{"id":2660,"count":0,"description":"<h1>Fritz-Bauer-Preis 1999 an Helga Seibert<\/h1><div><h1>Humanistische Union w&uuml;rdigt Einsatz f&uuml;r die Gleichstellungsrechte<\/h1><\/div><p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Humanistische Union verleiht ihren Fritz-Bauer-Preis 1999 an die Bundesverfassungsrichterin a.D. Helga Seibert f&uuml;r deren herausragende Verdienste um die Verteidigung und Fortentwicklung der B&uuml;rger- und insbesondere der Gleichstellungsrechte. Die Humanistische Union ist die &auml;lteste B&uuml;rgerrechtsorganisation Deutschlands und tritt f&uuml;r die Verteidigung der Grund- und Menschenrechte sowie deren Erweiterung durch die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger selbst ein. \n<\/p>\n<p>Der vor 30 Jahren erstmals verliehene Preis ist benannt nach dem j&uuml;dischen Emigranten und sp&auml;teren hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, einem der gro&szlig;en Strafrechtsreformer der Bundesrepublik und Mitbegr&uuml;nder der Humanistischen Union. Helga Seibert tritt als Tr&auml;gerin des Fritz-Bauer-Preises in die Nachfolge von Pers&ouml;nlichkeiten wie Gustav Heinemann oder zuletzt G&uuml;nter Grass (Liste d. Preistr&auml;ger s.u.). \n<\/p>\n<p>Helga Seibert war bis Ende 1998 langj&auml;hrige Bundesverfassungsrichterin. W&auml;hrend ihrer Amtszeit hatte sie in besonderer Weise die Rechtsprechung zur verfassungsgerichtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung frauen- und familienrechtlicher Normen gepr&auml;gt. Hierzu z&auml;hlte vor allem die Rechtsprechung zur Verwirklichung der Gleichberechtigung und der Herstellung gleicher Bedingungen f&uuml;r nichteheliche Kinder. \n<\/p>\n<p>Die Verleihung des Fritz-Bauer-Preises an Helga Seibert findet im Rahmen einer Feierstunde im Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe statt. Termin der Veranstaltung ist Freitag, der&nbsp;30. April 1999 vorauss. ab 11.00 Uhr. Die Laudatio zur Preisverleihung h&auml;lt die Bundestagsabgeordnete und fr&uuml;here Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. &Uuml;ber den genauen Termin und Ort der Preisverleihung im Bundesverfassungsgericht wird gesondert informiert. F&uuml;r Medienvertreter werden dort zus&auml;tzliche Informationen bereitgehalten werden. \n<\/p>\n<p>Da&szlig; eine B&uuml;rgerrechtsorganisation eine oberste Richterin ehrt, mag ungew&ouml;hnlich erscheinen, f&uuml;r die Humanistische Union z&auml;hlt jedoch die Arbeit Helga Seiberts zu den besonderen Leistungen des Umgangs mit Grundrechten. Vorbildlich erscheint uns vor allem ihre unerm&uuml;dliche Einmischung zur Gleichstellung rechtspolitisch oftmals benachteiligter Bev&ouml;lkerungsgruppen und damit ihr Einsatz f&uuml;r des Menschen Recht. \n<\/p>\n<p>Die durch Helga Seibert aus objektiven Ma&szlig;st&auml;ben der Verfassungsinterpretation entwickelte Rechtsauffassung hatte unserer Meinung nach deutlichen Einflu&szlig; auf die Entwicklung der Rechtsprechung des ersten Senats. Da&szlig; sie auch immer offengelegt hat, da&szlig; die Wertvorstellungen des interpretierenden Richters in die Auslegung des Grundgesetzes einflie&szlig;en, bezeugt nicht nur Verantwortungsbewu&szlig;tsein gegen&uuml;ber dem praktizierten Amt der Verfassungsrichterin, sondern zugleich auch den Willen, das Grundgesetz zu wahren und weiterzuentwickeln. Der Beitrag von Helga Seibert zur richterlichen Rechtsfortbildung im Sinne einer humaneren Familien- und Kinderrechts- politik bewirkte eine Weiterentwicklung der bisher oft vernachl&auml;ssigten Bereiche des Frauen- und Nichtehelichkeitsrechts und bef&ouml;rderte damit zugleich auch einen Ausbau der Grundrechte. \n<\/p>\n<p>In der Amtszeit Helga Seiberts sind im Kindschaftsrecht die neuen Fragen, die sich aus den ver&auml;nderten Familienstrukturen und dem neuen Verst&auml;ndnis der Rechtsstellung des Kindes ergeben, vorangebracht worden. Auch die &Ouml;ffnung des Familienbegriffes aus Art. 6 Abs. 1 GG ist von Helga Seibert so entwickelt worden, da&szlig; der Grundrechtsgehalt dieser Norm sich verbreitern konnte. Die Auslegung des Familienbegriffes hat den staatlichen Schutzauftrag auf alle Eltern-Kind-Beziehungen erweitert. Wir w&uuml;rdigen besonders die zunehmende Orientierung dieser Rechtsprechung an der ver&auml;nderten sozialen Wirklichkeit sowie auf die Vorgaben des allgemeinen Pers&ouml;nlichkeitsrechtes f&uuml;r das Familienrecht. Trotz richterlicher Zur&uuml;ckhaltung ist es Helga Seibert gelungen, wichtige Reformen des Ehe- und Kindschaftsrechts durchzusetzen. Diese mittels Rechtsprechung erzielte Wirkung stellt f&uuml;r uns B&uuml;rgerrechtsarbeit im besten Sinne dar. <\/p>","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/fritz-bauer-preis\/1999\/","name":"1999","slug":"1999","taxonomy":"category","parent":2645,"meta":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>1999 Archive - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/veranstaltungen\/buergerrechtspreise\/fritz-bauer-preis\/1999\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"1999 Archive - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Fritz-Bauer-Preis 1999 an Helga Seibert Humanistische Union w&uuml;rdigt Einsatz f&uuml;r die Gleichstellungsrechte &nbsp; Die Humanistische Union verleiht ihren Fritz-Bauer-Preis 1999 an die Bundesverfassungsrichterin a.D. 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