{"id":11449,"date":"2016-08-15T11:40:00","date_gmt":"2016-08-15T09:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/das-beschleunigte-asylverfahren-im-ankunftszentrum-heidelberg-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:13","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:13","slug":"das-beschleunigte-asylverfahren-im-ankunftszentrum-heidelberg-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/214-vorgaenge\/publikation\/das-beschleunigte-asylverfahren-im-ankunftszentrum-heidelberg-1\/","title":{"rendered":"Das beschleunigte Asylverfahren im Ankunftszentrum Heidelberg"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen effizientem Verfahren und effektivem Rechtsschutz. In: vorg&auml;nge Nr. 214 (Heft 2\/2016), S. 63-79<\/p>\n<p><i>Um die Dauer von Asylverfahren zu senken, pr&auml;sentierte das Bundesamt f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge (BAMF) im Dezember 2015 das Konzept der &#8218;Ankunftszentren&#8216;.(1) Diese Aufnahmeeinrichtungen in gemeinsamer Zust&auml;ndigkeit von Bund und L&auml;ndern sollten die Durchf&uuml;hrung eines Asylverfahrens innerhalb von 48 Stunden erm&ouml;glichen.(2) Wie die Umsetzung des beschleunigten Verfahrens zum Stand Juni 2016 aussieht und welche Auswirkungen sich aus ihm auf den effektiven Rechtsschutz von Asylsuchenden ergeben, er&ouml;rtert der vorliegende Beitrag von Johannes Moll.<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"einfuehrung-das-modellverfahren-in-heidelberg\">Einf&uuml;hrung: Das Modell&shy;ver&shy;fahren in Heidelberg<\/span><\/h5>\n<p>Zum bundesweit ersten Ankunftszentrum und Modellstandort f&uuml;r das neue Verfahren wurde die ehemalige US-Kaserne &#8222;Patrick Henry Village&#8220; in Heidelberg erkl&auml;rt.(3) Von urspr&uuml;nglich angek&uuml;ndigten maximal 1.000 Aufnahmepl&auml;tzen stieg die Belegung bald auf dauerhaft 2.800.(4) Im Dezember 2015 erreichte sie 5.500 Pl&auml;tze.(5)&nbsp;&nbsp;Im Juni 2016 arbeiteten gut 50 EntscheiderInnen und insgesamt rund 150 MitarbeiterInnen in der BAMF-Au&szlig;enstelle Heidelberg. Nach eigenen Angaben konnten diese bis zu 230 Antr&auml;ge t&auml;glich bearbeiten. Angeh&ouml;rt wurde etwa die H&auml;lfte der AntragstellerInnen. Das f&uuml;r die Aufnahme und Registrierung Asylsuchender zust&auml;ndige Regierungspr&auml;sidium Karlsruhe (RPK) bezifferte seine Kapazit&auml;ten auf derzeit 400 Abwicklungen pro Tag. Das Modellverfahren ist organisiert als eine Registrierungsstra&szlig;e, in der binnen zwei Tagen alle Registrierungsschritte des Landes und die Aktenanlage beim BAMF abgeschlossen werden k&ouml;nnen. Dies wird m&ouml;glich durch die r&auml;umliche N&auml;he der beteiligten Stationen und den Einsatz von Hilfspersonal der Bundeswehr und von Zeitarbeitsfirmen.<\/p>\n<p>Am Beginn steht die Aufnahme personenbezogener Daten. Diese findet bereits am Tag der Ankunft oder, bei nachmitt&auml;glicher Anreise, am Morgen danach statt. Mit der Hilfe von DolmetscherInnen f&uuml;llen die Asylsuchenden eigenverantwortlich ein Personaldatenblatt aus. Auf dem Blatt sind die Angaben zu in Deutschland oder einem Dublin-&Uuml;berstellungsstaat lebenden Verwandten zu machen. Unbegleitete minderj&auml;hrige Personen werden umgehend dem Kinder- und Jugendamt zugef&uuml;hrt.(6) Die Belehrung &uuml;ber Rechte und Pflichten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;14 Absatz 1 und &sect;&nbsp;23 Absatz 2 AsylG erfolgt in Gruppen und wird von DolmetscherInnen in Eigenverantwortung durchgef&uuml;hrt. Liegen P&auml;sse oder andere Identit&auml;tsdokumente vor, werden diese mittels &#8222;physikalisch-technischer Untersuchung&#8220; auf ihre Echtheit hin &uuml;berpr&uuml;ft. Es folgt die EASY-Optionierung, d.h. die Zuordnung des f&uuml;r die Aufnahme zust&auml;ndigen Bundeslandes nach&nbsp;&nbsp; dem EASY-Verteilsystem.(7) Hat die asylsuchende Person Kernfamilienangeh&ouml;rige im Sinne von Artikel 6 GG in einem anderen Bundesland, wird die Optionierung storniert und eine B&uuml;MA(8) ohne Options-Nummer ausgestellt. Die Weiterreise ins n&auml;chste Bundesland erfolgt eigenverantwortlich, unterst&uuml;tzt durch Fahrkartengutscheine.<\/p>\n<p>Der n&auml;chste Schritt ist die erkennungsdienstliche Behandlung (EDB). Neu ist: mit dem Ankunftsnachweis soll die EDB nur noch einmal erfolgen; nicht mehr doppelt in Bund und L&auml;ndern.(9) Mitarbeitende von Bund und Land nehmen hierzu an 42 Schaltern biometrische Fotos, K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;enma&szlig;e und Fingerabdr&uuml;cke am Live-Scanner. DolmetscherInnen werden f&uuml;r die EDB nicht eingesetzt. Im Anschluss soll per Inaugenscheinnahme durch einen Arzt und mittels Lungenr&ouml;ntgen das Vorliegen von Infektionskrankheiten ausgeschlossen werden.(10) Die Inaugenscheinnahme wird durch ein Befragungsvideo in verschiedenen Sprachen erg&auml;nzt. L&auml;sst sich aufgrund der R&ouml;ntgenergebnisse ein Verdacht auf Tuberkulose nicht ausschlie&szlig;en, wird eine Computertomographie (CT) in einer nahe gelegenen Klinik veranlasst. Das Ergebnis der Gesundheitsuntersuchungen wird dem Regierungspr&auml;sidium Karlsruhe (RPK) innerhalb von 24 Stunden in Form eines Gesundheitszeugnisses &uuml;bermittelt. In diesem Datensatz sind Angaben zu besonderer Schutzbed&uuml;rftigkeit im Sinne von Artikel 21 und 22 der EU-Aufnahmerichtlinie nicht enthalten, wie etwa Behinderungen, schwere k&ouml;rperliche Erkrankungen, Spuren von Gewalt und Folter oder psychische Erkrankungen.(11)&nbsp;<\/p>\n<p>Wer dies durchlaufen hat, erh&auml;lt einen Termin zur f&ouml;rmlichen Asylantragstellung beim BAMF f&uuml;r den darauffolgenden Tag, bei der Personalien und Personaldokumente aufgenommen, eine Akte angelegt und ein BAMF-Aktenzeichen vergeben werden. Teil der Antragstellung ist die Belehrung &uuml;ber die allgemeinen Mitwirkungspflichten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 AsylG, die durch eine(n) DolmetscherIn vorgenommen wird. Ist dies nicht schon im Rahmen der erkennungsdienstlichen Behandlung erfolgt, findet auch ein Abgleich der Fingerabdr&uuml;cke mit der Eurodac-Datenbank statt. Liegt dort ein Treffer vor, wird ein Merkblatt &uuml;ber das Dublin-Verfahren ausgeh&auml;ndigt und eine Einwilligungserkl&auml;rung zum Datenaustausch im Dublin-Verfahren(12) und zur Wahrung der Familieneinheit(13) abgegeben.(14) Am Ende der Antragstellung wird die Niederschrift zum Asylantrag erstellt.<\/p>\n<p>Die hohe Termindichte verlangt eine hohe Aufmerksamkeit von den ankommenden Schutzsuchenden und l&auml;sst wenig Zeit sich darauf vorzubereiten. Es folgt binnen weniger Tage die Anh&ouml;rung im Asylverfahren(15) bzw. die Befragung im Dublin-Verfahren(16). Bevorzugt angeh&ouml;rt werden im Schnellverfahren AntragstellerInnen aus den L&auml;ndern der Cluster A (&#8222;mit sehr guter Bleibeperspektive&#8220;) und B (&#8222;sichere Herkunftsl&auml;nder&#8220;).(17) F&uuml;r diese Gruppen wurden in der BAMF-Au&szlig;enstelle Heidelberg bis zum Juni 2016 knapp 50 EntscheiderInnen eingestellt &#8211; zumeist QuereinsteigerInnen ohne eine grundlegende Verwaltungsausbildung. Da die Kategorien A und B in Baden-W&uuml;rttemberg nach dem Asylpaket II und der Schlie&szlig;ung der Balkan-Route zahlenm&auml;&szlig;ig wieder schw&auml;cher vertreten waren, f&uuml;hrten die neu eingestellten EntscheiderInnen bald auch Anh&ouml;rungen f&uuml;r Staatsangeh&ouml;rige der C-L&auml;nder (&#8218;komplexe F&auml;lle&#8216;) durch &#8211; und entschieden &uuml;ber ihre Antr&auml;ge.<\/p>\n<p>Alle aus Kapazit&auml;tsgr&uuml;nden nicht angeh&ouml;rten AntragstellerInnen m&uuml;ssen auf einen Anh&ouml;rungstermin nach der Verlegung in die Landkreise warten. &#8222;Dublin-F&auml;lle&#8220;, jetzt Cluster D, werden bis zur Kl&auml;rung der Zust&auml;ndigkeit ebenfalls nicht angeh&ouml;rt.(18)<\/p>\n<p>Die vorgezogene Anh&ouml;rung nach &sect;&nbsp;25 AsylG f&uuml;r das Cluster A (SyrerInnen, EritreerInnen und Angeh&ouml;rige religi&ouml;ser Minderheiten aus dem Irak) sieht nur 19 statt 25 Fragen vor. Der Erfahrung der ersten Monate des Jahres 2016 nach wurde diese Zielgruppe haupts&auml;chlich auf ihre Identit&auml;t &uuml;berpr&uuml;ft, da ihr Antrag allein ihrer Herkunft wegen als begr&uuml;ndet erschien. Der Fragenkatalog f&uuml;r die &#8222;sicheren Herkunftsl&auml;nder&#8220; weist nur 14 Fragen auf &#8211; ebenso wie der f&uuml;r AntragstellerInnen aus Maghreb-Staaten (Algerien, Marokko, Tunesien). Asylsuchende des Clusters B wurden bereits vor ihrer Anh&ouml;rung&#8211; im Rahmen der Auskunftserteilung &#8211; &uuml;ber ihre geringen Aussichten im Asylverfahren belehrt. Unter der Aussicht des Wegfalls von Einreisesperren entschloss sich im Winter 2015\/2016 ein Teil der Antragstellenden aus &#8222;sicheren Herkunftsl&auml;ndern&#8220;, ihren Asylantrag zur&uuml;ckzuziehen und freiwillig auszureisen. Mit dem f&uuml;r Cluster B-Angeh&ouml;rige innerhalb von 24 Stunden nach Anh&ouml;rung oder R&uuml;cknahme erstellten Bescheid &uuml;ber die Ablehnung oder die R&uuml;cknahme des Asylantrags wurde die R&uuml;ckkehr auf dem schnellsten Wege erm&ouml;glicht &#8211; sofern die n&ouml;tigen Reisedokumente vorlagen. Beim Transfer zur R&uuml;ckkehr-&#8222;Beratungsstelle&#8220; des Regierungspr&auml;sidiums in Karlsruhe wurden die R&uuml;ckkehrenden oft durch Mitarbeitende der privaten Sicherheitsdienste unterst&uuml;tzt &#8211; vom Zimmer bis in den Bus. Die Zahl der freiwilligen R&uuml;ckkehrerInnen in die Balkanstaaten, aber auch nach Iran, Irak und Afghanistan stieg im ersten Quartal 2016 erheblich.(19)<\/p>\n<h5><span id=\"qualifizierte-und-unabhaengige-sozial-und-verfahrensberatung\">Quali&shy;fi&shy;zierte und unabh&auml;ngige Sozial- und Verfah&shy;rens&shy;be&shy;ra&shy;tung<\/span><\/h5>\n<p>W&auml;hrend jeder Phase des Asylverfahrens haben Asylsuchende nach den Bestimmungen der EU-Verfahrensrichtlinie (AsylVfRL) einen Anspruch auf rechtliche Beratung.xx In der Landesgesetzgebung wird dieser Anspruch seit dem 1. Januar 2014 noch konkretisiert: &#8222;Neu eintreffende Personen erhalten Zugang zu qualifizierter Sozial- und Verfahrensberatung, die unabh&auml;ngig von der sonstigen Aufgabenerledigung des Regierungspr&auml;sidiums Karlsruhe erfolgt.&#8220;(21)Auf der Grundlage dieses Anspruchs wurde im Juli 2015 eine unabh&auml;ngige, qualifizierte Sozial- und Verfahrensberatung (USVB) in der Bedarfserstaufnahmeeinrichtung Heidelberg eingerichtet.(22) Zu deren Aufgaben geh&ouml;ren die Beratung und Begleitung in Angelegenheiten des Asylverfahrens und in weiteren aufenthaltsrechtlichen Fragen. Sie soll besonders schutzbed&uuml;rftige Personen unterst&uuml;tzen und bei der Identifizierung besonderen Schutzbedarfs gem&auml;&szlig; Artikel 21 der EU-Aufnahmerichtlinie mitwirken.(23) Die Zielsetzung der USVB ist es die Schutzsuchenden in die Lage zu versetzen, das Asylverfahren ausreichend zu verstehen um m&ouml;glichst sachgerecht und selbstverantwortlich handeln und entscheiden zu k&ouml;nnen. Dabei handelt sie sozialanwaltschaftlich, unterst&uuml;tzt und aktiviert die Betroffenen. Grundlage der Arbeit ist ein besonders enges Vertrauensverh&auml;ltnis zu den Betroffenen. Das Beratungsgeheimnis und Verschwiegenheit sind daf&uuml;r unerl&auml;sslich. Die Handlungskompetenz wird durch eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Asylrechtsanw&auml;ltInnen erweitert.<\/p>\n<p>Die USVB handelt auf der Grundlage der Leitbilder ihres Tr&auml;gers und des fachlich und ethisch begr&uuml;ndeten Mandats der Sozialen Arbeit. Sie nutzt Methoden der Einzelfall-, Gruppen- und Gemeinwesenarbeit, wof&uuml;r gewisse Voraussetzungen notwendig sind: &#8222;Zur Erf&uuml;llung ihres Mandates braucht Soziale Arbeit angemessene materielle (zeitliche, personelle, finanzielle, r&auml;umliche und gegenst&auml;ndliche) Ressourcen, die ideelle Basis eines handlungsfeldspezifisch akzentuierten fachlichen Selbstverst&auml;ndnisses und eine Bandbreite von Handlungskonzepten.&#8220;(24) Die gemeinsame ideelle Basis f&uuml;r die Arbeit der USVB ist die Wahrung der Menschenrechte.<\/p>\n<p>Was ihre materiellen Grundlagen angeht, so wurde diese mit der Festlegung Ministerpr&auml;sident Kretschmanns im Juli 2015 auf einen Sollschl&uuml;ssel von einer SozialarbeiterIn auf 100 Asylsuchende auf eine solide Grundlage gestellt.(25) Ob letztere auch den ver&auml;nderten Anforderungen eines beschleunigten Verfahrens standh&auml;lt, wird im Folgenden diskutiert.<\/p>\n<h5><span id=\"gibt-es-einen-effektiven-zugang-zu-beratung-im-schnellverfahren\">Gibt es einen effektiven Zugang zu Beratung im Schnell&shy;ver&shy;fah&shy;ren?<\/span><\/h5>\n<p>Im ersten Verfahrensabschnitt, der Registrierung, ist es wichtig, dass die AntragstellerInnen bei erster Gelegenheit angeben, ob sie Familienangeh&ouml;rige oder Verwandte haben, welche sich in Deutschland oder in anderen Dublin-&Uuml;berstellungsstaaten aufhalten. Verpassen die AntragstellerInnen die vorgesehene Gelegenheit, zieht dies aufw&auml;ndige Einzelfallarbeit nach sich, um eine Familienzusammenf&uuml;hrung noch zu erm&ouml;glichen.(26) Zudem ist der Zugang zu der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde f&uuml;r Asylsuchende au&szlig;erhalb der Regelprozedur nicht ohne weiteres gegeben. Das betrifft ebenso den Zugang zur Gesundheitsversorgung, zum Taschengeld, zu vertr&auml;glicher oder besonderen Bed&uuml;rfnissen gen&uuml;gender Nahrung oder die Meldung von &uuml;bergriffigem Verhalten durch Dritte. Antragstellende k&ouml;nnen sich wegen fehlender R&uuml;ckmeldemechanismen in vielen F&auml;llen nicht selbst zu ihren Rechten verhelfen. All dies fordert die Kapazit&auml;ten der Sozial- und Verfahrensberatung zus&auml;tzlich zu ihren Kernaufgaben. Diese Hilfe ist erforderlich, aber sie untergr&auml;bt gleichzeitig das sozialp&auml;dagogische Ziel der Erm&auml;chtigung zu selbstverantwortlichem und orientiertem Handeln im Asylverfahren.<\/p>\n<p>Der n&auml;chste Verfahrensschritt, die Vorbereitung auf die Anh&ouml;rung, ist f&uuml;r die&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Zukunft der AntragstellerInnen entscheidend. Bei der kurzfristigen Festlegung der Anh&ouml;rungstermine bleiben den Betroffenen nur wenige Tage zwischen Ankunft und pers&ouml;nlicher Anh&ouml;rung. Diese Zeit wird zudem durch die diversen Stationen der Registrierung ausgef&uuml;llt. PsychologInnen weisen darauf hin, dass viele Schutzsuchende nach der beschwerlichen Flucht erst einmal Ruhe brauchen.(27) Die Erwartung, die AntragstellerInnen k&ouml;nnten sich bereits kurz nach der Ankunft so gut sortiert haben, dass sie den hohen Anforderungen an die Anh&ouml;rung gerecht werden k&ouml;nnen, scheint angesichts dessen verfehlt.<\/p>\n<p>Die Erfahrung aus der Verfahrensberatung zeigt deutlich, dass eine ausreichende Vorbereitung auf die Anh&ouml;rung f&uuml;r den Ausgang des Asylverfahrens entscheidend sein kann.(28) Anh&ouml;rungsvorbereitung aber braucht Zeit. Suchen die Asylsuchenden bei ihrer Vorbereitung Unterst&uuml;tzung, ist daf&uuml;r ein gesch&uuml;tztes Setting und die Gelegenheit erforderlich, Vertrauen aufzubauen. Erscheinen den KlientInnen andere Anliegen vordringlich, bedarf es einer qualifizierten Beratung, die f&uuml;r eigenverantwortliches und orientiertes Handeln im Asylverfahren erforderlichen Informationen zu vermitteln. Die USVB steht dabei vor dem Dilemma, im Sinne des Rechtsschutzes ihrer KlientInnen Anh&ouml;rungsvorbereitung betreiben zu wollen, w&auml;hrend Beratungssuchende dringende Anliegen wie Familienzusammenf&uuml;hrung, psychosoziale Unterst&uuml;tzung oder Beschwerdebearbeitung vortragen. Insgesamt l&auml;sst sich festhalten, dass mit steigendem Tempo des Verfahrens und mit h&ouml;herer Falldichte die Chance des Einzelnen sinkt, eine Beratungsstelle ausfindig machen und Beratung in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<h5><span id=\"besondere-risikogruppen-im-schnellverfahren\">Besondere Risiko&shy;gruppen im Schnell&shy;ver&shy;fahren <\/span><\/h5>\n<p>Eingef&uuml;hrt wurden die Schnellverfahren Ende 2015 vor allem mit Blick auf zwei Kategorien von Antragstellenden: jene aus L&auml;ndern mit besonders hohen Anerkennungsquoten (Cluster A: Schutzquote &uuml;ber 50&nbsp;%) und solche aus L&auml;ndern mit hoher Ablehnungsstatistik (Cluster B: &#8222;sicheren Herkunftsstaaten&#8220;, Schutzquote unter 3&nbsp;%).(29)&nbsp;&nbsp; AntragstellerInnen aus sonstigen L&auml;ndern (Cluster C) wurden im Juni 2016 ebenso schnell registriert, konnten allerdings nicht mit einer vergleichbar schnellen Entscheidung rechnen.<\/p>\n<h5><span id=\"subsidiaer-geschuetzte-mit-familienangehoerigen-in-kriegsgebieten\">Subsidi&auml;r Gesch&uuml;tzte mit Familien&shy;an&shy;ge&shy;h&ouml;&shy;rigen in Kriegs&shy;ge&shy;bieten<\/span><\/h5>\n<p>Die erstgenannte Kategorie umfasst SyrerInnen, EritreerInnen und Angeh&ouml;rige religi&ouml;ser Minderheiten aus dem Irak.(30) F&uuml;r diese wurde im vergangenen Jahr noch ein schriftliches Verfahren durchgef&uuml;hrt.(31) Die M&ouml;glichkeit, Antr&auml;ge mit wahrscheinlicher Begr&uuml;ndetheit bevorzugt zu bearbeiten, ist in der Verfahrensrichtlinie gegeben.(32) Die seit dem 1. Januar 2016 f&uuml;r diese Gruppe wieder verpflichtend durchgef&uuml;hrte pers&ouml;nliche Anh&ouml;rung ist zum Zweck der Verfahrensbeschleunigung hinsichtlich der Anzahl ihrer Fragen reduziert. Das erkl&auml;rte Hauptziel der Anh&ouml;rung syrischer Staatsangeh&ouml;riger war &#8211; zumindest bis M&auml;rz 2016 &#8211; die &Uuml;berpr&uuml;fung der Identit&auml;t.(33) Zu diesem Zweck wird, sofern keine Identit&auml;tsnachweise vorliegen, nach Fl&uuml;ssen, Fu&szlig;ballstadien oder den Namen der Pr&auml;sidentenfamilie gefragt.(34)<\/p>\n<p>So lange syrischen Schutzsuchenden noch regelm&auml;&szlig;ig der Fl&uuml;chtlingsstatus nach der Genfer Fl&uuml;chtlingskonvention (GFK) bzw. &sect; 3 Absatz 1 AsylG gew&auml;hrt wurde, &auml;nderte sich f&uuml;r die Betroffenen dadurch wenig. Seit dem Inkrafttreten des Asylpakets II am 17. M&auml;rz 2016 zeichnet sich jedoch eine neue Tendenz in der Entscheidungspraxis des BAMF ab: Antragsteller aus Syrien erhalten nun immer &ouml;fter nur noch den subsidi&auml;ren Schutz gem&auml;&szlig; &sect; 4 Absatz 1 AsylG. Von 21 Entscheidungen auf subsidi&auml;ren Schutz im Februar 2016 stieg die Zahl im M&auml;rz auf 534, im April auf weitere 3.445 und im Mai 2016 auf 4.878. Die Zahl der Anerkennungen von SyrerInnen, die eine Rechtsstellung als Fl&uuml;chtling zur Folge hatten, sank in der gleichen Zeit von 26.705 im Februar bis auf 11.823 im Mai, wobei die Gesamtzahl der Entscheidungen zu Syrien von 27.116 im Februar auf 17.164 im Mai sank.(35) Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2015 wurde von 105.620 Syrien-Entscheidungen (davon 101.137 mit einer Rechtsstellung als Fl&uuml;chtling) nur in 61 F&auml;llen subsidi&auml;rer Schutz ausgesprochen.(36)<\/p>\n<p>F&uuml;r subsidi&auml;r Schutzberechtigte aber gilt seit Inkrafttreten des Asylpakets II ein bedeutsamer Unterschied im Vergleich zum GFK-Status. F&uuml;r alle nach dem 17. M&auml;rz 2016 anerkannten subsidi&auml;r Schutzberechtigten ist der Familiennachzug f&uuml;r zwei Jahre ausgesetzt.(37) Damit m&uuml;ssen anerkannte SyrerInnen &#8211; Anwartzeiten auf Botschaftstermine und Visa eingerechnet &#8211; regelm&auml;&szlig;ig bis zu vier Jahre warten, um ihre Familie nachholen zu k&ouml;nnen.(38) Die integrationshemmende Wirkung dieser Entscheidungspraxis ist bereits vielfach diskutiert worden, ebenso wie das hinter ihr stehende politische Kalk&uuml;l.(39) F&uuml;r das Heidelberger Schnellverfahren bedeutet dies: Wegen des verminderten subsidi&auml;ren Schutzes m&uuml;ssen SyrerInnen in der Anh&ouml;rung auch in hinreichendem Ma&szlig;e auf ihre individuellen Fluchtgr&uuml;nde und drohende R&uuml;ckkehrgefahren hin befragt werden.(40)<\/p>\n<p>Die Erfahrung der vergangenen Wochen zeigt, dass viele SyrerInnen noch davon ausgehen, haupts&auml;chlich ihre Identit&auml;t w&uuml;rde in der Anh&ouml;rung &uuml;berpr&uuml;ft, und sie so &#8222;nicht alle asylrelevanten Gr&uuml;nde gegen&uuml;ber dem BAMF vortragen&#8220;.(41) Laut Pro Asyl geben au&szlig;erdem Fl&uuml;chtlinge an, &#8222;dass die Benennung ihrer politischen Aktivit&auml;ten in Syrien f&uuml;r ihre dort noch lebenden Verwandten gef&auml;hrlich werden k&ouml;nnte, sollten sie diese in einer Asylanh&ouml;rung in Deutschland nennen. Deswegen schweigen sie diesbez&uuml;glich vor dem BAMF und erhalten nur den subsidi&auml;ren Schutz.&#8220;(42) Die Organisation benennt zudem F&auml;lle, &#8222;in denen das BAMF trotz des Vorliegens von GFK-Fluchtgr&uuml;nden auf subsidi&auml;ren Schutz entscheidet.&#8220;(43)Vor den genannten Hintergr&uuml;nden erscheint es umso bedeutender, dass auch SyrerInnen vor ihrer Anh&ouml;rung von einer qualifizierten, unabh&auml;ngigen Stelle beraten werden. Der Zugang zu Beratung ist jedoch im Schnellverfahren durch die K&uuml;rze der verf&uuml;gbaren Zeit und die hohe Falltaktung erschwert.(44)<\/p>\n<h5><span id=\"schutzbeduerftige-die-besondere-verfahrensgarantien-benoetigen\">Schutz&shy;be&shy;d&uuml;rf&shy;tige, die besondere Verfah&shy;rens&shy;ga&shy;ran&shy;tien ben&ouml;tigen<\/span><\/h5>\n<p>Eine Gruppe, die im Schnellverfahren besonderes Augenmerk verdient, ist die der besonders schutzbed&uuml;rftigen Personen im Sinne von Artikel 21 der Aufnahmerichtlinie.(45) Deren besonderen Belange sind nach dem Fl&uuml;chtlingsaufnahmegesetz ausdr&uuml;cklich zu ber&uuml;cksichtigen.(46) Hierzu ist der Aufnahmestaat laut Artikel 22 AufnRL verpflichtet, geeignete Ma&szlig;nahmen zur Identifizierung von besonders Schutzbed&uuml;rftigen zu treffen.(47) Ihre besonderen Bed&uuml;rfnisse m&uuml;ssen im Detail ermittelt werden.(48)<\/p>\n<p>Im Asylverfahren ist die Erkennung von besonderen Bed&uuml;rfnissen kein Selbstzweck und soll nicht allein der Gew&auml;hrleistung ad&auml;quater Versorgung w&auml;hrend des Aufnahmeverfahrens dienen; die Feststellung besonderen Schutzbedarfes ist vielmehr geboten um sicherstellen zu k&ouml;nnen, dass die betroffenen AsylantragstellerInnen in die Lage versetzt werden ihre Gr&uuml;nde f&uuml;r ihre Flucht und die Angst vor einer R&uuml;ckkehr in das Herkunftsland in ausreichendem Ma&szlig;e darzulegen. In diesem Sinne verpflichtet die Verfahrensrichtlinie die Mitgliedstaaten, &#8222;innerhalb eines angemessenen Zeitraums nach Stellung eines Antrags auf internationalen Schutz zu pr&uuml;fen, ob ein Antragsteller besondere Verfahrensgarantien ben&ouml;tigt.&#8220;(49) Als solchen definiert sie einen &#8222;Antragsteller, dessen F&auml;higkeit, die Rechte aus dieser Richtlinie in Anspruch nehmen und den sich aus dieser Richtlinie ergebenden Pflichten nachkommen zu k&ouml;nnen, aufgrund individueller Umst&auml;nde eingeschr&auml;nkt ist&#8220;.(50) Unter die AntragstellerInnen, denen besondere Verfahrensgarantien zustehen, fallen gem&auml;&szlig; Artikel 24 Absatz 3 Satz 2 AsylVfRL insbesondere Opfer von &#8222;Folter, Vergewaltigung oder sonstigen schweren Formen psychischer, physischer oder sexueller Gewalt&#8220;.(51) Ebenso z&auml;hlen dazu auch Menschen mit schweren Erkrankungen, geistigen Behinderungen oder psychischen St&ouml;rungen wie z.B. Traumafolgest&ouml;rungen.(52) Nach der Richtlinie m&uuml;ssen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass Antragsteller, die besondere Verfahrensgarantien ben&ouml;tigen, angemessene Unterst&uuml;tzung erhalten, damit sie w&auml;hrend des Asylverfahrens ihre Rechte in Anspruch nehmen und den sich aus der Richtlinie ergebenden Pflichten nach&shy;kommen k&ouml;nnen.(53)<\/p>\n<p>Die vom Einzelfall abh&auml;ngige angemessene Unterst&uuml;tzung kann w&auml;hrend der Erstaufnahme zumindest im Angebot psychosozialer Beratung bestehen. In schwereren F&auml;llen kann die ben&ouml;tigte Unterst&uuml;tzung auch aufw&auml;ndiger aussehen und nicht vor Ort realisierbar sein. Ist ein(e) AntragstellerIn traumatisiert, ist unter Umst&auml;nden ein fachliches Gutachten n&ouml;tig, um angemessene Ma&szlig;nahmen zur Unterst&uuml;tzung bestimmen zu k&ouml;nnen.(54) Daf&uuml;r ist es dringend notwendig, insbesondere im Kontext des Schnellverfahrens, individuelle Gesundheitsbedarfe und erforderliche Verfahrensgarantien in einem systematischen Verfahren zu erfassen und zu gew&auml;hrleisten.(55) Grunds&auml;tzlich liegt die Feststellung von besonderem Schutzbedarf in Heidelberg bislang in der Verantwortung der Aufnahmebeh&ouml;rden.(56) Die USVB Heidelberg konnte zwar in einigen F&auml;llen bei der Identifizierung besonderer Schutzbed&uuml;rftigkeit mitwirken und die Antragstellenden auf dem Weg zu einer ad&auml;quaten Versorgung unterst&uuml;tzen. Der aufgrund des hohen Verfahrenstempos jedoch nicht ausreichend gew&auml;hrleistete Zugang zu qualifizierter Beratung wurde bereits problematisiert.<\/p>\n<p>Bis die im Einzelfall erforderlichen Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahmen bestimmt sind, sollte in diesen F&auml;llen das Asylverfahren bis auf weiteres ausgesetzt werden. Insbesondere die Anh&ouml;rung sollte verschoben werden, bis die erforderlichen Schutzma&szlig;nahmen gegriffen haben. Erstens, um einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes, etwa infolge unachtsamer Konfrontation mit einem Trauma vorzubeugen. Zweitens, um zu garantieren, dass die betroffene Person bis zur Anh&ouml;rung in der Lage ist in ausreichendem Ma&szlig;e von allen verfolgungsrelevanten Umst&auml;nden zu berichten. Ansonsten kann neben dem Risiko einer ungerechtfertigten Ablehnung auch eine Gefahr f&uuml;r Leib oder Leben bei R&uuml;ckkehr ins Herkunftsland nicht ausgeschlossen werden.(57)<\/p>\n<p>In der Praxis ist eine systematische Feststellung und Beurteilung besonderer Bed&uuml;rfnisse bei AntragstellerInnen im Verfahren in Heidelberg bislang nicht zu erkennen. Die Inaugenscheinnahme im Rahmen der Registrierung der Asylsuchenden dient der Erkennung infekti&ouml;ser Krankheiten. Beispielsweise werden auch k&ouml;rperliche Behinderungen oder eine Schwangerschaft in der Datei vermerkt. Psychische Erkrankungen etwa lassen sich aber nicht ohne weiteres feststellen. Anhaltspunkte f&uuml;r das Vorliegen einer solchen werden nirgends vermerkt. Seit Februar 2016 gibt es in Heidelberg zus&auml;tzlich zur amtlichen medizinischen Basisversorgung eine Notfallambulanz des Universit&auml;tsklinikums auf dem Gel&auml;nde, die im Wesentlichen ehrenamtlich getragen wird.(58) Zweimal w&ouml;chentlich bieten dort, neben anderen Fach&auml;rztInnen, zwei PsychologInnen bzw. PsychiaterInnen eine Sprechstunde an &#8211; jeweils f&uuml;r einen halben Tag. Sie k&ouml;nnen naturgem&auml;&szlig; nur eine begrenzte Anzahl von PatientInnen am Tag sehen. Au&szlig;erdem scheitert die Verst&auml;ndigung in den Sprechstunden allzu oft an nicht ausreichend vorhandenen (ebenfalls ehrenamtlichen) Dolmetscherkapazit&auml;ten. In der Folge werden psychosoziale Bedarfe wie auch Barrierefreiheit, Ern&auml;hrung, Baby&shy;ausstattung, Hygiene und gesundheitliche Bedarfe sehr h&auml;ufig in der Sozial- und Verfahrensberatung angesprochen. Immer wieder sind etwa bei dem privaten Betreiber der Einrichtung nach AsylbLG zu gew&auml;hrende Hilfsmittel wie Rollst&uuml;hle nicht in ausreichender Zahl vorr&auml;tig.(59) In diesem Zusammenhang wird &#8211; wie auch bei der inl&auml;ndischen Familienzusammenf&uuml;hrung &#8211; regelm&auml;&szlig;ig die Erfahrung gemacht, dass eine Unterst&uuml;tzung durch BeraterInnen im Einzelfall zu ungleich besseren Ergebnissen f&uuml;hren kann. Das Dilemma aus Sicht der Sozialen Arbeit ist auch hier, dass das berechtigte Interesse, die Rechte der KlientInnen sch&uuml;tzen zu wollen, nicht zur selbstst&auml;ndigen Handlungsf&auml;higkeit erm&auml;chtigt, sondern das allgegenw&auml;rtige Gef&uuml;hl der Nichtwirksamkeit f&uuml;r Asylsuchende einmal mehr verst&auml;rkt.<\/p>\n<p>F&uuml;r AntragstellerInnen aus sogenannten &#8222;sicheren Herkunftsl&auml;ndern&#8220; erkl&auml;rt das BAMF den Erfolg seiner Verfahrensbeschleunigung damit, dass &#8222;in vielen Verfahren der Sachvortrag zur Widerlegung der Regelvermutung nicht ausreichend ist und dadurch zeitaufw&auml;ndige Beweiserhebungen und Sachverhaltsaufkl&auml;rungen entfallen.&#8220;(60) Die Sachverhaltsaufkl&auml;rung in Bezug auf besondere Schutzw&uuml;rdigkeit sollte jedoch in einem rechtsstaatlichen Verfahren unter keinen Umst&auml;nden entfallen. Vielmehr ist ein &#8222;entschleunigtes&#8220; Asylverfahren geboten, sobald Anhaltspunkte f&uuml;r einen Bedarf an besonderen Verfahrensgarantien vorliegen.(61) Dies stellt die Verfahrensrichtlinie insbesondere f&uuml;r AntragstellerInnen aus Sicheren Herkunftsstaaten explizit klar, sofern bei letzteren ein entsprechender Bedarf vorliegt.(62) Im Hinblick auf das Klageverfahren nach einer Ablehnung weist der Jesuiten-Fl&uuml;chtlingsdienst darauf hin: &#8222;Auch ist besondere Vorsicht bei der Ablehnung eines Asylantrages als &#8218;offensichtlich unbegr&uuml;ndet&#8216; (o.u.) walten zu lassen, weil diese Ablehnung zu verk&uuml;rzten Rechtsmittelverfahren f&uuml;hrt.&#8220; Die o.u.-Ablehnung sei mit dem besonderen Schutzbedarf &#8222;nicht in Einklang zu bringen&#8220;.(63) Denn weder die verk&uuml;rzte Klagefrist noch die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung d&uuml;rfen laut AsylVfRL f&uuml;r AntragstellerInnen mit besonderen Verfahrensgarantien gelten.(64) Schon die normalen Rechtsmittelfristen f&uuml;r einfach abgelehnte Antr&auml;ge sind angesichts der Verlegung in eine andere Unterkunft unmittelbar nach der Bescheiderstellung eine Herausforderung f&uuml;r viele AntragstellerInnen.<\/p>\n<p>Der neue Wohnort bedeutet den Abbruch vorhandener Beratungskontakte und das Erfordernis, innerhalb k&uuml;rzester Zeit eine Rechtsberatung bzw. -vertretung zu suchen. Da die Auszahlung der AsylbLG-Leistungen zur Deckung des notwendigen pers&ouml;nlichen Bedarfs in Heidelberg nur einmal monatlich erfolgt, ist nicht gew&auml;hrleistet, dass ein Rechtsanwalt &#8211; selbst in Raten &#8211; bezahlt werden kann. Der Rechtsanspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf vor Gericht gem&auml;&szlig; Artikel 46 Absatz 1 AsylVfRL ger&auml;t damit faktisch in Not.<\/p>\n<h5><span id=\"fazit\">Fazit<\/span><\/h5>\n<p>Zusammenfassend l&auml;sst sich das Heidelberger Modell als Versuch beschreiben, den steigenden Fl&uuml;chtlingszahlen des Jahres 2015 und dem daraus gewachsenen politischen Handlungsdruck ein beschleunigtes Verfahren entgegenzusetzen. Mit dessen Verk&uuml;rzung auf bis zu 48 Stunden wurde ein gesellschaftliches Interesse bedient, Asylverfahren schnell und kosteng&uuml;nstig abzuschlie&szlig;en. Gleichzeitig wurde erstmals die Vorgabe der EU-Asylverfahrensrichtlinie erf&uuml;llt, welche zwischen der Registrierung und formellen Antragstellung maximal zwei Wochen Abstand vorsieht.(65) Diejenigen AntragstellerInnen, deren Asylantrag schnell anerkannt wurde, profitierten von einer k&uuml;rzeren Aufenthaltsdauer in den Aufnahmeeinrichtungen und hatten eher die Gelegenheit ihren Integrationsprozess zu beginnen. Die beschleunigte Anh&ouml;rung und Entscheidung war dabei nur AntragstellerInnen aus bestimmten L&auml;ndern vorbehalten. Antr&auml;ge aus sonstigen L&auml;ndern wie Gambia, Afghanistan und Nigeria, welche in der Summe jene aus den L&auml;ndern der Kategorien A und B im Mai 2016 &uuml;berstiegen,(66) werden wie in der Vergangenheit &uuml;ber viele Monate hinweg nicht bearbeitet.(67) Das Modellverfahren in Heidelberg ist deshalb nicht allein an einer durchschnittlichen Senkung der Verfahrensdauer zu messen. Zur Bewertung des Schnellverfahrens sind auch dessen Auswirkungen auf grundlegende Verfahrensrechte f&uuml;r einige besondere Risikogruppen zu beurteilen, denen es nicht gerecht wird.<\/p>\n<p>Antragstellerinnen mit Familienangeh&ouml;rigen in einem anderen EU-Mitgliedstaat laufen Gefahr, aufgrund fehlender Orientierung im Verfahren diesen schutzw&uuml;rdigen Umstand nicht rechtzeitig geltend machen zu k&ouml;nnen. Personen mit besonderer Schutzbed&uuml;rftigkeit, denen den EU-Richtlinien zufolge besondere Verfahrensgarantien zustehen, drohen in Heidelberg nicht identifiziert und folglich nicht ad&auml;quat unterst&uuml;tzt zu werden. Das sogenannte Modellverfahren l&auml;sst bisher ein systematisches Screening zur Feststellung und Ermittlung besonderer Bed&uuml;rfnisse vermissen. Es kann daher nicht gew&auml;hrleisten, dass alle Antragstellerinnen in der Lage sind, sich sachgerecht in ihrem Verfahren zu &auml;u&szlig;ern. Zudem riskiert es die physische und psychische Gesundheit von Asylsuchenden und dadurch m&ouml;glicherweise einen Mehraufwand f&uuml;r die &ouml;ffentliche Hand. Ankommenden Schutzsuchenden muss im beschleunigten Verfahren ferner effektiver der Zugang zu qualifizierter und unabh&auml;ngiger Sozial- und Verfahrensberatung erm&ouml;glicht werden. Dies erweist sich insbesondere im Vorfeld der Anh&ouml;rung als in vielen F&auml;llen ausschlaggebend f&uuml;r ein faires Verfahren. In der Erfahrung mit dem Schnellverfahren in Heidelberg scheitert der effektive Beratungszugang an der wenigen verf&uuml;gbaren Zeit vor der Anh&ouml;rung.<\/p>\n<p>Wenn die Entscheidung &uuml;ber den Asylantrag ansteht, sollte letztlich daf&uuml;r gesorgt werden, dass abgelehnte AntragstellerInnen wie auch subsidi&auml;r Schutzberechtigte die effektive M&ouml;glichkeit zu einem Rechtsbehelf haben. Im Heidelberger Modell ist diese M&ouml;glichkeit, bei den &uuml;blichen kurzen Rechtsmittelfristen, durch die Wohnortverlegung im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der Bescheidzustellung eingeschr&auml;nkt. F&uuml;r AntragstellerInnen, die Familienangeh&ouml;rige in Kriegs- oder Krisengebieten haben, besteht dadurch ein erh&ouml;htes Risiko diese Familienangeh&ouml;rigen nicht mehr nachholen zu k&ouml;nnen. Die Verl&auml;ngerung der Aufenthaltsdauer im Ankunftszentrum um weitere zwei Wochen nach einem Ablehnungsbescheid und eine Verl&auml;ngerung der Rechtsmittelfristen im Schnellverfahren w&auml;ren zwei m&ouml;gliche Ans&auml;tze, dies zu entsch&auml;rfen. W&auml;re au&szlig;erdem den Asylsuchenden der Zielort einer anstehenden Verlegung im Vorhinein bekannt, lie&szlig;e sich eine Folgeberatung oder Rechtsvertretung eher organisieren.<\/p>\n<p><i><b>JOHANNES&nbsp;MOLL<\/b>&nbsp;&nbsp; ist studierter Islamwissenschaftler und derzeit als Teamleiter in der Unabh&auml;ngigen Sozial- und Verfahrensberatung des Diakonischen Werkes Heidelberg und des Caritasverbandes Heidelberg t&auml;tig. <\/i><\/p>\n<h5><span id=\"quellen\">Quellen:<\/span><\/h5>\n<p>Antonovsky, Aaron: Salutogenese &#8211; Zur Entmystifizierung der Gesundheit, DGVT-Verlag, 1997<\/p>\n<p>BAMF, Ankunftszentren, 26.04.2016, <a href=\"http:\/\/www.bamf.de\/DE\/Migration\/AsylFluecht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bamf.de\/DE\/Migration\/AsylFluecht<\/a> linge\/Asylverfahren\/BesondereVerfahren\/ModellverfahrenErprobungszentren\/modellverfahren-erprobungszentren-node.html (letzter Zugriff 22.06.2016)<\/p>\n<p>BAMF: Asylgesch&auml;ftsstatistiken \/ Bundesamt in Zahlen \/ Freiwillige R&uuml;ckkehr mit REAG\/GARP, abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.bamf.de\/DE\/Infothek\/Statistiken\/statistiken-node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bamf.de\/DE\/Infothek\/Statistiken\/statistiken-node.html<\/a> (letzter Zugriff 26.7.2016)<\/p>\n<p>BAMF, Entscheiderbrief 11\/2014, 14.11.2014, <a href=\"https:\/\/www.bamf.de\/SharedDocs\/Anla\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bamf.de\/SharedDocs\/Anla<\/a> gen\/DE\/Publikationen\/Entscheiderbrief\/2014\/entscheiderbrief-11-2014.pdf (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>BAMF, Leitfaden zum Aufbau eines Ankunftszentrums, 09.06.2016, <a href=\"http:\/\/www.bamf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bamf<\/a>. de\/SharedDocs\/Anlagen\/DE\/Publikationen\/Broschueren\/leitfade-aufbau-ankunftszentrum.html?nn=7484546 (letzter Zugriff 22.06.2016)<\/p>\n<p>BAMF, Verfahrensrichtlinie, 20.07.2015, Leitfaden zur unmittelbaren innerstaatlichen Anwendung der Richtlinie 2013\/32\/ EU des Rates vom 26.06.2013,&nbsp; <a href=\"http:\/\/www.migra\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.migra<\/a> tionsrecht.net\/leitfaden-des-bundesamtes-zur-unmittelbaren-innerstaatlichen-anwendung-der-verfahrensrichtlinie.html?catid=66 (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>BAMF, Presseeinladung, 05.02.2016, <a href=\"http:\/\/www.bamf.de\/SharedDocs\/Pressemitteil\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bamf.de\/SharedDocs\/Pressemitteil<\/a> ungen\/DE\/2016\/20160205-004-presseeinladung-bilanz-pk.html (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>BAMF, Sichere Herkunftsl&auml;nder, 22.12.2015, <a href=\"http:\/\/www.bamf.de\/DE\/Migration\/AsylFluechtlinge\/Asylverfahren\/BesondereVerfahren\/SichereHerkunftsl%C3%A4nder\/sichere-herkunftsl%C3%A4nder.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bamf.de\/DE\/Migration\/AsylFluechtlinge\/Asylverfahren\/BesondereVerfahren\/SichereHerkunftsl%C3%A4nder\/sichere-herkunftsl%C3%A4nder.html<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>BAMF, Standorte, 2016, <a href=\"http:\/\/www.bamf.de\/DE\/DasBAMF\/Aufbau\/Standorte\/Anku\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bamf.de\/DE\/DasBAMF\/Aufbau\/Standorte\/Anku<\/a> nftszentren\/ankunftszentren-node.html (letzter Zugriff 25.06.2016)<\/p>\n<p>BAMF, Vorstellung Ankunftsnachweis f&uuml;r Asylsuchende, 10.12.2015, <a href=\"https:\/\/www.ba\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.ba<\/a> mf.de\/SharedDocs\/Meldungen\/DE\/2015\/20151209-PK-vorstellung-ankunftsnachweis.html (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>BAMF, Vorstellung Modellverfahren Heidelberg, 18.12.2015, <a href=\"https:\/\/www.bamf.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bamf.de\/<\/a> SharedDocs\/Meldungen\/DE\/2015\/20151218-vorstellung-mod ellverfahren-heidelberg.html (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und Bundes&auml;rztekammer (B&Auml;K), Vorschlag zu den Eckpunkten eines Modellprojektes zur Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Fl&uuml;chtlinge, 08.10.2015, <a href=\"http:\/\/lpk-bw.de\/archiv\/news2015\/pdf\/2015\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/lpk-bw.de\/archiv\/news2015\/pdf\/2015<\/a> 1016_vorschlag_modellprojekt_versorgung_psychisch_kranker_fluechtlinge_bptk_baek.pdf (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Classen, Georg, Leitfaden Asylbewerberleistungsgesetz, Mai 2013, <a href=\"http:\/\/www.fluechtlingsin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.fluechtlingsin<\/a> fo-berlin.de\/fr\/asylblg\/AsylbLG-Leitfaden.pdf (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Deutscher Bundestag, Innenausschuss: Ausschussdrucksache 18(4)411 &#8211; Asylbeschleunigungsgesetz, 08.10.2015, <a href=\"http:\/\/www.fluechtlingsinfo-berlin.de\/fr\/pdf\/PRO_ASYL_AsylG\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.fluechtlingsinfo-berlin.de\/fr\/pdf\/PRO_ASYL_AsylG<\/a>_ 2015.pdf (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Heidelberg und Caritasverband Heidelberg e.V., Fachliche Konzeption Verfahrens- und Sozialberatung BEA Heidelberg, 11.05.2015 (nicht &ouml;ffentlich)<\/p>\n<p>Focus Online, Psychiater: Fl&uuml;chtlinge brauchen erst einmal Sicherheit, 07.04.2016, <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/regional\/hessen\/migration-psychiater-fluechtlinge-brauchen-erst-einmal-sicherheit_id_5415542.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.focus.de\/regional\/hessen\/migration-psychiater-fluechtlinge-brauchen-erst-einmal-sicherheit_id_5415542.html<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Frankfurter Neue Presse, Traumatisierte Fl&uuml;chtlinge behandeln, 24.09.2015, <a href=\"http:\/\/www.fnp.de\/lokales\/frankfurt\/Traumatisierte-Fluechtlinge-behandeln;art675%2C1606400\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.fnp.de\/lokales\/frankfurt\/Traumatisierte-Fluechtlinge-behandeln;art675,1606400<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Friele, B. und Saborowski, N.: Zur fr&uuml;hzeitigen Erkennung besonders schutzbed&uuml;rftiger Asylsuchender, Asylmagazin 4\/2015, S. 110ff.<br \/>Gesetz &uuml;ber die Aufnahme von Fl&uuml;chtlingen (Fl&uuml;chtlingsaufnahmegesetz &#8211; Fl&uuml;AG) vom 19. Dezember 2013, <a href=\"http:\/\/www.landesrecht-bw.de\/jportal\/?aiz=true&amp;max=true&amp;psml=bsbawueprod.psml&amp;quelle=jlink&amp;query=Fl%C3%BCAG+BW\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.landesrecht-bw.de\/jportal\/?quelle=jlink&amp;query=Fl%C3%BCAG+BW&amp;psml=bsbawueprod.psml&amp;max=true&amp;aiz=true<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Heinold, Hubert: Asylverfahren Syrien, Eritrea, Afghanistan &#8211; Inforundschreiben, 10.05.2016<\/p>\n<p>Hofmann, Rainer: Merkblatt f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge zur Anh&ouml;rung beim Bundesamt, Juli 2014, <a href=\"http:\/\/dav-auslaender-und-asylrecht.de\/files\/page\/0_46185300_1420673877s.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/dav-auslaender-und-asylrecht.de\/files\/page\/0_46185300_1420673877s.pdf<\/a><\/p>\n<p>Initiative Hochschullehrender zu Sozialer Arbeit in Gemeinschaftsunterk&uuml;nften, Positionspapier &#8211; Soziale Arbeit mit Gefl&uuml;chteten in Gemeinschaftsunterk&uuml;nften &#8211; Professionelle Standards und sozialpolitische Basis, 2016, <a href=\"http:\/\/www.fluechtlingssozialarbeit.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.fluechtlingssozialarbeit.de\/<\/a> (letzter Zugriff 22.06.2016)<\/p>\n<p>IASSW\/IFSW, Globale Definition Sozialer Arbeit, 2014, <a href=\"https:\/\/www.dbsh.de\/beruf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dbsh.de\/beruf\/<\/a> definition-der-sozialen-arbeit.html (letzter Zugriff 22.06.2016)<\/p>\n<p>Integrationsministerium Baden-W&uuml;rttemberg, Zugang Asylbegehrender (Erstantr&auml;ge) in Baden-W&uuml;rttemberg im Mai 2016, <a href=\"http:\/\/integrationsministerium-bw.de\/pb\/%2CLde\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/integrationsministerium-bw.de\/pb\/,Lde\/<\/a> Startseite\/Fluechtlingspolitik\/Asylbewerber_+Archiv+Monatsstatistik#mai2016 (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Jelpke, Ulla: BAMF dr&auml;ngt immer mehr Fl&uuml;chtlinge in Schutzstatus ohne Familiennachzugsm&ouml;glichkeit, 09.05.2016, <a href=\"http:\/\/www.ulla-jelpke.de\/2016\/05\/bamf-draengt-immer-mehr-fluechtlinge-in-schutzstatus-ohne-familiennachzugsmoeglichkeit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.ulla-jelpke.de\/2016\/05\/bamf-draengt-immer-mehr-fluechtlinge-in-schutzstatus-ohne-familiennachzugsmoeglichkeit\/<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Ke&szlig;ler, Stefan: Unmittelbare Anspr&uuml;che und gesetzgeberischer Handlungsbedarf aus den EU-Aufnahme- und Asylverfahrensrichtlinien &#8211; Diskussionspapier (Neufassung), 16.12.2015, <a href=\"http:\/\/www.kircheundgesellschaft.de\/fileadmin\/Dateien\/Fachbereich_I\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.kircheundgesellschaft.de\/fileadmin\/Dateien\/Fachbereich_I\/<\/a> Dokumente\/Tagungsdokumentationen\/Asylpolitisches_Forum_2015\/AufnRL_und_deutsches_Recht.pdf (letzter Zugriff 22.06.2016)<\/p>\n<p>Landes&auml;rztekammer Baden-W&uuml;rttemberg und Landespsychotherapeutenkammer Baden-W&uuml;rttemberg, Ambulante medizinische, psychosoziale und psychotherapeutische Versorgung von traumatisierten MigrantInnen in Baden-W&uuml;rttemberg &#8211; 1. Versorgungsbericht, September 2011, <a href=\"http:\/\/lpk-bw.de\/archiv\/news2011\/pdf\/111013_versorgungsbericht_traumatisierte_migranten.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/lpk-bw.de\/archiv\/news2011\/pdf\/111013_versorgungsbericht_traumatisierte_migranten.pdf<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Landes&auml;rztekammer Baden-W&uuml;rttemberg und Landespsychotherapeutenkammer Baden-W&uuml;rttemberg, Traumatisierte MigrantInnen &#8211; Ambulante medizinische, psychosoziale und psychotherapeutische Versorgung von traumatisierten MigrantInnen in Baden-W&uuml;rttemberg &#8211; 2. Versorgungsbericht, Oktober 2015, <a href=\"http:\/\/lpk-bw.de\/archiv\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/lpk-bw.de\/archiv\/<\/a> news2015\/pdf\/20151002_laek_lpk_bw_traumatisierte_fluechtlinge_versorgungsberi cht_2.pdf (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Pro Asyl, BAMF-Entscheidungspraxis ge&auml;ndert: F&uuml;r immer mehr SyrerInnen wird der Familiennachzug ausgesetzt, 23.05.2016, <a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/wp-content\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.proasyl.de\/wp-content\/<\/a> uploads\/2015\/12\/Rechtspolitisches-Papier_Familiennachzug_aktuell_final.pdf (letzter Zugriff 27.06.2016)<br \/>Pro Asyl, Neue Asylpraxis beim BAMF: Immer mehr Syrerinnen und Syrer kriegen &#8222;nur&#8220; subsidi&auml;ren Schutz, 19.05.2016, <a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/news\/neue-asylpraxis-beim-bamf-immer-mehr-syrerinnen-und-syrer-kriegen-nur-subsidiaeren-schutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.proasyl.de\/news\/neue-asylpraxis-beim-bamf-immer-mehr-syrerinnen-und-syrer-kriegen-nur-subsidiaeren-schutz\/<\/a> (letzter Zugriff 22.06.2016)<\/p>\n<p>Rhein-Neckar-Zeitung, Fl&uuml;chtlinge in Patrick Henry Village &#8211; &Uuml;berraschungsbesuch des Ministerpr&auml;sidenten, 25.07.2015, <a href=\"http:\/\/www.rnz.de\/nachrichten\/heidelberg_artikel%2C-Fluechtlinge-in-Patrick-Henry-Village-Ueberraschungsbesuch-des-Ministerpraesidenten-_arid%2C114826.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.rnz.de\/nachrichten\/heidelberg_artikel,-Fluechtlinge-in-Patrick-Henry-Village-Ueberraschungsbesuch-des-Ministerpraesidenten-_arid,114826.html<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Rhein-Neckar-Zeitung, Neue Ambulanz in Patrick Henry Village &#8211; K&uuml;rzere Wege f&uuml;r kranke Fl&uuml;chtlinge, 13.02.2016, <a href=\"http:\/\/www.rnz.de\/nachrichten\/heidelberg_artikel%2C-Neue-Ambulanz-in-Patrick-Henry-Village-Kuerzere-Wege-fuer-kranke-Fluechtlinge-_arid%2C169204.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.rnz.de\/nachrichten\/heidelberg_artikel,-Neue-Ambulanz-in-Patrick-Henry-Village-Kuerzere-Wege-fuer-kranke-Fluechtlinge-_arid,169204.html<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<br \/>Richtlinie 2011\/95\/EU des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 &uuml;ber Normen f&uuml;r die Anerkennung von Drittstaatsangeh&ouml;rigen oder Staatenlosen als Personen mit Anspruch auf internationalen Schutz, f&uuml;r einen einheitlichen Status f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge oder f&uuml;r Personen mit Anrecht auf subsidi&auml;ren Schutz und f&uuml;r den Inhalt des zu gew&auml;hrenden Schutzes (QuRL)<\/p>\n<p>Richtlinie 2013\/32\/EU des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren f&uuml;r die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (AsylVfRL)<br \/>Richtlinie 2013\/33\/EU des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen f&uuml;r die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (AufnRL)<\/p>\n<p>Saborowski, Nadja: Wie werden besondere Bed&uuml;rfnisse nach der Aufnahmerichtlinie ermittelt? Empfehlungen aus der Praxis, Asylmagazin 7&#8211;8\/2014, S. 242&#8211;245<\/p>\n<p>Stadt Heidelberg, Best&auml;tigung des Landes &#8211; Patrick Henry Village bleibt reines Registrierungszentrum, 04.12.2015, <a href=\"http:\/\/www.heidelberg.de\/hd%2CLde\/04_12_2015+bestaetigung+des+landes_+patrick+henry+village+bleibt+reines+registrierungszentrum.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.heidelberg.de\/hd,Lde\/04_12_2015+bestaetigung+des+landes_+patrick+henry+village+bleibt+reines+registrierungszentrum.html<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Stadt Heidelberg, Erweitertes medizinisches Angebot f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge im Patrick Henry Village, 12.02.2016, <a href=\"http:\/\/www.heidelberg.de\/hd%2CLde\/12_02_2016+erweitertes+medizinisches+angebot+fuer+fluechtlinge+im+patrick+henry+village.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.heidelberg.de\/hd,Lde\/12_02_2016+erweitertes+medizinisches+angebot+fuer+fluechtlinge+im+patrick+henry+village.html<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Stadt Heidelberg, Ministerpr&auml;sident Kretschmann besuchte die Fl&uuml;chtlingsnotunterkunft im Patrick Henry Village, 27.07.2015, <a href=\"http:\/\/www.heidelberg.de\/hd%2CLde\/27_07\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.heidelberg.de\/hd,Lde\/27_07<\/a>_ 2015+Ministerpraesident+Kretschmann+besuchte+die+Fluechtlingsnotunterkunft+im+Patrick+Henry+Village.html (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>S&uuml;ddeutsche Zeitung, Jeder Syrer muss zur Anh&ouml;rung, 01.01.2016, <a href=\"http:\/\/www.suedd\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.suedd<\/a> eutsche.de\/politik\/asylverfahren-jeder-syrer-muss-zur-anhoerung-1.2802998 (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>SWR, Kretschmann informiert sich vor Ort, 25.07.2015, <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/landessch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.swr.de\/landessch<\/a> au-aktuell\/bw\/mannheim\/heidelberg-kretschmann-fluechtlinge-fluechtlingsunterku nft\/-\/id=1582\/did=15890032\/nid=1582\/bfhiyb\/index.html (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Tagesschau.de, Bundesamt f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge &#8211; Asylverfahren dauern im Schnitt l&auml;nger, 26.04.2016, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/bamf-zahlen-asyl-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.tagesschau.de\/bamf-zahlen-asyl-101.html<\/a> (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>UNHCR, International Protection Considerations with Regard to People Fleeing the Syrian Arab Republic &#8211; Update IV, November 2015, <a href=\"http:\/\/www.refworld.org\/pdfid\/5641ef894\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.refworld.org\/pdfid\/5641ef894<\/a>. pdf (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Universit&auml;tsklinikum Heidelberg, QuantiFERON-TB Gold in Tube Test zum Nachweis der Infektion mit Mycobacterium tuberculosis, <a href=\"https:\/\/www.klinikum.uni-heidelberg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.klinikum.uni-heidelberg<\/a>. de\/fileadmin\/inst_hygiene\/med_mikrobiologie\/download\/qft-infosCD.pdf (letzter Zugriff 27.06.2016)<\/p>\n<p>Verordnung (EU) Nr. 603\/2013 des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 &uuml;ber die Einrichtung von Eurodac &uuml;ber den Ableich von Fingerabdruckdaten&#8230; (EURODAC-VO)<\/p>\n<p>Verordnung (EU) Nr. 604\/2013 des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats&#8230; (Dublin III-VO)<\/p>\n<p>Vilmar, Franziska: Die Neufassung der Asylverfahrensrichtlinie, in: Neuregelungen im EU-Fl&uuml;chtlingsrecht &#8211; Beilage zum Asylmagazin 7-8\/2013, S. 21ff, Juli 2013.<\/p>\n<p>Welt.de, Ab 2016 gibt es keine Ausnahme f&uuml;r Syrer mehr, 31.12.2015, <a href=\"http:\/\/www.welt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.welt<\/a> .de\/politik\/deutschland\/article150489521\/Ab-2016-gibt-es-keine-Ausnahme-fuer-Syrer-mehr.html<\/p>\n<p>Welt.de, BAMF-Personalrat spricht Asylverfahren Rechtsstaatlichkeit ab, 12.11.2015, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article148768910\/BAMFPersonalrat-spricht-Asylverfahren-Rechtsstaatlichkeit-ab.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article148768910\/BAMFPersonalrat-spricht-Asylverfahren-Rechtsstaatlichkeit-ab.html<\/a><br \/>Wirtgen, Waltraud: Traumatisierte Fl&uuml;chtlinge &#8211; Psychische Probleme bleiben meist unerkannt, Deutsches &Auml;rzteblatt, Jg.106, Heft 49, 04.12.2009, S. 2463ff, <a href=\"http:\/\/www.aerzteblatt.de\/pdf.asp?id=66991\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.aerzteblatt.de\/pdf.asp?id=66991<\/a><\/p>\n<h5><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h5>\n<p>(1)&nbsp; Vgl. BAMF, Vorstellung Modellverfahren, 18.12.2015.<\/p>\n<p>(2)&nbsp; Vgl. BAMF, Ankunftszentren, 26.04.2016.<\/p>\n<p>(3)&nbsp; Vgl. BAMF, Presseeinladung, 05.02.2016. Im Juni 2016 gab es laut BAMF bereits 19 Ankunftszentren bundesweit (vgl. BAMF, Standorte, 2016).<\/p>\n<p>(4)&nbsp; Vgl. SWR, 25.07.2015.<\/p>\n<p>(5)&nbsp; Vgl. Stadt Heidelberg, Best&auml;tigung, 04.12.2015. Seit der Schlie&szlig;ung der Balkanroute ist die Belegung analog zu den deutschlandweiten Zugangszahlen deutlich zur&uuml;ckgegangen. Im Juni 2016 waren etwa 1.800 Pl&auml;tze belegt.<\/p>\n<p>(6)&nbsp; Auf dem Gel&auml;nde des Ankunftszentrums gibt es eine vorl&auml;ufige Inobhutnahme mit bis zu 60 Pl&auml;tzen, betrieben von Tr&auml;gern der Kinder- und Jugendhilfe. Die Altersfestsetzung verantwortet das Kinder- und Jugendamt Heidelberg.<\/p>\n<p>(7)&nbsp; Erstverteilung der Asylbegehrenden. Es z&auml;hlen der K&ouml;nigsteiner Schl&uuml;ssel nach &sect; 45 AsylG sowie freie Kapazit&auml;ten, Herkunftsland und Aufnahmequoten.<\/p>\n<p>(8)&nbsp; Bescheinigung &uuml;ber die Meldung als Asylsuchender gem&auml;&szlig; &sect; 63a AsylG.<\/p>\n<p>(9)&nbsp; Vgl. BAMF, Vorstellung Ankunftsnachweis, 10.12.2015. Der Umsetzungsprozess war im Juni 2016 noch im Gange.<\/p>\n<p>(10) Beide Teile der Gesundheitsuntersuchung finden in Zeiten hoher Zugangszahlen noch am Tag der Registrierung statt. Im April bis Juni 2016 wurden sie am darauffolgenden Tag erledigt. Durchgef&uuml;hrt wird die Gesundheitsuntersuchung von Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes Heidelberg unter Zuhilfenahme von Leihpersonal. Nicht ger&ouml;ntgt werden Kinder unter 16 Jahren sowie Frauen, die angeben schwanger zu sein. Bei schwangeren Frauen wird ein QFT-Test durchgef&uuml;hrt, vgl. Universit&auml;tsklinikum Heidelberg.<\/p>\n<p>(11) Richtlinie 2013\/33\/EU (AufnRL) vom 26. Juni 2013. Die Relevanz der fr&uuml;hzeitigen Feststellung von besonderer Schutzbed&uuml;rftigkeit wird weiter unten diskutiert.<\/p>\n<p>(12) Gem&auml;&szlig; Artikel 34 Absatz 3 Dublin III-VO.<\/p>\n<p>(13) Gem&auml;&szlig; Artikel 9, 10, 16 und 17 Dublin III-VO.<\/p>\n<p>(14) Verordnung (EU) Nr. 604\/2013 vom 26. Juni 2013.<\/p>\n<p>(15) Gem&auml;&szlig; &sect; 25 AsylG.<\/p>\n<p>(16) Gem&auml;&szlig; Artikel 5 Dublin III-VO.<\/p>\n<p>(17) BAMF, Ankunftszentren, 26.04.2016.<\/p>\n<p>(18) Ebd.<\/p>\n<p>(19) 1.887 Ablehnungen von serbischen AntragstellerInnen etwa standen im M&auml;rz diesen Jahres 954 dokumentierte freiwillige Ausreisen nach Serbien gegen&uuml;ber. Im Januar 2016 waren es noch 248 Ausreisen gegen&uuml;ber 2.203 Ablehnungen. Das entspricht einem Anstieg der Quote von 11% auf 50% (vgl. BAMF, Asylgesch&auml;ftsstatistik 1\/2016 und 3\/2016 sowie BAMF, Freiwillige R&uuml;ckkehr, 20.04. 2016). F&uuml;r Afghanistan lag die Quote der Ausreisen gegen&uuml;ber Ablehnungen im ersten Quartal 2016 bei 151%, f&uuml;r den Irak bei 360% und f&uuml;r den Iran gar bei 416% (ebd). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Gesamtzahl der R&uuml;ckkehrerInnen nach Afghanistan von 14 auf 919 Personen, in den Irak von 58 auf 1.226 und in den Iran von 60 auf 720 Personen (ebd).<\/p>\n<p>(20) Vgl. Artikel 20 und 12 der Richtlinie 2013\/32\/EU vom 26. Juni 2013 (AsylVfRL).<\/p>\n<p>(21) &sect;&nbsp;6 Absatz 2 Satz 2 des Gesetzes &uuml;ber die Aufnahme von Fl&uuml;chtlingen (Fl&uuml;chtlingsaufnahmegesetz &#8211; Fl&uuml;AG) vom 19.12.2013.<\/p>\n<p>(22) Die Beratungsstelle in gemeinsamer Tr&auml;gerschaft der kirchlichen Wohlfahrtsverb&auml;nde Diakonisches Werk Heidelberg und Caritasverband Heidelberg wurde im Januar 2016 erg&auml;nzt durch ein entsprechendes Angebot des Deutschen Roten Kreuzes Rhein-Neckar.<\/p>\n<p>(23) Vgl. Diakonisches Werk und Caritasverband, Fachliche Konzeption Verfahrens- und Sozialberatung, 11.05.2015<\/p>\n<p>(24) Initiative Hochschullehrender zu Sozialer Arbeit in Gemeinschaftsunterk&uuml;nften, 2016, S.<\/p>\n<p>(25) Vgl. Rhein-Neckar-Zeitung v. 25.07.2015; Stadt Heidelberg, Ministerpr&auml;sident Kretschmann, 27.07.2015.<\/p>\n<p>(26) Oben wurde beschrieben, dass das Personaldatenblatt selbstst&auml;ndig, mit alleiniger Unterst&uuml;tzung von &#8222;DolmetscherInnen&#8220; ausgef&uuml;llt wird. Die dabei eingesetzten SprachmittlerInnen arbeiten auf Honorarbasis sowohl f&uuml;r das RPK als auch f&uuml;r das BAMF. Eine professionelle Qualifikation wird f&uuml;r ihre T&auml;tigkeit nicht vorausgesetzt.<br \/>(27) Vgl. etwa Focus Online v. 07.04.2016.<\/p>\n<p>(28) Dieser Eindruck ergab sich aus dem Vergleich zahlreicher Anh&ouml;rungsniederschriften verschiedener Herkunftsl&auml;nder zwischen Juli 2015 und Juni 2016. Zu den allgemeinen Hinweisen und Fallstricken bzgl. der Anh&ouml;rung vgl. Hofmann, Merkblatt f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge, Juli 2014.<\/p>\n<p>(29) Vgl. BAMF, Ankunftszentren, 26.04.2016.<\/p>\n<p>(30) Nicht darunter fallen jedoch etwa der Iran (bereinigte Schutzquote von 72,5% im ersten Jahresdrittel 2016) oder Afghanistan (60,6%), vgl. BAMF, Asylgesch&auml;ftsstatistik 4\/2016.<\/p>\n<p>(31) Vgl. BAMF, Entscheiderbrief 11\/2014, S. 4.<\/p>\n<p>(32) Vgl. Artikel 31 Absatz 7 AsylVfRL.<\/p>\n<p>(33) Vgl. S&uuml;ddeutsche Zeitung v. 01.01.2016; Welt.de v. 31.12.2015 ; Welt.de v. 12.11.2015.<\/p>\n<p>(34) Entsprechendes geht aus Anh&ouml;rungsniederschriften hervor, die dem Autor vorliegen.<\/p>\n<p>(35) Vgl. Asylgesch&auml;ftsstatistiken 2-5\/2016.<\/p>\n<p>(36) Vgl. BAMF, Das Bundesamt in Zahlen 2015 &#8211; Asyl, 12.04.2016.<\/p>\n<p>(37) Vgl. &sect; 104 Absatz 13 AufenthG ; siehe dazu auch Jelpke, BAMF dr&auml;ngt, 09.05.2016; Pro Asyl, BAMF- Entscheidungspraxis ge&auml;ndert, 23.05.2016.<\/p>\n<p>(38) Vgl. Pro Asyl, BAMF-Entscheidungspraxis ge&auml;ndert, 23.05.2016, S. 2.<br \/>(39) Vgl. z.B. Zeit Online, 29.01.2016.<\/p>\n<p>(40) Vgl. Artikel 16 AsylVfRL i.V.m. Artikel 4 der Qualifikationsrichtlinie (RL 2011\/95\/EU). Der UNHCR h&auml;lt es indes f&uuml;r dringend geboten, SyrerInnen weiterhin den vollen GFK-Schutz zuzusprechen (vgl. UNHCR, Syria-Update IV, S. 22).<\/p>\n<p>(41) Pro Asyl, Neue Asylpraxis beim BAMF, 19.05.2016.<\/p>\n<p>(42) Pro Asyl, BAMF-Entscheidungspraxis ge&auml;ndert, 23.05.2016, S. 5.<\/p>\n<p>(43) Pro Asyl, Neue Asylpraxis beim BAMF, 19.05.2016.<\/p>\n<p>(44) Vgl. Diskussion oben.<\/p>\n<p>(45) Artikel 21 der Richtlinie 2013\/33\/EU vom 26. Juni 2013 beinhaltet eine &#8211; nicht abschlie&szlig;ende &#8211; Liste von als besonders schutzw&uuml;rdig anzusehenden Kriterien.<\/p>\n<p>(46) S. &sect;&nbsp;5 Fl&uuml;AG.<\/p>\n<p>(47) Seit dem 20.07.2015 sind die Regelungen der Richtlinien 2013\/32\/EU und 2013\/33\/EU unmittelbar anzuwenden, so sie nicht bereits in nationales Recht umgesetzt wurden (vgl. Ke&szlig;ler, Unmittelbare Anspr&uuml;che, 16.12.2015, S. 1).<\/p>\n<p>(48) Artikel 22 Absatz 1 AufnRL.<\/p>\n<p>(49) Artikel 24 Absatz 1 AsylVfRL.<\/p>\n<p>(50) Artikel 2 Satz 1 Buchstabe d) AsylVfRL.<\/p>\n<p>(51) Artikel 24 Absatz 3 Satz 2 AsylVfRL.<\/p>\n<p>(52) Artikel 24 Absatz 2 AsylVfRL verweist auf die Pr&uuml;fung nach den Kriterien f&uuml;r besondere Schutzbed&uuml;rftigkeit gem&auml;&szlig; Artikel 22 bzw. 21 AufnRL.<\/p>\n<p>(53) Artikel 24 Absatz 3 Satz 1 AsylVfRL.<\/p>\n<p>(54) Studien belegen, dass mindestens 40 Prozent der AsylbewerberInnen in Deutschland mehrfach trauma&shy;tisierende Erfahrungen machten und nachgewiesenerma&szlig;en unter Traumafolgest&ouml;rungen leiden (Landes&auml;rztekammer Baden-W&uuml;rttemberg, 2. Versorgungsbericht, Oktober 2015, S. 13). Zur angemessenen Versorgung psychisch kranker Fl&uuml;chtlinge siehe Bundespsychotherapeutenkammer, Vorschlag zu den Eckpunkten, 08.10.2015.<\/p>\n<p>(55) Vgl. Friele, B. und Saborowski, N., Asylmagazin 4\/2015, S. 110.<\/p>\n<p>(56) Die Beurteilung der besonderen Bed&uuml;rfnisse muss prinzipiell nicht von staatlichen Akteuren durch&shy;gef&uuml;hrt werden, vgl. Art. 22 Abs. 2 AufnRL. Beispiele aus anderen St&auml;dten zeigen, dass die Einbindung vorhandener Expertise von Einrichtungen, die auf die Unterst&uuml;tzung Asylsuchender mit besonderen Bed&uuml;rfnissen spezialisiert sind, ein zukunftsf&auml;higes Modell ist (vgl. Saborowski, Asylmagazin 7-8\/2014, S. 242ff) .<\/p>\n<p>(57) Vgl. Wirtgen, Traumatisierte Fl&uuml;chtlinge, 04.12.2009, S. 2464.<\/p>\n<p>(58) Vgl. Stadt Heidelberg, Erweitertes medizinisches Angebot, 12.02.2016; Rhein-Neckar-Zeitung v. 13.02.2016.<\/p>\n<p>(59) Zu den Leistungsanspr&uuml;chen gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 4 und 6 AsylbLG siehe Classen, Leitfaden Asylbewerberleistungsgesetz, Mai 2013, S. 7.<\/p>\n<p>(60) BAMF, Sichere Herkunftsl&auml;nder, 22.12.2015.<\/p>\n<p>(61) BAMF, Sichere Herkunftsl&auml;nder, 22.12.2015.<\/p>\n<p>(62) Vgl. Artikel 24 Absatz 3 Satz 2 AsylVfRL.<\/p>\n<p>(63) Ke&szlig;ler, Unmittelbare Anspr&uuml;che, 16.12.2015, S. 5.<\/p>\n<p>(64) Artikel 24 Absatz 3 Satz 2 AsylVfRL, i.V.m. Artikel 31 Absatz 8 AsylVfRL.<\/p>\n<p>(65) Artikel 6 AsylVfRL ; siehe dazu auch Vilmar, Beilage zum Asylmagazin 7-8\/2013, S. 22.<\/p>\n<p>(66) Gambia, Afghanistan und Nigeria stellten im Mai 2016 zusammengenommen 34,6 Prozent der Asylerstantr&auml;ge in Baden-W&uuml;rttemberg, w&auml;hrend Syrien, Afghanistan und Eritrea in Summe nur 25,2 Prozent ausmachten und die &#8222;sicheren Herkunftsl&auml;nder&#8220; Kosovo, Serbien, Mazedonien und Albanien zusammen auf 7,9 Prozent kamen (vgl. Integrationsministerium Baden-W&uuml;rttemberg, Zugang Asylbegehrender, Mai 2016).<\/p>\n<p>(67) Vgl. Tagesschau.de v. 26.04.2016.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2039],"publikationen":[1432],"class_list":["post-11449","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-johannes-moll","publikationen-214-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Das beschleunigte Asylverfahren im Ankunftszentrum Heidelberg - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/214-vorgaenge\/publikation\/das-beschleunigte-asylverfahren-im-ankunftszentrum-heidelberg-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das beschleunigte Asylverfahren im Ankunftszentrum Heidelberg - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Zwischen effizientem Verfahren und effektivem Rechtsschutz. 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