{"id":10890,"date":"2017-05-04T10:30:00","date_gmt":"2017-05-04T08:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/america-first-trump-medien-und-leidenschaft\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:25","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:25","slug":"america-first-trump-medien-und-leidenschaft","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/217-vorgaenge\/publikation\/america-first-trump-medien-und-leidenschaft\/","title":{"rendered":"America First: Trump, Medien und Leidenschaft"},"content":{"rendered":"<p>Vorabdruck aus: vorg&auml;nge Nr. 217 (Heft 1\/2017)<\/p>\n<p><i>Der Beginn der Pr&auml;sidentschaft Donald J. Trumps wurde in aller Welt aufmerksam beobachtet, oft verbunden mit einem Entsetzen &uuml;ber den hastigen, in vielen Fragen kaum nachvollziehbaren Kurswechsel. Jenseits einer individuellen (V)Erkl&auml;rung des Trumpschen Kommunikations- und Politikstils geht G&ouml;tz-D. Opitz der Frage nach, inwiefern sich die von Trump versprochenen Reformen in historischer Perspektive als Ausl&ouml;ser einer wiederkehrenden Erneuerungsdynamik verstehen lassen, die den USA seit ihrer Gr&uuml;ndung eigen sind. Er greift dabei auf Samuel P. Huntingtons These zyklischer creedal passion periods zur&uuml;ck und untersucht, inwiefern die Wahl Trumps als Vorbote einer solchen Periode gewertet werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei der Wandel in der politischen Kommunikation der USA im Zeitalter des Web 2.0 und die st&auml;ndigen Reibungskonflikte zwischen machtkritischen Idealen (American creed) und der aktuellen Realit&auml;t politischer Institutionen.<\/i><\/p>\n<p>&#8222;<i>Von diesem Tag an wird es nur noch Amerika zuerst hei&szlig;en. Amerika zuerst!<\/i>&#8220;. So beschrieb Donald J. Trump in seiner in alle Welt live &uuml;bertragenen Inaugurationsrede vom 20.&nbsp;Januar 2017 die &#8222;neue Vision&#8220;, die er von den USA hat. Seine <i>inaugural address <\/i>bildete den H&ouml;hepunkt der Feierlichkeiten am Tag der Amtseinf&uuml;hrung des neuen US- Pr&auml;sidenten.<\/p>\n<p>Trumps Inaugurationsrede folgte einer rhetorischen Tradition, die der kanadische Literaturwissenschaftler Sacvan Bercovitch &#8222;<i>Jeremiade<\/i>&#8220; nennt. Das &#8222;weltliche Gebet&#8220; war zur Kolonialzeit Teil der puritanischen Strategie zur Revitalisierung des &#8222;heiligen&#8220; Auftrags, auf dem nordamerikanischen Kontinent das Tausendj&auml;hrige Reich (Millennium) zu errichten, das die sendungsbewussten Pilgerv&auml;ter als &#8222;Auserw&auml;hlte Gottes&#8220; mit der Metapher der vorbildhaften <i>city upon the hill <\/i>beschrieben. Diese alte Denkfigur findet sich auch bei Trump: &#8222;<i>Wir trachten danach, unsere Lebensart als ein Beispiel strahlen zu lassen.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Zusammen mit einer Vielzahl religi&ouml;ser Gesten sind Antrittsreden Ausdruck eines f&uuml;r die USA typischen Ph&auml;nomens, das der Soziologe Robert N. Bellah 1966 mit dem Begriff der Zivilreligion etikettierte. Bellah wies darauf hin, dass Gott bisher in allen Inaugurationsreden angerufen wurde &#8211; mit Ausnahme der zweiten von George Washington. In der theopathischen Sprache Trumps, mit der er die Einheit seiner Landsleute beschw&ouml;rt, klingt das so: &#8222;<i>Die Bibel sagt uns, wie gut und wohltuend es ist, wenn das Volk Gottes in Eintracht lebt &#8230; Wir sollten ohne Furcht sein: wir werden &#8230; von Gott besch&uuml;tzt. &#8230; [alle Amerikaner] sind erf&uuml;llt mit dem Lebensatem desselben allm&auml;chtigen Sch&ouml;pfers.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Trotz strikter Trennung von Kirche und Staat im US-Verfassungssystem proklamiert Amerikas Zivilreligion, so Bellah, dass das ganze US-amerikanische Experiment der Demokratie unter dem Urteil eines gerechten Gottes stehe. Die zivilreligi&ouml;se Tradition des rhetorischen Millennialismus verbindet auf diese Weise das Sakrale mit dem S&auml;kularen. Damit m&ouml;chte sie die B&uuml;rgergemeinde nicht nur auf altbew&auml;hrte, christlich-philanthropische Tugenden einschw&ouml;ren, sondern auch republikanische &Uuml;berzeugungen und revolution&auml;re Ideale der Gr&uuml;nderv&auml;ter wachrufen, auf denen das US-amerikanische Gemeinwesen beruht.<\/p>\n<p>Bei Trump, der f&uuml;r die &#8222;vergessenen M&auml;nner und Frauen&#8220; Amerikas spricht, steht die demokratische Norm der Volkssouver&auml;nit&auml;t im Vordergrund: &#8222;<i>Heute &uuml;bertragen wir nicht nur Macht von einer Administration zur anderen, von einer Partei zur anderen, sondern wir &uuml;bertragen Macht von Washington und geben sie Euch zur&uuml;ck, dem Volk. &#8230; Was z&auml;hlt, ist nicht, welche Partei unsere Regierung kontrolliert, sondern ob unsere Regierung vom Volk kontrolliert wird. &#8230; Der 20. Januar 2017 wird als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem das Volk wieder der Herrscher dieser Nation wurde.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Die traditionelle Jeremiade baut eine eschatologische Spannung zwischen &#8222;Schon&#8220; und &#8222;Noch nicht&#8220; auf, deren Aufl&ouml;sung erst im Millennium zu erwarten ist. Ihr rhetorisches Ziel besteht darin, die Kluft zwischen Sein und Sollen zu beseitigen. Trump, der sich &#8222;<i>am Beginn eines neuen Jahrtausends [millennium]<\/i>&#8220; w&auml;hnt, klagt an: &#8222;<i>Zu lange hat eine kleine Gruppe in unserer Hauptstadt die Fr&uuml;chte der Regierungsarbeit geerntet, w&auml;hrend das Volk die Kosten geschultert hat. &#8230; Das Establishment sch&uuml;tzte sich selbst, aber nicht die B&uuml;rger dieses Landes. &#8230; Doch das ist Vergangenheit, jetzt schauen wir nur noch in die Zukunft. &#8230; Schutzma&szlig;ahmen [&#8222;protection&#8220;] werden zu gro&szlig;em Wohlstand und St&auml;rke f&uuml;hren.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;<i>Amerika<\/i>&#8220;, so Trump weiter, &#8222;<i>wird wieder zu siegen beginnen &#8211; siegen wie nie zuvor. &#8230; Gemeinsam werden wir Amerika wieder gro&szlig;machen.<\/i>&#8220; Diese Mut machende Botschaft d&uuml;rfte beim Kern seiner konservativen Anh&auml;nger im wahlentscheidenden Rust Belt der USA verstanden worden sein: Die Region f&uuml;hlt sich infolge der in den 1970er Jahren einsetzenden Deindustrialisierung zunehmend abgeh&auml;ngt und durch steigende Einwanderung aus Lateinamerika und der Karibik seit Ende der 1960er Jahre &uuml;berfremdet. Trump beschreibt gerade ihre prek&auml;re Lage im postfordistischen Amerika: &#8222;<i>&#8230; rostige Fabriken verstreut in der Landschaft wie Grabsteine &#8230; amerikanisches Blutbad<\/i>&#8220;.<\/p>\n<h5><span id=\"american-creed-revolutionaere-ideale-versus-politische-institutionen\">American Creed: Revolu&shy;ti&shy;o&shy;n&auml;re Ideale versus politische Insti&shy;tu&shy;ti&shy;onen<\/span><\/h5>\n<p>Diese eschatologische Spannung ist indes nicht nur ein rhetorisches Muster, sondern auch ein geschichtsspezifisches. Die Beseitigung der Kluft zwischen Sein und Sollen ist ein Motiv, das sich durch die ganze US-amerikanische Kulturgeschichte zieht. Seit der Gr&uuml;ndung der USA stehen die machtkritischen Ideale der Revolution, die der Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington in dem Sammelbegriff des American creed zusammenfasst, st&auml;ndig in Konflikt mit der Realit&auml;t politischer Institutionen: ein permanenter, letztlich unaufl&ouml;sbarer Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit.<\/p>\n<p>In seinem Buch mit dem Titel &#8222;<i>American Politics: The Promise of Disharmony<\/i>&#8220; von 1981 apostrophiert Huntington diese vorw&auml;rtsdr&auml;ngende Reibung &#8222;kognitiver Dissonanzen&#8220; mit dem K&uuml;rzel der IvI-Gap: einer Kluft der <i>ideals versus institutions<\/i>, deren Spannungsenergie sich mit &#8222;moralischer Leidenschaft&#8220; entladen kann. So sei im Laufe der US-Geschichte die Normallage der institutionalisierten Konfliktaustragung zwischen etablierten Interessensgruppen schon mehrmals unterbrochen worden durch Phasen gro&szlig;er sozialer Protest- und Reformbewegungen, die Huntington creedal passion periods nennt.<\/p>\n<p>Deren allgemeines Ziel sei die &Ouml;ffnung des politischen Systems, wobei der Ma&szlig;stab dieser Demokratisierungswellen der <i>American creed <\/i>gewesen sei. Unter diesem Nationalglauben versteht Huntington politische Werte wie Freiheit, Gleichheit, Demokratie, Individualismus, Konstitutionalismus, Rechtsstaatlichkeit und Protestantismus. &#8222;<i>Amerikaner h&ouml;ren auf, Amerikaner zu sein, wenn sie ihre politischen Ideale aufgeben<\/i>&#8220;, so Huntington. Die USA definierten sich als Nation politisch &#8211; und nicht ethnisch &#8211; &uuml;ber die universalistischen Ideale der Revolution.<\/p>\n<p>Die USA haben im Abstand von 60 bis 70 Jahren bereits vier dieser <i>creedal passion periods<\/i> erlebt: Die <i>Revolutionary Era <\/i>der 1760\/1770er Jahre bildet den Prototypen, der sp&auml;teren Reformphasen als Bezugspunkt galt. Sie wurde gefolgt von der <i>Jacksonian Era<\/i> der 1820\/1830er Jahre, der <i>Progressive Era<\/i> nach 1900 und den &#8222;<i>turbulenten 1960\/1970er Jahren<\/i>&#8220; der afroamerikanischen B&uuml;rgerrechtsbewegung sowie der Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg. Im Kern ging es immer um eine verbindlichere, liberalere und demokratischere Regierung.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Reformerfolge der fr&uuml;heren Phasen waren die republikanische Regierungsform mit dem System der Gewaltenteilung und -verschr&auml;nkung der checks and balances, die Abschaffung der Sklaverei im Norden sowie die Einf&uuml;hrung von Grundrechten in der Bill of Rights (1); die Einf&uuml;hrung des Wahlrechts f&uuml;r alle wei&szlig;en M&auml;nner und zahlreicher neuer Wahl&auml;mter etwa f&uuml;r Richter (2); die Verabschiedung erster Anti-Kartell- sowie Verbraucher-Gesetze sowie die Einf&uuml;hrung der <i>direct primary<\/i> und der Direktwahl der Senatoren (3); h&ouml;here Transparenz des Regierungssystems, st&auml;rkere Rechenschaftspflicht f&uuml;r Mandatstr&auml;ger und erh&ouml;hte B&uuml;rgerbeteiligung sowie Aufhebung der Rassentrennung, durch den <i>Voting Rights Act<\/i> und den <i>Freedom of Information Act<\/i> (4).<\/p>\n<h5><span id=\"einsatz-neuer-kommunikationsmittel-in-creedal-passion-periods\">Einsatz neuer Kommu&shy;ni&shy;ka&shy;ti&shy;ons&shy;mittel in creedal passion periods<\/span><\/h5>\n<p>Die vier <i>creedal passion periods <\/i>weisen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf: etwa die weit verbreitete Unzufriedenheit und moralische Entr&uuml;stung &uuml;ber die IvI-Gap, mannigfaltige Enth&uuml;llungen &uuml;ber Machtmissbrauch oder der Einsatz neuer Massenmedien und Kommunikationsmittel. So brachte die US-Revolution erstmals &uuml;berhaupt so etwas wie die &#8222;&ouml;ffentliche Meinung&#8220; hervor, benutzte das Pamphlet als effektivste Waffe politischer Argumentation und f&uuml;hrte zu einem ph&auml;nomenalen Wachstum der Presse. In der <i>Jacksonian Era<\/i> erzielten die Zeitungen der nunmehr politisch unabh&auml;ngigen und f&uuml;r jedermann erschwinglichen <i>penny press <\/i>Rekordauflagen, bevor in der <i>Progressive Era <\/i>die Magazine der <i>muckrakers<\/i> (s.v.w. Mistkratzer, Schmutzaufw&uuml;hler, Nestbeschmutzer), die als Begr&uuml;nder des investigativen Journalismus gelten, einen unvergleichlichen Aufschwung erfuhren. In den &#8222;<i>turbulenten 1960\/1970er Jahren<\/i>&#8220; entstand zeitgleich das nationale Fernsehen, das das Gemetzel des Vietnamkriegs in die Privathaushalte &uuml;bertrug, und eine neue nationale Presse in Gestalt von Zeitschriften wie Time und Newsweek sowie Tageszeitungen wie New York Times und The Washington Post. Letztere deckte bekanntlich den Watergate-Skandal auf, in dessen Folge US-Pr&auml;sident Richard Nixon nur durch R&uuml;cktritt seiner Amtsenthebung zuvorkam.<\/p>\n<p>Auff&auml;llig ist au&szlig;erdem, dass jeder der vier Reformbewegungen eine Erweckungsbewegung vorausging. Diese richteten sich gegen etablierte religi&ouml;se Hierarchien und stellten die Autorit&auml;t des Klerus als Vermittler zwischen Gott und den Gl&auml;ubigen in Frage. Durch Bibellekt&uuml;re und individuelle Konversion sollte eine pers&ouml;nliche Direktverbindung zu Gott hergestellt werden. So fand im Abstand von ein bis zwei Dekaden vor der US-Revolution das <i>First Great Awakening <\/i>statt. Das <i>Second Great Awakening <\/i>l&auml;utete den <i>Jacksonianism <\/i>ein, bevor ein weiteres <i>Revival<\/i> Ende des 19. Jahrhunderts den <i>Progressivism<\/i> ank&uuml;ndigte. Schlie&szlig;lich ging der B&uuml;rgerrechtsbewegung eine Erweckungsbewegung in den 1950er Jahren voraus.<\/p>\n<p>Dieser zeitliche Zusammenhang ist mehr als eine blo&szlig;e Koinzidenz, sondern ist urs&auml;chlicher Natur: Richtet sich die bereits pragmatisch ins Diesseitige gewendete Reformleidenschaft im <i>Revival <\/i>zun&auml;chst auf das Individuum, nimmt sie sp&auml;ter das Kollektiv ins Visier. Beide Ph&auml;nomene hatten also &auml;hnliche Funktion: W&auml;hrend die <i>Revivals<\/i> die Umkehr des schuldbewussten Einzelnen bef&ouml;rdern sollten, zielten die <i>creedal passion periods<\/i> auf die Reform der Gesellschaft als Ganzes.<\/p>\n<p>Die Erweckungsbewegungen verleihen den sp&auml;teren Reformbewegungen nicht nur ihren religi&ouml;sen Eifer, sondern auch die neuen Formen der Massenkommunikation und &Uuml;berzeugungstechniken. Jene wurden nicht zuletzt durch einflussreiche charismatische Evangelisten erprobt: W&auml;hrend Wanderprediger wie George Whitefield noch einen besonderen Rhetorikstil &uuml;bten, versuchte sich Charles Grandison Finney in <i>camp meetings<\/i> und neuen Werbemethoden; Billy Sunday und Dwight Moody nutzten Zeitungen, Aush&auml;nge und Fundraising-Methoden, w&auml;hrend Billy Graham sich das Fernsehen zu eigen machte.<\/p>\n<p>Doch was hat das nun alles mit Trump zu tun? Stehen die USA gerade wieder vor einer <i>creedal passion period<\/i>? Nach dem zeitlichen Raster von Huntingtons Zyklustheorie k&ouml;nnte dies ungef&auml;hr passen. Viele Beobachter gelangten schon vor etwa zehn Jahren zu der Einsch&auml;tzung, dass sich die USA mit ihrer fundamentalistischen Massenbewegung der <i>born again Christians<\/i> wieder in einem <i>Great Awakening<\/i> befinden. Ist Trumps Administration also Ausl&ouml;ser oder Vorbote der f&uuml;nften gro&szlig;en Protest- und Reformbewegung in der US-Geschichte? Wird es &uuml;berhaupt eine weitere creedal passion period geben?<\/p>\n<h5><span id=\"wir-haben-echte-macht-das-cluetrain-manifest-von-1999\">&bdquo;Wir haben echte Macht&ldquo;: Das Cluetrain Manifest von 1999<\/span><\/h5>\n<p>Einen Hinweis zur Beantwortung dieser Frage liefert der Einsatz neuer Kommunikationsmittel. Das Internet ist ohne Frage das neue Massenmedium, das als Medium der Massen zunehmend in den Blick ger&auml;t. Die US-amerikanische Erfindung erinnert mit ihrer dehierarchisierenden, deinstitutionalisierenden und demokratisierenden Wirkung an die Erweckungs- und Reformbewegungen. Im Cluetrain Manifest von 1999 wurde der politische Anspruch des Internets in seiner Version als Social Web 2.0 niedergelegt. Die Sammlung von Thesen &uuml;ber das Verh&auml;ltnis von Unternehmen und ihren Kunden im digitalen Zeitalter wurde von Rick Levine, Christopher Locke, Doc Searls und David Weinberger ver&ouml;ffentlicht und von zahlreichen bekannten Experten unterschrieben.<\/p>\n<p>Nicht zuf&auml;llig z&auml;hlt das Manifest genau 95 Thesen. In zivilreligi&ouml;ser Manier stellt es sich damit in die protestantische Tradition, die mit dem aufbegehrenden Thesenanschlag Martin Luthers gegen den p&auml;pstlichen Machtmissbrauch im Ablasswesen ihren Ausgang nahm. Das Cluetrain Manifest richtet sich &#8211; wie die <i>Progressive Era<\/i> &#8211; gegen die Macht von Unternehmen. Die erste der 95 Thesen zum Wesen von M&auml;rkten lautet: &#8222;M&auml;rkte sind Gespr&auml;che&#8220;. Viele weitere Thesen verdeutlichen, dass das Manifest geradezu eine Kriegserkl&auml;rung gegen&uuml;ber der Arroganz hierarchisch strukturierter Unternehmen ist:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;<i>Das Internet erm&ouml;glicht Gespr&auml;che zwischen Menschen, die im Zeitalter der Massenmedien unm&ouml;glich waren (6.) &#8230; Hyperlinks untergraben Hierarchien (7.) &#8230; Kommandostrukturen entstehen aus B&uuml;rokratie und verst&auml;rken diese noch. Die Folge ist eine paranoide Unternehmenskultur (51.) &#8230; Wir haben echte Macht &#8211; und das wissen wir auch (89.) &#8230; Wir existieren sowohl innerhalb der Unternehmen, als auch au&szlig;erhalb von ihnen. Die Grenzen, die unsere Gespr&auml;che trennen, erscheinen uns wie die Berliner Mauer. &#8230; Wir wissen, dass sie fallen. Tats&auml;chlich arbeiten wir von beiden Seiten der Mauern daran, dass sie fallen (93).<\/i>&#8220; <\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die &#8222;echte Macht&#8220; des Social Web hat in der Tat daf&uuml;r gesorgt, dass viele &#8222;Mauern&#8220; in der Wirtschaft gefallen sind. Dank des direkten R&uuml;ckkanals wird der Konsument zum Produzent &#8211; zum Prosument, der sich mit user-generated content in Facebook, Twitter und Co. zu Wort meldet. Die Machtverschiebung zugunsten der Nutzer und ihren Gespr&auml;chen im Internet haben zum &Uuml;berdenken der One-Voice-Policy vieler Unternehmen gef&uuml;hrt. Unter dem Zwang, sich nunmehr am gegenseitigen Dialog auf Augenh&ouml;he zu beteiligen, versuchen sie, potentielle Resonanzkrisen, &#8222;Social-Media-Aufreger&#8220; oder shitstorms aufgebrachter Verbraucher zu vermeiden. Umgekehrt k&ouml;nnen NGOs breite Emp&ouml;rungswellen im Netz gegen Unternehmen ausl&ouml;sen, wie beispielsweise Greenpeace im Jahre 2010 mit seiner erfolgreichen &#8222;Kitkat&#8220;-Kampagne gegen den Schweizer Lebensmittelgiganten Nestl&eacute;.<\/p>\n<p>Die &#8222;echte Macht&#8220; des Web&nbsp;2.0 bedeutet aber auch das Ende der einseitigen Kommunikation der klassischen <i>Gatekeeper<\/i>-Medien. Auch sie sind herausgefordert, sich zu &ouml;ffnen. Die bisher monologischen Massenmedien sind durchl&auml;ssiger geworden und ber&uuml;cksichtigen die vielf&auml;ltigen Formen des &#8211; haupts&auml;chlich in den USA entstandenen &#8211; Citizen Journalism semi-professioneller Blogger. Aus <i>Gatekeeper<\/i>-Journalisten werden <i>Gatewatcher<\/i>. Sie orientieren sich unter erschwerten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen st&auml;rker am Publikum und machen auch &#8211; etwa in integrierten <i>Newsrooms<\/i> &#8211; <i>Social-Media<\/i>-Kan&auml;le auf, womit sie den Trend zur digitalen Konvergenz verst&auml;rken.<\/p>\n<p>Klassische Medien sind nur noch ein Teil im Kommunikations-Mix der corporate communication, die nunmehr imstande ist, diese zu umgehen und in eigenen web communities Reputation aufzubauen sowie Beziehungen zu ihren Stakeholdern zu pflegen &#8211; auch &uuml;ber Landesgrenzen hinweg. Das Internet hat schon lange die Staatsgrenzen der USA &uuml;berschritten und l&auml;sst das globale Dorf noch n&auml;her zusammenr&uuml;cken. Ereignisse wie der &#8222;Arabische Fr&uuml;hling&#8220; machen deutlich, welche politische Macht das Internet entfesseln kann. Insbesondere das Web 2.0 kann nicht ohne Folgen f&uuml;r die politische Kommunikation bleiben, gerade in den USA nicht.<\/p>\n<p>Was bedeutet es aber, dass US-Pr&auml;sident Trump als notorischer Twitterer seine Agenda der Abschottung bevorzugt &uuml;ber diesen Nachrichtendienst kommuniziert? Ein US-Pr&auml;sident, der den klassischen US-Medien &ouml;ffentlich den &#8222;Krieg&#8220; erkl&auml;rt, etablierte Medien wie die New York Times, die Los Angeles Times oder CNN aus einem Pressebriefing im Wei&szlig;en Haus ausschlie&szlig;t und sich ihnen gegen&uuml;ber von seiner Beraterin Kellyanne Conway mit &#8222;alternativen Fakten&#8220; verteidigen l&auml;sst? Wie passen diese Beobachtungen zur oben skizzierten antiautorit&auml;ren und demokratisierenden Wirkung des Web 2.0?<\/p>\n<h5><span id=\"gruendervaeter-misstrauen-gegenueber-zentralgewalten-und-mob-herrschaft\">Gr&uuml;nder&shy;v&auml;&shy;ter: Misstrauen gegen&uuml;ber Zentral&shy;ge&shy;walten und Mob-Herr&shy;schaft<\/span><\/h5>\n<p>Hierzu ein kurzer Blick in die Geschichte: Die Gr&uuml;nderv&auml;ter der USA waren von einem tiefen Misstrauen sowohl gegen&uuml;ber Zentralgewalten wie der Monarchie Englands als auch gegen&uuml;ber der Herrschaft des Mobs gepr&auml;gt. In der Streitschrift &#8222;Federalist Papers&#8220; von 1788 r&auml;sonierten Alexander Hamilton, James Madison und John Jay dar&uuml;ber, wie die Bildung tyrannischer Mehrheiten (mob rule) durch factions (s.v.w. Parteien) verhindert werden kann. Factions, &#8222;<i>angetrieben durch einen gemeinsamen Impuls der Leidenschaft<\/i>&#8220; (James Madison), galten in der Theorie als der gef&auml;hrlichste Feind republikanischer Gesellschaften. Vor allem Madison zeigte sich in &#8222;Federalist Nr. 10&#8221; &uuml;berzeugt davon, dass <i>&#8222;&#8230; weder Moral noch religi&ouml;se Motive angemessene Kontrolle<\/i>&#8220; bieten k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Neben einer Reihe anderer republikanischer Vorkehrungen sah Madison im Gro&szlig;fl&auml;chenstaat eine Sicherheit: In ihm bestand die Hoffnung, dass sich der Einfluss einzelner Gruppierungen in der geographischen Weite neutralisieren und gegenseitig aufheben w&uuml;rde. Allerdings gab es damals weder nationale Zeitungen, Radio noch Fernsehen &#8211; und vor allem kein Internet! Die technischen M&ouml;glichkeiten f&uuml;hrten im Laufe der Zeit die genialen Begr&uuml;ndungen im &#8222;Federalist Nr. 10&#8221; allm&auml;hlich ad absurdum. Kein Gro&szlig;fl&auml;chenstaat ist gro&szlig; genug, um die Reichweite und Wirkungsmacht neuer Medien einzuhegen. Der Radius gerade digitaler Medien sprengt die Fesseln des Gro&szlig;fl&auml;chenstaats, der damit gegen&uuml;ber &#8222;tyrannischen Mehrheiten&#8220; und dem &#8222;Mob&#8220; immer schutzloser geworden ist.<\/p>\n<p>Amerika war bisher imstande, anti-republikanische Mehrheiten trotz der Existenz weitreichender Medien wie dem nationalen Fernsehen zu verhindern. Demokraten und Republikaner nutzen das Fernsehen intensiv, um im historisch stabilen Zweiparteiensystem die W&auml;hlerschaft auf ihre Seite zu ziehen. Vor allem in Zeiten des Wahlkampfs &#8211; die f&uuml;r sich genommen kurze ritualisierte creedal passion periods sind, in denen die politischen Parteien, die keine formale Mitgliedschaft mit Parteibuch kennen, viel eher sozialen Bewegungen &auml;hneln.<\/p>\n<p>F&uuml;r ihren Erfolg setzten die Parteien &#8211; neben der herk&ouml;mmlichen Medienberichterstattung &#8211; bisher vor allem auf eins: bezahlte TV-Wahlspots. Deren Einsatz gerade in <i>presidential campaigns<\/i> ist gigantisch. Seit 1952 Eisenhowers Wahlberater Rosser Reeves den ersten polispot konzipierte, bombardiert die moderne Wahlkampff&uuml;hrung das Wahlvolk mit Zehntausenden 30-Sekunden-Spots. Der Medienforscher Darrel West spricht daher doppeldeutig von &#8222;Luftkriegen&#8220;, die insbesondere in den wahlentscheidenden swing states mit den meisten Wechselw&auml;hlern im &#8222;&Auml;ther&#8220; (air) toben.<\/p>\n<h5><span id=\"luftkriege-im-grossflaechenstaat-wahlspots-twitter-und-filterblasen\">&bdquo;Luftkriege&ldquo; im Gro&szlig;fl&auml;&shy;chen&shy;staat: Wahlspots, Twitter und Filter&shy;blasen<\/span><\/h5>\n<p>Auch Hillary Clinton und Donald Trump attackierten sich mit zahllosen TV-Wahlspots, die auch &uuml;ber YouTube verbreitet wurden. Eine halbe Minute Sendezeit entspricht einem Textumfang von 400 bis 500 Zeichen &#8211; deutlich mehr, als die 140 Zeichen, die bei Twitter zur Verf&uuml;gung stehen. Doch ein anderer Aspekt ist entscheidender: Der bedr&auml;ngte W&auml;hler bekommt im TV Wahlspots von beiden politischen Lagern serviert. Dieser Vergleich erm&ouml;glicht grunds&auml;tzlich eine Wahlentscheidung.<\/p>\n<p>Laut SZ-Journalistin Karin Steinberger, die selber twittert, ist die Plattform &#8222;<i>f&uuml;r jemanden, der nicht diskutieren will, wie geschaffen<\/i>&#8220;. Trumps politische Anh&auml;nger wie seine Gegner bewegen sich in ihrer jeweiligen &#8222;Filterblase&#8220; (Eli Pariser), in der ihnen entsprechend ihren Pr&auml;ferenzen suchmaschinen-optimierte Online-Angebote pr&auml;sentiert werden, die zu ihren Einstellungen passen. Ein Beispiel f&uuml;r diese in sich geschlossenen Welten sind die sog. Klimakritiker. In einem Tweet von 2012 leugnete Trump erstmals die anthropogene Erderw&auml;rmung; ihm zufolge eine Erfindung der Chinesen, um die Konkurrenzf&auml;higkeit der US-Industrie zu schw&auml;chen. Dies wiederholte er auch im Pr&auml;sidentschaftswahlkampf &#8211; in dem er bis zu 70 Tweets pro Tag absetzte, viele mit beleidigendem Inhalt. Insofern Trumps Leugnung eine bewusste Falschinformation ist, eigens zu dem Zweck produziert, sich in den sozialen Netzwerken &#8211; auch mit Hilfe computergesteuerter, automatisierter Social Bots &#8211; viral zu verbreiten, ist sie fake news. Das Trump Twitter Archive (@realtrumptweet) listet unter der Rubrik &#8222;Verschw&ouml;rungstheorien&#8220; 106 Tweets auf, die die Meinung implizieren, die globale Erw&auml;rmung sei fake. Sie folgen einem politischen Kalk&uuml;l: durch ihre st&auml;ndige Wiederholung werden &#8222;alternative Fakten&#8220; und fake news geschaffen, mit denen sich sp&auml;ter das Umsteuern in der Klimapolitik rechtfertigen l&auml;sst.<\/p>\n<p>Trump wirft seinerseits den klassischen Medien vor, fake news zu verbreiten &#8211; ein Vorwurf, der ihm auf seiner ersten Pressekonferenz als Rechtfertigung diente, dem CNN-Reporter Jim Acosta das Fragerecht zu verwehren. Doch ob fake news oder pure Meinungs&auml;u&szlig;erung: Mit seinen Tweets nistet sich Trumps Gefolgschaft in einem virtuellen Raum kognitiver Konsonanzen ein, die dem eigenen Standpunkt entsprechen. &#8222;Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht hat&#8220; (Kurt Tucholsky). Wer die digitalen Quellen des &#8222;anderen&#8220; ignoriert und sich in seiner Filterblase best&auml;tigt f&uuml;hlt, muss nicht bef&uuml;rchten, Widerspr&uuml;che zu seinen bisherigen Ansichten aushalten zu m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Andererseits: W&auml;hrend &uuml;berhaupt nur etwa sieben Prozent der US-Amerikaner den Kurznachrichtendienst nutzen, sind darunter aber verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig viele Journalisten. Das wei&szlig; auch Trump, der in einem Interview von Bild und Times betonte, er werde auch weiterhin twittern, denn sobald er sich zu etwas &auml;u&szlig;ere, &#8222;ver&ouml;ffentlichen sie es&#8220;.<\/p>\n<p>Trumps Verwendung von Twitter als permanenten Newsticker ist von Bedeutung: So erf&auml;hrt nicht nur seine Klientel, sondern auch die andere H&auml;lfte der USA, die ihn nicht gew&auml;hlt hat, was gerade Sache ist: &#8222;<i>Noch nie hatten wir die M&ouml;glichkeit, so viel zu lesen dar&uuml;ber, was ein Pr&auml;sident denkt<\/i>&#8220;, stellt der Verteidigungsexperte P. W. Singer fest. Zusammen mit Trumps populistischem Politikstil, der sich nach dem hei&szlig;en Wahlkampf kaum ge&auml;ndert hat, erinnert seine Newsticker-Twitterei an die <i>permanent campaign<\/i>. Sie wurde vom fr&uuml;heren US-Pr&auml;sidenten Bill Clinton erstmals im Wei&szlig;en Haus etabliert.<\/p>\n<h5><span id=\"der-unpopulaerste-und-unvorbereitetste-praesident-in-der-us-geschichte\">Der &bdquo;unpo&shy;pu&shy;l&auml;rste und unvor&shy;be&shy;rei&shy;tetste Pr&auml;sident&ldquo; in der US-Ge&shy;schichte<\/span><\/h5>\n<p>Die US-Wahlbev&ouml;lkerung ist politisch in zwei fast gleich gro&szlig;e, unvers&ouml;hnliche H&auml;lften gespalten. Das haben bereits die Wahlg&auml;nge vergangener Jahre deutlich gemacht, in denen sich die Herausforderer oft in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen&uuml;berstanden. Die Politikwissenschaft spricht von &#8222;Red-Blue America&#8220;: Die liberalen und konservativen Lager entsprechen in hohem Ma&szlig; den Grenzen zwischen den Parteien, die die gute alte Tradition des &uuml;berparteilichen, kooperations- und kompromissbereiten bipartisanship verlernt haben.<\/p>\n<p>Zu dieser Ideologisierung der politischen Lager hat langfristig das Gerrymandering beigetragen: das Zuschneiden von Wahlbezirken, um stabile Mehrheiten zu garantieren. Es war von der afroamerikanischen B&uuml;rgerrechtsbewegung urspr&uuml;nglich dazu gedacht, sicherzustellen, dass schwarze Abgeordnete &uuml;berhaupt gew&auml;hlt werden. Huntington weist auf das Paradox von Reformen hin, die anderen Zwecken dienen k&ouml;nnen als jenen, welche ihre Erfinder sich erhofft hatten: &#8222;Ein politisches System, das prinzipiell offen f&uuml;r Reform ist und durch Reform weiter ge&ouml;ffnet wird, ist auch offen f&uuml;r Gegenreform.&#8220;<\/p>\n<p>Trump gewann die Wahl mit einer Quote von nur 46,1&nbsp;% in der popular vote, w&auml;hrend Clinton 48,2&nbsp;% erhielt und damit 2,9 Mio. Stimmen mehr auf sich vereinigen konnte. F&uuml;r Clinton stimmten mehr US-Amerikaner als f&uuml;r jeden anderen unterlegenen Kandidaten in der US-Geschichte. So konnte im Gro&szlig;fl&auml;chenstaat USA eine konservative Minderheit von Trump-Anh&auml;ngern die Mehrheit im Wahlm&auml;nnergremium erringen: 306 zu 232 &#8211; eines der knappsten Ergebnisse in der US-Geschichte.<\/p>\n<p>Wir wissen nicht, ob Madison diese Elektoren-Mehrheit und die dahinter stehende, leidenschaftliche faction der Trump-W&auml;hler als tyrannische mob rule bezeichnet h&auml;tte. Doch kann man davon ausgehen, dass Trumps politische Gegner ihn als eben solchen betrachten: als Tyrannen. Sie w&uuml;rden wohl Elizabeth Drew beipflichten, die Trump in der Ausgabe der New York Review of Books vom 9. M&auml;rz 2017 zusammenfassend als den &#8222;unpopul&auml;rsten und unvorbereitetsten designierten Pr&auml;sidenten in der modernen Geschichte&#8220; beschrieb, &uuml;ber dessen &#8222;mentale Stabilit&auml;t&#8220; sich auch namhafte Psychologen und Psychiater Sorgen machten. Trumps &#8222;paranoider Stil&#8220; (Richard Hofstadter) im permanenten Twitter-Wahlkampf und der Medienhype um seine von Impulskontrollst&ouml;rungen gekennzeichnete, autorit&auml;re Person wird die USA nicht zur Ruhe kommen lassen. Im Gegenteil werden sich die politischen Gr&auml;ben in &#8222;Red-Blue America&#8221; wahrscheinlich noch vertiefen.<\/p>\n<h5><span id=\"weltweite-proteste-trumps-verfassungswidrige-agenda\">Weltweite Proteste: Trumps &bdquo;verfas&shy;sungs&shy;wid&shy;rige Agenda&ldquo;<\/span><\/h5>\n<p>Man braucht kaum die vielen Ereignisse und Ma&szlig;nahmen vor und nach der Inauguration Trumps aufzuz&auml;hlen, um zu dem Schluss zu kommen, dass der 45. Pr&auml;sident der US-Geschichte das In- und Ausland polarisiert wie selten einer zuvor: Infragestellung der NATO; m&ouml;gliche Wiedereinf&uuml;hrung von Foltermethoden; Mauerbau an der mexikanischen Grenze und Versch&auml;rfung der Einwanderungsgesetze; R&uuml;ckzug aus dem Freihandel (TPP); erschwerte Abtreibungen (Mexiko-City-Policy) oder das einstweilen im US-Kongress gescheiterte Aufweichen von &#8222;Obamacare&#8220; &#8230;<\/p>\n<p>Trump nutzt Exekutiverlasse, um solche Ma&szlig;nahmen im Eiltempo auf den Weg zu bringen. Sie erm&ouml;glichen es ihm, am Kongress vorbei zu regieren. Am meisten Aufsehen erregte die executive order vom 27. Januar 2017: das zeitweise Einreiseverbot f&uuml;r (syrische) Fl&uuml;chtlinge und Besucher aus sieben Nahost-Staaten, in denen mehrheitlich Muslime leben und laut Trump ein hohes Terrorismusrisiko darstellen. Die Begr&uuml;ndung des Erlasses, der die &Auml;ngste nativistischer W&auml;hler adressierte, erinnerte mehrmals an die traumatischen Anschl&auml;ge von 9\/11. W&auml;hrend die juristische Auseinandersetzung um dieses Dekret beweisen mag, dass das System der checks and balances funktioniert, zeigt sie doch auch, wie sehr Trump die Gewaltenteilung geringsch&auml;tzt.<\/p>\n<p>Trumps Einreiseverbot l&ouml;ste weltweite Proteste aus. Proteste, wie sie bereits am Tag seiner Inauguration in der US-Hauptstadt und anderen Weltst&auml;dten sowie am Tag danach zu sehen waren, als der &#8222;Women&#8217;s March on Washington&#8220; mit 500-700.000 Teilnehmer_innen und vielen Solidarit&auml;tsm&auml;rschen weltweit stattfand. Laut Organisatorinnen &uuml;bertraf die Teilnehmerzahl den bis dahin geltenden Rekord bei der Demonstration gegen den Vietnamkrieg 1969.<\/p>\n<p>Zum &#8222;Women&#8217;s March&#8221; aufgerufen hatte auch MoveOn.org, eine NGO, deren Ziel die digitale Vernetzung von Menschen ist, die sich f&uuml;r progressive Politik einsetzen. MoveOn.org wurde 1998 vom Software-Unternehmer-Ehepaar Joan Blades und Wes Boyd gegr&uuml;ndet, nachdem eine Online-Petition gegen das Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton unerwarteten Zulauf erfuhr. MoveOn.org &#8211; nach eigenen Angaben sieben Mio. Mitglieder stark &#8211; sieht sich als &#8222;Pionier des Online-Organizing&#8220; und unterst&uuml;tzt seit dem Jahr 2000 auch ausgew&auml;hlte Kandidaten im US-Pr&auml;sidentschaftswahlkampf; 2004 beispielsweise produzierte der MoveOn.org Voter Fund eigene TV-Spots in H&ouml;he von drei Mio. US-Dollar als Teil der unabh&auml;ngigen Anti-Bush-Kampagne.<\/p>\n<p>Beteiligt an dieser Kampagne war der Politaktivist Eli Pariser, der als MoveOn.org-Direktor den Videoclip-Wettbewerb &#8222;Bush in 30 Seconds&#8220; organisierte und so Millionen von US-Dollar an Wahlkampfspenden einzuwerben half. Der heutige MoveOn.org-Direktor Ilya Sheyman macht derzeit mit Hilfe des Web 2.0 Front gegen Trumps &#8222;verfassungswidrige Agenda&#8220;, mobilisiert &uuml;ber Facebook, Twitter und Co. die &#8222;amerikanische Mehrheit&#8220; und ruft unter dem Stichwort &#8222;#RESISTTRUMP&#8220; zum Widerstand auf.<\/p>\n<p>In Wahrheit ist es schwierig, mit Internetnutzern in einen aktiven Dialog zu treten, weil der &#8222;90-9-1-Regel&#8220; zufolge die Mehrheit schweigt. Demnach publiziert nur 1 von 100 Usern Inhalte, nur 9 von 100 kommentieren das Geschriebene, ganze 90 von 100 aber sind inaktive Zuschauer. Eine Minderheit der Onliner liefert also den L&ouml;wenanteil der Inhalte, den eine &uuml;berwiegende Mehrheit konsumiert. MoveOn.org geh&ouml;rt zu diesen einem Prozent und versucht, die Aufmerksamkeit zweier Arten von Influencern zu gewinnen: den Mass Connectors (Netzwerker mit hoher Reichweite) und den Mass Mavens (Meinungsf&uuml;hrer mit &Uuml;berzeugungskraft). Beide sollen gegen Trumps Filterblasen anschreiben, um sie zum Platzen zu bringen.<\/p>\n<h5><span id=\"die-usa-als-corpocracy-der-kampf-gegen-oekonomische-ungleichheit\">Die USA als corpocracy: Der Kampf gegen &ouml;konomische Ungleich&shy;heit<\/span><\/h5>\n<p>MoveOn.org hat sich auch den Kampf gegen &ouml;konomische Ungleichheit auf die Fahnen geschrieben. Hier Zusammenh&auml;nge zu Trump herzustellen, f&auml;llt nicht schwer, wird doch der politisch unerfahrene Quereinsteiger, Immobilienunternehmer und Milliard&auml;r bezichtigt, seine Kandidatur mit seinem eigenen Verm&ouml;gen erkauft und so die Partei der Republikaner als politischer Au&szlig;enseiter gekapert zu haben. Im US-Wahlkarussell jagt bereits seit Jahren ein Spendenrekord den n&auml;chsten. Mit fast sieben Mrd. US-Dollar war die US-Wahl 2016 die bisher teuerste, die es jemals gab.<\/p>\n<p>Solche Spendenrekorde ergeben sich aus der Kostenexplosion professioneller Wahlk&auml;mpfe. W&auml;hrend sich die Gesamtkosten von 1952 bis Anfang der 1980er Jahre verdreifachten, hatten sich die Kosten f&uuml;r Fernsehwerbung im gleichen Zeitraum verf&uuml;nffacht. In Umfragen 2004 waren 84 Prozent der Befragten der Meinung, dass Wahlkampfspenden von Gro&szlig;konzernen exzessiv seien. Die Politikverdrossenheit speist sich letztlich aus der tendenziellen Oligarchisierung der US-Demokratie, die sich zunehmend in eine corpocracy (Charles Derber) verwandelt. Trumps Kabinett von Gener&auml;len, Bankern und &Ouml;lindustriellen, das mit Abstand reichste in der US-Geschichte, besitzt einer Berechnung zufolge mehr Verm&ouml;gen als ein Drittel der US-Bev&ouml;lkerung oder 43 Mio. US-Haushalte zusammengenommen.<\/p>\n<p>Von diesem Trend ausgenommen ist auch nicht die &#8222;vierte Gewalt&#8220; im Land, die von stetig wachsender Medienkonzentration betroffen ist: Ende Oktober 2016 wurde bekannt, dass sich AT&amp;T f&uuml;r 85,4 Mrd. US-Dollar den Medienriesen Time Warner einverleiben werde, zu dem auch Fernsehsender wie HBO und CNN geh&ouml;ren. Trump verlautete, er w&uuml;rde den Deal blockieren, falls er Pr&auml;sident werde. Nun, wo er es ist, entfaltet der einstige Fernsehmoderator einstweilen eine andere Wirkung: Tageszeitungen wie die New York Times &#8211; die neuerdings mit dem Slogan wirbt &#8222;Just facts. No alternatives&#8220; &#8211; verzeichnen Rekordzuw&auml;chse bei den Abonnenten-Zahlen. Sie k&ouml;nnten ein Hinweis darauf sein, dass viele US-Medien, denen Trump den &#8222;Krieg&#8220; erkl&auml;rt hat, nun leichter neue Leser gewinnen. Fest steht, dass gerade die Printmedien ohnehin versuchen, verloren gegangene Marktanteile durch eine St&auml;rkung ihres investigativen Profils zur&uuml;ckzuerobern. In diesem Bem&uuml;hen ist der eine oder andere scoop gegen Trump nicht ausgeschlossen &#8211; zumal in j&uuml;ngster Zeit schon so manche Insider-Informationen aus dem Wei&szlig;en Haus nach drau&szlig;en gelangten.<\/p>\n<p>Zudem ist noch nie so fr&uuml;h &uuml;ber ein m&ouml;gliches Impeachment gegen einen US-Pr&auml;sidenten spekuliert worden, der sich als designierter president-elect noch gar nicht im Amt befand. So liefern die FBI-Ermittlungen zu den Vorw&uuml;rfen, es habe Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gegeben, neuen Z&uuml;ndstoff und befeuern den Konflikt zwischen den politischen Lagern.<\/p>\n<p>Der Politikverdrossenheit der &#8222;vergessenen M&auml;nner und Frauen&#8220;, die Trump als erhofften starken Mann gegen das Establishment zur Macht verholfen hat, steht einer nicht minder frustrierten &#8222;amerikanischen Mehrheit&#8220; gegen&uuml;ber, die Trumps &#8222;verfassungswidrige Agenda&#8220; bek&auml;mpft. Gen&auml;hrt wird diese Kampflinie in &#8222;Red-Blue America&#8221; durch den Umstand, dass die USA ihren Status als full democracy verloren hat: Der aktuelle j&auml;hrliche Democracy Index der Economist Intelligence Unit stuft die USA nunmehr als &#8222;fehlerhafte Demokratie&#8221; ein. Die &auml;lteste Demokratie der Neuzeit rutscht daher auf Platz 21, noch hinter Japan und Italien. Grund sei eine Legitimationskrise, die das &ouml;ffentliche Vertrauen in die politischen Institutionen des Landes erodieren lie&szlig;e. Ein Niedergang, der &#8211; unabh&auml;ngig von der Wahl 2016 &#8211; bereits in den sp&auml;ten 1960er Jahren begann.<\/p>\n<h5><span id=\"religioese-rechte-fundamentalisten-und-omnizidales-armageddon\">Religi&ouml;se Rechte: Funda&shy;men&shy;ta&shy;listen und &bdquo;omni&shy;zi&shy;dales Armageddon&ldquo;<\/span><\/h5>\n<p>Die Reihe der Indizien ist lang. Sie weist darauf hin, dass Trump in der Tat Vorbote und Katalysator f&uuml;r eine f&uuml;nfte <i>creedal passion period <\/i>sein k&ouml;nnte, deren Anf&auml;nge man gerade in den USA beobachten kann. Wenn diese Beobachtung zutrifft, ist jedoch unklar, welche Rolle die besondere Religiosit&auml;t der evangelikal-fundamentalistischen Bewegung in einer neuerlichen Protest- und Reformbewegung im oben beschriebenen Kausalzusammenhang spielen k&ouml;nnte. Waren die damaligen Revivals &uuml;berwiegend &#8222;postmillennialistisch&#8220; eingestimmt, so ist die seit den 1970er Jahren entstandene Erweckung vor allem &#8222;pr&auml;millennarisch&#8220; ausgerichtet. Sie erwartet die Wiederkehr Christi in der apokalyptischen Endzeitschlacht von Armageddon vor (und nicht nach) dem Anbruch des Millenniums. Inszeniert durch die elektronische Kirche von Pat Robertson seit den 1960er und kommerzialisiert durch eine wachsende Fachverlagsindustrie seit den 1970er Jahren erlebte der Pr&auml;millenialismus mit seinem literalistischen Verst&auml;ndnis der Bibel einen beeindruckenden Markterfolg. Nachdem mit Jimmy Carter der erste born again Christian US-Pr&auml;sident wurde, fand mit der Wahl Ronald Reagans 1980 die Religi&ouml;se Rechte ihre politische Heimat in der Republikanischen Partei.<\/p>\n<p>Die Anschl&auml;ge an 9\/11 im Jahr 2001 st&auml;rkten die Rolle der Religion im &ouml;ffentlichen Leben der USA, die sich seitdem im war on terrorism befinden, erheblich. Vor diesem Hintergrund dr&auml;ngte Senator Sam Brownback aus Kansas seine Partei 2004, die Trennung von Staat und Kirche aufzuheben. Der Presbyterianer Trump wurde von einer satten Mehrheit von 80% der wei&szlig;en Evangelikalen gew&auml;hlt.<\/p>\n<p>Erleben wir also gerade eine evangelikale Revolution von oben? Wohl kaum. Laut Umfragen ist der Anteil der US-Amerikaner, der sich einen Pr&auml;sidenten mit religi&ouml;sen &Uuml;berzeugungen w&uuml;nscht, best&auml;ndig gesunken: von 72&nbsp;% (2008) &uuml;ber 67&nbsp;% (2012) auf 62&nbsp;% (2016). Zudem waren evangelikale F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten wie der Liberty University-Pr&auml;sident Jerry Falwell Jr., der Radiomoderator Eric Metaxas und der Theologe Wayne Grudem in der Unterst&uuml;tzung Trumps sehr gespalten. Der mehrmals geschiedene Trump, den Republikaner in den Vorwahlen als den am wenigsten religi&ouml;sen Kandidaten einsch&auml;tzten, ist von Evangelikalen nicht wegen, sondern trotz dieses schwachen religi&ouml;sen Profils gew&auml;hlt worden &#8211; und wegen seiner kritischen Haltung gegen&uuml;ber Abtreibungen.<\/p>\n<p>Die Evangelikalen stellen jedoch ein gewichtiges W&auml;hlersegment dar, das mit anderen wei&szlig;en W&auml;hlergruppen in der ethnisch-nativistischen Abwehrhaltung gegen&uuml;ber Einwanderung und &#8222;Islamisierung&#8220; eine einflussreiche Schnittmenge im konservativen Amerika bildet. Insofern wurden mit Trumps Einreiseverbot auch die Interessen der Evangelikalen bedacht, aber eben nicht nur diese. Apokalyptische Evangelikale d&uuml;rften sich in Trumps Kabinett vor allem durch Stephen Bannon repr&auml;sentiert sehen, der im Wei&szlig;en Haus zu Trumps Berater &#8211; und als solcher zum St&auml;ndigen Mitglied im Nationalen Sicherheitsrat aufstieg. Dem fr&uuml;heren Banker, Publizisten und Chef der ultrarechten Nachrichtenseite Breitbart News Network wird eine geistige N&auml;he zu den beiden Amateur-Historikern William Strauss und Neil Howe nachgesagt, die in ihrem 1997 erschienenen Buch &#8222;The Fourth Turning&#8220; das Ende der Menschheit in einem &#8222;omnizidalen Armageddon&#8220; voraussagen.<\/p>\n<p>Bannon, der die Untergangsszenarien von Strauss und Howe in seinem Dokumentarfilm &#8222;Generation Zero&#8220; verarbeitet hat, sagte: &#8222;<i>Wir sind in einem 100-j&auml;hrigen Krieg gegen den radikalen Islam<\/i>&#8220;. Seitdem wird fieberhaft spekuliert, wie stark der Einfluss dieses &#8222;Einfl&uuml;sterers&#8220; auf den US-Pr&auml;sidenten ist. Trump k&ouml;nnte radikalen Evangelikalen nicht radikal genug sein, w&auml;hrend er gem&auml;&szlig;igten Republikanern wie Demokraten als zu radikal erscheinen d&uuml;rfte. Vor diesem Hintergrund sind vielleicht taktische Koalitionen m&ouml;glich, die ein gemeinsamer Abwehrkampf zeitweise zusammenschwei&szlig;t.<\/p>\n<p>Ebenso scheint die US-&Ouml;ffentlichkeit in Auseinandersetzung mit Trumps polarisierendem Politikstil und seiner populistischen Klientelpolitik im Begriff zu sein, Huntingtons IvI-Gap wieder verst&auml;rkt wahrzunehmen, sich zu entr&uuml;sten und mit &#8222;moralischer Leidenschaft&#8220; darauf zu reagieren. Das Brodeln der medialen Filterblasen und die Anzeichen wachsender zivilreligi&ouml;ser Leidenschaften sind kaum zu &uuml;berh&ouml;ren. So ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich Huntingtons Diagnose erneut best&auml;tigt: &#8222;<i>Amerika ist keine L&uuml;ge; es ist eine Entt&auml;uschung. Aber es kann nur eine Entt&auml;uschung sein, weil es auch eine Hoffnung ist.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p><i>G&Ouml;TZ-DIETRICH&nbsp;OPITZ&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1964, Dr. phil. der Amerikanischen Kulturgeschichte, ist freiberuflicher PR-Experte und Fundraiser, derzeit bei der Stiftung &#8222;Gesellschaft macht Schule&#8220; angestellt. An der Fresenius-Hochschule M&uuml;nchen hielt er im WS 2016\/17 einen Lehrauftrag zum Thema &#8222;Journalismus und PR&#8220; ab; zahlreiche Artikel, Interviews, Vortr&auml;ge und Seminare. Monographien: Haitian Refugees Forced to Return: Transnationalism and State Politics, 1991 &#8211; 1994 (M&uuml;nster: LIT, 2004); Einwanderungsland USA &#8211; Einwanderungsland Bundesrepublik, Studienbrief der FernUniversit&auml;t an der GH Hagen (1999, mit Meike Zwingenberger); Manifest Destiny im Kalten Krieg (Frankfurt\/M.: Peter Lang, 1993).<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h5>\n<p>Bellah, Robert N. &#8222;Civil Religion in America,&#8220; Daedalus, 96, 1, Winter 1967, pp. 1-21.<\/p>\n<p>Bercovitch, Sacvan. The American Jeremiad. Madison: The University of Wisconsin Press, 1978.<\/p>\n<p>Boyer, Paul S. When Time Shall Be No More: Prophecy Belief in Modern American Culture. Cambridge: Harvard University Press, 1992.<\/p>\n<p>brand eins. &#8222;Habt Geduld!&#8221;, Interview mit Doc Searls und David Weinberger. Ausgabe 02\/2012 &#8211; Schwerpunkt Markenkommunikation: <a href=\"https:\/\/www.brandeins.de\/archiv\/2012\/markenkommunikation\/habt-geduld\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.brandeins.de\/archiv\/2012\/markenkommunikation\/habt-geduld\/<\/a><\/p>\n<p>Cluetrain Manifesto: <a href=\"http:\/\/www.cluetrain.com\/auf-deutsch.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.cluetrain.com\/auf-deutsch.html<\/a><\/p>\n<p>Derber, Charles. People Before Profit. New York: Picador, 2003.<\/p>\n<p>Herman, Edward S. and Noam Chomsky. Manufacturing Consent. New York: Pantheon Books, 2002.<\/p>\n<p>Hofstadter, Richard. The Paranoid Style in American Politics and Other Essays. New York: Alfred A. Knopf, 1966.<\/p>\n<p>Huntington, Samuel P. American Politics: The Promise of Disharmony. Cambridge: Massachusetts, 1981.<\/p>\n<p>Lanier, Jaron. Who Owns the Future? New York: Penguin Books, 2013.<\/p>\n<p>Mast, Claudia (ed.). ABC des Journalismus. M&uuml;nchen: UKK, 2012.<\/p>\n<p>Opitz, G&ouml;tz-Dietrich. Manifest Destiny im Kaltern Krieg: Die Inaugurationsreden US-amerikanischer Pr&auml;sidenten im Spiegel des rhetorischen Millennialismus. Frankfurt: Lang, 1993.<\/p>\n<p>Ostendorf, Berndt. &#8222;Die Rolle der Religion in der amerikanischen Politik und Gesellschaft&#8220;. Amerika &#8211; Fremder Freund. Weimar: Rhino, 2003. S.157-183.<\/p>\n<p>Schindler, Marie-Christine et al. PR im Social Web. Heidelberg: O&#8217;Reilly, 2014.<\/p>\n<p>West, Darrell M. Air Wars. Washington: CQ Press, 2013.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[21],"tags":[682,667],"autoren":[271],"publikationen":[1094],"class_list":["post-10890","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-demokratisierung","tag-demokratisierung","tag-vorgaenge-artikel","autoren-goetz-dietrich-opitz","publikationen-217-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>America First: Trump, Medien und Leidenschaft - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/217-vorgaenge\/publikation\/america-first-trump-medien-und-leidenschaft\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"America First: Trump, Medien und Leidenschaft - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Vorabdruck aus: vorg&auml;nge Nr. 217 (Heft 1\/2017) Der Beginn der Pr&auml;sidentschaft Donald J. 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