{"id":10958,"date":"2009-09-01T23:00:00","date_gmt":"2009-09-01T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/"},"modified":"2021-08-24T21:52:47","modified_gmt":"2021-08-24T19:52:47","slug":"der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/","title":{"rendered":"Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 187, Heft 3\/2009, S. 4-12<\/p>\n<p>In ihrer Form und Zuspitzung mag Maxim Billers Meinungs\u00e4u\u00dferung vom Fr\u00fchjahr dieses Jahres eher als singul\u00e4r oder gar absurd erscheinen. Unter dem Titel &#8222;Deutsche deprimierende Republik&#8220; hatte er im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschrieben: &#8222;Nein, man kann nicht alles, was heute an Deutschland nervt, auf den l\u00e4hmenden Einfluss der xenophoben, deutschnationalen, provinziellen, f\u00fcr immer bolschewisierten Duckm\u00e4userossis zur\u00fcckf\u00fchren. Aber vieles, sehr vieles.&#8220; (Biller 2009) Allerdings erinnert der allgemeine Gehalt dieser und anderer Textstellen nicht nur an fr\u00fche Ressentiments und Beschimpfungen (bei Arnulf Bahring waren es die &#8222;verhunzten&#8220; und &#8222;verzwergten&#8220; Ossis); die Tonlage ist vielmehr heute weit verbreitet. Noch immer werden deutsch-deutsche Konflikte und Befindlichkeiten zumeist auf einer West-Ost-Schiene abgearbeitet, oder wenigstens auf eine solche geschoben.<\/p>\n<p>So recht \u00fcberraschen kann das nicht. In der Tat zeigen die unterschiedlichsten kartografischen Darstellungen aus dem Bundesamt f\u00fcr Raumordnung konstant Konturen der alten DDR; die j\u00e4hrlichen Rankings zur wirtschaftlichen Entwicklung und zu Zukunftsrisiken positionieren nach wie vor die \u00f6stlichen Landkreise und St\u00e4dte recht einheitlich im unteren Drittel und selbst die zunehmend ver\u00f6ffentlichten Prognosen \u00fcber Ver\u00e4nderungen bis 2020 oder gar bis 2050 zeigen nur leichte Verwischungen solcher markanten Grenzziehungen. Der Osten hebt sich insgesamt in Status quo wie Tendenz nach BIP, Langzeitarbeitslosigkeit, Armutsquoten etc. ab (vgl. Busch\/K\u00fchn\/Steinitz 2009) &#8211; ein anhaltender <i>Nachholbedarf <\/i>ist nicht zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend also die kartografischen Darstellungen, die Rankings oder die Prognosen f\u00fcr den Osten nach wie vor erhebliche Nachhol- und damit freilich auch Unterst\u00fctzungsbedarfe signalisieren, wird dieser Osten von einem gro\u00dfen Teil der wirtschaftlichen und politischen Eliten, von Meinungsmachern wie wachsenden Teilen der Bev\u00f6lkerung abgeschrieben und werden M\u00f6glichkeit und vor allem Sinn, Nutzen weiterer Unterst\u00fctzungen in Frage gestellt. Deren Effekt scheint zu gering. Und neben einzelnen Ursachendiskussionen haben in der Tonlage generelle Schuldprojektionen, Abwertungen und Stigmatisierungen der DDR, der DDR-B\u00fcrger oder der Ostdeutschen zugenommen. Es ist nicht zu vermuten, dass diese sich nur aus einem \u00dcberdruss an Feiern und Festivit\u00e4ten angesichts der Jahre 1989 und 1990 speisen: <i>Irgendetwas nervt. <\/i><\/p>\n<p>Deutlich wird ein Dilemma, zu dem sich Politik und Wissenschaft h\u00f6chst unterschiedlich in Beziehung setzen. Entweder wird ein Scheitern des bisherigen Weges konstatiert und der Osten in seinem Status als auf Dauer unterentwickelter Landesteil festgeschrieben,[1] oder es werden anhaltende Ungerechtigkeiten, die Benachteiligungen der Ostdeutschen, beklagt und rasche Angleichungen verlangt. Die gef\u00fchlte R\u00fccksetzung als &#8222;B\u00fcrger zweiter Klasse&#8220; k\u00f6nnte zu einer dauerhaften Ethnifizierung der Ostdeutschen f\u00fchren (vgl. Heitmeyer 2009; Koch et al. 2009). Offizielle Regierungspolitik (in welcher konkreten politischen Konstellation auch immer) wie die Mehrheit der politischen Parteien und Mehrheiten in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften haben sich allerdings auf eine Interpretationsfolie eingeschworen, die seit Jahren schrittweise Erfolge im Aufhol- und Angleichungsprozess konstatiert und so f\u00fcr weitergehende (wenngleich schwierigere und l\u00e4ngerfristigere) Aufholprozesse die Instrumente einsetzen und nachjustieren will. Schrittweise Erfolge, wie sie etwa in den Jahresberichten der Bundesregierung vermerkt werden, sind nicht zu leugnen. Ebenso sind Versuche und Anspr\u00fcche, die markanten Unterschiede zwischen den beiden Gro\u00dfregionen in Deutschland weiter abzubauen, nur zu begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Was aber ist damit erreicht? Kommt man so aus dem aufgezeigten Dilemma heraus? Zu leugnen sind nicht ernsthafte Probleme im Westen des Landes, zu \u00fcbersehen sind nicht die Hindernisse f\u00fcr weitere Aufholprozesse im Osten. Dabei geht es nicht nur um den auslaufenden Solidarpakt und die prek\u00e4re Haushaltslage in L\u00e4ndern und Kommunen. Selbst wenn wir nicht die Meinung teilen, dass alle diese Probleme und Hindernisse als Erblast des Ostens und als Folgekosten der Vereinigung anzusehen sind &#8211; die Probleme und Hindernisse verschwinden damit nicht. Einfach Hoffnungen in einen <i>irgendwie <\/i>weitergehenden Prozess der Angleichung zu setzen, erscheint dann aber als h\u00f6chst fragw\u00fcrdig. Der Angleichungsprozess stagniert, die Voraussetzungen f\u00fcr eine Fortsetzung verschlechtern sich.<\/p>\n<p>Vielleicht aber sind wir in mancher Hinsicht mit der Einheit schon viel weiter, als Stimmungsbilder, Karten und Indikatoren vermuten lassen? Eher verborgen steckt wohl in der Ignoranz, mit der Beobachter au\u00dferhalb unseres Landes die innerdeutschen Unterschiede mittlerweile strafen (vgl. Strubelt 2007), eine tiefere Wahrheit: Diese belegt, dass die erheblichen Herausforderungen, vor denen <i>Deutschland insgesamt <\/i>steht, schwerer wiegen als die innerdeutschen Unterschiede. Statt also an letztere nur immer wieder die Messlatte zu legen, w\u00e4re f\u00fcr diese Herausforderungen eine gemeinsame Gestaltungsperspektive zu gewinnen.<\/p>\n<p>Mit den aufgezeigten Befunden und Reflexionen erscheint das aber schwierig. Sowohl die erheblichen Ungleichzeitigkeiten zwischen West- und Ostdeutschland wie viele der Schlussfolgerungen &#8211; bei Biller, um ihn noch einmal anzuf\u00fchren, st\u00fcnde <i>zun\u00e4chst <\/i>die Errettung des Westens &#8222;wie er mal war&#8220; an, <i>um dann <\/i>die &#8222;Ossis &#8230; zu besseren Menschen&#8220; machen zu k\u00f6nnen &#8211; verstellen den Blick. L\u00e4sst man sich aber auf eine solche gemeinsame Gestaltungsperspektive ein, so sind zwei \u00fcbergreifende Kl\u00e4rungen hilfreich, ja, unerl\u00e4sslich: Ernsthafter als bisher ist nach den Ursachen der \u00fcber die vergangenen zwanzig Jahre unbefriedigenden Entwicklung zu fragen, aufzudecken sind die mit diesen Entwicklungen verbundenen Begrenzungen. Und weiter sind dann die Voraussetzungen f\u00fcr eine solche Gestaltungsperspektive zu benennen. Dies soll nachfolgend knapp geschehen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"fallstricke-einer-idealen-konstellation\">Fallstricke einer idealen Konstel&shy;la&shy;tion <\/span><\/h2>\n<p>Angesichts der aufgezeigten und offensichtlichen Dilemmasituation &#8211; was auch immer man tut: der Osten bleibt der Osten! &#8211; muss es schon als erstaunliches Faktum festgehalten werden, dass der Transformationsprozess in (Ost-)Deutschland bereits vor mehr als zehn Jahren f\u00fcr abgeschlossen erkl\u00e4rt und so als nicht mehr untersuchungsrelevant behauptet wurde: Ausreichend angeh\u00e4uft waren Datenmassen, ein breiter Fundus an Detailwissen. Die Prozesse deutsch-deutscher Vereinigung galten als stabil und als in ihrer Richtung bestimmt. Und nicht nur das: Wurden zun\u00e4chst die mit der Transformationsforschung ausbleibenden theoretischen Innovationen mit \u00dcberraschung zur Kenntnis genommen und gelegentlich beklagt (vgl. Mayntz 1994; Friedrichs\/Lepsius\/Mayer 1998), so wurden und werden diese nunmehr eher als rational und folgerichtig eingesch\u00e4tzt: Wie denn h\u00e4tte es zu theoretischen Innovationen kommen k\u00f6nnen, wenn die Transformation doch weitestgehend die alten Konzepte und Paradigmen nur best\u00e4tigt hat? &#8222;Einschl\u00e4gige Experten folgern &#8230;, dass sich der \u00fcberlieferte Theoriefundus im Gro\u00dfen und Ganzen bew\u00e4hrt habe &#8230; und alle diversen Theorievarianten irgendwie relevant blieben &#8230;&#8220; (Wiesenthal 2009: 13)<\/p>\n<p>Gleichsam in einer Aufspaltung der Leitdiskurse zwischen &#8222;kulturalistischen Pessimisten&#8220; und &#8222;kreativistischen Optimisten&#8220; wurde insbesondere das Konzept einer linearen und nachholenden Modernisierung verteidigt, als best\u00e4tigt angesehen (vgl. Pollack 2008). Dieser \u00fcbergreifenden, makrosystemischen Frage des Nachvollzugs eines Modernepfades sollte sich die paradigmatische Gewissheit verdanken.<\/p>\n<p>Nur am Rande: Eigentlich muss doch eine solche Gewissheit schon deshalb als irritierend erscheinen, weil die Sozialwissenschaften angesichts des auch f\u00fcr sie unerwarteten, nicht vorhergesehenen Zusammenbruchs realsozialistischer Gesellschaften ihren &#8222;schwarzen Freitag&#8220; konstatiert hatten. Angesagt erschien also nach 1989 eine grundlegende Inventur, und es kam ja auch zu einer Phase kreativer Suche. Nunmehr allerdings, als Fazit und R\u00fcckblick auf knapp zwanzig Jahre Forschung, sollte sich der \u00fcberlieferte Theoriefundus doch &#8222;im Gro\u00dfen und Ganzen bew\u00e4hrt&#8220; haben?<\/p>\n<p>Weit mehr noch erscheint eine solche Kernaussage, ohne sie in allen Punkten zu bestreiten, angesichts der oben skizzierten Dilemmasituation als zweifelhaft. Indikatoren, Daten oder Karten, nicht nur Meinungen oder Diskurse, zeigen ein kritisches Bild f\u00fcr die bisherige und eben auch die weitere Transformation oder Vereinigung in Deutschland. Der Kontrast ist deutlich.<\/p>\n<p>Ostdeutschland schien mit dem Anschluss an die Bundesrepublik nach Grundgesetz-Artikel 23 gegen\u00fcber den anderen Transformationsl\u00e4ndern einen unvergleichlichen Vorteil zu besitzen: Die M\u00f6glichkeit der vollst\u00e4ndigen \u00dcbernahme eines fertigen und funktionierenden Regel- und Institutionensystems. Nicht langfristige Umbau- und Suchprozesse, sondern &#8222;institutionelle Inkorporation&#8220;; Ostdeutschland als ein besonders einfacher und gleichsam idealer Fall der Transformation. Gerade durch diesen Modus der Anpassung und Adaption sollten sich Turbulenzen vermeiden lassen. Eine &#8222;\u00fcbergangslose Systemtransformation&#8220;; die sich als &#8222;kreativistische Optimisten&#8220; bezeichnenden Akteure finden darin ihre Argumente. Dieser Modus steht f\u00fcr die paradigmatische Konstanz.<\/p>\n<p>Vorz\u00fcge einer solchen &#8222;Einbettung&#8220; bzw. Regelsicherheit, zugleich einer finanziellen und f\u00f6rderpolitischen Unterf\u00fctterung sind nicht zu \u00fcbersehen. Mit Recht st\u00fctzen sie die positiven Interpretationen zu Ostdeutschland. Zugleich aber sind Nachteile und Blockaden offensichtlich und lassen sich zu zwei zentralen Argumenten b\u00fcndeln. Zum einen n\u00e4mlich hat der Modus der institutionellen Inkorporation offensichtlich zu institutionellen Verh\u00e4rtungen, zu nicht dem Kontext angemessenen oder auch zu &#8222;sklerotischen&#8220; (also l\u00e4ngst nicht mehr funktionierenden) Institutionen gef\u00fchrt, die fatale Folgewirkungen hatten und haben.<\/p>\n<p>Beispiele einer solchen \u00dcberanpassung finden sich f\u00fcr alle gesellschaftlichen Bereiche in Ostdeutschland. Das gravierendste und folgenreichste ist zweifellos die pl\u00f6tzliche Schaffung einer W\u00e4hrungsunion zum 1. Juli 1990. Gerade f\u00fcr die ostdeutsche Wirtschaft war diese schockartige Markt\u00f6ffnung und einfache Ausdehnung des Geltungsgebietes der D-Mark zerst\u00f6rerisch. Aber auch die angestrebte arbeitsmarktpolitische Abfederung der einsetzenden Massenarbeitslosigkeit erfolgte auf Grundlage einer blo\u00dfen \u00dcbertragung institutioneller Pr\u00e4missen, die andere Funktionslogiken zur Voraussetzung hatten. Da eben im Osten der Arbeitsmarkt nicht mehr funktionierte, brachten die \u00fcbertragenen Instrumente nicht wieder Besch\u00e4ftigung und Integration in den Arbeitsmarkt, sondern sie f\u00fchrten in Ma\u00dfnahmeschleifen, dauerhafte Ausgrenzung oder eben lediglich zur &#8222;sekund\u00e4ren Integration&#8220; (vgl. Bericht 2006). Die nachfolgenden einschneidenden \u00c4nderungen &#8211; Hartz IV wie Agenda 2010 &#8211; verblieben in dieser Logik: Aktivierung f\u00fcr einen weitgehend nicht vorhandenen Markt.<\/p>\n<p>Investitionen in die Infrastruktur folgten schlie\u00dflich, dies als ein drittes Beispiel, weitgehend etablierten Wachstumsstandards, mit denen beleuchtete Kuhweiden (leere Gewerbegebiete), \u00fcberdimensionierte Kl\u00e4ranlagen oder auch Spa\u00dfb\u00e4der zur Kehrseite der Deindustrialisierung wurden. Auch blieben nachfolgende \u00c4nderungen und Korrekturen zun\u00e4chst ebenso schematisch und \u00fcberholten institutionellen Leitorientierungen verpflichtet. Belege liefern die ersten Jahre im Programm &#8222;Stadtumbau Ost&#8220;.<\/p>\n<p>Dann aber, als zweites Argument und gleichsam Gegenst\u00fcck zu den institutionellen Verh\u00e4rtungen, hat dieser Modus der Inkorporation zugleich durchaus m\u00f6gliche eigenst\u00e4ndige Lern- und Suchprozesse, kreative Regelauslegungen oder innovative Entwicklungen weitgehend ausgeschlossen. Es sind also nicht nur Fehlsteuerungen und Fehlanreize festzuhalten, sondern deutliche Blockaden. Statt Lernprozesse und auch eigensinnige Anpassungen (hybride Formen, gesellschaftliche Zwischenetappen &#8230;) im Osten zuzulassen, musste <i>jede Abweichung <\/i>von der institutionellen Vorlage als St\u00f6rung erscheinen.<\/p>\n<p>Beispiele hierf\u00fcr sind etwa durchaus eigenst\u00e4ndige Marktbildungen, wie sie sich mit den Neuen Selbst\u00e4ndigen in Ostdeutschland gezeigt haben (vgl. Thomas 2003). Deren vielfach festzustellende Eigenlogiken mussten sich mit den institutionellen Vorgaben \u00fcbertragener Kammern und F\u00f6rderinstitutionen vielfach brechen. Handlungsspielr\u00e4ume wurden beschnitten, der darin auch versteckte grundlegende Wandel sozialer Existenzformen wurde zumeist ignoriert. \u00c4hnlich sieht es mit den Eigenst\u00e4ndigkeiten im Bereich von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) aus, oder auch mit der \u00f6ffentlichen Industrieforschung. Beides erfuhr und erf\u00e4hrt nur m\u00fchsam Aufmerksamkeit, Unterst\u00fctzung (siehe Programme wie InnoRegio oder Inno-Watt), zu starr blicken Wissenschaft und Politik vielfach nur auf fehlende Gro\u00dfunternehmen und Forschungsabteilungen. In der Wirtschaftskrise erschien dann zwar eine solche Schw\u00e4che als &#8222;Vorteil&#8220; der ostdeutschen Wirtschaft, gerade darin aber Innovationschancen zu sehen, w\u00e4re skurril. Schlie\u00dflich l\u00e4sst sich auf Bereiche wie Bildung, Kinderbetreuung oder medizinische Versorgung knapp verweisen. Diese sind trotz erheblicher ideologischer Kontroversen mittlerweile vorzeig- und politisch verhandelbar.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind diese Beispiele stilisiert, und es soll keinesfalls bestritten werden, dass es Ver\u00e4nderungen gegeben hat oder gibt. Die Politik hat sich an manchen Problemen immer wieder abgearbeitet, wie auch die aufgef\u00fchrten Programme im Bereich von KMU und Regionalf\u00f6rderung zeigen. Im Kern aber \u00e4ndert selbst das nichts daran, dass sich hier die Grenzen einer blo\u00dfen Inkorporation oder Anpassung zeigen. Und zugleich ist mit diesen Grenzen ein Rahmen gesetzt (eine Pfadabh\u00e4ngigkeit), in dem (der) sich auch politische Gestaltung weiterhin bewegt. Damit bleibt der Osten auf nachholende Adaption fixiert, der Westen das nicht zu hinterfragende Vorbild. Auswege aus dem aufgezeigten Dilemma m\u00fcssten anders aussehen; der Osten bleibt blockiert und ist zudem Ursache vieler Konflikte, die st\u00e4rker auf den Westen zur\u00fcckwirken. Das nervt.<\/p>\n<p>Wie aber, wenn die Anpassung eben nicht als ultima ratio angesehen wird, sondern &#8211; im produktiven Anschluss an die &#8222;kulturalistischen Pessimisten&#8220; &#8211; als das eigentliche Problem, als Fehlsteuerung? Vielleicht liegt in einer solchen Fehlsteuerung eine gr\u00f6\u00dfere Gef\u00e4hrdung der Errungenschaften der Moderne, als in deren kulturalistischer Kritik und \u00d6ffnung? Einiges spricht daf\u00fcr. Vermeintlich stabile Sozialit\u00e4ten sind aufzubrechen, &#8222;um die moderne Kultur als ein &#8218;offenes Rennen&#8216; zu pointieren&#8220; (Reckwitz 2003: 76). Dies aber nicht als Flucht in Beliebigkeit oder Pessimismus, sondern Gewinn einer gemeinsamen Gestaltungsperspektive.<\/p>\n<p>Fehlsteuerung, Blockaden und Herausforderungen f\u00fcr eine solche Gestaltungsperspektive werden verst\u00e4ndlich und lassen sich erkl\u00e4ren, wenn man die globalen wie eben auch die innerdeutschen Entwicklungen seit den sp\u00e4ten 1970er Jahren als eine Folge von Umbruchsprozessen versteht, die sich aus dem Zusammenbrechen eines bis dato leitenden und funktionierenden Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells ergeben haben. Der Zusammenbruch dieses so genannten &#8222;fordistischen Modells&#8220; war eine gewichtige Ursache f\u00fcr die Implosion sozialistischer Staaten und Gesellschaften, also auch der DDR. Andererseits erhielt genau dadurch dieses Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell im Westen eine scheinbare Legitimation und Stabilit\u00e4t, hatte es doch &#8222;den Sieg&#8220; davongetragen. Also wurden Logiken des Modells fortgeschrieben und Korrekturen verblieben in diesen Logiken. In der Konsequenz, so etwas vereinfacht und zugespitzt, musste der Modus einer nachholenden Inkorporation f\u00fcr Ostdeutschland genau diese Grenzen aufnehmen, sie nachvollziehen: Der spezifische Modus der Transformation hat im Westen kaum Lernm\u00f6glichkeiten stimuliert, im Osten zus\u00e4tzliche Barrieren errichtet. Gegen\u00fcber einer so sichtbaren gemeinsamen Gestaltungsherausforderung sind die innerdeutschen Unterschiede in der Tat sekund\u00e4r.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"voraussetzungen-fuer-eine-solche-perspektive\">Voraus&shy;set&shy;zungen f&uuml;r eine solche Perspektive <\/span><\/h2>\n<p>Die Transformation nach dem Modus &#8222;institutioneller Inkorporation&#8220; stellt sich als &#8222;lock in&#8220; in einen blockierten Entwicklungspfad dar. Errungenschaften und Vorz\u00fcge moderner, um Marktwirtschaft und Demokratie zentrierter Gesellschaften werden mehr durch diesen lock in gef\u00e4hrdet als durch die Suche nach einem anderen Pfad gesellschaftlicher Entwicklung, auf den die Umbruchsprozesse zwingend verweisen. Aus der Umbruchsperspektive erf\u00e4hrt die kritische Sicht auf Transformationslogik und Transformationskonzepte ihre Zuspitzung wie Systematisierung.<\/p>\n<p>Die Umbruchsperspektive bietet gegen\u00fcber den mit dem fordistischen Gesellschaftsmodell gesetzten Entwicklungsgrenzen einen Perspektivengewinn, darin liegt ihr Vorteil. Insofern ist diese Perspektive auch nicht als eine marginale oder auf bestimmte Bereiche gerichtete Korrektur anzusehen, sondern als Suche nach einem <i>grundlegend anderen <\/i>Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell. Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise, die im Kern als Konsequenz nicht bew\u00e4ltigter Umbruchsprozesse angesehen werden kann, versch\u00e4rft die Herausforderung noch einmal. Zugleich aber zeigen dominierende politische und wissenschaftliche &#8222;Antworten&#8220; auf diese Krise, dass f\u00fcr einen tats\u00e4chlichen Pfadwechsel noch viel zu tun ist. Auch deshalb sollen Konturen wie Voraussetzungen eines solchen Pfadwechsels skizziert werden.<\/p>\n<p>Kern eines neuen gesellschaftlichen Entwicklungsmodells, das mit einseitigen und zerst\u00f6rerischen Pr\u00e4missen des fordistischen bricht, ist die Wende zu einem ressourceneffizienten, ressourcensparenden Pfad. Gegen\u00fcber dem ressourcenblinden und ressourcenverschlei\u00dfenden Pfad fordistischer Massenproduktion geht es um eine gleichsam revolution\u00e4re Wende, einen Wandel in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Basisprozessen, bei denen das Prinzip einer effizienten Ressourcenverwendung leitend ist. In der Wirtschaft muss es beispielsweise gelingen, dass Ressourceneffizienz deutlicher steigt, als die Arbeitsproduktivit\u00e4t und so die wirtschaftlichen Prozesse auf nachhaltige Weise mit Naturprozessen und Naturressourcen verbunden sind. Dies ist der Kern eines Paradigmenwechsels, zu dem ebenso grundlegende Ver\u00e4nderungen in der gesamten Reproduktionsweise in Gesellschaft und Lebenswelt geh\u00f6ren. Insofern sprechen wir begr\u00fcndet von einem Modellwechsel, oder von einem gesamtgesellschaftlichen Umbauprozess in europ\u00e4ischer oder globaler Dimension. Ostdeutschland ist in einen solchen nicht nur eingebettet, sondern hat Chancen, hierbei einen wichtigen Part zu spielen. Und es hat damit zugleich Voraussetzungen, tats\u00e4chlich &#8222;aufzuholen&#8220; und selbsttragende Entwicklungen zu induzieren.<\/p>\n<p>Setzen wir einmal die offensichtlichen Grenzen einer ressourcenfressenden, umweltzerst\u00f6renden Produktions- und Lebensweise wie die offensichtlichen funktionalen Grenzen des fordistischen Modells voraus (Land 2005; Zukunftsf\u00e4higes Deutschland 2008), so sind die mit einem ressourceneffizienten Modell gegebenen Entwicklungschancen wie die Voraussetzungen eines Pfadwechsels herauszuarbeiten (vgl. Akteure 2008).<\/p>\n<p>Entwicklungschancen liegen darin, dass industrielle, wirtschaftliche Bereiche auszumachen sind, die unmittelbar zu Gewinnern einer solchen Perspektive geh\u00f6ren. Beispielsweise sind das High-Tech -und IT-Industrie; Handwerk; Bereiche der \u00f6kologischen Produktion oder der Recycling-Industrie, aber auch Bildung, Kultur. Letztlich ergeben sich f\u00fcr die meisten Wirtschaftszweige entsprechende Gewinnanreize. Scheinbar zwangsl\u00e4ufig als Verliererbranchen auszumachende Bereiche &#8211; etwa der Automobil- oder der Grundstoffindustrie &#8211; sind das vor allem, wenn sie eingefahrene Orientierungen beibehalten. Entwicklungschancen sind auch darin zu sehen, dass insgesamt ein Umbau der Wirtschaft m\u00f6glich ist, der Konkurrenzen zwischen Standorten und Regionen in produktiven Wettbewerb um sehr unterschiedliche Ans\u00e4tze f\u00fcr Produktion, Konsum und Lebensweise bringt. Disparit\u00e4ten und Fragmentierungen zwischen wenigen Ballungsr\u00e4umen und wirtschaftlich potenten Wachstumskernen auf der einen Seite, peripheren und schrumpfenden R\u00e4umen auf der anderen Seite, sind nicht zwangsl\u00e4ufig. Der sozial\u00f6kologische Umbau erschlie\u00dft Chancen in sehr unterschiedlichen Regionen, gerade so lassen sich spezifische Potenziale in Wert setzen und jeweils auf ihre Art lebenswerte R\u00e4ume finden. Das ist eine zukunftsf\u00e4hige Alternative zum ruin\u00f6sen Wettbewerb.<\/p>\n<p>Mit einem ressourceneffizienten, sozial\u00f6kologischen Gestaltungsansatz lassen sich die einzelnen gesellschaftlichen Lebensbereiche &#8211; Arbeit, Bildung, Gesundheit, Kultur etc. &#8211; zukunftsf\u00e4hig gestalten. Zu verweisen ist auf Einspareffekte im Gesundheitsbereich wie neue Arbeits- und Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten, auf den Ausbau von Bildung oder kulturelle Lernprozesse. Entworfen wird nicht das Bild einer idealen, sondern das einer &#8222;offenen&#8220;, eben zukunftsf\u00e4higen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Deren konkrete Gestaltung muss sich in einem weitgehend offenen Lern- und Suchprozess, verbunden mit vielf\u00e4ltigen Selektionen ergeben. Einige der Voraussetzungen sollen benannt werden. Neben so konkreten Fragen wie die nach zu setzenden wirtschaftlichen Anreizen und evtl. auch Kompensationen, nach (Risiko-)Finanzierung und Absicherungen werden insgesamt und f\u00fcr die einzelnen Bereiche die demokratische Legitimation der zu treffenden Entscheidungen und eine breite soziale Teilhabe an solchen Lernprozessen wichtig. Gerade weil institutionelle Akteure, herrschende Politik und funktionale Eliten kaum bereit und in der Lage sind, sich etablierten Logiken zu entziehen, erhalten zivilgesellschaftliche Akteure und basisdemokratische Prozesse eine besondere Bedeutung (vgl. Hamm 2008). Insofern ist die Perspektive einer solidarischen Gesellschaft Bedingung wie Bestandteil des Pfadwechsels.<\/p>\n<p>Zugleich mit diesen generellen Bedingungen kann darauf hingewiesen werden, dass es im Osten Deutschlands Voraussetzungen gibt, die diesen Landesteil eben durchaus in eine gewisse experimentelle Vorreiterrolle <i>bringen k\u00f6nnten<\/i>. In negativer Hinsicht sind es die oben als Blockaden und Fehlsteuerungen aufgezeigten institutionellen Verh\u00e4rtungen. Denn mit diesen bilden sich Konflikte, Defizite notwendig markanter, sch\u00e4rfer oder auch fr\u00fcher und mit einer zeitlichen Beschleunigung ab. Der Osten hat viele der Probleme in einer Zuspitzung, und er hat schon jetzt einige der Probleme, die der Westen in \u00e4hnlicher Form bald haben wird. Zugespitzt sind etwa die Finanzlage vieler Kommunen, verfestigte Arbeitslosigkeit oder Armut, gleichsam im Zeitraffer laufen die demografischen Ver\u00e4nderungen ab. Im Osten zeigt sich ein besonderer Probleml\u00f6sungs- und Handlungsdruck. Progressive Antworten sind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Es haben sich im Osten einige eigenst\u00e4ndige Entwicklungen vollzogen, die direkte Ankn\u00fcpfpunkte bieten. Dazu geh\u00f6rt der ganze Bereich der regenerativen Energien (insbesondere Photovoltaik und Windenergie), dazu geh\u00f6ren produktive Formen von Kooperationen und Vernetzungen zwischen KMU, wie auch zwischen KMU und regionalen Forschungseinrichtungen, dazu geh\u00f6ren verschiedene experimentelle Ans\u00e4tze in l\u00e4ndlichen und peripheren Regionen (vgl. Links\/Volke 2009). Einige der unterdr\u00fcckten Eigensinnigkeiten, auf die wir oben verwiesen haben, erfahren mit den aufgemachten Perspektiven pl\u00f6tzlich breite Aufmerksamkeit.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"der-osten-der-westen-oder-was\">Der Osten? Der Westen? Oder was? <\/span><\/h2>\n<p>Bisher, das wurde erw\u00e4hnt, stehen die Zeichen f\u00fcr die Durchsetzung eines solchen neuen, ressourceneffizienten Entwicklungspfades in Deutschland nicht gut; der Umgang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise ist nur das offensichtliche Beispiel. Paradoxerweise scheint dies zurzeit in den USA oder in China und anderen L\u00e4ndern, die lange als Umwelts\u00fcnder und Blockierer par excellence galten, anders zu sein. F\u00fcr Deutschland besteht die Gefahr, bisherige Vorspr\u00fcnge und Vorteile zu verspielen. Zugleich kann darin eine Ermutigung gesehen werden, denn eine Wende zu einer ressourceneffizienten Produktionsweise kann nur global begonnen werden &#8211; und neben Europa kommen den USA und etwa China in der Tat eine besondere Rolle zu -, wie sie auch nur als globaler Prozess gestalten werden kann. Insofern muss man R\u00fcckwirkungen auf Deutschland ja nicht ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr unsere Betrachtung, die mit einer scheinbar lediglich innerdeutschen Nabelschau gestartet ist, hat diese Entwicklung dar\u00fcber hinaus aber noch ihre eigenst\u00e4ndigen Konsequenzen. Mit den umfassenden und zukunftsf\u00e4higen Herausforderungen l\u00e4sst sich vielleicht eine gr\u00f6\u00dfere Gelassenheit gegen\u00fcber unterschiedlichen Befindlichkeiten wie auch ein deutlich produktiverer Umgang mit Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten finden. Nichts davon muss ignoriert oder tabuisiert werden, vermeiden lassen sich aber falsche Schuldzuweisungen und nach Antworten lie\u00dfe sich gemeinsam suchen. Die Wissenschaft schlie\u00dflich, die sich am Transformationsprozess immer wieder aufgerieben hat, kann sich \u00fcber die deutsche Provinz erheben, statt negativ oder positiv auf das goldene Zeitalter von Wirtschaftswachstum und immerw\u00e4hrender Prosperit\u00e4t fixiert zu bleiben. Denn diese Korsettstangen der Moderne haben sich l\u00e4ngst als zu starr erwiesen; f\u00fcr den Westen, f\u00fcr den Osten wie auch generell. Die Fragen sind noch nicht beantwortet.<\/p>\n<p>[1] Die wirtschaftliche Vereinigung erscheint als gescheitert (vgl. Sinn 2003: 221).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur <\/span><\/h2>\n<p><i>Akteure <\/i>(2008): Akteure in Ostdeutschland. Heftschwerpunkt. Berliner Debatte Initial 19 (3).<\/p>\n<p><i>Bericht <\/i>(2006): Zur Lage in Ostdeutschland. Bericht des Netzwerkes und des Innovationsverbundes Ostdeutschlandforschung, in: Berliner Debatte Initial 17 (5): 3-96.<\/p>\n<p><i>Biller, M. <\/i>(2009): Deutsche deprimierende Republik, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22.3.: 27.<\/p>\n<p><i>Busch, U.\/K\u00fchn, W.\/Steinitz, K.<\/i> (2009): Entwicklung und Schrumpfung in Ostdeutschland. Aktuelle Probleme im 20. Jahr der Einheit, Hamburg.<\/p>\n<p><i>Friedrichs, J.\/Lepsius, M.R.\/Mayer, K.U.<\/i> (1998): Diagnose und Prognose in der Soziologie. In: Dies.(Hg.): Die Diagnosef\u00e4higkeit der Soziologie. K\u00f6lner Zeitschrift f\u00fcr Soziologie und Sozialpsychologie. Sonderheft 38: 9-31.<\/p>\n<p><i>Hamm, B. <\/i>(2006): Die soziale Struktur der Globalisierung. \u00d6kologie, \u00d6konomie, Gesellschaft. Berlin.<\/p>\n<p><i>Heitmeyer, W. <\/i>(Hg.) (2009): Deutsche Zust\u00e4nde, Bd. 7., Frankfurt a.M.<\/p>\n<p><i>Koch, Th.\/Kollmorgen, R.\/Dienel, L.<\/i> (Hg.) 2009: Wahrnehmung und Bewertung der deutsch-deutschen Einheit. Projektbericht (Ms.), Berlin.<\/p>\n<p><i>Kollmorgen, R. <\/i>(2005): Ostdeutschland als \u00dcbergangs- und Teilgesellschaft, Wiesbaden.<\/p>\n<p><i>Land, R.<\/i> 2005: Ostdeutschland. In: SOFI, IAB, ISF, INIFES (Hg.): Berichterstattung zur sozio\u00f6konomischen Entwicklung in Deutschland &#8211; Arbeit und Lebensweisen. Erster Bericht, Wiesbaden: 7883<\/p>\n<p><i>Links, Chr.\/Volke, Kr.<\/i> (Hg.) (2009): Zukunft erfinden. Kreative Projekte in Ostdeutschland, Berlin<\/p>\n<p>Mayntz, R. (1994): Die deutsche Vereinigung als Pr\u00fcfstein f\u00fcr die Leistungsf\u00e4higkeit der Sozialwissenschaften, in: BISS public, H. 13: 21-24.<\/p>\n<p><i>Pollack, D.<\/i> (2008): Theoriefortschritte in der Transformationsforschung? Erfahrungen mit der Schwerkraft der Modernisierungstheorie beim Versuch ihrer \u00dcberwindung. In: B\u00f6nker, F.\/Wielgohs, J. (Hg.): Postsozialistische Transformation und europ\u00e4ische (Des-)Integration, Marburg: 41-62<\/p>\n<p><i>Reckwitz, A. <\/i>(2003): Die Grenzen des Sozialen und die Grenzen der Moderne. Niklas Luhmann, die Kulturtheorien und ihre normativen Motive, in: Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts f\u00fcr Sozialforschung, 12. Jg., Aug.\/Sept.: 61-79.<\/p>\n<p><i>Sinn, H.-W. <\/i>(2003): Ist Deutschland noch zu retten? M\u00fcnchen.<\/p>\n<p><i>Strubelt, W.<\/i> (2007): &#8230; ein paar Worte zuvor, in: Regionalbarometer neue L\u00e4nder. Bundesamt f\u00fcr Raumordnung, Bonn: 11-12.<\/p>\n<p><i>Thomas, M.<\/i> (2003): Neue Selbst\u00e4ndige in Ostdeutschland &#8211; ein soziales Ph\u00e4nomen quer zur Transformationslogik? In: Brussig, M.\/Ettrich, F.\/Kollmorgen, R. (Hg.): Konflikt und Konsens: Transformationsprozesse in Ostdeutschland, Opladen: 49-80.<\/p>\n<p><i>Wiesenthal, H.<\/i> (2009): Transformation oder Wandel? Impressionen aus (fast) zwei Jahrzehnten Transformationsforschung, in: SFB 580. Mitteilungen 2009, Jena: 8-20.<\/p>\n<p><i>Zukunftsf\u00e4higes Deutschland<\/i> (2008): Zukunftsf\u00e4higes Deutschland in einer globalisierten Welt. Ein Ansto\u00df zur gesellschaftlichen Debatte. Eine Studie des Wuppertal Instituts f\u00fcr Klima, Umwelt, Energie. Frankfurt a. M.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1855],"publikationen":[2822],"class_list":["post-10958","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-michael-thomas","publikationen-187-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr. 187, Heft 3\/2009, S. 4-12 In ihrer Form und Zuspitzung mag Maxim Billers Meinungs\u00e4u\u00dferung vom Fr\u00fchjahr dieses Jahres eher als singul\u00e4r oder gar absurd erscheinen. Unter dem Titel &#8222;Deutsche deprimierende Republik&#8220; hatte er im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschrieben: &#8222;Nein, man kann nicht alles, was heute an Deutschland nervt, auf den [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-24T19:52:47+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"19\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/187-vorgaenge\\\/publikation\\\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/187-vorgaenge\\\/publikation\\\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\\\/\",\"name\":\"Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2009-09-01T21:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-24T19:52:47+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/187-vorgaenge\\\/publikation\\\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/187-vorgaenge\\\/publikation\\\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/187-vorgaenge\\\/publikation\\\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 187: 20 Jahre Einheit in Uneinigkeit\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/187-vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten - Humanistische Union","og_description":"aus: vorg\u00e4nge Nr. 187, Heft 3\/2009, S. 4-12 In ihrer Form und Zuspitzung mag Maxim Billers Meinungs\u00e4u\u00dferung vom Fr\u00fchjahr dieses Jahres eher als singul\u00e4r oder gar absurd erscheinen. Unter dem Titel &#8222;Deutsche deprimierende Republik&#8220; hatte er im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung geschrieben: &#8222;Nein, man kann nicht alles, was heute an Deutschland nervt, auf den [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-24T19:52:47+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"19\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/","name":"Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2009-09-01T21:00:00+00:00","dateModified":"2021-08-24T19:52:47+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/der-osten-bleibt-der-osten-bleibt-der-osten\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 187: 20 Jahre Einheit in Uneinigkeit","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation\/10958","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/media?parent=10958"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/categories?post=10958"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/tags?post=10958"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/autoren?post=10958"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/custom-json\/wp\/v2\/publikationen?post=10958"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}