{"id":10567,"date":"2005-03-01T16:00:00","date_gmt":"2005-03-01T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/"},"modified":"2021-08-31T10:13:59","modified_gmt":"2021-08-31T08:13:59","slug":"strukturwandel-der-medienwelt","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/","title":{"rendered":"Strukturwandel der Medienwelt"},"content":{"rendered":"<p>Ein aktueller Literaturbericht<\/p>\n<p>aus: Vorg&auml;nge Nr. 169  (Heft 1\/2005), S. 58-74<\/p>\n<p><i>Die Rettung der Schriftkultur vor der totalen Visualisierung erw&auml;chst aus der Analyse ihrer Anf&auml;nge. W&uuml;rde dieser Einstiegssatz Sie zum Weiterlesen des Literaturberichts animieren? Dieser Frage ist Dorothee Krings in ihrer empirischen Untersuchung &uuml;ber die Wirkungen von Anfangss&auml;tzen in Pressekommentaren und Reportagen nachgegangen:<\/i><\/p>\n<p><i>Dorothee Krings<\/i>: Den Anfang machen. Einstiegss&auml;tze in Reportage und Kommentar und ihr Einfluss auf die Rezeptionsentscheidung von Lesern, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissensch&auml;ften: Wiesbaden 2004, 164 S., ISBN 3-531-14254-2; 19,90 Euro<\/p>\n<p>Sie ordnete Einstiegss&auml;tze beider Genres aus der S&uuml;ddeutschen Zeitung und lie&szlig; sie von Probanden bewerten. Die Konzentration auf die Pr&auml;ferenzen der Rezipienten, also der Leser, ergibt allerdings kein grunds&auml;tzlich neues Bild: Viele Leser w&uuml;nschen informative, nur in Ma&szlig;en verr&auml;tselte Anf&auml;nge, die Information statt Sch&ouml;nheit in den Mittelpunkt stellen, um die Entscheidung &uuml;ber das Weiterlesen rasch f&auml;llen zu k&ouml;nnen. Derart prosaische Erkenntnisse werden nicht alle von Krings nach praktischen Schreiberfahrungen mit &bdquo;Ersten S&auml;tzen&rdquo; befragten SZ-Redakteure erfreuen, zumal jene &#8211; wie wohl jeder Schreibende &#8211; von schlaflosen N&auml;chten berichten k&ouml;nnen, die ihnen Gr&uuml;beleien &uuml;ber passende Anf&auml;nge bereiteten.<\/p>\n<p>Welche Rolle spielen &#8211; gut oder schlecht begonnene &#8211; Pressekommentare f&uuml;r die politische &Ouml;ffentlichkeit in Deutschland? Diese Frage r&uuml;hrt an das Herz der demokratischen Ordnung, weil in der Demokratie nach herk&ouml;mmlicher Interpretation der &bdquo;Vierten Gewalt&rdquo; entscheidende Kontrollfunktion zukommt. K&ouml;nnen Kommentare angesichts von Trivialisierung und Krisenanf&auml;lligkeit der Medien &uuml;berhaupt noch ihre kritische Rolle wahrnehmen? Der Sammelband von Christiane Eilders\/Friedhelm Neidhardt\/Barbara Pfetsch (Hgg.): Die Stimme der Medien. Pressekommentare und politische &Ouml;ffentlichkeit in der Bundesrepublik, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2004, 431 S., ISBN 3-531-14217-8; 39,90 Euro pr&auml;sentiert dazu die mehrj&auml;hrige Forschungsarbeit der Abteilung &Ouml;ffentlichkeit und soziale Bewegungen am Berliner Wissenschaftszentrum. Anhand von f&uuml;nf &uuml;berregionalen Tageszeitungen von rechts bis links (Welt, Frankfurter Allgemeine, S&uuml;ddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, taz) wurden f&uuml;r den Untersuchungszeitraum 1994 und 1998 8.946 politische Kommentare gesammelt und ausgewertet. Der Band stellt somit eine empirisch ges&auml;ttigte, einzigartige Fundgrube dar: So r&uuml;cken die Herausgeber in Kapitel 2 der zahlenm&auml;&szlig;ig kleinen, aber redaktionell einflussreichen Gruppe von meinungsf&uuml;hrenden Kommentatoren <br \/>(der &bdquo;&Ouml;ffentlichkeitselite&rdquo;) zu Leibe, inklusive ihrer wechselseitigen kollegialen Wahrnehmungen. In Kapitel 4 untersucht Neidhardt die Kommentare auf die dominanten Themen und Inhalte. Im zweiten Teil des Buches finden sich dann umfassende Abschnitte zur Kommentierung der Schwerpunkte Recht und Justiz, Medienpolitik, Wissenschaft, Rechtsextremismus oder zur Gemeinwohlrhetorik. Wen der Einfluss der Qualit&auml;tspresse auf die politische &Ouml;ffentlichkeit interessiert, muss k&uuml;nftig diesen Band studieren.<\/p>\n<p>Barbara Pfetsch, Professorin f&uuml;r Kommunikationswissenschaft an der Universit&auml;t Stuttgart-Hohenheim, hat &uuml;ber mehrere Jahr hinweg die Politikvermittlungsprozesse in Amerika und Deutschland vergleichend untersucht. Aufgrund von 112 Interviews (leider bereits aus den Jahren 1992-95 stammend), die auf insgesamt 3.000 Seiten transkribiert wurden, stellt sie die Rolle von Pressekonferenzen und Hintergrundkreisen, von Meinungsumfragen und den Einfluss der Pressesprecher sowie regierungsamtlicher Kommunikationsinstitutionen in beiden L&auml;ndern dar:<\/p>\n<p><i>Barbara Pfetsch<\/i>: Politische Kommunikationskultur. Politische Sprecher und Journalisten in der Bundesrepublik und den USA im Vergleich, Westdeutscher Verlag: Wiesbaden 2003, 273 S., ISBN 3-531-13708-5; 32,90 Euro<\/p>\n<p>Es ist ein theoretisch wie empirisch anspruchsvolles Projekt, das &uuml;berzeugend und detailliert das N&auml;hverh&auml;ltnis zwischen Journalismus und politischen Sprechern hierzulande belegt; die Autorin konstatiert ein &bdquo;Harmoniebed&uuml;rfnis auf beiden Seiten&rdquo;. In Amerika dagegen sei das Verh&auml;ltnis distanzierter, wenngleich die Sprecher dort sich von vorneherein den Eigenlogiken des medialen Systems viel st&auml;rker unterordneten. Noch st&uuml;nden aber einer oft voreilig als &bdquo;Amerikanisierung&rdquo; begriffenen Ver&auml;nderung in der deutschen politischen Kommunikationskultur wesentliche Faktoren entgegen: die verfassungsrechtlich gesicherte, starke Rolle der Parteien sowie die differenzierte Medienlandschaft mit einem starken Anteil &ouml;ffentlich-rechtlicher Strukturen.<\/p>\n<p>Einer, der dieses Wechselspiel zwischen Politik und Journalisten lange Jahrzehnte miterlebte (und mit betrieb), hat nun ein dickes Buch &uuml;ber seine Erfahrungen geschrieben. J&uuml;rgen Leinemann, Reporter des Spiegel in Bonn und Berlin, kennt die politische Klasse wie kaum ein zweiter und hat viele ihrer zentralen Figuren portr&auml;tiert:<\/p>\n<p><i>J&uuml;rgen Leinemann<\/i>: H&ouml;henrausch. Die wirklichkeitsleere Welt der Politiker, Blessing: M&uuml;nchen 2004, 491 S., ISBN 3-89667-156-1; 20 Euro<\/p>\n<p>Es ist ein ambivalentes Buch mit einem f&auml;lschlicherweise ein Pamphlet verhei&szlig;enden Titel geworden: Stellenweise liest es sich wie ein &ndash; passend nach Generationen gegliederter &ndash;&bdquo;Kurzer Lehrgang&#8220; in bundesrepublikanischer Nachkriegsgeschichte. Die vielen raumgreifenden Exkurse in Kultur und Zeitgeist hat man allerdings anderswo schon pr&auml;ziser beschrieben gefunden. Zuviele Lesefr&uuml;chte aus dem Zettelkasten (von Jacob Burckhardt bis Sloterdijk), vielleicht einem zu ehrgeizigen Deutungsanspruch geschuldet, d&auml;mpfen die Lust am Notizblock des Reporters, aus dem oft brillante Erz&auml;hlungen und kluge Interpretationen stammen. Auch wenn sich der Autor an manchen Stellen autobiographisch einbringt, h&auml;tte ein wenig mehr Selbstanalyse dem Buch gut getan: Denn was w&auml;re die Welt der Politiker ohne ihre medialen Interpreten wie Leinemann?<\/p>\n<p>Wissenschaftler und Praktiker beider Seiten (Journalisten, Politikberater, Untemehmenssprecher) f&uuml;hrt der Sammelband<br \/>Lothar RolkeNolker Wolff (Hgg.): Die Meinungsmacher in der Meinungsgesellschaft. Deutschlands Kommunikationseliten aus der Innensicht, Westdeutscher Verlag: Wies-baden 2003, 189 S., ISBN 3-531-14089-2; 22,90 Euro zusammen.<\/p>\n<p>In den Aufs&auml;tzen von Miriam Meckel und Walter Bajohr treffen wir noch einmal auf die Fernsehduelle zwischen Schr&ouml;der und Stoiber 2002; die Interaktionen von Politik und Medien werden anhand dieses Beispiels oberfl&auml;chlich rekapituliert. Der ehemalige Chefredakteur des Spiegels und des manager magazins, Wolfgang Kaden verweist auf die hermetische bis irref&uuml;hrende &Ouml;ffentlichkeitsarbeit deutscher Unternehmen, die Wirtschaftsjournalisten die Arbeit erschweren. Martin L&ouml;ffelholz fordert die st&auml;rkere Verkn&uuml;pfung von handlungs- und systemtheoretischen Modellen, um die Funktion und Organisation von Politik- und Wirtschaftsjournalismus besser zu beschreiben. Hans Matthias Kepplinger versucht empirisch, die Unterschiede zwischen den medialen Kompetenzen von Managern und Politikern herauszuarbeiten.<\/p>\n<p>Passen die wesentlichen Befunde der Journalismus- und Medienforschung auf knapp 600 Seiten zwischen zwei Buchdeckel? Obwohl dies kaum vorstellbar erscheint, ist es den Herausgebern des Handbuchs G&uuml;nter Bentele\/Hans-Bernd Brosius\/Otfried Jarren (Hg.): &Ouml;ffentliche Kommunikation. Handbuch Kommunikations- und Medienwissenschaft, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2003, 607 S., ISBN 3-531-13532-5; 38,90 Euro gelungen, den Stand der neueren Kommunikationsforschung mit beeindruckender Vollst&auml;ndigkeit abzubilden. Alle wesentlichen kommunikationsgeschichtlichen Teildisziplinen werden hier mit ihrer Forschungsprogrammatik und ihren leitenden Fragen skizziert, die wesentlichen Forschungsfelder &ndash; etwa: Kommunikatorforschung, Medienwirkungsforschung, Medieninhaltsforschung &ndash; beschrieben. Meist stammen die ca. 15 Seiten langen Eintr&auml;ge aus der Feder der f&uuml;r das jeweilige Gebiet wichtigsten Fachvertreter, so dass die Darstellung durchgehend kompetent und souver&auml;n ist. F&uuml;r jeden Leser auch au&szlig;erhalb der Kommunikationswissenschaft, der sich ein Bild vom Forschungsstand dieser Disziplin machen will, ist dieser Band eine mehr als lohnenswerte Anschaffung.<\/p>\n<p>Die deutsche Medienwirtschaft ist sp&auml;testens seit der gro&szlig;en Medienkrise von 2001 Gegenstand zahlreicher Debatten. Wer sich mit dem Gebiet Medien&ouml;konomie systematisch befassen will, kommt um die folgende Publikation nicht herum:<\/p>\n<p><i>Klaus-Dieter <\/i>Altmeppen\/Matthias Karmasin (Hg.): Medien und &Ouml;konomie. Bd. 1\/l: Grundlagen der Medien&ouml;konomie. Kommunikations- und Medienwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft; Bd. 1\/2: Grundlagen der Medien&ouml;konomie. Soziologie, Kultur, Politik, Philosophie; Bd. 2: Problemfelder der Medien&ouml;konomie (Bd. 3 u. 4 in Vorbereitung), VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2003ff., ISBN 3-531-13631-3; je 22,90 Euro (112; 2) bzw. 24,90 Euro (1\/1)<\/p>\n<p>In den insgesamt vier B&auml;nden werden die Grundlagen der Medien&ouml;konomie als einer Hybrid-Disziplin aus Medien- und Wirtschaftswisssenschaften dargestellt. Ausgehend von der Charakterisierung von Medien als meritorische G&uuml;ter (sowohl Kulturgut als auch Ware) wird die Medien&ouml;konomie als eigenst&auml;ndige Wissenschaft entwickelt und auf aktuelle Problemfelder des Medienmanagements angewandt.<\/p>\n<p>Wer nach detaillierten Informationen zur wirtschaftlichen Krise der Tageszeitungen sucht, kann sich durch eine ebenso umfassende wie n&uuml;tzliche Artikel- und Interviewsammlung der taz arbeiten, die deren Recherchedienst anhand der in den letzten sechs Jahren in der taz zum Thema erschienenen Artikel zusammengestellt hat:<\/p>\n<p>Zeitungsd&auml;mmerung. Die Presse, die Krise und der ganze Rest, hg. v. RechercheDienst der taz, taz: Berlin, September 2004, 136 S., Bestellm&ouml;glichkeiten: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.taz.de<\/a>; e-mail: <a href=\"mailto:recherche%40taz.de\">recherche@taz.de<\/a>; Tel. 030\/2590 2284; Fax: 030\/2590 2684;10 Euro zuz&uuml;gl. Versand<br \/>Vom Boom am Ende der 1990er Jahre, als alle &uuml;berregionalen Bl&auml;tter ihre Berlin-Seiten lancierten, &uuml;ber den beinharten Kampf einiger Verleger gegen die bisherigen Kartellrichtlinien, die Fusionen verhindern sollen, um noch gr&ouml;&szlig;ere Pressekonzentrationen zu vermeiden, bis zum Zusammenbruch des Anzeigenmarktes finden sich hier alle Tendenzen der letzten Jahre in thematischen Kapiteln geordnet. Am Ende steht ein umfangreicher Statistikteil, der Orientierung &uuml;ber die Werbeeinnahmen und Auflagenh&ouml;hen der letzten Jahre, die Beteiligungen der diversen Verlagsgruppen an der regionalen und &uuml;berregionalen Presse u.v.m. verschafft.<\/p>\n<p>Trotz einiger Krisensymptome waren bis vor kurzem die Regionalzeitungen ein festes Standbein der deutschen Presselandschaft. Doch auch hier k&uuml;ndigen sich dramatische Ver&auml;nderungen an: Bereits Mitte der 1990er Jahre abonnierte nur ein Drittel aller 20- bis 29j&auml;hrigen eine regionale Tageszeitung, in Gro&szlig;st&auml;dten gar nur jeder sechste aus dieser Altersgruppe. Da Leser in sp&auml;teren Jahren kaum hinzugewonnen werden k&ouml;nnen, stehen auch hier unvermeidlich empfindliche Einbu&szlig;en in der Leserschaft bevor. Welche Gr&uuml;nde nun f&uuml;r jene aussterbende junge Minderheit an Abonnenten entscheidend sind, versucht die Dortmunder Dissertation von <i>Lars Rinsdorf<\/i>: Einflussfaktoren auf die Abonnemententscheidung bei lokalen Tageszeitungen, LIT Verlag: M&uuml;nster\/Hamburg\/London 2003, 201 S., ISBN 3-8258-6753-6; 19,90 Euro u.a. anhand von Interviews mit Probanden aus unterschiedlichsten Lebenswelten herauszufinden. Wichtig sind vor allem die einstigen Leseerfahrungen im Elternhaus. Je-doch erschwert eine wachsende Mobilit&auml;t die Entscheidung, dann im ersten eigenen Haushalt eine Zeitung zu abonnieren; der Preis ist &uuml;berraschenderweise eher nebens&auml;chlich. Genutzt wird die Regionalzeitung &ndash; entgegen landl&auml;ufigen Vorstellungen &ndash; weniger als lokales Servicemedium. Vielmehr steht die &uuml;berregionale Information in Mittelpunkt des Interesses; die im Vergleich zu den &Uuml;berregionalen einfachere Sprache wird hier offenbar goutiert.<\/p>\n<p>Wer sich einen ersten &Uuml;berblick &uuml;ber die Geschichte deutscher Tageszeitungen in den letzten zweihundert Jahren verschaffen m&ouml;chte, kann sich in der ausf&uuml;hrlich bebilderten Einf&uuml;hrung von Konrad Dussel: Deutsche Tagespresse im 19. und 20. Jahrhundert, LIT Verlag: M&uuml;nster 2004, 272 S., ISBN 3-8258-6811-7; 19,90 Euro informieren. In zehn historisch angelegten Kapiteln (nur Kapitel 4 widmet sich systematisch den technischen Umw&auml;lzungen Ende des 19. Jahrhunderts) schildert der Mannheimer Lehrstuhlinhaber mitunter etwas betulich die Entwicklung der Zeitungslandschaft hierzulande. Die Parallelisierung mit der politischen Geschichte macht Sinn, doch h&auml;tte man sich einige vergleichende Betrachtungen &uuml;ber andere L&auml;nder gew&uuml;nscht. Ebenso f&auml;llt die weiterf&uuml;hrende Literatur am Ende jedes Kapitels zu kursorisch aus; die konkrete Nennung einiger Titel w&auml;re sinnvoller gewesen. Doch im ganzen kann man den Band f&uuml;r einen ersten Einstieg in die Pressegeschichte gut verwenden.<\/p>\n<p>Zur harten Theoriearbeit: Ein Standard-Referenztitel k&ouml;nnte Bertram Scheufele: Frames &ndash; Framing &ndash; Framing-Effekte. Theoretische und methodische Grundlegung des Framing-Ansatzes sowie empirische Befunde zur Nachrichtenproduktion, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2003, 248 S., ISBN 3-531-14040-X; 25,90 Euro werden. Denn auch wenn der Autor mit dem sperrigen Titel dieses Bandes wohl kaum einen Preis zur Sprachpflege in den Sozialwissenschaften gewinnen wird, leistet er doch mit diesem Buch erstaunliches. Framing ist ein relativ neues Konzept der Medienwirkungsforschung und bedeutet, dass Medienberichterstattung in den K&ouml;pfen der Zuschauer und Leser &bdquo;rahmende&rdquo; Effekte hat. Kulturelle und politische Vorlieben werden &uuml;ber Jahre und kontinuierlich durch Medienberichterstattung aufgebaut und bestimmen dann auch, wie ein aktuelles Ereignis von den Rezipienten aufgenommen wird. Das ist insoweit sehr plausibel &ndash; und erinnert schon als Walter Lippmanns ber&uuml;hmte pictures in their heads &ndash;, hatte aber bislang den Nachteil, dass die verschiedenen Framing-Modelle unterschiedlicher Wissenschaftszweige nie zu einem Konzept zusammengef&uuml;hrt wurden. Diese Arbeit hat nun Scheufele unternommen und seine systematischen Ergebnisse auch noch empirisch unterlegt. Die produktive Diskussion um die verschiedenen Framing-Modelle und ihre Effekte kann dadurch nur befl&uuml;gelt werden.<\/p>\n<p>Der Zusammenhang zwischen der jeweils vorherrschenden Medienkultur und ihrer Reflexion in der Kulturkritik ist sp&auml;testens seit G&uuml;nter Anders&#8216; Antiquiertheit des Menschen ein g&auml;ngiger Topos auch der kommunikationswissenschaftlichen Diskussion:<br \/>Klaus Neumann-Braun (Hg.): Medienkultur und Kulturkritik. VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2002, 234 S., ISBN 3-531-13772-7; 24,90 Euro<\/p>\n<p>Der vorliegende Sammelband beleuchtet dieses Wechselspiel aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Im Zentrum der Beitr&auml;ge stehen Studien zur gegenw&auml;rtigen Medienkultur, aber auch zu literaturwissenschaftlichen Themen wie &bdquo;Novalis und die Reflexivit&auml;t des H&ouml;rens&rdquo; (Harro Zimmermann). Interessant vor allem der Beitrag von J&ouml;rn Ahrens zum Thema &bdquo;Code &ndash; Anmerkungen zu einer ubiquit&auml;ren Kategorie&rdquo;, die einen ersten Versuch darstellt, eine Ordnung in die diversen Code-Begriffe der Medienwissenschaften zu bringen. Insgesamt jedoch fehlt dem Band &ndash; der als Festschrift f&uuml;r Stefan M&uuml;ller-Doohm konzipiert wurde &ndash; ein klares thematisches Zentrum. Die klassische Kulturkritik, die ja eine starke und wichtige Denkrichtung eigenen Rechts darstellt, findet hier &ndash; obwohl titelgebend &ndash; so gut wie keine Erw&auml;hnung.<\/p>\n<p>Ein ubiquit&auml;rer Allgemeinplatz gegenw&auml;rtiger Kulturkritik ist jedenfalls das laute Klagelied &uuml;ber die ARD-Polit-Talkshow Sabine Christiansen. Das demokratiegef&auml;hrdende Potential dieses Sendeformats ist innerhalb der gebildeten St&auml;nde unumstritten (&bdquo;Parlamentsersatz&#8220;). Wer in der Hoffnung auf eine Erkl&auml;rung von Wesen und Erfolg, oder wenigstens auf eine intelligent-demaskierende Kritik dieser Sendung nach dem Buch Walter van Rossum: Meine Sonntage mit &bdquo;Sabine Christiansen&rdquo;. Wie das Palaver uns regiert, Kiepenheuer &amp; Witsch: K&ouml;ln 2004, 185 S., ISBN 3-462-03394-8; 8,90 Euro greift, wird entt&auml;uscht. Es ist ein Pamphlet, das in weiten Teilen nur am Rande mit der Sendung zu tun hat. Stattdessen breitet der Autor aus, was er ohnehin zum Zustand der Republik schon immer einmal sagen wollte oder sich hier und dort zusammengelesen hat &ndash; und das auch noch h&ouml;chst unoriginell, weil man die Kritik an Sozialabbau, Steuerflucht, Gro&szlig;kapital und neoliberalen Meinungseliten in dieser inhaltsfreien Form schon zu oft vernommen hat, als dass sie nicht irgendwann erm&uuml;dete. R&auml;tselhaft bleibt vor allem, wie der Autor, der immerhin 1988 den Ernst-Robert-Curtius-Preis f&uuml;r Essayistik erhielt, stilistisch auf das niedrige Niveau seines attackierten Objekts herabsinken konnte: eine Einladung als Gast in die Sendung w&auml;re allemal gerechtfertigt.<br \/>Wenn Journalisten &uuml;ber die T&auml;tigkeit von Journalisten schreiben, dient das auf der einen Seite dem Branchenklatsch und der Selbstbeweihr&auml;ucherung. Zunehmend ist aber in den letzten Jahren erkannt worden, dass &bdquo;Journalismusjournalismus&rdquo; auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion einnimmt: Wenn Medien der Gesellschaft die Selbstbeobachtung und -korrektur erm&ouml;glichen, muss auch die Beobachtungsinstanz Beobachtungen ausgesetzt sein, um einwandfrei zu funktionieren. Es geht um die Frage, wer die Kontrolleure kontrolliert.<\/p>\n<p><i>Maja Malik<\/i>: Journalismusjournalismus. Funktionen, Strukturen und Strategien der journalistischen Selbstthematisierung, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2004, 429 S., ISBN 3-531-14205-4; 38,90 Euro<\/p>\n<p><i>Die Autorin<\/i> legt mit dieser preisgekr&ouml;nten Dissertation die erste gro&szlig;e Studie &uuml;ber den deutschen Medienjournalismus vor. Sie untersucht die Kommunikationsmechanismen des Journalismus &uuml;ber Journalismus im Kontext einer allgemeinen, funktionalen Journalismustheorie, kn&uuml;pft dabei an kognitionstheoretische und sozialpsychologische Erkenntnisse zur Selbstwahrnehmung und Selbstbeschreibung an und fundiert ihre theoretischen Konzepte empirisch.<\/p>\n<p>Vielleicht ist dem Forschungsfeld des Medienjournalismus mit Werken wie dem von Malik eine bessere Zukunft zu prophezeien als einer anderen kommunikationswissenschaftlichen Disziplin, der Zeitschriftenforschung:<\/p>\n<p><i>Andreas Vogel<\/i>\/Christina Holtz-Bacha (Hg.): Zeitschriften- und Zeitschrifteinforschung, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2002 (= Sonderheft 3\/2002 der Publizistik. Vierteljahreshefte f&uuml;r Kommunikationsforschung), 291 S., ISBN 3-531-13661-5; 28 Euro<\/p>\n<p>Bei dem vorliegenden Heft handelt es sich um einen neuerlichen Versuch, einer zentralen, doch wenig erforschten Pressegattung zu einer systematischen Begleitforschung zu verhelfen. In zumeist sehr &uuml;berzeugenden Aufs&auml;tzen pl&auml;dieren Autoren wie Hans Bohrmann, Rudolf St&ouml;ber, Ulrike R&ouml;ttger, Michael Schmolke und Patrick R&ouml;ssler f&uuml;r eine Integration der Zeitschriftenforschung in die Kommunikationswissenschaft, skizzieren den Forschungsstand, untersuchen einzelne Gattungen wie die Kirchenpresse oder Kundenzeitschriften und pr&auml;sentieren empirische Forschungsergebnisse. Es ist verdienstvoll, dass so der Blick einmal mehr auf den Komplex der Zeitschriften gelenkt wird. Ob dies aber zu einer nachhaltigen Vitalisierung des Forschungsfeldes f&uuml;hrt, muss angesichts des Schicksals vorheriger Versuche bezweifelt werden.<\/p>\n<p>&bdquo;Mannsein ist kein Zuckerschlecken.&rdquo; Dieser universellen Erkenntnis f&uuml;hlen sich die Macher von Men&#8217;s Health verpflichtet, die als f&uuml;hrende deutsche M&auml;nnerzeitschrift gelten kann und immerhin mehr als 280.000 Exemplare verkaufte, &uuml;brigens zu 61 Prozent an Angestellte und Beamte (Stand: Ende 2001). Eine Dortmunder Examensarbeit hat sich nun den M&auml;nnlichkeits- und Weiblichkeitsbildern dieser Zeitschrift sowie deren Folgen f&uuml;r die dort verhandelten Liebe-und-Sexualit&auml;t-Fragen gewidmet:<\/p>\n<p><i>Lars Bregenstroh<\/i>: Tipps f&uuml;r den modernen Mann. M&auml;nnlichkeit und Geschlechterverh&auml;ltnis in der Men&#8217;s Health, LIT Verlag: M&uuml;nster\/Hamburg\/London 2003, 175 S., ISBN 3-8258-6831-1;19,90 Euro<\/p>\n<p>Vorbildlich wird hier Theorie mit empirischer Analyse verkn&uuml;pft: Die drei umfassenden einleitenden Kapitel referieren im Schnelldurchgang die Konstruiertheit und historische Bedingtheit der Geschlechterverh&auml;ltnisse sowie deren Widerspiegelung in den Massenmedien. Dann werden vier Ausgaben des Jahres 2001 detailliert untersucht, was dem Leser viele komische Momente verschafft. Sichtbar wird, wie dieses Produkt bekannte Vorbilder von Frauenzeitschriften erfolgreich auf eine neue Zielgruppe &uuml;bertr&auml;gt: M&auml;nner seien durch die Irritationen der Geschlechterfragen &bdquo;reif&rdquo; f&uuml;r eine solche Zeitschrift geworden &ndash; was traditionelle, allenfalls geringf&uuml;gig modernisierte M&auml;nnlichkeitsstereotype hinsichtlich K&ouml;rperlichkeit und Sexualit&auml;t gerade nicht ausschlie&szlig;t.<br \/>Medien und bewaffnete Konflikte: In den vergangenen Jahren wird in Fachkreisen viel &uuml;ber den Sinn und das Probleml&ouml;sungspotenzial eines &bdquo;Friedensjournalismus&rdquo; diskutiert. Dass die klassische Kriegsberichterstattung, in der Reporter von Krisenschauplatz zu Krisenschauplatz ziehen, nicht mehr zeitgem&auml;&szlig; ist, wird anhand der Lekt&uuml;re von <i>Bettina Gaus<\/i>: Frontberichte. Die Macht der Medien in Zeiten des Krieges, Campus Verlag: Frankfurt\/Main\/New York 2004, 193 S., ISBN 3-593-37543-5;19,90 Euro mehr als deutlich. Auf Grundlage eigener Beobachtungen weist die langj&auml;hrige Afrika-Korrespondentin der taz detailliert nach, wie Kriegsberichterstatter aus Krisenregionen durch kulturelles und politisches Unwissen, unzureichende Arbeitsbedingungen und Beeinflussung durch Kriegsparteien immer wieder ein falsches Bild vom Krieg zeichnen, das dann den Diskurs in der Heimat pr&auml;gt.<\/p>\n<p>Ob allerdings wie auch immer gearteter &bdquo;Friedensjournalismus&rdquo; eine bessere Berichterstattung garantieren kann, ist umstritten. Den bislang existierenden normativen Bestimmungen des Begriffs &bdquo;Friedensjournalismus&rdquo; zumindest erteilt Martin L&ouml;ffelholz eine klare Absage. Dahinter stecke ein medienp&auml;dagogisches Konzept, das weder mit den realen Aufgaben und Arbeitsbedingungen von Kriegsberichterstattern noch mit der theoretischen Aufgabenzuweisungen an den Journalismus in Einklang zu bringen sei, schreibt der Ilmenauer Kommunikationswissenschaftler in der Einleitung zu:<\/p>\n<p><i>Martin L&ouml;ffelholz <\/i>(Hg.): Krieg als Medienereignis II. Krisenkommunikation im 21. Jahrhundert, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-13997-5; 34,90 Euro<\/p>\n<p>Dieser Band, Nachfolger eines &auml;hnlich angelegten Werkes aus den fr&uuml;hen 1990er Jahren, enth&auml;lt viele bemerkenswerte Beitr&auml;ge zum Verh&auml;ltnis von Journalismus und Krieg aus historischer und systematischer Perspektive, die naturgem&auml;&szlig; in ihrer Qualit&auml;t stark differieren. Herausragend der einleitende Beitrag aus L&ouml;ffelholz&#8216; Feder, in der systematisch in das Forschungsfeld Kriegs- und Krisenkommunikation eingef&uuml;hrt wird und Perspektiven f&uuml;r die Forschung aufgezeigt werden.<\/p>\n<p>Zur&uuml;ck in die Vergangenheit: Die bundesdeutsche Nachkriegsmediengeschichte zehrt bis heute von ihren Gr&uuml;ndungsmythen. Hier waren Aufstiege aus dem scheinbaren Nichts m&ouml;glich, die in anderen, st&auml;rker von Kontinuit&auml;ten gepr&auml;gten Wirtschaftszweigen so nicht denkbar waren. Zwanzig Jahre nach dem Tod eines der umstrittensten deutschen Medienunternehmer widmet sich eine Biographie dem Wirken seiner Witwe:<\/p>\n<p><i>Inge Kloepfer<\/i>: Friede Springer. Die Biographie, Hoffmann und Campe: Hamburg 2005, 319 5., ISBN 3-455-09489-9; 22 Euro<\/p>\n<p>Das Erbe Axel Springers, das viele Konkurrenten von Kirch bis Burda gerne unter sich aufgeteilt h&auml;tten, wurde von der oft untersch&auml;tzten Friede Springer gesichert &ndash; zumindest bis auf weiteres. Der Werdegang des friesischen Kinderm&auml;dchens im Hause Springer zur M&auml;tresse, dann f&uuml;nften und letzten Ehefrau des Verlegers bis hin zur heutigen Mehrheitseignerin der AG tr&auml;gt zweifellos filmreife Z&uuml;ge. Ihre Biographin, Wirtschaftskorrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, hat denn auch tief in die Farbeimer gelangt und manche Passage penetrant-blumig ausgemalt. Das liest sich unterhaltsam, doch h&auml;tte man die Medienmacht des Weltanschauungskonzerns Springer unter Friedes &Auml;gide &ndash; und mit Mathias D&ouml;pfner an der Spitze &ndash; gerne einmal jenseits von &bdquo;Wer gegen Wen&#8220;-Betrachtungen pr&auml;sentiert bekommen.<\/p>\n<p>Geschickt ausge&uuml;bte Medienmacht (und eine mindestens so ambitionierte Vergangenheitspolitik) l&auml;sst sich am Beispiel des Bertelsmann-Konzerns demonstrieren. In ihrem Buch &uuml;ber die Geschichte des Mediengiganten skandalisieren Frank B&ouml;ckelmann und Hersch Fischler den aus ihrer Sicht bislang geschickt camouflierten politischen Einfluss des ostwestf&auml;lischen Konzerns. Dabei kultivieren die Autoren den aufkl&auml;rerischen Gestus:<\/p>\n<p><i>Frank B&ouml;ckelmann\/Hersch Fischler<\/i>: Bertelsmann. Hinter der Fassade des Medienimperiums, Eichborn Verlag: Frankfurt\/Main 2004, 348 S., ISBN 3-8218-5551-7; 19,90 Euro<\/p>\n<p>So sehr der Einfluss von Bertelsmann ein spannendes, allemal diskutierenswertes Thema ist, so sehr verfehlt B&ouml;ckelmanns und Fischlers Enth&uuml;llungsst&uuml;ck sein Ziel. Statt den heutigen Einfluss des Medienhauses in den Mittelpunkt des Buches zu stellen, referieren sie langatmig die Unternehmensgeschichte, wobei sie sich vornehmlich auf den erst vor wenigen Jahren publizierten Bericht der Unabh&auml;ngigen Historikerkommission zur Geschichte von Bertelsmann im &bdquo;Dritten Reich&rdquo; st&uuml;tzen. Zwar gelingt es ihnen dabei, dem Konzern zahlreiche kleine und gr&ouml;&szlig;ere L&uuml;gen im Umgang mit seiner Historie nachzuweisen, doch zu einer Erhellung der Frage, wie und zu welchem Nutzen Bertelsmann heute wirtschaftlichen mit politischem Einfluss kombiniert, tr&auml;gt diese Darstellung wenig bei. Dort dagegen, wo man gerne mehr &uuml;ber die Netzwerke der G&uuml;tersloher erfahren h&auml;tte &ndash; vor allem die T&auml;tigkeit der Bertelsmann Stiftung &ndash;, verharrt die Darstellung an der Oberfl&auml;che und wird oft geradezu peinlich d&uuml;nn.<\/p>\n<p>&bdquo;Fahl, staubgrau, dazu noch ungenau bis schlampig&rdquo; &ndash; Fritz J. Raddatz&#8216; Verdikt &uuml;ber ein Portr&auml;t des gro&szlig;en Verlegerantipoden Springers, Rudolf Augstein, f&auml;llt viel-leicht &uuml;bertrieben eindeutig aus. Jedoch ist Dieter Schr&ouml;der, einstiger Spiegel-Reporter und sp&auml;ter Chefredakteur der S&uuml;ddeutschen Zeitung, tats&auml;chlich der erratischen R&auml;tsel-natur Augsteins nicht wirklich auf den Grund gegangen:<\/p>\n<p><i>Dieter Schr&ouml;der: <\/i>Augstein. Siedler: M&uuml;nchen 2004, 319 S., ISBN 3-88680-782-7; 22,90 Euro<\/p>\n<p>Viele der zahllosen Legenden um den Spiegel-Gr&uuml;nder, die der Autor mitteilt, sind schon l&auml;nger bekannt. Zu kl&auml;ren w&auml;ren Wandel und Kontinuit&auml;ten im Leben des Verlegers gewesen, des &bdquo;Nationalliberalen&rdquo; (Ralf Dahrendorf) und &bdquo;Nationalisten&rdquo; (Erich<br \/>Kuby), den man &bdquo;linker gelesen [habe], als er war&rdquo; (Iring Fetscher). Interessant w&auml;re auch ein Vergleich des fr&uuml;hen mit dem sp&auml;ten Augstein: Sind die Marotten, Unberechenbarkeiten, Unsicherheiten und Unsinnigkeiten nicht erst Ausw&uuml;chse desjenigen, der alles erreicht hat und nicht mehr m&auml;chtiger und kaum noch reicher werden kann? Augsteins multipler Pers&ouml;nlichkeit kam jedenfalls j&uuml;ngst Joachim Fest in der Portr&auml;tskizze in seinem Erinnerungsbuch Begegnungen um vieles n&auml;her.<\/p>\n<p>Augstein hatte der Sportwagenliebhaberin Marion Gr&auml;fin D&ouml;nhoff einst einen Porsche zum Geburtstag geschenkt, den sie jedoch l&auml;chelnd zur&uuml;ckwies. Bei ihrem Arbeitgeber war sie da weniger ablehnend: Verleger Gerd Bucerius schenkte ihr ein Haus, zu ihrem 70. Geburtstag 70.000 DM und zu ihrem 80. entsprechend 80.000 Mark. Auch ansonsten ist beider Beziehung nicht unbedingt von hanseatischer bzw. preu&szlig;ischer Zur&uuml;ckhaltung gepr&auml;gt, wie man dem Briefwechsel der beiden entnehmen kann:<br \/>Ein wenig betr&uuml;bt, Ihre Marion. Marion Gr&auml;fin D&ouml;nhoff und Gerd Bucerius. Ein Briefwechsel aus f&uuml;nf Jahrzehnten, hg. v. Haug von Kuenheim u. Theo Sommer, Siedler: Berlin 2003, 303 S., ISBN 3-88680-798-3; 22 Euro<\/p>\n<p>Immer intensiv, zumeist herzlich, nicht selten aber auch leidenschaftlichemp&ouml;rt &uuml;bereinander haben beide gemeinsam das Schicksal ihrer Wochenzeitung, der Zeit, er&ouml;rtert. Rund 160 der 280 erhaltenen, zwischen 1954 und 1993 gewechselten Briefe haben die Herausgeber mit knappen Erkl&auml;rungen versehen und ver&ouml;ffentlicht, einige wohl gek&uuml;rzt um die heftigsten Invektiven &uuml;ber Redakteure des Blattes oder sonstige Personalia, von denen sich ohnehin viel in den Briefen finden. &bdquo;Was blo&szlig; ist mit der Zeitung los?&rdquo;, sorgt sich der Verleger st&auml;ndig, nicht nur in 20seitigen Blattkritiken einzelner Zeit-Ausgaben: &bdquo;wir k&ouml;nnen zwischen Spiegel und FAZ zerrieben werden.&rdquo; Beide schenkten sich nichts: &bdquo;Warum hassen Sie mich?&rdquo;, fragte er die Gr&auml;fin, die nach &bdquo;Gutsherrinnenart&rdquo; herrschen wolle, was sie mit dem Vorwurf des &bdquo;Schlotbarons&rdquo; konterte. Fast vierzig Jahre deutscher Pressegeschichte spiegeln sich in diesem ebenso sch&ouml;nen wie wichtigen Buch.<\/p>\n<p>Zweifellos geh&ouml;ren die einzigartigen Gestalten Augstein, Axel Springer, D&ouml;nhoff einer unwiederbringlich vergangenen Epoche an. Wie sehen die heute und k&uuml;nftig pr&auml;genden Figuren des Medienbetriebs aus? 24 Studierende des Hamburger Instituts f&uuml;r Journalistik und Kommunikationswissenschaft haben erfolgreiche Journalisten interviewt, nach ihren Erfahrungen in der Branche befragt und diese Gespr&auml;che in gut gestreuter Pressearbeit schon vorab in vielen Medien untergebracht:<\/p>\n<p><i>Bernhard P&ouml;rksen <\/i>(Hg.): Trendbuch Journalismus. Erfolgreiche Medienmacher &uuml;ber Ausbildung, Berufseinstieg und die Zukunft der Branche, Herbert von Halem Verlag: K&ouml;ln 2005, 299 S., ISBN 3-9311606-87-2; 16 Euro<\/p>\n<p>Das &Uuml;berschriftenmachen will zwar noch gelernt werden: selten ist ein Buch so irref&uuml;hrend, ja resonanzverhindernd betitelt worden, da die von den Profis offerierten Trends selten &uuml;ber Allgemeinpl&auml;tze hinaus kommen. Dennoch ist es ein h&ouml;chst interessantes und &auml;u&szlig;erst kurzweiliges Buch geworden, das facettenreiche biographische Selbstausk&uuml;nfte bietet. Vergn&uuml;gt liest man, wie die Mode- und Lifestyle-Redakteurin der SZ-Wochenendbeilage Rebecca Casati von ihren unwesentlich j&uuml;ngeren Gespr&auml;chspartnerinnen mit dem fragw&uuml;rdigem Sinn ihres Schreibens konfrontiert wird oder mit ihrer Liaison mit FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher. Nicht alle Interviews sind derart anregend-aggressiv, trotzdem verm&ouml;gen Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust, Bild-Chef Kai Diekmann, Zeit-Herausgeber Michael Naumann, Tagesthemen-Moderatorin Anne Will, Talkmasterin Sandra Maischberger und ihr Kollege Reinhold Beckmann, taz-Chefin Bascha Mika, die Reporter Cordt Schnibben und Helge Timmerberg, Klatsch-Kolumnistin Katja Ke&szlig;ler, Journalistik-Professor Siegfried Weischenberg, Politik- und Medienberater wie Michael Spreng und viele andere die Probleme und Un&uuml;bersichtlichkeiten der Medienlandschaft sowie die Krisenanf&auml;lligkeit des journalistischen Berufslebens vor Augen zu f&uuml;hren.<\/p>\n<p>Von der Krise der Tagespresse besonders betroffen scheint das Feuilleton &ndash; oder vermag es nur theatralischer als andere zu wehklagen? Schon war von Subventionierung die Rede, da es unverzichtbares Kulturgut sei. Dass es tats&auml;chlich einmal ein intellektuelles Leitmedium des Kulturjournalismus gab, das unabh&auml;ngig von den Pressionen des Marktes das geistige Bewusstsein Deutschlands nach 1945 pr&auml;gen konnte, daran erinnert die verdienstvolle und zudem gut geschriebene zeitgeschichtliche Untersuchung von <i>Monika Boll<\/i>: Nachtprogramm. Intellektuelle Gr&uuml;ndungsdebatten in der fr&uuml;hen Bundesrepublik, LIT Verlag: M&uuml;nster 2004, 270 S., ISBN 3-8258-7108-8; 24,90 Euro<\/p>\n<p>Nach 22 Uhr sendeten die &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten NWDR, HR, SWF, BR und der RIAS bis in die 1960er Jahre hinein sogenannte Nachtprogramme, die den Kulturhunger der geistigen Eliten nach 1945 befriedigen sollten. Zwar blieb dieses Radioprogramm naturgem&auml;&szlig; eine Minderheitenveranstaltung, doch immerhin erreichte es beispielsweise im Sendegebiet des NWDR 100.000 Personen. Die Autorin stellt zum einen mit dem Instrumentarium der intellectual history die geistigen Traditionen der Redaktionen und Redakteure dar, wobei sie wenig &uuml;berzeugend eine &uuml;berkommene elit&auml;r-kulturkritische Dominanz herausarbeiten will. Zum anderen geht es ihr um die intellektuellen Diskurse, die via Nachtstudio in die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft wirkten und in denen sich vorzugsweise Soziologen tummelten: Plessner, Gehlen, Adorno, K&ouml;nig, Schelsky machten erst durch ihre Radiodiskussionen und -vortr&auml;ge die Soziologie zur Leitwissenschaft, so k&ouml;nnte man zugespitzt formulieren. Ihre wirksamsten Unterst&uuml;tzer sind dabei die KuIturredakteure der Rundfunkanstalten, was Boll anhand zahlreicher Archivmaterialien illustriert &ndash; nicht zuletzt der einflussreiche Nachtstudioleiter des Bayrischen Rundfunks und Gr&uuml;nder der vorg&auml;nge, Gerhard Szczesny.<br \/>Kulturkritik erscheint da als einziger Ausweg, wenn man nach dieser Lekt&uuml;re zur&uuml;ck aus l&auml;ngst versunkenen Zeiten in der tristen Gegenwart des Kulturjournalismus angelangt ist. In einem Sammelband reflektieren Praktiker und Theoretiker dessen aktuelle Bedeutung:<\/p>\n<p><i>Michael Haller <\/i>(Hg.): Die Kultur der Medien. Untersuchungen zum Rollen- und Funktionswandel des Kulturjournalismus in der Mediengesellschaft, LIT Verlag: M&uuml;nster 2002, 234 S., ISBN 3-8258-5907-x; 20,90 Euro<\/p>\n<p>R&uuml;diger Steinmetz deutet noch einmal die Trash-Fernsehshow Big Brother als endg&uuml;ltigen Beleg f&uuml;r den Wandel der Fernseh-Programms vom Kulturgut zur Ware; Hans-J&uuml;rgen Bucher beschreibt in einem klugen, weit in die Geschichte ausgreifenden Aufsatz den Wandel der journalistischen Schriftkultur hin zur gegenw&auml;rtig immer st&auml;rker werdenden Visualisierung von Texten durch Grafiken usw. &ndash; diese m&uuml;ssten endlich in eine Kommunikationstheorie miteinbezogen werden. Manfred Eichel, Verantwortlicher f&uuml;r Kultur beim ZDF, zeichnet das durchwachsene Schicksal der Kulturmagazine im Fernsehen nach. Und Jens Jessen, Feuilleton-Chef der Zeit, vermag in der kurzen Bl&uuml;te-zeit des Feuilletons in den 1990er Jahren nur die Glanzzeit einer seiner Untergruppen, des politischen Feuilletons, zu entdecken. Doch die Anfeindungen durch alles Popul&auml;re seien existenzgef&auml;hrdend f&uuml;r ein Genre, das Kenntnisse, Bildung und Tradition zur Voraussetzung hat: &bdquo;Wenn die Vorstellung um sich greift, Kultur m&uuml;sse anstrengungslos und Vorbildungslos f&uuml;r alle zug&auml;nglich sein, beginnt das Totengl&ouml;cklein f&uuml;r das Feuilleton zu l&auml;uten&rdquo;; es solle eine Sporenform annehmen, um im &bdquo;Dauerfrost des eskalierenden Populismus&rdquo; zu &uuml;berleben.<\/p>\n<p>Um sich gegen diese sibirische K&auml;lte ein wenig zu w&auml;rmen, hilft auch dem individualistischen Feuilletonisten das Wir-Gef&uuml;hl, zumal wenn es mit staatlichen Finanzmitteln, in diesem Falle der Bundeskulturstiftung, wenigstens f&uuml;r ein Wochenende erzeugt wird. Eine Tagung im September 2003 wurde zum Klassentreffen des deutschen Kulturjournalismus, auf dem intensiv die Krise des Feuilletons diskutiert wurde; Vor-tr&auml;ge und Diskussionen kann man jetzt in einem ebenso intelligenten wie preiswerten Taschenbuch nachlesen:<br \/>Thomas Steinfeld (Hg.): Was vom Tage bleibt. Das Feuilleton und die Zukunft der kritischen &Ouml;ffentlichkeit in Deutschland, Fischer Taschenbuch: Frankfurt\/Main 2004, 190 S., ISBN 3-59b-16329-3;10,90 Euro<\/p>\n<p>Die illustre Schar der Referenten &ndash; Redakteure (u.a. Patrick Bahners, Ina Hartwig, Gustav Seibt, J&uuml;rgen Kaube, Jens Jessen, Eckhard Fuhr, Thomas Steinfeld, Stephan Speicher, Lothar M&uuml;ller), publizistisch pr&auml;sente Wissenschaftler (Heinrich Detering, Heinz Bude, Moritz Ba&szlig;ler) und auch essayistisch t&auml;tige Schriftsteller (Martin Mosebach, Feridun Zaimoglu, Georg Klein) &ndash; weist wie zu erwarten kaum Auswege, aber bietet &ndash; ebenso erwartbar &ndash; zahlreiche lohnende Reflektionen. Gustav Seibts unschwer zu akzeptierende conclusio am Ende des Bandes und seiner Ausf&uuml;hrungen zur verschwindenden Bildungsb&uuml;rgerlichkeit: &bdquo;Das Feuilleton lebt von Grundlagen, die es nicht garantieren kann.&rdquo;<\/p>\n<p>Die Grenzen werden heute vielfach &uuml;berschritten: Attackiert wurde und wird auch das herk&ouml;mmliche Feuilleton formal und stilistisch von einer relativ &bdquo;hei&szlig;en&rdquo; Spielart des Schreibens, die als New Journalism eher umschrieben denn definiert ist.<\/p>\n<p>In Amerika aufgekommen, mit Autoren wie Tom Wolfe oder Hunter S. Thompson verkn&uuml;pft, bedeutet der Begriff am ehesten wohl die Neuverkn&uuml;pfung literarischer mit journalistischen Arbeitsweisen; zugleich unter Einbeziehung fiktionaler und stark subjektiv gef&auml;rbter Momente. In einem ausgezeichneten Sammelband mit durchweg lesenswerten, oft brillanten Beitr&auml;gen kann man sich einen umfassenden &Uuml;berblick verschaffen:<\/p>\n<p><i>Joan Kristin Bleicher\/Bernhard P&ouml;rksen (Hg.): <\/i>Grenzg&auml;nger. Formen des New Journalism, VS Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2004; 443 S., ISBN 3-531-14096-5; 39,90 Euro<\/p>\n<p>Bernhard P&ouml;rksen erz&auml;hlt die Geschichte des Magazins Tempo, das hierzulande einen deutschsprachigen New Journalism zu kreieren versuchte; die Popliteratur und deren Zwitterstellung zwischen Journalismus und Literatur analysiert Dirk Frank; Hans J. Kleinsteuber dekonstruiert ebenso energisch wie nachhaltig den Mythos Tom Wolfe, Niels Werber untersucht aus systemtheoretischer Perspektive die lange Geschichte der Factual Fiction, bis hin zu Daniel Defoe.<\/p>\n<p>Verschiedenen &Uuml;berg&auml;ngen bzw. Ber&uuml;hrungspunkten zwischen Literatur und Journalismus widmet sich auch der instruktive Sammelband<br \/>Bernd Bl&ouml;baum\/Stefan Neuhaus (Hg.): Literatur und Journalismus. Theorie, Kontexte, Fallstudien, Westdeutscher Verlag: Wiesbaden 2003, 341 S., ISBN 3-531-13850-2; 34,90 Euro<\/p>\n<p>Neben systematischen Beitr&auml;gen, u.a. zum Bild des Journalisten in der Literatur, zur Theorie und Praxis von Literaturkritik und von Hans J. Kleinsteuber &uuml;ber die Gattung des Medienthrillers, st&ouml;&szlig;t man hier auf Texte zu den Fallbeispielen Erasmus und Montaigne, Defoe, Heinrich Heine, Egon Erwin Kisch, Erich K&auml;stner u.a. Literarisch inspirierte Journalisten und Feuilletonisten von einst scheinen gegenw&auml;rtig ohnehin eine Renaissance zu erleben, werden gar in den Rang von Klassikern erhoben &ndash; vielleicht weil sich in ihren Texten Qualit&auml;ten entdecken lassen, die unter den schwierigen journalistischen Bedingungen heute nur noch selten anzutreffen sind? Das bewundernswerte und verdienstvolle Gro&szlig;projekt einer Tucholsky-Gesamtausgabe, die im Rowohlt Verlag erscheint, hat hier vor Jahren einen Anfang gemacht. Zuletzt er-schien Band 8 mit Tucholskys Texten aus dem Jahr 1926, der knapp 550 Seiten Text und 450 Seiten Anhang mit ausf&uuml;hrlichen Stellenkommentaren und Registern umfasst:<\/p>\n<p><i>Kurt Tucholsky<\/i>: Gesamtausgabe Bd. 8: Texte 1926, hg. v. Gisela Enzmann-Kraiker u. Christa Wetzel, Rowohlt: Reinbek 2004, 1.012 S., ISBN 3-498-06531-9; 49,90 Euro<\/p>\n<p>In jenem Jahr der Weimarer Republik, das der Romanist Hans Ulrich Gumbrecht vor einiger Zeit als Jahr am Rande der Zeit portr&auml;tiert hat, weilt Tucholsky in Paris als Korrespondent f&uuml;r Ullstein; die meisten seiner Feuilletons ver&ouml;ffentlicht er als Peter Panter in der Vossischen Zeitung, aber auch in der Weltb&uuml;hne. Die szenisch starken 218 Texte aus diesem Jahr, grundiert von lauter Ironie, wirken f&uuml;r eine deutsch-franz&ouml;sischen Auss&ouml;hnung, kommentieren scharf die Verh&auml;ltnisse in der Weimarer Republik. Der l&auml;rmend-scheppernde Tonfall mag heute befremden, vermittelt jedoch stilistisches Zeitkolorit aus einer umk&auml;mpften Epoche.<\/p>\n<p>Im gleichen Verlag wurden als preiswerte Taschenb&uuml;cher die Schriften Alfred Polgars wiederaufgelegt, jenes 1873 in Wien geborenen, legend&auml;ren Gro&szlig;meisters der kleinen Form:<\/p>\n<p><i>Alfred Polgar: Kleine Schriften<\/i>. Bd. 1: Musterung, Bd. 2: Kreislauf, Bd. 3: Irrlicht, hg. v. Marcel Reich-Ranicki in Zusammenarbeit mit Ulrich Weinzierl, Rowohlt Taschen-buch: Reinbek 2003\/2004 [EA: 1982], 461 S., 416 S. 451 S., ISBN 3-499-13506-X, 3-499-23808-X, ISBN 3-499-23809-8; je 9,50 bzw. 9,90 Euro<\/p>\n<p>Keine Facette des Daseins scheint Polgar in der hier dargebotenen F&uuml;lle an Texten aus den 1920er bis 1950er Jahren zu &uuml;bersehen, ob es nun Schlafwagen, sp&auml;te Geburtstage oder die verschiedenen Abschiede im Leben sind. Hier verteidigt er brillant jene &bdquo;kleine Form&rdquo;: sie sei &bdquo;mit mancher Qual verkn&uuml;pftes schriftstellerisches Bem&uuml;hen, aus hundert Zeilen zehn zu machen&rdquo;, was ungerechterweise dazu gef&uuml;hrt h&auml;tte, zum &bdquo;Autor f&uuml;r Nachspeise- und Vorschlummerst&uuml;ndchen&rdquo; degradiert zu werden. Tats&auml;chlich ist es schwer, den Zauber seiner Texte zu beschreiben, der auf einer extremen Verdichtung, dem Weglassen jenes &bdquo;Schw&auml;nzelns&rdquo; beruhte, das sein Kollege Victor Auburtin doch als die wichtigste Technik des Feuilletonisten benannt hatte. Polgars Licht dagegen &bdquo;erhellt, ohne je zu blenden&rdquo;, wie Herausgeber Reich-Ranicki treffend formuliert.<\/p>\n<p>Zu den bemerkenswertesten Wiederentdeckungen der Feuilletongeschichte geh&ouml;ren die fr&uuml;hen Texte von Sebastian Haffner, die dieser in den 1930er Jahren f&uuml;r solche Magazine wie Die Koralle oder Die Dame, aber auch die Vossische Zeitung verfasste:<br \/>Sebastian Haffner: Das Leben der Fu&szlig;g&auml;nger. Feuilletons 1933-1938, hg. v.<i> J&uuml;rgen Peter Schmied<\/i>, Hanser : M&uuml;nchen 2004, 397 S., ISBN 3-446-20490-3; 23,50 Euro<\/p>\n<p>Einer der einflussreichsten Starpublizisten der Bundesrepublik, der erst in der Welt, dann im Stern vorzugsweise die Weltpolitik kommentierte, zudem aufsehenerregende B&uuml;cher wie seine Anmerkungen zu Hitler schrieb, hatte sich in den Anf&auml;ngen seiner journalistischen Arbeit mit Themen wie der Zigarette, der Ansichtspostkarte, der Hose, den Vorteilen der Geldverschwendung sowie den Unterschieden zwischen Fensterschlie&szlig;ern und Fenster&ouml;ffnern in Zugabteilen besch&auml;ftigt. Die Wiederentdeckung dieser Texte, von denen manche nie erschienen, ist ein Gl&uuml;cksfall, auch weil sich in ihren scheinbaren Abseitigkeiten eine &bdquo;subversive Geste&rdquo; gegen den NS-Zeitgeist verbarg: das &bdquo;Beharren auf der privaten Perspektive&rdquo; (S&uuml;ddeutsche Zeitung). &bdquo;Mit der Zigarette zwischen den Fingern ist es unm&ouml;glich, den &Uuml;bermenschen zu spielen&rdquo; &ndash; mancher oberfl&auml;chliche Rezensent hat solche und &auml;hnliche Anspielungen Haffners &uuml;berlesen. F&uuml;r die Medienlandschaft der Bundesrepublik war es dennoch eine List der Vernunft, dass Haffner 1938 in die Emigration gezwungen wurde: Er endete vielleicht ihretwegen nicht als &bdquo;Redakteur in der R&auml;tselecke&rdquo;, wie er Joachim Fest das Schicksal junger Genies beschrieb.<\/p>\n<p>Ein Medium f&uuml;r eine solche feuilletonistisch-literarische Kultur war klassischerweise die intellektuelle Zeitschrift. Sie hat sich im Laufe der Zeit grundlegend gewandelt, bis hin zur heutigen prek&auml;ren Situation angesichts sinkender Abonnentenzahlen und eines schwindenden Lesepublikums; die Einstellung der Gewerkschaftlichen Monatshefte oder die unklare Zukunft des Kursbuchs mag das illustrieren. Tr&ouml;stlich ist hier einmal mehr der Blick in die Vergangenheit. So hat beispielsweise Sylvia Kall in ihrer Bochumer Dissertation die vier ma&szlig;geblichen literarischen Zeitschriften Ende des 18. Jahrhunderts (Allgemeine Literatur-Zeitung, Horen, Deutschland, Athenaeum) und deren explosionsartigen Boom untersucht &ndash; und ihr jeweiliges Ende nicht ausgespart:<\/p>\n<p><i>Sylvia Kall:<\/i> &bdquo;Wir leben jetzt recht in Zeiten der Fehde&rdquo;. Zeitschriften am Ende des 18. Jahrhunderts als Medien und Kristallisationspunkte literarischer Auseinandersetzung, Peter Lang: Frankfurt\/Main 2004, 420 S., ISBN 3-631-52396-3; 68,50 Euro<\/p>\n<p>Das Zeitschriftengr&uuml;ndungsfieber profitierte vom &bdquo;Strukturwandel der &Ouml;ffentlichkeit&rdquo; (Habermas) in jenen Jahrzehnten, den es zugleich bef&ouml;rderte. Ein interessiertes Publikum entstand, das lebhaften Anteil an den zwischen den Zeitschriften und ihren Autoren ausgetragenen heftigen Kontroversen nahm. Die Autorin widmet sich neben den literarischen Inhalten auch den finanziellen Aspekten und der Redaktionsorganisation der Zeitschriften.<\/p>\n<p>Goethe hatte sich mit vielen Beitr&auml;gen an den Horen, dem Zeitschriftenprojekt seines Freundes Schiller, beteiligt und diesen ermutigt, auf die heftige Kritik an der Zeitschrift mit einem gemeinsamen Rundumschlag gegen literarisch-kritische Zeitgenossen, den ber&uuml;hmten Xenien, zu antworten. Hansj&uuml;rgen Koschwitz, emeritierter Professor f&uuml;r Kommunikationswissenschaft in G&ouml;ttingen, hat nun Goethes Umgang mit der Presse untersucht:<\/p>\n<p><i>Hansj&uuml;rgen Koschwitz<\/i>: Wider das &bdquo;Journal- und Tageblattverzeddeln&rdquo;. Goethes Pressesicht und Pressenutzung, LIT Verlag: M&uuml;nster 2002, 284 S., ISBN 3-8258-4896-5; 25,90 Euro<\/p>\n<p>In einer immensen Flei&szlig;arbeit hat der Autor alle denkbaren &Auml;u&szlig;erungen des Klassikers zur Presse zusammengetragen, wobei auch die t&auml;gliche Lekt&uuml;repraxis ber&uuml;cksichtigt wird. Dass der Geheimrat und Minister eine &bdquo;weise und kr&auml;ftige Diktatur&rdquo; gegen&uuml;ber der &bdquo;Press-Anarchie&rdquo; bef&uuml;rwortete und den &bdquo;Unfug der Pressfreiheit&rdquo; monierte, erstaunt nicht wirklich. Bei seiner privaten Lekt&uuml;re sto&szlig;en wir dagegen auf bekannte Parallelempfindungen: einerseits die Klage &uuml;ber unsinnig mit Zeitungsstudium vergeudete Zeit, andererseits die lebenslange neugierige Begeisterung f&uuml;r alles, was die Journale t&auml;glich, w&ouml;chentlich oder monatlich aus der Welt berichten.<\/p>\n<p>Der kleine Hamburger Verlag Edition Nautilus erinnert durch Wiederankn&uuml;pfung und Fortf&uuml;hrung an ein legend&auml;res linksradikales Zeitschriftenprojekt der 1920er Jahre:<\/p>\n<p>Die Aktion. Zeitschrift f&uuml;r Politik, Literatur, Kunst, Edition Nautilus: Hamburg, ISSN 0516-340X, Vier Lieferungen im Jahr zu je 8 Euro (23. Jg., Zweite Lieferung 2004, Heft 209: Franz Pfemfert. Zur Erinnerung an einen revolution&auml;ren Intellektuellen) Heft 209 widmet sich dem einstigen Herausgeber der Zeitschrift, dem revolution&auml;ren Irrlicht Franz Pfemfert (1879-1954), der die Aktion 1911 gr&uuml;ndete und bis 1918 auf ihren Seiten gegen den Krieg und die Sozialdemokratie k&auml;mpfte, um nach 1918 bis zur letzten Ausgabe 1932 von links gegen Lenin und die Moskauer Parteidiktatur zu agitieren. Lutz Schulenburg, der aktuelle Herausgeber, schildert mit durch N&auml;he getr&uuml;btem Blick das umtriebige Leben Pfemferts, zitiert leider viel zu ausf&uuml;hrlich aus den Pamphleten dieses Feuerkopfs. Sein Verdienst bleibt es dennoch, diese wilde Episode deutscher Zeitschriftengeschichte zwischen Expressionismus und zunehmend dogmatischerem Anarchismus ins Ged&auml;chtnis zur&uuml;ckzurufen.<\/p>\n<p>Einer Legende der deutschen Nachkriegspublizistik hat sich der Schriftsteller und Publizist Marko Martin verschrieben: der zwischen 1948 und 1971 (mit einem kurzzeitigem Wiederaufleben 1978-1986) erschienenen Zeitschrift Der Monat:<\/p>\n<p><i>Marko Martin: <\/i>&bdquo;Eine Zeitschrift gegen das Vergessen&rdquo;. Bundesrepublikanische Traditionen und Umbr&uuml;che im Spiegel der Kulturzeitschrift Der Monat, Peter Lang: Frankfurt\/Main u.a. 2003, 106 S., ISBN 3-631-51105-1; 24,50 Euro<\/p>\n<p>Martin st&uuml;tzt sich in seiner Magisterarbeit auf die ver&ouml;ffentlichten Artikel im Monat sowie Gespr&auml;che mit den ehemaligen Redakteuren Melvin Lasky, Peter H&auml;rtling und Klaus Harpprecht. Einerseits war die Zeitschrift ein Produkt der Nachkriegskultureuphorie, die geistige Erzeugnisse aller Art befl&uuml;gelte. Andererseits formierte sich hier eine breite Str&ouml;mung einer liberal grundierten, antitotalit&auml;ren Ausrichtung: Im offenen Monat schrieben Emigranten wie Hans Sahl, Siegfried Kracauer, Golo Mann und Peter de Mendelssohn; internationale Autoren wie W. H. Auden, Ignazio Silone, Raymond Aron und Isaiah Berlin und viele andere. Der Geist des amerikanischen Pragmatismus im Sinne des Philosophen John Dewey pr&auml;gte die weltoffene Zeitschrift und machte sie unter der &Auml;gide von Lasky und Hellmut Jaesrich zum Instrument von Verwestlichung und Reeducation. Melancholischer Anwandlungen vermag sich der heutige Leser nicht zu erwehren, angesichts des Themenspektrums und der glanzvollen Autorenschaft (und nicht zuletzt angesichts einer Auflage von 25.000 Exemplaren in den 1950er Jahren).<\/p>\n<p>Die Kollegen vom seit 1947 erscheinenden und traditioneller, weniger politisch orientierten Merkur bem&uuml;hten sich um einen Autor ganz besonders: den Dichter Gottfried Benn. Wer die gemeinhin nicht immer spannungsfreie Beziehung zwischen Autor und Redakteur in all ihren Nuancen studieren m&ouml;chte, dem sei dringend geraten, exemplarisch den k&uuml;rzlich ver&ouml;ffentlichten Briefwechsel zwischen Benn und den Merkur-Herausgebern zu lesen:<\/p>\n<p><i>Gottfried Benn<\/i>: Briefwechsel mit den Merkur-Herausgebern Hans Paeschke und Joachim Moras 1948-1956 (Briefe, Bd. 7), Klett-Cotta: Stuttgart 2004, 253 S., ISBN 3-608-93697-1; 23 Euro<\/p>\n<p>Da wird beiderseits verf&uuml;hrt, geworben, gedroht, geschmeichelt, gew&auml;hrt, gebettelt, gez&uuml;rnt, gewedelt, gehuldigt und gelobt. Verstimmungen bleiben nicht aus, denn die Konkurrenz will auch mit Texten bedacht werden. Die Redakteure dr&auml;ngen stets untert&auml;nig, gieren h&ouml;flich nach Neuem und nach exklusiver Bindung; der Dichter ziert sich. Bald streift die Korrespondenz neben den Zeitl&auml;uften viel Privates und Branchentratsch. Dieser Briefwechsel ist, abgesehen von seiner Benns R&uuml;ckkehr in die Nachkriegs&ouml;ffentlichkeit geschuldeten literaturgeschichtlichen Bedeutung, ein wundersch&ouml;nes Beispiel interner Zeitschriftenkommunikation.<\/p>\n<p>Doch wer das wahre Geheimnis einer Intellektuellenzeitschrift entschl&uuml;sseln m&ouml;chte, der sollte den kurzen Roman des amerikanischen Schriftstellers Charles Simmons lesen. Der Autor war drei&szlig;ig Jahre Redakteur der New York Times Book Review und hat als Bilanz eine hinrei&szlig;end komische Mediensatire vorgelegt:<\/p>\n<p><i>Charles Simmons<\/i>: Beiles Lettres. Roman, C.H. Beck : M&uuml;nchen 2003, 183 S., ISBN 3-406-50870-3 ; 17,90 Euro<\/p>\n<p>Frank Page, junger Redakteur bei der bedeutenden New Yorker Literaturzeitschrift Belles Lettres, erlebt kautzige Kollegen, borniert-ignorante Eigent&uuml;mer, die auf Rendite dr&auml;ngen, B&uuml;roboten, die Rezensionsexemplare verkaufen und die Bestsellerlisten manipulieren, einen Illiteraten Sanierer als neuen Chef, der den vertr&auml;umt-zynischen Alten abl&ouml;st, un&uuml;bersichtliche Aff&auml;ren und Intrigen sowie all die sonstigen Unsinnigkeiten eines Redaktionsalltags. Dieser intelligente und feinsinnige Roman offenbart das Wesen der Medien: Es ist selbstreferentielles interpersonales Chaos.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[589,1653],"publikationen":[2813],"class_list":["post-10567","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-alexander-cammann","autoren-thymian-bussemer","publikationen-169-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Strukturwandel der Medienwelt - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Strukturwandel der Medienwelt - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein aktueller Literaturbericht aus: Vorg&auml;nge Nr. 169 (Heft 1\/2005), S. 58-74 Die Rettung der Schriftkultur vor der totalen Visualisierung erw&auml;chst aus der Analyse ihrer Anf&auml;nge. W&uuml;rde dieser Einstiegssatz Sie zum Weiterlesen des Literaturberichts animieren? Dieser Frage ist Dorothee Krings in ihrer empirischen Untersuchung &uuml;ber die Wirkungen von Anfangss&auml;tzen in Pressekommentaren und Reportagen nachgegangen: Dorothee Krings: [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-31T08:13:59+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"37\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/169-vorgaenge\\\/publikation\\\/strukturwandel-der-medienwelt\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/169-vorgaenge\\\/publikation\\\/strukturwandel-der-medienwelt\\\/\",\"name\":\"Strukturwandel der Medienwelt - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2005-03-01T15:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-31T08:13:59+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/169-vorgaenge\\\/publikation\\\/strukturwandel-der-medienwelt\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/169-vorgaenge\\\/publikation\\\/strukturwandel-der-medienwelt\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/169-vorgaenge\\\/publikation\\\/strukturwandel-der-medienwelt\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 169: Qualit\u00e4tsjournalismus in der Krise\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/169-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Strukturwandel der Medienwelt\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Strukturwandel der Medienwelt - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Strukturwandel der Medienwelt - Humanistische Union","og_description":"Ein aktueller Literaturbericht aus: Vorg&auml;nge Nr. 169 (Heft 1\/2005), S. 58-74 Die Rettung der Schriftkultur vor der totalen Visualisierung erw&auml;chst aus der Analyse ihrer Anf&auml;nge. W&uuml;rde dieser Einstiegssatz Sie zum Weiterlesen des Literaturberichts animieren? Dieser Frage ist Dorothee Krings in ihrer empirischen Untersuchung &uuml;ber die Wirkungen von Anfangss&auml;tzen in Pressekommentaren und Reportagen nachgegangen: Dorothee Krings: [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-31T08:13:59+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"37\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/","name":"Strukturwandel der Medienwelt - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2005-03-01T15:00:00+00:00","dateModified":"2021-08-31T08:13:59+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/strukturwandel-der-medienwelt\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 169: Qualit\u00e4tsjournalismus in der Krise","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Strukturwandel der Medienwelt"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation\/10567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/media?parent=10567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/categories?post=10567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/tags?post=10567"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/autoren?post=10567"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikationen?post=10567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}