{"id":10062,"date":"1998-09-01T18:20:00","date_gmt":"1998-09-01T16:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/verfassungbeschwerde-zur-rechtschreibungsreform-zurueckgenommen\/"},"modified":"2021-08-31T10:13:50","modified_gmt":"2021-08-31T08:13:50","slug":"verfassungbeschwerde-zur-rechtschreibungsreform-zurueckgenommen","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/163\/publikation\/verfassungbeschwerde-zur-rechtschreibungsreform-zurueckgenommen\/","title":{"rendered":"Verfassungbeschwerde zur Rechtschreibungsreform zur\u00fcckgenommen"},"content":{"rendered":"<p>Pressemitteilung, Dienstag, 07.07.1998 15:30 Uhr<\/p>\n<p>Mitteilungen Nr. 163, S. 76-77<\/p>\n<p>Verfassungbeschwerde zur Rechtschreibungsreform zur&uuml;ckgenommen &ndash; B&uuml;rgerrechtsorganisation Humanistische Union kritisiert sensationsgierige Medien und fordert faires Verfahren bis zur Urteilsverk&uuml;ndung.<\/p>\n<p>Das vorab bekanntgewordene Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtschreibreform f&uuml;hrte inzwischen zur Zur&uuml;cknahme der vielbeachteten Verfassungsbeschwerde durch die Kl&auml;ger. Die Beschwerdef&uuml;hrer, ein L&uuml;becker Elternpaar, hatten mit ihrer Verfassungsbeschwerde abzuwenden versucht, da&szlig; ihre zehnj&auml;hrigen Zwillinge nach den angek&uuml;ndigten neuen Rechtschreibregeln unterrichtet werden. Die m&uuml;ndliche Verhandlung hierzu fand am 12. Mai des Jahres statt.<br \/>Gest&uuml;tzt auf Informationen aus &bdquo;zuverl&auml;ssiger Quelle in Bonn&ldquo; ver&ouml;ffentlichte das Magazin Focus gestern, also &uuml;ber eine Woche vor dem Urteilstermin in Karlsruhe, nicht nur bereits die Ablehnung der Verfassungsbeschwerde, sondern f&uuml;hrte auch Entscheidungsgr&uuml;nde aus dem Urteil an. Die Eltern, beides Anw&auml;lte, nahmen diese Ver&ouml;ffentlichung zum Anla&szlig;, ihre Klage zur&uuml;ckzunehmen.<br \/>In der Begr&uuml;ndung sehen sich die Eltern durch die Vorabver&ouml;ffentlichung in ihrem Recht auf einen fairen Proze&szlig; verletzt, der die Urteilsverk&uuml;ndung einschlie&szlig;t. Weiterhin f&uuml;hren sie an, da&szlig; die im Wochenmagazin wiedergegebenen Entscheidungsgr&uuml;nde teilweise verf&auml;lscht dargestellt wurden. Beispielsweise sollen durch die Rechtschreibreform nicht wie angegeben 185 W&ouml;rter des amtlichen W&ouml;rterverzeichnisses ge&auml;ndert werden, sondern ca. 1.000 W&ouml;rter. Am Schlu&szlig; ihrer Begr&uuml;ndung verweisen sie auf die in Schleswig-Holstein anstehende Volksabstimmung zur Rechtschreibreform und die damit gegebene Option einer &bdquo;urdemokratischen&ldquo; Verhinderung der Reform.<br \/>Die Humanistische Union, &auml;lteste deutsche B&uuml;rgerrechtsorganisation, fordert das h&ouml;chste bundesdeutsche Gericht auf, seiner Pflicht zur Gew&auml;hrleistung eines fairen Verfahrens bis zum Schlu&szlig; des Verfahrens, d.h. einschlie&szlig;lich der Urteilsverk&uuml;ndung im Namen des Volkes, k&uuml;nftig besser nachzukommen und die internen Beratungsergebnisse optimal zu sch&uuml;tzen.<br \/>Der Vorfall bietet dar&uuml;ber hinaus Anla&szlig; das journalistische Selbstverst&auml;ndnis bei der Proze&szlig;berichterstattung bestimmter Medien kritisch zu hinterfragen. Es ist unertr&auml;glich, da&szlig; aus dem offenkundigen Motiv der Sensationsmache wie auch immer bekanntgewordene Gerichtsinterna benutzt werden, um auf Kosten der Beteiligten und eines fairen Verfahrens das Ansehen der Rechtsprechung herabzuw&uuml;rdigen. Auch wenn es im Einzelfall nicht von vornherein vermeidbar ist, da&szlig; Ergebnisse vorab bekannt werden, ist dieser Vorfall nicht nur peinlich f&uuml;r das Gericht:<br \/>Die offenkundige Panne zeigt auch einen verurteilungsw&uuml;rdigen Umgang der Medien mit kaum zu &uuml;bersch&auml;tzenden Folgen f&uuml;r das Verst&auml;ndnis von Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung hierzulande &ndash; auch und gerade in Wahlkampfzeiten sollten Medien das n&ouml;tige Ma&szlig; an Zur&uuml;ckhaltung gegen&uuml;ber internen Beratungsergebnissen eines Gerichts stets wahren.<\/p>\n<p>Humanistische Union, Bundesgesch&auml;ftsstelle<\/p>\n<p>Weitere Materialien sind erh&auml;ltlich bei:<br \/>Bundesgesch&auml;ftsstelle: Humanistische Union e.V., Haus der Demokratie, Friedrichstr. 165, 1O117 Berlin, Tel. O3O\/2O45O2-56, Fax -57 e-mail: <a href=\"mailto:HU%40IPN-B.de\">HU@IPN-B.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[5],"tags":[653],"autoren":[184],"publikationen":[971],"class_list":["post-10062","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-bildung","tag-bildung","autoren-humanistische-union","publikationen-971"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Verfassungbeschwerde zur Rechtschreibungsreform zur\u00fcckgenommen - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/163\/publikation\/verfassungbeschwerde-zur-rechtschreibungsreform-zurueckgenommen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Verfassungbeschwerde zur Rechtschreibungsreform zur\u00fcckgenommen - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Pressemitteilung, Dienstag, 07.07.1998 15:30 Uhr Mitteilungen Nr. 163, S. 76-77 Verfassungbeschwerde zur Rechtschreibungsreform zur&uuml;ckgenommen &ndash; B&uuml;rgerrechtsorganisation Humanistische Union kritisiert sensationsgierige Medien und fordert faires Verfahren bis zur Urteilsverk&uuml;ndung. 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