{"id":11638,"date":"2014-01-16T09:00:00","date_gmt":"2014-01-16T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/internationale-grundsaetze-fuer-die-anwendung-der-menschenrechte-in-der-kommunikationsueberwachung\/"},"modified":"2021-08-30T15:41:42","modified_gmt":"2021-08-30T13:41:42","slug":"internationale-grundsaetze-fuer-die-anwendung-der-menschenrechte-in-der-kommunikationsueberwachung","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/203-vorgaenge\/publikation\/internationale-grundsaetze-fuer-die-anwendung-der-menschenrechte-in-der-kommunikationsueberwachung\/","title":{"rendered":"Internationale Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Anwendung der Menschenrechte in der Kommunikations\u00fcberwachung"},"content":{"rendered":"<p>Dank Edward Snowden und weiterer Whistleblower wissen wir inzwischen, dass die geheimdienstliche &Uuml;berwachung der elektronischen Kommunikation in viel gr&ouml;&szlig;erem Umfang stattfindet als bisher gedacht, und mit der &Uuml;berwachungstechnik und den Ergebnissen der &Uuml;berwachung reger Handel betrieben wird. Wir wissen seitdem aber auch, dass f&uuml;r eine effektive internationale Regulierung der Kommunikations&uuml;berwachung noch die geeigneten rechtlichen Ma&szlig;st&auml;be fehlen. Dieser Aufgabe stellt sich eine Erkl&auml;rung zahlreicher NGOs und zivilgesellschaftlicher Initiativen. Sie formuliert einen Katalog einfacher menschenrechtlicher Mindestanforderungen an die internationale Kommunikations&uuml;berwachung.<\/p>\n<p>W&auml;hrend die Technologien, welche die staatliche Kommunikations&uuml;berwachung unterst&uuml;tzen, verbessert werden, vernachl&auml;ssigen die Staaten sicherzustellen, dass Gesetze und Verordnungen in Bezug auf Kommunikations&uuml;berwachung in Einklang mit internationalen Menschenrechten stehen und die Rechte auf Privatsph&auml;re und Meinungsfreiheit beachtet werden. Dieses Dokument versucht zu erkl&auml;ren, wie internationale Menschenrechte in der aktuellen digitalen Umgebung anwendbar sind, besonders vor dem Hintergrund des Wachstums und des Wandels der Technologien und Methoden der Kommunikations&uuml;berwachung. Diese Grunds&auml;tze k&ouml;nnen zivilgesellschaftlichen Gruppen, der Wirtschaft, Staaten und anderen einen Rahmen liefern, mit dem sie bewerten k&ouml;nnen, ob aktuelle oder geplante &Uuml;berwachungsgesetze oder -praktiken im Einklang mit den Menschenrechten stehen.<\/p>\n<p>Diese Grunds&auml;tze sind das Ergebnis einer globalen Beratung mit Gruppen der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und internationalen Experten f&uuml;r Recht, Politik und Technologien in der Kommunikations&uuml;berwachung.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"einleitung\">Einleitung<\/span><\/h2>\n<p>Privatsph&auml;re ist ein Grundrecht, das wesentlich ist f&uuml;r den Erhalt von demokratischen Gesellschaften. Es ist grundlegend f&uuml;r die menschliche W&uuml;rde und verst&auml;rkt andere Rechte, wie Meinungs-, Informations- und Versammlungsfreiheit, und es ist nach internationalen Menschenrechtsgesetzen anerkannt.(1) Aktivit&auml;ten, die das Recht auf Privatsph&auml;re begrenzen, einschlie&szlig;lich Kommunikations&uuml;berwachung, k&ouml;nnen nur dann als gerechtfertigt gelten, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind, sie notwendig sind, um ein legitimes Ziel zu erreichen, und sie dem Ziel, welches sie verfolgen, angemessen sind.(2)<\/p>\n<p>Vor der &ouml;ffentlichen Einf&uuml;hrung des Internets schufen fest etablierte legale Grunds&auml;tze und der Kommunikations&uuml;berwachung innewohnende logistische H&uuml;rden Grenzen f&uuml;r die staatliche Kommunikations&uuml;berwachung. In gegenw&auml;rtigen Dekaden haben die logistischen Barrieren der &Uuml;berwachung abgenommen und die Anwendung der gesetzlichen Grunds&auml;tze in neuen technologischen Kontexten sind unklarer geworden. Die Explosion der Inhalte digitaler Kommunikation und Information &uuml;ber Kommunikation, sogenannte &bdquo;Verbindungsdaten&ldquo; &#8211; Informationen &uuml;ber die Kommunikation eines Individuums oder Nutzung elektronischer Ger&auml;te &#8211; die sinkenden Kosten der Speicherung und des Dataminings und die Bereitstellung von pers&ouml;nlichen Inhalten durch Drittanbieter machen staatliche &Uuml;berwachung in einem beispiellosen Ausma&szlig; m&ouml;glich.(3) Dabei haben Konzeptualisierungen der bestehenden Menschenrechtsgesetze nicht Schritt gehalten mit den modernen und sich ver&auml;ndernden M&ouml;glichkeiten der Kommunikations&uuml;berwachung des Staates, der F&auml;higkeit des Staates, aus verschiedenen &Uuml;berwachungstechniken gewonnene Informationen zu kombinieren und zu organisieren, oder der erh&ouml;hten Sensibilit&auml;t der Informationen, die zug&auml;nglich werden.<\/p>\n<p>Die H&auml;ufigkeit, mit der Staaten Zugang zu Kommunikationsinhalten und -metadaten suchen, steigt dramatisch &ndash; ohne angemessene Kontrolle.(4) Wenn Kommunikationsmetadaten aufgerufen und analysiert werden, kann damit ein Profil einer Person, einschlie&szlig;lich des Gesundheitszustandes, politischer und religi&ouml;ser Ansichten, Verbindungen, Interaktionen und Interessen, erstellt werden. So werden genauso viele oder sogar noch mehr Details offengelegt, als aus dem Inhalt der Kommunikation erkennbar w&auml;re.(5) Trotz des riesigen Potenzials f&uuml;r das Eindringen in das Leben eines Menschen und der abschreckenden Wirkung auf politische und andere Vereinigungen, weisen rechtliche und politische Instrumente oft ein niedrigeres Schutzniveau f&uuml;r Kommunikationsmetadaten auf und f&uuml;hren keine ausreichenden Beschr&auml;nkungen daf&uuml;r ein, wie sie sp&auml;ter von Beh&ouml;rden verwendet werden, einschlie&szlig;lich wie sie gewonnen, geteilt und gespeichert werden.<\/p>\n<p>Damit Staaten tats&auml;chlich ihren internationalen menschenrechtlichen Verpflichtungen in Bezug auf Kommunikations&uuml;berwachung nachkommen, m&uuml;ssen sie den im Folgenden genannten Grunds&auml;tzen entsprechen. Diese Grunds&auml;tze gelten f&uuml;r die &Uuml;berwachung der eigenen B&uuml;rger eines Staates, die in seinem eigenen Hoheitsgebiet ausgef&uuml;hrt wird, sowie der &Uuml;berwachung anderer in anderen Gebieten. Die Grunds&auml;tze gelten au&szlig;erdem unabh&auml;ngig vom Zweck der &Uuml;berwachung &#8211; Strafverfolgung, nationale Sicherheit oder sonstige beh&ouml;rdliche Ziele. Zudem gelten sie sowohl f&uuml;r die Aufgabe des Staates, die Rechte des Einzelnen zu respektieren und zu erf&uuml;llen, als auch f&uuml;r die Verpflichtung, die Rechte des Einzelnen vor Missbrauch durch nicht-staatliche Akteure, einschlie&szlig;lich der Wirtschaft, zu sch&uuml;tzen.(6) Der private Sektor tr&auml;gt die gleiche Verantwortung f&uuml;r die Wahrung der Menschenrechte, insbesondere in Anbetracht der Schl&uuml;sselrolle, die sie bei der Konzeption, Entwicklung und Verbreitung von Technologien spielt, und damit Kommunikation erm&ouml;glicht und bereitstellt und &#8211; wo erforderlich &#8211; mit staatlichen &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen zusammenarbeitet. Dennoch ist der Umfang der vorliegenden Grunds&auml;tze auf die Pflichten des Staates beschr&auml;nkt.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"veraenderte-technologie-und-definitionen\">Ver&auml;nderte Technologie und Defini&shy;ti&shy;onen<\/span><\/h2>\n<p>&bdquo;Kommunikations&uuml;berwachung&ldquo; umfasst heutzutage die &Uuml;berwachung, das Abh&ouml;ren, die Sammlung, Analyse, Nutzung, Konservierung und Aufbewahrung von, den Eingriff in oder Zugang zu Informationen, welche die Kommunikation einer Person in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft beinhaltet, reflektiert oder sich daraus ergibt. &bdquo;Kommunikation&ldquo; beinhaltet Aktivit&auml;ten, Interaktionen und Transaktionen, die &uuml;ber elektronische Medien &uuml;bertragen werden, wie z.B. Inhalte der Kommunikation, die Identit&auml;t der an der Kommunikation Beteiligten, das Standort-Tracking, einschlie&szlig;lich IP-Adressen, die Uhrzeit und die Dauer der Kommunikation und Kennungen von Kommunikationsger&auml;ten, die w&auml;hrend der Kommunikation verwendet werden.<\/p>\n<p>Traditionell wurde die Invasivit&auml;t der Kommunikations&uuml;berwachung auf Basis von k&uuml;nstlichen und formalen Kategorien bewertet. Bestehende rechtliche Rahmenbedingungen unterscheiden zwischen &bdquo;Inhalt&ldquo; oder &bdquo;Nicht-Inhalt&ldquo;, &bdquo;Teilnehmerinformation&ldquo; oder &bdquo;Metadaten&ldquo;, gespeicherten Daten oder &Uuml;bertragungsdaten, Daten, die zuhause gespeichert werden oder die im Besitz eines dritten Diensteanbieters sind.(7) Allerdings sind diese Unterscheidungen nicht mehr geeignet, den Grad des Eindringens der Kommunikations&uuml;berwachung in das Privatleben von Einzelpersonen und Verb&auml;nden zu messen. W&auml;hrend seit Langem Einigkeit darin besteht, dass Kommunikationsinhalte per Gesetz signifikanten Schutz verdienen wegen ihrer F&auml;higkeit, sensible Informationen zu offenbaren, ist es nun klar, dass andere Informationen aus der Kommunikation &#8211; Metadaten und andere Formen der nicht-inhaltlichen Daten &#8211; vielleicht sogar mehr &uuml;ber eine Einzelperson enth&uuml;llen k&ouml;nnen, als der Inhalt selbst und verdienen daher einen gleichwertigen Schutz. Heute k&ouml;nnte jede dieser Informationsarten, f&uuml;r sich allein oder gemeinsam analysiert die Identit&auml;t einer Person, deren Verhalten, Verbindungen, physischen oder gesundheitlichen Zustand, Rasse, Hautfarbe, sexuelle Orientierung, nationale Herkunft oder Meinungen enth&uuml;llen, oder die Abbildung einer Person mithilfe der Standortbestimmung, ihrer Bewegungen oder Interaktionen &uuml;ber einen Zeitraum,(8) erm&ouml;glichen oder auch von allen Menschen an einem bestimmten Ort, zum Beispiel bei einer &ouml;ffentlichen Demonstration oder anderen politischen Veranstaltungen. Als Ergebnis sollten alle Informationen, welche sich aus der Kommunikation einer Person ergeben, diese beinhalten, reflektieren, oder &uuml;ber diese Person stattfinden, und welche nicht &ouml;ffentlich verf&uuml;gbar und leicht zug&auml;nglich f&uuml;r die allgemeine &Ouml;ffentlichkeit sind, als &bdquo;gesch&uuml;tzte Informationen&ldquo; angesehen werden. Ihnen sollte dementsprechend der h&ouml;chste gesetzliche Schutz gew&auml;hrt werden.<\/p>\n<p>Bei der Beurteilung der Invasivit&auml;t der staatlichen Kommunikations&uuml;berwachung ist es notwendig, dass beides betrachtet wird: sowohl das Potenzial der &Uuml;berwachung, gesch&uuml;tzte Informationen offenzulegen, sowie der Zweck, zu der der Staat die Information sammelt. Kommunikations&uuml;berwachung, die voraussichtlich zur Offenlegung von gesch&uuml;tzten Informationen f&uuml;hrt, die eine Person dem Risiko der Ermittlung, Diskriminierung oder Verletzung der Menschenrechte aussetzen kann, wird eine ernsthafte Verletzung des Rechts des Einzelnen auf Privatsph&auml;re darstellen und au&szlig;erdem die Nutzung anderer Grundrechte untergraben, unter anderem das Recht auf freie Meinungs&auml;u&szlig;erung, Versammlungsfreiheit und politische Partizipation. Dies liegt darin begr&uuml;ndet, dass diese Rechte erfordern, dass Menschen in der Lage sind, frei von der abschreckenden Wirkung der staatlichen &Uuml;berwachung zu kommunizieren. Eine Festlegung sowohl des Charakters als auch der Einsatzm&ouml;glichkeiten der gesuchten Informationen wird somit in jedem Einzelfall notwendig.<\/p>\n<p>Bei der Annahme einer neuen Technik der Kommunikations&uuml;berwachung oder der Ausweitung des Anwendungsbereichs einer bestehenden Technik sollte der Staat sicherstellen, ob die Informationen, die wahrscheinlich beschafft werden, in den Bereich der &bdquo;gesch&uuml;tzten Informationen&ldquo; f&auml;llt, bevor er sie einholt, und sie zur Kontrolle der Justiz oder anderen demokratischen Kontrollorganen vorlegen. Wenn man bedenkt, ob eine Information, die man mithilfe von Kommunikations&uuml;berwachung erhalten hat, auf die Ebene der &bdquo;gesch&uuml;tzten Informationen&ldquo; aufsteigt, sind sowohl die Form als auch der Umfang und die Dauer der &Uuml;berwachung relevante Faktoren. Weil tiefgreifende oder systematische &Uuml;berwachung die F&auml;higkeit hat, private Informationen weit &uuml;ber seine einzelnen Teile hinaus zu offenbaren, kann auch die &Uuml;berwachung der nicht gesch&uuml;tzten Informationen auf ein Niveau der Invasivit&auml;t gelangen, das starken Schutz verlangt.(9)<\/p>\n<p>Die Festlegung, ob ein Staat die &Uuml;berwachung gesch&uuml;tzter Kommunikation durchf&uuml;hren darf, muss im Einklang mit den folgenden Grunds&auml;tzen stehen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-grundsaetze\">Die Grunds&auml;tze<\/span><\/h2>\n<p><b>Gesetzm&auml;&szlig;igkeit:<\/b> Jede Beschr&auml;nkung des Rechtes auf Privatsph&auml;re muss gesetzlich vorgeschrieben sein. Der Staat darf in Abwesenheit eines bestehenden &ouml;ffentlich verf&uuml;gbaren Rechtsaktes, welcher den Standard der Klarheit und Genauigkeit erf&uuml;llt, und der ausreicht, um sicherzustellen, dass Einzelne eine Benachrichtigung erhalten und seine Anwendung vorhersehen k&ouml;nnen, keine Ma&szlig;nahmen einf&uuml;hren oder durchsetzen, die das Recht auf Privatsph&auml;re beeintr&auml;chtigen. Angesichts der Geschwindigkeit des technologischen Wandels sollten Gesetze, die das Recht auf Privatsph&auml;re beschr&auml;nken, regelm&auml;&szlig;ig durch Instrumente eines partizipativen, legislativen und beh&ouml;rdlichen Prozesses &uuml;berpr&uuml;ft werden.<\/p>\n<p><b>Rechtm&auml;&szlig;iges Ziel:<\/b> Gesetze sollten nur Kommunikations&uuml;berwachung durch spezifizierte Beh&ouml;rden erlauben, um ein legitimes Ziel zu erreichen, welches einem &uuml;berragend wichtigen Rechtsgut, das in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist, entspricht. Es darf keine Ma&szlig;nahme angewendet werden, die auf der Grundlage von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger &Uuml;berzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Verm&ouml;gen, Geburt oder des sonstigen Status diskriminiert.<\/p>\n<p><b>Notwendigkeit:<\/b> Gesetze, die Kommunikations&uuml;berwachung durch den Staat erlauben, m&uuml;ssen die &Uuml;berwachung darauf begrenzen, was zweifellos und nachweislich notwendig ist, um das legitime Ziel zu erreichen. Kommunikations&uuml;berwachung darf nur durchgef&uuml;hrt werden, wenn es das einzige Mittel zur Erreichung eines rechtm&auml;&szlig;igen Ziels ist, oder wenn es mehrere Mittel gibt, es das Mittel ist, welches am unwahrscheinlichsten die Menschenrechte verletzt. Der Nachweis der Begr&uuml;ndung dieser Rechtfertigung in gerichtlichen sowie in Gesetzgebungsverfahren liegt beim Staat.<\/p>\n<p><b>Angemessenheit:<\/b> Jeder Fall der gesetzlich autorisierten Kommunikations&uuml;berwachung muss geeignet sein, das spezifische legitime Ziel, welches festgelegt wurde, zu erf&uuml;llen.<\/p>\n<p><b>Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit:<\/b> Kommunikations&uuml;berwachung sollte als hochgradig invasive [oder: eindringende] Handlung angesehen werden, die in das Recht auf Privatsph&auml;re und die Freiheit der Meinungs&auml;u&szlig;erung eingreift und die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft bedroht. Entscheidungen &uuml;ber Kommunikations&uuml;berwachung m&uuml;ssen durch Abw&auml;gen der gesuchten Vorteile gegen die Sch&auml;den, die den Rechten des Einzelnen und anderen konkurrierenden Interessen zugef&uuml;gt w&uuml;rden, getroffen werden, und sollten eine Betrachtung der Sensibilit&auml;t der Informationen und der Schwere der Verletzung des Rechts auf Privatsph&auml;re einbeziehen.<\/p>\n<p>Dies erfordert insbesondere: Sollte ein Staat Zugang zu oder die Nutzung von gesch&uuml;tzten Informationen anstreben, die durch Kommunikations&uuml;berwachung im Rahmen einer strafrechtlichen Untersuchung gesammelt wurden, dann muss dies auf der zust&auml;ndigen, unabh&auml;ngigen und unparteiischen gerichtlichen Entscheidung begr&uuml;ndet sein, dass:<\/p>\n<ul>\n<li>es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass ein schweres Verbrechen begangen wurde oder begangen werden wird;<\/li>\n<li>der Beweis eines solchen Verbrechens durch den Zugriff auf die gesch&uuml;tzten Daten erhalten werden w&uuml;rde;<\/li>\n<li>andere verf&uuml;gbare und weniger invasive Ermittlungsmethoden ausgesch&ouml;pft sind; <\/li>\n<li>die abgerufenen Informationen in vern&uuml;nftiger Weise auf diejenigen begrenzt werden, die f&uuml;r die mutma&szlig;liche Straftat relevant sind, und jede weitere gesammelte Information sofort vernichtet oder zur&uuml;ckgegeben wird; und<\/li>\n<li>Informationen nur von der festgelegten Beh&ouml;rde abgerufen und nur f&uuml;r den Zweck, f&uuml;r den die Genehmigung erteilt wurde, verwendet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn der Staat mit Kommunikations&uuml;berwachung Zugang zu gesch&uuml;tzten Informationen zu einem Zweck erlangen will, der eine Person nicht der Strafverfolgung, Ermittlung, Diskriminierung oder Verletzung der Menschenrechte aussetzt, muss der Staat einer unabh&auml;ngigen, unparteiischen und zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde Folgendes nachweisen:<\/p>\n<ul>\n<li>andere verf&uuml;gbare und weniger invasive Ermittlungsmethoden wurden in Betracht gezogen;<\/li>\n<li>die abgerufenen Informationen werden in vern&uuml;nftiger Weise auf die relevanten begrenzt und jede zus&auml;tzlich gesammelte Information wird sofort vernichtet oder dem betroffenen Individuum zur&uuml;ckgegeben; und<\/li>\n<li>Informationen werden nur von der festgelegten Beh&ouml;rde abgerufen und nur f&uuml;r den Zweck verwendet, f&uuml;r den die Genehmigung erteilt wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zust&auml;ndige gerichtliche Beh&ouml;rden: Bestimmungen in Bezug auf die Kommunikations&uuml;berwachung m&uuml;ssen von zust&auml;ndigen gerichtlichen Beh&ouml;rden, die unparteiisch und unabh&auml;ngig sind, festgelegt werden. Die Beh&ouml;rde muss:<\/p>\n<ul>\n<li>getrennt sein von der Beh&ouml;rde, welche die Kommunikations&uuml;berwachung durchf&uuml;hrt,<\/li>\n<li>vertraut sein mit den relevanten Themen und f&auml;hig sein, eine gerichtliche Entscheidung &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Kommunikations&uuml;berwachung, die benutzte Technologie und Menschenrechte zu treffen, und<\/li>\n<li>&uuml;ber entsprechende Ressourcen verf&uuml;gen, um die ihr &uuml;bertragenen Aufgaben auszuf&uuml;hren.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Rechtsstaatliches Verfahren:<\/b> Ein rechtsstaatliches Verfahren verlangt, dass Staaten die Menschenrechte jedes Einzelnen respektieren und garantieren, indem sie rechtm&auml;&szlig;ige Prozesse versichern, die jegliche Beeintr&auml;chtigung der Menschenrechte ordnungsgem&auml;&szlig; und gesetzlich spezifiziert regeln, die konsistent durchgef&uuml;hrt werden, und die der allgemeinen &Ouml;ffentlichkeit zug&auml;nglich sind. Insbesondere bei der Bestimmung seiner oder ihrer Menschenrechte hat jeder das Recht auf ein faires und &ouml;ffentliches Verfahren innerhalb einer angemessenen Frist von einem unabh&auml;ngigen, zust&auml;ndigen und unparteiischen rechtm&auml;&szlig;ig gegr&uuml;ndeten Gericht,(10) au&szlig;er in Notf&auml;llen, wenn f&uuml;r Menschenleben Gefahr in Verzug ist. In solchen F&auml;llen muss innerhalb einer vern&uuml;nftigen und realisierbaren Frist eine r&uuml;ckwirkende Autorisierung eingeholt werden. Allein das Risiko der Flucht oder Zerst&ouml;rung von Beweismitteln sollte niemals als ausreichend f&uuml;r eine r&uuml;ckwirkende Autorisierung angesehen werden.<\/p>\n<p><b>Benachrichtigung des Nutzers: <\/b>Personen sollten &uuml;ber die Entscheidung der Autorisierung einer Kommunikations&uuml;berwachung informiert werden. Es sollten ausreichend Zeit und Informationen zur Verf&uuml;gung gestellt werden, so dass die Person die Entscheidung anfechten kann. Des Weiteren sollte sie Zugang zu dem Material bekommen, welches f&uuml;r den Antrag der Autorisierung vorgelegt wurde. Eine Verz&ouml;gerung der Benachrichtigung ist nur unter folgenden Bedingungen gerechtfertigt:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Benachrichtigung w&uuml;rde den Zweck, f&uuml;r den die &Uuml;berwachung genehmigt ist, ernsthaft gef&auml;hrden oder es besteht eine unmittelbare Gefahr f&uuml;r Menschenleben, oder<\/li>\n<li>Die Erlaubnis einer Verz&ouml;gerung der Benachrichtigung wird durch die zust&auml;ndige Justizbeh&ouml;rde zum Zeitpunkt der Genehmigung der &Uuml;berwachung erteilt; und<\/li>\n<li>Die betroffene Person wird benachrichtigt, sobald die Gefahr aufgehoben ist, oder innerhalb einer vern&uuml;nftigen realisierbaren Frist; je nachdem, welches zuerst zutrifft, aber in jeden Fall zu dem Zeitpunkt, zu dem die Kommunikations&uuml;berwachung abgeschlossen ist. Die Verpflichtung zur Benachrichtigung liegt beim Staat, aber in dem Fall, dass der Staat dem nicht nachkommt, sollten Kommunikationsdiensteanbieter die Freiheit haben, Personen &uuml;ber die Kommunikations&uuml;berwachung freiwillig oder auf Anfrage zu benachrichtigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Transparenz: <\/b>Staaten sollten bez&uuml;glich der Nutzung und des Umfangs der Techniken und Befugnisse der Kommunikations&uuml;berwachung transparent sein. Sie sollten mindestens die gesammelten Informationen &uuml;ber die Anzahl der genehmigten und abgelehnten Anfragen, eine Aufschl&uuml;sselung der Anfragen nach Dienstanbieter und nach Ermittlungsart und -zweck ver&ouml;ffentlichen. Staaten sollten Personen gen&uuml;gend Informationen liefern, um zu gew&auml;hrleisten, dass sie den Umfang, die Art und Anwendung der Gesetze, welche die Kommunikations&uuml;berwachung erlauben, zu verstehen. Staaten sollten Diensteanbieter bef&auml;higen, die von ihnen angewendeten Prozesse zu ver&ouml;ffentlichen, wenn sie staatliche Kommunikations&uuml;berwachung bearbeiten, an diesen Prozessen festzuhalten und Berichte der staatlichen Kommunikations&uuml;berwachung zu ver&ouml;ffentlichen.<\/p>\n<p><b>&Ouml;ffentliche Aufsicht: <\/b>Staaten sollten unabh&auml;ngige Aufsichtsmechanismen schaffen, die Transparenz und Verantwortung der Kommunikations&uuml;berwachung gew&auml;hrleisten.(11) Aufsichtsmechanismen sollten die Befugnis haben, auf alle potenziell relevanten Informationen &uuml;ber staatliche Ma&szlig;nahmen, wenn notwendig auch auf geheime oder als Verschlusssachen gekennzeichnete Informationen, zuzugreifen; zu beurteilen, ob der Staat seine rechtm&auml;&szlig;igen F&auml;higkeiten legitim nutzt; zu beurteilen, ob der Staat die Informationen &uuml;ber den Einsatz und den Umfang der Techniken und Befugnisse der Kommunikations&uuml;berwachung transparent und genau ver&ouml;ffentlicht hat; und regelm&auml;&szlig;ige Berichte und andere f&uuml;r die Kommunikations&uuml;berwachung relevante Informationen zu ver&ouml;ffentlichen. Unabh&auml;ngige Kontrollmechanismen sollten in Erg&auml;nzung zur Aufsicht geschaffen werden, die bereits &uuml;ber einen anderen Teil der Regierung zur Verf&uuml;gung steht.<\/p>\n<p><b>Integrit&auml;t der Kommunikation und der Systeme:<\/b> Um die Integrit&auml;t, Sicherheit und Privatsph&auml;re der Kommunikationssysteme zu gew&auml;hrleisten, und in Anerkennung der Tatsache, dass Abstriche bei der Sicherheit f&uuml;r staatliche Zwecke fast immer die Sicherheit im Allgemeinen infrage stellen, sollten Staaten die Dienstleister oder Hardware- oder Softwareh&auml;ndler nicht zwingen, &Uuml;berwachungs- oder Beobachtungsfunktionen in ihre Systeme einzubauen oder bestimmte Informationen lediglich f&uuml;r Zwecke der staatlichen &Uuml;berwachung zu sammeln oder zu speichern. A priori Vorratsdatenspeicherung oder Sammlung sollte nie von Dienstleistern gefordert werden. Personen haben das Recht, sich anonym zu &auml;u&szlig;ern; Staaten sollten daher auf die zwingende Identifizierung der Nutzer als Voraussetzung f&uuml;r die Leistungserbringung verzichten.(12)<\/p>\n<p><b>Schutzma&szlig;nahmen f&uuml;r die internationale Zusammenarbeit:<\/b> Als Reaktion auf die Ver&auml;nderungen der Informationsfl&uuml;sse und Kommunikationstechnologien und -dienstleistungen, kann es notwendig sein, dass Staaten Hilfe von einem ausl&auml;ndischen Dienstleister anfordern. Dementsprechend sollten die gemeinsamen Rechtshilfevertr&auml;ge und andere Vereinbarungen, die von den Staaten eingegangen wurden, sicherstellen, dass in F&auml;llen, in denen die Gesetze mehr als eines Staates f&uuml;r die Kommunikations&uuml;berwachung angewendet werden k&ouml;nnen, derjenige verf&uuml;gbare Standard mit dem h&ouml;heren Schutzniveau f&uuml;r den Einzelnen angewendet wird. Wo Staaten Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Zwecke der Strafverfolgung suchen, sollte der Grundsatz der beiderseitigen Strafbarkeit angewendet werden. Staaten d&uuml;rfen gemeinsame Rechtshilfeprozesse und ausl&auml;ndische Anfragen nach gesch&uuml;tzten Informationen nicht nutzen, um inl&auml;ndische gesetzliche Beschr&auml;nkungen der Kommunikations&uuml;berwachung zu umgehen. Gemeinsame Rechtshilfeprozesse und andere Vereinbarungen sollten klar dokumentiert werden, &ouml;ffentlich zug&auml;nglich sein und dem Schutz des fairen Verfahrens unterliegen.<\/p>\n<p><b>Schutzma&szlig;nahmen gegen unrechtm&auml;&szlig;igen Zugang:<\/b> Die Staaten sollten Gesetze erlassen, welche illegale Kommunikations&uuml;berwachung durch &ouml;ffentliche oder private Akteure kriminalisieren. Die Gesetze sollten ausreichende und erhebliche zivil-und strafrechtliche Sanktionen, Schutz f&uuml;r Whistleblower und Wege f&uuml;r die Wiedergutmachung von Betroffenen enthalten. Die Gesetze sollten vorsehen, dass alle Informationen, welche in einer Weise gesammelt wurden, die mit diesen Grunds&auml;tzen unvereinbar ist, in einem Verfahren als Beweise unzul&auml;ssig sind, genauso wie Beweise, die von solchen Informationen abgeleitet sind. Die Staaten sollten au&szlig;erdem Gesetze erlassen mit der Ma&szlig;gabe, dass das Material zerst&ouml;rt oder der Person zur&uuml;ckgegeben werden muss, nachdem das durch Kommunikations&uuml;berwachung gesammelte Material zu dem Zweck genutzt wurde, zu welchem es bereitgestellt wurde.<\/p>\n<p><i>Die Erkl&auml;rung kann &uuml;ber die Webseite <\/i><a href=\"https:\/\/www.necessaryandproportionate.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>https:\/\/www.necessaryandproportionate.org\/<\/i><\/a><i> unterst&uuml;tzt werden. Die vorliegende &Uuml;bersetzung wurde von Digitalcourage e.V. erstellt.<\/i><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h2>\n<p>(1) Universal Declaration of Human Rights Article 12, United Nations Convention on Migrant Workers Article 14, UN Convention of the Protection of the Child Article 16, International Covenant on Civil and Political Rights, International Covenant on Civil and Political Rights Article 17; regional conventions including Article 10 of the African Charter on the Rights and Welfare of the Child, Article 11 of the American Convention on Human Rights, Article 4 of the African Union Principles on Freedom of Expression, Article 5 of the American Declaration of the Rights and Duties of Man, Article 21 of the Arab Charter on Human Rights, and Article 8 of the European Convention for the Protection of Human Rights and Fundamental Freedoms; Johannesburg Principles on National Security, Free Expression and Access to Information, Camden Principles on Freedom of Expression and Equality.<\/p>\n<p>(2) Universal Declaration of Human Rights Article 29; General Comment No. 27, Adopted by The Human Rights Committee Under Article 40, Paragraph 4, Of The International Covenant On Civil And Political Rights, CCPR\/C\/21\/Rev.1\/Add.9, November 2, 1999; see also Martin Scheinin, &#8222;Report of the Special Rapporteur on the promotion and protection of human rights and fundamental freedoms while countering terrorism,&#8220; 2009, A\/HRC\/17\/34.<\/p>\n<p>(3) Communications metadata may include information about our identities (subscriber information, device information), interactions (origins and destinations of communications, especially those showing websites visited, books and other materials read, people interacted with, friends, family, acquaintances, searches conducted, resources used), and location (places and times, proximities to others); in sum, metadata provides a window into nearly every action in modern life, our mental states, interests, intentions, and our innermost thoughts.<\/p>\n<p>(4) For example, in the United Kingdom alone, there are now approximately 500,000 requests for communications metadata every year, currently under a self-authorising regime for law enforcement agencies who are able to authorise their own requests for access to information held by service providers. Meanwhile, data provided by Google&rsquo;s Transparency reports shows that requests for user data from the U.S. alone rose from 8888 in 2010 to 12,271 in 2011. In Korea, there were about 6 million subscriber\/poster information requests every year and about 30 million requests for other forms of communications metadata every year in 2011-2012, almost of all of which were granted and executed. 2012 data available at <a href=\"http:\/\/www.kcc.go.kr\/user.do?boardId=1030&amp;boardSeq=35586&amp;cp=1&amp;dc=K02060400&amp;mode=view&amp;page=A02060400\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.kcc.go.kr\/user.do?mode=view&amp;page=A02060400&amp;dc=K02060400&amp;boardId=1030&amp;cp=1&amp;boardSeq=35586<\/a>.<\/p>\n<p>(5) See as examples, a review of Sandy Petland&rsquo;s work, &lsquo;Reality Mining&rsquo;, in MIT&rsquo;s Technology Review, 2008, available at <a href=\"http:\/\/www2.technologyreview.com\/article\/409598\/tr10-reality-mining\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www2.technologyreview.com\/article\/409598\/tr10-reality-mining\/<\/a> and also see Alberto Escudero-Pascual and Gus Hosein, &lsquo;Questioning lawful access to traffic data&rsquo;, Communications of the ACM, Volume 47 Issue 3, March 2004, pages 77 &#8211; 82.<\/p>\n<p>(6) Report of the UN Special Rapporteur on the promotion and protection of the right to freedom of opinion and expression, Frank La Rue, May 16 2011, available at <a href=\"http:\/\/www2.ohchr.org\/english\/bodies\/hrcouncil\/docs\/17session\/a.hrc.17.27_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www2.ohchr.org\/english\/bodies\/hrcouncil\/docs\/17session\/a.hrc.17.27_en.pdf<\/a><\/p>\n<p>(7) &#8222;People disclose the phone numbers that they dial or text to their cellular providers, the URLS that they visit and the e-mail addresses with which they correspond to their Internet service providers, and the books, groceries and medications they purchase to online retailers &#8230; I would not assume that all information voluntarily disclosed to some member of the public for a limited purpose is, for that reason alone, disentitled to Fourth Amendment protection.&#8220; United States v. Jones, 565 U.S. ___, 132 S. Ct. 945, 957 (2012) (Sotomayor, J., concurring).<\/p>\n<p>(8) &#8222;Short-term monitoring of a person&rsquo;s movements on public streets accords with expectations of privacy&#8220; but &#8222;the use of longer term GPS monitoring in investigations of most offenses impinges on expectations of privacy.&#8220; United States v. Jones, 565 U.S., 132 S. Ct. 945, 964 (2012) (Alito, J. concurring).<\/p>\n<p>(9) &#8222;Prolonged surveillance reveals types of information not revealed by short-term surveillance, such as what a person does repeatedly, what he does not do, and what he does ensemble. These types of information can each reveal more about a person than does any individual trip viewed in isolation. Repeated visits to a church, a gym, a bar, or a bookie tell a story not told by any single visit, as does one&#8217;s not visiting any of these places over the course of a month. The sequence of a person&#8217;s movements can reveal still more; a single trip to a gynecologist&#8217;s office tells little about a woman, but that trip followed a few weeks later by a visit to a baby supply store tells a different story.* A person who knows all of another&#8217;s travels can deduce whether he is a weekly church goer, a heavy drinker, a regular at the gym, an unfaithful husband, an outpatient receiving medical treatment, an associate of particular individuals or political groups &ndash; and not just one such fact about a person, but all such facts.&#8220; U.S. v. Maynard, 615 F.3d 544 (U.S., D.C. Circ., C.A.)p. 562; U.S. v. Jones, 565 U.S. __, (2012), Alito, J., concurring. &#8222;Moreover, public information can fall within the scope of private life where it is systematically collected and stored in files held by the authorities. That is all the truer where such information concerns a person&#8217;s distant past&hellip;In the Court&#8217;s opinion, such information, when systematically collected and stored in a file held by agents of the State, falls within the scope of &#8218;private life&#8216; for the purposes of Article 8(1) of the Convention.&#8220; (Rotaru v. Romania, [2000] ECHR 28341\/95, paras. 43-44.)<\/p>\n<p>(10) The term &#8222;due process&#8220; can be used interchangeably with &#8222;procedural fairness&#8220; and &#8222;natural justice&#8220;, and is well articulated in the European Convention for Human Rights Article 6(1) and Article 8 of the American Convention on Human Rights.<\/p>\n<p>(11) The UK Interception of Communications Commissioner is an example of such an independent oversight mechanism. The ICO publishes a report that includes some aggregate data but it does not provide sufficient data to scrutinise the types of requests, the extent of each access request, the purpose of the requests, and the scrutiny applied to them. See <a href=\"http:\/\/www.iocco-uk.info\/sections.asp?sectionID=2&amp;type=top\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.iocco-uk.info\/sections.asp?sectionID=2&amp;type=top<\/a>.<\/p>\n<p>(12) Report of the Special Rapporteur on the promotion and protection of the right to freedom of opinion and expression, Frank La Rue, 16 May 2011, A\/HRC\/17\/27, para 84.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[654,706,800],"autoren":[156],"publikationen":[1440],"class_list":["post-11638","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-aufmacher","tag-geheimdienste","tag-tkue","autoren-gemeinsame-erklaerung","publikationen-203-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Internationale Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Anwendung der Menschenrechte in der Kommunikations\u00fcberwachung - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/203-vorgaenge\/publikation\/internationale-grundsaetze-fuer-die-anwendung-der-menschenrechte-in-der-kommunikationsueberwachung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Internationale Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Anwendung der Menschenrechte in der Kommunikations\u00fcberwachung - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Dank Edward Snowden und weiterer Whistleblower wissen wir inzwischen, dass die geheimdienstliche &Uuml;berwachung der elektronischen Kommunikation in viel gr&ouml;&szlig;erem Umfang stattfindet als bisher gedacht, und mit der &Uuml;berwachungstechnik und den Ergebnissen der &Uuml;berwachung reger Handel betrieben wird. 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