p>Von Belang ist auch die Au&szlig;enwahrnehmung unseres eingef&uuml;hrten Namens. Der Begriff &#8222;Humanistische Union&#8220; ist schlie&szlig;lich nicht nur in der B&uuml;rgerrechtsszene bekannt, sondern weit dar&uuml;ber hinaus, gerade auch in den Medien. Ein solcher Name sollte nicht ohne Not ge&auml;ndert werden.</p>
<p>Das Gremium war sich dar&uuml;ber hinaus einig, dass die neue Bezeichnung konkret das Arbeitsfeld benennen und uns unverwechselbar gegen&uuml;ber anderen Organisationen machen sollte. In der Folge ergaben sich die beiden oben genannten Vorschl&auml;ge. Die weitere Diskussion erbrachte eine klare Pr&auml;ferenz f&uuml;r den Namen &#8222;Humanistische Union f&uuml;r B&uuml;rgerrechte&#8220;. F&uuml;r die allgemeine Nennung der B&uuml;rgerrechte als Leitthema der HU spricht die Bandbreite unserer verschiedenen Arbeitsbereiche zum Schutz bzw. Ausbau der Grundrechtsbereiche, wie:</p>
<ul>
<li>Innere Sicherheit und Strafvollzug</li>
<li>Kontrolle der Polizei und der Geheimdienste</li>
<li>Datenschutz und Informationsfreiheit</li>
<li>Partizipation und B&uuml;rgerbeteiligung</li>
<li>Gleichstellungsfragen und Frauenrechte&nbsp;</li>
<li>Trennung von Staat und Kirche(n)</li>
<li>Bildungspolitik&nbsp;</li>
<li>Friedenspolitik</li>
</ul>
<p>Die Alternative &#8222;&#8230;f&uuml;r Menschenrechte und Frieden&#8220; wird dagegen vielfach mit Agieren im internationalen Zusammenhang in Verbindung gebracht. Die Konzentration auf die nationale Ebene und damit auf die B&uuml;rgerrechte bestimmte unser Handeln in der Vergangenheit und wird das auch in Zukunft tun. Der Kampf gegen deren Einschr&auml;nkung, f&uuml;r ihren Ausbau ist bleibende, origin&auml;re Aufgabe unserer Organisation und d&uuml;rfte damit auf die Zustimmung aller Mitglieder sto&szlig;en. Auch die ehemaligen GHI-Mitglieder k&ouml;nnten sich in diesem Namen wiederfinden, da f&uuml;r sie auch in der Vergangenheit das Thema B&uuml;rgerrechte (neben Frieden) wichtigstes Arbeitsfeld war.</p>
<h5>Aufruf zur Namenssuche und zur Kommen&shy;tie&shy;rung</h5>
<p>Mit unserem Meinungsbild er&ouml;ffnen wir die Diskussion. Alle Mitglieder sind gebeten, Stellungnahmen zu den bisherigen Vorschl&auml;gen oder neue Namensvorschl&auml;ge an die Adresse der Bundesgesch&auml;ftsstelle zu senden. Internet-Aktive k&ouml;nnen sich ebenfalls an der Kommentierung im &#8222;HU-Wiki&#8220; beteiligen (s.u.).</p>
<p>Alle vorliegenden Vorschl&auml;ge werden mitsamt ihrer Begr&uuml;ndung in der n&auml;chsten Ausgabe (Nr. 217 &#8211; II/2012) der HU-Mitteilungen abgedruckt (Redaktionsschluss: 30. Juni). Entsprechend dem Beschluss der DK werden wir als Findungsgruppe die Vorschl&auml;ge diskutieren und bewerten und dann zwei Vorschl&auml;ge ausw&auml;hlen, die wir in den HU-Mitteilungen (Nr. 219 &#8211; IV/2012) vorstellen. Zu diesen beiden Vorschl&auml;gen soll dann per Antwortblatt zur R&uuml;cksendung an die HU-Gesch&auml;ftsstelle ein informelles Meinungsbild der Mitglieder erstellt werden. Der von den Mitgliedern bevorzugte Vorschlag wird dann anschlie&szlig;end im kommenden Jahr zur Urabstimmung gestellt. Das Quorum dieser Urabstimmung wurde &uuml;brigens durch einen weiteren Beschluss der DK 2011 abgesenkt: Bei Abstimmung &uuml;ber eine Satzungs&auml;nderung, wie der &Auml;nderung des Vereinsnamens, sind nunmehr zwei Drittel &#8211; statt bisher drei Viertel &#8211; der Stimmen aller Teilnehmenden erforderlich.</p>
<p><i>Ursula Tjaden, Gerd Pflaumer, Tobias Baur<br />als Mitglieder der von den Delegierten bestimmten Namenskommission</i></p>
<p><i>[1]&nbsp; Von der Delegiertenkonferenz wurden beauftragt:<br />&middot;&nbsp; Dr. Ursula Tjaden, Dortmund, fr&uuml;here Diskussionsredakteurin der Mitteilungen<br />&middot;&nbsp; Dr. Gerd Pflaumer, Swisttal, fr&uuml;heres Vorstandsmitglied der GHI <br />&middot;&nbsp; Stellvertreter: Peter Menne, Vorsitzender OV Frankfurt a.M.<br />Vom Bundesvorstand nominiert wurden dessen Mitglieder: <br />&middot;&nbsp; Tobias Baur (Stellvertreter: Johann-Albrecht Haupt)</i></p>
<p><i>Informationen:<br />Die Liste der Namensvorschl&auml;ge und Kommentierung im HU-Wiki unter: </i><a href="https://www.humanistische-union.de/wiki/intern/orga/namen/vorschlaege" target="_blank" rel="noopener"><i>https://www.humanistische-union.de/wiki/intern/orga/namen/vorschlaege</i></a><i>.</i></p>
<dl>
<dt>Links</dt>
<dd>Internes HU-Wiki zur Diskussion der Namensvorschl&auml;ge</dd>
</dl>
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			</item>
		<item>
		<title>„Freiheit statt Angst&#8220; startete wieder durch</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/214/publikation/freiheit-statt-angst-startete-wieder-durch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 09:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen: Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus: Mitteilungen Nr. 214 (3/2011), S. 34 (TB) Unter dem Motto &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; demonstrierten Datenschutzbewegte am 10. September in Berlin. Damit fand die Demonstration gegen Vorratsdatenspeicherung sowie gegen &#220;berwachung durch staatliche oder private Einrichtungen bereits im sechsten Jahr statt. Den Anfang machte die Kundgebung &#8222;Freiheit statt Sicherheitswahn&#8220; Mitte 2006 in Berlin, an der neben [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus: Mitteilungen Nr. 214 (3/2011), S. 34</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/FsA-Header2011.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-4081 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/FsA-Header2011-600x126.jpg" alt="&#8222;Freiheit statt Angst" width="600" height="126" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/FsA-Header2011-600x126.jpg 600w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/FsA-Header2011-768x161.jpg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/FsA-Header2011-450x95.jpg 450w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/FsA-Header2011.jpg 800w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p>(TB) Unter dem Motto &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; demonstrierten Datenschutzbewegte am 10. September in Berlin. Damit fand die Demonstration gegen Vorratsdatenspeicherung sowie gegen &Uuml;berwachung durch staatliche oder private Einrichtungen bereits im sechsten Jahr statt. Den Anfang machte die Kundgebung &#8222;Freiheit statt Sicherheitswahn&#8220; Mitte 2006 in Berlin, an der neben dem AK Vorratsdatenspeicherung bereits viele B&uuml;ndnispartner der aktuellen Kampagne beteiligt waren. Rund vier Monate sp&auml;ter veranstaltete der Tr&auml;gerkreis des &#8222;Big Brother Award&#8220; mit Beteiligung der Humanistischen Union eine Demonstration in Bielefeld unter dem bis heute g&uuml;ltigen Motto &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; (bzw. &#8222;Freedom not Fear&#8220;). Seit 2007 fand die Demonstration j&auml;hrlich in Berlin sowie daneben auch andernorts statt. Die Anzahl der Demonstrierenden umfasste bis zu 50.000 Personen (2008) und war seither r&uuml;ckl&auml;ufig. 2010 nahmen zwischen 7.500 und 10.000 Personen teil. Bei der diesj&auml;hrigen Demonstration wurden nur noch ca. 5.000 TeilnehmerInnen gez&auml;hlt.</p>
<p>An der Planung und Durchf&uuml;hrung beteiligt sind viele Aktive der &#8222;alten&#8220; und &#8222;neuen&#8220; Datenschutzbewegung: zivilgesellschaftliche Organisationen, gesellschafts- und parteipolitische Gruppen, gewerkschaftliche und B&uuml;rgerrechtsorganisationen, darunter auch die HU, setzen sich gegen den schleichenden Abbau der Freiheitsrechte zur Wehr. Aktuelle Themensetzungen waren etwa Forderungen zur Anonymit&auml;t im Internet, Datenschutz in sozialen Netzwerken oder die nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2. M&auml;rz 2010 weiterhin gef&uuml;hrte Diskussion um eine Vorratsdatenspeicherung.</p>
<p>Der Demonstrationsroute verlief in diesem Jahr &#8211; nach dem Start am Brandenburger Tor &#8211; entlang der Stra&szlig;e &#8222;Unter den Linden&#8220; zum Alexanderplatz mit Schlusskundgebung ebendort. Zum Abschluss der Demonstration wurden neben dem politischen Programm auf der Hauptb&uuml;hne auch weitere Aktionsfl&auml;chen zu inhaltlichen Themenstellungen angeboten. Die Festlegung auf die Pr&auml;sentation von Themen anstatt von Organisationen erfolgte auch im Hinblick auf den laufenden Berliner Wahlkampf und um das Anliegen des Daten- und Pers&ouml;nlichkeitsschutzes medial nicht im Parteienwettbewerb untergehen zu lassen. Die HU unterst&uuml;tzte die Demonstration wie in den vergangenen Jahren auch logistisch u.a. durch die Abwicklung der Spenden und Finanzen f&uuml;r das B&uuml;ndnis.</p>
<p>Informationen siehe Blog: <a href="http://blog.freiheitstattangst.de/" target="_blank" rel="noopener">http://blog.freiheitstattangst.de</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/214/publikation/freiheit-statt-angst-startete-wieder-durch/">„Freiheit statt Angst&#8220; startete wieder durch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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            	</item>
		<item>
		<title>Papa ante portas</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/214/publikation/papa-ante-portas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 09:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen: Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus: Mitteilungen Nr. 214 (3/2011), S. 35 (TB) Papst Benedikt XVI., b&#252;rgerlich Joseph Aloisius Ratzinger, hielt sich im Rahmen einer &#8222;Apostolischen Reise&#8220; vom 22. bis 25. September in Deutschland auf. Am 22. September traf er sich in Berlin mit den Spitzen aller Verfassungsorgane: Bundespr&#228;sident, Bundestagspr&#228;sident, Bundeskanzlerin, Bundesratspr&#228;sidentin, der Pr&#228;sident des Bundesverfassungsgerichts sowie die Fraktionsvorsitzenden im [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus: Mitteilungen Nr. 214 (3/2011), S. 35</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/karikatur.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-4082 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/karikatur-364x450.jpg" alt="Papa ante portas" width="364" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/karikatur-364x450.jpg 364w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/karikatur-768x950.jpg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/karikatur-606x750.jpg 606w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/karikatur-485x600.jpg 485w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/karikatur-272x337.jpg 272w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/karikatur.jpg 800w" sizes="(max-width: 364px) 100vw, 364px" /></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p>(TB) Papst Benedikt XVI., b&uuml;rgerlich Joseph Aloisius Ratzinger, hielt sich im Rahmen einer &#8222;Apostolischen Reise&#8220; vom 22. bis 25. September in Deutschland auf. Am 22. September traf er sich in Berlin mit den Spitzen aller Verfassungsorgane: Bundespr&auml;sident, Bundestagspr&auml;sident, Bundeskanzlerin, Bundesratspr&auml;sidentin, der Pr&auml;sident des Bundesverfassungsgerichts sowie die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag gaben sich die Ehre und auch der &#8222;Regierende&#8220; von Berlin. Auf dem Programm standen au&szlig;erdem eine Rede des Papstes vor dem Bundestagsplenum sowie Gespr&auml;che mit Vertretern anderer Religionsgemeinschaften und weitere Stationen in Th&uuml;ringen und Baden-W&uuml;rttemberg.</p>
<p>Der hohe Besuch veranschaulicht Problemzonen in den Bereichen der Trennung von Staat und Kirche(n) sowie der &#8222;Gretchenfrage&#8220; der Religionspolitik: Schon der diplomatische Rahmen ist schwierig: Da versteht sich der Heilige Stuhl als eigenst&auml;ndiges, nicht-staatliches Subjekt des V&ouml;lkerrechts mit Beobachterstatus und Mitwirkungsrechten bei den Vereinten Nationen. Daneben steht die Funktion des Papstes als Staatsoberhaupt des (Zwerg-)Staates Vatikanstadt; dieser wird international ebenfalls vom Heiligen Stuhl vertreten.</p>
<p>Demzufolge wird die protokollarische Einordnung des Besuchs kritisiert &#8211; immerhin tritt der Papst (eingeladen vom Parlamentspr&auml;sidenten) erkennbar auch als Vertreter einer Glaubensgemeinschaft vor dem Parlament auf. Einige Bundestagsabgeordnete hatten es im Vorfeld bereits abgelehnt, hieran nicht teilzunehmen und blieben der Rede fern. Zudem werden die hohen Kosten ger&uuml;gt: Die Finanzierung des offiziellen Teils der Reise wird von Deutschland &uuml;bernommen, da der Staatsgast auf Einladung des Bundespr&auml;sidenten kommt. Die Kosten der &ouml;ffentlichen Sicherheit, der Bundes- und L&auml;nderpolizeien werden aus deren Etats bestritten und k&ouml;nnen nicht beziffert werden (Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion, BT-Drs. 17/6827).</p>
<p>Die Hauptkritik richtet sich nach wie vor auf die moralischen Positionsbestimmungen der r&ouml;misch-katholischen Kirche, zu Fragen der Sexualmoral, der Gleichstellung von Frauen und M&auml;nnern, einer humanen Geschlechter- und Sexualpolitik und insbesondere zum kirchlichen Verbot von Schwangerschaftsverh&uuml;tung und -abbruch (sowie den Konsequenzen dieser Verbote, speziell in Entwicklungsl&auml;ndern). &Uuml;ber 50 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch die Humanistische Union, sowie frauen- und genderpolitische Gruppen versammelten den Protest beim Papstbesuch in einem B&uuml;ndnis unter dem Namen &#8222;Der Papst kommt&#8220;. Zun&auml;chst vorgesehen war, parallel zur Papstrede eine Kundgebung am Brandenburger Tor, u.a. mit der Theologin und Autorin Uta Ranke-Heinemann sowie eine anschlie&szlig;ende Demonstration durchzuf&uuml;hren. Der geplante Ort wurde von der Versammlungsbeh&ouml;rde offenbar wegen Sicherheitsbedenken nicht genehmigt. Hiergegen klagten die Organisatoren leider erfolglos vor dem Verwaltungsgericht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/214/publikation/papa-ante-portas/">Papa ante portas</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<media:content url="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/karikatur.jpg" medium="image"></media:content>
            	</item>
		<item>
		<title>Schnüffelklausel gegen Zivilgesellschaft</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/212/publikation/schnueffelklausel-gegen-zivilgesellschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 10:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Moral & Gesinnung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/schnueffelklausel-gegen-zivilgesellschaft/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 212 (1/2011), S. 16/17 Demokratieerkl&#228;rung Hiermit best&#228;tigen wir, dass wir uns zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen und eine den Zielen des Grundgesetzes f&#246;rderliche Arbeit gew&#228;hrleisten. Als Tr&#228;ger der gef&#246;rderten Ma&#223;nahme haben wir zudem im Rahmen unserer M&#246;glichkeiten (Literatur, Kontakte zu anderen Tr&#228;gern, Referenzen, die j&#228;hrlichen Verfassungsschutzberichte des Bundes und der [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 212 (1/2011), S. 16/17</p>
<p><b>Demokratieerkl&auml;rung</b></p>
<p><i>Hiermit best&auml;tigen wir, dass wir uns zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen und eine den Zielen des Grundgesetzes f&ouml;rderliche Arbeit gew&auml;hrleisten.</i></p>
<p><i>Als Tr&auml;ger der gef&ouml;rderten Ma&szlig;nahme haben wir zudem im Rahmen unserer M&ouml;glichkeiten (Literatur, Kontakte zu anderen Tr&auml;gern, Referenzen, die j&auml;hrlichen Verfassungsschutzberichte des Bundes und der L&auml;nder etc.) und auf eigene Verantwortung daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass die als Partner ausgew&auml;hlten Organisationen, Referenten etc. sich ebenfalls zu den Zielen des Grundgesetzes verpflichten. Uns ist bewusst, dass keinesfalls der Anschein erweckt werden darf, dass eine Unterst&uuml;tzung extremistischer Strukturen durch die Gew&auml;hrung materieller oder immaterieller Leistungen Vorschub geleistet wird. </i></p>
<p><i>Ort,&nbsp; Datum,&nbsp; rechtsverbindliche Unterschrift</i></p>
<p>Mit &#8222;Demokratieerkl&auml;rung&#8220; betitelt ist ein ideologischer Vorsto&szlig; aus dem Ministerium f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Das auch f&uuml;r Engagementpolitik zust&auml;ndige Haus Schr&ouml;der verlangt neuerdings eine Verpflichtungserkl&auml;rung von zivilgesellschaftlichen Initiativen, die Projektmittel aus F&ouml;rderprogrammen des BMFSFJ erhalten (vgl. Infokasten). <br />Betroffen sind derzeit zwei Programme des Jugendministeriums: Die Initiative &#8222;Demokratie st&auml;rken&#8220; (Umfang 2011: 5 Mio. Euro) des BMFSFJ richtet sich seit Mitte 2010 pr&auml;ventiv gegen Linksextremismus und islamistischen Extremismus. Das Programm &#8222;Toleranz f&ouml;rdern &#8211; Kompetenz st&auml;rken&#8220;&nbsp; (Umfang 2011: 24 Mio. Euro) f&uuml;hrt seit Anfang 2011 die Arbeit fr&uuml;herer Jugendprogramme gegen Rechtsextremismus fort. Die Regiestelle f&uuml;r dieses Programm ist beim Bundesamt f&uuml;r Zivildienst (BAZ) im Gesch&auml;ftsbereich des BMFSFJ.</p>
<p>Die Erkl&auml;rung verlangt nicht nur ein blo&szlig;es Bekenntnis der Zuwendungsempf&auml;nger zur Verfassungstreue: Gefordert wird dar&uuml;ber hinaus die aktive Recherche zu einem m&ouml;glichen extremistischen Hintergrund aller Personen und Organisationen, die am Projekt beteiligt sind oder mit denen die Initiative kooperiert, z.B. als Teilnehmende an einem Podium oder Workshop. Hierf&uuml;r m&uuml;ssen von den Projektmachern alle verf&uuml;gbaren Informationen recherchiert und ausgewertet, Informanten anderer Projekttr&auml;ger befragt und Verfassungsschutzberichte des Bundes und der Bundesl&auml;nder konsultiert werden. Wie ein B&uuml;rge tr&auml;gt der Zuwendungsempf&auml;nger letztlich die Gesamtverantwortung f&uuml;r die Verfassungstreue aller Beteiligten.</p>
<p>Eine ernsthafte kritische Auseinandersetzung mit Extremisten soll zwar z.B. f&uuml;r antifaschistische und antirassistische Projekte prinzipiell m&ouml;glich bleiben. Dennoch m&uuml;ssen k&uuml;nftig zahlreiche Besonderheiten beachtet werden, will man keine R&uuml;ckforderungen, Schadenersatzzahlungen oder den Ausschluss von der Vergabe k&uuml;nftiger F&ouml;rdermittel riskieren. N&auml;here Informationen zur &#8222;richtigen&#8220; Anwendung des Demokratiebekenntnisses liefern die &#8222;Hinweise zur Erkl&auml;rung f&uuml;r Demokratie in den Programmen &#8218;Toleranz f&ouml;rdern &#8211; Kompetenz st&auml;rken&#8216; und &#8218;Initiative Demokratie st&auml;rken'&#8220; [1]: So ist beispielsweise &#8222;eine Zusammenarbeit mit der Partei &#8216;DIE LINKE&#8217; (&#8230;) nicht grunds&auml;tzlich ausgeschlossen&#8220;, wohl aber mit einzelnen ihrer Untergliederungen wie der &#8222;Kommunistischen Plattform&#8220; oder der &#8222;Sozialistischen Linken&#8220;. Bei Kooperationen mit Vertreterinnen oder Vertretern dieser Partei sei immer zu &#8222;ber&uuml;cksichtigen, dass diese Partei sehr heterogen agiert.&#8220; Im Zweifelsfall wird geraten, Kontakt mit den zust&auml;ndigen (Verfassungsschutz-) Beh&ouml;rden aufzunehmen, bei Unklarheiten &#8222;sollte eine R&uuml;ckfrage des Tr&auml;gers beim Land oder beim Bund erfolgen.&#8220; Auch das BMFSFJ oder die Regiestelle beim BAZ seien gern bereit zur Nachhilfe in Sachen Verfassungstreue: Einschl&auml;gige Hinweise pr&uuml;fen BMFSFJ oder die Regiestelle beim BAZ &#8222;in Abstimmung mit den anderen zust&auml;ndigen Bundesministerien bzw. mit den Verfassungsschutzbeh&ouml;rden&#8220;. Eine zus&auml;tzliche Kontrolle erfolgt dann nach Projektende im Rahmen der Verwendungsnachweispr&uuml;fung durch die Beh&ouml;rde.</p>
<p>Der Zwang zur st&auml;ndigen, umfassenden Kontrolle auch indirekt Projektbeteiligter zeitigt fatale Wirkungen: B&uuml;rokratieaufwand und ggf. wachsendes Misstrauen (evtl. Bespitzelung konkurrierender Projekte?) sch&auml;digen nicht nur die Vertrauenskultur im Netzwerk zivilgesellschaftlicher Projekte gegen rechts. Sie sind auch Ausdruck eines &uuml;berholten Staatsverst&auml;ndnisses: Der engagementpolitische Roll-Back bevormundet anstatt zu ermuntern, sch&uuml;rt Misstrauen und Generalverdacht, setzt den Obrigkeitsstaat anstelle zivilgesellschaftlicher Initiative und b&uuml;rgerschaftlichem Engagement. Der Verfassungsjurist Ulrich Battis bezeichnete die Extremismusklausel in einem Gutachten als verfassungsrechtlich teilweise unhaltbar. [2] So sei insbesondere die Verpflichtung zur Kontrolle der Projektpartner unzumutbar, unbestimmt und unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig.</p>
<p>Der Protest gegen diesen &#8222;Radikalenerlass&#8220; nimmt zu. Zum &#8222;Aktionstag f&uuml;r Demokratie &#8211; gegen Misstrauen und Bekenntniszwang&#8220; (Veranstalter: Aktion S&uuml;hnezeichen Friedensdienste e.V., Kulturb&uuml;ro Sachsen e.V., Opferperspektive Brandenburg e.V. und Verein f&uuml;r Demokratische Kultur in Berlin e.V.) wurden am 1. Februar etwa 1000 Protestschreiben an Ministerin Schr&ouml;der und Bundeskanzlerin Merkel gesendet. Beteiligt waren u.a. SPD, B&uuml;ndnis 90/ Die Gr&uuml;nen, Die LINKE, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Initiativen und das Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte. Einige Initiativen schalteten an diesem Tag aus Protest ihre Internet-Angebote ab. Der Protest verhallte ungeh&ouml;rt. Kurz darauf, am 10. Februar wurden die Antr&auml;ge der Oppositionsparteien zur Abschaffung der &#8222;Best&auml;tigungserkl&auml;rung&#8220; im Bundestag abgelehnt.</p>
<p>Trotz aller Proteste macht die Schn&uuml;ffelklausel weiter Karriere: Am 16. M&auml;rz 2011 wurde im Ausschuss f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Antrag von CDU/CSU und FDP zur Weiterentwicklung der Extremismusklausel mit den Stimmen der Koalition verabschiedet: &#8222;Programme zur Bek&auml;mpfung von politischem Extremismus weiterentwickeln und st&auml;rken&#8220; (BT-Drs. 17/4432). Und auch die L&auml;nderebene kommt hinzu. Im Februar wurde die Demokratieerkl&auml;rung vom S&auml;chsischen Innenministerium &uuml;bernommen und ist dort Voraussetzung f&uuml;r Projektantr&auml;ge im Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements, wie z.B. &#8222;Weltoffenes Sachsen&#8220;.</p>
<p>Die HU plant, das Thema gemeinsam mit anderen B&uuml;rgerrechtsorganisationen weiter zu verfolgen.</p>
<p><i>Tobias Baur<br />ist Mitglied des Bundesvorstands der Humanistischen Union und dort u.a. f&uuml;r die Themen freiwilliges Engagement / Partizipation zust&auml;ndig. </i></p>
<p>[1] <a href="http://www.toleranz-foerdern-kompetenz-staerken.de/fileadmin/Content/Downloads/Demokratieerklaerung_FAQs.pdf" target="_blank" rel="noopener">http://www.toleranz-foerdern-kompetenz-staerken.de/fileadmin/Content/Downloads/Demokratieerklaerung_FAQs.pdf</a> (Stand 12.1.2011)</p>
<p>[2] <a href="http://www.tagesschau.de/inland/extremismuserklaerung100.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.tagesschau.de/inland/extremismuserklaerung100.html</a> (Stand: 10.2.2011).</p>
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		<title>Kein Stillstand für das bürgerschaftliche Engagement: &#8222;Nationale Engagementstrategie&#8220; der Bundesregierung nachbessern!</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/pressemeldungen/kein-stillstand-fuer-das-buergerschaftliche-engagement-nationale-engagementstrategie-der-bundesregi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/presse/kein-stillstand-fuer-das-buergerschaftliche-engagement-nationale-engagementstrategie-der-bundesregi/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Aus Anlass der heute gestarteten Online-Diskussion zur &#8222;Nationalen Engagementstrategie der Bundesregierung&#8220; vom 6. Oktober ruft die Humanistische Union alle bürgerschaftlich engagierten Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen der Zivilgesellschaft auf, ihre Expertise in eigener Sache einzubringen: Bis zum 17. Dezember 2010 besteht die Gelegenheit, sich unter der Internet-Adresse http://www.engagementzweinull.de &#252;ber die Vorhaben der Regierung zur F&#246;rderung [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><i>Aus Anlass der heute gestarteten Online-Diskussion zur &#8222;Nationalen Engagementstrategie der Bundesregierung&#8220; vom 6. Oktober ruft die Humanistische Union alle bürgerschaftlich engagierten Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen der Zivilgesellschaft auf, ihre Expertise in eigener Sache einzubringen:</i></p>
<p>Bis zum 17. Dezember 2010 besteht die Gelegenheit, sich unter der Internet-Adresse <a href="http://www.engagementzweinull.de/" target="_blank" rel="noopener">http://www.engagementzweinull.de</a> &uuml;ber die Vorhaben der Regierung zur F&ouml;rderung des Ehrenamtes zu informieren und Kommentare hierzu abzugeben. Die Ergebnisse werden bis zum Ende des Jahres zusammengefasst und an die Bundesregierung &uuml;bermittelt.</p>
<p>Die Diskussions-Plattform wurde eingerichtet vom &#8222;Nationalen Forum f&uuml;r Engagement und Partizipation&#8220; (NFEP). Dieses wurde am 15. Juli 2009 von der Bundesregierung gebeten, sie &#8222;bei der Gestaltung einer wirksamen Engagementpolitik fortlaufend zu beraten&#8220;. Das NFEP veranstaltete seit Anfang 2009 mehrere Dialogforen, an denen &uuml;ber 300 Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Institutionen der Zivilgesellschaft teilnahmen, darunter auch die Humanistische Union. Die Ergebnisse zu den vielf&auml;ltigen Handlungsfeldern des Engagements wurden dokumentiert, zuletzt im Zwischenbericht von Juli 2010. Die Koordinierungsstelle des NFEP wird getragen vom Bundesnetzwerk B&uuml;rgerschaftliches Engagement (BBE) mit Unterst&uuml;tzung des Bundesministeriums f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen und Jugend.</p>
<p>Zur &#8222;Nationalen Engagementstrategie der Bundesregierung&#8220; erkl&auml;rt die Humanistische Union:</p>
<p>Die Regierungsinitiative zur F&ouml;rderung des b&uuml;rgerschaftlichen Engagements ist zwar grunds&auml;tzlich zu begr&uuml;&szlig;en. Der Anspruch einer &#8222;Strategie&#8220; im Sinne einer Ausrichtung von Ressourcen auf l&auml;ngerfristige Ziele wird in dem 70-Seiten-Papier jedoch kaum erkennbar. Vermisst werden auch Meilensteine zur Umsetzung der Strategie mit den Institutionen der Zivilgesellschaft. Neben L&auml;ndern und Kommunen geh&ouml;ren hierzu auch sozial engagierte Unternehmen sowie Engagementorganisationen: Rund 24 Millionen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger sind hierzulande zum Beispiel in rund 566.000 eingetragenen Vereinen t&auml;tig.</p>
<p>Die &#8222;Nationale Engagementstrategie&#8220; benennt zahlreiche Einzelpunkte, die nach den Ressorts aufgef&uuml;hrt werden. Nach Einsch&auml;tzung der Humanistischen Union enth&auml;lt die wenig &uuml;bersichtliche Zusammenstellung kaum Neues. Es dominiert die Nennung bereits bestehender Engagement-Projekte in typischen Einsatzbereichen f&uuml;r Freiwillige, wie zum Beispiel der Familienhilfe, im Umweltschutz oder in Jugendfreiwilligendiensten.</p>
<p>Die Humanistische Union vermisst konkrete Vorschl&auml;ge der Bundesregierung zur allgemeinen Verbesserung der Infrastruktur f&uuml;r Vereine und Verb&auml;nde sowie zur Anerkennung der dort geleisteten ehrenamtlichen Arbeit. Insbesondere fehlen Verbesserungen im Zuwendungsrecht sowie Ideen zur Entb&uuml;rokratisierung im Interesse von gemeinn&uuml;tzigen Vereinen und Initiativen. Viel zu kurz kommt auch der Aspekt der Partizipation engagierter B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, einem Kernelement des b&uuml;rgerschaftlichen Engagements. Hier zeigt die Regierung, dass sie die Botschaft aus Stuttgart noch nicht verstanden hat.</p>
<p>Entt&auml;uschend ist, dass das Strategiepapier nicht einmal den Stand der engagementpolitischen Debatte wiedergibt. Neben den Arbeitsergebnissen und Handlungsempfehlungen des &#8222;Nationalen Forums f&uuml;r Engagement und Partizipation&#8220; geh&ouml;ren hierzu viele Forderungen der Enquete-Kommission &#8222;Zukunft des b&uuml;rgerschaftlichen Engagements&#8220; (1999-2002).</p>
<p><i>R&uuml;ckfragen beantwortet Tobias Baur vom HU-Bundesvorstand, erreichbar &uuml;ber (030) 204 502-56 (R&uuml;ckruf) oder unter </i><a href="mailto:baur%40humanistische-union.de"><i>baur@humanistische-union.de</i></a></p>
<p><i>Weitere Informationen &uuml;ber das Nationale Forum f&uuml;r Engagement und Partizipation unter:<br /></i><a href="http://www.b-b-e.de/nationales-forum" target="_blank" rel="noopener"><i>http://www.b-b-e.de/nationales-forum</i></a></p>
<p><i>Der Zwischenbericht von Juli 2010 ist abrufbar unter:<br /></i><a href="http://www.b-b-e.de/" target="_blank" rel="noopener"><i>http://www.b-b-e.de</i></a><i>, dort unter Service/Publikationen<br /></i></p>
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		<title>Aufruf zur AG Netzpolitik</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/210/publikation/aufruf-zur-ag-netzpolitik-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Oct 2010 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Arbeitskreise]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/aufruf-zur-ag-netzpolitik-1/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 210 (3/2010), S. 27 Die Entwicklungen des Internet und neuartige Anwendungsm&#246;glichkeiten verlangen neue b&#252;rgerrechtliche Antworten. So kann z.B. der bestehende Daten- und Pers&#246;nlichkeitsschutz nicht einfach f&#252;r das globale Internet &#252;bernommen werden. Internetpolitik l&#228;sst sich unterscheiden nach den Bereichen Infrastrukturpolitik (z.B. gleicher, kostenloser Zugang f&#252;r alle), Rechtsfragen zum Internet (z.B. Urheberrecht, Datenschutz, Zensur), sowie [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/210/publikation/aufruf-zur-ag-netzpolitik-1/">Aufruf zur AG Netzpolitik</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 210 (3/2010), S. 27</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/flickr_stadtstreicher.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-4125 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/flickr_stadtstreicher-299x450.jpg" alt="Aufruf zur AG Netzpolitik" width="299" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/flickr_stadtstreicher-299x450.jpg 299w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/flickr_stadtstreicher-498x750.jpg 498w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/flickr_stadtstreicher-398x600.jpg 398w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/flickr_stadtstreicher-224x337.jpg 224w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/flickr_stadtstreicher.jpg 600w" sizes="(max-width: 299px) 100vw, 299px" /></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p>Die Entwicklungen des Internet und neuartige Anwendungsm&ouml;glichkeiten verlangen neue b&uuml;rgerrechtliche Antworten. So kann z.B. der bestehende Daten- und Pers&ouml;nlichkeitsschutz nicht einfach f&uuml;r das globale Internet &uuml;bernommen werden.</p>
<p>Internetpolitik l&auml;sst sich unterscheiden nach den Bereichen Infrastrukturpolitik (z.B. gleicher, kostenloser Zugang f&uuml;r alle), Rechtsfragen zum Internet (z.B. Urheberrecht, Datenschutz, Zensur), sowie die Entwicklung von Politikformen &uuml;ber das Internet als Informationsmedium (z.B. Information und Partizipation der B&uuml;rger). Die HU plant verschiedene neue Aktivit&auml;ten mit Bezug auf das Internet. Auf dem Verbandstag in K&ouml;ln wurde hierzu ein Projektplan vorgestellt, der eine B&uuml;ndelung unserer Aktivit&auml;ten zum Thema Internet bezweckt.</p>
<p>In diesem Zusammenhang wird ein Arbeitskreis Netzpolitik einberufen, der die laufenden Entwicklungen in den genannten Bereichen der Internetpolitik&nbsp; begleitet und Fragen zu aktuellen Themen formuliert und diskutiert. Den Auftakt soll ein Starttreffen bilden, die weitere Arbeit erfolgt dann (m&ouml;glichst datensparsam) &uuml;ber das Internet.</p>
<p>Interessierte bitte melden bei Tobias Baur (E-Mail: <a href="mailto:baur%40humanistische-union.de">baur@humanistische-union.de</a>) oder in der Bundesgesch&auml;ftsstelle der HU.</p>
<p><i>Tobias Baur<br />ist Mitglied im Bundesvorstand der HU</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/210/publikation/aufruf-zur-ag-netzpolitik-1/">Aufruf zur AG Netzpolitik</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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