{"id":12064,"date":"1985-02-24T03:30:00","date_gmt":"1985-02-24T02:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/chips-wegbereiter-einer-neuen-armut\/"},"modified":"1985-02-24T12:00:00","modified_gmt":"1985-02-24T11:00:00","slug":"chips-wegbereiter-einer-neuen-armut","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/73-vorgaenge\/publikation\/chips-wegbereiter-einer-neuen-armut\/","title":{"rendered":"Chips &#8211; Wegbereiter einer neuen Armut?"},"content":{"rendered":"<p>aus: vorg\u00e4nge Nr. 73 (Heft 1\/1985), S. 84-96<\/p>\n<p>\u00bbDie Informationstechnik &#8211; von der Basistechnologie der Elektronik \u00fcber die Systemkonzepte der Datenverarbeitung und der Technischen Kommunikation bis zu den Anwendungsfeldern der industriellen Automation, der B\u00fcrotechnik und der Unterhaltungselektronik &#8211; ist von grundlegender Bedeutung f\u00fcr die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik. F\u00fcr <i>gro\u00dfe Teile unserer Gesellschaft <\/i>bedeutet sie<i> Hoffnung<\/i> auf weiteres wirtschaftliches Wachstum, auf neue Arbeitspl\u00e4tze, mehr Freiz\u00fcgigkeit und Annehmlichkeiten im t\u00e4glichen Leben; f\u00fcr <i>manche<\/i> l\u00f6st sie allerdings <i>Bef\u00fcrchtungen<\/i> aus\u00ab (<i>Hervorhebungen A. B<\/i>) (1)<br \/>Diese optimistische Einsch\u00e4tzung aus der neuen F\u00f6rderkonzeption &#8218;Informationstechnik` der Bundesregierung geht gro\u00dfz\u00fcgig \u00fcber diejenigen hinweg, die beim \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten und in den Betrieben realisierten Rationalisierungsschub mittels der neuen Informations- und Kommunikationstechniken (IuK-Techniken) durch die Roste fallen. Sie geht dar\u00fcber hinweg, da\u00df die neuen Techniken ein ungeheures Rationalisierungspotential enthalten, das auf einen Arbeitsmarkt trifft, wo heute schon beinahe jeder Zehnte arbeitslos ist. Sie geht dar\u00fcber hinweg, da\u00df die Herstellung der neuen Techniken weit weniger Arbeitspl\u00e4tze erh\u00e4lt oder vielleicht neu entstehen l\u00e4\u00dft als ihre Anwendung vernichtet. Sie geht dar\u00fcber hinweg, da\u00df von dieser Arbeitsplatzvernichtung die Arbeitspl\u00e4tze der erwerbst\u00e4tigen Frauen \u00fcberproportional betroffen sind &#8211; schon heute und erst recht angesichts der sich abzeichnenden Rationalisierungsschwerpunkte der kommenden Jahre. Sie geht dar\u00fcber hinweg, da\u00df die \u00bbBef\u00fcrchtungen mancher\u00ab zum Alptraum von vielen zu werden drohen.<\/p>\n<p>Am Beispiel der Frauenarbeit geht es im folgenden um die sozialen, \u00f6konomischen und politischen Bedingungen, die bewirken, da\u00df der sog. \u00bbtechnische Fortschritt\u00ab zum sozialen R\u00fcckschritt f\u00fchrt, da\u00df die Anwendung der neuen Techniken die Lebenslage vieler Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen verschlechtert.<\/p>\n<p><i>1. Wirtschaftskrise, Rationalisierung und die neuen Informations- und Kommunikationstechniken<\/i><\/p>\n<p>Angesichts weltweiter \u00f6konomischer Krise zielen die Profitstrategien des Kapitals seit Jahren verst\u00e4rkt auf Kostensenkung in den Betrieben. Umfassende Rationalisierungskonzepte zur Reduzierung von Kapital- und vor allem Arbeitskosten werden durchgesetzt. Diese Konzepte gehen von Strukturver\u00e4nderungen in den Unternehmen (z.B. durch Zentralisierung von Aufgabenbereichen) \u00fcber Produktrationalisierung (z.B. Ersetzung von Metallteilen durch &#8211; mit weniger Arbeitsaufwand herzustellende &#151; Kunststoffteile) bis hin zur Rationalisierung des Arbeitsprozesses selbst. Mit der Entwicklung der Computertechnik, der Informationstechnik, und deren Verbindung mit der Nachrichtentechnik, der Kommunikationstechnik stehen den Unternehmern hervorragende arbeitssparende Instrumente f\u00fcr die Rationalisierung in Produktion und Verwaltung zur Verf\u00fcgung, die zudem in den letzten Jahren immer leistungsf\u00e4higer und billiger werden. Die Rationalisierungskonzepte beschr\u00e4nken sich dabei l\u00e4ngst nicht mehr darauf, in einem einzelnen Bereich ein EDV-System einzuf\u00fchren. Jetzt geht es um die durchg\u00e4ngige Computerisierung des ganzen Betriebes, um die Vernetzung bisher isolierter Systeme inner- und \u00fcberbetrieblich &#8211; mittels elektronischer Daten\u00fcbertragung zur Konzernzentrale, zu den Lieferanten, zu den Kunden.<\/p>\n<p>Die Folgen dieser Rationalisierungsstrategie &#8211; Arbeitsplatzvernichtung, Dequalifizierung und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen &#8211; wirken sich auf alle Betriebsbereiche und alle Besch\u00e4ftigten aus. \u00dcberproportional betroffen aber sind die Frauen.<\/p>\n<p><i>2. Frauenarbeit und neue Informations- und Kommunikationstechniken oder: die Chance, verschlissen und\/oder wegrationalisiert zu werden<\/i><\/p>\n<p>Die erwerbst\u00e4tigen Frauen arbeiten \u00fcberwiegend auf Arbeitspl\u00e4tzen, die in der Einkommenshierarchie am schlechtesten bezahlt sind, an denen gesundheitliche Belastungen vorhanden und\/oder die stark durch Rationalisierung gef\u00e4hrdet sind. Einige Beispiele:<\/p>\n<p><i>Frauen im B\u00fcro<\/i><\/p>\n<p>Angefangen hat es mit der Einrichtung zentraler Schreibdienste, in denen Frauen den ganzen Tag nur noch Texte vom Band in die Maschine h\u00e4mmern mu\u00dften. Der &#8218;Schreibdienst&#8216; wurde in &#8218;B\u00fcro f\u00fcr Textverarbeitung&#8216; umbenannt, aber das \u00e4nderte nichts an der Monotonie und den Belastungen der neuen Arbeitspl\u00e4tze. Es folgte die Bildschirmarbeit an den elektronischen Textsystemen und Computerterminals mit vielen neuen psychischen und physischen Belastungen. Der Schreib- und Sekretariatsbereich war in den 70er Jahren das Einfallstor f\u00fcr die B\u00fcrorationalisierung und die Verringerung der Arbeitspl\u00e4tze fing damals an. Inzwischen richtet sich die Rationalisierungsstrategie auf die Arbeit der Sachbearbeiter in den B\u00fcros; sie wird computerisiert und die weitere Rationalisierung der Textverarbeitung wird dabei gleich miterledigt (2).<\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\" class=\"bodytext\">Nach der traditionellen Arbeitsteilung im B\u00fcro erstellen Sachbearbeiter Angebote, machen Eink\u00e4ufer Bestellungen und verhandeln mit den Lieferanten &#8211; Frauen (Sekret\u00e4rinnen, Kontoristinnen, kaufm\u00e4nnische Angestellte) schreiben die anfallenden Texte, Briefe und dergleichen und wickeln die Arbeiten verwaltungsm\u00e4\u00dfig ab. Nach der herrschenden Logik der Computeranwendung wird diese Struktur nun gr\u00fcndlich ver\u00e4ndert. Angebote, Bestellungen und dergleichen werden nunmehr gleich direkt von Sachbearbeitern am Bildschirm, d.h. am EDV-System bearbeitet. In diesem System sind auch die Arbeitsunterlagen elektronisch gespeichert (das &#8218;papierarme B\u00fcro&#8216; k\u00fcndigt sich an) und die meisten Texte sind standardisiert und ebenfalls gespeichert. Auf Knopfdruck des Sachbearbeiters werden damit Briefe automatisch geschrieben. Die Arbeitspl\u00e4tze der Frauen sind weitgehend wegrationalisiert. Sp\u00e4testens in ein paar Jahren aber k\u00f6nnte das Briefe-Schreiben ganz wegfallen: Dann kann der Austausch von Briefen ganz ersetzt werden durch den Austausch von elektronischen Signalen von Bildschirm zu Bildschirm, vom Lieferanten bis zum Kunden. Vielleicht bleibt bei dieser Entwicklung statt der vorher 20 Sekret\u00e4rinnen eine &#8218;Informations-Assistentin` \u00fcbrig, die die wenigen nicht \u00fcber das EDV-System laufenden Arbeiten erledigt. (Auch in den Zukunftsszenarien der betrieblichen Rationalisierungsplaner werden die &#151; wenigen &#151; \u00fcbrigbleibenden Frauen wieder auf die &#8218;Hilfs&#8216;-Funktionen verwiesen).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dieses Rationalisierungsschema geht durch die Verwaltungen von Dienstleistungsbereich wie Industrie. Dabei bleibt noch eine andere Gruppe von Frauen auf der Strecke: die Datenerfasserinnen. Hereingeholt seit Beginn der kommerziellen elektronischen Datenverabeitung auf monotone, belastungsintensive Arbeitspl\u00e4tze, haben sie nunmehr ihre Schuldigkeit getan: Zahllose Daten sind inzwischen in den elektronischen Speichern und m\u00fcssen jeweils nur noch erg\u00e4nzt bzw. ge\u00e4ndert werden. Au\u00dferdem ist jetzt der elektronische Datenaustausch zwischen Betrieben m\u00f6glich (\u00fcber Kontinente hinweg), wodurch die erneute Dateneingabe in jedem Betrieb entf\u00e4llt.<br \/>Bei Bildschirmtext (Btx), seit 1984 ein neuer Dienst der Bundespost, kann die Dateneingabe gleich zuhause erfolgen: elektronische Selbstbedienung direkt beim Handel, bei Banken, bei Reiseb\u00fcros vom Wohnzimmersessel aus. Hier werden Arbeiten, die bislang \u00fcberwiegend von Frauen im Dienstleistungsbereich gemacht wurden, privatisiert, von den Kunden \u00fcbernommen &#151; die Arbeitspl\u00e4tze sind damit \u00fcberfl\u00fcssig.<br \/>Der \u00bbUmweg\u00ab \u00fcber Menschen &#151; wie es Rationalisierungsplaner offen nennen &#151; ist immer seltener notwendig (3). Diese Entwicklungen zeigen sich heute schon in der Arbeitslosenstatistik. 35% der erwerbst\u00e4tigen Frauen arbeiten im B\u00fcro. Ein gro\u00dfer Teil von ihnen macht sog. \u00bbInfrastrukturt\u00e4tigkeiten\u00ab wie Schreiben, Registratur, Datenerfassung. Die Arbeitslosenquote in diesem Teilbereich von B\u00fcroarbeit lag 1983 bei 13,9%; selbst das Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeit spricht inzwischen von einem \u00bbwachsenden Arbeitsplatzrisiko\u00ab. Diese Zahlen aus einem Bereich, in dem bisher schon besonders stark rationalisiert wurde, vermitteln eine Ahnung dessen, was noch bevorstehen kann, wenn in den kommenden Jahren der gesamte B\u00fcrobereich durchrationalisiert wird; die heutige Frauenarbeitslosigkeit bei den B\u00fcroberufen von 6,5 % mutet so als Ruhe vor dem Sturm an (4). Hinter dieser Zahl verbirgt sich jedoch, da\u00df seit Jahren von den jeweils 700000 &#8211; 800000 arbeitslosen Angestellten kontinuierlich 70% Frauen sind.<\/p>\n<p><i>Elektronische Heimarbeit<\/i><\/p>\n<p>Werden aber die Betriebe durchcomputerisiert, kann man(n) doch gleich auch ein paar Bildschirmger\u00e4te in die Wohnzimmer stellen und dort Frauen Text- oder Datenerfassung machen lassen 5. Das spart die Kosten f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze (Miete, Ausstattung), das spart aber vor allem Lohnkosten, denn die Bezahlung erfolgt nach geleisteter Arbeitsmenge &#151; wobei selbstverst\u00e4ndlich der betriebliche Auftraggeber \u00fcber Auftragsmenge und Termine entscheidet. Laut Siemens kostet das Schreiben einer DIN A4-Seite im Betrieb 9,40, bei Heimarbeit 6,81 DM. (6)<br \/>Das ist kein Zukunftsszenario, das ist bei einer Reihe von Arbeitspl\u00e4tzen in der Bundesrepublik heute schon Realit\u00e4t. B\u00fcroarbeit wird zuhause erledigt, die \u00dcbermittlung zwischen Betrieb und Heimarbeiter\/in erfolgt \u00fcber den Austausch von Datentr\u00e4gern oder &#151; bisher noch selten &#151; direkt \u00fcber eine Kabelverbindung zum Betrieb. Hohe Postgeb\u00fchren, technische M\u00e4ngel der Ger\u00e4te, begrenzte \u00dcbertragungskapazit\u00e4t und -geschwindigkeit f\u00fchren dazu, da\u00df sich elektronische Heimarbeit (noch) nicht wirklich &#8218;rechnet&#8216; f\u00fcr die Unternehmer. Aber das kann sich bald \u00e4ndern, wenn die Planungen von Regierung und Bundespost zur Verkabelung der Republik, zum datengerechten Ausbau des Telefonnetzes realisiert werden.<\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\" class=\"bodytext\">Und in die betrieblichen Rationalisierungsstrategien pa\u00dft die elektronische Heimarbeit: ist sie doch eine neue M\u00f6glichkeit zur Flexibilisierung von Arbeit, zur Anpassung an wechselnden Arbeitanfall, zum Abbau von Stammbelegschaften und Ausweichen auf Randbelegschaften in ungesicherten Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen. Grunds\u00e4tzlich ist elektronische Heimarbeit in verschiedenen arbeitsrechtlichen Formen m\u00f6glich; die bisherigen Erfahrungen zeigen aber schon, da\u00df die Unternehmer kein Interesse haben, elektronische Heimarbeit von &#8218;Au\u00dfen-Arbeitnehmern&#8216; mit den gleichen Rechten wie Arbeitnehmer im Betrieb ausf\u00fchren zu lassen. Am billigsten ist es doch, wenn die Heimarbeiter\/innen als Selbst\u00e4ndige oder freie Mitarbeiter arbeiten &#151; ohne jeden arbeits- und sozialrechtlichen Schutz. Werden sie als Heimarbeiter nach dem Heimarbeitsgesetz besch\u00e4ftigt, sind sie zwar in einigem den betrieblichen Arbeitnehmern gleichgestellt (Sozialversicherung, Betriebsrat), haben aber weder vern\u00fcnftigen K\u00fcndigungsschutz noch Chance auf gleiche Entlohnung.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Elektronische Heimarbeit ist kein reines &#8218;Frauenproblem&#8216;. Es gibt unter den bisher bekannten F\u00e4llen auch einzelne Beispiele daf\u00fcr, da\u00df M\u00e4nner elektronische Heimarbeit machen, vor allem als Programmierer und andere EDV-Fachkr\u00e4fte. Bei ihnen stellen sich vergleichbare Probleme der sozialen Isolation und der sozialen Absicherung. Aber es d\u00fcrften zumindest hinsichtlich der Arbeitsqualit\u00e4t und Entlohnung bessere Bedingungen sein. Das hei\u00dft, auch bei elektronischer Heimarbeit treffen wieder die Frauen die schlechtesten Bedingungen.<\/p>\n<p><i>Frauenarbeit in der Elektromontage<\/i><\/p>\n<p>Derzeit arbeiten ca. 600000 an- und ungelernte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in der Montage, vor allem in der Automobil- und Elektroindustrie. Ca. 300000 davon sind Frauen.<\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\" class=\"bodytext\">&#132;Leiterplattenbest\u00fcckung ist eine Arbeit, die eine Frau nicht zehn Jahre macht. Man mu\u00df gute Augen haben. Diese Arbeit wird etwa drei bis vier Jahre gemacht. Es sind dann \u00fcberwiegend junge Frauen, die auch wieder aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Die \u00e4lteren Kolleginnen bewerben sich eher mal auf einen anderen Arbeitsplatz.&#8220; (7)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Jahrzehntelang waren Bilder von Frauen, die Elektroteile und -ger\u00e4te montieren, eines der Beispiele f\u00fcr monotone Flie\u00dfbandarbeit. Mit herk\u00f6mmlicher Technik war der Montagebereich nur schwer zu automatisieren und Frauen waren hier willkommene billige Arbeitskr\u00e4fte &#151; so lange sie die belastende Arbeit schafften. Inzwischen hat sich die Situation ver\u00e4ndert: mit der Mikroelektronik sind jetzt auch solche T\u00e4tigkeiten automatisierbar und es zeichnet sich ab, da\u00df die Montageautomation ein Rationalisierungsschwerpunkte der kommenden Jahre sein wird:<\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\" class=\"bodytext\">&#132;Wo noch vor kurzer Zeit Kolleginnen am Flie\u00dfband sa\u00dfen und Leiterplatten mit Widerst\u00e4nden und Transistoren best\u00fcckten, sind die Montageb\u00e4nder abgebaut. Jetzt montieren Best\u00fcckungsautomaten die Leiterplatten. Ein Best\u00fcckungsautomat ersetzt zwischen 40 bis 60 Arbeiterinnen. Die Leiterplatten werden anschlie\u00dfend im automatischen L\u00f6tbad gel\u00f6tet und danach automatisch gepr\u00fcft. In einem anderen Fall durchlaufen Staubsaugergeh\u00e4use eine automatische Montagestra\u00dfe. Roboter und Montageautomaten bauen die Einzelteile ein. Am Bandende sitzt nur noch eine Kollegin, die Zubeh\u00f6rteile in das Staubsaugergeh\u00e4use einsetzt und die Bedienungsanleitung beilegt. Das Verpacken macht wieder ein Automat. 45 Montagearbeiterinnen haben dadurch ihren alten Arbeitsplatz verloren. Noch konnten sie in anderen Abteilungen des Werkes Besch\u00e4ftigung finden.&#8220; (8)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Man mu\u00df davon ausgehen, da\u00df das &#8218;Freisetzungspotential in der industriellen Serienmontage ca. 250000 Arbeitspl\u00e4tze&#8216; betr\u00e4gt und da\u00df dies \u00fcberproportional Frauenarbeitspl\u00e4tze sind. (9)<\/p>\n<p><i>Frauenarbeit bei der Herstellung der neuen Techniken<\/i><\/p>\n<p>Die mikroelektronischen Bauelemente f\u00fcr die Computer, die winzig-kleinen Chips werden bisher noch gro\u00dfenteils in den USA und Japan hergestellt. \u00dcberwiegend geschieht dies an \u00e4u\u00dferst gesundheitssch\u00e4dlichen Arbeitspl\u00e4tzen (da viele hochgiftige L\u00f6sungsmittel und dergleichen angewandt werden), an denen vor allem Frauen arbeiten.<\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\" class=\"bodytext\">\u00dcber diese Frauen, die oft ihre Arbeit mit schweren Krankheiten bezahlen m\u00fcssen, wurde k\u00fcrzlich mehrfach in der Bundesrepublik berichtet. 10 Solche extrem gesundheitssch\u00e4dlichen Arbeitspl\u00e4tze, wie sie sich offenbar in Silicon Valley finden, sind mir hier nicht bekannt &#151; die hiesige Tradition des betrieblichen Arbeitsschutzes (m\u00fchsam durchgesetzt!) mag solche Extremformen verhindern, ohne da\u00df deshalb die Bauelemente-Herstellung hier problemlos w\u00e4re. So findet beispielsweise die Fertigung und Verarbeitung der Chips vielfach unter Bedingungen statt, die die Reinheitsanforderungen eines Operationssaales bei weitem \u00fcbertreffen (\u00bbReinstraumfertigung\u00ab). Das hei\u00dft st\u00e4ndiges k\u00fcnstliches Klima, st\u00e4ndiges Kunstlicht (Gelblicht), Isolation von den Kolleg(inn)en usw. Bei den dort arbeitenden Frauen f\u00fchrt dies zu massiven gesundheitlichen St\u00f6rungen, so ger\u00e4t beispielsweise der Hormonhaushalt v\u00f6llig durcheinander.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Auch beim Zusammenbau der Ger\u00e4te der IuK-Technik arbeiten viele Frauen. Schon traditionell montieren in der B\u00fcromaschinenindustrie Frauen die Schreibmaschinen. Die Ersetzung der elektromechanischen Ger\u00e4te durch elektronische, computergesteuerte B\u00fcromaschinen hat nun auch neue Rationalisierungspotentiale bei der Herstellung er\u00f6ffnet. So dauerte beispielsweise die Montage eines alten Fernschreibers 30, die eines neuen elektronischen nur noch 3,5 Arbeitsstunden! \u00bbDie Arbeitspl\u00e4tze schmelzen weg wie der Schnee in der Fr\u00fchjahrssonne\u00ab sagte mir dazu ein Betriebsrats-Vorsitzender aus einem gro\u00dfen Konzern, der neue B\u00fcrotechniken herstellt. Es sind \u00fcberwiegend Frauenarbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p><i>3. Die sozialen Folgen und Kosten<\/i><\/p>\n<p>&#132;Frauen werden unter den gegebenen sozialen und \u00f6konomischen Bedingungen eher von den erwarteten negativen Auswirkungen der technischen Entwicklung getroffen werden\u00ab &#151; so lautet das lapidare Res\u00fcmee der Battelle-Studie zu \u00bbFrauenbesch\u00e4ftigung und neue Technologien&#8220; (11). Die Beispiele zeigen, da\u00df diese Zukunft schon begonnen hat. Seit Jahren versch\u00e4rft sich die Massenarbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote bei den Frauen ist seit Jahren regelm\u00e4\u00dfig h\u00f6her als bei den M\u00e4nnern, inzwischen liegt sie seit mehr als einem Jahr regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber 10%. Hinzu kommen all die, die sich nicht mehr arbeitslos melden, da sie weder Geld noch einen Arbeitsplatz vom Arbeitsamt zu erwarten haben &#151; ebenfalls \u00fcberproportional Frauen.<br \/>Diese Situation wird sich in Anbetracht des Rationalisierungspotentials der luK-Techniken versch\u00e4rfen, wenn nicht grundlegend die Weichen anders gestellt werden. Selbst die Bundestags-Enquete-Kommission \u00bbNeue Informations- und Kommunikationstechniken\u00ab, die sich gewi\u00df nicht durch eine technikkritische Haltung auszeichnete, kam nicht umhin, in ihrem Bericht ein Rationalisierungspotential von 10%, d.h. von 2,5 Millionen Arbeitspl\u00e4tzen anzuerkennen. (12)<br \/>Und es gibt keine Anzeichen, da\u00df die Unternehmer diese M\u00f6glichkeiten nicht nutzen werden. Im Gegenteil: &#132;In Deutschland will im kommenden Jahr &#151; wie 1984 &#151; die H\u00e4lfte der befragten Unternehmen \u00fcber die Investitionen in erster Linie Rationalisierungsma\u00dfnahmen verwirklichen&#8220;. (13)<br \/>Hinzu kommt: Lange Jahre waren die B\u00fcros und war der Dienstleistungsbereich das Auffangbecken f\u00fcr diejenigen, deren Arbeitspl\u00e4tze der Automation der industriellen Produktion zum Opfer gefallen waren. Diese M\u00f6glichkeit besteht nun nicht mehr, denn diese Bereiche sind heute Schwerpunkte der Rationalisierung.<\/p>\n<p>Die Frauen sind davon zun\u00e4chst besonders betroffen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div align=\"justify\">Aufgrund der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, gesellschaftlich legitimiert durch kapitalistisch-patriarchalische Verh\u00e4ltnisse, werden den Frauen seit langem die untersten Arbeitspl\u00e4tze in der Hierarchie zugewiesen &#151; im B\u00fcro wie in der Produktion. Diese Arbeitspl\u00e4tze zeichnen sich nicht nur durch besonders belastende Arbeitsbedingungen aus, die viele Frauen nicht bis zur Rente durchhalten, (14) sie sind auch am leichtesten zu automatisieren &#151; siehe die Beispiele.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"justify\">Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung weist den Frauen aber auch die Verantwortung f\u00fcr die Versorgung der Kinder und den Haushalt zu. Das schr\u00e4nkt Berufsm\u00f6glichkeiten ein, das f\u00fchrt zu Kompromissen von der Teilzeitarbeit bis zum zeitweisen Ausscheiden aus dem Beruf den Kindern zuliebe.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"justify\">Das Wiederhineinkommen aber wird angesichts der Massenarbeitslosigkeit immer schwieriger. Dies gilt f\u00fcr Frauen, die f\u00fcr ihre bisherige Arbeit zu alt, zu verschlissen sind. Dies gilt, f\u00fcr Frauen, die wegrationalisiert wurden und nun arbeitslos sind. Und das gilt erst recht f\u00fcr die Frauen, die jahrelang ihre Berufst\u00e4tigkeit unterbrochen haben.<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das sind die Bedingungen, die bef\u00fcrchten lassen, da\u00df &#8218;ungesch\u00fctzte Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse&#8216; wie Heimarbeit, Leiharbeit, Aushilfst\u00e4tigkeiten und Arbeit unter der Sozialversicherungsgrenze (15) &#151; au\u00dferhalb von kollektiven Regelungen wie Tarifvertr\u00e4gen &#151; zur Perspektive von Frauenarbeit werden: als Akkordarbeiterin am Bildschirm in der Wohnung, oder als Aushilfe bei einer Reinigungsfirma oder bei McDonalds. Denn solche Unternehmen wie die letztgenannten sind der Teil des Dienstleistungsbereich, der noch Arbeitskr\u00e4fte aufnimmt &#151; unter Bedingungen jenseits von Sozialversicherung und Tarifvertr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Die sozialen Kosten all dieser Entwicklungen aber gehen weit \u00fcber eine alleinige Betroffenheit der Frauen hinaus.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div align=\"justify\">Die Zunahme von &#8218;ungesch\u00fctzten Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen&#8216; wirkt auf die Arbeitnehmer\/innen in den Betrieben zur\u00fcck. Eine Verbreitung elektronischer Heimarbeit beispielsweise w\u00fcrde den Rationalisierungsdruck und die Arbeitsplatzvernichtung in den B\u00fcros verst\u00e4rken und gleichzeitig die, (16) Heimarbeit als Mittel zur Aush\u00f6lhlung des Arbeits- und Sozialrechts.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"justify\">Schon heute sind viele alte Menschen, vor allem Frauen, auf Sozialhilfe angewiesen, da ihre geringen Renten nicht zum Lebensunterhalt reichen. (17) Eine Ausdehnung &#8218;ungesch\u00fctzter Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse&#8216; w\u00fcrde diese Situation auf Jahrzehnte fortschreiben. Hinzu kommt der Ausfall an Beitr\u00e4gen zur Sozialversicherung, der durch die Ausbreitung solcher Arbeitsverh\u00e4ltnisse entsteht und &#151; zus\u00e4tzlich zur Arbeitslosigkeit &#151; die Kostensituation in Kranken- wie Rentenversicherung versch\u00e4rft, was nach allen Erfahrungen auf die Versicherten zur\u00fcckschl\u00e4gt.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div align=\"justify\">Verschlechterte Arbeitsm\u00f6glichkeiten der Frauen verringern erheblich das Einkommen vieler Arbeitnehmerfamilien. &#132;In 45% aller Arbeiterhaushalte sind zwei oder mehr Einkommensbezieher vorhanden&#8230; Es ist zu sehen, da\u00df Arbeiterhaushalte in der Regel nur dann zu relativ g\u00fcnstigen Haushaltseinkommen gelangen, wenn Mann und Frau arbeiten&#8220;. (18) F\u00fcr die unteren Einkommensgruppen bei Angestellten und Beamten d\u00fcrfte gleiches gelten.<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unterm Strich bedeutet dies:<\/p>\n<p>Die Ausgrenzung der Frauen aus dem Arbeitsproze\u00df infolge der Rationalisierung durch die neuen Techniken f\u00fchrt zu einer strukturellen Verschlechterung von Lebensbedingungen von gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung &#151; die Armutsgrenze r\u00fcckt f\u00fcr viele n\u00e4her.<\/p>\n<p><i>4. Die Antworten der Politik:<br \/>Technikf\u00f6rderung, Sozialabbau und \u00bbneue M\u00fctterlichkeit\u00ab<\/i><\/p>\n<p>Zu all den genannten Problemen, zur strukturellen Benachteiligung der Frauen im Zusammenhang mit den neuen Techniken, gibt es inzwischen seit Jahren Erfahrungen; gleichzeitig liegen genug ernstzunehmende Prognosen vor. Bei der Suche nach politischen Ans\u00e4tzen zur sozialen Bew\u00e4ltigung aber ergibt sich nur: Fehlanzeige. Dies gilt f\u00fcr die CDU\/FDP-Regierung, vieles aber reicht bis in die Zeit der sozialliberalen Koalition zur\u00fcck. Drei Politikfelder als Beispiele.<\/p>\n<p>In der Technologiepolitik werden die Iuk-Techniken zwar gef\u00f6rdert und propagiert, die sozialen Folgen aber nicht thematisiert und erforscht, geschweige denn, da\u00df politische Ma\u00dfnahmen zu ihrer Bew\u00e4ltigung unternommen w\u00fcrden. Dies gilt f\u00fcr die Forschungsf\u00f6rderung im Bereich Informationstechnik, wo mit Milliardenbetr\u00e4gen Forschungs-Technologie- und Wirtschaftspolitik, Bundespost, R\u00fcstung und Bildungspolitik (diese, damit die Bev\u00f6lkerung die neuen Techniken klaglos akzeptiert) koordiniert werden, von Sozial- und Gesellschaftspolitik aber nicht die Rede ist.<br \/>Daran \u00e4ndern auch einige Floskeln zur Technikfolgenabsch\u00e4tzung nichts. So geht es eben nur darum, mit der 5. Computergeneration, mit \u00bbk\u00fcnstlicher Intelligenz\u00ab \u00bbComputer zum einfach handhabbarem Denkzeug\u00ab zu machen (19). Dies gilt auch f\u00fcr den Ausbau der Telekommunikation durch die Bundespost &#151; bei der geplanten Verkabelung der Republik wie beim computergerechten Ausbau des Telefonnetzes (Digitalisierung). All diese Planungen er\u00f6ffnen neue Rationalisierungspotentiale! Aber das k\u00fcmmert die gro\u00dfe Koalition der Technokraten nicht, sie nehmen vorhandene Erfahrungen und soziale Implikationen der k\u00fcnftigen Technikentwicklung entweder nicht zur Kenntnis oder betrachten sie gar als funktional f\u00fcr die eigenen Ziele:<\/p>\n<blockquote>\n<p align=\"justify\" class=\"bodytext\">\u00bbWer zu Hause morgens f\u00fcnf Stunden am Bildschirm arbeitet und nachmittags in der Sozialstation hilft&#8230; oder vormittags arbeitsteilig arbeitet und nachmittags seine Kinder erzieht, der entzieht sich eben dem angeblich alles dominierenden Konflikt zwischen Kapital und Arbeit. Solche Leute stehen f\u00fcr den Klassenkampf nicht mehr zur Verf\u00fcgung.\u00ab (H. Gei\u00dfler, CDU) (20)<\/p>\n<p align=\"justify\" class=\"bodytext\">\u00bbArbeitspl\u00e4tze zu Hause, st\u00e4rkere Flexibilisierung der Arbeitszeit und mehr Teilzeitarbeit b\u00f6ten auch einen h\u00f6heren Schutz gegen Arbeitslosigkeit und gegen durch neue Techniken verursachten beruflichen Abstieg.\u00ab (H. Haussmann, FDP) (21)<\/p>\n<p align=\"justify\" class=\"bodytext\">\u00bbDie dritte industrielle Revolution, die Weiterentwicklung der Elektronik und der Kommunikationstechnik erzeugen &#8218;Individualisierungssch\u00fcbe`. Bisher unvorstellbare Arbeitszeitverk\u00fcrzungen erm\u00f6glichen eine gr\u00f6\u00dfere Zeitsouveranit\u00e4t; Heimarbeitspl\u00e4tze &#151; mit politisch durchaus zweischneidigen Folgen &#151; vergr\u00f6\u00dfern sowohl die Beweglichkeit des Arbeitnehmers wie auch politischen Privatismus und Isolation.\u00ab (P. Glotz, SPD) (22)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Begr\u00fcndungszusammenh\u00e4nge differieren, aber gemeinsam wird der Technikentwicklung quasi Eigendynamik unterstellt und werden politische Steuerungsm\u00f6glichkeiten gar nicht mehr thematisiert; im besten Fall sollen gerade noch allzu krasse Folgen geregelt werden.<\/p>\n<p>In der Arbeitsmarktpolitik entwickelt sich die F\u00f6rderung von Arbeitslosen in den letzten Jahren umgekehrt zur F\u00f6rderung der Technik: nicht nur, da\u00df immer mehr Arbeitslose kein Geld mehr vom Arbeitsamt erhalten, (vgl. die Beitr\u00e4ge in diesem Heft). <br \/>Es wurden beispielsweise auch die F\u00f6rderungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Frauen, die einige Zeit aus dem Beruf ausgeschieden waren, verschlechtert. Zwar blieb die \u00bbWiedereingliederung\u00ab von Frauen Programmatik des Arbeitsf\u00f6rderungsgesetzes. Aber schon 1975 mit dem Haushaltsstrukturgesetz und dann 1982 mit dem Arbeitsf\u00f6rderungs-Konsolidierungsgesetz (AFKG) wurden die M\u00f6glichkeiten eingeschr\u00e4nkt. Im Gegensatz zu Zeiten des Arbeitskr\u00e4ftemangels in den 60er Jahren sind die Frauen unter den Bedingungen von Krise und Massenarbeitslosigkeit als zus\u00e4tzliche Arbeitskr\u00e4fte, die &#8218;den Arbeitsmarkt nur noch mehr belasten&#8216;, nicht mehr erw\u00fcnscht. Gelingt es ihnen aber, doch gef\u00f6rdert zu werden und an einem Lehrgang teilnehmen zu k\u00f6nnen, haben sie vielleicht die &#8218;Chance&#8216;, eine Ausbildung als Stenotypistin o.\u00e4.,zu erhalten; denn viele Arbeits\u00e4mter &#8218;qualifizieren&#8216; immer noch in Berufsbereiche, die stark von Rationalisierung betroffen sind.<\/p>\n<p>Die Neuorientierung der Familienpolitik durch die konservative Regierung schlie\u00dflich soll das Herausdr\u00e4ngen der Frauen aus dem Arbeitsmarkt legitimieren. Da wird die \u00bbsanfte Macht der Familie\u00ab, die \u00bbneue M\u00fctterlichkeit\u00ab gepriesen. Das ist nicht neu in Zeiten der Arbeitslosigkeit. Neu aber ist, da\u00df es den Frauen mit dem Verweis auf elektronische Heimarbeit schmackhaft gemacht werden soll. (23) Inzwischen haben offenbar auch die Konservativen gemerkt, da\u00df das Herausdr\u00e4ngen der Frauen aus dem Arbeitsproze\u00df die Einkommenssituation gro\u00dfer Teile der Bev\u00f6lkerung gravierend verschlechtert und sehen nun Heimarbeit als geeignete M\u00f6glichkeit an, in \u00dcbereinstimmung mit dem konservativen Leitbild der Frau am Herd doch noch Einkommensverluste zu kompensieren.<\/p>\n<p><i>5. Wer sich nicht wehrt&#8230;: Es bedarf einer &#8218;Technologiepolitik von unten&#8216;<\/i><\/p>\n<p>Eine andere Politik m\u00fc\u00dfte ansetzen an den \u00f6konomischen und sozialen Bedingungen der Technikanwendung, sowie an der Technik selbst, um das Herausdr\u00e4ngen der Frauen aus dem Arbeitsleben zu verhindern. Und die Frauen stehen hier nur als eine Gruppe: F\u00fcr die Jugendlichen, die nicht mehr hineinkommen (Jugendarbeitslosigkeit) und f\u00fcr die \u00c4lteren, die kein Betrieb mehr will, da er eine olympiareife Belegschaft vorzieht, stellen sich viele Probleme \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Die Ansatzpunkte:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div align=\"justify\"><em>Planung und Steuerung der Technikf\u00f6rderung und -realisierung nach sozialen Kriterien<\/em><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Derzeit werden zahlreiche Computernetze geplant und realisiert, gerade im Bereich der \u00fcberbetrieblichen Telekommunikation, die immer schwerer steuerbar werden, deren \u00bbsoziale Beherrschbarkeit\u00ab immer fraglicher wird. 24 Wenn z.B. jedes Telefon in jedem Wohnzimmer mit einem leistungsstarken Kabel zur Daten\u00fcbertragung ausgestattet wird, wie es die Bundespost f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre plant, wird die Autobahn gebaut, auf der dann die Heimarbeiterwelle rollen kann, weil dann die bisher bremsenden Faktoren beseitigt sind. Ein solcher Ausbau mu\u00df aber nicht sein, es gibt durchaus M\u00f6glichkeiten, den Technikausbau zu begrenzen und damit potentielle Rationalisierungsm\u00f6glichkeiten einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div align=\"justify\"><em>St\u00e4rkung der Einflu\u00dfm\u00f6glichkeiten der Betroffenen bei der Technikanwendung<\/em><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Anwendung der Informations- und Kommunikations-Techniken findet \u00fcberwiegend in den Betrieben statt. Die rechtlich abgesicherten Einflu\u00dfm\u00f6glichkeiten der Betriebsr\u00e4te und der betroffenen Besch\u00e4ftigten auf diesem Proze\u00df sind aber begrenzt. Eine Ausweitung der Mitbestimmungsrechte im Betriebsverfassungsgesetz w\u00e4re hier ein wichtiger Ansatz; hinzukommen m\u00fc\u00dften \u00fcberbetriebliche Mitbestimmungsformen, um eine Organisierung der Arbeitnehmer-Interessen gegen\u00fcber der \u00fcberbetrieblichen Vernetzung zu erm\u00f6glichen.<br \/>Hinzukommen m\u00fc\u00dften auch eine allgemeine, \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber die Telekommunikation, deren Wirkungen ja auch stark den privaten Bereich betreffen (Privatfernsehen).<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div align=\"justify\"><em>Arbeitszeitverk\u00fcrzung und Besch\u00e4ftigungspolitik<\/em><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fordert man\/frau die Aufhebung der besonderen Benachteiligung der Frauen bei Rationalisierungen, bewegt man\/frau sich letztlich in einem &#8218;Nullsummenspiel&#8216;. So lange andere Rahmenbedingungen nicht ver\u00e4ndert werden, m\u00f6gen dann vielleicht weniger Frauen aus der Textverarbeitung, daf\u00fcr aber mehr m\u00e4nnliche Sachbearbeiter gek\u00fcndigt werden. Angesichts der gewaltigen Produktivit\u00e4tssteigerung, die mit den Informations- und Kommunikations-Techniken m\u00f6glich ist, ist eine erhebliche Verringerung des Arbeitsvolumens durch Arbeitszeitverk\u00fcrzung notwendig. Die w\u00f6chentliche Arbeitszeitverk\u00fcrzung enth\u00e4lt dabei am ehesten Chancen, da\u00df die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung ver\u00e4ndert wird und die Frauen nicht nur mehr Chancen f\u00fcr Berufst\u00e4tigkeit, sondern auch f\u00fcr politisches Engagement gewinnen.<br \/>Aber auch wenn man die Durchsetzung der Arbeitszeitverk\u00fcrzung optimistisch sieht: Auch die 35-Stunden-Woche w\u00fcrde die Produktivit\u00e4tssteigerung infolge der neuen Techniken nicht auffangen, sondern nur mildern k\u00f6nnen. Um die Massenarbeitslosigkeit abzubauen bedarf es daher gezielter Besch\u00e4ftigungsprogramme, wie es beispielsweise die Gewerkschaften seit Jahren fordern. (25)<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div align=\"justify\"><em>Ver\u00e4nderung der frauendiskriminierenden Arbeitsteilung und Personalpolitik; Verbesserung der Aus- und Weiterbildung f\u00fcr Frauen<\/em><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die strukturelle Betroffenheit der Frauen durch die Informations- und Kommunikation-Techniken beruht zumindest zum Teil auf ihrer Konzentration auf wenige Berufsbereiche. Hier bedarf es gezielter Ans\u00e4tze, damit Frauen durch Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten zumindest zu einer auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzf\u00e4higen Qualifikation kommen.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div align=\"justify\"><em>Gesetzliche Beschr\u00e4nkung der \u00bbungesch\u00fctzten Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse\u00ab<\/em><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn gr\u00f6\u00dfere Gruppen in ungesch\u00fctzten Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse au\u00dferhalb des Arbeits- und Sozialrechts gedr\u00e4ngt werden, bedarf es neuen Regelungen, die der ver\u00e4nderten Situation entsprechen und diese Entwicklung eind\u00e4mmen.<\/p>\n<p><i>Und die Umsetzung all dieser Forderungen?<\/i><\/p>\n<p>Ein Teil davon erfordert \u00c4nderungen der staatlichen Politik &#151; von der Technologiepolitik, die von der Industrief\u00f6rderung zur sozialen Steuerung von Technikanwendung, bis zur Arbeits- und Sozialpolitik, die vom Sozialabbau zur F\u00f6rderung benachteiligter Bev\u00f6lkerungsgruppen kommen m\u00fc\u00dfte. Dies ist nicht in Sicht, mu\u00df aber auf der Tagesordnung stehen bleiben. Eines ist dabei aber sicher: es wird sich dort oben nichts \u00e4ndern, solange sich die Betroffenen nicht wehren, so lange die neuen Techniken und ihre inhumanen und unsozialen Folgen widerspruchslos akzeptiert werden. Und es gibt Beispiele f\u00fcr ein solches \u00bbSich-wehren\u00ab.<\/p>\n<p>In vielen Betrieben k\u00e4mpfen seit Jahren viele Vertrauensleute, Betriebsr\u00e4te und betroffene Besch\u00e4ftigte gegen die negativen Folgen von Rationalisierung. Die Durchsetzung von vern\u00fcnftigen Arbeitsbedingungen an Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen, die die Hersteller zwang, die Ergonomie ihrer Ger\u00e4te zu verbessern, waren der Ansatz f\u00fcr eine soziale Gestaltung von Arbeit bei der Anwendung der Informations- und Kommunikations-Techniken. Jetzt geht es vor allem um die Erhaltung von qualifizierter Arbeit, um Weiterbildung, um die Abwehr von Computer-Kontrollsystemen und st\u00e4ndiger Leistungsverdichtung.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaften wehren sich gegen die unsozialen Folgen der Informations- und Kommunikations-Techniken. Sie pl\u00e4dieren teilweise f\u00fcr eine Begrenzung der Telekommunikation, versuchen elektronische Heimarbeit zu verhindern (IGM, \u00d6TV und HBV), rufen auf zur Nicht-Beteiligung bei Bildschirmtext (HBV). 26<br \/>Beim Arbeitskampf um die 35-Stunden-Woche ging es letztlich nicht nur um einige Stunden weniger Arbeit, sondern auch um die Frage, wie angesichts der gewaltigen &#151; aufgrund der Technik m\u00f6glichen &#151; Produktivit\u00e4tssteigerungen diese Gesellschaft k\u00fcnftig aussehen wird.<br \/>Die IG Metall hat im Herbst 84 ein Aktionsprogramm beschlossen: \u00bbArbeit und Technik &#151; Der Mensch mu\u00df bleiben!\u00ab Damit soll der Kampf gegen die menschenverachtende und unsoziale Rationalisierung zu einem Arbeitsschwerpunkt der n\u00e4chsten Jahre werden.<\/p>\n<p>Die Humanistische Union hat ein Moratorium gefordert, damit vor einem weiteren Ausbau der Telekommunikation die sozialen Risiken gekl\u00e4rt und die Probleme gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. (27)<br \/>Die zahlreichen &#8218;Anti-Kabel-Gruppen&#8216; und Initiativen haben letztlich erfolgreich &#151; zumindest zeitweise &#151; die Volksz\u00e4hlung abgewehrt. Gleichzeitig hat das Volksz\u00e4hlungsurteil weitreichende Folgewirkungen zur Verbesserung des Datenschutzes.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen haben immer wieder die sozialen Probleme im Zusammenhang mit den Informations- und Kommunikationstechniken in die technologie- und medienpolitische Diskussion im Bundestag eingebracht. Teile der SPD tragen die Politik von P. Glotz nicht mit und der Parteitag im Mai 84 hat zumindest &#8218;vorsichtige&#8216; Beschl\u00fcsse dazu gefa\u00dft. (28)<\/p>\n<p>All das sind Ans\u00e4tze, auch wenn sie zum Teil noch widerspr\u00fcchlich sind. Sie reichen nicht aus und sie m\u00fcssen breiter werden. Das hei\u00dft zum einen, da\u00df sich die Zusammenarbeit der verschiedenen Initiativen, Gruppen und Organisationen, die sich gegen die herrschende blinde Technikdurchsetzung wehren, st\u00e4rker werden mu\u00df &#151; auch wenn diese Gruppen unterschiedliche Erfahrungen, Zielsetzungen und Arbeitsschwerpunkte haben und teilweise Ber\u00fchungs\u00e4ngste bestehen. Es hei\u00dft aber auch, da\u00df sich gerade die Frauen st\u00e4rker mit diesen Fragen auseinandersetzen m\u00fcssen. Denn in fast allen Gruppen und Organisationen au\u00dferhalb der Frauenbewegung rangieren Fraueninteressen immer noch hinten auf der Priorit\u00e4tenliste. Das aber wird sich nur \u00e4ndern, wenn sich die Frauen selber viel st\u00e4rker einmischen in eine &#8218;Technologiepolitik von unten&#8216;.<\/p>\n<p><b>Anmerkungen:<\/b><\/p>\n<p>1 Konzeption der Bundesregierung zur F\u00f6rderung der Entwicklung der Mikroelektronik, der Informations- und Kommunikationstechniken, Bundestagsdrucksache 10\/1281 vom 11.04.84, S. 4<br \/>2 Vgl. zur B\u00fcrorationalisierung: A. Bahl-Benker, Statt Hektik im B\u00fcro angenehmes Arbeiten daheim? In: E. Vogelheim (Hg.), Frauen am Computer, Reinbek bei Hamburg 1984<br \/>3 Vgl. IBM, Dokumentation der Tagung \u00bbInstitut 84\u00ab, Mainz 16.-17.05.84, S. 25<br \/>4 Zahlen und Zitate sind entnommen aus: L. Troll, B\u00fcroberufe im Wandel, Materialien aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 1\/84, (Hrsg. vom IAB der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeit)<br \/>5 Vgl. A. Bahl-Benker, Elektronische Heimarbeit &#151; die sch\u00f6ne neue Arbeitswelt? In: Die Mitbestimmung 12\/83<br \/>6 Vgl. \u00bbAdvent der freien Texterfassung\u00ab. In: Der Erfolg 12\/1982, S. 16<br \/>7 I. Bednarz-Braun, \u00bbAb 35 geh\u00f6ren Frauen schon zum alten Eisen\u00ab, Arbeitsbedingungen in der Elektromontage. In: E. Vogelheim (Hg.) Frauen am Computer, a.a.0, S. 24<br \/>8 M. Muster, Taktzeit O f\u00fcr 200000? Die Montageautomation erm\u00f6glicht einen neuen kr\u00e4ftigen Rationalisierungsschub. In: Die Mitbestimmung, 7\/8 84<br \/>9 Bundesministerium f\u00fcr Foschung und Technologie (Hg.), Montagestudie, Bonn 1983<br \/>10 R. Howard, Die zweite Klasse in Silicon Valley. In: Dollars und Tr\u00e4ume, Heft 9(1984), und: Suzanne Seeland, Das Elend von Anita und Judy &#151; Die Situation der Arbeiterinnen in der mikroelektronischen Industrie von Silicon Valley. In: Frankfurter Rundschau vom 20.10.84<br \/>11 C. Krebsbach-Cnath u.a.: Frauenbesch\u00e4figung und neue Technologien (Battelle-Institut), M\u00fcnchen\/Wien 1983, S. 236<br \/>12 Zwischenbericht der Enquete-Kommission \u00bbNeue Informations- und Kommunikationstechniken\u00ab, Bundestagsdrucksache 9\/2442 vom 28.03.83, S. 104<br \/>13 ifo-Schnelldienst, 32\/84, S. 8 (Umfrage von Sommer 84)<br \/>14 \u00bb Was bleibt den durch den Arbeitsproze\u00df verschlissenen Frauen noch \u00fcbrig? Die meisten Industriearbeiterinnen verlassen den Betrieb durchschnittlich nach f\u00fcnf Jahren Besch\u00e4ftigungsdauer. Oft f\u00fchren sie dann selbst Familienverpflichtungen als Grund an. Sie scheiden &#151; wie es besch\u00f6nigend hei\u00dft &#151; freiwillig` oder &#8218;auf eigenen Wunsch&#8216; aus dem Betrieb aus\u00ab. I. Bednarz-Braun, a.a. 0.,\u00a0\u00a0 S. 25<br \/>15 Vgl. C. M\u00f6ller, Ungesch\u00fctzte Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse &#151; verst\u00e4rkte Spaltung der abh\u00e4ngig Arbeitenden. In: Zukunft der Frauenarbeit &#151; Neue Verh\u00e4ltnisse in Technopatria, Beitr\u00e4ge zur feministischen Theorie und Praxis 9\/10 (1983)<br \/>16 Die Dimension dieser \u00dcberlegungen wird deutlich, wenn man sich Prognosen \u00fcber die potentielle Ausbreitung von Heimarbeit ansieht. Diese schwanken sehr; am oberen Rand liegt beispielsweise der Vorsitzende von Prognos, Basel, der k\u00fcrzlich f\u00fcr Frankfurt einen Anteil von 15-20%(!) f\u00fcr das Jahr 2000 annahm. Auch wenn man einen viel geringeren Anteil f\u00fcr realistisch h\u00e4lt &#151; es m\u00fcssen gar nicht so viele sein. Im Arbeitskampf 1984 gab es in der Druckindustrie Beispiele, da\u00df Streikausgaben der Zeitungen au\u00dferhalb der Druckh\u00e4user produziert und dann elektronisch \u00fcbermittelt wurden. So ver\u00e4ndern die IuK-Techniken f\u00fcr die Arbeitnehmer M\u00f6glichkeiten der Interessendurchsetzung!<br \/>17 Die durchschnittliche Rente von Frauen betrug 1983 433 DM (Arbeiterinnen) bzw. 774 DM (Angestellte); beiden M\u00e4nnern waren die Betr\u00e4ge 1154 und 1611 DM. Aus: Bundesministerium f\u00fcr Jugend, Familie und Gesundheit, Frauen in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1984, S. 50<br \/>18 R. Welzm\u00fcller, Einkommensentwicklung und -verteilung &#151; Aktuelle Daten. In: WSI-Mitteilungen 6\/84, 5. 350<br \/>19 Konzeption der Bundesregierung&#8230; a. a. 0, S. 42<br \/>20 Tagesprotokoll des Bundesparteitages der CDU im Mai 84 in Stuttgart, 2. Tag, S. 127<br \/>21 Liberale progagieren Heimarbeit, S\u00fcddeutsche Zeitung vom 3. August 84<br \/>22 P. Glotz, Der Intellektuelle und die Macht. In: Die Neue Gesellschaft 11\/84, S. 1081<br \/>23 Leits\u00e4tze und Entschlie\u00dfungen der 19. CDA-Bundestagung, 1981 in Mannheim: Die sanfte Macht der Familie\/Schritte zu einer famili\u00e4ren Gesellschaft, 1\/These 1: \u00bbNeue Informationssysteme und Technologien bieten die M\u00f6glichkeiten, wieder zu kleineren Produktionseinheiten zur\u00fcckzukehren und Erwerbsarbeitspl\u00e4tze in die N\u00e4he des Wohnbereichs und eventuell ins Heim zu verlagern. Das sind Chancen, die erprobt und genutzt werden sollten.\u00ab<br \/>24 Vgl. H. Kubicek, Milliarden-Investitionen und \u00dcbergang zur Informatinsgesellschaft &#151; Probleme der sozialen Beherrschbarkeit integrierter Fernmeldenetze, Frankfurter Rundschau vom 22.08.84, Dokumentation<br \/>25 DGB, Vorschl\u00e4ge zur Wiederherstellung der Vollbesch\u00e4ftigung, D\u00fcsseldorf 1977 (Sie wurden inzwischen akutalisiert und erg\u00e4nzt, u.a. wurden konkrete Finanzierungsvorschl\u00e4ge vorgelegt).<br \/>26 Vgl. folgende Beschl\u00fcsse: IGM, Gewerkschaftstag 1983, Entschlie\u00dfung \u00bbNeue Informations- und Kommunikationstechniken\u00ab; \u00d6TV, Gewerkschaftstag 1984, Antrag \u00bbNeue Informations- und Kommunikationstechniken\u00ab; HB V, Gewerkschaftstag 1984 vgl. \u00bbElektronische Einsiedelei\u00ab, Frankfurter Rundschau vom 13.11.84<br \/>27 Humanistische Union: Offener Brief zur Medienpolitik der Bundesregierung (an die Bundesregierung und die Landesregierungen), M\u00fcnchen, 29.6.82<br \/>28 So hat sich auf dem SPD-Parteitag im Mai 84 keine Mehrheit f\u00fcr ein \u00bbJa\u00ab zur Glasfaserverkabelung gefunden. Die entsprechenden Abs\u00e4tze wurden aus dem Antrag Medienpolitik herausgenommen. Vgl. Protokoll zum SPD-Parteitag, S. 398 ff<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[815,818,667],"autoren":[451],"publikationen":[1277],"class_list":["post-12064","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-armut","tag-frauen","tag-vorgaenge-artikel","autoren-angelika-bahl-benker","publikationen-73-vorgaenge"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Chips - Wegbereiter einer neuen Armut? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/73-vorgaenge\/publikation\/chips-wegbereiter-einer-neuen-armut\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Chips - Wegbereiter einer neuen Armut? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"aus: vorg\u00e4nge Nr. 73 (Heft 1\/1985), S. 84-96 \u00bbDie Informationstechnik &#8211; von der Basistechnologie der Elektronik \u00fcber die Systemkonzepte der Datenverarbeitung und der Technischen Kommunikation bis zu den Anwendungsfeldern der industriellen Automation, der B\u00fcrotechnik und der Unterhaltungselektronik &#8211; ist von grundlegender Bedeutung f\u00fcr die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik. 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