{"id":11555,"date":"2015-04-19T11:59:00","date_gmt":"2015-04-19T09:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/neues-aus-der-festung-europa-vollstaendig\/"},"modified":"2021-08-30T15:41:57","modified_gmt":"2021-08-30T13:41:57","slug":"neues-aus-der-festung-europa-vollstaendig","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/208\/publikation\/neues-aus-der-festung-europa-vollstaendig\/","title":{"rendered":"Neues aus der Festung Europa (vollst\u00e4ndig)"},"content":{"rendered":"<p>Bewegungsmelder, Zusammenarbeit mit Folterstaaten, weitere Datenbanken, aber keine Seenotrettung: Wie die Europ&auml;ische Union die Grenz&uuml;berwachung aufr&uuml;stet, aus: vorg&auml;nge Nr. 208 (Heft 4\/2014), S. 79-88<\/p>\n<p><i>(Red.) Nahezu t&auml;glich sterben an den EU-Au&szlig;engrenzen Menschen: an den Grenzz&auml;unen in den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla, entlang der Grenzen in Osteuropa, in Griechenland und der T&uuml;rkei. Die Trag&ouml;dien im Mittelmeer mit Hunderten von Toten setzen sich fort. Wider die Einhaltung von Menschenrechten nimmt die EU die Tode dieser Menschen in Kauf und bleibt bei ihrer politischen Strategie der Grenzsicherung. Die Grausamkeit der dabei zum Einsatz kommenden Mittel wird in der Regel verschwiegen.<\/i><\/p>\n<p>Einen &#8222;neuen Grad der Grausamkeit&#8220;(1) nannte die Pressesprecherin der EU-Grenzagentur Frontex die beiden ausgemusterten Frachtschiffe &#8222;Ezadeen&#8220; und &#8222;Blue Sky M&#8220;, mit denen zu Beginn des Jahres 2015 rund 1.300 gr&ouml;&szlig;tenteils syrische Fl&uuml;chtlinge Kurs auf die Europ&auml;ische Union genommen hatten. Beide Schiffe stachen Ende Dezember vermutlich im t&uuml;rkischen Mersin in See. Beim Erreichen italienischer Gew&auml;sser hatte die Besatzung das Weite gesucht oder sich unter die Passagiere gemischt. Nun ermittelt die Polizei und wertet die Handydaten der Reisenden aus, um zu erfahren, wer zu den Organisatoren der &Uuml;berfahrt geh&ouml;rt.<\/p>\n<p>Dass manche Menschen aus der Not von Gefl&uuml;chteten Kapital schlagen, ist nicht von der Hand zu weisen. Andererseits gehen sie aber auch ein hohes Risiko ein, denn bei Ergreifen drohen satte Strafen. 25 Jahre nach dem deutschen Mauerfall gelten Fluchthelfer_innen nicht mehr als Helden, sondern als &#8222;Schlepper&#8220;, &#8222;Schleuser&#8220; oder &#8222;Menschenschlepper&#8220;. Das Wording ist doppelb&ouml;dig: Fluchthelfer_innen gelten als Kriminelle, die Gefl&uuml;chteten als Opfer. Die kommerzielle Fluchthilfe w&auml;re aber &uuml;berfl&uuml;ssig, w&uuml;rde sich die EU f&uuml;r sichere &Uuml;berfahrten einsetzen. Nicht nur die B&uuml;rgermeisterin von Lampedusa fordert deshalb sichere Korridore, um den Gefl&uuml;chteten halsbrecherische &Uuml;berfahrten und viel Geld zu ersparen.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 2014 mindestens 3.400 Menschen im Mittelmeer ertrunken,(2) eine deutliche Zunahme gegen&uuml;ber den Vorjahren. Angesichts der ebenfalls zunehmenden &Uuml;berwachung der Land- und Seegrenzen der EU-Mitgliedstaaten warnt Frontex seit l&auml;ngerem vor einem zunehmenden &#8222;Migrationsdruck&#8220; auch &uuml;ber das Schwarze Meer. Die Agentur scheint Recht zu behalten: Anfang November sank im Bosporus ein Schiff mit 40 afghanischen Migranten_innen, mindestens 24 von ihnen starben.<\/p>\n<p>Grausam sind nicht die kreativen M&ouml;glichkeiten, mit denen Migranten_innen stets aufs Neue die Hindernisse bei der Einreise umgehen. Grausam ist vielmehr das System, das die Schutzsuchenden &uuml;berhaupt zu neuen Mitteln und Routen zwingt.<\/p>\n<h5><span id=\"task-force-mittelmeer-zur-verhinderung-unerwuenschter-migration\">&bdquo;Task Force Mittelmeer&ldquo; zur Verhin&shy;de&shy;rung unerw&uuml;nschter Migration<\/span><\/h5>\n<p>Nachdem im Oktober 2013 &uuml;ber 800 Migranten_innen bei zwei Schiffskatastrophen vor Lampedusa ertrunken waren, hatte die EU eine &#8222;Task Force Mittelmeer&#8220; ins Leben gerufen.(3) Die Gruppe erarbeitet Vorschl&auml;ge zur Verhinderung unerw&uuml;nschter Migration und gibt diese an die EU-Mitgliedstaaten weiter. Au&szlig;er Frontex und der EU-Polizeiagentur Europol macht auch der Ausw&auml;rtige Dienst, der f&uuml;r die Au&szlig;en- und Milit&auml;rpolitik der EU zust&auml;ndig ist, bei der &#8222;Task Force&#8220; mit. Ziel ist die Erstellung eines Konzeptes f&uuml;r Grenz&uuml;berwachungsma&szlig;nahmen &#8222;von Zypern bis Spanien&#8220;. Geraten wird, st&auml;rker mit den Durchreisel&auml;ndern &Auml;gypten, Libyen und Algerien zu kooperieren. Die unverz&uuml;gliche R&uuml;ckf&uuml;hrung von ausreisepflichtigen Migrante_innen soll oberste Priorit&auml;t haben. Auch die bessere Nutzung &#8222;moderner &Uuml;berwachungstechnologien&#8220; wird empfohlen.<\/p>\n<p>Immerhin macht die &#8222;Task Force Mittelmeer&#8220; auch Vorschl&auml;ge, die den Gefl&uuml;chteten selbst zugute kommen sollen. Um etwa deren Situation in den Herkunftsl&auml;ndern zu verbessern m&uuml;ssten neue Schutzprogramme eingerichtet und verst&auml;rkt werden. Programme in Libyen, Tunesien und &Auml;gypten sollten auf- oder ausgebaut werden, damit dort funktionierende Asylsysteme entstehen. Auch dahinter d&uuml;rfte sich aber das Bed&uuml;rfnis nach mehr Migrationskontrolle verbergen: Denn geraten wird ebenfalls, dass die EU mit den nordafrikanischen L&auml;ndern Abschiebeabkommen unterzeichnet, um die in der EU unwillkommenen Gefl&uuml;chteten m&ouml;glichst schnell wieder loszuwerden.<\/p>\n<h5><span id=\"mare-nostrum-schrumpft-zu-triton\">&bdquo;Mare Nostrum&ldquo; schrumpft zu &bdquo;Triton&ldquo;<\/span><\/h5>\n<p>Nach der doppelten Katastrophe vor Lampedusa hatte Italien die Operation &#8222;Mare Nostrum&#8220; (&#8222;Unser Meer&#8220;) gestartet. Mehrere Schiffe, Flugzeuge und Drohnen des Milit&auml;rs patrouillierten auf dem Mittelmeer zwischen Italien im Norden und &Auml;gypten, Tunesien und Libyen im S&uuml;den, um Migranten_innen in ihren zumeist &uuml;berf&uuml;llten Booten aufzugreifen und zum italienischen Festland zu bringen. Zun&auml;chst als Militarisierung der Migrationsabwehr kritisch be&auml;ugt, entwickelte sich &#8222;Mare Nostrum&#8220; tats&auml;chlich zu einer gro&szlig; angelegten Rettungsaktion: Mehr als 140.000 Menschen sollen allein bis zum Herbst auf dem Meer aufgegriffen worden sein.(4)<\/p>\n<p>Italien hatte stets betont, es handle sich bei der gro&szlig;en Zahl Gefl&uuml;chteter um ein europ&auml;isches Problem, weshalb die EU gemeinsam reagieren m&uuml;sse. Die Regierung drohte mehrmals an, &#8222;Mare Nostrum&#8220; ersatzlos einzustellen. Gleichzeitig hagelte es Kritik von der italienischen Rechten, die die Mission als Ermutigung zu illegalen &#8222;Schleusungen&#8220; darstellte. Gefl&uuml;chtete w&uuml;rden regelrecht ermutigt, mit seeunt&uuml;chtigen Booten aufs Meer zu fahren, um sich dann retten zu lassen.<\/p>\n<p>Im Sommer k&uuml;ndigte die EU-Kommission an, &#8222;Mare Nostrum&#8220; durch eine Mission &#8222;Frontex Plus&#8220; zu ersetzen. Daraus wurde jedoch nichts: Nach Verhandlungen mit Italien betonten Frontex und die Kommission, es handele sich keineswegs um einen Ersatz f&uuml;r die gro&szlig;angelegte italienische Seenotrettung im Mittelmeer. Stattdessen w&uuml;rde Frontex seine bereits existierenden Missionen vor der italienischen K&uuml;ste neu strukturieren und in einer neuen Mission &#8222;Triton&#8220; zusammenfassen. Nun wartet Frontex seit November in italienischen Hoheitsgew&auml;ssern darauf, wer es &uuml;berhaupt noch bis Europa schafft. &#8222;Triton&#8220; ist mit einem bescheidenen Budget von monatlich 2,9 Millionen Euro ausgestattet. &#8222;Mare Nostrum&#8220; verf&uuml;gte &uuml;ber monatlich rund 9 Millionen Euro.(5)<\/p>\n<h5><span id=\"eu-nimmt-neues-grenzueberwachungssystem-in-betrieb\">EU nimmt neues Grenz&shy;&uuml;ber&shy;wa&shy;chungs&shy;system in Betrieb<\/span><\/h5>\n<p>Vor einem Jahr hat die EU ihr neues Grenz&uuml;berwachungssystem EUROSUR gestartet(6). Ziel ist zun&auml;chst die Bek&auml;mpfung unerw&uuml;nschter Migration auf See. Boote mit Gefl&uuml;chteten sollen m&ouml;glichst noch aufgehalten werden, bevor sie die Gew&auml;sser von EU-Mitgliedstaaten erreichen. Als Hauptquartier von EUROSUR fungiert der Sitz von Frontex in Warschau, wo in einer neuen Kommandozentrale jeder Vorfall an einer EU-Au&szlig;engrenze grafisch angezeigt wird.<\/p>\n<p>Au&szlig;er den Alarmmeldungen der Mitgliedstaaten erh&auml;lt Frontex Zugriff auf ein satellitengest&uuml;tztes Aufkl&auml;rungssystem. Etliche EU-Forschungsprogramme haben bereits satellitengest&uuml;tzte Anwendungen f&uuml;r Polizei- und Grenzbeh&ouml;rden entwickelt. Die Forschungen zielten auf die Entwicklung einer Software, die bestimmte Risikoindikatoren verarbeitet, etwa langsam fahrende Boote, bekannte Migrationsrouten oder das Ablegen von unbesiedeltem Gebiet. Auf diese Weise k&ouml;nnten Boote mit Gefl&uuml;chteten automatisiert aufgesp&uuml;rt werden. Auch Daten aus Schiffsortungssystemen werden eingebunden. Gro&szlig;e Schiffe sind zur Mitf&uuml;hrung von Transpondern verpflichtet, die stets den aktuellen Standort und Schiffsdaten mitteilen. Im Herbst meldete die EU-Kommission einen ersten Erfolg: In Kooperation von Frontex mit der EU-Agentur f&uuml;r die Sicherheit des Seeverkehrs und dem EU-Satellitenzentrum sei es erstmals gelungen, mit EUROSUR ein Schlauchboot mit Migrant_innen aufzusp&uuml;ren.<\/p>\n<h5><span id=\"ein-neues-kontrollsystem-mit-dem-niedlichen-namen-seepferdchen\">Ein neues Kontroll&shy;system mit dem niedlichen Namen &bdquo;Seepferd&shy;chen&ldquo;<\/span><\/h5>\n<p>Im Oktober vergangenen Jahres hatte der EU-Rat Schlussfolgerungen zur besseren Handhabung von &#8222;Migrationsstr&ouml;men&#8220; ver&ouml;ffentlicht(7). Dort hei&szlig;t es, dass vermehrt mit Libyen, Tunesien und &Auml;gypten zusammengearbeitet werden m&uuml;sse. So soll etwa der Handel mit Booten verhindert werden, damit Migranten_innen erst gar nicht in Richtung Europa in See stechen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Deutschland verhandelt derzeit ein Polizeiabkommen mit &Auml;gypten, obwohl den dortigen Sicherheitsbeh&ouml;rden von Menschenrechtsorganisationen Folter und Misshandlung vorgeworfen wird. Auch in Libyen und Tunesien ist die Bundesregierung an der Reorganisation des Sicherheitsapparates beteiligt.<\/p>\n<p>Um die L&auml;nder des Arabischen Fr&uuml;hlings in die EU- Migrationsabwehr zu integrieren, errichtet die Regierung Spaniens das kleinere grenzpolizeiliche &Uuml;berwachungsnetzwerk &#8222;Seepferdchen Mittelmeer&#8220; (&#8222;Seahorse Mediterraneo&#8220;). An dem von der spanischen Guardia Civil gef&uuml;hrten Projekt wollen alle s&uuml;dlichen EU-Mitgliedstaaten teilnehmen, die eine Au&szlig;engrenze am Mittelmeer haben (Frankreich, Italien, Portugal, Malta, Griechenland und Zypern). Das Projekt folgt einem bereits existierenden Netzwerk &#8222;Seepferdchen Atlantik&#8220;, das ebenfalls unter spanischer Leitung steht. Auch Mauretanien, Marokko, Senegal, Gambia, Guinea Bissau und die Kap Verden sind dort mit &#8222;regionalen Koordinierungszentren&#8220; angeschlossen. &#8222;Seepferdchen Mittelmeer&#8220; soll ab 2015 in Betrieb genommen werden. Dann k&ouml;nnen alle teilnehmenden Staaten Informationen &uuml;ber Zwischenf&auml;lle und Patrouillen per Satellitenkommunikation &#8222;in Beinahe-Echtzeit&#8220; austauschen.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren hat die Regierung in Tripolis eine Erkl&auml;rung unterzeichnet, wonach das Land an &#8222;Seepferdchen Mittelmeer&#8220; mitarbeiten will und hierf&uuml;r Lagenzentren der Marine und der K&uuml;stenwache in Benghasi und Tripolis einrichtet. (7)&nbsp;Beide Beh&ouml;rden unterstehen dem Verteidigungsministerium. Mit dem libyschen Milit&auml;r war vereinbart worden, im April 2014 eine Ausschreibung f&uuml;r &#8222;gemeinsame Infrastruktur&#8220; zu ver&ouml;ffentlichen. Hierzu geh&ouml;rt sowohl die Ausr&uuml;stung als auch die Beschaffung von Hard- und Software.<\/p>\n<p>&#8222;Seepferdchen Mittelmeer&#8220; und damit auch die libysche K&uuml;stenwache wird in EUROSUR integriert. Zwar d&uuml;rfen bei EUROSUR nur EU-Mitglieder teilnehmen. Dessen ungeachtet fordert der Rat der Europ&auml;ischen Union nun aber weitere Anstrengungen, um auch andere &#8222;relevante Staaten&#8220; Nordafrikas zur Teilnahme an &#8222;Seepferdchen Mittelmeer&#8220; zu bewegen. Genannt werden Tunesien, Algerien und &Auml;gypten. Laut der EU-Kommission sei der Druck auf die L&auml;nder aber nicht ausreichend. Aus einem Kommissionsdokument geht hervor, dass auch Tunesien mit &#8222;Schiffen, Fahrzeugen, technischer Ausr&uuml;stung und Trainings&#8220; aus EU-Mitteln unterst&uuml;tzt wird. Ein &auml;hnliches Projekt sei f&uuml;r &Auml;gypten &#8222;in der Pipeline&#8220;. Mit anderen afrikanischen L&auml;ndern sei ebenfalls eine &#8222;Verbesserung des Austauschs von Aufkl&auml;rungsdaten&#8220; angestrebt.<\/p>\n<h5><span id=\"eu-polizeizentren-in-drittstaaten\">EU-Po&shy;li&shy;zei&shy;zen&shy;tren in &bdquo;Dritt&shy;staaten&ldquo;<\/span><\/h5>\n<p>Mittlerweile existieren in der gesamten EU rund 40 sogenannte Zentren f&uuml;r die Polizei- und Zollzusammenarbeit. Sie wurden nach Wegfall der Binnengrenzkontrollen errichtet und sollen die benachbarten Sicherheitsbeh&ouml;rden miteinander verzahnen. Gew&ouml;hnlich bestehen sie aus zwei Mitgliedstaaten. Nun verlagern sich diese Einrichtungen allerdings an die EU-Au&szlig;engrenzen: Im bulgarischen Swilengrad wird derzeit das erste Zentrum aufgebaut, an dem mit der T&uuml;rkei ein Nicht-EU-Staat mitarbeitet. Auch die EU-Agenturen Frontex und Europol sollen mitarbeiten. Eine entsprechende Absichtserkl&auml;rung zwischen der griechischen, t&uuml;rkischen und bulgarischen Regierung ist mittlerweile unterzeichnet, nun wird ein endg&uuml;ltiger Rahmenvertrag ausgehandelt.<\/p>\n<p>Vergangenen Sommer schlug die italienische Regierung vor, in Libyen oder Tunesien ein solches Zentrum f&uuml;r die Polizei- und Zollzusammenarbeit anzusiedeln.(9) Demnach soll der Polizeiposten dabei helfen, einen &#8222;G&uuml;rtel&#8220; um den Mittelmeerraum und den Balkan zu ziehen. Sowohl das Zentrum in Bulgarien als auch jenes in Libyen oder Tunesien soll nach dem Vorschlag Informationen mit zwei italienischen Kommandozentralen austauschen, die daf&uuml;r in der Region Apulien und auf Sizilien errichtet werden. Italien w&uuml;rde dabei von seiner traditionell guten Polizeizusammenarbeit auf dem Balkan profitieren.<\/p>\n<p>Die Regierung in Rom ist sich offenbar bewusst, dass ein EU-Polizeiposten in Nordafrika von keiner existierenden Regelung gedeckt w&auml;re. Weder Frontex noch Europol haben beispielsweise mit Tunesien oder Libyen Arbeitsabkommen unterzeichnet. Italien schl&auml;gt daher vor, &#8222;Ad hoc-Vereinbarungen&#8220; mit den L&auml;ndern abzuschlie&szlig;en. Es handelt sich dabei um eine neue Vorgehensweise, die &#8222;nicht auf die Zur&uuml;ckweisung irregul&auml;rer Migranten&#8220; beschr&auml;nkt sei. Die Zentren k&ouml;nnten als &#8222;Antenne&#8220; dienen, um bestimmte Kriminalit&auml;tsph&auml;nomene aufzukl&auml;ren. Genannt werden &#8222;Terrorismus, illegale Einwanderung, Menschenhandel und organisiertes Verbrechen&#8220;.<\/p>\n<h5><span id=\"seit-wann-sind-grenzen-intelligent\">Seit wann sind Grenzen intel&shy;li&shy;gent?<\/span><\/h5>\n<p>Neben der Grenz&uuml;berwachung werden auch Grenzkontrollsysteme aufger&uuml;stet. Die EU-Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, das seit 2008 geplante System &#8222;Intelligente Grenzen&#8220; dieses Jahr in einem Pilotprojekt zu testen.(10) Bei allen Grenz&uuml;bertritten an den EU-Au&szlig;engrenzen sollen Reisende zuk&uuml;nftig bis zu zehn Fingerabdr&uuml;cke abgeben. Dies betr&auml;fe s&auml;mtliche Angeh&ouml;rigen von &#8222;Drittstaaten&#8220;, also jenen L&auml;ndern au&szlig;erhalb der EU. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob diese aus gesch&auml;ftlichen, touristischen oder schutzbed&uuml;rftigen Gr&uuml;nden einreisen. Ziel ist, sogenannte Over-Stayer aufzusp&uuml;ren. Gemeint sind Personen, die zwar mit einem legalen Aufenthaltstitel (gew&ouml;hnlich ein Visum) einreisen, die dort festgeschriebene Aufenthaltsdauer aber &uuml;berschreiten.<\/p>\n<p>Zu diesem &#8222;Ein-\/Ausreiseystem&#8220; soll sich ein weiteres Programm zur Bevorzugung von &#8222;vertrauensw&uuml;rdigen Vielreisenden&#8220; gesellen. F&uuml;r eine Geb&uuml;hr von 20 Euro k&ouml;nnen vorab biometrische Daten auf einer Chipkarte hinterlegt werden. Damit k&ouml;nnen die Reisenden elektronische Kontrollgates nutzen, wie sie derzeit auch an mehreren deutschen Flugh&auml;fen installiert werden.<\/p>\n<p>Das gesamte &#8222;Ma&szlig;nahmenpaket intelligente Grenzen&#8220; soll nach gegenw&auml;rtigem Stand 1,35 Milliarden Euro kosten und wird massive Investitionen f&uuml;r biometrische Systeme zur Folge haben. Viele Mitgliedstaaten hatten Bedenken wegen der hohen Kosten f&uuml;r die grenzpolizeiliche Datensammlung ge&auml;u&szlig;ert. Allerdings f&uuml;hrte dies nicht zum Abbruch des Projekts. Im Gegenteil konnten sich jene Staaten durchsetzen, die das System f&uuml;r polizeiliche Zwecke erweitern wollen, denn erst dadurch w&uuml;rde es sich lohnen.<\/p>\n<h5><span id=\"mehr-kontrolle-auch-an-den-binnengrenzen\">Mehr Kontrolle auch an den Binnen&shy;grenzen<\/span><\/h5>\n<p>Urspr&uuml;nglich sollte die Aufr&uuml;stung der EU-Au&szlig;engrenzen mit dem Abbau der Binnengrenzen einhergehen. Das Schengener Abkommen regelt diese Freiz&uuml;gigkeit, die einst als gr&ouml;&szlig;te Errungenschaft der Europ&auml;ischen Union galt: Jeder Mensch, unabh&auml;ngig von seiner Herkunft, hat das Recht die Grenzen zwischen den Mitgliedstaaten ohne jede Kontrolle zu &uuml;berqueren.<\/p>\n<p>Alle am Schengen-System teilnehmenden Regierungen (auch Island, die Schweiz und Norwegen) verpflichten sich, s&auml;mtliche Kontrollstellen an den Binnengrenzen abzubauen. Lediglich beim Vorliegen einer &#8222;ernsthaften Bedrohung&#8220; d&uuml;rfen die Grenzstationen wieder besetzt werden.<\/p>\n<p>Ungeachtet dessen werden Migranten_innen signifikant h&auml;ufig nach rassistischen Kriterien in grenznahen Bereichen kontrolliert und durchsucht. Nun m&uuml;ssen sich Gefl&uuml;chtete bei der Durchreise durch Schengen-Staaten noch mehr vorsehen als ohnehin. Bereits zum siebten Mal haben die EU-Mitgliedstaaten eine gro&szlig;angelegte Polizeioperation f&uuml;r beinahe das gesamte Gebiet der Europ&auml;ischen Union durchgef&uuml;hrt.(11) Zwei Wochen lang wurde an Bahnh&ouml;fen, Autobahnen und Flugh&auml;fen verst&auml;rkt kontrolliert. Solche &#8222;Gemeinsamen Polizeioperationen&#8220; werden von der jeweils amtierenden EU-Pr&auml;sidentschaft organisiert. Die italienische Operation firmierte als &#8222;Mos maiorum&#8220;, was &uuml;bersetzt etwa &#8222;Die Sitten der Ahnen&#8220; bedeutet. Im alten Rom war damit die unbedingte Einhaltung von Recht und Ordnung gemeint, um den Aufstieg zur Weltmacht zu sichern. Dies schloss religi&ouml;sen und milit&auml;rischen Gehorsam ein.<\/p>\n<p>Die halbj&auml;hrlichen Operationen sind mittlerweile zur Regel geworden, nur Griechenland hatte w&auml;hrend seines EU-Vorsitzes darauf verzichtet. Die Kontrollen werden dabei gr&ouml;&szlig;tenteils aus dem regul&auml;ren Dienst heraus vorgenommen: Denn auch au&szlig;erhalb solcher Operationen sind die Polizeibeh&ouml;rden im Rahmen ihrer grenz- und bahnpolizeilichen Aufgabenwahrnehmung t&auml;glich an Bahnh&ouml;fen, Flugh&auml;fen und bekannten Fernstra&szlig;en auf der Pirsch nach Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus. Insgesamt sind an &#8222;Gemeinsamen Polizeioperationen&#8220; bis zu 20.000 Polizisten_innen beteiligt. Bei den vergangenen Operationen &#8222;Mitras&#8220;, &#8222;Hermes&#8220; oder &#8222;Perkunas&#8220; waren in Deutschland jeweils um die 2.000 Menschen ohne g&uuml;ltige Papiere festgestellt worden. Wie viele von ihnen daraufhin inhaftiert wurden, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Alle anfallenden Informationen werden an die verantwortliche Regierung und schlie&szlig;lich an die EU-Grenzagentur Frontex weitergereicht. Die anonymisierten Daten zu Geschlecht, Staatsangeh&ouml;rigkeit, Reiserouten und Ziell&auml;ndern werden dann in Risikoanalysen verarbeitet, mit denen Frontex Migrationsstr&ouml;me darstellt und Prognosen &uuml;ber zuk&uuml;nftige Routen entwirft.<\/p>\n<h5><span id=\"notfallmechanismus-bei-zu-viel-migration\">&bdquo;Notfall&shy;me&shy;cha&shy;nismus&ldquo; bei zu viel Migration<\/span><\/h5>\n<p>Die mit Abstand meisten Gefl&uuml;chteten reisen &uuml;ber Italien in die EU ein. Gem&auml;&szlig; den Dublin-Vertr&auml;gen ist Italien damit f&uuml;r die Bearbeitung von Asylantr&auml;gen der Betroffenen sowie deren Unterbringung zust&auml;ndig. Deutschland und Frankreich, aber auch einige andere Mitgliedstaaten werfen Italien allerdings vor, nicht wie vorgeschrieben von allen irregul&auml;r Eingereisten die Fingerabdr&uuml;cke abzunehmen. So k&ouml;nnten diese ungehindert weiterreisen und in anderen L&auml;ndern um Asyl nachsuchen.&nbsp;<\/p>\n<p>Schon kurz nach den Revolten in Tunesien, &Auml;gypten und Libyen hatten Deutschland und Frankreich vorgesorgt. Auf Druck der beiden Regierungen hat die EU 2013 Jahr das Schengener Abkommen um einen &#8222;Notfallmechanismus&#8220; erg&auml;nzt.(12) Die Grenzposten an Binnengrenzen d&uuml;rfen nun wieder in Betrieb genommen werden, wenn ein anderer Mitgliedstaat von zu viel unerw&uuml;nschter Migration an seiner EU-Au&szlig;engrenze betroffen ist. Ein solches Verfahren war bereits bekannt, wenn unliebsame Gipfeldemonstranten_innen und Fu&szlig;ballfans f&uuml;r bis zu vier Wochen an der Aus-&nbsp; oder Einreise gehindert werden sollten.<\/p>\n<p>Der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und sein franz&ouml;sischer Amtskollege schlugen f&uuml;r den neuen &#8222;Notfallmechanismus&#8220; ebenfalls eine Dauer von 30 Tagen vor. Allerdings geht die schlie&szlig;lich verabschiedete &Auml;nderung deutlich dar&uuml;ber hinaus: Zun&auml;chst d&uuml;rfen die Binnengrenzen eines Landes f&uuml;r sechs Monate kontrolliert werden. Dieser Zeitraum kann dreimal verl&auml;ngert werden, insgesamt also bis zu 24 Monate. Die neue Regelung gilt seit dem vergangenen Herbst.<\/p>\n<p>Gem&auml;&szlig; dem nun versch&auml;rften Schengener Abkommen m&uuml;ssen die bis zu zwei Jahre w&auml;hrenden Grenzkontrollen gut begr&uuml;ndet werden: M&ouml;glich sind sie dann, wenn einer Regierung &#8222;anhaltende schwerwiegende M&auml;ngel&#8220; bei den Kontrollen ihrer EU-Au&szlig;engrenzen vorgeworfen werden k&ouml;nnen und das Funktionieren des Schengen-Raums &#8222;insgesamt gef&auml;hrdet ist&#8220;. Wenn es dadurch in einem anderen Land zu einer &#8222;ernsthaften Bedrohung der &ouml;ffentlichen Ordnung oder der inneren Sicherheit&#8220; kommt, darf wieder kontrolliert werden.<\/p>\n<h5><span id=\"deutsche-polizei-patrouilliert-in-norditalien\">Deutsche Polizei patrouil&shy;liert in Norditalien<\/span><\/h5>\n<p>Faktisch sind deutsche Innenministerien allerdings l&auml;ngst bei versch&auml;rften Kontrollen der Binnengrenzen behilflich. Seit mehreren Jahren sind deutsche Polizist_innen in Norditalien unterwegs, um dort zusammen mit italienischen Grenzbeh&ouml;rden irregul&auml;re Migrant_innen aufzusp&uuml;ren.(13) Auch Polizisten_innen aus &Ouml;sterreich sind beteiligt. Die Patrouillen zielen offenbar auf grenz&uuml;berschreitende Z&uuml;ge auf italienischem Hoheitsgebiet. Seit November wurden diese &#8222;trilateralen Streifen&#8220; deutlich verst&auml;rkt.<\/p>\n<p>Ziel ist laut einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums eine &#8222;Erh&ouml;hung der Kontrolldichte&#8220;. In die neuen Ma&szlig;nahmen seien die bayerische Polizei, die Bundeszollverwaltung und &#8222;weitere Sicherheitspartner sowie die Eisenbahnunternehmen&#8220; eingebunden. Weitere Details, etwa zu deren T&auml;tigkeiten, werden nicht genannt. Laut dem Bundesinnenministerium haben Deutschland, &Ouml;sterreich und Italien vereinbart, die europ&auml;ischen &#8222;Bem&uuml;hungen zur Eind&auml;mmung der illegalen Migration&#8220; durch &#8222;weitere konkrete bi- und trilaterale Aktivit&auml;ten&#8220; zu erg&auml;nzen. Benannt werden diese aber nicht.<\/p>\n<h5><span id=\"neue-informationssysteme-sind-unterwegs\">Neue Infor&shy;ma&shy;ti&shy;ons&shy;sys&shy;teme sind unterwegs<\/span><\/h5>\n<p>Zu den im Schengener Abkommen festgelegten &#8222;Ausgleichsma&szlig;nahmen&#8220; geh&ouml;ren Datenbanken wie das Schengener Informationssystem (SIS), das nicht nur der Migrationskontrolle dient. Mittlerweile gibt es das SIS in einer zweiten Generation, nun k&ouml;nnen auch biometrische Daten angeh&auml;ngt werden. Neue Datensammlungen sind unterwegs. Mittlerweile ist auch der Vorschlag eines EU-Passagierdatensystems nach US-Vorbild wieder auf der Agenda. Vor jedem interkontinentalen Flug, vermutlich aber auch bei allen Verkehren innerhalb der EU-Mitgliedstaaten sollen Grenzbeh&ouml;rden umfangreiche Personendaten austauschen, um diese mit eigenen Datenbanken abzugleichen.<\/p>\n<p>Weil der &Uuml;berblick langsam verloren geht, hat die EU mittlerweile eine eigene Agentur f&uuml;r das Betriebsmanagement von IT-Gro&szlig;systemen (eu-LISA) eingerichtet. Die Agentur in Estland ist ausschlie&szlig;lich f&uuml;r migrantische Datensammlungen zust&auml;ndig. Derzeit werden dort das Visa-Informationssystem, die Fingerabdruckdatenbank und das Schengener Informationssystem verwaltet. Sp&auml;ter soll die geplante Vorratsdatenspeicherung zu Ein- und Ausreisen hinzukommen, auch die Passagierdatensammlung k&ouml;nnte von eu-LISA verantwortet werden.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es weit mehr europ&auml;ische Informationssysteme: Daten werden &uuml;ber die EU-Polizeiagentur Europol oder die internationale Polizeiorganisation Interpol an &#8222;Drittstaaten&#8220; weitergegeben. Weitere Kan&auml;le der digitalen Zusammenarbeit sind die &uuml;ber 40 Zentren f&uuml;r die Polizei- und Zollzusammenarbeit und die bei verschiedenen Beh&ouml;rden angesiedelten &#8222;Verbindungsbeamten&#8220;. Im &#8222;schwedischen Rahmenbeschluss&#8220; und dem &#8222;Vertrag von Pr&uuml;m&#8220; sind ebenfalls Absprachen zur Datenverarbeitung festgelegt. Getauscht werden DNA-Profile, Fingerabdr&uuml;cke und Daten aus Fahrzeugregistern.<\/p>\n<h5><span id=\"wer-verdient-eigentlich-an-der-aufruestung-der-grenzen\">Wer verdient eigentlich an der Aufr&uuml;stung der Grenzen?<\/span><\/h5>\n<p>Seit dem Sommer 2013 geh&ouml;rt Kroatien zur Europ&auml;ischen Union, ist aber noch kein Vollmitglied des Schengen-Raums. Die Kontrollen an den Binnengrenzen, also zu den umliegenden EU-Mitgliedstaaten, werden deshalb aufrechterhalten. Das gilt auch f&uuml;r Bulgarien und Rum&auml;nien, die mittlerweile einem harten Kontrollverfahren unterworfen wurden: In einem regelm&auml;&szlig;igen Fortschrittsbericht stellt die EU-Kommission Forderungen auf, die die beiden L&auml;ndern im darauf folgenden Jahr abarbeiten m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Eine der wichtigsten Voraussetzungen zum Schengen-Beitritt ist die Installation moderner Grenzsicherungssysteme. Der Beitritt Rum&auml;niens erforderte f&uuml;r seinen insgesamt 3.147 Kilometer langen Grenzverlauf h&ouml;here Investitionen: F&uuml;r eine Milliarde Euro kaufte die Regierung ein Grenz&uuml;berwachungssystem von EADS (mittlerweile umbenannt in Airbus Defence and Space). In Rum&auml;nien d&uuml;rfte man sich daran nur ungut erinnern: Zwar wird in jedem Fortschrittsbericht zum Schengen-Beitritt die Bek&auml;mpfung der Korruption angemahnt. Der Auftrag an EADS wurde aber ohne Ausschreibung vergeben, was im Inland sowie bei der EU heftige Kritik nach sich zog und dem Konzern Ermittlungen wegen Korruption einbrachte.(14)<\/p>\n<p>Auch der EU-Beitritt Bulgariens lie&szlig; die Kassen europ&auml;ischer R&uuml;stungskonzerne klingeln: Die in Bremen ans&auml;ssige Firma ATLAS hatte der Regierung ein seeseitiges &Uuml;berwachungssystem f&uuml;r die 350 Kilometer lange K&uuml;ste verkauft. Das zust&auml;ndige Innenministerium verf&uuml;gt &uuml;ber neue Patrouillenboote, ein Oberfl&auml;chenradar, fl&auml;chendeckende Video&uuml;berwachung und die Einbindung von Schiffsortungssystemen. Obwohl das Parlament dagegen stimmte, hat Bulgarien die Landgrenze zur T&uuml;rkei inzwischen mit einem rund 30 Kilometer langen Zaun verst&auml;rkt. Im Dezember 2014 k&uuml;ndigte die Regierung an, den Zaun um weitere 130 Kilometer zu verl&auml;ngern.<\/p>\n<p>Die EU-Au&szlig;engrenzen werden in beispielloser Weise zur Migrationsabwehr hochger&uuml;stet. Deutsche Firmen verdienen daran pr&auml;chtig. Die EU-Grenzpolitik wird aber nur zu weiteren Toten f&uuml;hren, denn die von Gefl&uuml;chteten gew&auml;hlten Routen werden zusehends riskanter. Das hat auch die Grenzagentur FRONTEX erkannt, die nun prognostiziert, dass der Landweg &uuml;ber die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla st&auml;rker frequentiert werden wird. Die in drei Reihen angeordneten, meterhohen Grenzz&auml;une sind mit einem Klingendraht gesichert, der beim &Uuml;berklettern schwere, mitunter auch t&ouml;dliche Verletzungen verursacht. Wieder f&uuml;hrt die Spur nach Deutschland: Der spanische Hersteller &#8222;European Security Fence&#8220; unterh&auml;lt eine Adresse in Berlin, nur unweit des B&uuml;ros der EU-Kommission am Pariser Platz(15)<\/p>\n<p><i>MATTHIAS MONROY&nbsp;&nbsp; ist Wissensarbeiter, Aktivist und Mitglied der Redaktion der Zeitschrift B&uuml;rgerrechte &amp; Polizei\/CILIP. In Teilzeit Mitarbeiter des MdB Andrej Hunko. Publiziert in linken Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien, bei Telepolis, Netzpolitik und in Freien Radios.<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h5>\n<p>(1) Tagesspiegel v. 3.1.2015, <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/fluechtlinge-im-mittelmeer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/fluechtlinge-im-mittelmeer<\/a>&#8211; fluechtlingsschiff-ezadeen-erreicht-hafen-in-sueditalien\/11177638.html<\/p>\n<p>(2) Mitteilung der VN v. 2.10.204, <a href=\"http:\/\/www.unhcr.de\/presse\/nachrichten\/artikel\/f548caed0d5f371feadc267799d15278\/-baaf86cb9e.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.unhcr.de\/presse\/nachrichten\/artikel\/f548caed0d5f371feadc267799d15278\/-baaf86cb9e.html<\/a><\/p>\n<p>(3) Pressemitteilung der EU-Kommission v. 3.12.2014, <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-13-1199_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-13-1199_de.htm<\/a><\/p>\n<p>(4) Tageszeitung v. 3.10.2014, <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/%21146982\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.taz.de\/!146982\/<\/a><\/p>\n<p>(5) Tageszeitung v. 3.10.2014, <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/%21146982\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.taz.de\/!146982\/<\/a><\/p>\n<p>(6) Netzpolitik.org v. 1.12.2014, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2014\/hauptquartier-der-eu-grenzagentur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/netzpolitik.org\/2014\/hauptquartier-der-eu-grenzagentur<\/a>&#8211; frontex-nimmt-satellitenaufklaerung-in-betrieb<\/p>\n<p>(7) Ratsdokument 14141\/14, <a href=\"http:\/\/data.consilium.europa.eu\/doc\/document\/ST-14141-2014-INIT\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/data.consilium.europa.eu\/doc\/document\/ST-14141-2014-INIT\/de\/<\/a> pdf<\/p>\n<p>(8) Telepolis v. 19.11.2014, <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43358\/1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43358\/1.html<\/a><\/p>\n<p>(9) BT-Drucksache 18\/3024.<\/p>\n<p>(10) Netzpolitik.org v. 22.12.2014, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2014\/eu-testet-neue-vorratsdatenspeicherung-von-fingerabdruecken-kriegen-grenzueberschreitend-eingesetzte-spitzel-nun-das-schlottern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/netzpolitik.org\/2014\/eu-testet-neue-vorratsdatenspeicherung-von-fingerabdruecken-kriegen-grenzueberschreitend-eingesetzte-spitzel-nun-das-schlottern\/<\/a><\/p>\n<p>(11) Statewatch v. 6.10.2014, <a href=\"http:\/\/www.statewatch.org\/news\/2014\/oct\/migrant-hunt.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.statewatch.org\/news\/2014\/oct\/migrant-hunt.htm<\/a><\/p>\n<p>(12) Pressemitteilung des BMI v. 30.5.2013, <a href=\"http:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/<\/a> DE\/2013\/05\/ji.html<\/p>\n<p>(13) Telepolis v. 1.12.2014, <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43474\/1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43474\/1.html<\/a><\/p>\n<p>(14) DIE WELT v. 15.11.2014, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article134369894\/Bestechungsverdacht-bei-Auftragsvergabe-an-Airbus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article134369894\/Bestechungsverdacht-bei-Auftragsvergabe-an-Airbus.html<\/a><\/p>\n<p>(15) S. <a href=\"http:\/\/www.esfdeutschland.de\/pdfs\/Katalog_ESF.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.esfdeutschland.de\/pdfs\/Katalog_ESF.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1497],"publikationen":[1092],"class_list":["post-11555","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-matthias-monroy","publikationen-1092"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Neues aus der Festung Europa (vollst\u00e4ndig) - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/208\/publikation\/neues-aus-der-festung-europa-vollstaendig\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Neues aus der Festung Europa (vollst\u00e4ndig) - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Bewegungsmelder, Zusammenarbeit mit Folterstaaten, weitere Datenbanken, aber keine Seenotrettung: Wie die Europ&auml;ische Union die Grenz&uuml;berwachung aufr&uuml;stet, aus: vorg&auml;nge Nr. 208 (Heft 4\/2014), S. 79-88 (Red.) 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