{"id":12722,"date":"2014-09-04T10:00:00","date_gmt":"2014-09-04T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/presse\/schikanoese-befragungen-humanistische-union-will-einsicht-in-frageboegen-zur-ermittlung-von-scheineh\/"},"modified":"2021-10-28T18:45:44","modified_gmt":"2021-10-28T16:45:44","slug":"schikanoese-befragungen-humanistische-union-will-einsicht-in-frageboegen-zur-ermittlung-von-scheineh","status":"publish","type":"presse","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/pressemeldungen\/schikanoese-befragungen-humanistische-union-will-einsicht-in-frageboegen-zur-ermittlung-von-scheineh\/","title":{"rendered":"Schikan\u00f6se Befragungen: Humanistische Union will Einsicht in Frageb\u00f6gen zur Ermittlung von \u201eScheinehen\u201c nehmen"},"content":{"rendered":"<p>Die Humanistische Union (HU) will wissen, welche Fragen die Bremer Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde verwendet, wenn sie sogenannte Scheinehen ermittelt. Gest&uuml;tzt auf das Bremer Informationsfreiheitsgesetz hatte sie deshalb vor dem Verwaltungsgericht Bremen auf Einsicht in den entsprechenden Fragebogen geklagt. <a href=\"http:\/\/www.verwaltungsgericht.bremen.de\/sixcms\/media.php\/13\/Pr-erkl_14_08_04.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im Juli dieses Jahres wies das Verwaltungsgericht Bremen die Klage ab.<\/a> Nun hat die HU Antrag auf Zulassung zur Berufung gestellt.<\/p>\n<p>Ausl&auml;nderbeh&ouml;rden laden in der Regel Ehepartner*innen zur getrennten Befragung ein, wenn sie den Verdacht haben, dass diese die Ehe geschlossen haben, damit eine*r der beiden einen Aufenthaltstitel erh&auml;lt. Gefragt werden die Ehepartner*innen allerlei Details &uuml;ber die\/den jeweils anderen und &uuml;ber das gemeinsame Leben &#8211; wann war die Hochzeit, mit wie vielen G&auml;sten, wo war das Fest; welche Zahnpasta benutzt die Ehefrau; auf welcher Seite im Bett schl&auml;ft der Ehemann&#8230;? Die Qualit&auml;t der Antworten, vor allem die Anzahl der gleich beantworteten Fragen ist der Beh&ouml;rde ein wichtiger Anhaltspunkt f&uuml;r die Erteilung oder R&uuml;cknahme einer Aufenthaltserlaubnis. Die Schikane der Befragung kann alle Ehepaare treffen, in denen ein*e Partner*in noch keinen gefestigten Aufenthaltstitel in Deutschland hat und die zum Beispiel durch getrennte Wohnorte die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde dazu veranlassen, ihr eheliches Zusammenleben in Frage zu stellen. &Auml;hnliche Befragungen f&uuml;hren auch die Visastellen des Ausw&auml;rtigen Amtes durch, um zu entscheiden, ob sie einer\/m nachziehenden Ehepartner*in ein Visum erteilen.<\/p>\n<p>Die HU hat ihren Anspruch auf Einsicht in den Fragebogen auf das Bremer Informationsfreiheitsgesetz gest&uuml;tzt. Nach &sect; 1 Bremer Informationsfreiheitsgesetz hat grunds&auml;tzlich jede*r Anspruch gegen&uuml;ber den Beh&ouml;rden Bremens auf Zugang zu amtlichen Informationen. Der Bremer Innensenator und ihm folgend das Verwaltungsgericht haben aber argumentiert, dass hier der Ablehnungsgrund nach &sect; 4 Bremer Informationsfreiheitsgesetz greife. Danach soll der Antrag auf Informationszugang abgelehnt werden &#8222;f&uuml;r Entw&uuml;rfe zu Entscheidungen sowie Arbeiten und Beschl&uuml;sse zu ihrer unmittelbaren Vorbereitung, soweit und solange durch die vorzeitige Bekanntgabe der Informationen der Erfolg der Entscheidung oder bevorstehender beh&ouml;rdlicher Ma&szlig;nahmen vereitelt w&uuml;rde.&#8220; Aus Sicht der HU bietet diese Vorschrift dagegen keine Grundlage, um die Einsicht in den &#8222;Scheinehen&#8220; &#8211; Fragebogen zu verwehren. &sect; 4 Bremer Informationsfreiheitsgesetz sch&uuml;tzt n&auml;mlich nur Dokumente, die in einem konkreten aktuellen Verfahren verwendet werden, nicht jedoch Dokumente, die irgendwann einmal bei Verdachtsfall in einem Verfahren verwendet werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Die HU ist weiterhin von ihrem Recht nach dem Informationsfreiheitsgesetz &uuml;berzeugt und hat deshalb Antrag auf Zulassung zur Berufung gestellt. Ihr geht es in erster Linie darum, Verwaltungshandeln transparenter zu machen und die Ziele des Informationsfreiheitsgesetzes zu verwirklichen. Laut Begr&uuml;ndung des Informationsfreiheitsgesetzes ist Zugang zu Information und die Transparenz beh&ouml;rdlicher Entscheidungen eine wichtige Voraussetzung f&uuml;r die effektive Wahrnehmung von B&uuml;rgerrechten. Die HU will aber auch die Befragungs-Schikane, der Paare mit nicht-deutschem Partner*in ausgesetzt sein k&ouml;nnen, zumindest erschweren. Sie h&auml;lt diese Befragungen f&uuml;r einen Versto&szlig; gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.<\/p>\n<p>Um die im Zusammenhang mit der Klage entstehenden Unkosten decken zu k&ouml;nnen, <a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/spenden-fuer-musterklage-einsicht-in-scheinehe-frageboegen\/\">sammelt die HU derzeit Spenden<\/a>.<\/p>\n<p><i>Bei Nachfragen kontaktieren Sie bitte Kirsten Wiese: Tel. 0163 &#8211; &nbsp;2684 615<\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[700,652],"autoren":[168],"class_list":["post-12722","presse","type-presse","status-publish","hentry","tag-ifg-bremen","tag-pressemitteilung","autoren-kirsten-wiese"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Schikan\u00f6se Befragungen: Humanistische Union will Einsicht in Frageb\u00f6gen zur Ermittlung von \u201eScheinehen\u201c nehmen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/pressemeldungen\/schikanoese-befragungen-humanistische-union-will-einsicht-in-frageboegen-zur-ermittlung-von-scheineh\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Schikan\u00f6se Befragungen: Humanistische Union will Einsicht in Frageb\u00f6gen zur Ermittlung von \u201eScheinehen\u201c nehmen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Humanistische Union (HU) will wissen, welche Fragen die Bremer Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde verwendet, wenn sie sogenannte Scheinehen ermittelt. 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