{"id":10968,"date":"2009-09-01T17:00:00","date_gmt":"2009-09-01T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/forcierte-saekularitaet\/"},"modified":"2021-08-24T21:53:01","modified_gmt":"2021-08-24T19:53:01","slug":"forcierte-saekularitaet","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/forcierte-saekularitaet\/","title":{"rendered":"Forcierte S\u00e4kularit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Die Dauerhaftigkeit des erzwungenen Eigenen im Osten Deutschlands;<\/p>\n<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 187, Heft 3\/2009, S. 109-117<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"i-nachhaltige-saekularitaet-ein-andauernder-erfolg-der-sed\">I. Nachhaltige S&auml;kularit&auml;t &ndash; ein andauernder Erfolg der SED? <\/span><\/h2>\n<p>Der zwanzigste Jahrestag der Demonstrationen im Herbst 1989, des Zusammenbruchs der DDR und des Mauerfalls r\u00fcckt auch die Entwicklung einer Gruppierung erneut in den Blick, die wesentlichen Anteil an der Opposition gegen das DDR-Regime hatte: die Evangelische Kirche. Zwar mag man die Formel von der &#8222;protestantischen Revolution&#8220; aus guten Gr\u00fcnden f\u00fcr \u00fcbertrieben halten &#8211; zu wichtig f\u00fcr den Niedergang der DDR waren externe Ereignisse und Akteure, die ganz &#8222;profane&#8220; massenhafte Ausreise und Flucht ihrer staatsm\u00fcden B\u00fcrger; und schlie\u00dflich diejenigen Repr\u00e4sentanten der Opposition, die zwar unter dem Dach der Kirche Zuflucht fanden, auf welche die Bezeichnung &#8222;protestantisch&#8220; aber nicht zutrifft &#8211; den wichtigen Beitrag der Akteure aus der Evangelischen Kirche zu den Ereignissen des Herbstes 1989 wird man ernsthaft aber wohl nicht bezweifeln.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Beobachter au\u00dferhalb Deutschlands erscheint es angesichts dieses Umstandes erstaunlich, dass die \u00f6ffentliche Bedeutung der Kirchen und ihre Resonanz in der Bev\u00f6lkerung nach dem Mauerfall und der deutschen Vereinigung nicht anhielten. Unter demokratischen Bedingungen sortierten sich diejenigen, die unter dem Dach der Kirche aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden zusammen gekommen waren, neu: An die Stelle der kirchlichen Aktivisten traten zunehmend politische Akteure (die h\u00e4ufig auch aus den Kirchen kamen); und die K\u00fcnstler, Umweltaktivisten, Friedensk\u00e4mpfer und andere, denen die Kirche als Dach gedient hatte, nutzten nun die Breite des verf\u00fcgbaren \u00f6ffentlichen Raums f\u00fcr ihr Engagement. Manche Anh\u00e4nger zogen sich angesichts der organisatorischen Ver\u00e4nderungen, die, die Vereinigung auch in den Kirchen mit sich brachte, entt\u00e4uscht zur\u00fcck; und wieder andere wandten sich von den Kirchen ab, als Stasiverstrickungen eines Teils des f\u00fchrenden Personals aufgedeckt wurden. Hauptursache f\u00fcr die Kirchenaustrittswelle zu Beginn der 1990er Jahre aber war etwas recht Banales, wenn auch Folgenreiches: Es fand eine Form der &#8222;Bereinigung&#8220; der Mitgliedschaftsverh\u00e4ltnisse statt. Viele beendeten angesichts nun auf sie zukommender Kirchensteuerforderungen eine nur noch formal aufrechterhaltene, vielfach bereits &#8222;vergessene&#8220; Mitgliedschaft.<\/p>\n<p>Gleichwohl bleibt es f\u00fcr Beobachter au\u00dferhalb Deutschlands in gewisser Weise ein Paradoxon: dass die Kirchen, die zu DDR-Zeiten wichtigen Raum f\u00fcr b\u00fcrgerschaftliches Engagement geboten hatten, f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung der einzige institutionelle Ansprechpartner jenseits des Staates gewesen waren und als solcher vielfach in Anspruch genommen wurden; dass die Kirchen, deren Aktivisten im Prozess des Niedergangs der DDR und bei deren geregelter Aufl\u00f6sung eine so wichtige Rolle gespielt hatten, heute, was ihre Mitgliedschaft angeht, so exzeptionell schwach dastehen.<\/p>\n<p>Aus der Binnenperspektive eines Landstrichs, in dem Konfessionslose gut drei Viertel der Bev\u00f6lkerung ausmachen und eine \u00c4nderung dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung nicht in Sicht ist, fragt mancher, ob nicht die SED mit ihrer antikirchlichen Politik letztlich nur etwas beschleunigt habe, was ohnehin der Lauf der Dinge gewesen w\u00e4re. H\u00e4tten sich nicht, wenn es sich anders verhielte, nach dem Ende der Repression die Kirchen wieder f\u00fcllen m\u00fcssen, wie es in manchen anderen postkommunistischen L\u00e4ndern (freilich nicht in allen) der Fall ist? Und w\u00e4ren nicht die Kirchenmitglieder resistenter geblieben &#8211; wie etwa in Polen &#8211; wenn sie dem christlichen Glauben und seinen organisierten Vertretern wirklich verbunden gewesen w\u00e4ren? H\u00e4tten sie nicht zumindest im Nachhinein &#8211; mit dem Nachlassen der Repression &#8211; in den Scho\u00df der Kirche zur\u00fcckkehren m\u00fcssen, wenn in der Zeit der DDR eine irgendwie relevante Bindung gekappt worden w\u00e4re? Wurde also nicht im Osten Deutschlands durch den \u00e4u\u00dferen Einfluss lediglich ein Prozess forciert, der bereits vorher begonnen hatte und der sich &#8211; gleichsam naturw\u00fcchsig &#8211; ohnehin vollzogen h\u00e4tte, zwar langsamer, aber unaufhaltsam, wie der kontinuierliche R\u00fcckgang der Kirchenmitgliedschaft auch im Westen Deutschlands zeigt?<\/p>\n<p>Manchen, die nach wie vor einer der christlichen Kirchen angeh\u00f6ren, insbesondere denen, die unter der Repressionspolitik der SED gelitten haben, mag diese Annahme wiederum wie eine Verleugnung der erlittenen Schikanen, der Bedrohung und Bespitzelung, und der massiven Benachteiligungen in Bildung und Beruf erscheinen. F\u00fcr sie ist die religi\u00f6se Lage im Osten Deutschlands das andauernde Resultat repressiver Religionspolitik und &#8222;erzwungener S\u00e4kularisierung&#8220; (Meulemann 2003), in dem sich letztlich die unter dem Nationalsozialismus erfahrene &#8222;Sch\u00e4digung&#8220; der Kirchen (Nowak 1996) fortsetzte.<\/p>\n<p>Was also f\u00fcr die einen die schwer verst\u00e4ndliche Reaktion eines &#8222;treulosen&#8220; Kirchenvolkes ist, repr\u00e4sentiert f\u00fcr die anderen die Konsequenz eines lediglich forcierten Prozesses unausweichlicher S\u00e4kularisierung, w\u00e4hrend eine dritte Gruppe darin eine nachhaltige Konsequenz der antikirchlichen Politik des diktatorischen Regimes sieht. Je nach eigenem Standpunkt und Gruppenzugeh\u00f6rigkeit wird die eine oder die andere Seite stark gemacht. In den Positionen schwingen oft Bewertungen des Vergangenen, der Gegenwart und des Transformationsprozesses mit, was eine differenzierte Einsch\u00e4tzung zus\u00e4tzlich erschwert.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich wirft der Versuch, die religi\u00f6se Entwicklung in der DDR und in Ostdeutschland einzusch\u00e4tzen, das Problem auf, die Bedingungen und Konsequenzen des Lebens in einer Diktatur &#8211; und das hei\u00dft auch: das Ineinandergreifen von Zwang und Wahl, Zugemutetem und Entschiedenem, blo\u00dfer Anpassung an \u00e4u\u00dfere Rahmenbedingungen und subjektiv Angeeignetem &#8211; angemessen zu bewerten. Offenkundig war ja die Religionspolitik der DDR gerade darin langfristig erfolgreich, dass es ihr in weiten Teilen gelungen ist, aus dem Erzwungenen eine <i>Haltung <\/i>werden zu lassen, die den Zusammenbruch des Systems, aus dem sie hervorgegangen ist, \u00fcberdauert hat. Wer allein den Zwang des zustande Gekommenen betont, \u00fcbersieht, dass auch unter repressiven Bedingungen religionskritische, atheistische und s\u00e4kularistische Haltungen Plausibilit\u00e4t entfalten k\u00f6nnen; wer aber nur die &#8222;moderne&#8220; Plausibilit\u00e4t solcher Haltungen herausstreicht, unterschl\u00e4gt die repressiven Bedingungen, unter denen sie sich herausgebildet haben. Wir sprechen, um diese Spannung von Zwang und Aneignung abzubilden, von &#8222;forcierter S\u00e4kularit\u00e4t&#8220; (Wohlrab-Sahr\/Karstein\/Schmidt-Lux 2009). Aus dem durch Repression Erzwungenen ist &#8211; teils durch Gew\u00f6hnung und s\u00e4kulare Traditionsbildung, teils aus \u00dcberzeugung &#8211; ein Eigenes geworden, von dem heute als stabile Haltung auszugehen ist. Dies hat auch die gesamtdeutsche &#8222;religi\u00f6se Lage&#8220; merklich ver\u00e4ndert, insofern das wachsende &#8222;Drittel&#8220; der Gesamtbev\u00f6lkerung, das keiner Konfession angeh\u00f6rt und &#8211; damit nicht ganz deckungsgleich &#8211; ebenfalls ein Drittel der Bev\u00f6lkerung, das als dezidiert &#8222;religionslos&#8220; bezeichnet werden kann, sich als stabile Gr\u00f6\u00dfe neben die Lager der Protestanten und Katholiken geschoben hat (Wohlrab-Sahr 2009) und einherging mit einer nachhaltigen Ver\u00e4nderung der politischen Landschaft der Bundesrepublik.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii-determinanten-und-folgen-der-saekularisierung-in-der-ddr\">II. Deter&shy;mi&shy;nanten und Folgen der S&auml;kula&shy;ri&shy;sie&shy;rung in der DDR <\/span><\/h2>\n<p>Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, die Determinanten des beispiellosen Entkirchlichungs- und S\u00e4kularisierungsprozesses, der sich in der Zeit der DDR vollzogen hat und die Kirchenmitgliedschaft von ca. 90 Prozent nach dem II. Weltkrieg auf unter 30 Prozent am Ende der DDR-Zeit reduziert hat sowie den Anteil der dezidierten Atheisten &#8211; je nach Umfrage etwas variierend &#8211; auf mehr als 50 Prozent anwachsen lie\u00df, hier im Detail zu behandeln. Deutlich ist jedoch, dass wir es mit keinem monokausalen Zusammenhang zu tun haben, sondern dass historische, politische, kulturelle und sozialstrukturelle Einflussfaktoren ineinander greifen. Diese Einflussfaktoren f\u00fchrten im Ergebnis zu einer besonderen kulturellen Pr\u00e4gung Ostdeutschlands, die bis heute zu sp\u00fcren ist und zu der eine religionskritische Haltung essentiell dazugeh\u00f6rt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii1-saekularistische-tradition-in-mitteldeutschland\">II.1. S&auml;kula&shy;ris&shy;ti&shy;sche Tradition in Mittel&shy;deut&shy;sch&shy;land <\/span><\/h2>\n<p>Um die <i>kulturelle Konstellation <\/i>in der DDR in den Blick zu bekommen, muss man in die Zeit vor 1945 zur\u00fcckgehen. Besonders relevant sind hier die weltanschaulichen Auseinandersetzungen Ende des 19. Jahrhunderts, die &#8211; getragen durch Gruppen wie Monisten oder Freidenker und andere s\u00e4kularistische Vereinigungen, mit betr\u00e4chtlicher Resonanz in der Sozialdemokratie &#8211; bereits eine Relativierung religi\u00f6ser Positionen mit sich brachten (H\u00f6lscher 2001; McLeod 2000; Kaiser 2003). Selbst wenn solche Tendenzen in verschiedenen Teilen Deutschlands festzustellen sind, sticht doch die starke Konzentration von Kirchenkritik, Kirchenaustritten und s\u00e4kularistischen Akteuren in den industrialisierten Regionen Ost- und Mitteldeutschlands ins Auge: Berlin, Eisenach, Leipzig, Weimar, Jena, Magdeburg und Gotha. F\u00fcr Westdeutschland w\u00e4ren zu nennen: Trier, Frankfurt und Kassel (vgl. Kaiser 2003: 124f.).<\/p>\n<p>Nach einer Phase enger Staat-Kirche-Bindungen im Kaiserreich und der formalen Neutralit\u00e4t der Weimarer Republik war dann der Nationalsozialismus gleicherma\u00dfen durch eine gezielte antikirchliche Politik des Staates wie durch Versuche der Vereinnahmung der Kirchen und ideologische Konkurrenz gekennzeichnet (Nowak 1996).<\/p>\n<p>Diese Prozesse f\u00fchrten im Osten Deutschlands insofern bereits zu einer gewissen Erosion der Kirchenbindung, die sich zun\u00e4chst in der schw\u00e4cheren Teilnahme an kirchlichen Riten, erst sp\u00e4ter in der r\u00fcckl\u00e4ufigen Mitgliedschaftsentwicklung bemerkbar machte (H\u00f6lscher 2001). Damit setzten Entwicklungen ein und wurden Konfliktkonstellationen etabliert, an die, die Religionspolitik in der DDR ankn\u00fcpfen konnte. Im Westen Deutschlands verlief die Entwicklung bekanntlich anders: Nach Nationalsozialismus und Krieg waren die Kirchen willkommene Partner der Politik, und ihre moralische Aufwertung in der Nachkriegszeit wurde im Grunde erst in den 1960er Jahren in Frage gestellt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii2-antikirchliche-politik-und-repression-in-der-ddr\">II.2. Antikirch&shy;liche Politik und Repression in der DDR <\/span><\/h2>\n<p>Es hie\u00dfe freilich, die konkreten Zeitumst\u00e4nde zu ignorieren, w\u00fcrde man einfach eine gerade Linie vom Auftreten s\u00e4kularistischer Bewegungen im 19. Jahrhundert bis hin zu den Konfessionslosenzahlen im Osten Deutschlands heute ziehen &#8211; so, als habe sich ein s\u00e4kularer Weltgeist in lediglich unterschiedlichen Gew\u00e4ndern durchgesetzt. Dagegen spricht die starke Diskontinuit\u00e4t des Prozesses der Entkirchlichung in der DDR. Deren H\u00f6hepunkt lag in den 1950er Jahren und fiel mit der Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirchen um die \u00e4u\u00dferst aggressiv durchgesetzte Jugendweihe zusammen. Indem sich die Jugendweihe als Alternative zur Konfirmation durchsetzte, hatte es die SED geschafft, den Kirchen ein wesentliches Instrument ihrer volkskirchlichen, mit Familienritualen verbundenen Verankerung zu rauben. Die Substitution weiterer Riten &#8211; Hochzeiten und Beerdigungen &#8211; durch s\u00e4kulare Angebote war dem nachgeordnet, lag aber auf derselben Linie. Im Rahmen unserer Forschung \u00fcber den religi\u00f6s-weltanschaulichen Wandel im Osten Deutschlands, im Zuge derer wir zahlreiche ostdeutsche Familien in Familien- und Einzelgespr\u00e4chen interviewten (Wohlrab-Sahr\/Karstein\/Schmidt-Lux 2009),[1] wurde immer wieder berichtet, dass die Anmeldung zur standesamtlichen Trauung oft mit einem gemeinsamen Austritt der Ehepartner aus der Kirche einherging. Die im Sozialismus entstehende s\u00e4kulare Begr\u00e4bniskultur schlie\u00dflich lie\u00df den Anteil anonymer Beerdigungen erheblich anwachsen und markiert bis heute eine deutliche Differenz zwischen Ost- und Westdeutschland. Die Verbreitung anonymer Beerdigungen ist ein wesentlicher Indikator f\u00fcr S\u00e4kularisierungsprozesse (Sachmerda-Schulz 2009).<\/p>\n<p>Die Mitgliedschaft der evangelischen Kirche in der DDR sank zwischen 1950 und 1964 von 80,5 Prozent auf 59,4 Prozent (Pollack 1994): Dieser Einbruch ist eindeutig aus dem zu dieser Zeit sich zuspitzenden Konflikt zwischen Staat und Kirche zu erkl\u00e4ren. Bezogen auf zwei Gemeinden in Halle und Landsberg zeigen K\u00f6lling et al. (2000) einen regelrechten &#8222;Zusammenbruch&#8220; der Konfirmationszahlen zwischen 1958 und 1960. Der Konflikt um die Jugendweihe ist das herausragende, keinesfalls aber einzige Beispiel f\u00fcr die besondere Situation, der die Kirchen in der DDR ausgesetzt waren. Fast von Beginn an versuchte die SED, den Kirchen die Grundlage ihrer Arbeit zu entziehen und diejenigen, die an ihrer Religiosit\u00e4t festhielten, durch gezielte Benachteiligungen in Bildung und Beruf sowie durch Repression zu beeinflussen. Dies dokumentierte sich in der Schlie\u00dfung von Diakonien und Bahnhofsmissionen, der Kriminalisierung der Jungen Gemeinden, der Verhaftung kirchlicher Mitarbeiter, der Verdr\u00e4ngung des Religionsunterrichts aus den Schulen, den angedrohten Schlie\u00dfungen von kirchlichen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen und der gezielten und massiven geheimdienstlichen Beobachtung kirchlicher Einrichtungen und Vertreter. Auch wenn solche Ma\u00dfnahmen in den 1950er Jahren ihren H\u00f6hepunkt hatten, zeigte doch zuletzt die Besetzung der Umweltbibliothek in der Berliner Zionskirche im Jahr 1988, dass kirchliche T\u00e4tigkeit in der DDR im Grunde zu keiner Zeit wirklich unbehelligt blieb.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii3-wissenschaftliche-weltanschauung-vs-antiquierter-maerchenglaube\">II.3. &bdquo;Wissen&shy;schaft&shy;liche Weltan&shy;schauung&ldquo; vs. &bdquo;anti&shy;quierter M&auml;rchen&shy;glaube&ldquo; <\/span><\/h2>\n<p>Zentral f\u00fcr die Konstellation in der DDR ist aber aus unserer Sicht die Tatsache, dass der Staat sich in <i>direkte weltanschauliche Konkurrenz <\/i>zu den Kirchen begab. Charakteristisch daf\u00fcr sind die Bem\u00fchungen von Partei und Staat, religi\u00f6se Glaubens\u00fcberzeugungen als irrationale, \u00fcberkommene und wissenschaftsfeindliche Denkweisen und damit als der neuen sozialistischen Gesellschaft unangemessen zu klassifizieren. Die Kirchen wurden, ganz dem marxistisch-leninistischen Religionsverst\u00e4ndnis entsprechend, als die kapitalistische Herrschaft sichernde, dem sozialistischen Staat feindliche Institutionen angesehen. Wenngleich diese dichotomisierende Sichtweise vor allem die 1950er Jahre pr\u00e4gte, hielt sie sich letztlich bis ans Ende der DDR (einschl\u00e4gig dazu Pollack 1994; Staritz 1996; Vollnhals 1997). Die Partei versuchte, die Kirchen in ihrem Arbeits- und Wirkungsbereich weitgehend einzuschr\u00e4nken und als gesellschaftliche Kraft zu marginalisieren. In Folge dieses Ausschlie\u00dflichkeitsanspruches der SED auf institutioneller und weltanschaulicher Ebene wurden die individuellen Akteure in eine Situation induzierten Entscheidungszwangs versetzt. Das Motto &#8222;Sag mir, wo du stehst&#8220; galt auch auf dem Feld religi\u00f6ser Entscheidungen und stellte die Menschen vor die Wahl, entweder dem s\u00e4kularistischen Staat oder der Kirche Loyalit\u00e4t zu erweisen. Im Rahmen unserer Forschung wurde immer wieder deutlich, in welchem Ma\u00dfe die Konflikthaftigkeit des Verh\u00e4ltnisses von Staat und Kirche die Darstellungen bis heute pr\u00e4gt, sei es in Form einer Ausschlusslogik (&#8222;Irgendwann musste dich bekennen&#8220; oder &#8222;Man kann nur einem Herren dienen&#8220;) oder in Form m\u00fchsamer Balanceakte, in denen das, was m\u00f6glich und vertr\u00e4glich war, ausgelotet wurde (&#8222;nie mit der Kirchenfahne vorneweg&#8220;; &#8222;Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist&#8220;; &#8222;immer diese Zweigleisigkeit&#8220;) (vgl. dazu auch Karstein et al. 2006).<\/p>\n<p>Wohl als erstes ist diese Konflikthaftigkeit in literarischer Form von Uwe Johnson bearbeitet worden. Er hat in dem erst posthum ver\u00f6ffentlichten Roman &#8222;Ingrid Babendererde. Reifepr\u00fcfung 1953&#8220; (Johnson 1992 [1985]) bereits in den Jahren 1956\/57 die Auseinandersetzung um FDJ und Junge Gemeinde beschrieben, die in dieser Zeit als politischer Konflikt in die Schulklassen hineingetragen wurde. Im Zuge dieser Auseinandersetzung wurde die Frage der politischen oder religi\u00f6sen Orientierung in einen <i>Mitgliedschaftskonflikt <\/i>\u00fcberf\u00fchrt, in dem man sich zu entscheiden hatte.<\/p>\n<p>Diese grundlegende Konflikthaftigkeit unterschied die Lage in der DDR grundlegend von derjenigen in Westdeutschland &#8211; mit bis heute anderen Konsequenzen. Anders als die westlichen Gesellschaften mit ihren diversen Arten der (mehr oder weniger konsequenten) Unterscheidung religi\u00f6ser, politischer und anderer gesellschaftlicher Sph\u00e4ren, beanspruchte die Politik in der DDR ein klares Primat \u00fcber die Gesamtgesellschaft und damit auch gegen\u00fcber der Religion. Die SED sprach der Religion ihre gesellschaftliche Legitimit\u00e4t weitgehend ab. Zudem galt die Religion als Gegnerin der modernen Wissenschaft. Daraus wurde der Anspruch ihrer vollst\u00e4ndigen Abl\u00f6sung durch eine &#8222;wissenschaftliche Weltanschauung&#8220; abgeleitet (Schmidt-Lux 2008). Diese grundlegende Konflikthaftigkeit im Verh\u00e4ltnis von Religion und Wissenschaft sowie von Religion und Politik ist im Osten Deutschlands bis heute sp\u00fcrbar und markiert einen wesentlichen Unterschied zum Westen, wo man es im Verh\u00e4ltnis von Religion und Politik sehr viel st\u00e4rker mit wechselseitiger Unterst\u00fctzung, aber auch mit Indifferenz zu tun hatte und wo das Verh\u00e4ltnis von Religion und Wissenschaft nur in seltenen, eher abstrus erscheinenden F\u00e4llen als Konkurrenzverh\u00e4ltnis in Erscheinung trat.<\/p>\n<p>Nun hat freilich die SED diese Konflikthaftigkeit nicht erfunden: Sie konnte an Motive anschlie\u00dfen, die gleichsam zum Grundbestand der europ\u00e4ischen Aufkl\u00e4rung und der westlichen Moderne geh\u00f6ren: Das Verh\u00e4ltnis zwischen Religion und Wissenschaft war im Zuge des Prozesses gesellschaftlicher Differenzierung zweifellos ein spannungsreiches (wenn auch nicht pauschal ein gegens\u00e4tzliches): Der Konflikt zwischen Galileo Galilei und der Kirche, die ihn urspr\u00fcnglich in seiner wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit erheblich unterst\u00fctzt hatte, ist in die europ\u00e4ische Wissenschafts- und S\u00e4kularisierungsgeschichte unausl\u00f6schlich eingeschrieben. Insofern konnte die SED an einen origin\u00e4ren Diskurs der Moderne anschlie\u00dfen, den es nat\u00fcrlich auch in der Bundesrepublik und anderen westlichen L\u00e4ndern gab. Gleichwohl wurde diese Spannung &#8211; wenn auch an verschiedenen Stellen sp\u00fcrbar &#8211; in den meisten F\u00e4llen (Frankreich ist hier eine Ausnahme) nicht zum unvers\u00f6hnlichen Gegensatz ausgebaut und nicht gesellschaftsweit, sondern eher in kleineren, intellektuellen Zirkeln thematisiert.<\/p>\n<p>Was an der DDR-Entwicklung besonders war, war also nicht diese Spannung selbst, sondern vielmehr die Konfliktkommunikation, mit der sie verst\u00e4rkt und in einen unvers\u00f6hnlichen Gegensatz von Irrationalit\u00e4t und Rationalit\u00e4t, r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten und nach vorn gewandten Kr\u00e4ften \u00fcberf\u00fchrt wurde. Es ist diese Vorstellung des Gegensatzes von Religion und Wissenschaft, auf die man auch heute im Osten Deutschlands immer wieder st\u00f6\u00dft, und die das Ende des politischen Systems der DDR \u00fcberdauert hat. Unsere Interviewpartner erz\u00e4hlen etwa, wie sie w\u00e4hrend ihrer Schullaufbahn &#8222;zwar nicht zu Kommunisten, aber zu Atheisten&#8220; wurden, und klassifizieren die Glaubensbest\u00e4nde der Kirchen selbstverst\u00e4ndlich als &#8222;M\u00e4rchen&#8220; oder &#8222;Mythen&#8220;. Und in repr\u00e4sentativen Umfragen kann man die Landesteile noch immer am unterschiedlichen Grad der Zustimmung zu einer Frage wie der folgenden identifizieren: &#8222;Man soll sich an das halten, was man mit dem Verstand erfassen kann und alles andere auf sich beruhen lassen.&#8220; (ALLBUS 1991; 2002).<\/p>\n<p>Dabei zeigt sich die Wirkung des Gegensatzes nicht nur dort, wo er aktiv bem\u00fcht wird, sondern auch dort, wo von Repr\u00e4sentanten der Kirchen der Gegenseite religionsfeindlicher &#8222;S\u00e4kularismus&#8220; unterstellt wird. Es l\u00e4sst sich unseres Erachtens nur vor diesem Hintergrund erkl\u00e4ren, dass sich an der Frage des Neubaus der Leipziger Aula an der Stelle der (im Auftrag Ulbrichts gesprengten) ehemaligen Universit\u00e4tskirche oder der Forderung nach einem Wiederaufbau eben dieser Kirche, und schlie\u00dflich \u00fcber der Frage, ob, wie und mit welchen Symbolen der Unterscheidung versehen, in die Aula eine Universit\u00e4tskirche integriert werden kann, weltanschauliche Grundsatzdebatten entz\u00fcndeten, die Jahrzehnte andauerten, eine Universit\u00e4tsleitung zu Fall brachten und in denen die Akteure sich nicht scheuten, die Symbolwelt konfessioneller Auseinandersetzungen von historischer Tragweite (&#8222;Thesenanschlag&#8220;) zu bem\u00fchen (Richter\/Schmidt-Lux 2009).<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii4-der-einfluss-des-protestantismus\">II.4. Der Einfluss des Protes&shy;tan&shy;tismus <\/span><\/h2>\n<p>Betrachtet man die religi\u00f6sen Entwicklungen in den ehemals sozialistischen Staaten, ist unverkennbar, dass auch die Konfession einen Einflussfaktor darstellt, der S\u00e4kularisierungsprozesse, aber auch Revitalisierungen der Religion nach dem Ende des Kommunismus erleichterte oder erschwerte. Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, die Vielfalt der Konstellationen hier im Einzelnen zu diskutieren. Deutlich ist jedoch, dass es den Kirchen in den mehrheitlich katholischen &#8211; in der Tendenz auch st\u00e4rker agrarisch gepr\u00e4gten &#8211; L\u00e4ndern insgesamt besser gelungen ist, den Einfluss der konkurrierenden s\u00e4kularistischen Ideologien zu neutralisieren als dies in den protestantischen Gegenden &#8211; wie Estland oder der DDR &#8211; der Fall war. Und deutlich ist auch, dass sich in den orthodoxen L\u00e4ndern &#8211; wie Russland oder Georgien &#8211; eine st\u00e4rkere Revitalisierung des Religi\u00f6sen vollzogen hat, allerdings in einer engen Verkopplung von orthodoxer Kirche und Staat. Die Stabilit\u00e4t oder Wiederbelebung der Kirchen in manchen L\u00e4ndern l\u00e4sst also nicht unmittelbar auf neu entfachte <i>Religiosit\u00e4t <\/i>schlie\u00dfen, sondern ist nicht selten der Rolle der orthodoxen Kirche in den sich neu konstituierenden Nationalstaaten, in denen Nationalismus und Orthodoxie oft wieder eng verschmolzen sind, geschuldet. Das schlie\u00dft freilich nicht aus, dass sich unter dem Dach dieser Verbindung auch Formen orthodoxer Fr\u00f6mmigkeit neu beleben. Allerdings muss jeder, der religi\u00f6se &#8222;Vitalit\u00e4t&#8220; im einen Kontext mit deren Fehlen im anderen Kontext vergleicht, solche besonderen Konstellationen in Rechnung stellen.<\/p>\n<p>Gleichwohl sticht der europ\u00e4ische Protestantismus in seiner &#8222;Anf\u00e4lligkeit&#8220; gegen\u00fcber S\u00e4kularisierungsprozessen heraus: die gr\u00f6\u00dfere Rolle von Wort und Text gegen\u00fcber Ritual, Sakrament und spiritueller Erfahrung, die lange Tradition kritischer Exegese der heiligen Schrift und die dem Protestantismus eigene Aufkl\u00e4rungstradition r\u00fccken ihn nahe an die s\u00e4kularen philosophischen Debatten und deren Wissenschaftsbezug heran. Er ist insofern selbst ein Element eines Prozesses, den Max Weber als &#8222;Entzauberung&#8220; charakterisiert hat.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ii5-die-arbeiterliche-gesellschaft-verlust-der-kulturellen-verankerung\">II.5. Die &bdquo;arbei&shy;ter&shy;liche Gesell&shy;schaft&ldquo;: Verlust der kulturellen Verankerung <\/span><\/h2>\n<p>Der f\u00fcr die DDR vielfach beschriebene Prozess sozialstruktureller Nivellierung, der damit verbundene kulturelle Wandel hin zu einer &#8222;arbeiterlichen&#8220; Gesellschaft (Engler 1999), sowie die damit einhergehende weitgehende Erosion b\u00fcrgerlicher, kirchengebundener Milieus entzogen den Kirchen den N\u00e4hrboden, in dem sie am st\u00e4rksten verankert waren. Wie die aktuelle Studie der EKD zur Kirchenmitgliedschaft (Benthaus-Apel 2006) zeigt, spielt die Verankerung der Kirchenmitglieder in bestimmten soziokulturellen Milieus im Westen Deutschlands eine nach wie vor gro\u00dfe Rolle, wobei auch hier &#8222;b\u00fcrgerliche&#8220; Milieus &#8211; oft verbunden mit einer Pr\u00e4ferenz f\u00fcr traditionelle Hochkultur &#8211; einen wichtigen Kern bilden, w\u00e4hrend j\u00fcngere, gut verdienende, kulturell &#8222;moderne&#8220; Gruppen ebenso schwach verankert sind wie zunehmend auch diejenigen am unteren sozialstrukturellen Rand der Gesellschaft. Insofern wirkten sozialstrukturelle und daraus resultierende kulturelle Ver\u00e4nderungen in der DDR und antikirchliche Ideologien der SED gleichsam in dieselbe Richtung.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"iii-das-erzwungene-eigene\">III. Das erzwungene Eigene<\/span><\/h2>\n<p>Wenn man nun die verschiedenen Einfl\u00fcsse auf den S\u00e4kularisierungsprozess in der DDR zusammenfassend betrachtet, kann man folgern, dass die Politik der SED jenseits unmittelbarer Repression gegen\u00fcber Einzelnen und Familien den Kirchen vor allem ihre kulturelle Verankerung raubte &#8211; durch den Einflussverlust des B\u00fcrgertums, die Schw\u00e4chung der volkskirchlichen Rituale und ihren Ausschluss aus dem Bildungssystem &#8211; und sie zudem mit Mitteln aus dem Bestand der Aufkl\u00e4rungstradition und der Religionskritik systematisch diskreditierte. Obwohl dabei repressive Mittel massiv zum Einsatz kamen, ist doch gerade \u00fcber die Anbindung an Motive der Aufkl\u00e4rung &#8211; unterst\u00fctzt durch die oft desillusionierenden Erfahrungen von Nationalsozialismus und Krieg &#8211; eine Verbindung von <i>staatlich induziertem S\u00e4kularismus <\/i>und <i>religionsloser Modernit\u00e4t <\/i>entstanden, die als <i>s\u00e4kularer Habitus <\/i>bis heute nachwirkt und eigene sozialisierende Wirkungen entfaltet. Auch wenn im Westen Deutschlands Kirchenaustritte gerade des j\u00fcngeren, qualifizierten, gut verdienenden Teils der Bev\u00f6lkerung zunehmen, sind unseres Erachtens nicht allein die Relationen von kirchlich Gebundenen und Konfessionslosen in Ost und West bis heute grundlegend andere. Die Geschichte weltanschaulicher Konkurrenz, die sich in das kollektive Ged\u00e4chtnis der Ostdeutschen eingegraben hat, spielt im Westen gesamtgesellschaftlich keine besondere Rolle. Insofern d\u00fcrfte dort eher Indifferenz als Konkurrenz das Fernbleiben von den Kirchen motivieren.<\/p>\n<p>[1] Wir nehmen hier Bezug auf ein Forschungsprojekt an der Universit\u00e4t Leipzig, das von 2003 bis 2006 unter dem Titel &#8222;Generationenwandel als religi\u00f6ser und weltanschaulicher Wandel: Das Beispiel Ostdeutschlands&#8220; von der DFG gef\u00f6rdert wurde.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur <\/span><\/h2>\n<p><i>ALLBUS<\/i>. Allgemeine Bev\u00f6lkerungsumfrage der Sozialwissenschaften. Hg. von GESIS &#8211; Leibniz-Institut f\u00fcr Sozialwissenschaften. K\u00f6ln. (Umfragen 1991 und 2002).<\/p>\n<p><i>Benthaus-Apel, Friederike <\/i>(2006): Lebensstilspezifische Zug\u00e4nge zur Kirchenmitgliedschaft, in: Wolfgang Huber, Johannes Friedrich, Peter Steinacker (Hg.): Kirche in der Vielfalt der Lebensbez\u00fcge, Die vierte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD. G\u00fctersloh: 205-245.<\/p>\n<p><i>Engler, Wolfgang<\/i> (1999): Die Ostdeutschen. Kunde von einem verlorenen Land. Berlin.<\/p>\n<p><i>H\u00f6lscher, Lucian<\/i> (Hg.) (2001): Datenatlas zur religi\u00f6sen Geographie im protestantischen Deutschland. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg. Berlin, New York.<\/p>\n<p><i>Johnson, Uwe <\/i>(1992 [1985]): Ingrid Babendererde. Reifepr\u00fcfung 1953. Frankfurt\/Main.<\/p>\n<p><i>Kaiser, Jochen-Christoph<\/i> (2003): Organisierter Atheismus im 19. Jahrhundert. In: Christel G\u00e4rtner\/Detlef Pollack\/Monika Wohlrab-Sahr (Hrsg.), Atheismus und religi\u00f6se Indifferenz. Opladen: Leske &amp; Budrich: 99-128.<\/p>\n<p><i>Karstein, Uta\/Punken, Mirko\/Schmidt-Lux, Thomas\/Wohlrab-Sahr, Monika<\/i> (2006): S\u00e4kularisierung als Konflikt? Zur subjektiven Plausibilit\u00e4t des ostdeutschen S\u00e4kularisierungsprozesses. In: Berliner Journal f\u00fcr Soziologie, Heft 4: 441-461.<\/p>\n<p><i>K\u00f6lling, Andreas\/H\u00f6hmann, Peter\/Stahlberg, Thomas <\/i>(2000): Die Entkirchlichung im Raum Halle seit dem 19. Jahrhundert. In: Joachim Matthes (Hg.): Fremde Heimat Kirche &#8211; Erkundungsg\u00e4nge. Beitr\u00e4ge und Kommentare zur dritten EKD-Untersuchung \u00fcber Kirchenmitgliedschaft. G\u00fctersloh: 277-309.<\/p>\n<p><i>McLeod, Hugh<\/i> (2000): Secularisation in Western Europe. 1848-1914. London.<\/p>\n<p><i>Meulemann, Heiner <\/i>(2003): Erzwungene S\u00e4kularisierung in der DDR &#8211; Wiederaufleben des Glaubens in Ostdeutschland? In: Christel G\u00e4rtner, Detlef Pollack, Monika Wohlrab-Sahr (Hg.): Atheismus und religi\u00f6se Indifferenz. Opladen: 271-287.<\/p>\n<p><i>Nowak, Kurt<\/i> (1996): Staat ohne Kirche? \u00dcberlegungen zur Entkirchlichung der evangelischen Bev\u00f6lkerung im Staatsgebiet der DDR. In: Gert Kaiser et al. (Hg.): Christen, Staat und Gesellschaft in der DDR. Frankfurt\/Main: 23-43.<\/p>\n<p><i>Pollack, Detlef<\/i> (1994): Kirche in der Organisationsgesellschaft. Zum Wandel der gesellschaftlichen Lage der evangelischen Kirchen in der DDR. Stuttgart<\/p>\n<p><i>Richter, Ralph\/Schmidt-Lux, Thomas<\/i> (2009): Wohin nach der sozialistischen Moderne? Der Streit um die Rekonstruktion der Leipziger Universit\u00e4tskirche St. Pauli. In: d\u00e9rive. Zeitschrift f\u00fcr Stadtforschung (im Erscheinen).<\/p>\n<p><i>Sachmerda-Schulz, Nicole<\/i> (2009): Die &#8218;gr\u00fcne Wiese&#8216; als Gottesacker? Eine religionssoziologische Studie zum Wandel der Bestattungsnormen und zur Normalisierung der Anonymbestattung. Unver\u00f6ffentlichtes Manuskript. Leipzig.<\/p>\n<p><i>Schmidt-Lux, Thomas<\/i> (2008): Wissenschaft als Religion. Szientismus im ostdeutschen S\u00e4kularisierungsprozess. W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p><i>Staritz, Dietrich <\/i>(1996): Die Geschichte der DDR. Frankfurt\/Main.<\/p>\n<p><i>Vollnhals, Clemens<\/i> (1997): Die kirchenpolitische Abteilung des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit. Berlin.<\/p>\n<p><i>Wohlrab-Sahr, Monika<\/i> (2009): Das stabile Drittel: Religionslosigkeit in Deutschland. In: Bertelsmann Stiftung (Hg.): Woran glaubt die Welt? Analysen und Kommentare zum Religionsmonitor 2008. G\u00fctersloh: 151-168.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1866,1868,1867],"publikationen":[2822],"class_list":["post-10968","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-monika-wohlrab-sahr","autoren-thomas-schmidt-lux","autoren-uta-karstein","publikationen-187-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Forcierte S\u00e4kularit\u00e4t - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/187-vorgaenge\/publikation\/forcierte-saekularitaet\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Forcierte S\u00e4kularit\u00e4t - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Dauerhaftigkeit des erzwungenen Eigenen im Osten Deutschlands; aus: vorg\u00e4nge Nr. 187, Heft 3\/2009, S. 109-117 I. 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