{"id":11544,"date":"2015-08-11T09:00:00","date_gmt":"2015-08-11T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/bestehende-strafbarkeitsluecken-bei-sexueller-gewalt-und-vergewaltigung\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:03","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:03","slug":"bestehende-strafbarkeitsluecken-bei-sexueller-gewalt-und-vergewaltigung","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/209\/publikation\/bestehende-strafbarkeitsluecken-bei-sexueller-gewalt-und-vergewaltigung\/","title":{"rendered":"Bestehende Strafbarkeitsl\u00fccken bei sexueller Gewalt und Vergewaltigung"},"content":{"rendered":"<p>Zusammenfassung einer Sachverst&auml;ndigen-Anh&ouml;rung des Deutschen Bundestages. Aus: vorg&auml;nge Nr. 209 (Heft 1\/2015), S. 111-115<\/p>\n<p><i>(Red.) Am 28. Januar 2015 f&uuml;hrte der Ausschuss f&uuml;r Recht und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages eine Anh&ouml;rung &uuml;ber eventuellen Handlungsbedarf im Sexualstrafrecht durch. Hintergrund war ein Antrag der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (BT-Drs.&nbsp;18\/1969), der sich auf das 2011 ratifizierte &Uuml;bereinkommen des Europarates zur Verh&uuml;tung und Bek&auml;mpfung von Gewalt gegen Frauen und h&auml;uslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) bezieht. Artikel 36 dieser Konvention verpflichtet die Unterzeichnerstaaten, alle Formen vors&auml;tzlich nicht einverst&auml;ndlicher sexueller Handlungen unter Strafe zu stellen. Das gilt auch dann, wenn (potenzielle) Opfer &#8222;nur&#8220; mit Worten widersprechen und sich nicht k&ouml;rperlich gegen &Uuml;bergriffe wehren. Danach besteht im deutschen Strafgesetz eine L&uuml;cke in den F&auml;llen, in denen das Opfer zwar seinen entgegenstehenden Willen ausdr&uuml;ckt, der T&auml;ter aber keinen Zwang einsetzen muss, um sein Vorhaben umzusetzen. Mara Kunz fasst die einzelnen Stellungnahmen der Sachverst&auml;ndigen kurz zusammen.<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"1-birgit-cirullies-leitende-oberstaatsanwaeltin-in-dortmund1\">1. Birgit Cirullies, Leitende Oberstaats&shy;an&shy;w&auml;ltin in Dortmund(1)<\/span><\/h5>\n<p>Frau OStAin Cirullies verneinte eine Reformbed&uuml;rftigkeit von &sect;&nbsp;177 StGB. Es seien kaum F&auml;lle der Hinnahme sexueller Handlungen trotz ausdr&uuml;cklichen und entschiedenen Nichtwollens denkbar, die nicht unter &sect;&nbsp;177 StGB fallen w&uuml;rden. Zwar komme etwa in den F&auml;llen, in denen zun&auml;chst ein entgegenstehender Wille bestehe, letztlich aber dem Ansinnen des T&auml;ters nachgegeben werde (z.B. wegen eines Sinneswandels, nach &Uuml;berredung oder Versprechungen oder wegen der Androhung von Nachteilen, die aber keine gegenw&auml;rtige Gefahr f&uuml;r Leib oder Leben darstellen) eine Strafw&uuml;rdigkeit wegen Vergewaltigung oder sexueller N&ouml;tigung nicht in Betracht, allerdings bestehe eventuell eine Strafbarkeit nach &sect; 240 Abs.4 S.2 Nr.1 StGB (besonders schwerer Fall der N&ouml;tigung). Dies w&uuml;rde dem Strafbed&uuml;rfnis auch gerecht. Einem m&uuml;ndigen erwachsenen Menschen sei zuzumuten, sein mangelndes Einverst&auml;ndnis eindeutig zum Ausdruck zu bringen und sich einer gewissen k&ouml;rperlichen Gegenwehr zu bedienen, s&auml;he man von den F&auml;llen der Drohung und der schutzlosen Lage ab. K&auml;me es allein auf die subjektive Einstellung des Opfers an, w&uuml;rde der strafrechtliche Verantwortungsbereich des T&auml;ters &uuml;berdehnt und eine ausufernde strafrechtliche Verfolgung w&auml;re zu bef&uuml;rchten. Es entst&uuml;nden Unsicherheiten, die unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten bei einem Verbrechenstatbestand nicht tragbar seien. Mit einem Anstieg der Zahl der Verfahren sei dann zwar m&ouml;glicherweise zu rechnen, gleichzeitig w&auml;re aber mangels objektiver Pr&uuml;fungskriterien eine erh&ouml;hte Gefahr f&uuml;r Fehlentscheidungen gegeben.<\/p>\n<h5><span id=\"2-oberstaatsanwalt-gregor-eisenhuth-leiter-der-abteilung-fuer-sexualstrafsachen-bei-der-staatsanwaltschaft-muenchen-i\">2. Oberstaats&shy;an&shy;walt Gregor Eisenhuth, Leiter der Abteilung f&uuml;r Sexual&shy;straf&shy;sa&shy;chen bei der Staats&shy;an&shy;walt&shy;schaft M&uuml;nchen I<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;OStA Eisenhuth machte bestehende Schutzl&uuml;cken deutlich: Vorausgegangene massive Einwirkungen des T&auml;ters auf das Opfer k&ouml;nnten dazu f&uuml;hren, dass der T&auml;ter sexuelle Handlungen ohne Einverst&auml;ndnis der betroffenen Person vornehmen k&ouml;nne, ohne in der konkreten Situation vor dem Geschlechtsverkehr Zwang anwenden zu m&uuml;ssen, weil sich das Opfer bereits aufgrund der Vorgeschichte nicht mehr zur Aus&uuml;bung von Gegenwehr in der Lage sehe bzw. diese f&uuml;r aussichtslos erachte. Gerade wer den Willen von unterlegenen Personen durch den Einsatz massiver k&ouml;rperlicher Gewalt effektiv gebrochen habe (charakteristisch seien insbesondere F&auml;lle schwerer h&auml;uslicher Gewalt), k&ouml;nne derzeit unter Umst&auml;nden bei nachfolgenden &Uuml;bergriffen gleichwohl nicht wegen sexueller N&ouml;tigung verurteilt werden. Ferner k&ouml;nnten Drohungen mit empfindlichen Nachteilen f&uuml;r das Opfer, wie etwa der Verlust des Arbeitsplatzes, derzeit nicht umfassend als Sexualstraftat verfolgt werden. Bei der Schaffung von neuen Tatbest&auml;nden m&uuml;sse allerdings auf die Nachweisbarkeit der Taten in der Praxis geachtet werden. Daher m&uuml;ssten auch neue Tatbestandsvoraussetzungen objektive Ankn&uuml;pfungspunkte besitzen. Es sei au&szlig;erdem darauf zu achten, dass die Schaffung erweiterter Straftatbest&auml;nde in diesem Bereich auch neue Missbrauchsm&ouml;glichkeiten in Form von vermehrten Anzeigen lediglich vermeintlicher Opfer er&ouml;ffne. Ein Tatbestand, der auf objektivierbare Voraussetzungen verzichte, bringe au&szlig;erdem die Gefahr mit sich, dass der Fokus des Strafprozesses auf dem Opferverhalten liege, was zu sekund&auml;ren Viktimisierungen f&uuml;hren k&ouml;nne. Eine Gesetzes&auml;nderung zur Behebung der Missst&auml;nde sei nicht zwingend erforderlich, es gen&uuml;ge, eine weitere Auslegung der bestehenden Tatbestandsmerkmale zuzulassen, um die Schutzl&uuml;cken zu schlie&szlig;en.<\/p>\n<h5><span id=\"3-rechtsanwaeltin-christina-clemm-berlin\">3. Rechts&shy;an&shy;w&auml;ltin Christina Clemm, Berlin<\/span><\/h5>\n<p>Auch Christina Clemm sah Schutzl&uuml;cken: derzeit sei nicht der Wille der betroffenen Person in die sexuelle Handlung ausschlaggebend f&uuml;r eine Strafbarkeit, sondern ausschlie&szlig;lich der Umstand, ob Zwang angewendet worden sei. Deshalb sei ein Tatbestand erforderlich, der auf s&auml;mtliche N&ouml;tigungsmittel als Voraussetzung der Strafbarkeit verzichte und allein auf den entgegenstehenden Willen der betroffenen Person abstelle, der f&uuml;r den Handelnden erkennbar sein m&uuml;sse. Rechtsanw&auml;ltin Clemm favorisierte deshalb den Formulierungsvorschlag von Prof. Dr. H&ouml;rnle, den diese f&uuml;r das Deutsche Institut f&uuml;r Menschenrechte formulierte: &#8222;Wer gegen den erkl&auml;rten Willen einer Person oder unter Umst&auml;nden, in denen fehlende Zustimmung offensichtlich ist, sexuelle Handlungen an dieser vornimmt oder an sich vornehmen l&auml;sst oder diese Person zur Vornahme oder Duldung einer sexuellen Handlung an oder mit einem Dritten bestimmt&#8230;&#8220;(2)<\/p>\n<h5><span id=\"4-katja-grieger-bundesverband-frauenberatungsstellen-und-frauennotrufe-bff-frauen-gegen-gewalt-ev\">4. Katja Grieger, Bundes&shy;ver&shy;band Frauen&shy;be&shy;ra&shy;tungs&shy;stellen und Frauen&shy;not&shy;rufe, bff: Frauen gegen Gewalt e.V.<\/span><\/h5>\n<p>Der Verein bff legte eine Fallanalyse zu bestehenden Schutzl&uuml;cken bei der Anwendung des deutschen Sexualstrafrechts bez&uuml;glich erwachsener Betroffener vor. Die Verfasserinnen kommen dabei zu dem Ergebnis, dass die derzeitige deutsche Rechtslage den realen Situationen, in denen sexuelle &Uuml;bergriffe stattf&auml;nden, nicht gerecht werde. So seien nicht alle relevanten Drohungen von &sect; 177 Abs. 1 Nr. 2 StGB, sondern , lediglich die Drohung mit gegenw&auml;rtiger Gefahr f&uuml;r Leib oder Leben erfasst. Zentraler Bezugspunkt f&uuml;r eine Strafbarkeit sei die Widerstandsleistung der betroffenen Person. Ein wissentliches Hinwegsetzen eines T&auml;ters &uuml;ber ein erkl&auml;rtes &#8222;Nein&#8220; reiche hingegen f&uuml;r eine Strafbarkeit nicht aus. Es m&uuml;sse jedoch jede sexuelle Handlung ohne Einverst&auml;ndnis der Betroffenen strafbar sein, wenn der T&auml;ter das fehlende Einverst&auml;ndnis vors&auml;tzlich missachte. Dies gelte etwa auch f&uuml;r das Ausnutzen von &Uuml;berraschungsmomenten.<\/p>\n<h5><span id=\"5-prof-dr-joerg-eisele-lehrstuhl-fuer-deutsches-und-europaeisches-straf-und-strafprozessrecht-wirtschaftsstrafrecht-und-computerstrafrecht-universitaet-tuebingen\">5. Prof. Dr. J&ouml;rg Eisele, Lehrstuhl f&uuml;r Deutsches und Europ&auml;&shy;i&shy;sches Straf- und Straf&shy;pro&shy;zess&shy;recht, Wirtschaftss&shy;traf&shy;recht und Compu&shy;ter&shy;straf&shy;recht, Universit&auml;t T&uuml;bingen<\/span><\/h5>\n<p>Prof. Dr. Eisele wies auf eine Reihe von Fallgestaltungen hin, die seines Erachtens strafw&uuml;rdig, derzeit aber nicht strafrechtlich erfasst seien: Dabei handele es sich um F&auml;lle,<\/p>\n<ul>\n<li>in denen es an einer schutzlosen Lage fehle, das Opfer aber aufgrund fr&uuml;herer Gewalterfahrungen objektiv mit weiterer Gewalt rechnen m&uuml;sse; <\/li>\n<li>in denen das Opfer nur subjektiv Gewalt bef&uuml;rchte und der T&auml;ter sich dies zunutze mache und <\/li>\n<li>in denen der T&auml;ter zwar Gewalt aus&uuml;be, drohe oder das Opfer in schutzloser Lage n&ouml;tige, der Entschluss zur Vornahme sexueller Handlungen jedoch erst sp&auml;ter gefasst werde, das Opfer aber aufgrund des Vorverhaltens weiterhin eingesch&uuml;chtert sei. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch bei &Uuml;berraschungsangriffen bzw. in F&auml;llen, in denen das Opfer aufgrund von Schlaf, Krankheit, Behinderung, etc. nicht in der Lage sei, einen entgegenstehenden Willen zu bilden oder zu bet&auml;tigen (was Voraussetzung einer N&ouml;tigung im Sinne des &sect; 177 StGB ist) sei die Rechtslage nicht zufriedenstellend. So k&ouml;nne in letzteren F&auml;llen zwar &sect;&nbsp;179 StGB greifen, dieser s&auml;he aber auch eine geringere Strafandrohung vor. Er schlug zur L&ouml;sung folgende Formulierung vor: &#8222;Wer unter Ausnutzung einer Lage [alternativ: Wer in einer Lage], in der Widerstand f&uuml;r das Opfer nicht m&ouml;glich ist [Var. 1] oder einer Lage, in der dem Opfer ein erheblicher Nachteil droht [Var. 2] oder das Opfer einen erheblichen Nachteil bef&uuml;rchtet [Var. 3], dieses dazu bringt, sexuelle Handlungen des T&auml;ters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem T&auml;ter oder einem Dritten vorzunehmen, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu f&uuml;nf Jahren [alternativ: sechs Monaten bis zu zehn Jahren] bestraft.&#8220;<\/p>\n<h5><span id=\"6-prof-dr-joachim-renzikowski-professur-fuer-strafrecht-und-rechtsphilosophierechtstheorie-universitaet-halle-wittenberg\">6. Prof. Dr. Joachim Renzikowski, Professur f&uuml;r Strafrecht und Rechts&shy;phi&shy;lo&shy;so&shy;phie\/Rechts&shy;the&shy;orie, Universit&auml;t Halle-Wit&shy;ten&shy;berg <\/span><\/h5>\n<p>Auch Prof. Dr. Renzikowski meinte, das geltende Strafrecht in Deutschland enthalte Schutzl&uuml;cken bei &uuml;berraschenden Sexualangriffen sowie im Hinblick auf die eingeschr&auml;nkte Auslegung der schutzlosen Lage (&sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;1 Nr. 3 StGB) durch die Rechtsprechung. Der Gesetzgeber habe die Tatbestandsvariante des Ausnutzens einer schutzlosen Lage in &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 StGB gerade eingef&uuml;hrt, um die Opferperspektive st&auml;rker zu ber&uuml;cksichtigen. Die Rechtsprechung lege jedoch eine objektive ex-ante Betrachtung zugrunde, die wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Verhalten von Opfern bei sexuellen &Uuml;bergriffen nicht gerecht werde.<\/p>\n<h5><span id=\"7-prof-dr-thomas-fischer-vorsitzender-richter-am-bundesgerichtshof\">7. Prof. Dr. Thomas Fischer, Vorsit&shy;zender Richter am Bundes&shy;ge&shy;richtshof<\/span><\/h5>\n<p>Der Vorsitzende des 2. Strafsenats des BGH lehnte eine Gesetzes&auml;nderung ab. Strafbarkeitsl&uuml;cken seien dem Strafrecht immanent und stellten nicht an sich schon zu &auml;ndernde M&auml;ngel dar. Au&szlig;erdem seien die oftmals als Beweis f&uuml;r Schutzl&uuml;cken angef&uuml;hrten F&auml;lle mehrheitlich bereits von &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;1 StGB erfasst. Dies gelte etwa f&uuml;r alle F&auml;lle der Fallgruppen &#8222;Angst vor Gewalt&#8220;, &#8222;Starrsein vor Angst&#8220;, und des &#8222;Ausnutzens eines Klimas der Gewalt&#8220;, die seit fast 17 Jahren von &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;1 StGB erfasst und seither in aller Regel so abgeurteilt worden seien. M&ouml;glicherweise auch ergangene Fehlurteile k&ouml;nne man nicht zur Konstruktion von Schutzl&uuml;cken heranziehen. Andere F&auml;lle wie die Drohung nicht mit gegenw&auml;rtiger Gefahr f&uuml;r Leib oder Leben, sondern beispielsweise mit einer Abschiebung seien offensichtlich von &sect;&nbsp;240 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 StGB erfasst. Einzig der Fall des Ausnutzens eines &Uuml;berraschungsmoments sei nicht erfasst. Der vom Deutschen Juristinnenbund e.V. (djb) in der Diskussion konkret genannte Einzelfall(3) sei jedoch unter &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 StGB, mithin die schutzlose Lage zu subsumieren. Er wies zudem darauf hin, dass bei einem Abstellen auf einen &#8222;entgegenstehenden Willen&#8220; Nachweisschwierigkeiten auftr&auml;ten, die letztlich h&auml;ufig auf Glaubw&uuml;rdigkeitsbegutachtungen hinausliefen. Dies berge die Gefahr, dass viele Strafverfahren im Ungewissen enden k&ouml;nnten und letztlich das Ziel der Bef&uuml;rworter einer &Auml;nderung nicht erreicht w&uuml;rde.<\/p>\n<p><b>Fazit:<\/b> Die angeh&ouml;rten Staatsanw&auml;lte sowie der Vors. Richter am BGH kommen &#8211; auch soweit sie eine Strafbarkeitsl&uuml;cke feststellen &#8211; zu dem Ergebnis, dass eine Gesetzes&auml;nderung nicht erforderlich sei. Demgegen&uuml;ber halten die Wissenschaftler, die Rechtsanw&auml;ltin und der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe eine &Auml;nderung bzw. Erg&auml;nzung von &sect;&nbsp;177 StGB f&uuml;r erforderlich und machen entsprechende Vorschl&auml;ge.<\/p>\n<p><i><b>MARA&nbsp;KUNZ&nbsp;<\/b>&nbsp; studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg mit Spezialisierung auf Kriminologie, Jugendstrafrecht, Strafvollzug und arbeitet derzeit an ihrer Dissertation. Sie geh&ouml;rt dem Bundesvorstand der Humanistischen Union an, wo sie sich vor allem mit (Jugend-)Strafrecht, Strafvollzug und kriminologischen Fragestellungen befasst.<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h5>\n<p>(1)&nbsp; S&auml;mtliche Stellungnahmen sind online abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/bundestag\/ausschuesse18\/a06\/anhoerungen\/Archiv\/istanbul-konvention\/348876\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bundestag.de\/bundestag\/ausschuesse18\/a06\/anhoerungen\/Archiv\/istanbul-konvention\/348876<\/a><\/p>\n<p>(2)&nbsp; H&ouml;rnle, Tatjana, Menschenrechtliche Verpflichtungen aus der Istanbul-Konvention, Ein Gutachten zur Reform des &sect; 177 StGB, Deutsches Institut f&uuml;r Menschenrechte, S. 23, Berlin 2015, online abrufbar unter: <a href=\"http:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/themen\/frauenrechte\/publikationen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/themen\/frauenrechte\/publikationen\/<\/a><\/p>\n<p>(3)&nbsp; BGH 4 StR 445\/11, Beschluss vom 8. November 2011.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[48],"tags":[765,667],"autoren":[214],"publikationen":[1442],"class_list":["post-11544","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","category-sexualstrafrecht","tag-sexualstrafrecht","tag-vorgaenge-artikel","autoren-mara-kunz","publikationen-1442"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Bestehende Strafbarkeitsl\u00fccken bei sexueller Gewalt und Vergewaltigung - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/209\/publikation\/bestehende-strafbarkeitsluecken-bei-sexueller-gewalt-und-vergewaltigung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Bestehende Strafbarkeitsl\u00fccken bei sexueller Gewalt und Vergewaltigung - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Zusammenfassung einer Sachverst&auml;ndigen-Anh&ouml;rung des Deutschen Bundestages. 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