{"id":11969,"date":"2005-03-01T20:30:00","date_gmt":"2005-03-01T19:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/kommunikative-qualitaet-als-grundlage-journalistischer-autonomie\/"},"modified":"2005-03-01T12:00:00","modified_gmt":"2005-03-01T11:00:00","slug":"kommunikative-qualitaet-als-grundlage-journalistischer-autonomie","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/kommunikative-qualitaet-als-grundlage-journalistischer-autonomie\/","title":{"rendered":"Kommunikative Qualit\u00e4t als Grundlage journalistischer Autonomie"},"content":{"rendered":"<p>Alternativen zur Kolonialisierung des Journalismus durch die Massenmedien<\/p>\n<p>aus: Vorg\u00e4nge Nr.169 ( Heft 1\/2005), S.20-29<\/p>\n<p>Die Debatte \u00fcber den Zustand der Medien ist fast so alt wie der Journalismus selbst. In periodischen Abst\u00e4nden wird die Krise der Medien und\/oder des Journalismus sowie ein Verfall der \u00f6ffentlichen Kommunikationskultur beklagt. In letzter Zeit allerdings hat das Thema vor dem Hintergrund der \u00f6konomischen Krise der Medienbranche wieder erheblich an Bedeutung gewonnen. Die diagnostizierte Tendenz scheint eindeutig: Sinkende Werbeeinnahmen erzwingen Rationalisierung in Form von Stellenabbau und Effizienzsteigerung. Der Erhalt \u00f6konomischer Leistungsf\u00e4higkeit der Medienbetriebe steht im Mittelpunkt; journalistische Qualit\u00e4tserw\u00e4gungen spielen allenfalls mit Blick auf diese \u00fcbergeordnete Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Die Ressourcen f\u00fcr einen qualitativ hochwertigen, an gesellschaftlichen Aufgaben orientierten Journalismus geraten dadurch unter Druck. In personell ausged\u00fcnnten Redaktionen fehlt die Zeit zur gr\u00fcndlichen Recherche ebenso wie die Gelegenheit, sich in ein Thema derart einzuarbeiten, dass wirkliche Hintergrundberichterstattung m\u00f6glich ist. Unter solchen Bedingungen werden journalistische Leistungen nicht mehr anhand ihrer kommunikativen oder emanzipatorischen Qualit\u00e4t bewertet, sondern zunehmend nur noch anhand ihrer kommerziellen Verwertbarkeit. Es zeigt sich, dass sich journalistische Rationalit\u00e4t dort weniger gut entfalten kann, wo Marktimperative ein uneingeschr\u00e4nktes Primat besitzen. Wieder einmal bewahrheitet sich die alte Einsicht, dass der Markt zwar als \u00f6konomisches Steuerungsinstrument konkurrenzlos ist, dass er aber zur Reproduktion \u00f6ffentlicher G\u00fcter nur wenig taugt. Der Journalismus wird durch rigide kommerzielle Medienimperative in ein Korsett gezwungen, das ihm zunehmend den Atem raubt.<\/p>\n<p>Das klingt plausibel und ist in weiten Teilen zutreffend. Zugleich aber \u00fcbergeht eine derart apodiktische Kritik das prinzipiell vorhandene Widerstandspotenzial des Journalismus gegen die Haken und \u00d6sen des massenmedialen Korsetts. Dieses Potenzial anzusprechen bedeutet zugleich auch, es zu st\u00e4rken und die Bedingungen der M\u00f6glichkeit eines autonomen Journalismus in den Massenmedien zu verbessern. Die dieser These zugrundeliegende Annahme eines komplexen Wechselverh\u00e4ltnisses l\u00e4sst sich nur beschreiben, wenn analytisch zwischen Journalismus und Massenmedien getrennt wird, um normative Anforderungen an den Journalismus mit einer ,realistischen` Perspektive auf die Kommerzialisierung der Massenmedien zu verbinden. Unter Journalismus wird deshalb hier ein kommunikatives Handeln verstanden, das gesellschaftliche Koordination und Verst\u00e4ndigung im Blick hat. Massenmedien hingegen sollen einen technischen und wirtschaftlichen Rahmen bereit stellen, in dem journalistisches Handeln neben anderen Inhalten seinen Platz hat und der vorwiegend nach wirtschaftlichen Erw\u00e4gungen betrieben wird.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der folgenden \u00dcberlegungen steht nicht die allf\u00e4llige Kritik am Output des Mediensystems oder an Einseitigkeiten im journalistischen Handeln, sondern das komplexe Binnenverh\u00e4ltnis von Mediensystem und Journalismus. Gefragt wird, ob im massenmedialen System ein Journalismus erhalten werden kann, der gesellschaftliche ,Aufgaben` erf\u00fcllt, und ob nicht aus Krisen des Mediensystems Chancen f\u00fcr den Journalismus erwachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5><span id=\"journalistisches-handeln-und-massenmediales-system\">Journa&shy;lis&shy;ti&shy;sches Handeln und massen&shy;me&shy;di&shy;ales System<\/span><\/h5>\n<p>Die Analyse medialer Leistungen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Kommunikation gewinnt an Pr\u00e4zision, wenn sie einem Modell folgt, das zwischen massenmedialem Systemrahmen und kommunikativem journalistischem Handeln innerhalb der aus dem System erwachsen-den Zw\u00e4nge zu differenzieren vermag. Journalismus und Massenmedien geh\u00f6ren im Zusammenspiel von kommunikativ strukturierter Lebenswelt und ausdifferenzierten Handlungssystemen, das moderne Gesellschaften kennzeichnet (vgl. Habermas 1995 [1981]),1 unterschiedlichen Bereichen an: Journalistisches Handeln ist der Lebenswelt verbunden, w\u00e4hrend Massenmedien zunehmend unter Systemeinfluss geraten. Daraus erkl\u00e4rt sich, dass beide immer wieder in Rationalit\u00e4tskonflikten zueinander stehen, wenn z.B. der Zwang eine verkaufstr\u00e4chtige Titelzeile zu produzieren mit dem Wunsch nach weiterer Recherche in Konflikt ger\u00e4t.<\/p>\n<p>Journalistisches Handeln ist kommunikatives Handeln. Es ist nicht zweckrational auf die Erreichung eines vorab definierten Zieles ausgerichtet, sondern basiert idealtypisch auf der Verst\u00e4ndigungsorientierung, die einem unverk\u00fcrzten Sprachgebrauch inh\u00e4rent ist. Diese nehmen Journalistinnen und Journalisten unweigerlich in Anspruch, wenn sie sich jenseits systemischer Spezialsemantiken der Alltagssprache bedienen, um \u00d6ffentlichkeit herzustellen. Das ist gemeint, wenn der Journalismusforscher Achim Baum davon spricht, dass &#132;[&#8230;] auch der Originalmodus journalistischen Handelns verst\u00e4ndigungsorientiertist&#148; (Baum 1994: 395).<\/p>\n<p>Journalismus als kommunikatives Handeln entfaltet gesellschaftliche Leistungen durch Beitr\u00e4ge zur Reproduktion von Lebenswelt, w\u00e4hrend er zugleich deren symbolische Ressourcen, z.B. internalisierte Wertemuster, in Anspruch nimmt. Er ist Teil der sozialen und kommunikativen Integration von Gesellschaft, indem er kulturelle Wissens- und Interpretationsressourcen \u00fcberliefert und entwickelt. Durch journalistische Kommunikation erfahren wir, was wir wissen m\u00fcssen, um uns in unserer Gesellschaft zu orientieren und an ihr teilhaben zu k\u00f6nnen. Im formalpragmatischen Sinne strukturiert Journalismus den lebensweltlichen Hintergrund zwischenmenschlicher Kommunikation und h\u00e4lt ihn verf\u00fcgbar. Aufgabe journalistischen Handelns ist demnach die durch Herstellung entsprechender \u00f6ffentlicher Kommunikationsstrukturen gew\u00e4hrleistete &#132;kommunikative Koordinierung gesamtgesellschaftlichen Handelns&#148; (ebd.: 161).<\/p>\n<p>Massenmedien hingegen sind weitgehend Bestandteil des \u00f6konomischen Systems und folgen einem Marktmodell. Selbst die durch gesellschaftliche Akteure gesteuerten \u00f6ffentlichrechtlichen Rundfunkanstalten (Integrationsmodell) k\u00f6nnen sich der Logik des Marktes im Vergleich mit kommerziellen Anbietern kaum mehr entziehen. Mit dem hier anzulegenden Systembegriff lassen sich ausdifferenzierte Organisationen beschreiben, die nicht mehr kommunikativ, sondern funktional \u00fcber entsprachlichte Steuerungsmedien integriert werden. Insbesondere das private Wirtschafts- und das staatliche Verwaltungshandeln konstituieren sich heutzutage auf diese Weise \u00fcber die entsprachlichten Medien Geld (Wirtschaft) und Macht (Staat). \u00d6konomische Steuerungsimperative sind zunehmend f\u00fcr Entscheidungen in den Medien ausschlaggebend; das symbolisch generalisierte Medium ,Geld` ersetzt letztlich die koordinierende Funktion der Sprache (vgl. Jarren\/Meier 2002: 112). Dabei handelt es sich nicht um fundamentale ,Umpolungen` etablierter Ordnungen, sondern um graduelle Ver\u00e4nderungen, die Entscheidungspr\u00e4missen und -programme genauso betreffen wie die Ressourcenallokation und das produzierte mediale Angebot (vgl. Altmeppen 2001: 198ff.). Medienunternehmen richten ihre Abl\u00e4ufe und Strukturen so ein, dass sie die erw\u00fcnschte Gewinnmehrung gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen. Sie formulieren dabei auch Erwartungen an das journalistische Handeln ihrer Organisationsmitglieder, das sie durch entsprechende Ressourcenallokation erm\u00f6glichen und durch Ablauf- und Strukturvorgaben einschr\u00e4nken. Im ganzen bewegt sich das Mediensystem der Gesellschaft immer mehr nach den Pr\u00e4missen wirtschaftlichen Erfolgs und immer weniger nach den Pr\u00e4missen ethisch-politischer Zielsetzungen oder kommunikativer Rationalit\u00e4t. Dabei sind die Systeme aber nicht vollst\u00e4ndig dem lebensweltlichen Zugriff entzogen, sondern bleiben prinzipiell, wenn-gleich faktisch oft nur noch eingeschr\u00e4nkt gestaltbar.<\/p>\n<p>In der Beziehung von Journalismus und Massenmedien sind realistische und normative Annahmen paradox ineinander verwoben. Massenmedien und Journalismus bed\u00fcrfen einander, stehen aber trotzdem in einem widerspr\u00fcchlichen Verh\u00e4ltnis zueinander.<br \/>Einerseits ben\u00f6tigt Journalismus f\u00fcr seine Berichterstattung die technische Infrastruktur der Massenmedien. Massenmedien wirken entgrenzend, indem sie Kommunikation aus zeitlichen oder r\u00e4umlichen Restriktionen herausheben k\u00f6nnen. Andererseits werden kommunikative M\u00f6glichkeiten des Journalismus durch eben diese technischen Bedingungen der Massenmedien sowie durch deren rechtliche und \u00f6konomische Fundierung eingeschr\u00e4nkt. Massenmedien begrenzen und hierarchisieren Kommunikation, indem sie Zugang zu gesellschaftlicher Kommunikation beschr\u00e4nken und durch formale Vorgaben kommunikative Kreativit\u00e4t einengen.<\/p>\n<p>Emanzipation und Vermachtung sind in der Struktur der Massenmedien eng miteinander verflochten und begr\u00fcnden so ihr &#132;ambivalentes Potential&#148; (Habermas 1995 [1981], Bd. 2: 573). Die empirische Journalismusforschung nimmt Massenmedien in dieser doppelten Bedeutung zur Kenntnis: Mediensystem, Medieninstitutionen und die Spezifika von Medienaussagen bilden den Rahmen, der die Rollendefinition journalistischer Akteure mit bestimmt (vgl.Weischenberg 1990: 53). Sie machen Journalismus m\u00f6glich und schr\u00e4nken ihn zugleich ein. Sie stellen seine materielle Basis bereit und limitieren seine M\u00f6glichkeiten zur Reproduktion symbolischer Ressourcen.<\/p>\n<p>Mitten durch den organisatorischen Komplex, der auf die gesellschaftlich notwendige Herstellung von \u00d6ffentlichkeit gerichtet ist, zieht sich somit ein fundamentaler Bruch zwischen lebensweltlicher und systemischer Rationalit\u00e4t, der dazu f\u00fchrt, dass der kommunikative Output journalistischer Medienberichterstattung vom jeweiligen Primat einer Rationalit\u00e4t abh\u00e4ngig ist. Wenn mediensystemische Imperative dominieren, wirkt medial vermittelte Kommunikation angesichts der vorherrschenden Profitlogik vermutlich ,vermachtend`. Wenn journalistische Imperative der Verst\u00e4ndigungsorientierung vorherrschen, dann besitzt sie das Potenzial, emanzipativ-kommunikative Relevanz zu entfalten. Der mediensystemische Rahmen bestimmt ma\u00dfgeblich die M\u00f6glichkeiten eines kommunikativen und diskursiven Journalismus. Genauso aber kann ein selbstbewusster Journalismus sich Freir\u00e4ume bewahren.<\/p>\n<h5><span id=\"verlust-journalistischer-autonomie\">Verlust journa&shy;lis&shy;ti&shy;scher Autonomie<\/span><\/h5>\n<p>Angesichts einer gesamtgesellschaftlichen Situation, in welcher die Dynamik wirtschaftlicher Logik gegen\u00fcber gesellschaftlichen Interessen an Dominanz gewinnt, ist nachvollziehbar, dass auch ein lebensweltlich verhafteter Journalismus systemischer Rationalit\u00e4t ausgesetzt ist. Erkennbar sind viele Ver\u00e4nderungen in der journalistischen Arbeitswelt heutzutage nicht dem Wunsch nach besserer journalistischer Berichterstattung, sondern nach effizienterer \u00f6konomischer Performance geschuldet. Die g\u00e4ngige Medienkritik richtet sich daher dagegen, dass der angesichts gesellschaftlicher Umbr\u00fcche notwendige Strukturwandel von Betrieb, Technik und Beruf im Journalismus \u00fcberwiegend nach massenmedial systemischen Erw\u00e4gungen gestaltet wird.<\/p>\n<ol>\n<li>Redaktionelle Strukturen \u00e4ndern sich: Dabei stehen insbesondere Entdifferenzierung und Effizienzorientierung im Zentrum. Ressortgrenzen verschwinden, Projekt- und Rechercheteams werden eingerichtet. Prototypisch daf\u00fcr sind die Newsdesks, die medien\u00fcbergreifend in fast allen Redaktionen zur Verarbeitung von Agenturberichten eingerichtet worden sind.<\/li>\n<li>Journalistische Berufsrollen ver\u00e4ndern sich: Dabei werden insbesondere funktionalistische Vorstellungen gest\u00e4rkt. Die Produktion von Medieninhalten und die Auswahl von Nachrichten werden wichtiger, das Herstellen von Zusammenh\u00e4ngen r\u00fcckt in den Hintergrund. Nachrichtenjournalismus gewinnt an Bedeutung, w\u00e4hrend kritisches R\u00e4sonnement auf die Kulturseiten abgedr\u00e4ngt wird.<\/li>\n<li>Die Bedeutung technischer Rationalit\u00e4t im Redaktionsalltag ver\u00e4ndert sich: Den An-fang markierte die Einf\u00fchrung rechnergest\u00fctzter Produktionssysteme, in deren Folge Produktionsschritte zunehmend in den redaktionellen Ablauf integriert werden. Mittlerweile finden bei Zeitungen alle Produktionsvorg\u00e4nge bis zur Druckvorstufe in der Redaktion statt, in vielen Radiosendern m\u00fcssen die Moderatoren in sogenannten &#132;Selbstfahrer-Studios&#148; auch komplexe technische Abl\u00e4ufe allein bew\u00e4ltigen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese ,Innovationen` journalistischen Arbeitens k\u00f6nnen prinzipiell sowohl der Steigerung journalistischer Qualit\u00e4t wie der Erh\u00f6hung der wirtschaftlichen Effizienz journalistischer Produktion dienen. Empirische Untersuchungen zeigen aber, dass sich zunehmend der &#132;Organisationszweck Programmproduktion&#148; gegen publizistische Konzepte wie die Informationsfunktion durchsetzt (Rager\/Werner\/Weber 1992: 19). Journalistische Produktion wird auf \u00f6konomische Effizienz ausgerichtet. Profiterw\u00e4gungen pr\u00e4gen redaktionelles Handeln.<\/p>\n<p>Neben wirtschaftliche \u00dcberlegungen tritt die Notwendigkeit einer technischen Effizienz, welche die M\u00f6glichkeit journalistischer Kommunikativit\u00e4t noch weiter schw\u00e4cht. Angesichts der Masse extern produzierter Nachrichten und Berichte, die in der Redaktion verarbeitet werden m\u00fcssen, hat sich die journalistische Rolle zunehmend zu der eines Schleusenw\u00e4rters (Gatekeeper) gewandelt, der aus den Nachrichten auszuw\u00e4hlen hat. Im Prozess dieser Auswahl werden organisatorische und technische Aspekte zunehmend wichtig und pr\u00e4gen ein funktionalistisches Bild des Journalismus, in dem Kreativit\u00e4t und Diskursivit\u00e4t kaum mehr eine Rolle spielen. Journalismus wird zum Handwerk der Nachrichtenselektion, zu einer Teilaufgabe im zergliederten Prozess der Produktion eines verk\u00e4uflichen Medienprodukts. In modernen, arbeitsteiligen Redaktionsstrukturen wird journalistisches Handeln, so der Journalistikwissenschaftler Michael Haller, &#132;zu einer abh\u00e4ngigen Variablen der redaktionellen Organisation [&#8230;], die wiederum auf die funktionalen Vorgaben des Mediensystems und seiner \u00d6konomie ausgerichtet ist&#148; (Haller 1996: 40). \u00dcber das Mediensystem induzierte \u00f6konomische oder technische Zweckrationalit\u00e4t setzt damit einen Prozess der Verdr\u00e4ngung ehemals verst\u00e4ndigungsorientierter Kommunikationslogik in Gang. Zugespitzt l\u00e4sst sich formulieren: Journalismus wird durch die Massenmedien kolonialisiert. Massenmediale Logik \u00fcberlagert journalistische Kommunikationsrationalit\u00e4t. Journalismus wird zur blo\u00dfen Funktionserf\u00fcllung herabgewertet.<\/p>\n<p>&#132;Gerade die ,Alimentierung` und ,Protektion` des Journalismus n\u00e4mlich bedeutet die Austrocknung der ihn tragenden Idee, eine Umstellung auf ,Steuerungsmedien`, die nicht einer auf Verst\u00e4ndigung gerichteten Vernunft entsprechen, sondern aus der Perspektive einer technischen, das hei\u00dft an Verf\u00fcgungsgewalt interessierten Zweckrationalit\u00e4t installiert werden und so die ,Sprache in ihrer Koordinationsfunktion ersetzen&#8216;.&#148; (Baum 1994: 90) Die Kehrseite der Zunahme an Effizienz in der Allokation materieller Ressourcen und in der Produktion ist ein Trend zu einem mit dem Gewinnstreben kompatiblen &#132;Unterhaltungs-, Nutzwert-, Werbeumfeld-, Grenzgewinn-, Kauf-, Konzern-und Kaskadenjournalismus&#148; (Heinrich 2001: 165). Von diesem Journalismus wird nichtviel mehr verlangt als die Produktion von Medieninhalten; das Blatt muss abends voll sein, das Sendematerial in nachrichtengerechte 30-Sekunden-H\u00e4ppchen zerlegt.<\/p>\n<p>Ein solcher ,Journalismus`, der nur noch nach Medienlogik ,funktioniert`, spricht auch nicht mehr politische Staatsb\u00fcrger an, sondern Konsumenten. Gesellschafts- und demokratierelevante Informationen werden funktionalisiert, um Werbung und Public Relations zur Herstellung von absatzrelevanten Teil\u00f6ffentlichkeiten zu dienen. Diese Entwicklung bedroht einen gemeinwohlorientierten Journalismus, der Information und Orientierung als Voraussetzungen der Teilhabe von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern im Blick hat. Die M\u00f6glichkeiten demokratischer \u00d6ffentlichkeit und partizipativer politischer Gestaltung des Gemeinwesens und damit auch der Verfasstheit des Medienwesens werden durch die \u00d6konomisierung erschwert.<\/p>\n<h5><span id=\"lebensweltlicher-widerstand-gegen-das-massenmediale-system\">Lebens&shy;welt&shy;li&shy;cher Widerstand gegen das massen&shy;me&shy;diale System<\/span><\/h5>\n<p>Die skizzierten Entwicklungen erwecken zun\u00e4chst den Anschein einer irreversiblen Transformation des medial\u00f6ffentlichen Raumes, der sich Journalismus nicht entziehen kann. Journalismus muss im Lichte der Medien\u00f6konomie geradezu &#132;unzurechnungsf\u00e4hig&#148; erscheinen, wenn er versucht sich von der Zweckorientierung einer \u00f6konomischen Rationalit\u00e4t zu emanzipieren (Baum 1996: 241). Aber in die Rationalit\u00e4t journalistischen Handelns sind Widerstandspotenziale gegen eine allzu uferlose systemische Rationalit\u00e4t der Massenmedien eingelassen. Journalismus geh\u00f6rt zu den gesellschaftlichen Bereichen, die sich nicht vollst\u00e4ndig kolonialisieren, d.h. auf eine systemische Steuerung umstellen lassen, sondern die ein unhintergehbares kommunikatives Moment besitzen. Journalistische Produkte haben nicht nur eine wirtschaftliche Dimension, sondern auch eine gesellschaftliche; sie sind meritorische G\u00fcter, die als konstitutiv f\u00fcr unser Gemeinwesen angesehen werden. Ihr demokratisch-kommunikatives Moment ist der Kern einer bis heute wirksamen regulativen Idee deliberativer \u00d6ffentlichkeit (vgl. Habermas 1992).<\/p>\n<p>Diese Kommunikativit\u00e4t zeigt sich in journalistischen Nischenformen wie Alternativ- und B\u00fcrgermedien oder dem New Journalism, in denen Orientierung oder Zusammenhang eine weit wesentlichere Rolle spielen als im Mainstream-Journalismus. Doch auch in kommerziell organisierten Medien lassen sich diese Widerstandspotenziale ausmachen. Schlie\u00dflich stecken Journalistinnen und Journalisten selbst hier &#132;nicht von morgens bis abends in einer Zwangsjacke von Systemzwecken&#148; (Prott 1994: 493f.). Die zur Verf\u00fcgung stehende technische Infrastruktur wirkt nicht prinzipiell vermachtend und hierarchisierend, sondern kann von Journalistinnen und Journalisten, die ihre Spiel-r\u00e4ume nutzen und verbreitern, zur Durchsetzung kommunikativer Verst\u00e4ndigung genutzt werden. Reine Zerfallsszenarien gesellschaftlicher Kommunikation haben angesichts der skizzierten grundlegenden Ambivalenzen keinen Sinn.<\/p>\n<p>Die Inkongruenzen zwischen journalistischem Berufshandeln und mediensystemischen Anforderungen verweisen darauf, dass Journalismus keine medial vordefinierbare Form beruflichen Handelns ist, sondern eine lebensweltliche Handlungslogik besitzt, die beruflich \u00fcberformt wird und deren gesellschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit gef\u00e4hrdet ist, wenn sie zu sehr unter das Profitprimat systemisch gesteuerter Medieninstitutionen ger\u00e4t. Wolfgang R. Langenbucher hat darauf hingewiesen, dass sich Journalismus eben nicht in den T\u00e4tigkeiten des organisatorischen &#151; weitgehend des redaktionellen &#151; Journalismus ersch\u00f6pft, sondern noch andere Rollenmuster umfasst (Langenbucher 1993: 135). Er hebt diesbez\u00fcglich insbesondere einen &#132;autonomen Journalismus&#148; hervor, den er als Kulturleistung sieht, w\u00e4hrend der organisatorische Journalismus Dienstleistung sei. Beide k\u00f6nnen unter den Bedingungen kommerzieller Massenmedien nebeneinander ihren Platz finden, doch w\u00e4hrend sich der organisatorische Journalismus funktionalistisch-systemischen Imperativen unterordnet, hebt der autonome Journalismus auf seine gesellschaftlichen und demokratierelevanten Aufgaben ab und verteidigt sie auf Basis einer dezidiert selbst\u00e4ndig formulierten Ethik gegen Einengungsversuche.<\/p>\n<p>Ein derart selbstbewusster Journalismus, der seine eigene Legitimation kommunikativ selbst generiert, kann die Kraft finden, sich qualitativ selbst zu regulieren und damit der Starrheit einer rechtlichen Regulierung zuvorzukommen oder sich &#151; in Ma\u00dfen &#151; auch von \u00f6konomischen Imperativen abzugrenzen. Diese Selbstregulierung verspricht, dass kommunikative Leistungen auch mit den Ma\u00dfst\u00e4ben kommunikativen Handelns bearbeitet werden. Auf diese Weise wird eine weitergehende Kolonialisierung durch andere gesellschaftliche Funktionsbereiche, sei es der Markt, sei es das Recht, einged\u00e4mmt. Journalismus setzt sich mit dem Anerkenntnis seiner Selbstregulierungsf\u00e4higkeit auch einer alltagssprachlichen Laienkritik aus, da er letztlich \u00f6ffentlich kritisierbar bleibt, wenn er sich nicht einer spezifischen Systemlogik unterwirft. Das gew\u00e4hrleistet die demokratisch gew\u00fcnschte Kommunikationsoffenheit einer gesellschaftlichen Institution, f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit und Kritik komplement\u00e4re Anforderungen darstellen.<\/p>\n<h5><span id=\"kreative-labore-statt-kommerzieller-massenware\">Kreative Labore statt kommer&shy;zi&shy;eller Massenware?<\/span><\/h5>\n<p>Die vollst\u00e4ndige Kommerzialisierung des Mediensystems w\u00fcrde die Spielr\u00e4ume eines solchen autonomen Journalismus und seiner kultursch\u00f6pferischen Kraft zum Verschwinden bringen. Um das zu verhindern bietet es sich an, auf der Ebene des Mediensystems mit Mitteln des Ordnungsrechts einer kommunikationspolitischen Gestaltung neue Wege zu bahnen, w\u00e4hrend auf der Ebene des journalistischen Handelns vorwiegend ethische Diskurse als M\u00f6glichkeit der Selbstregulierung zu sehen sind. Klassische Forderungen der Medienkritik zum Beispiel nach einer Entkapitalisierung der Massenmedien scheinen dagegen endg\u00fcltig passe zu sein. Denn hinter den. jetzt entwickelten Stand der Massenmedien zur\u00fcck gelangt nur, wer die h\u00f6chst fragw\u00fcrdige R\u00fcckkehr der Exklusivit\u00e4t in die gesellschaftliche Kommunikation in Kauf nimmt. Demokratische \u00d6ffentlichkeit bedarf jedoch der medialen und journalistischen Voraussetzungen f\u00fcr einen Qualit\u00e4tsjournalismus, der nicht nur in alternativen Nischen stattfindet Gerade konventionelle, aber in geringerem Ma\u00dfe kommerzialisierte Medienangebote wie die \u00fcberregionalen Qualit\u00e4tszeitungen oder der \u00f6ffentlichrechtliche Rundfunk bilden &#132;das R\u00fcckgrat f\u00fcr die diskursive Innenausstattung einer freien politischen Meinungs- und Willensbildung&#148;, indem sie notwendige &#132;argumentative Substanz&#148; f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Diskurs bereitstellen; sie sind &#132;lebenswichtig f\u00fcr eine politische Kommunikation, die ihren Eigensinn beh\u00e4lt&#148; (Habermas 2003: 20).<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Massenmedien kann daher die R\u00fcckkehr zu einer aktiveren, gestaltenden Kommunikationspolitik gefordert werden. Staat und gesellschaftliche Akteure haben demzufolge ihre Verantwortung f\u00fcr das \u00f6ffentliche Gut gesellschaftlicher Kommunikation wahrzunehmen, da die bislang politisch gewollte Marktsteuerung dieses Bereiches dazu erkennbar nicht ausreicht (vgl. Kopper\/Rager et.al. 1994). Notwendig ist auch k\u00fcnftig die Sicherung von medialer Freiheit und publizistischer Vielfalt so-wie dar\u00fcber hinaus in zunehmendem Ma\u00dfe die auch materielle Gew\u00e4hrleistung derjenigen medialen Bereiche, in denen eine journalistische Kommunikationsrationalit\u00e4t \u00fcberhaupt noch zur Entfaltung gelangen kann. Unter den Mainstream-Medien sind das vor allem die \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die \u00fcberregionalen Qualit\u00e4tszeitungen, die jeweils noch nicht in letzter Konsequenz einer medialen Profitlogik unterworfen sind, sondern einer \u00f6ffentlichen Aufgabe verpflichtet bleiben. Werden diese Bereiche weiter geschw\u00e4cht, dann w\u00fcrde das eine gravierende Einschr\u00e4nkung der strukturellen M\u00f6glichkeiten demokratischer \u00d6ffentlichkeit bedeuten. Politische Gestaltung bedeutet zum Beispiel die kartellrechtliche Begrenzung faktischer Medienmacht, die St\u00e4rkung \u00f6ffentlichrechtlicher Finanzierungsmodelle und die gezielte Unterst\u00fctzung qualitativ hochwertiger journalistischer Produkte. Einmischung in Marktabl\u00e4ufe ist im demokratisch sensiblen Medienmarkt notwendig, wenn Marktmechanismen nicht alleine dazu in der Lage sind, Vielfalt und Qualit\u00e4t zu generieren und zu garantieren.<\/p>\n<p>Mit Hinblick auf die Bewahrung journalistischer Handlungsspielr\u00e4ume, die solche \u00f6ffentlichen Diskurse erm\u00f6glichen k\u00f6nnen, bieten sich in erster Linie engagierte Debatten von Journalistinnen und Journalisten \u00fcber ihr ethisches Selbstverst\u00e4ndnis an. Diese versetzen zumindest einen autonomen Journalismus in die Lage, sich von anderen Bereichen medialer Content-Produktion zu differenzieren und die eigenen Leistungen f\u00fcr gesellschaftliche Kommunikation herauszustellen. Debatten \u00fcber eine Erweiterung des bestehenden Pressekodex hin zu einem Journalismuskodex mit positiver Leitbildfunktion k\u00f6nnen als erste Schritte in diesem Prozess der Sch\u00e4rfung des journalistischen Qualit\u00e4ts-Profils verstanden werden (vgl. Brosda et.al. 2004). Journalistisches Handeln kann, abgesehen von straf- und zivilrechtlich relevanten Eingriffen, durch staatliche oder gesellschaftliche Steuerung nur begrenzt reguliert werden. Zentrale Ausnahme ist die Gew\u00e4hrleistung ad\u00e4quater Ausbildungsvoraussetzungen durch eine universit\u00e4re Journalistik. Abgesehen davon steuert sich der Journalismus im R\u00fcckgriff auf eine lebensweltliche Kommunikationsrationalit\u00e4t selbst: Ethische Selbstbindungen stellen &#132;Handlungsorientierung und kritische Ma\u00dfst\u00e4be der Reflexion&#148; bereit und stecken den Rahmen legitimen journalistischen Handelns ab (Debatin 1997: 300). Ma\u00dfst\u00e4be der Kritik und der Selbstregulierung eines kommunikativen Journalismus unter den Bedingungen und Zw\u00e4ngen moderner Medienbetriebe sind nach den Prinzipien einer verfahrensorientierten Diskursethik zu behandeln (vgl. Thoma\u00df 2000). Die Formulierung eines solchen diskurstheoretischen Fundaments des Journalismus dient der Steigerung der Unabh\u00e4ngigkeit und Rationalit\u00e4t des Journalismus, indem ethische Postulate eine immanente Begr\u00fcndung erhalten und nicht mehr ,importiert` werden m\u00fcssen (vgl. Brosda 2000). Immerhin k\u00f6nnten so Spielr\u00e4ume eines gesellschaftlich relevanten Qualit\u00e4tsjournalismus markiert werden.<\/p>\n<p>Journalismus muss die Qualit\u00e4t seines eigenen Handelns und seiner Produkte in seiner eigenen ,W\u00e4hrung`, der Kommunikation, ausweisen k\u00f6nnen. Journalismuskritik muss Journalismus entsprechend in dieser W\u00e4hrung taxieren. Das hei\u00dft: Guter Journalismus hat gute Gr\u00fcnde f\u00fcr sein Tun und macht diese guten Gr\u00fcnde \u00f6ffentlich. Gegen\u00fcber gesellschaftlicher Kritik kann und darf sich Journalismus daher nicht immunisieren. Gezielt Gr\u00fcnde f\u00fcr journalistisches Handeln einzufordern und nicht nur Erfolgskennziffern zu messen bedeutet, Journalismus in seiner eigenen Logik anzusprechen und ihn dadurch gegen\u00fcber medialen Imperativen zu st\u00e4rken. Ziel einer emanzipatorischen Medien- und Journalismuskritik ist es daher, beide Bereiche analytisch zu trennen. Kommunikative Rationalit\u00e4t ist im Journalismus nicht nur als regulative Idee normativ unabdingbar, sondern dar\u00fcber hinaus eine konstitutive Grundlage journalistischen Handelns. Dann informiert die Analyse nicht nur \u00fcber den medialen \u00f6konomischen Erfolg, sondern auch \u00fcber journalistische kommunikative Qualit\u00e4t (zu Qualit\u00e4tskonzepten des Journalismus vgl. Rager 1994 sowie die Beitr\u00e4ge in Bucher\/Altmeppen 2003). Auf dieser Basis ist es m\u00f6glich, die Grundlagen zu benennen, die einen demokratisch relevanten Journalismus auch innerhalb eines kommerzialisierten Mediensystems am Leben erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Frage ist, wie sich ein kommunikativer Journalismus die emanzipatorischen Aspekte medialer Kommunikation zu nutze machen kann, ohne sich dabei massenmedialer Logik auf ganzer Linie unterzuordnen. Impulse daf\u00fcr k\u00f6nnen aus der journalistischen Praxis kommen &#151; und zwar aus denjenigen medialen ,Reservaten`, die gesellschaftlich und politisch bewahrt werden m\u00fcssen. Wenn ein autonomer Journalismus in Distanz zur medialen Profitlogik verbleibt, dann ist seine Qualit\u00e4t auch nicht per se von medialen Leistungen abh\u00e4ngig. In medialen Krisen gibt es somit zwei Szenarien: Rationalisierungs- und Effizienzoffensiven von medienbetrieblicher Seite engen journalistische Spielr\u00e4ume weiter ein. Diese Entwicklung war in den letzten Jahren deutlich zu beobachten. Denkbar ist aber zugleich auch eine Renaissance journalistischer Qualit\u00e4t &#151; als Differenzierungsoption auf einem enger werdenden Markt, als kreative Alternative zur Massenware kommerzialisierter Medien oder als Labor f\u00fcr neue, erfolgreiche Medienprojekte. Ans\u00e4tze dazu sind auf dem Zeitschriftenmarkt zu beobachten. Erkennbar zielen Neugr\u00fcndungen im Bereich zeitkritischer Magazine wie Dummy nicht auf die soziale Nische der Alternativmedien, sondern auf das Segment des Qualit\u00e4tsjournalismus. Mit ihnen wollen die &#132;Verleger aus Verlegenheit&#148; (Handelsblatt) gen\u00fcgend Geld verdienen, um sich qualitativ hochwertige Berichterstattung und R\u00e4sonnement leisten zu k\u00f6nnen. Die am Markt erzielten Einnahmen sollen in diesem und vergleichbaren Projekten prim\u00e4r einen qualitativ hochwertigen Journalismus erm\u00f6glichen. Vielleicht steckt in solchen Antworten auf die Krise der kommerziellen Medien eine Chance f\u00fcr einen autonomen Journalismus, der sich seiner kommunikativen Rationalit\u00e4t entsinnt.<\/p>\n<p>[1] Beide Begriffe sind bei Habermas von Unsch\u00e4rfen gepr\u00e4gt, die sich aus der je unterschiedlichen Verwendung in Beobachter- und Teilnehmerperspektive ergeben, die hier allerdings nicht n\u00e4her er\u00f6rtert werden (vgl. dazu die Studie von Dietz 1993).<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Altmeppen, Klaus-Dieter 2001: \u00d6konomisierung aus organisationssoziologischer Perspektive. Der Bei-trag der Medienunternehmung zur \u00d6konomisierung; in: Medien &#038; Kommunikationswissenschaft<br \/>49. Jg., H. 2, S,195-205<br \/>Baum, Achim 1994: Journalistisches Handeln. Eine Kritik der Journalismusforschung, Opladen<br \/>Baum, Achim 1996: Inflation\u00e4re Publizistik und mi\u00dflingender Journalismus. \u00dcber das journalistische<br \/>Handeln in einer entfesselten Medienwirtschaft; in: Altmeppen, R\u00fcdiger (Hg.): \u00d6konomie der Me-<br \/>dien und des Mediensystems, Opladen, S. 237-249<br \/>Brosda, Carsten 2000: Doppelrolle im Diskurs. Journalisten als Diskursvermittler und -teilnehmer &#150; Ethische Implikationen; in: Schicha, Christian\/Brosda, Carsten (Hg.): Medienethik zwischen<br \/>Theorie und Praxis, M\u00fcnster\/Hamburg\/London, S. 109-123<br \/>Brosda, Carster+JHaller, MichaeUlzif, Thomas\/Schicha, Christian 2004: Leitlinien f\u00fcr einen seri\u00f6sen<br \/>Journalismus; in: Frankfurter Rundschau vom 21. April<br \/>Bucher, Hans-J\u00fcrgen\/Altmeppen, Klaus-Dieter (Hg.) 2003: Qualit\u00e4t im Journalismus. Grundlagen &#150;<br \/>Dimensionen &#150; Praxismodelle, Wiesbaden<br \/>Debatin, Bernhard 1997: Medienethik als Steuerungsinstrument? Zum Verh\u00e4ltnis von individueller und kooperativer Verantwortung in der Massenkommunikation; in: We\u00dfler, Hartmut (Hg.): Perspektiven der Medienkritik, Opladen, S. 287-303<br \/>Dietz, Simone 1993: Lebenswelt und System. Widerstreitende Ans\u00e4tze in der Gesellschaftstheorie von J\u00fcrgen Habermas, W\u00fcrzburg<br \/>Habermas, J\u00fcrgen 1995 [1981]: Theorie des kommunikativen Handelns. 2 Bde., Frankfurt\/Main Habermas, J\u00fcrgen 1992: Faktizit\u00e4t und Geltung. Beitr\u00e4ge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats, Frankfurt\/Main<br \/>Habermas, J\u00fcrgen 2003: Elixier der Demokratie; in: S\u00fcddeutsche Zeitung vom 18. M\u00e4rz<br \/>Heinrich, J\u00fcrgen 2001: \u00d6konomisierung aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive; in: Medien &#038;<br \/>Kommunikationswissenschaft, 49. Jg., H. 2, S. 159-166<br \/>Hienzsch, Ulrich 1990: Journalismus als Restgr\u00f6\u00dfe. Redaktionelle Rationalisierung und publizistischer Leistungsverlust, Wiesbaden<br \/>Jarren, OtfriedlMeier, Werner A. 2002: Mediensysteme und Medienorganisationen als Rahmenbedingungen f\u00fcr den Journalismus; in: Jarren, OtfriedlWe\u00dfler, Hartmut (Hg.): Journalismus &#150; Medien &#150; \u00d6ffentlichkeit, Wiesbaden, S. 99-163<br \/>Kopper, Gerd G,\/Rager, G\u00fcnther et.al. 1994: Steuerungs- und Wirkungsmodelle; in: Bruck, Peter<br \/>(Hg.): Medienmanager Staat, M\u00fcnchen, S. 35-181<br \/>Langenbucher, Wolfgang R. 1993: Autonomer Journalismus. Unvorsichtige Ann\u00e4herungen an ein (Un-) Thema heutiger Publizistik- und Kommunikationswissenschaft; in: Mahle, Walter (Hg.): Journalisten in Deutschland, M\u00fcnchen, S. 127-135<br \/>Prott, J\u00fcrgen 1994: \u00d6konomie und Organisation der Medien; in: Merten, Klaus\/Schmidt, Siegfried J. \/4Veischenberg, Siegfried (Hg.): Die Wirklichkeit der Medien, Opladen, S. 481-505<br \/>Rager, G\u00fcnther 1994: Dimensionen der Qualit\u00e4t. Weg aus den allseitig offenen Richter-Skalen?; in:<br \/>Bentele, G\u00fcnter\/Hesse, Kurt R. (Hg.): Publizistik in der Gesellschaft, Konstanz, 5.189-209<br \/>Rager, G\u00fcnther\/Werner, Petra \/Weber, Bernd 1992: Arbeitsplatz Lokalradio. Journalisten im lokalen<br \/>H\u00f6rfunk in Nordrhein-Westfalen, Opladen<br \/>Thoma\u00df, Barbara 2000: Vor Aristoteles zu Habermas. Theorien zur Ethik des Journalismus; in: L\u00f6ffel-holz, Martin (Hg.): Theorien des Journalismus, Wiesbaden, S. 351-362<br \/>Weischenberg, Siegfried 1990: Das ,Paradigma` Journalistik. Zur kommunikationswissenschaftlichen Identifizierung einer hochschulgebundenen Journalistenausbildung; in: Publizistik, 35. Jg., H. 1, S.<br \/>45-61<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[2284],"publikationen":[2813],"class_list":["post-11969","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-carsten-brosda","publikationen-169-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kommunikative Qualit\u00e4t als Grundlage journalistischer Autonomie - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/169-vorgaenge\/publikation\/kommunikative-qualitaet-als-grundlage-journalistischer-autonomie\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kommunikative Qualit\u00e4t als Grundlage journalistischer Autonomie - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Alternativen zur Kolonialisierung des Journalismus durch die Massenmedien aus: Vorg\u00e4nge Nr.169 ( Heft 1\/2005), S.20-29 Die Debatte \u00fcber den Zustand der Medien ist fast so alt wie der Journalismus selbst. 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