<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Ute Hausmann Archive - Humanistische Union</title>
	<atom:link href="https://www.humanistische-union.de/autoren/ute-hausmann/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.humanistische-union.de/autoren/ute-hausmann/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 30 Aug 2021 13:41:47 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.2</generator>
	<item>
		<title>20 Jahre Tafeln &#8211; kein Grund zu Feiern</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/grundrechte-report/2014/publikation/20-jahre-tafeln-kein-grund-zu-feiern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 May 2014 02:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GG: Artikel 20]]></category>
		<category><![CDATA[GRR: Artikel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/20-jahre-tafeln-kein-grund-zu-feiern/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Grundrechte-Report 2014, Seite 134 1993 gr&#252;ndeten Frauen in Berlin die erste Tafel. Heute geh&#246;ren dem Bundesverband der Tafeln mehr als 900 Vereine an, die Lebensmittel an in Armut lebende Menschen verteilen. Nach Angaben des Bundesverbands werden w&#246;chentlich 1,5 Millionen Menschen mit Nahrung versorgt, die entweder vom Markt genommen oder gespendet wurde. Hunger&#173;be&#173;k&#228;mpfer oder Essens&#173;ret&#173;ter? Die [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/grundrechte-report/2014/publikation/20-jahre-tafeln-kein-grund-zu-feiern/">20 Jahre Tafeln &#8211; kein Grund zu Feiern</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Grundrechte-Report 2014, Seite 134</p>
<p>1993 gr&uuml;ndeten Frauen in Berlin die erste Tafel. Heute geh&ouml;ren dem Bundesverband der Tafeln mehr als 900 Vereine an, die Lebensmittel an in Armut lebende Menschen verteilen. Nach Angaben des Bundesverbands werden w&ouml;chentlich 1,5 Millionen Menschen mit Nahrung versorgt, die entweder vom Markt genommen oder gespendet wurde.</p>
<h2 class="auto-created">Hunger&shy;be&shy;k&auml;mpfer oder Essens&shy;ret&shy;ter?</h2>
<p>Die Idee hinter den Tafeln entstand in den USA unter dem Begriff Food Banks (Nahrungsmittelbanken), in die man &#8222;einzahlt&#8220; wenn es einem gut geht, und aus der man Nahrung erh&auml;lt, wenn es einem schlecht geht. Eine Aufgabe, die zumindest in Deutschland eigentlich durch den Sozialstaat &uuml;bernommen wird. Auch stimmt die Logik aus dem 1960er Jahren nicht mehr: zwar gibt es auch heute den B&auml;cker von nebenan, der Brot an die Tafeln weiter gibt. Deutlich dominanter sind jedoch die Kooperationen der Tafeln mit gro&szlig;en Lebensmittelketten, die so auf g&uuml;nstige Weise ihren Abfall entsorgen und ihr Image aufpolieren. Befeuert wurde die Entwicklung in den letzten Jahren zudem durch die Debatte um die Eind&auml;mmung der Lebensmittelverschwendung, die unter anderem durch den Film &#8222;Taste the Waste&#8220; weite Teile der &Ouml;ffentlichkeit erreicht hat. Ganz auf dieser Linie nennen sich die Tafeln heute &#8222;Die Essensretter&#8220;. Gleichzeitig sehen sich die Tafeln mit derselben Frage konfrontiert wie die Lebensmittelbanken in den USA: sind sie bereit und mutig genug, aus den Erfahrungen, die zehntausende von Mitarbeitern ihrer Einrichtungen t&auml;glich mit Ern&auml;hrungsarmut in Deutschland machen, Konsequenzen zu ziehen und politische Ver&auml;nderungen einzufordern, um die Ursachen von Hunger bek&auml;mpfen? Die Politiker wiederum m&uuml;ssen sich der Frage stellen, ob sie bereit und mutig genug sind, ihre Politik auf das Ziel auszurichten, dass die Tafeln &uuml;berfl&uuml;ssig werden.</p>
<h2 class="auto-created">Die Tafeln und die Menschen&shy;rechte</h2>
<p>Hinter diesen Fragen steht die Annahme, dass die Existenz der Tafeln ein gesellschaftliches Umfeld schafft, das der Politik erm&ouml;glicht, sich nicht mit den Ursachen von Ern&auml;hrungsarmut besch&auml;ftigen zu m&uuml;ssen. In der Tat ignoriert die Politik das Problem der Ern&auml;hrungsarmut weitgehend, andererseits hofiert sie die Tafeln, sei es lokal oder &uuml;ber die Einladung zu Bundesparteitagen oder die Schirmherrschaft einer Ministerin f&uuml;r den Bundesverband. Kritische Fragen zur Existenz der Tafeln bleiben unbeantwortet: Auf eine Anfrage der Fraktion der Linken aus dem Jahr 2011 an die Bundesregierung, wie sie sich die Zunahme der Tafeln und der mit diesen Angeboten versorgten Personen erkl&auml;re, antwortete diese nur, dass ihr zu der Zahl der Tafeln keine &uuml;berpr&uuml;fbaren Daten vorliegen. So &uuml;berrascht es auch nicht, dass der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung aus 2013 ebenfalls nicht auf das Ph&auml;nomen der Tafeln eingeht.</p>
<p>Dabei gibt es eine Reihe menschenrechtlicher Fragen, die sich angesichts der Ausbreitung der Tafeln stellen: zun&auml;chst einmal sind sie ein deutliches Anzeichen daf&uuml;r, dass Ern&auml;hrungsarmut in Deutschland ein reales Problem ist, dass das Recht, sich selbstbestimmt und aus eigener Kraft zu ern&auml;hren zu k&ouml;nnen also nicht erf&uuml;llt ist. Zu niedrige L&ouml;hne, Renten und Sozialleistungen f&uuml;hren bei immer mehr Menschen dazu, dass am Ende des Monats kein Geld mehr f&uuml;r das Essen &uuml;brig bleibt. Besonders betroffen sind alleinerziehende M&uuml;tter. In seinem passend zum Tafeljubil&auml;um erschienenen Buch &bdquo;Schamland&ldquo; erm&ouml;glicht der Autor Stefan Selke Einblicke in die Welt der Tafelnutzer. Die von ihm beschriebene soziale Ausgrenzung und Besch&auml;mung stellt eine Verletzung der Menschenw&uuml;rde dar. Sosehr sich einzelne haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter bem&uuml;hen und versuchen, bei den Tafeln ein angenehmes Umfeld zu schaffen, sie k&ouml;nnen damit nichts an der Tatsache &auml;ndern, dass der Gang zu den Tafeln ein allzu deutliches Zeichen ist, auf welcher Seite der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich jemand steht.</p>
<h2 class="auto-created">Hunger&shy;be&shy;k&auml;mp&shy;fung oder auf Dauer angelegte Armen&shy;spei&shy;sung?</h2>
<p>Die Tafeln sind keine Suppenk&uuml;chen, die Abhilfe in kurzfristigen Notsituationen anbieten, sondern sie entwickeln sich zu einer auf Dauer angelegte Armenspeisung, solange sich an den Einkommen der armen Teile unserer Gesellschaft nichts &auml;ndert. Hier steuernd einzugreifen ist Aufgabe der Politik. Welche dramatische Auswirkung politische Ver&auml;nderungen auf dem R&uuml;cken der Armen haben kann, zeigt sich in Gro&szlig;britannien. W&auml;hrend die Ausgaben der Privathaushalte steigen, sinken ihre Einnahmen aus Arbeit und Sozialleistungen, mit dramatischen Konsequenzen: so berichtete die Nahrungsmittelbank Trussel Trusts dass sich infolge der Austerit&auml;tspolitik der Regierung die Zahl der Nutzer in 2012 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat. Die Nahrungsmittelbanken in Gro&szlig;britannien kommen der Nachfrage kaum hinterher. Sieht so die Zukunft auch in Deutschland aus?</p>
<p>Es ist verbl&uuml;ffend, wie wenig in der Kommentierung der Entwicklung der Tafeln Parallelen zu den Lehren aus der internationalen Debatte um Nahrungsmittelhilfe gezogen werden. Internationale Nahrungsmittelhilfe war lange Zeit vor allem ein Ventil f&uuml;r L&auml;nder wie die USA, um Produktions&uuml;bersch&uuml;sse abzusetzen. Zu den bekannten Folgen einer solchen Politik geh&ouml;rt die Zerst&ouml;rung lokaler M&auml;rkte in Entwicklungsl&auml;nder und die dauerhafte Abh&auml;ngigkeit von Menschen, ganzer Regionen und L&auml;nder von Nahrungsmittelhilfe. Heute steht deshalb im Vordergrund, die Hilfe f&uuml;r Hungernde mit der lokalen Entwicklung zu verzahnen und langfristige L&ouml;sungsans&auml;tze f&uuml;r die Bek&auml;mpfung von Hunger und Armut zu f&ouml;rdern. Im Zentrum steht dabei die Anerkennung der Menschenrechte der von Hunger und Armut betroffenen Menschen und im Gegenzug dazu die menschenrechtlichen Verpflichtungen der Staaten, &uuml;ber den Ausbau sozialer Sicherung einen universellen Rechtsanspruch zu gew&auml;hrleisten. Wo Nahrungsmittel auf den lokalen M&auml;rkten vorhanden sind, sind Geldleistungen der Verteilung von Lebensmitteln in jedem Fall vorzuziehen, um dem Anspruch auf Selbstbestimmung gerecht zu werden.</p>
<h2 class="auto-created">Moral statt Menschen&shy;rechte</h2>
<p>Die Parallelen zur Entwicklung der Tafeln in Deutschland sind deutlich: die Profiteure sind marktdominierende Akteure&nbsp;&#8211; in diesem Fall nicht die USA, sondern die gro&szlig;en Lebensmittelketten. In Deutschland teilen sich die f&uuml;nf f&uuml;hrenden Supermarktketten Aldi, Edeka, Metro, Rewe und die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) inzwischen rund 90 Prozent des Marktes. Sie alle sind integrierter Teil des Systems der Tafeln. Eine weitere Parallele liegt darin, dass in beiden F&auml;llen dasselbe Argument den Fokus auf strukturelle Fragen verdr&auml;ngt: Es w&auml;re unmoralisch, &uuml;bersch&uuml;ssige Lebensmittel nicht an Arme zu verteilen. In Bezug auf Nahrungsmittel, die in Deutschland im M&uuml;ll landen, wird oftmals zudem das Argument vorgebracht, dass dies den Druck auf die nat&uuml;rlichen Ressourcen weltweit und auf die globalen Nahrungsmittelpreise erh&ouml;he. Hat man lange dar&uuml;ber gel&auml;chelt, wenn Kinder aufgefordert wurden, ihren Teller leer zu essen, da die Kinder in Afrika hungern, so kommt dieser Satz nun als ernstgemeinte Aufforderung daher. Was am famili&auml;ren Essenstisch die Kinder sind, das sind in unserer Gesellschaft die Armen, die auf die Tafeln angewiesen sind. Sie essen, was bei den Tafeln auf den Tisch kommt. Sie sind die Verlierer in diesem Spiel um wirtschaftliche Macht und Profit, die abgespeist statt in ihren menschenrechtlichen Anspr&uuml;chen gest&auml;rkt werden.</p>
<h2 class="auto-created">Literatur</h2>
<p>Ehm, Frithjof &bdquo;Lebensmittelrecht und V&ouml;lkerrecht in Deutschland. Ein Beitrag zum Recht auf Nahrung und Einwirkungen des V&ouml;lkerrechts in das deutsche und europ&auml;ische Lebensmittelrecht&ldquo; in ZLR &#8211; Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Lebensmittelrecht, 4/2013, 12. August 2013, S. 395-414</p>
<p>Selke, Stefan &bdquo;Schamland. Die Armut mitten unter uns&ldquo;, Econ, 2013</p>
<p>Supermarkt-Initiative &bdquo;Die Macht der Supermarktketten&ldquo;, Oxfam, 2013, unter: <a href="http://www.oxfam.de/publikationen/macht-der-supermarktketten" target="_blank" rel="noopener">www.oxfam.de/publikationen/macht-der-supermarktketten</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/grundrechte-report/2014/publikation/20-jahre-tafeln-kein-grund-zu-feiern/">20 Jahre Tafeln &#8211; kein Grund zu Feiern</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verfassungsschutz von unten. Ein Bürgerrechtsseminar in Düsseldorf</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/215-216/publikation/verfassungsschutz-von-unten-ein-buergerrechtsseminar-in-duesseldorf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2012 11:31:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen: Berichte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/verfassungsschutz-von-unten-ein-buergerrechtsseminar-in-duesseldorf/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 37f. Zwanzig Personen folgten am 21./22. Oktober 2011 der Einladung des Regionalverbands K&#246;ln/Bonn, des Landesverband NRW und des HU Bildungswerk NRW nach D&#252;sseldorf und diskutierten unter dem Titel &#8222;Vom Rechtsstaat zur Sicherheitsgesellschaft&#8220; &#252;ber aktuelle b&#252;rgerrechtliche Fragen. In seinem Einf&#252;hrungsvortrag &#252;ber die sicherheitspolitische Entwicklung der letzten zehn Jahre machte Martin [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/215-216/publikation/verfassungsschutz-von-unten-ein-buergerrechtsseminar-in-duesseldorf/">Verfassungsschutz von unten. Ein Bürgerrechtsseminar in Düsseldorf</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 37f.</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seminar1.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4065 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seminar1-300x450.jpg" alt="Verfassungsschutz von unten. Ein B&uuml;rgerrechtsseminar in D&uuml;sseldorf" width="300" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seminar1-300x450.jpg 300w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seminar1-768x1152.jpg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seminar1-500x750.jpg 500w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seminar1-400x600.jpg 400w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seminar1-225x337.jpg 225w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seminar1.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p>Zwanzig Personen folgten am 21./22. Oktober 2011 der Einladung des Regionalverbands K&ouml;ln/Bonn, des Landesverband NRW und des HU Bildungswerk NRW nach D&uuml;sseldorf und diskutierten unter dem Titel &#8222;Vom Rechtsstaat zur Sicherheitsgesellschaft&#8220; &uuml;ber aktuelle b&uuml;rgerrechtliche Fragen.</p>
<p>In seinem Einf&uuml;hrungsvortrag &uuml;ber die sicherheitspolitische Entwicklung der letzten zehn Jahre machte Martin Kutscha zwei Megatrends aus: Zum einen nimmt die staatliche Gewalt zunehmend Private in die Pflicht, personenbezogene Daten zu liefern. Dies h&auml;ngt zum Teil mit der Privatisierung vormals staatlicher Aufgaben zusammen. Durch &Auml;nderungen im Bundesverfassungsschutzgesetz wird die h&auml;ufigere Anforderung von Daten zu Reisebewegungen erm&ouml;glicht, der Bundesverfassungsschutz erh&auml;lt zudem erstmals polizeiliche Befugnisse. Den zweiten Trend stellt die Lockerung rechtlicher Bindungen dar. So werden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts von den Regierungen nicht mehr so ernst genommen wie fr&uuml;her. Beispiel sind die Vorratsdatenspeicherung, der Rettungsabschuss und die Umwandlung der Bundeswehr zur Armee im Einsatz. In seinem Fazit stellte Kutscha heraus, dass ein demokratisch engagiertes Volk der beste Verfassungsschutz ist (&#8222;Verfassungsschutz von unten&#8220;). F&uuml;r die Humanistische Union hei&szlig;t das, Verfassungsbr&uuml;che anzuprangern. In der Diskussion wurde auf die Rolle des Bundesverfassungsgerichts und strategische Prozessf&uuml;hrung eingegangen, z.B. begleitende Medienarbeit und Mobilisierung bei Verfassungsklagen. Verst&auml;rkt geht es auch darum, die Schutzpflicht des Staates gegen Private einzufordern (z.B. Arbeitnehmerdatenschutz, Facebook, private Sicherheitsdienste). Social Media und alternative Medien k&ouml;nnen als Chance f&uuml;r einen Verfassungsschutz von unten gesehen werden, wobei eine eingehendere Auseinandersetzung mit dem Thema &#8222;Post-Privacy&#8220; noch aussteht. Vernetzung und interdisziplin&auml;re Debattenf&uuml;hrung sind f&uuml;r die HU wichtige Ansatzpunkte. Zudem stehen wir vor der Herausforderung, wie die HU Themen lebensnah und allgemeinverst&auml;ndlich darstellen und verbreiten kann, auch um neue Zielgruppen zu erreichen. Wichtige Signale nach au&szlig;en sind Unabh&auml;ngigkeit, Offenheit und Gespr&auml;chsbereitschaft.</p>
<p>Am Samstag folgten Vortr&auml;ge und Debatten zu so unterschiedlichen Themen wie Drogenpolitik, Versammlungsfreiheit f&uuml;r und gegen Rechtsextremisten, und Strafverfolgung. Nach der Einf&uuml;hrung von Florian Beger zur Drogenpolitik entwickelte sich eine engagierte Diskussion, beginnend mit der Frage &#8222;Was ist Sucht?&#8220; und einer Auseinandersetzung mit den Ursachen von Sucht. Die Debatte um die Legalisierung von Drogen (ja oder nein, von welcher Form von Drogen, und wenn ja wie?) war bestimmt von Fragen der Selbstbestimmung (Lebensstil) einerseits und gesellschaftlichen Anforderungen andererseits. St&auml;rkere Einigkeit wurde erzielt in Bezug auf Folgeprobleme der Kriminalisierung (Drogenkonsumenten im Strafvollzug) und den Zugang zu sozialen/medizinischen Diensten f&uuml;r Abh&auml;ngige.</p>
<p>Im n&auml;chsten Block stellte Hartmut Aden zun&auml;chst fest, dass die Einschr&auml;nkung der Versammlungsfreiheit von Rechtsextremisten auch Einschr&auml;nkungen von anderen nach sich zieht und deshalb sehr kritisch zu sehen ist. Die Erweiterung des Spielraums f&uuml;r zivilgesellschaftlichen Protest stellt eine wichtige Alternative dar. Im Weiteren f&uuml;hrte Hartmut Aden die Anwesenden durch eine Reihe aktueller F&auml;lle und Rechtsentscheide. Der PowerPoint-Vortrag kann im HU-Wiki eingesehen werden. Jens Puschke machte in seinem Vortrag deutlich, dass sich im Strafvollzug sehr deutlich der im Seminartitel angedeutete Trend in Richtung Sicherheitsgesellschaft zeigt. So tritt der Schutz der Allgemeinheit zunehmend vor das Anliegen der Resozialisierung, der geschlossene Vollzug vor den offenen Vollzug, und die Sicherungsverwahrung gewinnt an Bedeutung. All dies wies Jens Puschke anhand eindr&uuml;cklicher Zahlen nach, die ebenfalls im Wiki nachzulesen sind.</p>
<p><i>Ute Hausmann<br />ist Mitglied des Bundesvorstands</i></p>
<dl>
<dt>Links</dt>
<dd>Weitere Unterlagen zum Seminar auf der Wiki-Seite des Landesverbandes NRW</dd>
</dl>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/215-216/publikation/verfassungsschutz-von-unten-ein-buergerrechtsseminar-in-duesseldorf/">Verfassungsschutz von unten. Ein Bürgerrechtsseminar in Düsseldorf</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<media:content url="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/seminar1.jpg" medium="image"></media:content>
            	</item>
	</channel>
</rss>
